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 Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk

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Vhenan
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Fr Jun 10, 2016 7:59 pm

Was mochte Retransition wohl sein? Vhenan musterte das Huhn kritisch und kam sich einmal mehr dumm vor. Aber Intelligenz zeigte sich eben auf sehr verschiedene Weisen und die, die Nani selbst nutzte, reichten ihr erstmal. Sollte das Huhn doch reden.

Nimm mich nicht immer so wörtlich. Das war eine Metapher. Ich wollte sagen, dass er vor einigen Monaten für sich keine gute Zukunft gesehen hat. Und mit ausquetschen meine ich ausfragen.... über seine... Henne, wenn du so willst. Falls es denn schon soweit ist. Er bekommt ja manchmal seine Zähne nicht auseinander...... ich meine er kann sich nicht ausdrücken.“, übersetzte sie die neue Metapher gleich. Hühner waren anstrengend. „Ich werde dem mal nachgehen... wenn ich Zeit finde. Ich muss noch einiges erledigen. Und ja.... den pick ich an.“, erklärte die Naihlar grinsend. „Irgendetwas hat er garantiert angestellt und verdient es.... dann entscheide ich wie tief ich bohre. Kommt darauf an, aber ein bisschen schwitzen darf er schon.“ Naihlar hatten immer irgendetwas ausgefressen. Selbst Vhenan wartete noch auf zwei Wutausbrüche, aber ihre Vergehen waren bisher noch nicht entdeckt worden.

Du solltest dich von dem Hahn noch ausgiebig verabschieden, wer weiß wann du das nächste Mal dazu kommst.“ Vhenan grinste wieder erheitert und klemmte die Rumflasche zurück an ihren Gürtel.

"Weißt du wo der Gomba hingegangen ist? Vielleicht türmt er gerade mit deiner Kiste.... streng verboten.", wiederholte sie einmal mehr, um noch ein wenig darauf herumzuhacken.
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Fr Jun 10, 2016 9:02 pm

Gack kam sich beobachtet vor. Und sie hatte so eine Ahnung, dass Vhenan sie schon wieder kritisierte. Nun, natürlich die Sache mit der ;enschensprache - konnte Gack etwa etwas dafür, dass ihr bislang ein eher formaler Sprachunterricht zuteil geworden war? Aber da schien noch etwas mehr an Vhenan zu picken, und sie kam nicht so recht drauf, was es war. Nun ja. Dieser Wurm musste wohl zu einem anderen Zeitpunkt gezogen werden.

Nun, dann gut Pick an deinem Schreiber. Ich bin sicher, du kriegst den Schnabel tief rein. Gack war sich nicht sicher, wieso die Naihlar so großes Interesse an Urist' Stallgeschichten hatte, aber möglicherweise wollte sie ja selbst mal? Dieser Aspekt menschlichen Lebens war Gack immer noch fremd. Genau wie bei ihr selbst, wenn sie so darüber nachdachte.
Gack, ja. Der Hahn. Ich, äh, sehe mal. Sie hatte es tatsächlich vor ein paar Wochen versucht, als es ihr unter dem Gefieder gejuckt hatte. Es war ... seltsam. Natürlich war alles so gewesen, wie es in ihrer Erinnerung war - das Drängeln um einen guten Platz, das aufspreizende Dahinglucken - aber irgednwie doch anders. Sie ahnte, dass sie mit einem einfachen Hahn wohl nicht mehr zufrieden sein könnte. Es mussten wirklich noch mehr von ihrer Sorte her. Oder - und das war wirklich nur eine theoretische Überlegung - es würde mal umgekehrt ablaufen. Wenn man einem Huhn Menschenverstand geben konnte, warum nicht einem Menschen einen Huhnskörper. Wäre eigentlich nur fair.

Hmm ... gack. Der Gomba ist, denke ich, zu einer von den neuen Trinkzelten gegangen. Schießen wie Würmer aus dem Boden, nachdem, was ich gehört habe. Gibt mindestens vier neue, am Hafen, seit voriger Woche. Gack.
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Fr Jun 10, 2016 9:15 pm

Vhenan reagierte mit einem befremdeten Blick auf Gacks 'Andeutungen'. Sie sollte auf die Hühnersprache vielleicht nicht so viel geben, sonst bekam sie noch Kopfschmerzen.
War ja nur ein Vorschlag.“, stellte sie kurz angebunden fest, stand auf und rückte ihre Kleidung zurecht.

An den Docks also. „Na dann... Nadul aîdu! Enin Njama!“ Sie wollte sich umdrehen und stutze.
„Du kannst ja jetzt schlecht durch den Vordereingang herausspatzieren. Gast du hier eine Geheimtür? Oder muss ich dir einfach das Zelt hochhalten?“, fragte sie interessiert, denn die Tarnung musste ja aufrecht erhalten werden.
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Fr Jun 10, 2016 9:24 pm

Gack hätte gegrinst, wenn ihre Anatomie es gestattet hätte. So begnügte sie sich mit einem selbstzufriedenen Gackern.
Weder noch. Gack. Wo versteckt man ein Huhn besser als ...
... und mit diesen Worten flatterte sie vom Tisch herunter und an die rückwärtige Zeltwand. Hier hing eine dünne, unscheinbare Schnur zwischen zwei aufgespannten Tüchern. Als Gack daran zog, glitt die Zeltplane ein wenig zur Seite und gab den Blick auf eine rissige, braune Lehmmauer frei. Leises Gackern tönte von der anderen Seite.
... unter anderen Hühnern. Fietes feines Federvieh, fügte sie erklärend hinzu.
Dann gackerte sie noch ein wenig mehr. Der Wunderschädel des mächtigen Gahack hat Fiete prophezeit, dass ihm die Genitalien abfaulen werden, wenn er jemals ein braun geflecktes Huhn mit hellgelben Schnabel verkauft, sagte das braun gefleckte Huhn mit dem hellgelben Schnabel. Also nimmt er nur meine Eier. Und fürchtet sich so sehr, mich anzuschauen, dass er nie merkt, wenn ich ... hier ... durch diesen ... Spalt ... gack. Nudeldidu auch für dich, Vhenan. Bis bald.
Und da war das Huhn auch schon in der Mauer verschwunden.
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Fr Jun 10, 2016 10:01 pm

Ahja.... bis bald.“ Das Huhn war weg und Vhenan allein. Sie schüttelte einmal mehr den Kopf über diese seltsame Verbreitung von 'Angst und Schrecken'. Sie war sich nicht ganz sicher, ob das so sinnvoll war. Aberglaube hin oder her, nur durch geschürte Furcht Erfolg zu haben war.... für sie nicht undbedingt profitabel. Da wurde nur ein kleiner Teil des Potentials ausgeschöpft. Noch dazu ein schlechter.
Die sollten ihre Geschäftsidee noch einmal überdenken“, murmelte sie für sich. Mit ein wenig Geschick konnte man nämlich auch gute Dinge prophezeien und die Moral der Stadt erheblich und ohne großen Aufwand heben. Diese Idee würde sie Cohjons bald unterbreiten.

Draußen angekommen nickte sie den (in mehrfahrer Hinsicht) zurückgebliebenen Ghalmaren mit einem leichten Grinsen zu und lief um das Zelt herum. Da war ja auch der Hühnerverschlag. Was für ein Zufall! Idioten!

Ihre kleinen Füße trugen die Naihlar zielsicher zum Hafen hinunter. Sie schlug den Weg zu den Docks ein und musste erstmal eine Weile laufen, um hinunter ans Wasser zu kommen. Endlich roch es wieder nach See. Und sie hörte die Wellen rauschen. Für einen Moment blieb sie stehen und nahm die Atmosphäre in sich auf. Es leuchteten tatsächlich neue Lampen an einladenden Gebäuden. Lärm und erste Satzfetzen in Chollodan drängten in ihre Ohren, sie atmete die vertraute Duftnote von Salzwasser, dem Gestank von Urin und Erbrochenem ein und ihr Herz ging auf. Nein, sie rümpfte nicht die Nase, sie grinste. Offenbar war das Fusel gut. Bis ein Naihlar mal so auseinanderfiel brauchte es etwas. Da ging ja sogar Reeek schneller kaputt! Bei dem Gedanken an den völlig zerstörten Seher der Rotte musste sie wieder grinsen.
„Das ist ja fast wie Zuhause im Nordhafen.“, schwärmte sie ein wenig verträumt und seufte.

EEEYYYY! ATATA!“, rief die Kleine laut in den Raum hinein und freute sich darüber, dass so viele ihrer Lanzleute hier waren. „Gombad mor ova.“, murmelte sie leiser und stolperte innerlich über den Gedanken. Es war für den Moment doch gar nicht so gut, dass die alle hier waren. Vielleicht wären sie besser erst hier gelandet, wenn die Bedingungen für die kommenden Monate feststanden. Die Machtlosigkeit störte sie mit am meiste. Davon hatte sie endgültig genug. Sie war das ganze letzte Jahr machtlos gewesen, das musste sich endlich ändern. Ein Anflug von Wut flammte in ihr auf, als die unter dem Fischernetz hindurchlief, das dekorativ an der Decke gespannt war. Die Taverne war nicht groß, aber voll und mit maritimen und besonders naihlarschen Motiven geschmückt. Muscheln, Krabben... vergoldete Dinge, die im Kerzenschein glänzten und teurer aussahen als sie waren. Rote und schwarze Tücher lagen herum. Sitzkissen! Endlich keine ungemütlichen Lehnen mehr! Dass niemand am Hof ihre Beschwerden nachvollziehen konnte war sehr befremdlich für sie gewesen. Aber da klafften einige Kulturunterschiede.

Und da saß auch schon ihr Ziel. „Gomba!“ Sie klopfte Cohjons auf den Rücken und ließ sich scheppernd neben ihm auf einen freies Kissen fallen. In einer Ecke saß jemand mit einer Ukulele und spiele Seemannslieder.


Ich habe direkt einen Verbesserungsvorschlag für deine..... Geschäftsidee! Ihr solltet jemanden anheuern, der die Dinge zufällig eintreten lässt, die ihr verkündet. Dann füllen nicht nur Angst und Schrecken unsere Geldbörsen sondern auch mal gute Gedanken und die Leute sind nicht immer so mies gelaunt. Ist da von euch noch keiner drauf gekommen?“, kam sie gleich zur Sache und hob den Arm in Richtung Schankwirt, der auch ein Naihlar zu sein schien. Dann wusste sie auch gleich was sie zahlen musste. Und dass der Fusel einigermaßen gut war.

Meh Gdemed ân Rum! Ma nim jaspa!“, lud sie sich selbst ein und würde davon nur abrücken, wenn sich der gute Herr beschwerte. Wenn überhaupt.
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   So Jun 12, 2016 11:02 pm

Cohjons hatte wirklich kein Glück an diesem Abend.

Das Gute daran, viele Naihlar in einer Stadt versammelt zu haben, ist die deutlich höhere Tavernendichte sowie das angehobene Glücksspielniveau. Leider ist das Schlechte an einer hohen Naihlarpopulation sehr stark mit diesen Fakten verbunden: Bei Glücksspiel, gerade unter Alkoholeinfluss, kann man auch verlieren.
Zumindest, wenn man nicht so gut darin ist.

Es wollte ihm einfach nicht in den Kopf. Allen anderen schien es so leichtzufallen - trinken, würfeln, lachen und dann doch immer mit mehr Kupfer in der Tasche aus dem Zelt zu torkeln, als man hineingetragen hatte. Verlieren - das war etwas für Chirya und Ghalmaren. Oder für wirklich Fremde. Aber ihm wollte es einfach nicht gelingen.
Zadan je. Nij badann ahagoch., murmelte er zu der dunkel gelockten Frau neben sich. Die nickte nur, lächelte und nahm sein Kupfer an sich. Früher hätte er ein wenig Nachlass bekommen, für ein so offensichtliches Eingeständnis der eigenen Niederlage. Aber die anderen Gombas wussten natürlich von seinem Erfolg mit dem "großen Gahack" und kannten keine Gnade.

Immerhin, das war mal ordentlich Chaba. Es war ihm lange ein Rätsel gewesen, weshalb keiner draufgekommen war, was hinter dem Zauberschädel wirklich steckte, aber dann hatte ihm das Huhn es erklärt: Bis auf die Oshead hatte es einfach mit niemandem gesprochen und die wengien Geschichten von einem sprechenden Huhn waren als das übliche Cath abgetan worden. Die anderen kamen in diesen Tagen hauptsächlich vorbei, um endlich rauszukriegen, wie er das mit der Stimme machte - was ihm nur recht sein konnte, denn so bekam er zumindest sein Kupfer wieder ...

Gerade waren seine Gedanken so schön bei seinem kleinen Erfolg, als (er hatte natürlich nicht aufgepasst) die verdammte Vhenan neben ihm aufs Kissen krachte. Da hockte das Ende von seiner Ellana.
Und tatsächlich - die verdammte Nardioch redete schon davon, sein Geschäft zu übernehmen. Na, aber bestimmt nicht ohne Widerstand.
Atata, Nenani. Aid shajam ain Rum, äth. Und mit dem "Jemand", da meinst du vermutlich dich selbst, oder? Nanuz jora ni aî.
Dabei setzte er sich ein wenig auf und nickte dem Kerl hinter der Theme zu. Sollte sie ihren Rum bekommen, wenn sie das davon abhielt, ihm das Geschäft zu klauen.
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   So Jun 12, 2016 11:53 pm

Ich würde mich anbieten, aber.... da gibt es ein Problem. Wir müssen uns unterhalten“, offenbarte die Kleine frei heraus und wunderte sich, dass Cohjons sie mit dem Namen ansprach, der den ganzen Spott automatisch aufhob. War das Absicht? Misstrauisch beäugte sie ihren Lanzmann und wunderte sich einmal mehr.

Dein Geschäft löst sich sehr bald auf. Gack wird so schnell es geht zurück in die Südlande reisen. Dorhin wo sie hingehört. Den Grund wirst du später erfahren, wenn die Pakata und der Mahzhak gesprochen haben“, erklärte sie weiter und machte es sich auf dem Kissen gemütlich. Sitzen war nach dem langen Marsch, dem Kämpfen und dem erschöpfenden Weg zurück doch eine angenehme Abwechslung. Vielleicht war das hier das letzte Mal, dass sie es tun konnte, denn es wartete eine Menge Arbeit auf sie alle.

Vhenan beobachtete die anderen Naihlar unaufdringlich, nahm Eindrücke auf und war gedanklich doch ganz woanders. Sie dachte an das was kommen mochte... vielleicht war es nur der Untergang von dem was sie alle kannten. Ein Wandel, nichts weiter. Das was sowieso unaufhaltsam und vor allem auch notwendig war. Veränderungen waren wichtig. Und Prozeihungen neigten ja dazu besonders dramatisch auszufallen, weil sich sonst kein Schwein bewegte. Wenn Vhenan etwas bewegen wollte, wurde sie auch immer besonders deutlich und übertrieb gerne. Es war für sie wie immer schwierig ihre Gedanken zu ordnen, besonders jetzt wo sie einige Dinge hinter sich gelassen hatte. Den lodernden Hass auf die, die ihn nicht verdient hatten. Fühlten sich Krieger nach einer erfolgreichen Schlacht immer so? Seltsam. „Hm.“, seufzte sie leise in das Getöse hinein und starrte auf ihre Hand, die in der Hohld bei dem Ritual gefühlt brennend zerschmettert worden war, bevor der Schmerz sich unaufhaltsam weitergebohrt hatte. Sie wusste noch immer nicht genau wofür. Was fühlte sie gerade? War es Mitleid? Nicht wirklich... Neues Vertrauen? Nein, das war es auch nicht ... Ihre ehemaligen Feinde waren noch keine Freunde und würden es auch so schnell nicht sein. Aber sie waren wieder Verbündete, das war mehr als vor vielen Monaten denkbar gewesen wäre. Wie nannte man dieses Gefühl?

Jedenfalls brauch ich dein Silber dafür. Ihren Anteil. Oder hast du gedacht du müsstest sie nicht auszahlen, weil sie ein Huhn ist? Oder weil...“ Vhenans Mundwinkel zuckten erheitert. "...sie es dir streng verboten hat?"
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Di Jun 14, 2016 9:09 pm

Was?! Ich wusste es, du willst ...
Cohjons konnte sich gerade noch fangen. Natürlich hatte sie es auf sein kleines Geschäft abgesehen. Natürlich hatte sie bereits einen Plan, wie. Und natürlich hatte er sich hinreissen lassen, die Sache nur noch schlimmer zu machen. Wer seine Beherrschung verlor, der war bereits unten durch. Lässig und tückisch, so lösten Naihlar ihre Probleme. Dass er den anderen Spitznamen verwendet hatte, hatte sie kurz aus der Fassung gebracht hat. Jetzt nur nicht die Nerven verlieren ...

Er lächelte, schenkte noch einen Schluck ein und versuchte, seinen kleinen Ausbruch zu überspielen.

Ha, das ist doch ein Witz, oder nicht? Hat sie mir gar nichts von gesagt.
Er vergewisserte sich, dass niemand von den anderen so genau zuhörte, bevor er weitersprach.
Ich meine, ist ja nicht so, als ob so eine Reise für ein Huhn sehr sicher wäre. Je mehr Silber an die, die sie rüberschaffen, desto besser, oder? Jetzt kniff er die Augen ein wenig zusammen, beugte sich nach vorne. Hier war bestimmt noch mehr im Gange - er musste nur rauskriegen, was? Vielleicht konnte er Vhenan ein wenig außer Fassung bringen, etwas rumbohren.
Scheint mir, da ist doch was los, nicht? Hat vielleicht dieser böse Zauberer, der sie geschaffen hat, sich gemeldet? Ich wette, das ist es. Er klopfte mit dem Finger an seine Nase und grinste Vhenan verschwörerisch an. Er hatte natürlich nicht alles verstanden, was dieses seltsame Wesen über ihre Heimat erzählt hatte, aber dass da Magie im Spiel war, das hatte er verstanden. Und Magie, das war etwas Böses, Gefährliches, Unberechenbares, das wusste jeder.
Will sein Spielzeug wieder, dieser Schaddes. Und wenn wir nicht spuren, dann regnet es Elefanten, oder so.

Er rückte noch ein wenig näher an Vhenan heran. Seine Stimme senkte sich zu einem selbstzufriedenen Flüstern.
Wenn das rauskäme, da wär hier aber ya timeth. Sollte man lieber boka zumachen, hm? Ist natürlich schwer, das. Braucht man vielleicht neya malmaha ... äh, morlomi, zum Ausgleich.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Di Jun 14, 2016 10:11 pm

Eine derartige Reaktion hatte die Kleine erwartet. Ablehnung, direkt gefolgt von einem Versuch es abzuwenden. Wäre die Situation nicht so ernst, hätte sie sich vielleicht einen Spaß daraus gemacht, aber diese Leichtigkeit hatte Vhenan irgendwo im letzten Jahr verloren. Sie war ernster geworden, wenn es wichtig wurde. Leider war sie aber genau dadurch auch leichter aus der Fassung zu bringen als vorher. Cohjons ging ihr ganz leicht auf die Nerven.
„Reisen sind für niemanden sicher. Man muss es nur geschickt anstellen. Bau dir ein neues Geschäft auf, darin bist du doch gut. Aber Gack ist nicht verhandelbar. Ich trage die Verantwortung für sie und ich schicke sie zurück, weil ICH es für richtig halte. Und weil sie es will. Du hast an dieser Stelle gar nichts zu melden, Gomba.

Nani blickte ihrem Lanzmann ernst in die Augen und verengte sie zornig.
Ich sage dir das jetzt nur ein einzige Mal: Du kannst versuchen Geld aus mir herauszupressen, das gehört auch für mich zum guten Ton.“ Sie machte eine dramatische Pause und beugte sich nun ihrerseits zu ihm hinüber. „Aber droh mir noch ein Mal und ich garantiere dir, dass keine einzige deiner neuen Geschäftsideen hier aufgehen wird. Und das ist keine versteckte Drohung, sondern eine offene, Jaspa.“, knurrte sie ihm entgegen und nahm wieder Abstand.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Di Jun 14, 2016 11:10 pm

Ach, so war das also. Auf einmal wollte auch die sonst so brave Vhenan nicht mehr mitspielen, wenn es um ihren eigenen Gewinn ging. Aber natürlich, er wurde angemault, wenn er die Regeln brach.

Natürlich konnte er nichts machen. Die Gombas waren alle auf ihrer Seite. Das war eben so, wenn man klein, reich und tak war und gute Verbindungen zur Pakata hatte. Dann wollten einem alle neldad den shratta schrubben. Also, wieder mal ketta. Aber er wollte verdammt sein, wenn er sie den Triumph auskosten lassen würde.

Nanuz jora ni aîn, nah nij. Ehja ayl jan kenjei, spuckte er ihr entgegen. Dann stand er auf und zog den Beutel vom Gürtel. Ain yabah vil. Tha tur chabadad. Und mit einem Kopfnicken verwies er auf die Gewinner, die auf den restlichen Kissen saßen und demonstrativ in die andere Richtung schauten. Sie hatten ja auch kaum gelauscht.

Mit ein paar Schritten war er zum Zelteingang hinaus und in das Gewimmel verschwunden.


Taktshad, die am meisten gewonnen hatte, schob ihren Münzstapel vorsichtig in die Bluse, bevor sie sich zu Vhenan hinüberbeugte und sagte: Warum war er denn so sauer? Und wofür hat er dir dreissig Silber geschuldet?
Dabei grinste sie anzüglich. Sie konnte nicht anders.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mi Jun 15, 2016 12:12 am

Mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen lehnte sich Nani entspannter zurück und war froh nicht wieder ein Messer oder eine Axt hinterhergeworfen zu bekommen, wie es in der Hohld mit diesem Morok geschehen war. Dass der gleich so übertreiben musste.... Cohjons war da doch zivilisierter.

Anmei. Thä jani ân ayl.“ rief sie dem davonstapfenden Kerl hinterher und wog den Beutel in der Hand. Waren das wirklich 30 Silber? Sging davon aus, denn er wusste ja was ihm drohte, sobald er sie betrog. Aber sie wären doch keine Naihlar, wenn er es nicht versuchte und sie ihm nichts entgegenbrächte. Den fehlenden Rest holte sie sich schon noch bei den anderen hier. Machtspielchen gehörten dazu. Langsam wurde dieses 'Spiel' für Vhenan aber ernster. Arden hatte ihre kompromisslosigkeit zu spüren bekommen... Sogar Raul hatte sie einen Befehl erteilt. Dass die ihre Ziele immer so schnell aus den Augen verloren war ihr unbegreiflich. Man musste Wege doch zuendegehen. Und wenn es wirklich hart auf hart kam... konnte Vhenan niemanden mehr ernst nehmen. Es gab doch so gut wie keine Konsequenzen, die sie nicht bereits gespürt hatte. Womit wollten die also drohen? Um ihr etwas Neues zu bieten, müssten sie sie schon umbringen. Das war arrogant, aber leider doch wahr.

Sie sah dem Beleidigten noch ernst und nachdenklich nach, bevor sie auf die Dame mit dem Silber im Ausschnitt reagierte. „Ach... der ist beleidigt weil ich seinen Trick mit dem Schädel durchschaut habe.“, log sie dreist und erwiderte das Grinsen. „Und nein, ich verrate dir das Geheimnis nicht.Jedenfalls nicht einfach so, ergänzte ihr Blick und sie nippte an ihrem Rum.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mi Jun 15, 2016 1:14 pm

Ha, Trick. Ist doch einfach nur ein talpahk und dann macht er tumodith.

Der Talpahk bist du selber, lachte Taktshad dem hageren, schnurrbärtigen Naihlar entgegen, der sich gerade eingemischt hatte. Cohjons nethim tumodith.
Aber sie war jetzt angeheizt. Schon seit Wochen war nicht rauszukriegen, wie Cohjons den Kopf zum Sprechen brachte. Seine Stimme war es nicht, und das Mundrohr führte nur in ein hohles Tischbein, in dem nicht einmal Platz für ein Kind war. (Sie hatte natürlich nachts mal nachgesehen, beziehungsweise später mit einem geflirtet, der nachgesehen hatte.)
Also drehte Taktshad sich wieder zu Vhenan hin, legte ihr zuckersüßestes Lächeln auf und zog die Bluse etwas nach unten. Dass die kleine Oshead auch eine lanatshad war, war allgemein bekannt. (Taktshad hatte hier keine Vorurteile. Jeder, der machte, was sie sagte, wenn sie mit den Augen klimperte, war ihr Freund.)

Och, das ist doch aber furchtbar nejaspa von dir. Ajdû badenn mîch bala jaspad morâniador. Sie rückte noch etwas näher und ließ den betörenden Hauch ihres Parfüms (das recht teuer gewesen war, aber der Händler hatte am anderen Morgen doch einen Nachlass gegeben) wirken
Yamma, jaspa, flüsterte sie Vhenan ins Ohr
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mi Jun 15, 2016 6:33 pm

Natürlich folgten Vhenans Augen der tiefersinkenden Bluse, wie könnten sie das nicht. Auch den angenehmen Duft nahm sie wohlwollend auf. Es hatte Spuren hinterlassen, dass sie seit Wochen nur mit drei Herren herumgereist war. Schlechtere Manieren und Beläge in der Nase, da durfte man sich ruhig mal etwas gönnen, wie sie fand. Sie sog den Duft noch einmal bewusst ein und wandte ihren Blick majestätisch ab. Grinsend, weil den Herren bestimmt nicht passte, dass die Naihlar jetzt hier das Lustobjekt war und nicht sie. Aber Vhenan hatte nun einfach die bessere Karten und Taktschad war in dieser Hinsicht bestimmt genauso wählerisch wie Nani selbst. Wenn sich etwas bot, das man wollte, musste man zuschlagen und irgendwie ans Ziel kommen.

Hmmm.... ich könnte mich vielleicht dazu hinreißen lassen ein paar.... Hinweise zu streuen... Aber dafür muss ich überzeugt werden. Ich bin ja kein Bolchan...“, meinte sie ruhig. Vhenan hing selbst schon am Haken, versuchte aber noch Schadensbegrenzung zu betreiben. Sie wollte Gack natürlich nicht verraten, fragte sich aber gleichzeitig, ob es überhaupt einen Unterschied machte, wo das Huhn doch bald eh weg war. Oder aber sie zog die Hinweise in die Länge und verteilte sie an ein paar Abenden... dann hatten sie beide etwas davon und Gack war auf dem Weg, wenn es rauskam.

Bisher warst du nicht würdig dieses Kunststück zu durchschauen... Informationen muss man sich verdienen, weißt du?
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mi Jun 15, 2016 11:52 pm

Yaimbwar betrachtete teilnahmslos das Geschehen. Früher, da wäre er bei dem Anblick noch eifersüchtig geworden. Aber heute wusste er, dass es mit Taktshads Zuneigung ebenso war, wie mit dem Wind. Außerdem würde sie ohnehin wieder bei ihm vorbeigekrochen kommen, wenn er das näcshte Spiel gewann.Je naihlgrul, je naihl, murmelte er in seinen Bart und drehte sich nach dem Rum um.

Zcarena hingegen war nicht so abgestumpft. Als die schöne, dralle Naihlar sich zu der kleinen Oshead hinunterbeugte, konnte sie von der Seite das Spiel von Taktshads bunana unter dem dünnen Stoff beobachten. Letzte Woche, als sie den neuen Tabak hatte bekommen konnen, da hatten sie noch für sie gespielt. Ihre Finger verkrallten sich in die Handflächen und sie zischte leise. Gnäth noah.

Taktshad hörte gar nicht hin. Wenn nächste Woche das Boot mit der neuen Lieferung Tabak kam, würde sie sie schon wieder beruhigen.
Im Moment konzentrierte sie sich auf ihr ganz persönliches Portfolio an besonderen Fähigkeiten. Es war fast eine Kunst - und Vhenan zierte sich auch noch so niedlich. Sie ließ die andere Hand sachte über den Arm der kleinen Oshead gleiten ... nicht zu fest, wie ein Windhauch nur, als ob es von allein geschähe. Ebenso scheinbar wie von selbst glitt sie, weich und doch fest, mit dem Bein auf Vhenans Schoß. Ihre dabei verließ ihr Blick nie Vhenans Körper und nur selten ihre Augen.
Bin ich denn so schlimm?, flüsterte sie kokett. Magst du mich denn gar nicht? Nicht mal ... ein ... Stückchen? Bei diesen Worten ließ sie ihre Haare durch die Luft flirren, und erneut atmete die kleine Oshead Flieder, Rosenöl und einen Hauch Seeluft. Es mischte sich aber noch eine andere Note darunter - tiefer, wilder, fast schon animalisch. Eine glänzende Schweißperle rann Taktshads olivbraunen Hals hinab.
Ich kann doch sicher was Nettes für dich tun, hm?
Sie ließ ihre Finger durch Vhenans Nacken wandern. Ihre andere Hand lag nun wie zufällig auf Vhenans Schenkel und rutschte mit jeder kleinen Bewegung etwas weiter nach oben. Sie beugte den Kopf vor und für einen Moment konnte Vhenan eine Zungenspitze an ihrem Ohrläppchen fühlen, umspielt von einer Wolke warmen Atems.
Tan badenn iä? Nadûl ajdû mi sarath tûnuchta glanath ân?
Es war eigentlich mehr ein Anbau, errichtet aus nachtblauen Zeltbahnen, unter denen im Dämmerlicht ein breites Bett stand. Der Wirt verlangte dafür nichts extra, bekam aber immer großzügig Trinkgeld.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Do Jun 16, 2016 6:27 pm

Hoo, das lief ja ausnahmsweise einmal wie am Schnürchen. Aber auch nur, weil Taktschad etwas wollte, und der Oshead offenbar sofort abnahm die Information zu haben. Interessant. Das sollte sie sich merken und vielleicht öfter einmal Dinge behaupten, wenn das jedes Mal so endete. Das ging ja schneller als gedacht.

Ein äh... kleines.... großes Stückchen vielleicht...?“ Nani räusperte sich leise und dachte kurz nach. Sie musste sich ein wenig beherrschen nicht zu viel zu verraten, aber darüber konnte sie sich ja auf dem Weg weiter den Kopf zerbrechen. Oder es im Eifer des Gefechts vergessen. Am besten ließ sie sich überraschen. Tanze und Liebe Ein Grinsen schlich sich erneut auf ihre Lippen. Ob der Herr es so gemeint hatte? Erschöpft war man danach in jedem Fall. Vhenan schloss kurz die Augen, als sie Finger in ihrem Nacken spürte und brummte genießend. Da konnte sich der Jupp wirklich ein paar Scheiben von abschneiden. Von Taktschad könnte er etwas lernen... vielleicht kam er dann auch irgendwann mal zum Zug.

Wieder grinste die Naihlar blöd und erhob sich mit einem Ruck, hebelte Taktschad einfach mit in die Höhe. Warum denn eigentlich nicht? Es gab keinen Grund es nicht zu tun.

Vazmo...nij shaun dith thä... hmmm.... wenn du mir deinen richtigen Namen verrätst.“ Das konnte ja nur ein Spitzname sein, der genau aus diesem Verhalten resultierte. Auch Vhenan war neugierig. Und entschlossen.

Nadul ajdu!“, forderte sie plötzlich energischer und schob Taktschad mit einer Hand in Richtung des gut besuchten Ortes. Noah, hm? Vhenan warf der beleidigten Frau im Vorbeigehen ein Grinsen zu. Hure, Dockschwalbe, Tavernenschönheit... am Ende war das doch alles egal, solange jeder mit den Regeln einverstanden war. Es geht nicht ums Silber... es geht um den Spaß. Oder der spaßige Weg an Informationen. Nani ließ Cohjons Silberbeutel in eine Gürteltasche gleiten und verschwand dann für... intensive Gespräche aus dem Hauptzelt.

Sie verriet nur, dass Cohjons einen Komplizen hier in der Stadt hatte, der dem Schädel seine Stimme lieh.

[geschlossen oder Szenenwechsel?]
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mo Jun 20, 2016 1:27 pm

[Szenenwechsel]


Etwa eineinhalb Stunden später

Inzwischen war die Nacht hereingebrochen, und fahles Mondlicht schien durch die Klappe im Dach des Zeltes. Es glitzerte auf zu Boden geworfenem Schmuck, glitt über achtlos verteilte Tücher und Kleidungsstücke und beschien das große Bett, auf dem sich zwei Gestalten unter die dünne Decke gekuschelt hatten.

Dann schlug eine von ihnen die Augen auf. Sosnazith, wie Taktshad wirklich hieß, streckte den Fuß vorsichtig nach unten. Ihr kleiner Zehl strich über das Durcheinander am Boden, tastete langsam nach einem guten Platz zur Landung.

Langsam, ganz langsam. Nur Vhenan nicht aufwecken. Nicht hier ... da auch nicht ... hier lag die Baumwollschnur .... dort der Ball mit den Federn ... da der Krug mit dem Kokosöl ... hier, neben dem Elfenbeingriff (den sie ohne die Klinge daran viel besser brauchen konnte), da war Platz.
Sie glitt behutsam aus dem Bett und stand einen Augenblick später im Raum.

Verdammte Oshead! Ein "Komplize in der Stadt". Aber sicher. Und wie, bitte schön, projezierte der seine Stimme in den Kopf, ohne Rohr oder falsche Wand? Doch Vhenan hatte nicht mehr verraten wollen, selbst dann nicht, als Sosnazith die Sache mit den drei Fingern, den in einer Seidenschnur verknoteten Perlen und dem Plüschelefanten gemacht hatte. So ein Sturkopf!
Sie wollte nicht Taktshad genannt werden, wenn es ihr nicht doch gelänge, ein wenig Profit aus der Sache zu schlagen. War da nicht ein Beutel gewesen, der so lustig geklimpert hatte?

Ihrer Meinung war es nur fair, wenn sie für ihre Bemühungen etwas bekam. Die Kleine war ja ganz nett gewesen, aber normalerweise zog Taktshad Männer vor; die wussten besser, dass sie dankbar zu sein hatten. Frauen schienen bisweilen der (irrigen) Meinung zu sein, dass es auch so schon verdient hätten, dass Taktshad sich um sie kümmerte.

Ihre Finger tasteten vorsichtig um den Haufen herum, in dem sie Vhenans Grütel vermutete. Hier das Tuch ... da war der linke Dolch ... aber wo war der Beutel? Verdammt - war die kleine Oshead etwa so schlau gewesen, den Gürtel wieder an sich zu nehmen, nachdem er seine Aufgabe als Handfessel erfüllt hatte? Taktshad trat an das Bett, und tatsächlich, da hing er. Eine Hand umfasste die Schnalle - er würde nicht zu öffnen sein. Nicht weiter wild, es gab ja noch andere Möglichkeiten.

Sie fasste nach unten in ihren eigeen Haufen Kleidung und zog das kurze Messer mit der scharfen Klinge hervor. Dann machte sie sich daran, den Lederbeutel vom Gürtel zu schneiden. Jetzt durfte die Oshead nur nicht aufwachen ...
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mo Jun 20, 2016 8:13 pm

Vhenan war schon längst wach und bis eben noch davon ausgegangen, dass Taktschad einfach die Kurve kratzen wollte, wie man das hin und wieder so tat. Sie hatte kurz darüber nachgedacht in ihr Zelt zurückzugehen, war dann aber zu faul gewesen und hatte geplant hier weiterzuschlafen.... bis zu dem Moment, an dem sich die Gomba an dem Gürtel zu schaffen machte, der besonders wichtig war. Innerlich grummelte die kleine Naihlar und warte mit geschlossenen Augen ab.

„Eins muss ich dir lassen... du bist leise.“, murrte Nani verstimmt, aber anerkennend, bevor sie die Augen aufschlug und besitzergreifend nach dem Beutel griff. „Das ist nicht deins.

Sie gähnte leicht und schüttelte den Kopf. „Und ich werde dir keine weiteren Hinweise geben, wenn du so undankbar bist.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mi Jun 22, 2016 2:26 pm

Taktshad schaffte es gerade so, ihren Schreck zu verbergen, als sie merkte, dass die Oshead die ganze Zeit wach gewesen war. Verflucht, war das Biest gut!

Zuerst wollte sie sich so gut wie eben möglich aus der Situation herausflirten. Ihr Blick wurde weich, ihr Rücken bog sich und sie ließ die Schweißperlen auf ihrer Haut im Mondlicht funkeln. Aber was Vhenan dann sagte, änderte ihre Stimmung sehr schnell.

Undankbar? Was glaubte diese gnäth glimp eigentlich, wer sie war?! Takthads Augen verengten sich, ihr Mund verzog sich zu einer höhnischen Fratze. Sie schnellte zurück und ließ den Beutel achtlos fallen. Münzen kullerten auf dem Boden umher.
Nij tam ayl anmei dith?! Namaque, aid jan nebadenn Taktshad. Aen ayl thä jan nebadenn tak tshad. Sie glitt auf einem Fuß herum und achtete dabei darauf, dass ihr Körperbau besonders gut zur Geltung kam. Sollte die kleine Bolchan doch ruhig sehen, was sie verpassen würde.
Ân ânach ayl thim aî ndelio tshad!

Anstatt ihre Kleidung aufzuheben, schlang sie sich einfach das dünnste Tuch, dass sie greifen konnte, um die Hüften. Dies hatte den doppelten Zweck, sie nicht noch auf dem Boden herumkriechen zu lassen und gleichzeitig Vhenan ihren prachtvollen apei zu präsentieren. Wie eine Königin stolzierte sie zum Zelteingang, wo sie sich noch einmal gegen den Pfosten räkelte.
Und das Geld, das Cohjons dir noch schuldet - schau nicht so, das war offensichtlich - das kriegst du bestimmt nicht von mir wieder. Da musst du dir schon was gutes einfallen, neanmei gwazha!
Und dann rauschte sie hinaus.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mi Jun 22, 2016 6:52 pm

Nani beobachtete die andere Frau wie immer amüsiert dabei, wie sie sich aufplusterte. Der letzte Satz entlockte ihr ein leises Lachen. „Sei doch nicht gleich so beleidigt, Namaque!“, rief sie hinterher und drehte sich unter dem Laken um. „TAK APEI!“, rief sie noch laut hinterher, bevor Vhenan kurz die Augen schloss.

Frauen...“, maulte sie leidend und fragte sich, ob es wieder an der Zeit sein sollte sich einen Kerl zu angeln. Die waren manchmal wirklich leichter zu handhaben. Aber leider lief hier kein brauchbares Exemplar herum... es war tragisch. Dass Taktschad gerade so gut wie gänzlich unbekleidet durch die Taverne lief störte dort bestimmt niemanden. Dass diese angenehmen Dinge immer so dramatisch enden mussten... aber das war wohl unabwendbar, wenn man sich mit genau diesem typ Mensch einließ. Mit denen wurde es auch nie langweilig.

Vhenan stand irgendwann auf und zog sich an. Dann fiel ihr Blick auf das wüste Chaos, das übrig geblieben war. Die Naihlar grinste diebisch und sammelte Taktschads Sachen ein. Ein grünes Tuch band sie sich demonstrativ wie eine Trophäe um den Oberarm, den Rest nahm sie achtlos in die Hand. Und natürlich sammelte sie das Silber sorgfältig ein.

Die Naihlar verließ den Anbau eine kleine Ewigkeit später ein wenig träge und lief schnurstraks zur Theke, um dem Wirt ein angemessenes Trinkgeld für die Nutzung zu geben. Das gehörte sich so. „Ist sie schon weg? Hmm... dann kannst du ihr ausrichten, dass sie sich ihre Kleidung bei mir persönlich abholen kann, sofern sie die wiederhaben möchte.
Innerlich freute sich die Kleine über diesen Streich, der eine neue Konfrontation provozieren sollte.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mi Jun 22, 2016 7:15 pm


Sehr viel später, so tief in der Nacht, dass es schon wieder früher Morgen ist
Hinter Vhenans Zelt



Die zierliche Gestalt löste sich hastig aus einer Gruppe Betrunkener, mit der sie eben noch den Weg entlang gewankt war. Kaum, dass die schrill kreischenden Frauen um die Ecke herum verschwunden waren, straffte sich ihre Haltung, und ihr Schritt wurde sicherer. Sie trat nach hinten, an das kleine Mäuerchen (das in der letzten Woche noch nicht da gewesen war) und verschmolz mit den Schatten.

Mehr oder weniger, jedenfalls, denn sie hatte wohl ein kleines Messer an ihrem Gürtel vergessen, das nun im Mondlicht funkelte. Auch wiesen ihre schnellen, aber fahrigen Bewegungen darauf hin, dass sie dergleichen wohl zum ersten Mal machte. Nichtsdestoweniger schlich sie sich näher an das Zelt heran, immer wieder innehaltend und lauschend.

Die Stadt schien in diesen Tagen nicht mehr zur Ruhe zu kommen. Wenn es nicht das Sägen und Hämmern von der neuen Werft war, waren es die Flüche der Matrosen und Pfahlrammer (die sich auf den Tod nicht ausstehen konnten), das laute, meckernde Lachen der Naihlarfrauen oder die unzähligen neuen Musikinstrumente, die irgendwie den Weg über den Ozean geschafft zu haben schienen. Nachts war die Geräuschdecke nur unwesentlich dünner. Und so gingen die hastigen Schritte der Unbekannten im Nachtlärm unter.

Schließlich hatte sie die Rückwand des Zeltes erreicht. Eine Hand wischte sich mit dem Schweiß auch den Ruß aus dem Gesicht und gab den Blick frei auf graue Augen, eine große, runde Nase und zwei Pausbäckchen. Die Besitzerin dieser Merkmale griff nach dem Gürtel und zog das Messer. Als sie feststellte, dass es ungeschwärzt geblieben war, murmelte sie ein leises Bradach.

Dann zog sie das Messer durch den Stoff. Unglücklicherweise hatte Vhenan wohl allerlei Gerümpel an dieser Wand verstaut, und so traf die Klinge schon nach wenigen Zentimetern auf ein festes Hindernis. Die Zeltvandalin rüttelte daran, stellte fest, das es feststeckte, rüttelte kräftiger, und bewirkte, dass die Waffe in hohem Bogen und mit viel Geklapper über ihre Schulter weg in der Nacht verschwand.
Weiteres Rumpeln aus dem Inneren verriet, dass das Gerümpel wohl auch gelöst worden war.

Bradach, fluchte Zcarena noch einmal.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mi Jun 22, 2016 7:38 pm

Wirklich? Zweimal in einer Nacht?, schoss es Vhanan dieses Mal genervt durch den Kopf, die schlaftrunken im Zelt herumlag und von dem Geräusch ihres klappernden Gerümpels wach geworden war. Dann von einem Fluch, der eindeutig auf einen Naihlar schließen ließ, der am Zelt war. Die Nächte auf den Feldzügen hatten sie gelehrt immer mit einem wachen Ohr zu schlafen. Man konnte ganz schnell gebraucht werden und das sollte man in keinem Fall verschlafen. Und auch keine Schatzsuchen!

Sie brummte innerlich und richtete sich leise auf, um herauszufinden wer das da draußen war und was derjenige wollte. Wehe da erleichterte sich jemand an ihr Zelt! Aber der Fluch ließ auf eine Frau schließen. Wenn die sich da erleichterte, dann gabs aber mehr als nur einen Tritt in den Arsch! Aber der war sowieso fällig, weil ein recht instabiler Schmuckschrank plötzlich in sich zusammebrach und ein Loch in der hellen Zeltplane erkennen ließ.
Nadul lilk tsha, aid cath chochak!“ rief sie verärgert nach draußen, stand auf, griff nach dem kleinen Dolch, den sie sonst immer auf dem Rücken trug und preschte energisch nach draußen. Vhenan trug nur eine Hose, eine ärmellose Tunika und Wut in den Augen.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mi Jun 22, 2016 8:16 pm

Zuerst war Zcarena völlig überfordert. Sie tastete auf dem Boden, nach ihrem Messer - natürlich war die verdammte, blinkende Klinge ausgerechnet jetzt an einen Ort gefallen, an den das Mondlicht nicht hinkam - als die Oshead nach draußen gestürmt kam. Und die Nacht hatte so gut angefangen!

Während Vhenan noch durch den Zelteingang donnerte, rappelte sich die Möchtegern-Einbrecherin auf und sochte verzweifelt nach einer Deckung. Von dem Gebrüll ihres Beinahe-Opfers nahm sie nur die Hälfte mit ... wohin sollte sie sich verpissen? Aber dann fiel das Kupferstück, und Zcarena nahm die Vorlage dankbar auf. Sie verdrehte die Augen, fing das Torkeln an und ließ die Hose runter.

Nij badenn ... thä grin ... thä gnan ... thä rachvg ... thä cherim, lallte sie und stieß dabei mit den Beinen bockig nach hinten aus. Unglücklicherweise gelang es ihr ein wenig zu gut, die Betrunkene zu spielen, und so fiel sie, mit dem nacken Gesäß voran, rettungslos in ihre Hose verheddert, schließlich genau vor Vhenans Zeltwand. Ihre verzweifelt tastenden Hände fanden im Fallen noch das Loch, dass sie vorhin geschnitten hatte und ...


... Ratsch


Ehja nim ashlach, tönte es von unten.
Dann aber befreite sie sich mit einem Sprung und stürmte in das Zelt. Taktshad dith atata, rief sie, wesentlich deutlicher.

Ihr Plan war es, schnell Taktshads Sachen zu greifen, wieder aus dem Zelt zu stürmen und dann in die Nacht zu verschwinden. Ihr Kopf ruckte suchend nach links und rechts, als sich eine einzelne, kleine Perle, welche aus dem umgeworfenen Schmuckkästchen gefallen war, diesem Ansinnen in den Weg stellte. Zcarena trat auf sie, stolperte einmal mehr, ruderte mit den Armen und fiel rückwärts nach draußen, auf ihre eigene Hose.

Bradach!
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mi Jun 22, 2016 8:46 pm

Vhenan war nicht weniger überforderte von dem Gedanken, dass ihr hier tatsächlich jemand ans Zelt pinkeln wollte. Sie glotzte und blinzelte dann ein paar Mal.

Niht nij badenn cath!“, rief sie streng. „Tu nicht so! Ein Blender erkennt andere Blender!
Aber da fiel die andere schon ins Zelt. Die war ja schlimmer als Urist auf der Baustelle!
Das ist doch jetzt... nicht wahr!“, fluchte Vhenan und gab einen wüsten Laut von sich, der ihr Missfallen deutlich machte. Dann trat sie vor den Zelteingang. Um zu sehen was die blöde Kuh da drin tat und natürlich um zu verhindern, dass sie einfach so verschwand.

Taktschad kann ihren Kram selbst holen, dafür muss sie niemanden schicken, der hier mein Zelt abreißt, du Miststück!“ Das grüne Tuch, das immer noch an Vhenans Arm hing, müsste sie ohnehin direkt abholen, falls die kleine Naihlar es überhaupt jemals wieder herausrücken würde. Nach diesem Überfall sicher nicht.

Da fiel ihr das besagte Miststück vor die Füße und Vhenan glotzte wieder. So blöd konnte doch niemand sein. Das musste doch auch Taktschad wissen. Die hatte eine gute Menschenkenntnis, sonst würde sie andere nicht so erfolgreich um den Finger wickeln und ausnehmen. Taktschad war nicht dumm.

Wo zur Hölle hat sie dich aufgetrieben, da hätte sie ja gleich Brock schicken können!“, maulte Vhenan und nahm diesen Einbruch schon gar nicht mehr ernst. Jedenfalls diesen hier. Sie hielt der Gomba die Klinge drohend an den Hals und kniete sich zur ihr auf den Boden.

Sag deiner Freundin...
Und dabei sah Vhenan nicht die Unfähige am Boden an, sondern sah sich um, ob nicht noch jemand hier war, der eine bessere Figur machte...

Dass du ihr Geld nicht wert bist. Und wenn ich dich hier noch einmal herumlungern sehe, dann passiert was. Jetzt hau ab. Und die Hose bleibt hier!“ Das war in diesem Jahr schon die zweite Hose, die sie bekäme ohne sie zu wollen. In Schönweiler hatte sie auch so ein stinkendes Ungetüm gewonnen....
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mi Jun 22, 2016 9:50 pm

Bradach
Zcarena grabbelte nach ihrem Gürtel, kroch unter Vhenans Füßen hervor und rappelte sich auf. Sie humpelte erst ein wenig, bevor sie Schritt fassen konnte. Schließlich war sie um die Ecke verschwunden. Ihr Fluchen konnte man noch eine Weile hören.

Die Nacht hingegen schien unbeeindruckt. Das Stimmengewirr in der Ferne war kaum leiser geworden, als sich die Begegnung ereignet hatte. Hier und da spähten Augenpaare aus Fenstern, hinter Gittern oder zwischen Zeltplanen hervor. Als sich aber herausstellte, dass Vhenan weder jemanden abstechen noch sich ähnlich weit entblättern würde wie ihre Möchtegern-Einbrecherin, waren sie wieder verschwunden. Ein Hauch von Stille senkte sich über Takbal, als die letzten Schankzelte dichtmachten.


Von der ganzen Aufregung war scheinbar nichts zurückgeblieben als eine alte, knappe Lederhose, ein umgeworfenes Schmuckkästchen und eine kaputte Zeltwand. Wäre da nicht folgende Szene gewesen, die sich einige Minuten später unter der Bettdecke in einem sattsam bekannten Nebenraum abspielte:

Aid badenn tak, flüsterte Taktshad Zcarena ins Ohr, während ihre Finger nach dem Plüschelefanten tasteten. Bala chellan, aid badenn ahagakowa. Zcarena grinste nur, und machte das Ding mit den drei Fingern und der Handfläche voller Kokosöl. Taktshad sagte danach nicht mehr viel. Zumindest nichts Verständliches.

Neben dem Bett stand auf dem Nachttisch ein halbhoher Filzschuh. Auf irgendeine Weise schienen sich ein paar goldene Ringe, drei Kettchen und zwei Lederbänder mit Perlenbesatz aus Vhenans Besitz darin verfangen zu haben. Zcarena war wirklich ein Tollpatsch.
Wie sie hingegen den anderen Schuh mit sieben Armreifen, zwölf weiteren Ringen und einer ein Meter langen Perlenkette hatte füllen können, würde wohl ein Rätsel bleiben. Genauso, wie sie es geschafft hatte, den Griff des Dolches abzumontieren und in der Bluse zu verstecken.
Taktshad mochte Griffe.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mi Jun 22, 2016 10:19 pm

Es brauchte das helle Morgenlicht, um Vhenan den Schaden begreiflich zu machen, den sie gestern nicht bemerkt hatte. Die Zeltplane war schnell geflickt, heimlich rechnete Vhenan mit einem Sturm oder einem anderen Wetterumschwung. Die Luft roch seltsam und der Himmel war nicht wie sonst, daher ging sie auf Nummer sicher und rüstete das Zelt wieder gegen die Witterung auf.

Dann wollte sie sich dem Schmuckkästchen widmen, beziehungsweise dem Tisch, der zerbrochen war. Vielleicht sollte sie den besser als Feuerholz verwenden und sich einen neuen, besseren Bauen. Dann hätte sie auch etwas zu tun. Bis ihr Blick auf die Klinge fiel, die auf dem Boden lag.

Hm?“ Sie griff nach der Klinge und drehte sie zwischen den Fingern. Das war ihre, ganz eindeutig. Sie kannte ihre Messer. Aber wo war.... „Oh nein.“ Vhenan schloss leidend die Augen und dachte daran wer diesen Griff jetzt besaß. „Den kann sie behalten.“ Das war jetzt bereits beschlossene Sache, aber die anderen Dinge, die ihr fehlten, was ein akribisches Wühlen offenbarte, die wollte sie wiederhaben.

Blöde Mistkuh!“, fluchte die kleine Naihlar und grinste leicht. Das war unmöglich von der Einbrecherin geplant gewesen, sondern einfach nur ein blinder Griff in den Topf voll Gold.
Bradach.

Vhenan zog sich an, rüstete sich mit Bling, Waffen und auch dem grünen Tuch um den Arm und stopfte Taktschads Sachen in einen kleinen Beutel. Sie dachte kurz darüber nach noch ein oder zwei Spinnen hineinkrabbeln zu lassen, entschied sich aber dagegen. Es war ein ehrenhafter Wettstreit, jetzt mussten die Bedingungen neu verhandelt werden.

Sie machte sich auf die Suche nach ihrer Gegnerin und steuerte dabei schnurstraks die Taverne an. Dann änderte sie ihre Meinung und lief dem Hühnerstall entgegen.

Gack? Ich brauch deine Hilfe. Du musst jemanden als Geist für mich einschüchtern, sonst kommen wir nie an dein Silber. Und an meinen Kram... gestern ist was schief gelaufen.
Taktschad war doch sehr abergläubisch, das konnte man ausnutzen... die glaubte vielleicht nicht an Gahack, aber wenn man es richtig anstellte, war da bestimmt was zu machen.

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