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 Im Dorf - Eichheim

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Toman Marbrück
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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Do Jun 07, 2018 10:26 pm

Interessiert blickte Toman von Oswulf zu Quina
"Ein Medicus? Das hört man gerne. Und dann noch mit einer Empfehlung unseres ehrwürdigen Priors."

An Quina gerichtet fuhr er fort:
"Sagt, Quina Semmelweis, woher habt Ihr das Wissen um die Geschenke, die uns unsere Mutter zur Verfügung stellt?"

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Quina



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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Sa Jun 09, 2018 2:35 pm

Es beruhigte Quina ungemein, dass Nekromantie im Lehen verboten war. Er hatte zwar noch nie einen Nekromanten getroffen oder war mit seinem üblen Werk konfrontiert worden, doch er hatte von diesen üblen Zeitgenossen schon viel gehört, meistens nur schlechte Nachrichten. Vielleicht waren sie besser, als ihr Ruf, doch Nekromantie war ebenso wie Magie völlig unnatürlich und sollte besser gleich im Keim erstickt werden. Wo war überhaupt der Unterschied zwischen Magie und Nekromantie? Beides war ein Verbrechen an Mutter Erde. Vielleicht war der Unterschied zwischen Nekromantie und Magie der Gleiche, wie zwischen Mord und Notwehr. Doch Quina konnte den Soldaten nicht mehr fragen, als sie eine neue Gruppe erreichten und sich die Situation verselbstständigte. Quina merkte nicht, dass der Soldat ihn zum Schweigen bringen wollte und eigentlich war es ihm auch egal. Er hatte nie viel Geduld besessen, mit einer der Gründe einen Warmauszug statt eines Kaltauszuges von Kräutern zu machen, redete meistens drauf los, wenn sich die Situation ergab. Wozu also warten, wenn man schnell und direkt auch so ans Ziel kam?

Was war denn so ungewöhnlich an mir, dachte sich Quina, als der Mönch die Augenbrauen hochzog, den Soldaten ansprach und dann endlich den Vogt vorstellte. Das ganze erschien ihm viel zu bürokratisch. Hätte er erst ein buntes Schmetterlingsformular ausfüllen sollen, um den Passierschein A 38 zu erwerben, der ihm Rederecht vor dem Vogt gab? Man konnte es auch übertreiben, fand Quina, denn der Vogt kochte seinen Tee bestimmt auch nur mit heißem Wasser.

Der Vogt, für seinen Edelmut wohl hinlängst bekannt, ignorierte ihn fürs erste und sprach zuerst mit dem Soldaten. So viel höfisches Gebaren langweilte Quina und er ging in Gedanken noch einmal rasch die Teesorten und ihre Zubereitungsmöglichkeiten durch, die er bisher kannte. Erst kürzlich war er auf ein seltenes Kraut gestoßen, dass eine blaue Teefärbung verursachte. Er hatte in seinem kurzen Leben schon mannigfaltige Tees gesehen und gebraut, doch diese Art war ihm noch nicht untergekommen. Seine Familie hätte daraus bestimmt einen neuen Verkaufsschlager mit großer Marketingaktion kreiert, doch Quina interessierte sich mehr für die Wirkung und die etwaigen Nebenwirkungen. Ob die Blaufärbung etwas zu bedeuten hatte? War so ein Tee überhaupt gesund? Er nahm sich vor, seine Fragen anhand von Experimenten und kleineren Studien zu überprüfen, ehe er den Blautee in sein Repertoire aufnahm.

Schließlich stellte der Soldat ihn vor und der Vogt nahm endlich auch mal Notiz von ihm. Er sprach ihn sogar an.

„Ich bin auf einer Teeplantage aufgewachsen!“, erklärte Quina, als sich der Vogt nach der Herkunft seines Wissens erkundigte, „Ihr kennt sicherlich die vielfältigen Marken der Semmelweis Tee-Korporation. So haben mich einige Grundlagen bereits seit frühester Kindheit entscheidend geprägt, doch ich konnte niemals heilkundlich darauf aufbauen und Medizin studieren. Doch ich fühlte mich dazu berufen, das reichhaltige Erbe von Mutter Erde zum Wohle der Allgemeinheit zu nutzen. Ich begab mich eigenständig auf die Walz, erforschte die Wirksamkeit von Wildpflanzen oder Nutzpflanzen und suchte nach adäquaten Methoden der heilkundlichen Umsetzung. Ich hatte auf dem Weg bis zu Eurem Lehen viele Lehrer und nahm mir auch oft ein Beispiel an Mutter Erde selbst. Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie viel wir von ihrem Farbenspiel im Wind lernen können, wenn wir nur einen kurzen Moment inne halten und mit offenen Augen und Ohren durch ihre Welt wandern. Es mangelt ja leider vielen Menschen an konzentrierter Achtsamkeit oder neugieriger Aufgeschlossenheit für alles, was sie umgibt oder noch vor ihnen liegt.“
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Toman Marbrück
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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Sa Jun 09, 2018 6:56 pm

Aufmerksam lauschte Toman den Ausführungen des jungen Medicus, der da vor ihm stand. Schwere Zeiten hatte sein Lehen erlitten und noch schwerere lagen noch vor ihm, wenn er die Zeichen der letzten Zeit richtig deutete. Ein Medicus, der eine eventuelle Epidemie in Eichheim aufhalten, oder gar im Keim ersticken könnte, war da Gold wert.
Aber konnte jemand, der sein Wissen zusammengesammelt hatte, ausreichend helfen? Einige im Dorf, vor allem die alten, waren im Winter an Schwindsucht gestorben. Mal sehen, wie dieser Quina das behandeln würde.

Also sprach Toman: "Die Mutter Erde scheint Euch reich gesegnet zu haben Quina Semmelweis. Und das, was Ihr auf eurer Walz erlebt und gelernt hat ist wahrscheinlich mehr wert, als jedes Studium. Denn Ihr bekamt das Wissen von der großen Mutter selbst. Konntet Ihr auf Eurer langen Reise heraus finden, was man gegen die Schwindsucht unternehmen kann? Besonders im Winter greift sie doch rasch um sich."

Abwartend sah Toman den jungen Mann an und nahm einen Gebetskranz zur Hand, an welchem er die einzelnen Perlen durch die Finger laufen ließ.

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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Jun 10, 2018 10:33 am

„Knoblauch!“, entfuhr es Quina abrupt.

Quina sah zwischen Soldat und Vogt hin und her, die vermutlich bei seinem spontanen Ausruf verdutzt zurücksahen. Bevor sie ihn unterbrechen konnten, rezitierte er eine alte Redewendung, die er stets praxisnah umzusetzen pflegte: „Gibt Leib und Seele Kraft und fügt zusammen, was entzwei ist. Außerdem stärkt er, was zu schwach ist. Schwere Krankheiten würde ich stets mit einer Knoblauchkur beginnend medizinisch behandeln, denn die Wirkstoffe dieser Gewürzpflanze scheinen in direkter Linie mit der Lebensessenz von Mutter Erde selbst zu stammen!“

Dann verstummte Quina kurz und nahm sich die Zeit, um über die Frage nachzudenken. Er sah, wie Toman einen Gebetskranz zur Hand nahm und die einzelnen Perlen durch die Finger laufen ließ. Stille schien sich über ihren Platz zu senken und nur das Klicken der Perlen war zu hören. Toman hatte ihm keine leichte Aufgabe gestellt und er wusste das genau. Zumindest, wenn man auf dem Stand der hippokratischen Schriften und derer Galens stehen geblieben war und niemals über den eigenen Tellerrand hinaus sah. Doch Quina hatte sich nicht auf die Walz begeben, um nach starren Mustern zu suchen, die er immer und überall zitieren konnte. Er wollte alles in Erfahrung bringen und Mutter Erde jedes noch so kleine Geheimnis entlocken, das auch nur ansatzweise in der Lage war, Leiden und Gebrechen zu kurieren, wozu Schwindsucht definitiv zählte.

„Nun…“, fuhr Quina schließlich fort.

Er kramte kurz in seiner Tasche und holte ein in braunes Leder eingeschlagenes Buch hervor. Darin bewahrte er Rezepturen und schematische Darstellungen von Kräutern auf, schrieb darin Dossiers über Leiden nieder und wie sie kuriert werden konnten, verschriftlichte seine Erfahrungen und Beobachtungen, die er zuvor in einer mobileren Variante notiert hatte. Wenn Mutter Erde es zuließ, so würde dieses Buch eines Tages zur Standardliteratur der Medizin werden und falls nicht, so sollte das Buch in den Händen einer Person landen, die damit etwas anzufangen wusste.

„…Schwindsucht wird oft viel zu spät erkannt und ist nur deshalb fast immer tödlich, weil die anfänglichen Symptome denen der Influenza und anderen Erkrankungen recht ähnlich sind. Entzündungen der Atemwege mit Husten und Niesen, Fieber und Appetitlosigkeit sind für sich genommen keine Seltenheit. In Kombination mit nächtlichen Schweißausbrüchen, blutigem Auswurf, Brustschmerzen und vergrößerten Lymphknoten besteht aber erhöhter Handlungsbedarf. Ich hatte letzten Winter die Gelegenheit, einem versierten Heiler beim Kurieren von Schwindsuchtfällen assistieren zu dürfen und habe mir sogleich auch die Rezepturen notiert.“, murmelte Quina rasch und ohne von seinen Aufzeichnungen aufzusehen.

Quina blätterte kurz in seinem Buch und während er dies tat, sprach er schon über Rezepturen, die er auch ohne Schriftgut in Erinnerung hatte: „Hinsichtlich der Knoblauchkur empfehle ich einen halben Liter Wasser, 200 g Zucker, ein halbes Kilo Zwiebeln, etwas geriebenen Ingwer und drei zerstoßene Knoblauchzehen. Dies aber auch nur, wenn die Vorräte reichhaltig vorhanden sind. Meine sparsame Variante hingegen besteht aus zehn Knoblauchzehen, drei Thymianzweigen und etwas Olivenöl. So werden die Lungen gepflegt, geschützt und heilsam gereinigt.“

Der junge Medicus holte kurz Luft, als er die besagte Stelle in seinem Buch endlich erreicht hatte und trat rasch an die Seite des Vogts. Er vergaß dabei völlig, dass er ja fünf Schritte Abstand halten sollte und es erschien ihm im Nachhinein zu unbedarft, mit einem argwöhnischen Soldaten in der Nähe so eine unziemliche Geste zu vollziehen, aber die Leidenschaft des Heilens entbrannte in ihm und so fuhr er unbeirrt fort.

„Seht Ihr hier diese Teemischungen? Sie entgiften, schwemmen schädliche Abfallstoffe aus dem Körper und stärken das Immunsystem! 15 g Engelsüß, 10 g Hohlzahn, 5 g Kerbelkraut und 5 g Johanniskraut oder 25 g Vogelknöterich, 200 g Zinnkraut und 250 g Lungenkraut oder gar die schleimlösende Variante mit 10 g Bockshornklee, 10 g Vogelknöterich, 10 g Zinnkraut, 20 g Lungenkraut und 15 g Königskerze. Salbei ginge auch, aber mir sind die Nebenwirkungen zu suspekt. Jedenfalls sollten diese Teemischungen dreimal täglich über einen Zeitraum von 14 Tagen eingenommen werden und die Wirkung setzt garantiert ein. Dazu hilft auch Rosmarin in Milch gekocht und mit Honig garniert. Der gleiche Heiler hat mich seinerzeit in der Kunst des Honigsammelns unterrichtet, wenn weit und breit nur wilde Honigvölker vorhanden sind.“, erklärte Quina aufgeregt, mit seinem Finger immer wieder über die Seite fahrend und die Zutatenliste abhakend.

Abrupt klappte Quina das Buch wieder zusammen und tippelte wieder auf Abstand. Für die restlichen Arzneien brauchte er seine Unterlagen nicht mehr. Er hatte diese Standardprozeduren schon viele Male gesehen, gehört und verwendet.

„Dreimal täglich sollten etwa 50 Tropfen einer Andorn/Beifuss-Tinktur eingenommen werden, ihr kennt diese Behandlung sicherlich auch gegen Lungenentzündungen. Ich empfehle ferner eine tägliche Inhalation von ätherischen Ölen. Das wird nicht nur den Heilprozess unterstützen, sondern wirkt auch entzündungshemmend und entkrampfend auf die Atemwege. Inhaliert werden sollten Zypressen, Eukalyptus, Efeu, Myrte und Thymian – am besten zusammen konsumiert, aber getrennt ist auch in Ordnung. Kamille als Salbe könnte einmal täglich in einer breiten Schicht auf die Brust aufgetragen werden.“, erklärte Quina und versuchte zu ergründen, ob die Reaktion seines Gegenübers nun als positiv oder negativ zu werten war, da er ja selbst kaum den Wissensstand des Vogtes erahnen konnte.

Schließlich endete der Medicus mit einem generellen Ernährungsplan, der Kranken und Gesunden helfen konnte: „Doch bedenkt, dass diese Mittelchen mit der richtigen Ernährung stehen und fallen. Darum empfehle ich für den Winter einen vollständigen Verzicht von Alkohol und stark fetthaltigem roten Fleisch für alle als Prävention und setze mehr auf eine nährstoffreiche Ernährung. Viel trinken ist natürlich oberste Pflicht und dann machen Säfte aus Orangen und Minze mehr Sinn. Bedenkenlos konsumiert werden können Tomaten, Bananen, Erdbeeren, grünblättriges Gemüse wie Spinat und Grünkohl, Salate am besten mit Essig versehen, reichhaltige Vollkornprodukte sowie zwei Walnüsse pro Tag.“
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Toman Marbrück
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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Jun 10, 2018 12:16 pm

Verdutzt hielt Toman mit dem Spiel der Perlen inne, als Quina laut "Knoblauch" entfuhr.

Knoblauch sollte kein Problem darstellen. Ich denke, diese Pflanze werdet Ihr im Klostergarten finden. Auch Zwiebeln haben wir zu Genüge."

Als Quina auf ihn zukam, gab Toman Oswulf durch ein kleines Handzeichen zu verstehen, dass er nicht einzuschreiten brauchte. Von dem jungen Medicus schien keine Gefahr auszugehen.

"Ihr beschreibt sie Symptome der Schwindsucht sehr gut. Und was die heilsame Wirkung von Honig angeht, sprecht Ihr auch die Wahrheit. Aus diesem Grund ist Bruder Antonius, oben im Kloster, gerade dabei Bienenkörbe zu flechten."

Kurz überlegte Toman bevor er sprach.

"Einige der Kräuter, die ihr aufgezählt habt, kenne auch ich. Wobei sich meine Ausbildung eher darauf bezog Andachten zu leiten und eine Gemeinde zu führen. Um auf Euren Ernährungsplan zu sprechen zu kommen..."

Man sah Toman an, dass er mit diesem Plan haderte...

"Nun...der Plan klingt äußerst abstrus...wir leben hier im Norden des Reiches. Die Winter sind hart und kalt. Man findet kaum noch genug Futter für das Vieh, wenn man im Frühjahr und Herbst nicht genug Heu einlagert. Ganz zu schweigen von anderem Gemüse. Es würde auf den Feldern verfaulen. Das einzige, was dem noch nahe kommt, sind eingelagerte Äpfel. Getreide bringt auch viele gut über den Winter. Grünkohl werden wir dieses Jahr zum ersten Mal ausbringen. Auch Walnüsse werden sich bestimmt im Wald finden lassen. Aber viele der Früchte, die Ihr genannt habt, wachsen nur weit im Süden des Reiches. Sie müssten erst einen weiten Weg hierher zurück legen.
Und der Alkohol...der Alkohol...den werdet Ihr wohl auch kaum aus den Köpfen der Leute streichen können..."


Mit einem kleinen Lächeln fügte er noch hinzu

"Vor allem nicht, seit unsere Mönche ihr eigenes Bier brauen"

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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Jun 10, 2018 1:22 pm

„Die Mönche brauen Bier?“, wiederholte Quina staunend und mit leicht angewiderter Miene, „Verzeiht meine Impertinenz, aber mir drängt sich die Frage auf, warum bei Mutter Erde ihr ausgerechnet ein Gesöff zulasst, dass so schädlich auf den Organismus einwirkt, wie pures Nervengift in seiner reinsten Form!“

Quina wusste zu berichten, dass Bier vielerorts nicht nur das Entstehen von Unfällen beschleunigte, sondern auch noch aufgrund seiner Schädlichkeit für die Gesundheit  in vielen Reichen verboten oder streng limitiert wurde. Apfelwein oder Traubensaft war in der Regel viel gesünder und die Quellen dieser Köstlichkeiten konnten überdies noch viel besser zur medizinischen Heilkunde genutzt werden, als die Bestandteile des Bieres. Bier schwächte den Körper und machte ihn anfälliger für Krankheiten. Doch er wusste auch, dass er damit auf taube Ohren stieß.

„Nun, ich kenne viele Rezepturen, die auch mit Äpfeln funktionieren würden.“, erwiderte Quina auf die skeptische Reaktion des Vogts hinsichtlich des Ernährungsplanes, „Und doch solltet Ihr schnellstmöglich Handelswege oder Wege der Kultivierung von Südfrüchten finden, wenn Ihr im nächsten Winter nicht erneut vor dem gleichen Dilemma stehen wollt. Ich könnte euch auch vorschlagen, dass ich im Herbst gen Süden aufbreche und dort die Pastillierung dieser Früchte eigenhändig vornehme, damit wir im Winter wenigstens in kleineren Mengen davon zehren können. Damit habe ich schon gute Erfahrungen sammeln können, denn die Ananas beispielsweise habe ich schon des Öfteren in pastilierter Form für die Wundheilung herangezogen.“

Wenigstens war es für Quina eine gute Nachricht, dass ein Ordensbruder bereits Bienenkörbe flechtete. Bis dahin sollte der Honig von wilden Bienen in der Umgebung genügen. Der junge Medicus hatte auf seinem Weg zum Lehen einige gute Orte erspähen können, die zur Honigernte geeignet waren. Natürlich war Honig aus Löwenzahnblüten ein wohlschmeckender Ersatz. Letzteres wollte er dem Vogt unbedingt berichten.

„Mir ist gerade noch eingefallen, dass Löwenzahnhonig ein adäquater Ersatz ist im Falle eines Mangels an Bienen ist. Ihr wisst ja, dass die Not erfinderisch macht. Wenn Mutter Erde spürt, dass in einer Gegend ein Ungleichgewicht herrscht, dann gleicht sie diesen Mangel anderweitig aus. Womöglich wachsen hier in der Region Kräuter und Pflanzen, die den gleichen Effekt erzielen, wie die Früchte des Südens.“, brachte Quina seinen eifrigen Forschungsdrang zum Ausdruck, denn er wollte nicht aufhören zu forschen, bis für jedes Leid und jedes Gebrechen das richtige Kraut gefunden wurde, unabhängig der regionalen Beschaffenheit oder den sozialen Strukturen.
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Toman Marbrück
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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Jun 10, 2018 1:41 pm

"Nun..."begann der Vogt"Bier bleibt recht lange haltbar und es hebt zum Beispiel bei den Truppen die Moral. Außerdem ist durch den Genuss von Bier noch keiner auf dem Abort versteinert.
Das Starkbier ist übrigens nur für besondere Anlässe gedacht. Im Wirtshaus wird nur Dünnbier ausgeschonken."


Als die Sprache auf Handelswege kam, stutze Toman.

"Die Strecke, bis zu einem anderen Lehen, welches diese Südfrüchte anbauen kann, ist enorm. Wenn Ihr im Herbst aufbrecht, seid Ihr erst im Frühjahr wieder hier. Ich fürchte, Ihr werdet wirklich mit dem Vorlieb nehmen müssen, was Ihr hier vorfindet.
Was mich zu meiner nächsten Frage bringt...wie lange gedenkt Ihr bei uns zu verweilen?"



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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Jun 10, 2018 2:26 pm

„Wenn es nur um die Moral geht…“, setzte Quina erneut an, „...so gibt es gute und gesunde Alternativen. Ihr könntet eure Wirtshäuser anweisen, einen Tee aus Zitronenmelisse, Johanniskraut und Königskerze auszuschenken. Diese Kräuter hellen Gedanken und Stimmung auf. Wenn jeder der Soldaten mit kleinen Duftbeuteln unterm Kissen schläft, die Rosmarin und Thymian beinhalten, so stärkt dies ihre Nerven und lindert etwaige Schlaflosigkeiten. Vielleicht solltet Ihr eine regelmäßige Inhalation von Kräutern als Pflicht in Erwägung ziehen.“

Wie lange Quina vorhatte in diesem Lehen zu verweilen, war eine ausgezeichnete Frage. Sie wurde ihm bisher noch von keinem Menschen auf seiner Reise gestellt. Die meisten Orte hatten bereits einen Heiler und benötigten ihn nicht. Andere waren so erpicht darauf, alles mit Magie zu lösen, dass ein kräuterkundiger Heiler einfach fehl am Platz war. Passte er überhaupt in das Lehen oder waren die Leute ihn schon nach einem Monat wieder überdrüssig? Die Menschen hier waren so sehr erpicht auf strenge Konventionen und starren Regeln, dass er mühelos von einem Fettnäpfchen ins nächste steuerte. Die Mönche des Priors hatten ihre Vorbehalte, auch wenn sie diese nicht offen kommunizierten. Der Soldat, der ihn zum Vogt begleitet hatte, war so unfreundlich und unwirsch gewesen, dass er sich kaum zu Hause fühlen konnte.  Und was der Vogt wollte oder dachte, das konnte Quina im ersten Moment noch nicht so genau einschätzen.

„Ich folgte stets dem Rufen von Mutter Erde und reiste, wohin auch immer der Wind mich trieb. Ob ich zu euch passe oder nicht schon Morgen mit Schimpf und Schande davongejagt werde, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Darum lautet wohl meine vorsichtige Antwort, dass ich verweilen kann, so lange Ihr meine Anwesenheit wünscht. Wenn Ihr wollt, so lege ich auch einen Treueeid auf den Lehen ab. So lange nichts in diesem Lehen meinem Eid als Medicus, den ich der Mutter Erde einst schwor, zuwiderläuft, werde ich zum Wohle aller arbeiten und beim Verbessern der medizinischen Infrastruktur mithelfen.“, sprach Quina aufrichtigen Herzens.
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Friedhelm
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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Jun 10, 2018 2:50 pm

Hier meldete sich der Mönch zu Wort, der vom Vogt als Bruder Friedhelm angesprochen worden war.
Dieser hatte nach der Beendigung seines Gespräches mit dem Vogt ein Nicken angedeutet. War aber nicht gegangen und hatte dem Gespräch gelauscht. Er blickte die ganze Zeit über Quina unverwandt an, schien bei den arzeikundlichen Dingen nicht ganz mitzukommen, blieb aber aufmerksam.
Schließlich wandte er sich an den Vogt:

"Werter Vogt, ich will euch hier meine Meinung nicht aufdrängen, doch sehe ich es als meine Pflicht an, euch erneut darauf aufmerksam zu machen, dass diese Person weder einen Abschluss, noch schriftliche Empfehlungen vorweisen kann. Einen praktizierenden Heiler ohne solche Dokumente zu verantworten stellt ein hohes Risiko dar. Diese Person könnte ebenso ein Giftmischer sein, die sich unser Vertrauen durch ein paar gute Taten sichern wollte. Einen unbeaufsichtigten Umgang mit Kranken halte ich für bedenklich. Er sollte, wenn wir ihn hier aufnehmen, erst nur unter Aufsicht praktizieren, da diese Person nicht einmal den Titel eines Medicus erworben hat."

Friedhelms Ton war weder böse noch hinterhältig, er hatte diese Worte sachlich und ruhig vorgetragen, ohne die Miene zu verziehen.
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Quina



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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Jun 10, 2018 3:25 pm

„Da hat der Mönch Recht, ehrenwerter Vogt!“, gab nun auch Quina zu Bedenken.

Sichtlich betrübt senkte er sein Haupt und scharrte verlegen mit der Spitze seines rechten Fußes auf dem Boden, um darauf kleine Kreise zu malen, die seine Gedanken und Sorgen einsaugen sollten, zumindest aber eine kleine Meditationsübung darstellten.

„Allerdings nur, was die Tatsache angeht, dass ich weder einen Abschluss, noch schriftliche Empfehlungen vorzuweisen habe und ihr wohl gut darin tut, einem Fremden nicht gleich euer ganzes Vertrauen zu schenken. Obwohl mich natürlich der Gedanke, ich könnte ein Giftmischer sein, der sich euer Vertrauen durch gute Taten erschleichen will, in einem geringen Maße erheitert. Wäre der Prior nicht durch einen seltsamen Zufall auf der Baustelle erschienen, dann stünde ich nun wohl kaum vor euch, da ich es auf keine Begegnung angelegt hatte. Ich wäre wohl so schnell wieder verschwunden, wie ich hergelangt bin. Nebenbei möchte ich darauf aufmerksam machen, dass ich das Heilen von Kranken nicht als gute Tat ansehe, sondern als Erfüllung meiner Berufung unter den wachsamen Augen von Mutter Erde.“, fuhr Quina fort und bedachte Friedhelm mit einem melancholischen Blick.

Machte nicht die Dosis das Gift? Wie könnte ein Fremder noch mehr Schaden im Lehen verursachen, als die Mönche mit ihrem zusammengebrauten Nervengift? Wer Bier braute und dies nur deshalb ausschenken ließ, weil der Suff die Moral hob, der sollte doch als Giftmischer bezeichnet werden und nicht etwa ein kräuterkundiger Heiler, der nichts als das Wohlergehen seiner Mitmenschen im Sinn hatte. So viel zu der Frage, wie lange er in diesem Lehen verweilen wollte. So lange, wie ihn das Misstrauen der Bewohner nicht das Weite suchen ließ.

„Unter Aufsicht zu praktizieren, halte ich für eine gute Idee!“, stimmte Quina dann seufzend zu und ließ die Schultern leicht hängen, „Ihr solltet mir allerdings eine Aufsicht an die Seite stellen, die etwas von Kräutern versteht. Sonst wäre Eure Vorsicht ja umsonst.“

Für einen kurzen Moment fragte sich Quina, wie wohl ein tatsächlicher Giftmischer vorgegangen wäre. Würde dieser genauso vorgehen, wie er seit Beginn seiner Ankunft? Und kamen nicht die meisten Verräter aus dem inneren Kreis und selten von außen? Würde ein Spion und Giftmischer nicht seine Zeit abwarten, bis die Einheimischen einen Fehler machten und in einem unbeobachteten Moment zuschlagen? Bestimmt wäre ein Spion über all diese verqueren Konventionen und Sozialnormen informiert gewesen und hätte sich weitaus selbstsicherer oder geübter im Lehen bewegt, als Quina von Beginn an. Er war ja ohnehin nur von einem Fettnäpchen ins nächste gestolpert. Gut, dass Oswulf ihn nicht schon längst einen Kopf kürzer gemacht hatte. Die ganzen Sicherheitsvorkehrungen schienen ihm übertrieben und wirkungslos zu gleich, aber so war das hier in diesem Lehen wohl üblich. Ob er sich daran gewöhnen konnte, das wusste nur Mutter Erde und würde sich ihm in ihrer Weisheit erst mit der Zeit offenbaren.
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Toman Marbrück
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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Jun 10, 2018 3:29 pm

"Auch wir folgten dem Ruf der Mutter, als wir in dieses Land kamen. Fortgejagt wird hier niemand, so lange er der Gemeinschaft nicht schadet."


Nun wandte sich Toman Friedhelm zu und sagt:

"Ich verstehe eure Bedenken Bruder, doch lasst uns sehen, was er vollbringen kann. Denkt an die alte Gerda, die sich um meinen Palas gekümmert hat. Sie hat den letzten Winter auch nicht überstanden. Falls es euch beruhigt, lasse ich ihn beaufsichtigen, wenn er sich um die Truppen kümmern sollte. Die Bewohner können selbst entscheiden, ob sie sich von ihm behandeln lassen, oder nicht."

Wieder an Quina gewandt sagte Toman:

"Ich denke nicht, dass Bruder Friedhelms Bedenken wahr sind. Sollte es sich dennoch heraus stellen, dass ihr hier seid, um uns zu schaden, wird euch meine Strafe treffen. Nun aber genug von düsteren Aussichten. Wenn ihr wollt, könnt ihr die Hütte vom alten Bert beziehen. Er ist vor Kurzem erst bei seinem Sohn untergekommen, da er seine Parzelle nicht mehr bestellen kann. Ich kann sie euch gerne verpachten, wenn ihr das wünscht."

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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Jun 10, 2018 3:51 pm

Und so lange das Bier fließt und die Moral hebt, werden wohl auch keine Mönche davongejagt, dachte Quina und behielt seine frechen Gedanken lieber für sich. Immerhin hatte der weise Vogt den Bedenken des Bruders nur zu einem Teil stattgegeben und stand nicht vollends auf dessen Seite. Das war doch ein halbwegs guter und akzeptabler Anfang.

Wer war denn die alte Gerda, fragte sich Quina im gleichen Augenblick. Hatte der Lehen etwa einen Heiler verloren im letzten Winter? War sie dem letzten Ruf von Mutter Erde gefolgt und in ihre Schoß zurückgewandert, aus dem sie alle sanft entsprangen zu Beginn ihres Lebens? Sie hätte mehr Knoblauch essen sollen, dachte Quina und nahm sich vor, jeden Tag mindestens eine Knoblauchzehe am Stück zu verspeisen. Knoblauch war gesund, viel davon noch gesünder.

„Ich hoffe doch sehr, dass mich Eure Strafe nur dann trifft, wenn ich mutwillig einer Menschenseele schade. Zynisch wäre eine Strafe, die mich träfe, weil Mutter Erde das Leben eines Mannes einfordert, den ich trotz meiner Absichten und Mühen nicht zu retten vermag. Die Wege der Erdenmutter sind unergründlich, wisst Ihr?“, erwiderte Quina und dachte an so manche Hexenprobe, von der er gehört hatte und die in jedem Fall immer zum Tod führte.

Toman war anders, als der altersmilde Prior. Argwöhnischer, autoritärer und erhabener in jedem Fall, doch auf seine Art auch gerecht und weise. Dieser Mann hatte Charisma und brauchte kein Schwert, um sich zu verteidigen. Ein Wort genügte und er hatte tausende Schwerter an seiner Seite. Eine interessante Persönlichkeit also, die er gerne noch etwas länger kennenlernen wollte. Ob Toman wohl unter inneren Disharmonien litt, die er mit einer Lavendelkur beseitigen könnte?

„Die Hütte vom alten Bert soll mir genügen.“, nahm Quina das Angebot von Toman dankbar an, „Und wenn ich dort Kräuter ziehen kann und darf, so wäre ich zufrieden. Ich kann Euch auch eine Liste zukommen lassen, damit ihr jederzeit auf dem Laufenden seid, was ich bei mir anpflanze. Ihr wisst ja sicherlich, was dort dann ganz oben stehen wird.“

Quina lächelte bei dem Gedanken leise vor sich hin.
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Toman Marbrück
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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Jun 10, 2018 4:10 pm

"Ich denke, es wird Knoblauch sein."lachte Toman.

"Solltet ihr die Hütte pachten wollen, so werden wir einen Pachtvertrag aufsetzen müssen. Das wird Bruder Friedhelm erledigen.
Und seid gewiss, meine Strafe trifft nur jene, die es auch verdienen."


An Friedhelm gewandt meinte Toman:
"Lasst uns in eure Amtsstube gehen Bruder und das entsprechende Dokument aufsetzen."

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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Jun 10, 2018 4:34 pm

Quina erwiderte das Lachen. Gerecht und mit einer anständigen Prise Humor gesegnet, Toman erwies sich als Zeitgenosse doch freundlicher, als der erste Eindruck über ihn verriet. Jedenfalls war Quina froh über die Kunde, dass nur jene bestraft wurden, die auch sündigten und dies verdient hatten. Da Quina keine düsteren Absichten hegte und keine finsteren Pläne verfolgte, sah er sich von einer Bestrafung so weit weg, wie der Abstand der Sonne zum fruchtbaren Boden schien. Hoffentlich blieb das auch so.

„Den Pachtvertrag unterschreibe ich gerne!“, erwiderte Quina nun etwas gelöster, „Natürlich erst, nachdem ich das Kleingedruckte gelesen habe. Ich habe hier auch irgendwo mein Vergrößerungsglas.“

Während sie zur Amtsstube des Bruders Friedhelm gingen und diese betraten, kramte Quina in seiner Tasche, um das besagte Objekt ans Tageslicht zu befördern.
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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Jun 10, 2018 5:19 pm

Friedhelm spitzte die Lippen und bedachte Quina mit einem uneindeutigen Seitenblick, sagte jedoch nichts weiter als:
"Sehr gerne kümmere ich mich darum."

Auf dem Weg zu seiner Amtsstube, die in einer engen Seitengasse in einem kleinen Häuschen lag, unterhielt sich Friedhelm recht angestrengt mit den anderen Mönchen.

Sobald Friedhelm in seiner Amtsstube angekommen war, machte er sich daran einem anderen Mönch einen Text zu diktieren, die Mönche schienen seine Assistenten zu sein.

Nach einer Weile, in der Friedhelm auch immer wieder für längere Zeiten Innehielt, um in Zettelhaufen zu kramen und etwas nachzulesen, ließ sich Friedhelm, einigermaßen zufrieden, von seinem Assistenten einen Pachtvertrag aushändigen. Diesen reichte er Quina.
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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Jun 10, 2018 5:39 pm

„Im Namen der barmherzigen Mutter. So, so!“, murmelte Quina, der das Schriftstück aufmerksam durchlas und mit seinem Vergrößerungsglas nach dem einen oder anderen Haken untersuchte.

Er sollte keine unziemlichen Winkelzüge finden, doch gab es einige Passagen, die ihn sichtlich beunruhigten.

„Sagt an, Bruder Friedhelm!“, sprach Quina nun doch den Mönch direkt an, „Kann ich die Pacht auch anders bezahlen, als mit einem Silberstück? Ich fürchte, dass ich wohl etwas knapp bei Kasse bin. Vielleicht könnte ich die Pacht in Naturalien bezahlen oder mit Arzneien.“

Quina las den Pachtvertrag weiter, während er auf eine Antwort wartete und stoppte dann wieder abrupt.

„Und ich würde gerne die Gesetze der Gemeinde Eichheim einsehen!“, bat Quina und nickte eifrig mit seinem Kopf, „Nicht, dass ich noch gegen ein Gesetz verstoße, von dem ich gar nichts weiß. Unwissenheit schützt ja kaum vor Strafe, nicht wahr?“
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BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   So Jun 10, 2018 11:50 pm

Friedhelm musste nicht lange überlegen ehe er antwortete, schien von der rüden Anrede Quinas jedoch zurückgenommen:
"Die Pacht wird für gewöhnlich in Münzen gezahlt. Deinen Lebensunterhalt müsst du dir schon selbst besorgen. du darfst für deine Behandlungen Geld nehmen. Ebenso kannst du Heilpflanzen, oder dergleichen verkaufen. Wenn du unbedingt willst kannst du auf unserem Monatsmarkt auch Gemüse verkaufen, oder Feuerholz sammeln. Achte hierbei aber darauf, dass es auf dem Boden liegt und du es nicht von Bäumen oder Büschen reißt. Es dauert noch eine Weile bis Erntedank, bis dahin kriegst du es bestimmt hin das Geld aufzutreiben. Ansonsten kann ich dir das Geld auch anschreiben, sorge aber dann dafür, dass Geld schnell zurückzuzahlen."

Friedhelms Gesicht nahm im Laufe seiner Ausführungen einen gelangweilten Ausdruck an.

"Wenn ich deine Lage auch recht verstanden habe, wirst du doch auch Beschäftigung im Klostergarten finden? Sprech doch mit dem hochwürdigen Prior bezüglich einer Bezahlung. Du kannst sowieso von Glück reden, dass du dein Haus nicht selbst bauen musst, sondern es schon steht."

Auf Quinas Fragen die Gesetze bezüglich setzte Friedhelm an:
Am besten besiehst du das Anschlagbrett vor der Kapelle auf dem Marktplatz einmal, da wirst du einige wichtige Regelungen finden. Nimm außerdem dies."
Womit Friedhelm Quina ein Blattpapier gab.

"Sind damit alle Fragen geklärt? Kann ich die nötigen Zeugen veranlassen zu erscheinen und bist du bereit deinen Eid zu leisten?"
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Quina



Anzahl der Beiträge : 23

BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Mo Jun 11, 2018 7:38 pm

„Oh ja!“, erwiderte Quina rasch, „Anschreiben werdet ihr bei mir recht häufig. Aber den Tipp mit der Bezahlung durch den Prior bei Beschäftigung im Garten, werde ich mir merken. Ich benötige auch nicht viel zum Leben, das vereinfacht die Sache.“

Kurz dachte Quina über die Worte Friedhelms nach. Glück hatte er wohl, dass er sein Haus nicht selbst zu bauen brauchte. Er wüsste auch nicht, wie eine solche Konstruktion zu errichten wäre. Ein wenig unwohl fühlte er sich schon, dass er sich hier einfach so ins gemachte Nest setzte und noch nichts beigesteuert hatte. Hoffentlich konnte er sich für den Vertrauensvorschuss revanchieren.

„Ale Fragen sind geklärt und ich bin bereit meinen Eid zu leisten.“, antwortete Quina und leistete seine Unterschrift unter dem Pachtvertrag, „Und wenn Euch mal ein Gebrechen plagt und ihr ein Leiden verspürt, so kommt ruhig zu mir und ich versorge Euch.“
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Friedhelm
Einwohner
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Anzahl der Beiträge : 51

BeitragThema: Re: Im Dorf - Eichheim   Mo Jun 11, 2018 8:00 pm

"Wir werden sehen. Folgt mir jetzt bitte in die Kapelle. Meine werten Brüder, werden die Zeugen zusammenholen. Dann könnt ihr dem Vogt auf diesen Vertrag schwören ihn zu beachten."

Auf ein Nicken Friedhelms huschte einer seiner Assistenten los und Friedhelm selbst machte sich auf zur Kapelle.
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Im Dorf - Eichheim
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