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 Spiel mit dem Feuer

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Vhenan
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BeitragThema: Spiel mit dem Feuer   Di Mai 10, 2016 10:50 pm

Wann und wo? Nach dem Konvent zurück in Takbal
Wer? Jael und Vhenan


Nach erfolgreichen Geschäften und neuen Bekanntschaften waren die vier Oshead wieder in Gutenbucht gelandet. Arden und Asdan waren irgendwohin verschwunden, vermutlich zu ihrem Militärtrupp zurück und der Mahzhak ging seinen gewohnten Aufgaben nach.

Vhenan dachte seit ein paar Tagen über ein wichtiges Gespräch nach und darüber wem sie die angeratene Aufgabe anvertrauen sollte. Wer von den anderen könnte ihr etwas entgegenbringen und gleichzeitig lehren? Sie hatte mit Arden gekämpft und gelernt, aber mit ihm stand sie noch auf Kriegsfuß. Wenn er nicht bald lernte zu kommandieren, dann sah sie schwarz und würde ihm tatsächlich nicht folgen können. Er war ihr hier keine Hilfe und auch Raul erschien ihr falsch... sie konnte nicht genau sagen weshalb. Etwas hielt sie ab.
Jetzt hatte sie eine neue Idee und war auf der Suche nach Jael. Der hatte Mallo doch auch unterrichtet und es hatte den Burschen erreicht, obwohl auch der stur wie ein Zwerg sein konnte. Geduld und Können waren vielleicht eine gute Mischung, die hier weiter half.

Mit dem kleinen Schild in der Hand und dem Kurzschwert auf dem Rücken bewaffnet, schepperte Nani gerade durch die Gassen und lief einem Platz entgegen, an dem sie den alten Kauz vermutete.

EY! Jael! Knack mal laut für mich, damit ich dich finde!“, brüllte sie einmal dreist ins Nichts und hoffte auf eine Antwort.
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Mi Mai 11, 2016 2:31 am

Und natürlich antwortete man ihr prompt.
Allein, es war nicht Jael, der sich zu einer rüden Antwort genötigt sah, sondern irgendein Chirya, dessen Schläfchen durch Vhenans Geschrei so jäh unterbrochen wurde, dass er sich beim plötzlichen Hochfahren an irgendwas den Schädel an haute und fast aus seiner Hängematte und auf Nanis Kopf gefallen wäre.
Jedenfalls jammerte er fürchterlich und bedachte sie von oben mit einigen Schmährufen und einer knackigen Antwort: "Deine Mutter knackt! Und jetzt gib Ruh, anständige Leut' versuchen zu schlafen!"
Wo auch immer Jael steckte, hier wohl nicht.
Und überhaupt, war das so eine Sache mit ihm, ständig irgendwo und nirgends, aber selten an großen Dingen beteiligt und je nachdem wen man fragte jemand der mehr redete als tat oder im Stillen wirkte. Immerhin, dass er sich unter seinesgleichen aufhielt, Vhenan also am richtigen Ort war, wenn sie ihn unter den Chirya-Exilanten suchte, schien einigermaßen gesichert. Und, dass er sich - angeblich - um selbige Exilanten kümmern würde, erschien einleuchtend, doch wie genau und, für Vhenan wichtiger, wo genau, das stand wohl auf einem ganz anderen Blatt.

Sie würde ihn wohl suchen müssen. Oder sich durchfragen.
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Mi Mai 11, 2016 10:43 am

Reg dich doch nicht gleich so auf.“, war das erste, das Vhenan sagte, als über ihr jemand beinahe aus der Hängematte fiel. Jael war es leider nicht. Nani stapfte also weiter und verschaffte sich einen Überblick über die neuangeschwemmten Chirya. Es war noch immer seltsam so viele Menschen aus der alten Heimat hier zu sehen, gekleidet in die vertrauten hellen Stoffe. Es war nichts, was sie selbst tragen würde, aber deutlich charaktervoller als das, was man hier als Bewohner von Gutenbucht sonst täglich trug. Mallo hatte Recht gehabt.

Atata.“, begrüßte sie eine kleine Gruppe, die sich unterhielt. „Habt ihr Jael gesehen? Lange Haare, Bart, er hat vermutlich seinen Strohhut und einen Bambusstock bei sich. Oder einen Säbel. Vielleicht auch beides.
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Do Mai 12, 2016 4:18 pm

Es war Misstrauen, oder zumindest eine gehörige Portion Skepsis, die Nani entgegen schlug, als sie die Gruppe ansprach. Urplötzlich erstarb das Gespräch und sich die hellhaarigen Schöpfe mit den noch helleren Augen wandten sich um, um die Naihlar zu mustern. Einen Moment lang sagte niemand etwas.
Dann, das rundliche Gesicht von plötzlicher Erkenntnis erhellt, antwortete eine kleine, stämmige Frau mit gemustertem Kopftuch und einer Portion stiller Ehrfurcht in der Stimme. Und sowie sie es tat entspannten sich auch die anderen Chirya und nickten eifrig zu ihren Worten."Du bist Vhenan, nicht wahr? Eine von denen, die auf der anderen Seite gewesen sind. Du suchst den Steppenprinzen, ich bin mir sicher er empfängt dich. Er ist am Hof der Zusammenkunft. Zumindest hält er sich häufig dort auf. Dort lang", wies sie Nani mit ihren knubbeligen Fingern den engen Weg zwischen zwei unscheinbaren Häusern hindurch. "Weiter bis du über den kleinen Kanal kommst, dann rechts und weiter bis zu dem Häuschen mit den bunt verhangenen Fenstern. Nimm das Gässchen davor und gehe weiter bis du auf dem Platz bist."
Still sahen sie Nani dabei zu, wie sie ihren Weg aufnahm und unterhielten sich erst weiter, als sie nicht mehr in Hörweite war.
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Do Mai 12, 2016 6:38 pm

Vhenan wunderte sich, dass die Chirya ihren Namen kannten, obwohl sie doch eine lange Zeit weg gewesen war, die Ankunft der Schiffe nicht miterlebt hatte und sich so gut wie nie hier herumtrieb. Andererseits war es vielleicht nicht verwunderlich, weil sie für einigen Tumult verantwortlich gewesen war. Störenfriede fielen auf. Und besonders Naihlar fielen auf. Deshalb nickte sie nur stumm und stand dieser plötzlichen Ehrfurcht unschlüssig gegebenüber. Es war ja schön gesehen zu werden, aber sie wusste noch nicht mit diesem seltsamen Ruhm umzugehen. Sie hatte nur getan was viele andere auch getan hatten und das beim zweiten Mal nicht einmal freiwillig.

Sie lauschte der Wegbeschreibung und sah in die gewiesene Richtung.
Anmei.“ Sie nickte der hilfbereiten Frau zu, bedachte die Umstehenden auch mit einem kurzen Blick und setzte sich dann in Bewegung. Sie folgte der Gasse, lief über den kleinen Kanal, fand das besagte Haus und stolzierte durch die letzte Gasse dem Hof der Zusammenkunft entgegen. Auf ihrem Weg dorthin betrachtete sie die Umgebung und sog auf was sich alles in so kurzer Zeit verändert hatte. Das hier war vielleicht tatsächlich ein Ort, an dem man sich zu Hause fühlen konnte. Je besser es ihr ging, desto mehr wurde ihr das bewusst.

Die Naihlar kam mit dem bekannten Schmuckscheppern auf den Platz und sah sich um. Hier sollte er sein?

Jael? Ich fordere eine Audienz beim Steppenprinzen.“, rief sie formell, aber spöttisch und wartete.
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   So Mai 15, 2016 12:47 am

Der Hof der Zusammenkunft, wie ihn die Chirya genannt hatte, war zu allererst einmal nicht viel mehr als eine freie Fläche die dadurch entstanden war, dass sich hier gleich drei Gässchen kreuzten.
Eine, die so grob von Norden nach Süden verlief, eine, die Breiteste, die recht exakt von West nach Ost ging und eine Dritte, die ziemlich krumm zwischenrein grätschte. Zusammen rahmten sie eine grob dreieckige Fläche ein, und eben diese hatten die Neuankömmlinge zu ihrem Hof gemacht.
Das Bild, das sich Vhenan bot, als sie den kleinen Plaza betrat, dieser karge Platz zwischen schiefen Hütten, geformt aus der Zusammenkunft dreier matschiger Straßen, hatte noch wenig mit dem zu tun was die Chirya der Heimat als schön erachteten und wo sie würden leben wollen und glücklich werden.
Aber man konnte den Neuankömmlingen oder zumindest Teilen von ihnen nicht absprechen, dass sie sich zu arrangieren versuchten.
Der Platz war nicht leer, im Gegenteil. Eine kleine Gruppe von Menschen, hauptsächlich Chirya, der Optik nach aber auch ein, zwei Galmaren und ein einzelner Einheimischer darunter, hatte den Platz in einen Ort der Geschäftigkeit verwandelt. Hier waren ein paar Frauen damit beschäftigt helle Tücher und aus Muscheln und hohlen Hölzern gebastelte Windspiele an die Dachkanten der umliegenden Häuser zu hängen. In der Mitte des Platzes bauten drei Männer an einer kleinen Bühne, die irgendwann, jedenfalls machte es den Eindruck, wohl sogar ein stoffenes Dach bekommen sollte. Das ganze steckte noch arg in den Kinderschuhen, waren die Balken die sie zur Verfügung hatten doch so krumm, dass sie noch mit Hobeln bearbeitet werden mussten. Die Männer schwitzten so sehr, dass sie ihre Hemden ausgezogen hatten und allen Schmuck abgelegt, bis auf den in ihren Haaren, von dem sie sich nicht mal zeitweilig hatten trennen wollen. Weiter hinten, rund um eine Bank saßen in lauter Eintracht Kinder versammelt, Chirya aber auch ein paar aus Gutenbucht und flochten sich gegenseitig Bänder ins Haar wo allen voran die Chirya Mädchen ihren kleinen (und manchmal auch großen) Brüdern erklärten wie ein echter Chirya das machte, was diese protestieren ließ, während die einheimischen Kinder sich still und konzentriert in Mimikry übten.
Unter diesen so entschlossen zu Werke gehenden Menschen, hatte sich, am Rand des Geschehens in ein leises Gespräch mit einem alten Chirya vertieft, auch Jael eingefunden. Er trug Kleidung in hellem grün, statt wie üblich blau, einen Werkzeuggürtel im die Hüften, hatte statt eines Stocks oder Säbels einen Hammer in der Hand, den er hie und da ohne es zu bemerken sachte schwang der sachte und nickte zu den Worte, die sein Gegenüber mit stillen Nachdruck äußerte. Keine zwei Armlängen von ihm entfernt hatte es sich der Strohhut an einem Nagel gemütlich gemacht und wartete auf seinen Herrn. Den "Steppenprinzen".
Als Nani Jael so beim Namen rief, hielten die Leute inne in ihrem Tun und hoben die Köpfe.
Jael verdrehte die Augen und winkte sie herüber.
"Nani, selber Steppenprinz. Komm her, ich will dich wem vorstellen."
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   So Mai 15, 2016 1:54 am

Warum hören immer alle auf zu reden, wenn ich irgendwo ankomme?“, beschwerte sich Vhenan in gewohnter Manier. Sie war nicht besonders aufbrausend in ihrem Ton, ließ aber ein deutliches Missfallen herausklingen. Es war schon so, dass sie gerne Beachtung bekam und sich gewollt oder ungewollt in den Mittelpunkt drängte, wie es für Naihlar und auch besonders für sie gängig war, aber ständig angestarrt zu werden war nervig. Besonders weil sie sich paranoid einbildete, dass andere Dinge bei den Gaffern im Fokus standen als es tatsächlich der Fall war. Sie konnte nie genau sagen wer sie wieso anstarrte. Wieviel derjenige wusste. Und woher. Ging es um Kelriothar? Um die Gerüchte über Meuchelassassinen, die neuerdings sogar in Zweiwasser von Ohren aufgefangen wurden? Oder ging es einfach um ihre Herkunft? Chirya waren mindestens genauso misstrauisch wie Naihlar, sie zeigten es nur nicht offen, wie sie fand. Manchmal waren ihr die Zwerge sogar lieber. Wenn die erste Axt flog, wusste man wenigstens wo man stand.

Ihr könnt weiter leben...“, ermutigte sie die Chirya mit auffordernd schwingenden Armen und lief dann ignorant zu Jael. Ob sie weiter angegafft wurde, war ihr gerade egal, Vhenan war neugierig wer denn da auf sie wartete. Und natürlich behielt sie ihre Umgebung trotz ihrer hoheitsvollen, abweisenden Haltung all dem gegenüber, immer im Auge. Man wusste ja nie.

Ich habe nichts mit Steppen zu tun, du Prinz. Aber wenn du mir einen Titel geben willst, dann nenn mich 'Die lächelnde Klinge'. Neuerdings kursieren Gerüchte über mich als meisterhafter Kehlschneider.“ Sie schüttelte angesäuert den Kopf und seufzte. „Und ausnahmsweise habe ich die nicht in die Welt gesetzt... ich hoffe das erledigt sich bald. Damit habe ich nichts zu tun!“, lamentierte sie weiter, als sie längst bei Jael angekommen war.

Wem denn?“, griff sie die vorangegangene Aufforderung herzukommen wieder auf und musterte den Mann ohne Strohhut neugierig, aber ebenfalls mit einem Funken Misstrauen. Sie hatte ihm diesen 'Schnitzer' aus Kelriothar immer noch nicht gänzlich verziehen. Der Zorn glühte noch leise vor sich hin. Auch darüber, dass sie nicht wusste, ob Jael diesen scheiß Brief, dass er sich woanders aufhielt, tatsächlich abgeschickt hatte. Wenn nicht, war er nämlich Teil davon, dass ihr diese Scheiße passiert war. Sie fragte sich häufig was geschehen wäre, wenn sie damals einfach nach Hause gegangen wären... dann hätte es jemand anderen erwischt und manchmal wünschte sie sich, dass es so geschehen wäre. Es war falsch und fühlte sich trotzdem echht an. Nani hätte während des Aquarituals am Konvent zur Segnung des Gründungssteins Jael verzeihen können, sie hatte kurz darüber nachgedacht... aber am Ende hatte sie ihre Gnade jemand anderem geschenkt. Jemandem, der ihren Zorn kein Stück verdient hatte.

Jael stand sie freundlich, aber für ihre Verhältnisse reserviert gegenüber. Leider war er trotzdem gerade die beste Wahl für einen Rat.
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Mi Mai 18, 2016 8:49 pm

"Da drüben", antwortete Jael mit einem Deut über die Schulter und wandt sich, nachdem er sich von dem alten, durchaus etwas mürrischen Chirya mit dem er sich zuvor unterhalten hatte mit Handschlag und Schulterklopfen verabschiedet hatte, dem einen Gutenbuchter zu, der da in mitten der Chiryamänner beim Podestbau half.
"Malec, komm mal rüber", rief er und nutzte die Zeit die der Mann brauchte um sein Werkzeug abzulegen und zu ihnen herüber zu kommen um Vhenan aufzuklären.
"Malec kommt von hier. Er ist Witwer. Ich gebe ihm etwas zu tun. Einen Sinn, wenn du so willst. Es hilft ihm. Und uns. Es wird für alle leichter werden, wenn wir einander verstehen lernen." Auf Jaels Miene hatte sich ein listiger Ausdruck geschlichen, der erst wieder verschwand als ihm etwas einfiel und er weitersprach. "Apropos, hast du das mitbekommen? Einer von 'uns' hat einen von 'euch' abgestochen und umgekehrt? Auf die Pakata kommt eine Menge Arbeit zu. Und wenn ich sie wäre, würde ich mit dem Alten der grad gegangen ist reden." Der listige Ausdruck war nicht gerade lange verschwunden geblieben.
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Mi Mai 18, 2016 9:11 pm

Vhenan musterte Malec eindringlich und sah dann fragend zu Jael.
Warum betonst du, dass er Witwer ist?“, fragte sie verwundert. Wieder einmal wurde ihr vor Augen geführt, dass sie Jael nicht verstand. „Da hat er ja Glück, dass du so gönnerhaft Arbeit verteilst.“, würgte sie Jael rein. Er hielt das für listig? Das hätten die Gutenbuchter auch allein bewältigen können, denn immerhin war er einer von ihnen. „Kümmern sich seine Freunde nicht um ihn?“ Das wäre nämlich das erste, was sie tun würde.

Damit, dass Jael auf ihren Kommentar über das Kehlschneiden direkt zu den Vorfällen der vergangenen Wochen kam, hatte sie nicht gerechnet, aber das hielt sie nicht davon ab Partei zu ergreifen.
Die von 'uns' hat nur angemessen reagiert, soweit ich gehört habe.“, erklärte die Naihlar prompt. Sie ließ nicht durchscheinen, ob sie es tatsächlich so meinte, oder nur aus Solidarität darauf beharrte. Denn eigentlich galten die Chirya ja als weitaus friedfertiger als Ihresgleichen.
Sie sah danach zu dem alten Kauz und nickte. Sie wusste nicht wer das war, aber es hatte wohl einen Grund. Jael war ihr vielleicht suspekt, aber seine Handlungen und Überlegungen hatten einen Sinn. „Sag ihr das selbst. Dann kannst du ihr auch sagen wer das ist und warum sie sich mit ihm unterhalten soll. Ich bin nicht dein Bote. Aber ich muss mit dir reden.“, fügte sie noch an. Sie wollte sich jetzt nicht mit irgendeinem Witwer unterhalten.

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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Mi Mai 18, 2016 10:56 pm

"Über Malec?" Der es schon fast zu ihnen geschafft hatte und von Jael jetzt, da er schon im Begriff war sich vorzustellen vertröstet wurde. "Ah, tut mir Leid dich abgehalten zu haben, Malec, aber offenbar ist es wichtig! Das ist übrigens Vhenan. Sie ist schrecklich in Eile, wie gesagt. Ein andermal", und damit wandte er sich auch schon ab und ließ den etwas verdutzten Mann stehen. Scheinbar mit einem Ziel winkte er Nani mit sich und setzte gleich zu einem forschen Gang an.
Nicht aber ohne sich vorher Hut und Stock geschnappt zu haben.
"Dann schieß mal los, du scheinst ja fest entschlossen zu sein keinen Witwer kennenlernen zu wollen!"
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Mi Mai 18, 2016 11:07 pm

Was soll das denn jetzt?“, knurrte Vhenan leise an Jael gewandt. Jetzt hatte sie schon wieder keine Lust sich weiter mit ihm zu unterhalten und brodelte innerlich. Aber sie musste wohl.
Sie warf ihm einen vernichtenden Blick zu und nickte Malec kurz angebunden und wenig freundlich zu. „Atata.“, begrüßte sie ihn und wunk ihm ihm nächsten Moment sogleich verabschiedend zu. Sie folgte Jael, hielt dem schnellen Schritt stand und regte sich wie gewohnt auf.
Erst winkst du ihn heran und dann schiebst du mich vor, um ihn zu stehen zu lassen? Obwohl DU ihn mir vorstellen wolltest? Du fängst immer Sachen an und hörst dann mitten drin auf. Warum? Wenn du ihn mir vorstellen willst, dann tu es doch einfach. Dir ist doch sonst egal was mit mir passiert.“, beschwerte sie sich und musste die aufkeimende Wut wieder niederkämpfen. Deswegen war sie ja eigentlich hier, aber sie hatte es sich anders vorgestellt.

Ich hab nicht gesagt, dass ich nicht mit ihm reden will.“, behauptete sie, aber durch ihre Körpersprache, mochte das durchaus der Fall gewesen sein. Nur sah sie es selbst nicht.

Können wir uns irgendwo unterhalten, wo mich nicht alle Chirya angaffen und belauschen? Das geht die nichts an.
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Mi Mai 18, 2016 11:24 pm

Sie ließen die schauenden Chirya hinter sich und auch den Hof der Zusammenkunft. Jael schlug einen schnellen, zielstrebigen Gang ein. Er hatte, was man leicht vergaß, denn riesig war er nicht, durchaus lange Beine. Was er nicht hatte, war der Sinn, dass es da nicht jedem so ging. "Hopp, hopp! Voran, voran", trieb er Nani an, nur um auf ihre letzten Worte hin, nein, eigentlich auf ihre Vorletzten, die ihm gerade wieder in den Sinn kamen doch kurz inne zu halten und eine Denkermiene aufzusetzen.
Schließlich schnalzte er mit der Zunge und sagte, schon voran gehend.
"Also würdest du mit ihm reden!" Er nickte, als wäre er nicht gerade überrascht, bevor er weiter ging, etwas gemächlicher jetzt, da er in einen palavernden Ton verfiel.
"Das mit dem Witwer erwähnte ich damit du ihn nicht im dritten Satz nach seiner Frau fragst. Er ist ein guter Mann, ich mag ihn. Es braucht mehr wie ihn. Leute die mit anpacken, deren Kinder mit den Unseren spielen. Es ist zu wichtig, dass die Gutenbuchter uns nicht als Fremde sehen. Für die Menschen, und da meine ich die aller Völker... ." Er zögerte, fuhr dann aber fort, "aller Völker, ist es schon schwer genug die Heimat zu verlassen. Neuland zu betreten. Sie brauchen keine Anfeindungen oder das Gefühl fremd und unerwünscht zu sein. Sonst haben wir bald jede Woche Tote. Nein, nein." Er war schon den ganzen Monolog über langsamer geworden, doch schließlich blieb er stehen und blickte Nani an und glotzte.
"Entschuldige, was hast du gesagt?"
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Mi Mai 18, 2016 11:44 pm

Pass auf, dass du dir bei dem Tempo nicht die Beine brichst.“, knurrte Vhenan ungefiltert zurück und beschleunigte ihre Schritte, bis sie in einen leichten Trab verfiel. Ihre Beine waren kurz. Jaels Gelenke knackten doch sowieso schon verdächtig oft. Wassermangel! Pah! Der war einfach alt! Also selber 'Hopp Hopp!'
Vhenan brodelte innerlich weiter und fragte sich mittlerweile wie sie auf die Schnapsidee gekommen war sich mit IHM zu unterhalten. Die Antwort lieferte der Mann mit Hut sogar in seinem Monolog, was sie innerlich wieder etwas besänftigte.
Ich habe ausnahmsweise mal nichts gesagt.“, murrte sie zurück und atmete einmal laut aus. Es war schon anstrengend, bevor es angefangen hatte. Gilda! Ruhig bleiben.

Das sehe ich ähnlich wie du.... dieses Miteinander hier... es wird schwierig werden das umzusetzen.“ Vhenan nickte bestätigend. „Und nicht alle von uns sehen das so wie wir... wir trauen uns ja nicht einmal gegenseitig.“, merkte sie pragmatisch an. Sie traute auch nicht jedem Oshead und hatte das nie verborgen. Vorbilder waren sie nicht unbedingt.
Ich habe allein... auch ein ähnliches Problem... und so sehr ich mir wünsche es wäre anders.... scheinst du mir der einzige aus unserer kleinen Gemeinschaft zu sein, der mir helfen kann... ich brauche deine Hilfe. Deinen Rat. Oder sagen wir... ich möchte ihn.“, sagte sie versöhnlicher, dennoch mit einer gewissen Abneigung in der Stimme. Sie wünschte wirklich sie könnte das Problem mit einem Naihlar besprechen, aber das... erschien ihr nicht klug. Und die anderen waren nicht weise genug, zu ungesprächig oder von ihr nicht respektiert.
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Do Mai 19, 2016 2:51 am

"Also ist es etwas Ernstes", beschied er, nachdem er sie noch eine kurze Weile länger angestarrt hatte. Aus dem recht übermüdeten Geglotze war dabei ein nachdenklicher, ernster Blick geworden, der leicht hätte erdrückend wirken können, wäre da nicht plötzlich ein schiefes Grinsen, halb aufmunternd, halb irritiert, in sein Gesicht gesprungen. "Na dann... komm, hier hoch!"
Es stellte sich heraus, dass Jael nicht ganz ohne Plan langsamer geworden war, als er recht plötzlich zwischen zwei Hütten in einen schmalen Durchlass verschwand (und dabei langbeinig eine tief aussehende Matschpfütze überstieg), an dessen ende eine schmale Trittleiter auf das Dach eines der beiden Häuser führte.
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Do Mai 19, 2016 11:29 am

Vhenan brachte dieses Geglotze mit einem genervten Blick hinter sich. Ihr kam die Idee es wie Genefe zu versuchen. Einfach nur stumpf glotzen und vielleicht hin und wieder blinzeln, wenn einem danach war. Aber schon nach wenigen Augenblicken sperrte sich Nanis Innerstes massiv dagegen und sie hob herausfordernd beide Augenbrauen, um Jael zu signalisieren, dass er irgendetwas tun sollte!

Als er sich endlich in Bewegung setzte folgte sie ihm zuerst nur mit ihrem Blick. „Was ist da oben?“, fragte sie neugierig und versuchte einen Blick zu erhaschen. Sie sah aber nichts und war gezwungen es anders herauszufinden. Jetzt setzte sich auch ihr Körper in Bewegung, sie sprang elegant über die Pfütze, ihr Schmuck schepperte lautstark beim Aufkommen auf den Boden und sie folgte dem seltsamen Mann, von dem sie aus eben diesen seltsamen Gründen Hilfe erwarten konnte.
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Do Mai 19, 2016 11:50 am

"Wirst du schon sehen!" Mit diesen Worten ließ Jael Nani im Dunkel und verschand über die Leiter nach oben. Er machte auch keine Anstalten ihr die Trittleiter hinauf zu helfen so, dass er, als sie über den Rand des Daches spähen konnte bereits einige Schritt Vorsprung hatte. Dort, ungefähr in der Mitte des Flachdachs und von der Straße schlecht bis nicht zu sehen, befanden sich einige tönerne Kübel, die unter einem kleinen Baldachin gruppiert worden waren, einige Gartenutensilien und ein einfacher Schemel. Und aus den Kübeln spross es grün. Allerlei Pflanzen, vor allem aber Tomaten, wie sich beim Näherkommen zeigte, wuchsen dort an hölzernen Stecken empor, tankten Sonne und Wasser und warteten darauf bald schon geerntet zu werden.
"Na, was sagst du? Und dann setz dich und lass mich wissen, wie ich Dir helfen kann!" Jael schaute auffordernd und tat eine große Geste um Nani den Schemel zuzuweisen. Er selbst ging in die Hocke und begann an den Pflanzen (seinen?) herum zu werkeln.
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Do Mai 19, 2016 12:48 pm

Hilfe dabei eine Leiter aus eigener Kraft hochzuklettern hätte die Naihlar auch vehement abgelehnt.
Sie kletterte die Sprossen flink und sicher empor und staunte auf dem Dach nicht schlecht, als sie Kübel mit Gestrüpp entdeckte. „Ah. Hätte ich mir denken können.“, sagte sie trocken und konnte mit dieser Pflanzenarbeit nicht das Geringste anfangen. Pflanzen waren für sie nicht spannend. Außer man konnte sie trinken, rauchen oder als Heilkräuter verwenden.

Ach da fällt mir ein... ich muss Mallo noch sagen, dass er der Rotte neue Tomaten schicken soll.“, purzelte ihr der Gedanke vor die Füße, als sie die Pflanzen erblickte. Sie setzte sich auf den zugewiesenen Schemel, legte den Schild ab und zog ein kleines Blatt Papier aus ihrer vorbereiteten 'Schreiber-Armschiene' hervor. Mit dem goldenen Stift, der dort ebenfalls einen Platz gefunden hatte, notierte sie die Worte. 'Mallo. Rotte. Neue Tomaten'. Dann schob sie den Stift zurück in die Lederhalterung, rollte das Papier zusammen und stopfte es in die vorgesehene Notiztasche. Da war sie Reeeks Zorn gerade noch einmal entgangen.

Erst jetzt legte sich ihre Konzentration wieder auf den 'Gärtner' und Vhenan seufzte einmal leise. Sie hasste solche Gespräche, davon führte sie in letzter Zeit viel zu viele.

Da muss ich etwas weiter ausholen... hör am besten erstmal einfach nur zu.“, begann sie das Gespräch, denn es kam tatsächlich einiges zusammen.

Ich hatte auf dem Konvent ein interessantes Gespräch und brauche jetzt...jemanden, der mir dabei hilft die Idee umzusetzen. Ich weiß nicht genau wie ich das anstellen soll... es ist kompliziert.
Sie rückte auf dem Schemel ein wenig nach vorn und stützte sich gemütlich mit den Armen auf ihren Oberschenkeln ab.

Ich weiß nicht, ob du das mitbekommen hast, aber... es gab hier vor einiger Zeit einen.... Vorfall.... bei dem ich einen Anfänger während des Waffentrainings fast ersthaft verletzt hätte. Ich hatte mich nicht mehr unter Kontrolle. Das ist nichts was ich mir leisten kann und will und auch nichts, was die Neuankömmlinge sehen sollten. Ich habe versucht daran zu arbeiten, aber ich kann es nicht allein. Seit dem zögere ich nur noch... Ich kann nicht mehr kämpfen. Nicht mehr angreifen. Beim Waffentraining kann ich nur noch ausweichen und mich nicht treffen lassen. Das ist zwar gut für mich, weil ich darin ziemlich gut geworden bin, aber in einer Schlacht kann ich es mir nicht leisten nur passiv zu sein und zu zögern. Damit helfe ich niemandem. Es gibt im Krieg keine halben Sachen. Ich will angreifen. Ich will diesen grauen Drachkaod in den Arsch treten!“ Vhenan wurde zum Ende hin lauter und richtete sich wieder ein wenig auf.

Aber ich will keine Freunde mehr verletzen. Oder gar töten. Das eine Mal war schon zu viel,“ fügte sie leiser hinzu und atmete einmal tief ein, bevor sie sich Jael wieder offener zuwandte.

Ich habe in Holzbrück mit einem Freundschaftsträger der ewigen Flamme gesprochen. Weil ich spüre, dass Ignis mich ruft. Ich weiß, dass ich all das.... diesen Elementkram vorher nicht ernst genommen habe... so wie ich vieles nicht ernst genommen habe. Bevor das in Kelriothar geschehen ist habe ich das alles nur verlacht und verdrängt. Ich glaube ich habe mich auch falsch eingeschätzt. Ich dachte Aeris würde mich leiten... wenn schon ein Element, dann doch der Wind. Hey, ich bin immerhin eine Naihlar.... das ist zumindest das, was ich gern hätte... aber ich glaube damit habe ich mich mal wieder geirrt. Die Elemente wählen uns, nicht umgekehrt.

Vhenan scharrte ein wenig mit dem Fuß auf dem Dach herum.
Ich weiß nur nicht wie ich damit umgehen soll. Ich war nie richtig zornig. Weil ich keinen Grund dazu hatte. Aufbrausend und launisch vielleicht, aber nicht so.. so... gnadenlos wütend. Ohne Rücksicht. In den Kerkern von Kelriothar war es ein gutes Gefühl wütend zu sein... es war gut jeden dort zu hassen. Die waren gnadenlos und ich habe versucht es auch zu sein. Dort habe ich meine Wut genutzt, um zu überleben. Meinen Hass.

Sie machte eine kurze Pause und schüttelte nur den Kopf.
Hier ist das was anderes. Seit ich wieder hier bin... fühle ich mich als würde ich ständig in Flammen stehen. Ein kleiner Funke reicht, ein falsches Wort und ich bin wütend, rücksichtslos und ziemlich oft ein Arschloch. Das weiß ich. Ich habe es anfangs nicht gemerkt, weil ich durch die Zeit in dieser stinkenden Mistwelt zu geschwächt gewesen bin, aber mit jedem Tag, an dem ich mich erholt habe, ist dieser Zorn größer geworden. Ich fühlte mich besser und ich fühlte mich wütender. Jetzt bin ich geheilt und nur noch zornig. Immer. Die meiste Zeit habe ich es unter Kontrolle und kann es verdrängen oder verstecken, aber manchmal kommt es raus. Das hat mir schon viel Ärger eingebracht... Und im Kampf kann das jemanden umbringen. Ich will nicht noch mehr Freunde verletzen.

Jetzt streckte sie Jael warnend ihren Zeigefinger entgegen. „Und denk nicht, dass ich das nicht kann, nur weil ich nicht so aussehen. Es braucht nicht viel um jemanden zu verletzen oder zu töten. Glaub mir, ich weiß genau wo diese Punkte liegen. Die Kan waren so freundlich sie mir einzeln zu zeigen.“, sagte sie sarkastisch mit einem bitteren Unterton und ließ ihre Hand wieder sinken.

Der Freundschaftsträger hat mir gesagt, dass ich diese Flamme des Zorns kontrollieren kann. Soweit das bei einem Feuer eben möglich ist. Bei mir schlägt es um sich wann und wo es will... ich muss es... wie in einer Feuerschale fangen, es brennen lassen und nutzen. Ich brauche jemanden, der mir hilft diesen Zorn zu bändigen. Denn ich weiß nicht wie ich das anstellen soll... Wamais Meditation macht mich nur wütender... das ist nicht mein Weg. Arden kann ich nicht ernst nehmen... und Raûl zeigt mir wie ich kämpfen muss, aber... ich denke er ist für diese Art von Kontrolle die falsche Person. Deswegen komme ich zu dir.

Nani legte den Kopf schief und musterte den älteren Mann.
Du hast eine merkwürdige Art Dinge umzusetzen, wie ich finde... ich versteh dich nicht, dass sage ich dir ganz offen. Aber du triffst ziemlich häufig gute Entscheidungen... du hast mir schon in Kelriothar geholfen und die richtige Entscheidung getroffen, als du mich zur Herrin der Elfen gebracht hast. Ich wollte dort nicht hin. Aber es war sicher richtig, sie hat mir geholfen und an andere weitergeleitet, die mir noch besser helfen konnten... das war eine gute Entscheidung von dir. Auch wenn ich es immer noch als Unverschämtheit von dir empfinde, dass du lieber vor ihr kniest und redest und mich da im Dreck liegen lässt...“, knurrte sie wütender weiter. „Ich bin immer noch sauer deswegen. Nur damit du es weißt.“, ließ sie verlauten.

Aber du hast das große Ganze im Blick. Deswegen glaube ich, dass du mir vielleicht helfen kannst. Ich habe Angst davor was passiert, wenn ich diesen Zorn zulasse. Davor wie ich sein könnte. Und wenn ich es hier nicht kontrollieren kann, was ist dann in der Kelriothar? Ich weiß nicht, wie ich dort reagiere, aber ohne einen Funken Kontrolle kann das.... böse ausgehen. Und ich habe nicht mehr viel Zeit es bis zum nächsten Feldzug zu lernen."
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Jael

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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Do Mai 19, 2016 1:41 pm

Jael erwies sich als besonnener Zuhörer, der sie nicht unterbrach, sondern mit ernstem Gesicht ihren Worten lauschte und auch noch eine ganze Weile lang schwieg, als sie längst geendet hatte. Dabei glitt sein Blick an ihr vorbei in die Ferne oder ins Nichts, ehe er sich scheinbar wahllos einen ihrer Sätze heraus pickte um darauf zu antworten.
"Ich würde nie bezweifeln, dass du Leuten weh tun kannst, oder sie töten. In der Tat habe ich es immer als viel schwerer erachtet nicht zu verletzen. Nicht zu töten. Die größere Stärke, aber auch die größere Verantwortung liegt glaube ich darin, jemanden verletzen oder gar töten zu können und es doch nicht zu tun. Gerade und vor allem, wenn man glaubt, der Besagte hätte es verdient."
Jaels Schultern zuckten vage und sein verklärter Blick kroch Stück für Stück ins Hier und Jetzt zurück, bis er eindringlich auf Vhenan zu liegen kam.
"Weißt du, das ist wie mit diesem Strauch hier." Und wie er das sagte, nahm er die kleine, eiserne Schere die in Mitten der anderen Gärtnerwerkzeuge gelegen hatte und zog aus der Gruppe an Kübeln den einen hervor, dessen Inhalt keine Früchte trug und auch niemals tragen würde. Der Strauch war nicht besonders groß, wuchs schlecht und irgendwie verdreht. An seinen enden trug er einige wenige Blütenknospen, die jedoch noch weit davon entfernt waren wirklich zu erblühen. "Das ist ein Morgenkelch. Zumindest hat meine Mutter ihn immer so genannt. Er hat die schönsten Blüten, aber er ist launisch und schwer zu ziehen und man braucht glaube ich einen grüneren Daumen als ich ihn habe. Du denkst ganz richtig. Ich hab ihn aus der Heimat mitgebracht, als Saatkorn. Wie du siehst wächst er schlecht. Also komme ich jeden Tag hierher und sehe ihn mir an, wenn ich mit meinem Gemüse fertig bin, hege und pflege ihn und schneide mit dieser Schere hier hie und da kleine Ästchen ab und hoffe darauf, dass er eines Tages wirklich erblühen wird."
Er kratzte sich beiläufig an der Stirn und seufzte. "Das ist viel mühsamer als du es dir vielleicht vorstellen kannst. Um ehrlich zu sein, bin ich glaube ich etwas ungeduldig. Naja, was ich sagen will ist: Siehst du diese Schere hier?" Er wartete keine Antwort ab, auf seine rhetorische Frage. "Ich benutze sie um an ihm rum zu schnibbeln, dass das was übrig bleibt besser wachsen kann. Sie tut ihm gut." Jael verstummte, nur um in einem Ausbruch plötzlicher Kraft den Strauch zu ergreifen und die Schere an dessen Strunk anzusetzen. "Es ist dieselbe Schere mit der ich ihn auch und viel leichter noch dazu, von seinem Wurzelwerk trennen kann und ihn töten. Nur ein Schnitt! Gegenüber unzähligen kleinen Schnittchen, dem Gießen, dem jäten!"
So schnell wie der Ausbruch gekommen war, so schnell war er vorüber. Vorsichtig stellte er das Sträuchchen ab und zupfte die krüppeligen Ästchen zurecht, ehe er die Schere daneben legte, aufstand und sich die Hände an seinem Hemd abwischte. "Aber ich tue es nicht. Weil es keinen Sinn macht, mir keine Freude bereitet und ich es nicht will. Dinge sind nie bloß schwarz oder weiß. Ja, Feuer kann verbrennen und verschlingen. Aber es kann auch wärmen. Wir brauchen Luft zum atmen, Wasser zum trinken und die Erde um sie zu bestellen, auf ihr zu wandlen und ihre Gaben zu ernten. Aber wehe auch der Luft wird ein Sturm, aus Wasser eine Welle und schließlich eine Flut und wenn die Erde bebt, schmeißen sich die Mutigsten auf die Knie. Die Elemente, und zwar alle, sind Gewalten, die geben und nehmen können. - Es geht nie um die Elemente, sondern darum was sie gerade antreibt. Da widerspreche ich auch gerne diesem Freundschaftsträger, wenn er sagt dass es um das Feuer ginge. Sich nur um das Feuer zu kümmern, hieße Symptome zu bekämpfen. Und wenn deine Flamme ständig auszubrechen droht, dann nährst du sie falsch. Es ist also nicht das Feuer, um das wir uns kümmern müssen, sondern das was es nährt. Oder besser, die, die es nährt."
Er machte eine Pause und sah sie nachdenklich an.
"Das bist du, Vhenan. Du bist der Schlüssel zu deinem Problem."
Erst jetzt lächelte er, aber auf eine versonnene Art und Weise, wie man eben lächelt, wenn man eines kleinen Kuriosums gewahr wurde.
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Do Mai 19, 2016 6:23 pm

Ich bin doch kein Gestrüpp.“, murrte Vhenan irgendwann dazwischen, weil ihr der Vergleich mit dem Morgenkelch nicht passte. Sie meckerte aber nicht weiter, sondern hörte zu. Nani verstand den Vergleich, auch wenn er ihr seltsam erschien. Allerdings hatte sie nichts anderes von dem Steppenprinzen erwartet. Sie nickte hin und wieder leicht und betrachtete die scharfe Klinge, die dem Strauch sehr nah kam. Ein falscher Schnitt und er war hinüber.

Mehr oder weniger geduldig lauschte sie den Ausführungen und schüttelte am Ende den Kopf. „Du widersprichst der Freundschaftsträgerin nicht. Das hat sie auch gesagt. Wir saßen sogar am Feuer, als wir uns darüber unterhalten haben... weil es nachts verdammt kalt war. Sie hat die positiven Aspekte erwähnt. Es ist wirklich nicht schwarz und weiß, da hast du recht. Aber auch gute Dinge können zu viel des Guten sein. Zu viel Liebe kann dich erdrücken und einschränken, selbst wenn das seltsam klingt.“ Sie sprach es an, weil sie es kannte.

Ich weiß, dass ich das Problem bin. Aber ich weiß nicht, wie ich die Lösung finden soll. Kahina, so heißt die Freundschaftsträgerin hat mir ihr inneres Feuer gezeigt. Nicht metaphorisch gesprochen. Ich habe es gesehen... wirklich gesehen. Sie hat geleuchtet, gebrannt... und sie hat mir anvertraut, dass sie eine sehr lange Zeit gebraucht hat, um es zu zähmen.“ Vhenan setzte sich wieder etwas gerader hin.

Vielleicht war das eine metaphorische Antwort von ihr. Wie soll ich das anstellen? Jeder weiß worin die Quelle meines Zorns liegt. Was soll ich daran verändern? Ich fühle was ich fühle.
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Do Mai 19, 2016 6:50 pm

"Ach ja? Worin glaubst du denn, dass sie liegt?" Jael hob die Brauen an und ebenso das Kinn. Am Ende der Bewegung deutete er sacht in ihre Richtung und verlieh Wort und Geste nochmals ein klein Wenig Nachdruck. "Beschreib es mir. Was du fühlst und warum du glaubst, dass du es fühlst. Und bevor du fragst, ich denke, dass es wichtig ist, es auszusprechen."
Und damit ließ er sich, obwohl gerade erst aufgestanden, zwischen seinen Pflanzenkübeln nieder, verschränkte die Beine zum Schneidersitz und faltete die Hände in seinem Schoß.
"Bitte, fang an. Wir haben Zeit."
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Do Mai 19, 2016 7:14 pm

Völliges Unverständnis lag nun in Vhenans Augen, als sie Jael musterte. War das sein Ernst? War das nicht offensichtlich? Sie wollte tatsächlich fragen was das sollte, ließ es aber nach seinen Worten sein. Stattdessen sah sie zu Boden und blieb eine Weile stumm.
Ich habe es schon ausgesprochen. Es hat meine Situation verbessert, aber nichts an meinen Gefühlen geändert... das ärgert mich.“, gab sie nach einigem Nachdenken zu. „Ich habe dem Archon und anderen wichtigen Personen berichtet was die dort mit uns gemacht haben... er hat mich nicht verurteilt oder gerichtet... ein Teil von mir wollte das sogar...“ Sie schüttelte langsam den Kopf. „Aber er kennt mich nicht. Keiner von denen kennt mich und mir ist es völlig egal was die von mir halten. Ich habe denen den Bericht gegeben, weil es wichtig war... und weil ich gehofft hatte danach wieder frei zu sein. Das bin ich jetzt... keiner verurteilt mich wegen irgendetwas.... und trotzdem fühle ich mich nicht frei. Ich habe Raul ein paar Einzelheiten berichtet... aber er konnte mir nicht helfen. Er hat mir nur gesagt, was ich schon wusste... und das hilft mir nicht. Vielleicht könnte Neome mir helfen, aber... ich will ihr nicht berichten was dort alles passiert ist. Mir ist nicht egal was sie von mir denkt... und ich bin mir selbst nicht sicher wer ich gerade bin. Es fühlt sich nicht richtig an, dass ich hier bin. Nicht verdient. Nicht wie ein Sieg. Ich habe es mir irgendwie anders vorgestellt wieder hier zu sein.“, gab sie zu und stand, um ein wenig zwischen den Pflanzen herumzuwandern. Es war nicht viel Platz da, aber stillzusitzen war ihr gerade nicht möglich.
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Do Mai 19, 2016 7:37 pm

Jael leckte sich bedächtig die Lippen und wischte sich dann, als hätte er zuvor einen komischen Geschmack geschmeckt, mit den Fingern über den Mund. Dann schwieg er eine Weile, bewegte nachdenklich den Kopf hin und her und sprach schließlich in die aufgekommene Stille hinein:
"Das ist das Trickreiche an der Schuld, nicht? Die Leute, die es eigentlich nicht können, sprechen einen nur zu einfach davon frei. Aber es erreicht einen nicht. Nicht, wenn man sich, wie du - verzeih mir, dass ich rate - eigentlich nur selbst vergeben kann."
Der Chirya rührte sich kaum und dennoch konnte man ihn schwer durchatmen hören. "Ist ein elendes Gefühl. Und eines, welches wir schnellstens anpacken sollten."
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Do Mai 19, 2016 8:04 pm

Es ärgerte Vhenan gerade noch mehr, dass Jael sie so einfach durchschaute. Aber genau deswegen war sie ja irgendwo zu ihm gekommen. Sie hatte die Hoffnung, dass er ihr bei dem Schritt helfen konnte, den Raûl auch nur angedeutet hatte.

Ich will mir nicht vergeben. Ich will es mir verdienen.“, sagte sie streng und drehte sich wieder zu dem Chirya um.

Ich frage mich ständig, ob ich nicht hätte stärker sein können. Vielleicht wären andere dann auch noch am Leben. Die Zweifler sind Monster und sie haben uns gezwungen auch solche Monster zu werden. Das konnte ich nicht verhindern. Seit ich zurück bin fühlt sich alles... seltsam an. Falsch. Viel zu groß und trotzdem scheint alles zu wenig. Ich hatte bei dem Treffen mit dem Archon die Wahl es vergessen zu können. Alles. Das Abschlachten, die Schmerzen, die Verzweiflung... wie die Grauen uns gebrochen haben. Sie hatten mich auch fast soweit.

Nani wanderte ein paar weitere Schritte und setzte sich wieder, Jael musternd.
Aber ich habe mich bewusst dagegen entschieden. Weil ich sonst alle guten Menschen vergessen hätte, die dort gekämpft haben. Auch denjenigen, der für mich gestorben ist... Ich bin nur noch am Leben, weil sich jemand für mich geopfert hat. Und ich habe dieses Opfer angenommen. Ich habe Mira getötet, weil sie es verlangt hat. Ich wollte es nicht und ich habe es trotzdem getan... weil ich dachte, dass ich ihr nur so helfen kann... dabei habe ich ihre Seele vernichtet. Alles von ihr..." Nani sah zu Boden und atmete einmal tief durch.
"Und ich hätte dieses Opfer nicht für sie gebracht. Auch wenn ich es mir wünsche. Ich hätte mich vielleicht im Kampf für sie geopfert, ich habe mich mehrfach für sie verprügeln lassen, aber ich hätte nicht einfach so aufgeben wollen. Ich weiß selbst, dass es keinen Ausweg mehr für sie gab gab, aber... es war alles falsch was wir getan haben... Ich weiß nicht, ob ich dieses Opfer wert war... oder bin. Ich denke nicht. Und gerade stehe ich nur auf der Stelle und komme nicht voran, um mir mein Leben wieder zu verdienen und zu beweisen, dass ihr Opfer nicht umsonst war.
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Do Mai 19, 2016 10:11 pm

"Wenn du mich fragst, dann hast du ganz richtig gehandelt. Vergessen heißt nicht daraus und davon lernen zu können. Manche Erinnerung ist schlimm. So schlimm, dass es brennt, dass es unendlich weh tut. Ich... maße mir nicht an zu verstehen, nachfühlen zu können, was dir widerfahren ist. Aber, dass du die guten Menschen, wie du sie grad nanntest, die es nicht geschafft haben als höher und die Erinnerung an sie als wertvoller erachtest als dein eigenes Leid, Nani, das sagt einiges über dich aus. Und wenn du mich fragst, nur nobles." Jael machte eine Pause in der sich tiefe Falten auf seinem Gesicht abzeichneten, die ihn älter erscheinen ließen, als er für gewöhnlich aussah. Schließlich nickte er, ganz entschieden und kämpfte sich, begleitet vom so typischen Knacken der Gelenke wieder in den Stand. "Ich bin nicht du. Und es steht mir nicht zu dir eine 'Buße' auf zu erlegen. Aber wenn ich an deiner Stelle wäre, mit dem Wissen, dass ich habe und gemessen an meiner eigenen Erfahrung, ich würde an dieser Stelle ansetzen. Bei den guten Menschen die nicht vergessen werden dürfen. Wenn ich Dir also einen Rat geben darf, dann such deine Erlösung dort."
Er strich sich das Haar zurück, dass ihm offen über den Rücken fiel und band es mit einem bunten Bändchen zusammen. Als er seine Hände wieder sinken ließ, deutete er auf den Morgenkelch in seinem Kübel. "Wenn es Dir nichts ausmacht, wünsche ich mir, dass du dich von heute an um ihn kümmerst. Wer weiß, vielleicht hast du mehr Glück als ich. Er ist eine Diva, aber vielleicht ist unter den Chirya jemand der besser weiß was mit ihm anzufangen ist. Mallos Mutter war Gärtnerin. Vielleicht kann s- er dir helfen. Sieh es als Übung in Geduld." Jael konnte nicht anders als ein klein wenig zu lächeln. Dann sah er auf. "Und erzähl mir was du dir rund um die Zurückgebliebenen überlegt hast. Das muss nicht jetzt sein, aber denk drüber nach, so du meinen Rat annehmen willst. Es hat vielleicht nicht immer den Anschein, aber ich bin immer da. Und es wäre doch gelacht, wenn wir, um es mal wie ein Naihlar zu sagen, deinem Schiff ohne Kurs nicht eine neue Richtung verpassen könnten. Einen Kurs und ein Ziel."
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BeitragThema: Re: Spiel mit dem Feuer   Do Mai 19, 2016 10:54 pm

Nobel war kein Wort, das sie mit sich selbst in Verbindung bringen würde, weshalb Vhenan nur stoisch glotzte und keine Regung zeigte. Sie fühlte sich nicht nobel. Auch das Knacken seiner Gelenke, auf das sie eigentlich den ganzen Weg hierher gehofft hatte, konnte ihr kein Grinsen über die Lippen bringen. Sie kannte den Ort einer möglichen Erlösung noch nicht, dachte aber darüber nach. Bis die Pflanze ins Gespräch kam.

Sie musterte Jael ernst und sah dann zu dem Gestrüpp im Topf. „Was?“, fragte sie irritiert. „Ich hab doch schon das Huhn an der Backe.“, beschwerte sie sich und seufzte genervt. „Ich kann mit Pflanzen nichts anfangen... und Geduld habe ich am Hof gelernt. Oder es versucht...“, räumte sie ein. Immerhin hatte ihr Genefe vielleicht einen Funken Disziplin entlockt. Wobei eine unbeständige und launische Wahldisziplin ausbaufähig war.

Aber darum geht’s gar nicht...“ Sie machte eine wegwischen Handbewegung, um ihre Konzentration nicht zu verlieren. Die Ablenkung war durchaus verlockend, aber nicht Ziel dieses Treffens.
Wenn du meinst, dass es mir etwas bringt, dann meinetwegen... aber kümmer dich noch selbst um die Pflanze, bis ich mit Mallo gesprochen und einen Plan habe, sonst ist der Kelch schon tot, bevor ich etwas getan habe.“, sagte sie pragmatisch. Sie hasste Pflanzen. Sie waren zwar manchmal ganz hübsch anzusehen, aber damit hatte es sich dann auch.

Sie dachte einen kurzen Moment nach.
Was ist wenn ich das schon getan habe und es mir nichts gebracht hat? Ich habe versucht ihnen gerecht zu werden. Diejenigen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, die es nicht geschafft haben.“, begann sie dann einen neuen Gedanken.
Ich habe dem Hauptmann der Garde berichtet was mit seinem Gardisten dort geschehen ist und ihm dabei in die Augen gesehen. Ich habe jedem bei dem Gespräch offen gesagt, dass ich jemanden umgebracht habe, weil sie sich für mich, für uns alle dort, opfern wollte... ich habe niemals verborgen was ich getan habe. Was sie getan hat. Zuerst wusste es nur ich, jetzt wissen es viele. Auch du weißt es... Wenn ich sterbe weiß trotzdem noch ein anderer was passiert ist. Ich trage Miras Ring neben meinem eigenen Seelenstein immer bei mir, um einen Teil von ihr zu erhalten, auch wenn ich sie sowieso niemals vergessen könnte. Ich habe versucht ein Lied zu schreiben, um die Erinnerung an sie festzuhalten, wie wir es manchmal mit denjenigen tun, die auf See sterben. Ihre Körper werden vergessen, das Andenken an sie nicht. Ich habe viel versucht, aber... das reicht nicht. Wenn ihr Opfer nicht umsonst gewesen sein soll, von jedem, der dort auf irgendeine Weise gefallen ist, dann müssen wir diesen Krieg gewinnen. Und sie rächen. Jeden einzelnen. Bisher habe ich alles getan was ich konnte, um etwas zu bewegen, um Informationen zu vermitteln. Aber die waren alle nutzlos... Im Vademecum stand fast alles drin, was ich denen gesagt habe... und ich wusste es nicht einmal. Wenn ich jetzt etwas tun will, dann muss ich am Krieg teilnehmen. Und das kann ich nicht, weil mich etwas zurückhält. Ich weiß nicht einmal was es ist...
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Spiel mit dem Feuer
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