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 Im Dorf - Eichheim

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Toman Marbrück
Einwohner
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BeitragThema: Im Dorf - Eichheim   Sa Apr 16, 2016 11:14 am

Unweit der Straße zwischen Shan Meng-Feyn und Kelemthal war inzwischen eine recht ansehnliche Siedlung entstanden.

Hinter einer Pallisade aus angespitzten Baumstämmen, mit Wehrgängen versehen, standen um die 35 Fachwerkhäuser, deren Wände aus geflochtenen Ästen und aufgetragenem Lehm bestanden. Die Dächer sind allesamt mit Holzschindeln gedeckt. Das einzige gänzlich aus Stein gebaute Haus ist die Schmiede.
In der Mitte des Dorfes steht ein einzelner Setzling, ein Andenken an die alte Heimat der meisten Einwohner.
Ebenfalls in der Mitte des Dorfes steht der Brunnen des Dorfes.
Außerhalb des Dorfes, gen Süden, liegen die Felder und Weiden der Einwohner.

_________________
Priester der Mutter Erde
Feldkanzler seiner Exzellenz
Vogt von Waldesleben
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Erzähler Waldesleben

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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Mi Jun 14, 2017 4:37 pm

Seit der Gründung des Dorfes Eichheim waren nun einige Ernten eingeholt worden, ein wichtiges Maß der Zeitrechnung für die Einwohner.

In dieser Zeit wuchs auch die Bevölkerung weiter an, sodass inzwischen an die 50 Häuser im Dorf standen, weiterhin durch eine Palisade geschützt, vor der nun aber auch ein einfacher Graben die Annäherung erschwerte.

Auf dem zentralen Platz des Dorfes war der Setzling inzwischen zu einem kleinen Bäumchen herangewachsen, von zukünftiger Größe kündend.
Zusätzlich machten sich die Bewohner die Mühe Feldsteine zu sammeln und mit ihnen eine einfache Kapelle am zentralen Platz zu errichten.

Während des Krieges gegen Esthaer und Mellesan fand ein einfacher Ausbau der Hauptstraße durch das Lehen statt.
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Quina



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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Mai 27, 2018 12:24 pm

[Spielt einige Zeit nach der Anreise.]

„Wohlan, nutzloses Gesindel! Wir sind hier nicht zum Faulenzen und Tagträumen. An die Arbeit, die Steine schleppen sich nicht von alleine!" , tönte eine grobe Stimme polternd durch die enge Reisekutsche.

Findige Einheimische hatten den Mangel an flächendeckender Verkehrsinfrastruktur genutzt, um Handelswaren zwischen den Ortschaften zu organisieren. Gegen ein gewisses Entgelt selbstverständlich. Und so kam es, dass Eichheim endlich mit der lang ersehnten Lieferung an Steinen beglückt wurde, die gut und gerne für zwei Häuser reichen würden. Tagelöhner aus allen Teilen des Landes waren angeheuert worden, um die Lieferung zu begleiten und Übergabe sowie Baumaßnahmen zu koordinieren. Privatpersonen durften für gewöhnlich nicht mitreisen, außer sie leisteten ihren Beitrag und halfen aktiv mit. Quina hatte das große Glück, dass die Arbeiter ein großes Interesse an seiner Heilkunst hatten und er so einige Patienten versorgen konnte. Das war ungemein praktisch, denn Mundpropaganda war auf Mythodea Gold wert. Welche Leiden er kurierte, darüber wird an dieser Stelle natürlich Stillschweigen bewahrt. Diskretion war das Gebot der Stunde.

Weniger erfreulich hingegen war die Bequemlichkeit in den hözernen Ochsenkarren. Zwar waren die Ochsen des mehrspannigen Fuhrwerks bei guter Konstitution und die Reisezeit war somit nicht sehr lang, doch die Wege waren mehr schlecht als recht ausgebaut. Die Reise führte über Stock und Stein, durch unwegsame Wälder und einmal wäre der Steintransport sogar fast in einem sumpfigen Morast zum Erliegen gekommen. Quina saß dicht gedrängt zwischen den schweigsamen Arbeitern und versuchte auf seinem Sitz Haltung zu bewahren. Dies war nicht leicht, wurden die leidgeplagten Anwesenden doch bei jedem Schlagloch furchtbar durcheinandergeschüttelt.

Als die Ochsenkarren ruckartig und abrupt zum Stehen kamen, glich das Aussteigen einem absurden Fluchtspektakel. Ein jeder wollte möglichst schnell Abstand gewinnen und die neu gewonnene Freiheit kurzzeitig genießen, um nach einer kurzen Ruhepause mit der Arbeit zu beginnen. So auch Quina, der sich leicht erschöpft reckte und streckte. Er rieb sich den angespannten Nacken und sah sich auf dem belebten Platz inmitten des beschaulichen Dorfes um.

So viele Leute wuselten herum. Waren dort hinten nicht sogar kleine Marktstände aufgereiht? Händler riefen ihre Waren aus, Kunden  prüften ihre Einkaufslisten und sogar Gespräche waren hie und da zu bemerken. Wie viele zukünftige Patienten sich wohl gerade im Getümmel befanden? Er brannte darauf, seine zukünftigen Schützlinge kennenzulernen und mit seinen Pflichten zu beginnen. Ob die Einheimischen wohl nett waren? Welche Leiden und Gebrechen waren hier wohl an der Tagesordnung?  Wuchsen hier die gleichen Pflanzen, wie er sie überall schon gesichtet hatte oder würde er sogar auf neue Kräuter treffen, mit denen er experimentieren könnte? Viele Fragen spukten in seinem Kopf herum. Hoffentlich waren die Einheimischen nicht zu brutal und gewalttätig, sonst konnte er ihnen ja nicht helfen. Zwischen Gutenbucht und Fahrdorf hatte er einige wirklich unangenehme Erfahrungen machen müssen, die ihn sogar fast zur Umkehr bewogen hätten. Möge Mutter Erde verhindern, dass in Eichenheim irgendwelche Magier ihr Unwesen trieben. Sein Zusammentreffen mit diesem Klientel in Schönweiler war ihm noch sehr stark in Erinnerung geblieben.

Nanu, was war das? Einige Schirmflieger hatten seine Aufmerksamkeit erregt. Quina ließ die Marktstände links liegen und betrat eine ungenutzte Wiesenfläche. Einige Bäume zierten den Boden und erhoben sich majestätisch in der Landschaft. Diese hatten jedoch nur sekundär seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, primär fiel sein Blick auf eine kleine Löwenzahn-Gruppe. Nachdenklich betrachtete Quina die zarten Pflänzlein, die zu einem Teil aus gelben Blüten und zu einem anderen Teil aus fruchtigen Flugschirmen bestanden und fragte sich, ob die Hauptblütezeit nicht schon längst überschritten war. Andächtig genoss er den natürlichen Anblick, den Mutter Erde– anders als die Händler auf dem Markt – kostenlos zur Verfügung stellte. Die Natur war immer für eine Überraschung gut. Quina war sich sicher, dass die geheiligte Mutter solche zufälligen Farbenspiele im Wind liebt. Immerhin hatte sie dem Zufall, der freien Entscheidung, dem freien Spiel der Kräfte in ihrer Schöpfung Platz gelassen.

Gleich darauf hatte er einige der Schirmflieger erhaschen können und steckte diese in ein kleines Tütchen. Natürlich gab es dutzende Verwendungsmöglichkeiten für die von ihm aufgespürten Löwenzahnblümchen, ein wohlschmeckender Tee hätte ihn sicherlich munter werden lassen, doch er sah keinen zwingenden Grund für eine unverhältnismäßige Pflückorgie.

Er zog eine Grimasse, als sich ein Stechen in seinem Rücken bemerkbar machte. Er wurde nicht alt, nein keineswegs, die Art seiner Fortbewegung war ihm schlecht bekommen. Quina humpelte zu einem kleinen Brunnen und lehnte sich das das feste Mauerwerk. Vorsichtig kramte er in seiner grünen Umhängetasche eine kleine Dose hervor und öffnete sie. Krampflösende Naturheilmittel gab es viele, doch er bevorzugte eine Mischung aus Rosmarin und Wintergrün. Er pickte sich eine Pastille heraus, die Extraktionen beider Heilpflanzen beinhaltete, um sie langsam und genussvoll zu kauen. Er liebte den würzig-herben Geschmack von Rosmarin, der von der süßlichen Frische des saftigen Wintergrüns abgerundet wurde. Dazu noch Knoblauch, er gab immerhin Leib und Seele Kraft. Die schmerzlindernde Wirkung setze sofort ein und entspannte die betroffenen Gebiete.

Aufmerksam sah sich Quina um und fragte sich, was nun passieren würde. Mutter Erde hatte ihn sicherlich zum richtigen Zeit an den richtigen Ort geführt.
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Erzähler Waldesleben

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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Mai 27, 2018 2:29 pm

Die Siedlungsstruktur Eichheims war, hatte man die Palisade erst einmal passiert, recht offen. Hier und da betrieben die Einwohner kleinen Gartenbau mit Gemüsegärten, um ein Zubrot zu haben.

Vom Haupttor, das den Zugang von der Reichsstraße, dem größtem und wichtigsten Weg Richtung der Hauptstadt des Reiches, sicherte, führte der Weg direkt auf den Hauptplatz.

Auf dem Weg dorthin kam man auf der linken Seite an einem großen weiß getünchten Fachwerkbau vorbei, das, wie an einem Hängeschild über dem Tor zu erkennen war, ein Gasthaus mit dem Namen "Zur alten Eiche" war.
Auf dem Hauptplatz schließlich hielt der Tross mit den Steinen in der Nähe einer Schmiede, dessen Betreiber mit einigen Gehilfen gerade dabei war Waffen auszubessern.

In der Mitte des Platzes wuchs ein kleines Bäumchen, recht unbehelligt von dem sonstigen Treiben auf dem Platz. Offensichtlich handelte es sich bei dem Bäumchen um eine Eiche.

Auf der anderen Seite des Platzes stand das andere, von der Schmiedewerkstatt abgesehen, einzig andere komplett aus Stein gebaute Gebäude, vor dem ein überdachtes Anschlagbrett mit einigen Anschlägen stand.

Sah man jedoch den Hügel hinauf, der sich in der Nähe des Hauptplatzes erhob, so konnte ohne Schwierigkeiten der noch nicht vollendete Rohbau eines großen mehreckigen Gebäudes erkannt werden an dem hölzerne Gerüste standen und anscheinend geschäftig gebaut wurde. Baulärm drang vom Hügel herunter.

Von diesem Hügel kamen dann nach einer kleinen Weile, in der, der das kleine Döschen haltende Quina von einigen Passanten, die vorüber gingen, misstrauisch beäugt wurde, eine Gruppe von drei Mönchen, in grünen Habit mit weißem Überwurf, herunter.

Die Mönche Unterhielten sich mit dem Leiter der Steinlieferung, der ihnen eine Reihe von Papieren vorzeigte. Schließlich wurde der Zug weiter, auf den Hügel zur Baustelle geschickt.
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Quina



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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Mai 27, 2018 7:12 pm

Eine Baustelle, so dachte sich Quina, war doch der optimale Ort, um dem Heilerhandwerk nachzugehen. Dort passierte immer etwas und wenn nicht, so hatten die Arbeiter bestimmt die eine oder andere Schwiele, die versorgt werden könnte. Er packte seine Dose wieder ein, streckte sich ein letztes Mal und folgte dann, im sicheren Abstand, der Steinlieferung den Hügel hinauf.

Edel war sein Ansinnen, doch zart war sein Gemüt. Er hatte völlig vergessen, wie hart und unbarmherzig es oft an solchen Orten vor sich ging. Die Gruppe war nur so stark, wie ihr schwächstes Glied und wer nicht spurte, wurde gezüchtigt oder radikal wegrationalisiert. Die Arbeitsbedingungen waren nicht die Sozialsten, das erinnerte ihn an den heimatlichen Betrieb auf der Plantage, wo die Tagelöhner oft viele Schichten durchschuften mussten, ohne Wasser, Nahrung oder Pause zu erhalten. So auch hier, obwohl die Arbeit körperlich schwer war und eine angemessene Rundumversorgung mit vertraglich vorgeschriebenen Pausen eigentlich oberstes Gebot hätte sein sollen.

Dann wurde es hektisch. Plötzlich stürzte einer der Arbeiter.  Das passierte auf Baustellen öfter. Sofort kam ein Flashback in Quina hoch. Hatte er das nicht schon mal erlebt? Damals in einem anderen Dorf? Wo die Zustände um einiges Ärger waren, als hier der Fall war?

Damals.

Der Vorarbeiter aus der Fremde nahm die Peitsche in die Hand und wollte zum Zwecke der Züchtigung auf den Mann eindreschen. Quina wollte dem Treiben Einhalt gebieten und ging dazwischen.
"Haltet ein!", rief er noch und stellte sich schützend vor den Arbeiter, während der grobschlächtige Vorarbeiter seine Peitsche noch immer in der Luft hatte und beim niedersausen sicherlich auch ihn erwischt hätte.
Was hatte er sich nur dabei gedacht, würde ihm später durch den Kopf gehen. Er hatte instinktiv gehandelt und überhaupt nicht gedacht. Wenn zwei Hunde sich fetzten, sollten Außenstehende besser auf Abstand gehen oder eiskaltes Wasser auf die Streithähne werfen und sich nicht auch noch selbst in Gefahr bringen.

"Geht mir aus dem Weg, Bürschchen!", grollte der Vorarbeiter mit einer bemerkenswerten Selbstbeherrschung.
"Warum seid Ihr denn so grob?", fragte Quina ruhig, "Seht Ihr denn nicht, dass der Arbeiter verletzt ist und Hilfe braucht?"
"Ein Faulpelz ist er, weiter nichts. Wer nicht arbeiten kann, soll auch nicht essen. Oder atmen. Wir werden für Resultate bezahlt und nicht für Mimosen, die ihren Job nicht erledigen.", polterte der Vorarbeiter und spuckte verrächtlich auf den Boden.
"Ich versichere Euch, Herr, dass der Arbeiter keine Last für euch sein wird. Lasst mich ihn versorgen. Ich bin Medicus, müsst ihr wissen.", bot Quina dem Vorarbeiter an, der nun tatsächlich seine Peitsche  einsteckte, zurücktrat und Quina musterte.
"Ein Medicus, sagt Ihr?", erwiderte der Vorarbeiter mit leichter Skepsis, "Nun gut, dann kümmert Euch um ihn. Doch bezahlen werde ich Euch nicht! Und wehe, der Knilch ist anschließend nicht arbeitstauglich!"
Der Vorarbeiter stapfte schimpfend davon und Quina hätte ihm gerne an den Kopf geworfen, dass bessere Arbeitsbedingungen eine weitaus bessere Bezahlung gewesen wären. Doch er zog es vor zu schweigen. Während er sich damals mit dem Vorarbeiter auseinander gesetzt hatte, gesellte sich ein weiterer Heiler dazu und begann mit seinem Werk. Von diesem Heiler hatte Quina viel lernen können

Jetzt.

Die Dorfbewohner von Eichheim waren natürlich aus einem völlig anderen Holz geschnitzt. Nie käme ein böser Vorarbeiter auf die Idee, seine unterbezahlten Lohnarbeiter anzuheizen und die Arbeitsbedingungen waren gerade so angemessen, dass keine extremen Ereignisse zu berichten wären. Doch Unfälle passierten, so wie jetzt und wie noch viele andere Male auch. Quina war als einer der ersten zum Arbeiter gerannt und setzte sich zu diesem auf den Boden.
"Keine Sorge, Freund.", sagte Quina, "Ich bin Medicus und werde Euch helfen!"
Der Arbeiter blickte ihn verdutzt an, als könne er nicht begreifen, was da eben vor sich ging, und stammelte dann: "D-danke! A-aber ich k-kann Euch a-auch n-nicht b-bezahlen!"
"Bei Mutter Erde habe ich geschworen, jedem zu helfen, der in Not ist.", erwiderte Quina und verschaffte sich einen ersten Überblick über den geschundenen Körper des Mannes, "Und kann ich euch auch nicht eine Komplettheilung an Ort und Stelle anbieten, so habe ich euch doch eine Pause zur Stärkung verschafft!"

Etwas Heilung konnte Quina dem Arbeiter aber dann doch noch spenden. Schnell stellte sich heraus, dass die Füße des Mannes nicht im besten Zustand waren, was ursprünglich auch für seinen Sturz gesorgt hatte. Dagegen gab es doch etwas aus dem Schoß von Mutter Erde.

Quina holte seine reich verzierte Teedose, ein Geschenk seiner Oma zu einem seiner vielen Geburtstage, hervor und nahm den Deckel ab. Einen gezielten Handgriff später hatte er einen Beutel mit Grüntee in seinen Händen und legte ihn in einen leeren Becher. Dann öffnete er seine Trinkflasche mit kaltem Wasser und kippte den Inhalt in das Gefäß. Sogleich vermischten sich Wasser und Teearomen und bildeten einen kalten Aufguss. Innerhalb von zwei Minuten würden sich die Aromen voll entfalten. Der Tee war zwar kalt, doch die Wirkung würde sich ungeachtet des Aggregatzustandes vollends entfalten. Den vollen Teebecher drückte Quina dem Arbeiter in die Hand. Menschen sollten am Tag viel trinken, das wusste Quina, und wenn sie dies taten, so vermochte ein heilkundlicher Tee viel zur Gesundheit beizutragen.

Dann kramte Quina erneut in seiner Tasche und holte eine kleine Dose mit Kräuterpastillen hervor. Er nahm den Deckel ab und blickte hinein. Leicht schüttelte er den Inhalt und entnahm dann mit spitzen Fingern eine rote Pastille aus Algengelatine mit Knoblauchextrakt und Wacholder. Quina drückte dem Arbeiter die Pastille in die Hände und war dann in Gedanken auch schon mit der Versorgung der malträtierten Füße beschäftigt. Auch hierfür hatte er eine Idee.

„Knoblauch gibt Leib und Seele Kraft!“, erklärte Quina dann, „Der Tee wird Eure Schmerzen lindern und der Knoblauchextrakt wird die inneren Abwehrkräfte stärken, zusammen mit dem Wacholder den Körper noch mit wichtigen Vitaminen versorgen sowie Giftstoffe herausschwemmen. Um eine Infektion zu vermeiden, solltet Ihr keine der Blasen aufstechen, egal wie verlockend dies manchmal auch erscheinen mag.“

Quina griff erneut in seine Umhängetasche und holte einige der Sammeltütchen hervor, die er noch am Morgen eingesteckt und zeitweise auf dem Weg neu befüllt hatte. Beifuß und Breitwegerich waren ohnehin Teil seiner Reiseapotheke, ebenso wie Johanniskrautöl, das er mit einem weiteren Streich zu Tage beförderte. Er zerrieb das Blatt einer Beifusspflanze und schmierte den Brei in die Innenseite der Schuhe des Arbeiters. Dann legte er je ein Blatt in den hinteren Teil, wo die Fersen für gewöhnlich ihren Platz fanden. Dies sollte für frischen Duft sorgen und schädliche Insekten vertreiben. Quina öffnete die kleine Ampulle und träufelte einige Tröpfchen auf Zeige- und Mittelfinger seiner rechten Hand. Dann schnappte er sich mit seiner Linken die geschundenen Füße seines Gegenübers und rieb die betroffenen Stellen sanft damit ein. Um die Abheilung zu verstärken legte er noch Blätter eines Breitwegerichs mit der Oberseite auf die schmerzenden Stellen. Vorsichtig half er ihm wieder in die Schuhe.

„Reizung und Schmerzen sollten bald verschwinden und die Blasen werden dann abheilen. Ich habe Euch Mittel gegeben, die in der Regel mit keinen allergischen Hautreaktionen daherkommen!“, erklärte Quina zufrieden und wischte sich die öligen Finger an seiner Kleidung ab, „Langfristig betrachtet benötigen Eure geschundenen Füße natürlich viel Ruhe und auch ein warmes Fußbad mit Bittersalz ist nicht zu verachten. Ich empfehle auch Aloe-Vera-Gel und Teebaumöl zur sanften Hautpflege. Zur Nachkontrolle kann ich gerne mehrmals bei Euch vorbeikommen und die Abheilung der Füße persönlich in Auenschein nehmen. Bei der Gelegenheit kann ich mich auch um die restlichen Wunden kümmern.“

"D-danke!", kam von dem überglücklichen Arbeiter zurück, der sich nun schon wieder etwas besser fühlte, "S-schade, d-dass i-ich w-wieder a-an die A-arbeit muss."
"Ja, Ihr solltet baldmöglichst eurer Tagewerk fortsetzen.", gab Quina traurig nickend zu bedenken, "Doch wann Ihr damit beginnt, kommt ganz darauf an."
"W-worauf?", kam vom Arbeiter zurück.
"Nun, es hängt ganz davon ab, wie lange Ihr dafür braucht, einen ganzen Liter Tee zu trinken. Bedenkt doch nur wie wichtig dies für Eure Genesung ist! Das solltet Ihr nicht übereilen!", riet ihm Quina gut zu, zwinkerte mit einem Auge und schüttelte demonstrativ seine Trinkfasche.
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Erzähler Waldesleben

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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Mai 27, 2018 10:33 pm

Mit einem Mal war eine energische Stimme zu hören:
"Macht Platz für den hochwürdigen Prior!"

Die Gruppe die sich um den Verletzten und Quina gebildet hatte stob auseinander. Anscheinend waren viele Arbeiter aus dem Ort selbst. Am Rande der Baustelle waren auch Waffen zu Pyramiden zusammengestellt, Soldaten schienen auf der Baustelle ebenfalls mitzuarbeiten.
Als die Gruppe nun Platz machte für einen gebeugten älteren Mann, in grünen Habit und weißen Überwurf, der von drei weiteren so Gekleideten, jedoch deutlich jüngeren Männern begleitet wurde. Der Ältere stützte sich auf einen der Dreien.
Als die Mönche an den Arbeitern vorbeigingen, schlugen diese in einer Geste einen Kreis auf ihrer Brust und senkten die Köpfe.

Schließlich kamen die Mönche an den Verletzten heran.
"Was ist geschehen?"
Fragte einer der jüngeren Mönche, während sich der ältere neben den Verletzten niederließ und anfing ihn zu untersuchen.
Als er damit fertig war, blickte er freundlich lächelnd zu Quina auf.
"Hast du diesen Mann versorgt?"
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Quina



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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Sa Jun 02, 2018 6:18 pm

Wer platzt denn da?, fragte sich Quina, als eine energische Stimme die wohlige Pausenruhe durchbrach, die er kurz zuvor auf der Baustelle etabliert hatte. War ja klar, fuhr es ihm im nächsten Moment durch den Kopf, wo eine Gruppe ist, kann auch ein Oberhaupt nicht weit sein. Im Stillen wurde ihm gerade bewusst, dass er durch sein Vorgehen eventuell den Tagesbetrieb zum Stehen gebracht hatte, was wiederum die Aufmerksamkeit der Obrigkeit nach sich zog, die umgehend nach Aufklärung verlangte. Oder nach Selbstprofilierung. Menschenaufläufe schien Personen des öffentlichen Lebens anzuziehen, die nach narzisstischer Selbstdarstellung und egozentrischer Selbstprofilierung strebten. Wer hatte hier wohl das Sagen? Ein junger Schnösel, der ihm gerade mal so ans Knie reichte, dem mütterlichen Schoß gerade entsprungen ward und noch nie ein Schlachtfeld aus der Nähe gesehen, dafür schon unzählige tapfere Männer und Frauen in ihr Verderben geschickt hatte? Oder gar ein cholerischer Krieger, der so manches Blut vergossen hatte und nun altermüde doch keineswegs milde den Frauen hinterherstellte und die Arbeiterschaft drangsalierte? Vielleicht ein Bürokrat aus gutem Hause, ein Paragrafenreiter mit Sinn für Schildbürgerstreiche und trockene Gesetzestexte. Von edlem Geblüt waren sie alle, ein nobles Ansinnen hatten sie jedoch nicht. Quina hatte schon so manchen Zusammenstoß mit der Obrigkeit gehabt, ehe er an diesem Ort gelandet war. Ob in diesen Breitengraden oder daheim, sie alle einte der Schein mehr als das Sein. Nach oben buckeln und nach unten treten, Korruption und Machtgier waren an der Tagesordnung. Nun gut, seine Familie war da jetzt auch nicht viel besser. Sein eigener Vater hatte schon so manchen hohen Herrn bestochen, um die Gesetze und Regeln nach privatwirtschaftlichem Ermessen realpolitisch anzupassen. Geld regierte die Welt und dies…

Damals

„Ja, ja ich weiß schon. Freiheit und so. Höre auf, unseren Vater zu zitieren!“, kam von einem sehr jungen Quina barsch zurück, als sein mittlerer Bruder ihm mal wieder eine Moralpredigt hielt.
„Vergebene Liebesmüh!“, höhnte sein älterer Bruder, „Aus dem wird eh nie was. Ist ne richtige Memme! Wird bestimmt mal eine Nonne.“
„Bin ich gar nicht! Ich stehe jederzeit meinen Mann!“, protestierte Quina ohne zu ahnen, dass seine Brüder nichts Gutes im Sinn hatten.
„Dann beweise es!“, forderte sein mittlerer Bruder auf während ihm der Älteste einen Korb mit Eiern in die Hand drückte, „Der Gast unseres Vaters ist irgendein aalglatter Typ aus dem Dorf. Etwas Eigelb hat noch keinem geschadet.“

Im Nachhinein wusste Quina, dass er über solche billigen Provokationen erhaben reagieren sollte, aber die Jugend war voller Dummheiten und so sollte auch diese geschehen. Vielleicht wäre sein Leben anders verlaufen, wenn er an diesem schicksalhaften Tag nicht auf der Brücke gestanden hätte und die Eier fallen ließ, just in dem Moment, als sein Vater sich nach einem Strauch bückte und der Gast einige Schritte nach vorne trat.

Plumps machte es, gefolgt von einem Platsch und anschließend war nur noch hektisches Schimpfen jenseits der höfischen Sitte und garantiert nicht jugendfrei zu hören. In einem Anflug von Schadenfreude lehnte sich Quina über das Geländer und empfing die wütenden Blicke seines Vaters und die des Gastes, während seine Brüder im sicheren Abstand leise kicherten. Sie lachten aber am Abend aus vollem Hals, als Quina von seinem biologischen Erzeuger zur Rechenschaft gezogen und streng bestraft wurde. Sein Vater hatte den Gast noch beschwichtigen können und dieser sah für den Moment ab, ernsthafte Schritte gegen das Kind seines Geschäftspartners zu unternehmen, doch Quina sollte nicht zum letzten Male auf ihn stoßen.

Und so begab es sich zu jener Zeit, dass Quina einige Jahre später auszog, um an der einzigen Akademie der Heilerschaft in seiner Heimat studieren zu wollen. Alles hatte sich gut zusammengefügt. Er hätte in Teilzeit studieren können und auf der familiären Plantage weiterhin arbeiten können. Seine Familie betrachtete dieses Vorhaben mit Argwohn, doch sie ließen ihm seine exzentrischen Hobbies in der Regel durchgehen, ohne sich ihm in den Weg zu stellen. Als seine Bewerbung angenommen wurde, war er überglücklich und erschien aufgeregt zum Vorstellungsgespräch. Der Prorektor, ein Freund und Stammkunde auf der Teeplantage, war fasziniert von dem Gedanken, dass ein einfacher Kaufmannsohn eines Tages als gelehrter Heiler umherzog und dem Gemeinwohl diente, statt dem schnöden Mammon. Quina hätte sogar Stipendiat eines Fonds werden können, das sich auf benachteiligte oder ungewöhnliche Familienverhältnisse spezialisiert hatte. Vieles war möglich und eine goldene Zukunft lag vor ihm.

Wenn an diesem schicksalhaften Tag nicht ausgerechnet der Landesfürst persönlich zur Spontanvisite vorbeigekommen wäre. Er hatte von Quinas Vorhaben Wind bekommen und wollte eine hohe Rechnung begleichen. Seine hohe von und zu Durchlaucht platzte am Ende des Gespräches in die Amtsstube seines Stellvertreters herein, brachte diesen mit nur einem Blick dazu geschäftig den Raum zu verlassen und machte von seiner Rektoratswürde Gebrauch, als er Quina wegen mangelhafter Reife den Zugang zu dieser Akademie und Zeit seines Lebens auch an jeder anderen Akademie in seinem nicht gerade geringen Einflussgebiet vollständig untersagte.

„Aus Euch wird niemals ein Gelehrter, weil Euch jede Klasse fehlt.“, höhnte seine Durchlaucht, bevor er Quina unsanft auf die Straße befördern ließ, „Es mangelt Euch an Kenntnis und Geschick. Möge jeder seinen Platz kennen und seinen Tagessoll erfüllen. Mag sein, dass auf die Blüte oft die unreife Frucht folgt. Doch die daraus folgende Vollkommenheit macht noch keinen Äbblewoi!“

So waren Quinas Pläne wegen eines kleinen Streiches für den Moment passé. In letzter Konsequenz führte dieses Ereignis dazu, dass er eines Tages seine Sachen packte und mit dem nächsten Schiff in See stach. Doch dies war nicht das erste Zusammentreffen mit der Obrigkeit, sicherlich aber das letzte aus der Reihe der peinlichen Momente, die man lieber für sich behielt.

Heute

Die Prozession hatte die Baustelle erreicht und sich nach den Geschehnissen erkundigt. Der mutmaßliche Prior machte einen freundlichen und gutherzigen Eindruck. Zumindest, soweit Quina das aus der Ferne und auf den ersten Blick zu sagen vermochte. Er fragte sich, ob die ganzen Respektsbekundungen aus herrschaftlicher Förmlichkeit geschahen oder die Anwesenden tatsächlich Respekt und Sympathie in sich trugen.

Als einer der Mönche  sich nach dem Geschehen erkundete, die Nachuntersuchung vornahm und das Wort an Quina richtete, deutete dieser eine kurze Verbeugung an und erwiderte das Lächeln ehrlich und mit aller gebotenen Freundlichkeit.

„Das habe ich!“, erwiderte Quina eifrig nickend, „Mutter Erde schenkte mir unermessliche Erkenntnis und in ihrer lichten Güte auch die Besonnenheit, um mit den Werkzeugen ihres fruchtbaren Schoßes sinnvoll umzugehen!“

Quina klärte den Mönch darüber auf, dass schlechtes Schuhwerk und malträtierte Füße in Kombination mit Hitze und körperlicher Überanstrengung zu einem kleinen Arbeitsunfall geführt hatten. Doch dank seiner Behandlung, die er ihm detailliert erläuterte, sollte der verunfallte Arbeiter umgehend seine Arbeit wieder aufnehmen können. Besseres Schuhwerk und eine Nachbehandlung in einigen Tagen, waren jedoch unabdingbar.

„Nun habe ich mich noch gar nicht vorgestellt!“, schalt sich Quina kurz selbst und klatschte sich mit der Hand gegen die Stirn, „Dabei ist dies doch der Beginn aller höflichen Sitte. Ich bin Quina Semmelweis, freier Medicus auf der Walz. Vielleicht könnt ihr meine Dienste gebrauchen!“
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Erzähler Waldesleben

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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Sa Jun 02, 2018 7:45 pm

Gütig nickte der ältere Mönch und mit freundlich leichtem Lachen erwiderte er:
"Das ist wirklich gutes Werk! Die heilende Mutter Erde hat dir anscheinend schon einiges offenbart!"

Väterlich klopfte er dem verletzten Arbeiter auf die Schulter.
"Du kannst erst einmal eine Pause machen und dich an das halten, was dir der Medicus gesagt hat."

Hiernach ließ er sich von einem seiner Begleiter aufhelfen. Bedächtig sagte er:
"Quina Semmelweis, … Ich bin Prior Gregor. Ich stehe dem Kloster vor, das du hier als Baustelle vor dir siehst, das Kloster des heiligen Baumes. Auch ich habe mich der Heilung der Kranken verschrieben und die Mutter Erde hat uns auch mit guten Boden hier gesegnet, viele Kräuter sollten hier wachsen können."


Nach kurzer nachdenklicher Pause setzte er fort:
"Nur die, die mit ihnen umzugehen wissen, sind nicht sehr zahlreich, um jedem Bewohner hier sofort beistehen zu können. Ich will dich testen, wie groß dein Wissen bis hier ist. Wenn du dich beweisen willst dann folge mir!"

Nach einer freundlichen einladenden Geste ließ sich der Prior vom Hügel herab führen.
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Quina



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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Sa Jun 02, 2018 10:26 pm

Lobende Worte waren auf der Walz eher selten. Wer hatte schon Zeit übrig, die Kunst des Heilens entsprechend zu würdigen. Oft war sie mehr Kommerz als Kunst und für viele Patienten eine Selbstverständlichkeit. Wer krank war, ging zum Medicus und wer sich aus Unachtsamkeit eine Sepsis zuzog, landete oft unfreiwillig im Lazarett, wenn nicht gar auf dem Sterbebett. Doch Patienten, die genesen waren, zahlten oft ein lausiges Trinkgeld oder wahrten die Höflichkeit in Form eines flüchtigen Danks. Nur selten hatte Quina solch schöne Worte der Anerkennung vernommen. Doch für Stolz oder gar Hochmut blieb keine Zeit. Selbsterkenntnis und Demut waren für Quina Eins, denn Weisheit ohne Selbsterkenntnis war bedeutungslos und diese ohne Demut nichts, als ein hohles Ding. Er wollte nie vergessen, woher er kam und das all sein Wissen ohne die Güte von Mutter Erde bedeutungslos war. Er hatte viel gelernt und doch hatte er noch viel zu lernen. Alle Wege kreuzten sich irgendwann und eröffneten die Möglichkeit eines gemeinsamen Austausches. Taten sie dies gerade nicht, so war Quina alleine mit den Wundern und bunten Farbenspielen im Wind und fand im Wirken des Kreislaufs des Lebens mannigfaltige Anregung.

„Nun, ich zähle mich zu den Einäugigen unter den Blinden!“, erwiderte Quina schließlich auf die Bemerkung des älteren Mönchs über die Offenbarungen der Erdenmutter, „Ich reise durch die Welt und studiere den ewigen Kreislauf des Lebens, Sterbens und des neuen Entstehens. Mutter Erde existiert, um das Gleichgewicht zu bewahren. Ihr Beitrag besteht in ihrem aktiven Wirken in der Welt, das sich durch die vielfältigen Früchte offenbart und über vielseitige Anwendungsmöglichkeiten nachzuvollziehen ist. Was wir aus diesen reichhaltigen Angeboten machen, das liegt alleine in dem Ermessensspielraum unserer Entscheidungen. Sie macht uns dies alles freizügig zum Geschenk, obwohl wir oft blind und taub durch die Welt laufen. Ich habe ihr zugehört und handle nach besten Wissen und Gewissen.“

Prior Gregor hieß der ältere Mönch also. Quina kam nicht umhin festzustellen, dass dieser Mann einen ganz sympathischen Eindruck machte. Die qualitative Güte des zwischenmenschlichen Miteinanders zeigte sich seiner Erfahrung nach oft in der Behandlung von Untergebenen. Der Prior schien die Arbeiter nicht als Gebrauchsgegenstand zu betrachten, der ersetzt wurde ging er kaputt. Als ganzheitlichen Menschen schien er ihn zu betrachten und so zollte er ihm den Respekt, den er auch verdiente. Nicht jeder Arbeitgeber ging gut mit seinen Arbeitern um, gestand ihnen Pausen zu oder offensichtliche Schwächen. Wer gut zur Arbeiterschaft war, der konnte so schlimm nicht sein. Quina beschloss, den Prior zu mögen und wollte ihn näher kennenlernen, ehe er sich zu einem abschließenden Urteil hinreißen ließ. Zudem war er ein Kräuterkundiger, ein Heiler noch dazu und der Name des Klosters hatte einen schönen Klang. Wenn jetzt noch einer der Arbeiter ein Liedchen anstimmte, so hätte sich Quina wohl für immer hier niedergelassen.

Er mochte den Prior zwar, doch er blieb auch vorsichtig. Einen Test also sollte er bestehen. Nun gut, das lag im Rahmen des Möglichen. So Mutter Erde es zuließ, würde er diese Prüfung in ihrem Namen bestehen. Sie hatte ihm alles beigebracht und sie hatte ihn hergeführt. Er brauchte keiner Menschenseele etwas zu beweisen und nichts lag im Argen. Sollte er versagen und durchfallen, so würde er seine Reise wieder aufnehmen, wissend, dass er noch viel zu lernen hatte und dies auf dem Weg auch nachholen wollte. Mutter Erde war immer weise und gerecht.

Kann ja nicht schaden, das Angebot anzunehmen, dachte Quina und folgte dem Prior den Hügel hinab. Andere hätten vielleicht hektisch in ihren Sachen gekramt und in ihren Unterlagen schnell noch die wichtigsten Passagen durchgelesen hoffend, dass sie davon einen Bruchteil behielten und rezitieren konnten. Nicht jedoch Quina, der ruhig abwarten wollte und gelassen dem Kommenden entgegensah. Doch die Zeit, die wollte er sinnvoll nutzen. Und so faltete er die Hände, als wollte er ein flauschiges Küken schützend warm halten, und bat Mutter Erde in einem stillen Gebet um Beistand.
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Erzähler Waldesleben

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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Sa Jun 02, 2018 11:05 pm

Gregor lächelte gütig, als er bemerkte, dass Quina anscheinend betete, unterbrach ihn aber nicht, auch da er genug Mühe hatte geführt zu werden.
So kam die Gruppe am Fuß des Hügels an, wo sie ein Haus betraten.
Das Haus war anscheinend eine Gemeinschaftsunterkunft für Soldaten, mit Gruppenschlafsälen, die nun am Tage aber leer waren.
Nur in einem Bett lag vor sich hindösend ein Soldat.

Gregor wurde an das Bett geführt, einer seiner Begleiter holte einen Stuhl, sodass er sich setzen konnte. So sprach Gregor zu dem Soldaten:
"Wie geht es dir heute? Ich habe hier ein anderes Gesicht für dich, er wird sich heute mal deine Füße angucken."

Womit sich Gregor an Quina wandte:
"Er hat die letzten Monate im Feld an der Grenze dieses Reiches verbracht. Einige Märsche in schlechten Stiefeln bei schlechtem Wetter gemacht. Seine Füße sind ganz wund und geschwollen. Dazu hat er Fieber bekommen."

Nach dieser Erklärung deckte einer von Gregors Begleitern die Decke des Soldaten hoch, sodass seine verbundenen Füße hervorkamen. Die Verbände waren bereits verschmutzt. Gregor erklärte weiter:
"Wie du sehen kannst ist es gerade wieder Zeit für die Visite. Könntest du bitte seine Füße versorgen?"
Mit schelmischen Blinzeln fügte er an:
"Als alter Mann ist man nicht mehr so gut dazu."

Gregors Begleiter besahen Quina mit einiger Skepsis.
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Quina



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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Jun 03, 2018 1:34 pm

Quina Semmelweis zog angewidert seine Nase kraus, als er die verdreckten Verbände erblickte. Wie oft wurden diese Stofffetzen eigentlich schon benutzt oder die eigentliche Frage war ja auch, ob diese überhaupt mal gewaschen wurden. Er war immer schon für bessere Hygienebedingungen eingetreten, wusste aber auch, dass er damit auf taube Ohren stieß. Schmutz war nicht gleich Schmutz, doch wenn unsaubere Verhältnisse auf sensible Wunden trafen, konnte sich eine gut gemeinte Heilung schon mal in das Gegenteil verkehren. Doch welcher Heilkundige wollte sich schon vorstellen, dass er zum Teil für die Leiden und Gebrechen seiner Schützlinge mitverantwortlich war. Bevor Quina mit der Behandlung begann, ließ er sich Wasser bringen und wusch seine eigenen Hände. Er verkaufte diese Handlung als rituelle Reinigung, die als Respektsbekundung an die heilige Mutter Erde gerichtet war, doch eigentlich hatte er sich dieses profane Vorgehen von erfolgreichen Dorfheilern abgeschaut, dessen Schützlinge die einfache Behandlung an sensiblen Körperstellen überlebt hatten, wohingegen die Sterberate unter jenen Patienten dann am höchsten war, wenn die Waschung der Hände vorher ausblieb.

Dann trat Quina an den Soldaten heran und stellte sich vor. Nach einem Lächeln und einigen Worten der Aufmunterung, begann er mit seiner Versorgung. Kurz zuvor hatte er sich noch rasch nach der Behandlung erkundigt, die der Visite vorausgegangen war. Die Antworten hörte er sich zwar an, doch sie waren im Grunde bedeutungslos, da eine Wechselwirkung mit seiner Komplementärmedizin auszuschließen war. Er ließ sich nicht anmerken, dass ihm die Kunde über das auftretende Fieber große Sorgen bereitete. Fehlende Wundreinigung und schlechte Versorgung hatten womöglich eine Sepsis entstehen lassen. Dies war ein schlechter Start in den Tag und die Ausgangssituation ließ ihn zweifelnd in die Zukunft blicken. Für einige Sekunden legte Quina dem Soldaten den Rücken seiner rechten Hand abwechselnd auf Hals, Wange sowie Stirn und erfühlte so den Temperaturunterschied. Er konnte tatsächlich eine erhöhte Temperatur ausmachen und wollte die Folgen der Wundheilungsstörung vermindern, ehe er sich den Füßen zuwendete.

„Ich beginne meine Behandlung immer gerne mit einer Knoblauchkur.“, sprach Quina in die Runde, „Denn Knoblauch gibt Leib und Seele Kraft. Reinigt, was verschmutzt ist und entgiftet, was infiziert ist."

Knoblauch trug zur Entgiftung des Körpers bei, reinigte das Blut und minderte Entzündungen in Folge einer Infektion. Quina holte seine Pastillendose hervor, ein altehrwürdiges Familienerbstück mit dem Wappen seiner Familie darauf, blickte hinein und pickte sich zielstrebig eine rötliche Pastille mit einem weißen Schimmer in der Mitte heraus. Die Pastille aus natürlichen Geliermitteln war nicht nur mit dem Extrakt des Multi-Heilers unter den Kräutern befüllt, sondern besaß auch noch einen Mantel aus Wacholder und einigen Tröpfchen von Zitrone. Als spritzige Mischung mit milder Süße war eine tiefe Reinigung garantiert und sollte zur Regeneration des gesamten Organismus beitragen. Wacholder trug auch noch zur biologischen Entgiftung bei und das war ja nie verkehrt, bei all den im Körper zirkulierenden Giftstoffen. Quina kramte kurz in seiner Tasche und holte einen klassischen Fiebertee hervor, den er schon als Kind auf der heimatliche Teeplantage zusammengemixt hatte und auf seiner Walz stets frisch und zubereitet bei sich trug: Der Hagebuttentee mit Holunder und Lindenblüte schonte den Körper, versorgte diesen mit heilsamen Vitaminen und wirkte in jedem Fall auch fiebersenkend. Kalt konnten Tees immer genossen werden, zu dieser Zeit an diesem Ort war die Gelegenheit für einen warmen Aufguss aber gegeben und auch ratsam. So waren die Anwesenden beschäftigt und der Soldat konnte die eigene Behandlung unterstützend vorantreiben. Die innere Versorgung war angeregt und doch vergebliche Liebesmüh, wurden Leiden und Gebrechen nicht auch einer äußerlichen Behandlung unterzogen. Um die Füße kümmerte sich Quina als nächstes.

Quina wusste nicht, ob die Wunden an den Füßen überhaupt mal gereinigt worden waren. Er verzichtete an dieser Stelle auf eine Schelte und verwies einfach in einer konstruktiven Erklärung darauf, dass eine regelmäßige Waschung nach jedem Verbandwechsel unabdingbar war. Denn die Reinigung der betroffenen Hautareale war der erste und beste Schritt, um den natürlichen Heilungsprozess von außen einzuleiten. Quina ließ sich erneut frisches Wasser bringen und kippte einige Tröpfchen der Tinkturen hinein, die er aus Johanniskraut und Arnika gewonnen hatte und ebenfalls Teil seiner mobilen Reiseapotheke waren. Beide Kräuter hatten sich als klassische Mittel der Wundbehandlung bewährt und versagten ihre Wirkung auch dann nicht, wenn schwierige Wundverhältnisse und schwerheilende Entzündungen auftraten. Die Reinigung der betroffenen Gebiete war primär nicht die einzige Wirkung, die Quina mit seinem Handeln bezwecken wollte, denn er trug durch die Waschung auch zur Schmerzlinderung, Entzündungshemmung, Abschwellung und Regenerationsförderung bei. Nach der Reinigung mittels eines großporigen und sauberen Luffa-Schwamms, trocknete Quina die sensiblen Hautbereiche mit einem Tuch ab und überprüfte diese auch auf gefährliche Fremdkörper.

„Ich würde mal annehmen, dass der enge Verband das ursprüngliche Problem noch verschlimmert hat. Bei Verletzungen dieser Art sollte die maximale Bewegungsfreiheit gewährleistet sein. Scheuernde Kleidung und raue Verbände verschlimmern die Symptome nur.“, gab Quina zu bedenken und verwies dabei auf die Tatsache, dass die Haut atmen und die Durchblutung gefördert werden sollte.

Wenigstens lag der Soldat bereits, dies ließ das Blut schneller zum Herzen zurückfließen und vermied so einen gewebeschädigenden Stau in den Gefäßen. Statt eines dauerhaften Verbandes, setzte Quina auf Kräuterwickel, die über eine halbe Woche angewendet und mehrmals täglich gewechselt werden sollten, bis die Beschwerden verschwunden waren. Doch dafür brauchte er Kräuter, die er nicht bei sich trug und eben besorgen wollte. In der Zwischenzeit delegierte er höflich eine Aufgabe an einen der Anwesenden: Unter Verwendung von Senföl oder Olivenöl sollten etwaige Flüssigkeiten im Gewebe durch eine sanfte Massage zum Abtransport bewegt, Knoten gelöst und die Durchblutung verbessert werden.

Quina indes hatte sich kurz nach draußen begeben und Kräuter gesucht, die nach Ansicht des freundlichen Priors hier reichhaltig wachsen sollten. Die Behauptung sollte sich als Wahrheit herausstellen und die heilige Mutter Erde beschenkte den hiesigen Lehen nicht nur mit einem fruchtbaren Boden, sondern auch noch mit den passenden Kräutern für sein Vorhaben. Vor allem Huflattich und Beinwell waren effiziente Heilmittel für die Leiden des Soldaten. Doch auch Spitzwegerich und Ringelblume kamen zum Einsatz. Auch hierfür benötigte Quina etwas Wasser, das er kochen ließ. Erst dann gab er die gesäuberten und aufbereiteten Bestandteile der Kräuter hinzu. Das Gemisch ließ er eine Weile stehen und saugte die Flüssigkeit dann mit einem dicken Tuch auf. Nach einem leichten Auswringen, legte Quina den Wickel auf die geschwollenen und schmerzenden  Hautpartien. Die schmutzigen Verbände hatte er übrigens, das ließ sich an dieser Stelle sagen, heimlich mitgenommen und entsorgt, damit sie nie wieder eingesetzt wurden.

„Doch all diese Behandlungen sind natürlich erst der Anfang!“, schloss Quina seine umfangreiche Versorgung, „Eine gesunde Ernährung sollte selbstverständlich sein. Der Patient benötigt bis auf weiteres strikte Bettruhe und wenn er kurz Austreten möchte, sollte er dies Barfuß erledigen. Ich rate zum dringenden Verzicht von Alkohol, der ja bekanntermaßen ein gewebeschädigendes Nervengift darstellt. Ebenso sollte auf fettige Speisen verzichtet werden, ich denke da vor allem an Schweinefleisch.“

Stattdessen verordnete Quina einen Ernährungsplan, der viel Obst, Gemüse und einen harntreibenden Tee beinhaltete. Letzterer sollte allerdings erst dann zweimal am Tag eingenommen werden, wenn das Fieber abgeklungen war. Bei seiner Kräutersuche war Quina auf eine der besten harntreibenden Pflanzen gestoßen und offenbarte das Zinnkraut, das er in ausreichender Menge gesammelt hatte und das als Tee etwaige Wassereinlagerungen im Körper reduzierte, die Durchblutung förderte und Schwellungen deutlich verringerte. Löwenzahn, Gänseblümchen und Petersilie waren zusammen mit viel Knoblauch eine sinnvolle Ergänzung zum täglichen Salat, den der Soldat künftig einmal täglich zu sich nahm.

Das Schuhwerk wollte Quina einer genauen Überprüfung unterziehen. Eventuell waren diese Übeltreter maßgeblich für die Erkrankung des Soldaten mitverantwortlich gewesen und sollten baldmöglichst gegen bequemere Alternativen ersetzt werden. Doch was wirklich die Ursache war, vermochte auch Quina erst dann abschließend zu sagen, wenn Mutter Erde über ihre gesegneten Spenden zur reichhaltigen Heilung animiert und die maßgeblichen Beschwerden gelindert hatte.
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Erzähler Waldesleben

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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Jun 03, 2018 2:27 pm

Sehr widerstrebend und erst auf ein Nicken des Priors hin folgten die drei anderen Mönche den Anweisungen Quina´s. Gregor saß die ganze Zeit am Bett des Soldaten und beobachtete ihn bei seiner Arbeit. Auch dem Ernährungsplan lauschte er still. Schließlich setzte er mit einem Lächeln an:
"Ein umfangreiches Programm, seit der gestrigen Visite. Du scheinst doch genug von deinem Werk zu verstehen! Bedenke ich wie wenig Kundige wir hier haben, wärst du uns wirklich sehr nützlich. Auch von der Botanik scheinst du zu wissen."

Schließlich tätschelte er den Kopf des Soldaten, wobei er fortfuhr:
"Und nun, da du hier schon zwei Patienten hast, wie wäre es wenn du hier vorläufig bleibst, uns hilfst die Kranken zu versorgen und unseren Garten im Kloster mit anzubauen? Du wärst uns bestimmt eine große Hilfe."
Die Begleiter von Gregor schienen immer noch skeptisch zu sein.
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Oswulf Marbrück

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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Jun 03, 2018 2:35 pm

In diese Szene platzte auf einmal ein junger Mann der, abgesehen von seinen Waffen am Gürtel, einen kleinen Schulterschild an seiner linken Schulter trug, aber ansonsten wie die Soldaten gekleidet war, die Quina hier im Ort bereits gesehen hatte.
Er schien nicht sehr verwundert zu sein die Gruppe am Bett des Soldaten zu sehen, lediglich die Anwesenheit Quina´s schien in ein wenig zu irritieren.
So trat er an die Gruppe heran und grüßte:
"Hochwürdiger Prior! Seid gegrüßt, ich hatte gerade Zeit und wollte mich vergewissern, dass mein Untergebener versorgt ist. Wie geht es Almar? Und wer ist das?"
Womit er auf Quina deutete.
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Erzähler Waldesleben

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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Jun 03, 2018 7:54 pm

Mit einem leicht ertappten "Ah!"
wandte sich der Prior auf seinem Stuhl dem Neuankömmling in der Runde zu.

"Sergeant Marbrück, eine Freude zu sehen, dass ihr trotz eurer Pflichten nach euren Untergebenen schaut. Es geht ihm den Umständen entsprechend, er braucht jedenfalls viel Ruhe. Heute wurde er von dem werten Medicus Semmelweis hier versorgt."
Womit er zu Quina deutete und ihm mit einem jugendlich schelmischen Funkeln in den Augen zu zwinkerte.

Schließlich fuhr er fort:
"Er hat uns bereits auf der Baustelle ein wenig ausgeholfen. Ich wollte wissen, was er noch so alles weiß und ob er hier vielleicht eine Hilfe sein kann. Und ich muss sagen, das ich recht zufrieden mit seinen Behandlungen bin. Ich hätte ihn gerne als Hilfe um die Menschen hier zu versorgen und unseren Garten anzulegen."

Hier wandte sich der Prior wieder an Quina:
"Dies ist Sergeant Oswulf Marbrück, er dient unserem Orden der Mutter Erde mit seinen Waffen hier in der Garnison. Er hat die Truppen außerhalb angeführt und ist der auch der Anführer des Wimpels, dem der Kranke angehört."

Nach kurzer Pause setzte der Prior nach:
"Ich war gerade dabei zu fragen, ob er bleiben will um uns bei diesen Dingen zu helfen."
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Quina



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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Mo Jun 04, 2018 7:51 pm

Quina ließ sich nicht zweimal bitten, im Lehen zu bleiben. Er hatte ein gutes Gefühl bei den Menschen und sie schienen der Mutter Erde auch wohlgefällig zu sein. Ein Umstand, den er in der letzten Zeit nicht an jedem Ort hatte erleben dürfen. Tatsächlich lag es nahe, bei zwei Patienten hier zu verweilen und sich um ihre Genesung zu kümmern. Fürs erste jedenfalls.

„Es ist mir eine Ehre, Sergeant Marbrück!“, erwiderte Quina mit einer leichten Verbeugung, als der Prior den hereingeplatzten Soldaten vorstellte, „Mutter Erde kann sich glücklich schätzen, dass solch ehrbare und tapfere Soldaten für sie einstehen. Möge ein jeder dem Gleichgewicht auf seine Weise dienen.“

Sorge bereitete Quina allerdings auch die Tatsache, dass die Begleiter vom Prior ihn immer noch sehr skeptisch betrachteten. War die Entscheidung des Priors richtig und war Quina überhaupt willkommen oder sollte er besser das Weite suchen, so lange dies noch unbeschadet ging.

„Gerne würde ich bleiben und aktiv in Eurem Lehen mithelfen, so gut mir dies möglich ist.“, fragte Quina vorsichtig, „Aber ist euer Angebot auch weise? Nicht jeder wird mit eurer Entscheidung einverstanden sein, mich einen einfachen Fremden einfach so aufzunehmen und als Medicus arbeiten zu lassen.“

Quina mied die Blicke derer, die ihn eben noch skeptisch anblickten, um sie nicht zu verraten. Das wäre bestimmt kein guter Anfang geworden, denn er musste mit ihnen auch kollegial auskommen.

„Wenn ihr wollt, so lege ich öffentlich einen Eid ab und schwöre dem Lehen meine Treue!“, schlug Quina vor, „So lange nichts in diesem Lehen meinem Eid als Medicus, den ich der Mutter Erde einst schwor, zuwiderläuft, werde ich eure Lieder singen, hart arbeiten und mich eures Vertrauens jeden Tag aufs Neue würdig erweisen!“
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Erzähler Waldesleben

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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Mo Jun 04, 2018 8:20 pm

Nachsichtig fragte der Prior nach:
"Stellst du die Weisheit meiner Entscheidung in Frage?"
Um danach mit Seitenblick auf seine Begleiter zu werfen, die sich beeilten eine neutrale Miene aufzusetzen.
Der Prior schien eine kleine Weile zu überlegen, nickte schließlich.

"Ich will deine Hilfe hier wissen! Jedoch liegt es auch nicht allein bei mir das zu entscheiden, ich bin ja nicht der Herr hier in Waldesleben und auch das Kloster ist gestiftet. Wir müssen noch die Erlaubnis des werten Bruder Marbrück, der hier als Vogt sitzt, einholen. Vor ihm solltest du deinen Vorschlag wiederholen, einen Eid zu leisten, ich denke dass ihn das erfreuen würde."

Kurz wendete sich der Prior an den Sergeanten Marbrück:
"Bitte, werter Sergeant, wisst ihr wo sich der Vogt gerade aufhält, ich habe ihn heute noch nicht gesehen. Und könntet ihr den werten Medicus zu ihm führen?"

Gütig lächelte der Prior:
"Geh zum Vogt und sei dir meiner Empfehlung vor dem Vogt versichert!"
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Oswulf Marbrück

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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Mo Jun 04, 2018 8:30 pm

Erleichtert hörte Oswulf, dass es seinem Untergebenen zumindest nicht schlechter ging.

Quina betrachtete er mit einer Mischung aus Dankbarkeit und Vorsicht. Er beeilte sich dem Prior zu antworten:
"Ja, ich habe den Vogt gerade mit dem Syndikus auf dem Marktplatz gesehen. Ich kann den Medicus zu ihm begleiten, wenn ihr es wünscht."

Womit Oswulf eine kleine Verbeugung vollführt, sich umdrehte und Quina wortlos mit einem kleinen Wink einlud ihm zu folgen.
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Quina



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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Mi Jun 06, 2018 8:15 pm

„Klugheit betrachtet die Wege zur Glückseligkeit, Weisheit aber betrachtet den Inbegriff der Glückseligkeit selbst!“, zitierte Quina rasch eine kleine Redewendung seiner Großmutter, um den ehrenwerten Prior mit den Wiederworten nicht allzu stark zu verärgern, „Das Recht, eure Entscheidungen anzuzweifeln, steht mir natürlich nicht zu. Ich wollte Euch lediglich auf die vorsichtigen Zweifel an meiner Person aufmerksam machen. Wie könnten wir wahrhaftige Entscheidungen treffen oder zum richtigen Glauben gelangen, wenn wir die Richtigkeit unseres Schaffens durch stete Zweifel nicht jederzeit hinterfragten?“

Quina verneigte sich lächelnd, als der Prior seine Entscheidung kurz überdachte und an der Richtigkeit seines Denkens festhielt. Immerhin ging der Mann mit Bedacht durchs Leben und war kein wankelmütiger Tyrann, bei dem keiner wusste, woran er gerade war. Das Auftreten und die Art des Priors, wie er redete und handelte, faszinierte Quina und er wollte sich des Vertrauens als würdig erweisen. Gleichzeitig fragte sich Quina aber auch, ob der werte Bruder Marbrück wohl vom gleichen Schlage war und ebenfalls so schnell zu überzeugen war, wie Quina dies bereits bei einem Teil der lokalen Leitung geschafft hatte. Ob er wohl auch eine Prüfung zu bestehen hatte und war diese Prüfung genau so leicht, wie die heilkundliche Prüfung eben, die, mit dem Segen der Mutter Erde selbstverständlich, eigentlich kinderleicht war und fast schon als trivial zu werten war? Warum nur nagte an Quina die Befürchtung, dass der schwierige Teil erst noch kam?

Der junge Medicus aus der Fremde bedankte sich beim ehrenwerten Prior und folgte Sergeant Marbrück. Die Namensähnlichkeit zwischen dem Vogt und dem Soldaten war Quina gleich aufgefallen und er fragte sich, ob die beiden wohl miteinander verwandt waren. Dies kam einer interessanten Konstellation gleich, denn seine eigene Familie war in der Heimat verblieben um dort ihren Geschäften zu frönen und kamen zwar auch auf die Idee, Handelsreisen anzustreben, doch wirklich lange blieben sie nicht an einem Ort. Quina war wohl seit langer Zeit der erste Semmelweis, der nicht nur seine Heimat dauerhaft verlassen hatte, sondern auch noch dem Kaufmannsleben gänzlich entsagt hatte. Er wusste, dass es dumm war, doch die Vorstellung, dass ganze Familien nach Mythodea ausgewandert sein könnten, um sich hier gemeinsam ein neues Leben aufzubauen, erfüllte ihm mit Trauer und auch etwas Neid.

„Sagt, Sergeant Marbrück, seid ihr mit dem ehrenwerten Bruder Marbrück verwandt?“, fragte Quina um ein höfliches Gespräch zu beginnen, doch eigentlich brannte ihm eine andere Frage auf der Seele, „Aus welchem Holz ist der Vogt wohl geschnitzt? Bestimmt könnt ihr über mannigfaltige Begegnungen künden, die mir Aufschluss darüber geben könnten, wie ich wohl am besten seine Gunst gewinne.“

Die Vorsicht, mit der dieser Soldat ihn vorhin bedacht hatte, nahm Quina zwar zur Kenntnis, stufte dies aber als völlig normal ein. Er war eben ein Fremder und als solcher könnte er eine potentielle Bedrohung darstellen. Bis er sich als ein vollständig vertrauenserweckender Geselle entpuppte, den kein Bewohner des Lehens zu fürchten und kein Soldat zu hassen brauchte. Vorsicht war immer noch besser als Nachsicht und auch gar nicht mit der Skepsis  zu vergleichen, die ihm durch die Untergebenen des Priors entgegengeschlagen war.

Immer wieder bedachte Quina den Soldaten mit kleinen Seitenblicken, doch nichts ließ darauf schließen, an wie vielen Schlachten dieser wohl schon teilgenommen und mit wie vielen Narben er daraus hervorgegangen war. Die tiefsten Narben lagen wohl auch im Inneren begraben. Rein äußerlich machte dieser Krieger einen zähen und imposanten Eindruck. Er glich fast einem tosenden Bergriesen, der sich jederzeit von einem Berggipfel hinab ins Tal begeben konnte, um mit der tosenden Gischt einer Flutwelle seine Feinde einfach fortzuspülen, um sich dann stehenden Fußes umzudrehen und an einem zarten Gänseblümchen zu schnuppern, ohne dieses zu zerquetschen.
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Oswulf Marbrück

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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Mi Jun 06, 2018 9:35 pm

Oswulf warf einen kurzen Seitenblick auf Quina, um abweisend zu sagen:
"Es geht euch nichts an, in welchem Verhältnis ich zu dem ehrenwerten Vogt stehe! Auch wenn ihr meinem Untergebenden geholfen habt. Ich kenne euch nicht."

Bei der zweiten Frage Quinas blieb Oswulf abrupt stehen, drehte sich zu ihm um, um ihn von Scheitel bis zur Sohle noch einmal genau zu mustern. Schließlich zog er die Augenbrauen hoch und ging langsam weiter:
"Nun, da ihr heute anscheinend bereits mehrmals hier geholfen habt, will ich nachsichtig sein und euch ein paar Hinweise geben. Der Vogt legt wert auf Form und Höflichkeit, darauf solltet ihr achten. Fallt dabei aber nicht in die Kriecherei, das ist ekelhaft mit anzusehen und wird euch auch nicht sehr weit bringen. Seid ehrlich und gescheit."

Mit einem neuen Seitenblick ließ Oswulf Quina auch nicht mehr aus den Augen und fügte hinzu:
"Außerdem werdet ihr erst einmal 5 Fuß Abstand halten. Ihr seid doch kein Magier?"
Sein Blick wirkte jetzt besonders vorsichtig.

So führte Oswulf Quina aus dem Haus heraus und wieder auf den Marktplatz, wo ein Herr, der von 3 Mönchen umringt war, auffiel. Auf diesen hielt Oswulf zu, ohne Quina ganz aus den Augen zu lassen.
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Friedhelm
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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Do Jun 07, 2018 9:51 am

Als die beiden näher an die Gruppe herantraten konnten die beiden hören, worüber einer der Mönche gerade sprach:
"...dies würde nicht nur die Infrastruktur des Reiches stärken und dem Lehen zur Ehre gereichen. Es würde auch unsere Entwicklung sehr voranbringen."

Als der Sprecher jedoch sah, wie Oswulf und Quina näher traten, verstummte er und machte mit einer Handbewegung den Herren, mit dem er gesprochen hatte auf die beiden aufmerksam, die sich ihnen näherten. Er schien Oswulf zu erkennen, blickte Quina nur fragend entgegen.
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Quina



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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Do Jun 07, 2018 8:27 pm

„Verzeiht, Sergeant!“, beeilte sich Quina rasch zu sagen und sah betreten zur Seite, „Ich wollte nicht unhöflich sein. Ich stieß auf die Ähnlichkeit der Namen und gab meiner unziemlichen Neugier nach. Nicht jeder hat das Vergnügen, mitsamt seiner Familie durch fremde Länder zu reisen und allerhand Erfahrungen zu machen. Aber ihr habt sicherlich Recht, es geht mich nichts an.“

Ganz schön unfreundlicher Patron, dachte sich Quina. Vielleicht hatte er ja auch einen wunden Punkt getroffen. Ob der Soldat wohl im Schatten seines älteres Bruders oder Onkels stand und immer wieder mit ihm verglichen wurde? Oft war es eine Bürde, mehr Fluch als Segen, wenn Familien um die gleichen Güter wetteiferten und ein Familienmitglied erfolgreicher war, als man selbst. Egal wie sich der Zweite auch anstrengte, an den Ruhm des Ersten würde er nie heranreichen. Vielleicht hatte dieser Umstand den Soldaten so verbittert und mürrisch werden lassen. Natürlich hätte Quina ihm etwas gegen innere Disharmonien verschreiben können, die in diesem Mann mannigfaltig zu stecken schienen, aber er wollte die Situation nicht noch schlimmer machen, als sie ohnehin schon war. Verarzten konnte er den Soldaten auch später noch, wenn sich die Gelegenheit ergab.

„Eure Nachsicht ehrt Euch.“, erwiderte Quina dankbar auf die Tipps des Soldaten hin, „Ehrlich bekomme ich hin. In Gescheitheit werde ich mich üben, so Mutter Erde mich lässt. Vom Kriechen habe ich nie viel gehalten, das überließ ich stets den bodennahen Tierchen, die darin geübt sind. Aus gutem Grund wurde uns der aufrechte Gang und ein Rückgrat gegeben, beides will klug genutzt werden.“

Quina erklärte dem Soldaten, dass er bei seinen Reisen gelernt hatte, sich lieber vorher über die Eigenheiten der Gesprächspartner zu erkundigen, als das Nachsehen zu haben. Einmal wurde er aus einem Dorf geworfen, weil er beim Spreizen von Zeige- und Mittelfinger den Handrücken zum Gegenüber gewandt hatte, was als schwere Beleidigung aufgefasst wurde. Ein anderes Mal wäre er fast auf dem Scheiterhaufen gelandet, weil er seine Fußsohle in Richtung eines Götzenbildnisses neigte und die lokale Gottheit damit beleidigt hatte. Und dann gab es da noch einen kleinwüchsigen Stammeshäuptling mit großer Nase, der empfindlich auf jegliche Größenverhältnisse und Andeutungen hinsichtlich des Riechkolbens reagierte, was die Kommunikation sichtlich erschwerte. Da hatte Quina gelernt, dass einmal zu oft im Vorfelde zu fragen besser war, als aufgrund von Unkenntnis über die lokalen Eigenheiten einen diplomatischen Zwischenfall zu riskieren.

„Ein Magier?“, wiederholte Quina schließlich die Worte des Soldaten mit einem Ausdruck des Ekels auf dem Gesicht, „Mir scheint, dass ihr die ehrenwerte Berufung des Medicus mit dem niederen Amt des Magus verwechselt. Mit Magie und sämtlicher Scharlatanerie, die damit einhergeht, habe ich ebenso wenig zu schaffen, wie ihr mit der Nekromantie! Magier sind gefährliche Subjekte, die mit Energien spielen, die sie nicht verstehen und mehr Schaden mit ihrem Wirken anrichten, als das sie wirklich von Nutzen wären. Als Medicus achte ich das Gleichgewicht der Natur und nehme mir am Wirken von Mutter Erde ein Beispiel, um all den Menschen in der Welt Heilung und Trost zu spenden im Angesicht von Schmerz und Leid. Kein Magier kann von sich behaupten, dass er Helfen, Heilen und Bewahren zu seinen Kernkompetenzen zählt. Das Gegenteil ist oft der Fall.“

Quina blieb abrupt stehen und blickte unsicher zum Soldaten zurück.

„Ihr habt doch mit Nekromantie nichts zu schaffen?“, wollte er sich vergewissern, sonst hätte das eben Gesagte keinen Sinn ergeben und er hätte sich fälschlicherweise selbst als Magier bezichtigt.

Laut zählte Quina die fünf Fuß, die er auf Abstand gehen sollte und war bei der Abmessung äußerst genau. Vielleicht konnte er dem Soldaten ja dadurch etwas imponieren. Als sie den Marktplatz erreichten, steuerten sie eine kleine Gruppe an, die über Fortschritt und Entwicklung des Lehens fachsimpelten. Ein Thema, worüber Quina nichts zu sagen vermochte und darum zog er es vor zu schweigen. Als der Soldat erkannt und begrüßt wurde, Quina aber nicht und der Soldat unhöflicherweise auch keine Anstalten machte, ihn vorzustellen, ergriff Quina einfach selbst die Initiative.

„Seid gegrüßt!“, sprach Quina nickend in die Runde, „Ich bin Quina Semmelweis, freier Medicus auf der Walz. Der ehrenwerte Prior Gregor sandte mich soeben aus, um den Vogt Bruder Marbrück aufzusuchen und ihm eine Erlaubnis zu entlocken.“

Noch immer hielt er den Abstand ein, den ihn der Soldat aufgetragen hatte einzuhalten.
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Oswulf Marbrück

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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Do Jun 07, 2018 9:32 pm

Oswulf sah Quina ein wenig befremdet an, sagte aber nichts weiter.
Er wirkte aber auf jeden Fall beruhigter, als Quina sagte, dass er kein Magier sei. Er behielt ihn trotzdem im Auge.
Auf die Nachfrage antwortete er noch:
"Nekromantie ist das übelste Verbrechen an der Mutter Erde! Nicht einen Fuß soll ein Nekromant in unser Land setzen!"

Als sich die beiden die Gruppe erreichten, wartete Oswulf ab. Als Quina zu sprechen anfing, versuchte er ihn durch ein Räuspern verbunden mit einem schiefen Blick zum Schweigen zu bringen, was ihm jedoch misslang.
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Friedhelm
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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Do Jun 07, 2018 9:48 pm

Der Mönch der gesprochen hatte zog die Augenbrauen hoch.
"Sergeant, ihr bringt uns hier einen äußerst außergewöhnlichen Zeitgenossen."

Womit er sich wieder an Quina wandte und auf den Herren deutete mit dem er gesprochen hatte. Belehrend setzte er an:
"Ihr steht vor dem edlen Vogt von Waldesleben, Toman Marbrück."
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Toman Marbrück
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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Do Jun 07, 2018 9:59 pm

Etwas verdutzt ob der rüden Unterbrechung seiner Unterhaltung wandte sich der Herr noch einmal an den Mönch, mit dem er über die Lehensentwicklung gesprochen hatte.
"Danke Bruder Friedhelm, wir sprechen ein anderes Mal weiter über die Umsetzung dieses Plans. Und vergesst bitte nicht, mich über unsere neuen Nachbarn auf dem Laufenden zu halten"

An die beiden Neuankömmlinge gerichtet sprach Toman:
"Die Mutter Erde und die Elemente mit euch. Sag Oswulf, wen bringst du mir da? Und wie geht es Almar?"

_________________
Priester der Mutter Erde
Feldkanzler seiner Exzellenz
Vogt von Waldesleben
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Oswulf Marbrück

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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Do Jun 07, 2018 10:17 pm

Mit Seitenblick auf Quina setzte Oswulf an:
"Bitte, entschuldigt Bruder für Störung. In der Tat bringe ich hier vom Prior den Medicus Quina Semmelweis. Er hat dem Prior heute geholfen Almar zu versorgen. Deshalb würde der Prior ihn gerne hier behalten. Der Prior hätte gerne noch mehr helfende Hände."

Nach kurzer Pause ergänzte Oswulf:
"Der Medicus soll sich wohl gut auf die Kräuterkunde verstehen."
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Im Dorf - Eichheim
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