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 Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk

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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Do Jun 23, 2016 12:10 pm

In den Tiefen des warmen Stalls, umgeben von Stroh, Lehm und Federn, lag das Huhn.

Und träumte ...

Die alte Zeit.
Reptilienzeit.
In der Morgendämmerung der Welt, als Gacks Vorfahren stolze, schuppige Kreaturen waren, deren Namen mindestens vier klangvolle Silben hatten. Deinonychus. Triceratops. Gallosaurus Rex.

Gack der Saurier trampelte durch den dampfenden Wald aus moosigen Stämmen, Farnen und Schlingpflanzen. In der sauerstoffgesättigten Luft schwirrten riesige Insekten, und am Boden krochen die kleinen, pelzigen Vorfahren jener Affen, die dereinst so unverdient die Welt beherrschen würden. Aber hier und heute war die Stunde von Schuppe, Feder und Klaue. Das Ungetüm schwang spielerisch ihren langen Schwanz durch die Luft, fällte Bäume und wühlte Steine aus der Erde. Den flackernden Schein eines merkwürdig hellen Gestirns am Tageshimmel bemerkte sie kaum, als sie den Kopf zum Himmel reckte und ihren brüllenden Kriegsruf hinausschmetterte:
Gack ... Gack ... Gackgack ...



Gack? Gack?!

Das Huhn wälzte sich mürrisch im Stroh, als sie langsam vom Traum- in den Wachzustand hinüberfloss. Wer wollte denn nun schon wieder was?
Sie kämpfte sich unter dem Hühnerhaufen hervor, unter dem sie geschlafen hatte und rappelte sich von der Stange. Mit einem Kopfrucken nach links vergewisserte sie sich, dass Fiete noch schlief, bevor sie den kleinen, sorgfältig abgedeckten Gang betrat, der es dem klugen Huhn gestattete, hinter dem Gitter vorbeizukriechen und zur Tür zu gelangen.

Gack wackelte nach draußen und blinzelte huhnshaft im hellen Sonnenlicht.
Gack.



... na gut, sie wollte nicht unhöflich sein. So einigermaßen hatte sie ja verstanden, was die kleine Oshead wollte, also würde sie sich hilfsbereit zeigen. Auch wenn sie mitten am Tag geweckt worden war. (Hühner pflegen, des Nächtens aufzustehen, aber einen kleinen Vormittagsschlaf zu halten.)
Agaca, Vhenan. Gack dich zu sehen. Was willst du? Einen Geist?
Eingermaßen verwunderlich, dass sie so etwas hier überhaupt in Erwägung zogen, war man doch sonst sehr magieunfreundlich. Aber gut, wenn sie darauf bestand ...

Kann ich versuchen, gack. Ist anscheinend gar nicht so schwer. Wir brauchen Blut und Mondstaub für den Kreis, sechs Dinge, die er geliebt, sieben, die er gehasst hat, den Namen des Verstorbenen sowie einen Kelch aus Blei und eine Kette aus Eisen. Ach ja, und ein Buch. Gack.
(Irgendein Buch würden sie ja selbst hier noch haben.)
Und du musst die Worte sprechen. Gack. Ich mach das nicht.
Wenn man hier eine Beschwörung versaute, dann hing einem das ein Leben lang nach. Soweit würde Gack es nicht kommen lassen.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Do Jun 23, 2016 8:30 pm

Als das Huhn aus dem Stall gewackelt kam, sah sich Vhenan schon auf der sicheren Seite diesen Streich erfolgreich ausführen zu können. Bis das Wort 'Blut' fiel.
„Was?“, rief Vhenan alarmiert. „Verstorbener? Nein, nein, nein, du verstehst das falsch!
Sie trat einen Schritt zurück und hob abwehrend die Hände.
Mit den Toten lege ich mich nicht an! Beschwörungen gehen immer schief! Ich glaube ich habe noch keiner beigewohnt, die geglückt ist, auf keinen Fall wird hier irgendwas gezaubert! Auf keinen Fall!

Vhenan wirkte regelrecht hektisch dabei und schüttelte sich innerlich wie äußerlich.
Ich habe keine Lust mehr auf Beschwörungen oder Rituale, das letzte hätte mich umbringen können und tat auch so verdammt weh. Also nochmal. Ich will nur jemanden erschrecken... vielleicht kannst du dir ein Laken überwerfen, mit deinen Stummeln fliegen und irgendetwas angsteinflößendes sagen, sodass ich an das Silber komme. Und meinen Kram. Ich bin beraubt worden“, sagte die Diebin, die Taktschads Kram in einem Sack über der Schulter trug.
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Do Jun 23, 2016 8:59 pm

Die Ironie der Situation, welche Gack natürlich nicht zur Gänze vertraut war, ging natürlich völlig an dem Huhn vorbei. Statt dessen scharrte sie einigermaßen verlegen mit den Krallen, als Vhenan ihren kleinen Ausbruch hatte. Chattras hatte nicht übertrieben - was so einfache und natürliche Dinge wie das Beschwören der Toten und das Erwecken von Leichen anging, war man hier wirklich sonderbar hysterisch.

Sie hörte sich den Plan der Oshead, oder vielmehr ihr Problem, eine Weile lang ruhig an. Nur, als Vhenan auf ihre "Stummel" zu sprechen kam, konnte sie doch ein empörtes Gack nicht zurückhalten. Stummel! Diese blankärschigen, federlosen Hochbeinstolperer sollten sich mal nicht zuviel auf ihre Hände einbilden. Gack war versucht, in selbige zu hacken, um ihren Punkt zu verdeutlichen, beschloss dann aber, lieber still zu grummeln.

Schließlich war Vhenan fertig. Gack scharrte noch ein wenig im Sand herum.
Dann: Hmmm. Gack. Schwieriges Problem. Warum klaust du es nicht einfach zurück? Macht ihr das hier nicht so?

Es war zumindest das, womit die Naihlar hier alle angaben - aber Gack wusste, dass Vhenan sonst wahrscheinlich nicht zu ihr gekommen wäre.

Gack. Wenn das klappen soll, dann muss der Geist überzeugend sein. Ihr Naihlar seid ja schon so abgebrüht und versteht euch auf das Betrügen ... gack! Das Huhn blickte entschlossen nach oben. Wir brauchen auf jeden Fall Informationen über diese Frau. Echte. Am besten welche, die sie sonst niemandem verraten hat. Ihr Eilosen macht doch großes Gewese um die, in deren Magen ihr geschlüpft seid, oder nicht? Da muss man anfangen. Und was den Rest angeht ...

Hier scharrte das Huhn wieder nervös mit den Krallen. Vhenan würde das wahrscheinlich nicht gefallen, aber Gack wusste, das an dieser Sache kein Weg vorbei führte:
Auf Kalkknochen und Rote-Rüben-Saft wird sie nicht reinfallen. Wir brauchen richtiaber ansonsten ...
Gack sah Vhenan in die Augen und gluckte ein wenig.
Wie  offen bist du gegenüber einem Besuch auf dem Friedhof? Mit der Schaufel?

Die O Kosh wären über ein solches Verhalten vermutlich entsetzt, aber die Naihlar hatten wohl keine so hohen, ethischen Standards.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Fr Jun 24, 2016 11:58 am

Nein, das geht nicht. Ich habe mit dem Duell begonnen.“ Sie hob demonstrativ den Sack von den Schultern und ließ ihn neben Gack auf den Boden fallen. „Das ist das erste Diebesgut... aber es war kein richtiger Diebstahl, eigentlich war es mehr eine Einladung... die wurde nur anders aufgefasst, als dich dachte, deswegen muss ich mir meinen Kram jetzt zurückholen, das siehst du schon ganz richtig. Aber ich muss noch eine größere Hürde nehmen, sonst gewinnt sie am Ende. Das will ich nicht. Daher der Geist.

Und wie erhofft hatte Gack auch schon einen Vorschlag. Einen, den Vhenan erstens nicht verstand und zweitens nicht guthieß.... wie sie glaubte, denn noch wusste sie nicht was das Huhn wollte.

Was?“ Nani glotzte fragend und wiederholte Gacks Worte in ihrem Kopf. Nein, das machte immer noch keinen Sinn.
Was will ich denn in fremden Mägen? Ihh, was denkst du denn von uns? Rede einfach so, dass ich dich verstehe."

Das Huhn tat es aber nicht, die Naihlar wusste nicht was es wollte. Bis Gräber im Plan auftauchten.
Bist du völlig übergeschnappt? Was glaubst du was hier los ist, wenn wir noch den Mildiador umgraben! Das feuerte die Unruhen nur an und dann haben wir die Gutenbuchter auch noch gegen uns. Wie alle anderen auch.
Außer die Naeviten, die als einzige einigermaßen die Füße stillhielten.
Nein, das kann ich nicht machen.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Fr Jun 24, 2016 12:26 pm

Vhenan schien einigermaßen nervös zu sein ... vielleicht hatte das etwas mit dem kommenden Weltuntergang zu tun. Menschen wurden wegen solchen Dingen oft unruhig. Gack, die als Huhn nur eine Lebenserwartung von wenigen Jahren hatte (wenn sich da nichts änderte), war naturgemäß weniger besorgt. 40 Tage erschienen wie eine Ewigkeit.

Ah. gut. Also keine Ausgrabungen. Gack. Will sagen, auch gut.
Das Huhn pickte sich gedankenverloren ein paar Krümel aus den Federn, bevor sie weitersprach. Aber dein Geist muss überzeugend sein. Der große Gahack - das Huhn hatte hier den Anstand, verlegen dreinzuschauen - hat euch Naihlar nie so recht überzeugen können. Ihr verdient euch ja euer Futter damit, andere Menschen zu belügen. Da seid ihr gut drin geworden.

Daher brauchen wir mehr als nur weißes Leinen und ein wenig Rauch, fuhr das Huhn fort. Wenn diese Taktshad ... heißt das nicht "gutes Decken"? Wer erfindet nur solche Namen? ... wenn diese Taktshad also glauben soll, dass da wirklich eine portmortale Spiritualentität ist, dann muss der Geist Sachen sagen, die nicht nach dem üblichen Geschwätz von vielen Kindern und einem hübschen Mann klingen.

Das Huhn wusste, was leichtgläubige Kunden wollten.

Ich meine, Gack, er muss Sachen wissen, die sie sonst beinahe niemandem erzählt hat. Über sich selbst, ihre Familie, was sie komisches gemacht hat. Geheime Sachen und so. Die musst du herausfinden. Gack sah Vhenan nun so eindringlich an, wie ein Huhn das eben tun konnte. Als Informationsbeschafferin war sie selbst denkbar ungeeignet.
Für den Rest ... wenn der Geist keine echten Knochen und keinen echten Schädel haben kann, dann muss es anders gehen. Vielleicht, wenn man direkt auf die Psyche einwirkt ... ich denke, ich werde was brauchen ... Lysergsäurediethylamid ... Mescalin, vielleicht auch Allylescalin ... kannst du Heribumm danach fragen? So heißt doch euer Alchemist, oder?
Falls Vhenan sich diese Begriffe nicht würde merken können, musste Gack es eben selbst erledigen. Einem gelehrten Mann würde ein sprechendes Huhn vielleicht nicht allzu seltsam vorkommen, und sie konnte sich das langwierige Vorgeplänkel sparen.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   So Jun 26, 2016 2:22 pm

Vhenan grinste breit. "Du lernst unsere Sprache, wie schön.... ja." So ungefähr konnte man das durchaus übersetzen. Die Naihlar hörte aufmerksam zu und nickte für sich.

"Irgendwie komm ich schon an die Informationen..." Taktschad durfte eben nur nicht bemerken was vor sich ging oder gar herausfinden, dass Nani diese Dinge wusste, sonst war viel zu offensichtlich wer dieser Geist war. Aber die hatte doch mit vielen hier was gehabt, da musste man sich nur ein wenig umhören. Und im Notfall auf einen Wahrheitszauber und anschließenden Vergessenszauber zurückgreifen. Das war alles schon einmal getestet worden.

Vhenan wurde erst aus ihren diebischen Gedanken gerissen, als komische Worte genannt worden.
"Was für Dinger?" Sie blinzelte dem Huhn entgegen und kam sich wieder einmal richtig dumm vor.

"Heribum, ja, ganz genau." Das würde Heribas ärgern! "Buchstabier mir das oder sag es ihm selbst, das kann ich mir unmöglich merken. Wer weiß was ich sonst bekomme... das Risiko ist zu hoch."
Sie zückte den goldenen Stift und ein kleines Blatt Papier aus der Schreiberarmschiene.

"Wie heißt das?" Vhenan war bereit zu notieren.
"Und was viel wichtiger ist... muss ich das zusammenbrauen? Oder kannst du das mit deinen... Stummeln?" Nani hatte sehr wohl bemerkt, dass Gack diese Bezeichnung auf die Nerven ging und setzte genau deshalb noch ein wenig nach.
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   So Jun 26, 2016 3:54 pm

Gack gab durch kontemplatives Picken zu verstehen, dass man im Jahrmarktsschwindler-Business an einer zumindest rudimentären Beherrschung des Chollodan nicht vorbeikam. Nach dem, was sie so mitbekommen hatte, war es eine Art Lingua France der Internationale der Betrüger.

Es war ein sehr ausdrucksstarkes Picken.

Gack. Gut. Finde einfach was raus, und teile es mir, gack, mit. Das sollte den Geist überzeugender gestalten. Cohjons hatte Gahack ab und zu subtil ermittelte Informationen verkünden lassen, von denen sich die Kunden sicher waren, dass außer ihnen und ein paar sehr engen Freunden sonst niemand sie kannte. Es hatte Gacks Respekt vor der menschlichen Spezies merklich gesenkt - wenn auch nicht so sehr wie die Erkenntnis, dass diese Menschen sich selbst von Informationen verblüffen ließen, die das Huhn noch während der Seánce herausfand.

Lysergsäurediethylamid. L - y - s - e - r - g - s - ä - u - r - e - d - i - e ... ach, zum Gack, ich sage es ihm selbst. Die Bemerkung mit den Stummeln hatte Gack gar nicht gefallen, und so ließ sie keinen Zweifel dara, dass Vhenan schlicht für nicht intelligent genug einschätzte, um diesen Auftrag auszuführen. Hol ihn her oder bring ihn zu mir oder so. Mehr brauche ich auch nicht - es muss dann einfach nur gemixt werden. Wir pusten ihr die Lösung in ihr Gesicht, wenn sie schläft. Ich bin sicher, das kannst sogar du. Gack. Gack überlegte kurz, dann fuhr sie versöhnlicher fort.

Ich meine, dass muss jemand machen, der heimlich und geschickt genug ist. Aber nicht selber einatmen! Das fehlte gerade noch, dass die kleine Oshead während des Geisterauftritts plötzlich selbst in die Autointoxikation abdriftete.

Also gack, ich glaube, wir haben alles. Meinst du, du kriegst es bis heute nacht zusammen? Die Kehrseite der kurzlebigen Hühnernatur war eine gewisse Ungeduld langfristige Pläne betreffend.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Sa Jul 02, 2016 2:38 pm

Vhenan brummte beleidigt, als Gack mitten im Wort aufhörte zu buchstabieren. Na toll. Sie zerknüllte das Stück Papier wieder und steckte es in eine Tasche.
"Hol ihn her oder bring ihn zu mir ", äffte sie Gack verstimmt nach und legte den Kopf schief. „Pass auf, dass ich dich nicht zu ihm werfe.

Sie steckte auch den Stift zurück und versuchte den aufkommenden Ärger runterzuschlucken. Sie war ja nicht blöd. Nur kein Alchemist. Misthuhn. Da halfen auch keine wohlplatzierten Komplimente über das Dunkeln.

Was?“ Jetzt war sie wieder hellhörig. „Heute Nacht? Hast du es eilig?
Vhenan fühlte sich ein wenig gehetzt. „Aus Naihlar gut behütete Geheimnisse rauszubekommen braucht seine Zeit. Ich weiß nicht, ob ich das bis heute Nacht schaffe. Ich weiß auch nicht, ob Heribas die Zutaten hier hat... also... ha!“ Vhenan lachte und sprach die nächsten Worte höchst amüsiert aus. „Geduld.“ Das sagte sie selten.

Ich werde sehen was ich tun kann. Bis dann.
Damit ließ sie das Huhn stehen und lief davon, um sich über die nächsten Schritte Gedanken zu machen.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Sa Jul 02, 2016 7:43 pm

Vhenan hatte sich dazu entschlossen zuerst den Alchemisten aufzusuchen, der ihr schon bei der stinkenden Briefsendung für Maron geholfen hatte. Wenn Heribas dieses komplizierte Zeug zusammenmischen sollte, brauchte er vermutlich Zeit. Und diese Spanne könnte die Naihlar nutzen, um Informationen über Taktschad zu beschaffen.

Ihre Füße trugen sie mit diesem Vorhaben zielgerichtet zu einer etwas abseits gelegenen Hütte aus Holz und Stein. Die war erstaunlich schlicht gehalten. Nani hatte mehr Hokuspokus erwartet... Krähenfüße neben einem Windspiel oder irgendetwas … Alchemistisches. Irgendwie war sie ein wenig enttäuscht, dass es nicht so war.

Meister Heribum“, rief sie laut und klopfte dann grob an die Tür. Neuerdings war Vhenan sogar dazu übergegangen abzuwarten, dass sie hereingebeten wurde... das war in Schönweiler nicht mehr als einmal gut gegangen, ohne dass sie einen Kommentar kassiert hatte. Man wäre vielleicht unangemessen in Szene gesetzt... für Vhenan war ja eigentlich genau DAS der Grund einfach reinzuplatzen. Sonst bekam man keine heiklen Dinge zu sehen! Also..... „Ach, egal.
Sie rief noch einmal Heribums Namen und schepperte dann uneingeladen durch die Tür. Sie waren ja hier schließlich nicht am Hof! Und was sollte der Herr schon unangemessenes tun?

Bist du da?
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Heribas Veneficus

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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Sa Jul 02, 2016 8:38 pm

Heribas saß gerade konzentriert an einem Tagebucheintrag, im Hintergrund bröddelten ein halbes Dutzend eher unbedeutende Experimente vor sich hin. Er hörte jemanden vor seinem Häuschen Rufen, aber war so konzentriert, dass er zuerst den Satz zuende schrieb, bevor er sich umwandte und aufstand. Da war sie schon herein, die kleine Nervensäge von einer Naihlar. 
"Gandrachalgar Vhenan, welch Freude Euch zu sehen!" log er und kam auf sie zu.
"Kommt doch herein. Mein Haus ist euer Haus." 
Er deutete auf einen großen Tisch, auf dem nur ein Krug und ein paar Becher standen, sowie vier große, solide Stühle. Die Hütte hatte einen großen Raum vorne aus Holz und einen kleineren Raum von 3 massiven Steinwänden umgeben von einer kleinen, eisenbeschlagenen Tür vom Hauptraum abgetrennt. Die Rückseite war eine große,  Lehmverputzte Wand, die in den Stein eingepasst war. Im Falle eines missglückten Experimentes würde die Druckwelle die Lehmwand einfach hinten aus dem Haus rausdrücken und nicht das ganze Haus mitsamt Insassen bis ins Meer sprengen. Da Heribas ein Menschenfreund war, zeigte die Rückwand weg von dem Rest der Stadt, die nun fest im Griff der Oshead war.

"Wie kann ich Euch behilflich sein?"
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Sa Jul 02, 2016 10:01 pm

Jetzt war es Vhenan, die seufzte. Dass er immer so förmlich sein musste... Gandrachalgar... Euch.... Nunja, dann sollte es eben so sein. Warum fiel es ihr so schwer Heribas gegenüber einfach so zu sein wie beispielsweise den Höflingen, die auch so verstockt waren? Bei ihm fehlte ihr vermutlich die Notwendigkeit und der Respekt..

Ich brauche Zutaten für ein Experiment. Lysergsäureirgendwas..... Mescamin oder so ähnlich und... das dritte habe ich vergessen. Es wäre gut, wenn du am Hühnerstall verbauschaust und dir von Gack genaue Instruktionen holst. Ich kenne mich mit solchen Dingen ja nicht aus... kein Geheimnis. Aber ich muss sie wieder zurück zu Chattras schicken und …. der Weg dahin ist mal wieder von Problemen gespickt. Wie sollte es auch anders sein...

Vhenan nahm es gelassen und sah es als Herausforderung. So hatte sie am Ende immerhin etwas zu tun. Sie wollte ihren gestohlenen Kram zurück UND das Silber, das Taktschad eingesackt hatte. Damit rückte auch die Heimreise des Huhns wieder in Sichtweite und sie könnte ihrer 'Freundin' einen reinwürgen. Das müsste Taktschad dann erstmal überbieten!

Aber... da ich deine Künste gesehen habe.... und sie mittlerweile sogar ein bisschen zu schätzen weiß, denn immerhin funktionieren die weitaus zielsicherer als die von Chattras... nehme ich an, dass du eine Gegenleistung willst. Deswegen bin ich hier. Was willst du dafür?
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   So Jul 03, 2016 10:16 am

Heribas hob eine Augenbraue.
"Lysergsäure und Mescamin? Wenn Ihr Mescalin meint, dann sind das beides sehr mächtige Halluzinogene. Grundsätzlicherweise weiß ich um diese Substanzen und um deren Herstellung, jedoch muss ich in diesen Substanzen noch die Auswirkung des elementaren morphologischen Feldes Mitrasperas experimentell Erkunden, damit ich unbeabsichtigte Nebenwirkungen ausschließen kann."
Es war ja nur eine Frage der Zeit gewesen, dass irgendein verfluchter Naihlar auftaucht und ihn fragt, ob er ihm einen Trank brauen kann, um ihn zu den Sternen zu schießen.
"Es ist aber auch ein gefährliches Toxin. Eine Überdosierung könnte eure Verstand irreparabel schädigen oder unter Umständen hört ihr einfach auf zu atmen. Ihr solltet Euch vielleicht doch lieber auf Rindenwurz oder Rum beschränken."
Mist. Warum mischte er sich überhaupt ein? Wahrscheinlich hauptsächlich deshalb weil er davon ausging, dass Raûl ihn kielholen lassen würde, wenn er Vhenan ohne entsprechende Aufklärung solcherlei Dinge zubereitete...
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   So Jul 03, 2016 2:26 pm

Die Naihlar ignorierte den Deut auf den Tisch noch immer geflissentlich und wanderte ein wenig durch Haus. Dahinten brödelten einige Dinge vor sich hin und natürlich zog es sie neugiertig zu diesen Experienten. Das sah interessant und lustig aus! Was der Alchemist da verkündete, verstand sie ohnehin nicht. Aber Nebenwirkungen waren allgemein aber immer irgendwie amüsant, weil niemand wusste was geschehen würde. Überraschungen waren schön.

Sie wollte gerade einen Finger ausstrecken um gegen eine Apparatur zu tippen, da hielt Vhenan inne und drehte sich ruckartig um. „Irreparabel schädigen? Was? NEIN!“ Sie lief aufgebracht zu Heribas. Vertraue niemals einem Huhn!

Es ist nicht für mich. Ich will jemandem einen Streich spielen, aber sie doch nicht verletzen.... hey, das soll nur eine kleine Wahrnehmungsveränderung sein. Sowas kenne ich selbst... ich habe einmal irgendetwas gegessen und dann Dinge gesehen.... ho, das war gruselig und spannend zugleich!
Der Tee in der Kelriothar war wohl auch soetwas gewesen, aber den verkaufte die Heilerin ja dramatischerweise nicht einfach so.
Ich brauch nur etwas... harmloses, das sie ein wenig verwirrt... aber genug, damit sie macht was ich will!
Und für das Huhn brauchte sie vielleicht der Einfachheit halber doch nur eine Pfanne!
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   So Jul 03, 2016 8:03 pm

Heribas zuckte ob ihrer Ablehnung seiner Gastfreundschaft mit den Achseln, zog sich selbst einen Stuhl heran und goß sich einen Becher ein, offensichtlich handelte es sich um Rotwein.
"Bitte nicht berühren" setzte er an, da war sie aber schon wieder weg von seinen zerbrechlichen Apperaturen und Destillen und erklärte sich. Ein Streich. Ja, mit dererlei konnte man schon einen Streich spielen, wenn man ein boshafter Mensch war. Er besah Vhenan und lachte. 
"Wie lange soll denn die Wirkung anhalten und wie intensiv soll die Wirkung sein? Ihr müsst wissen, dass bei einer stärkeren Dosierung die Erfahrung wirklich intensiv ist, aber auch die Stimmung stark kippen kann von Euphorie bis hin zu Panik und Hysterie. Wenn ihr mit dem Opfer noch was sinnvolles anfangen wollt, dann solltet Ihr es nicht übertreiben."
Heribas wusste jetzt schon, dass Nani es übertreiben würde. Es lag in ihrer Natur.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   So Jul 03, 2016 9:57 pm

Och... so... höchstens ein paar Stunden. Ich will nur, dass sie mir ein paar Dinge überlässt. Oder besser gesagt, dass sie mir zurückgibt was sowieso mir gehört. Das sollte nicht allzu lange dauern. Und ich werde es schon nicht übertreiben..“ Vhenan hob abwehrend die Hände. Sie und übertreiben... das war doch undenkbar! Dann setzte sie sich doch zu Heribas an den Tisch.

Sagen wir: sie soll glauben einen Geist zu sehen... mehr Wirkung muss nicht sein. Ich will ihr nicht wirklich schaden... sonst geht sie ja nie wieder mit mir ins Bett.“ Vhenan grinste blöd. „Kannst du damit was anfangen? Es geht übrigens um eine andere Naihlar, falls dich das beruhigt.

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Heribas Veneficus

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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mo Jul 04, 2016 12:41 pm

Eine Geschichte rund ums Bett und um ungeklärte Eigentumsverhältnisse? Warum überraschte es ihn nicht.
"Man kann nicht exakt bestimmen, wie sich die Wahrnehmung des Probanden verändert, allenfalls etwas lenkend einwirken. Die Sinne werden geschärft, die Gedanken kommen durcheinander. Manche beginnen Farben zu riechen oder sehen plötzlich Töne. Wenn man etwas Erfahrungen damit hat, kann man über verschiedene Ebenen immer tiefer in sich selbst eintauchen und Dinge hervorholen, die Vergessen sind. Oder noch viel größere Eingriffe vornehmen, zum Nutzen und zum Schaden des Reisenden. Ein vertrauter Begleiter kann einem bei so einer Seelenreise helfen, aber auch enormen Schaden anrichten."
Heribas hatte vor dem Krieg in einer funktionierenden Gilde selbst einige Initiationsriten durchlaufen und einige eindringliche Erfahrungen mit Halluzinogenen Wirkstoffen gehabt. Was blieb einem sonst noch so übrig, wenn man in Enthaltsamkeit zu leben gelobt hatte, um sich ganz der Forschung zu widmen? Man betitelte die chemischen Exzesse in "begleitete Fachstudien" und machte sich dann eben bei der Arbeit eine schöne Zeit.
"Wenn Ihr eure Gespielin nicht zu einem Wrack verkommen lassen wollt, dann geleitet sie behutsam. Sie wird in dieser Zeit ziemlich hilflos sein. Je nach ihrer Vorgeschichte kann sie aber trotzdem Fürchterliches wieder erleben. Was auch immer sie zum Besseren verdrängt hat. Vielleicht erlebt sie aber auch die schönsten Momente ihres Lebens in unglaublicher Intensität nach. Oder ein Mischung aus beidem."

Heribas musterte Vhenan nachdenklich und wechselte in das vertrauliche Du, damit Nani wusste, dass es ihm Ernst war:"Ich gehe davon aus, dass Du ihr nicht wirklich Schaden willst, sondern dass das hier ein Spiel ist. Sonst bräuchtest Du so eine Droge nicht, sondern ein tödliches Gift und fertig. Daher sage ich Dir zweierlei: Es ist kein Spiel, unterschätze nie die Macht der Alchemie und vor allem die Macht der Dosis." Dann zuckte er mit den Schultern und ergänzte:" Und zweitens: 4 Silber für eine Anwendung und ich brauche voraussichtlich 3 Tage Zeit, da ich die Zutaten erst einer Elementprüfung unterziehen muss, damit wir keine böse Überraschung erleben."
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mo Jul 04, 2016 9:37 pm

Man kann Farben riechen und Töne sehen?“ Jetzt war auch Vhenan neugierig und hellhörig. Vielleicht sollte sie das selbst einmal ausprobieren. „Hey, ich habe die Rotte während des letzten Feldzuges fliegen sehen! Und sie waren alle knallbunt! Aber ich habe keine Töne gesehen... dafür einen sprechenden Drachen... zumindest erinnere ich mich irgendwie daran... interessant.“ Sie dachte einen langen Moment nach, der nichts Gutes erahnen ließ. Dann nickte sie.

Alles ist ein Spiel... und manchmal ist dein Einsatz nicht weniger als dein Leben... trotzdem bleibt es ein Spiel. Das ist meine Sicht und sie lässt mich besser werden“, widersprach Nenani stur und grinste amüsiert.

In Ordnung. Um die Vorgeschichte kümmere ich mich noch in den drei Tagen.
Vielleicht überlegte sich Nani doch noch den Plan abzubrechen, diese Möglichkeit gab es ja immer noch, aber mal ehrlich: welcher Naihlar hatte keine Dämonen irgendwo verscharrt, die ihm Angst machten? Irgendwas gab es immer, niemand war unbescholten.

Und... vergiss das mit dem Huhn. Du solltest selbst entscheiden welche Zutaten du nimmst, damit ich ihr nicht schade...du weißt ja jetzt was ich will.“ Damit sagte sie deutlich, dass sie Heribas mehr vertraute als diesem Hühnerverstand, dem die Gefahren nicht bewusst zu sein schien. Sie würde Gack erstmal das Federkleid zurechtrupfen!
Zwei Silber!

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Heribas Veneficus

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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Di Jul 05, 2016 1:08 pm

"Huhn?" Heribas wirkte irritiert, fing sich aber schnell wieder, überging diesen seltsamen Einwurf mit dem üblichen an Überheblichkeit wirkenden, aber professionellem Desinteresse. Schließlich war er Dienstleister und die Hintergründe der Kundschaft gingen ihn eigentlich nichts an. Er hatte über die Gefahren aufgeklärt und die individuellen Problemchen und seltsamen Gedankenabschweifungen filterte er in der Regel aus, wenn es ihm keine Erkenntnis brachte.

Auf Nanis klassischen Feilschervorstoß reagierte er mit einem Schnauben. Es war interessant, dass  ein einfacher nonverbaler Laut so viel auf einmal ausdrücken konnte, wie zum Beispiel:
- Du hast keinen Respekt vor meiner Arbeit.
- Du hast keine Achtung vor meinem Berufsstand
- Du bist eigentlich nicht in der Position zu verhandeln
- Verpiss Dich

Aber um der Liebe Friede Willen und weil er wusste, dass für Naihlar das Feilschen fast schon Heilig war, antwortete er: "3 Silber 5 Kupfer, weil ich weiß, dass Silber für Euch vielleicht etwas schwieriger zu beschaffen ist."
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Di Jul 05, 2016 6:33 pm

Ha! 2 Silber und 5 Kupfer!
Vhenan verschränkte die Arme vor der Brust und musterte Heribas ernst. Schwer zu beschaffen war es nicht unbedingt, aber wer wollte das schon, wenn man den Geschäftspartner herunterhandeln konnte.

Wo wir gerade dabei sind... kannst du uns ein paar Tränke für den kommenden Feldzug brauen? Irgendetwas, das im Notfall die Stimmung hebt? Du scheinst ja Erfahrung damit zu haben und es wäre immerhin eine Möglichkeit von vielen gegen die Zweifel anzukämpfen“, fiel der Naihlar spontan ein und genauso spontan sprach sie den Gedanken aus.
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Heribas Veneficus

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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mi Jul 06, 2016 7:22 am

Heribas schüttelte den Kopf:"Ich befürchte nicht. Nicht weil ich nicht will, sondern weil die Kelriothar laut Aussagen der einschlägigen Experten allen alchemistischen und magischen Komponenten eines Trankes oder Artefaktes die elementare Kraft entzieht, wenn man von Mythodea in die Spiegelwelt springt. Man könnte nur dort etwas brauen, an einem geweihten Spiegelpunkt. Das morphologische elementare Feld bricht zusammen, wenn man Mythodea verlässt. Deswegen kann man auch keine Tränke und Artefakte durch den Nebel in andere Welten nehmen, deshalb zerfallen verarbeitete Materialien mythodeanischem Ursprunges auf dem Weg nach draußen. Edelmetalle und Edelstein, wohl auch Stahl scheinen davon ausgenommen zu sein. Eine originäre Pflanze aber wie euer Rindenwurz geht, wenn auch die Wirkung drüben wahrscheinlich unbedeutend sein dürfte. Die Elemente durchströmen hier alles und jeden. Man spürt wohl auch deren Fehlen, wenn man drüben ist. Ich selbst habe aber noch keine Feldstudien vor Ort machen können." er hatte mit seinem Becher gespielt, sah Vhenan nun wieder direkt an "Und ich bin ehrlich gessagt auch garnicht scharf drauf!"
Sei Blick hatte sich verfinstert und er sah fast sorgenvoll mitfühlend aus, dann meinte er "3 Silber 3 Kupfer"
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mi Jul 06, 2016 1:00 pm

Achja...“ Da fiel es ihr wieder ein. „Mit dem Holz für Schiffe verhält es sich genauso... da muss man aufpassen“, warf Vhenan mitten in seinen Satz und erinnerte sich langsam wieder daran. Das Kapitel über Alchemie war langweilig gewesen und für sie nicht wirklich relevant... die Heiler wussten schon was sie konnten und was nicht... wenigstens da musste Nani nicht auch noch ihre Nase hineinstecken.

Wer scharf darauf ist hat sie nicht mehr alle.“ Vhenan schüttelte den Kopf, ihr Blick wurde düsterer. „Du spürst ihre Abwesenheit, ja. Und es wird mit jedem Tag schlimmer... du zerfällst langsam und irgendwann, wenn du zu lange dort warst, dann bringt dich diese Welt um. Egal wie sehr du dich dagegen wehrst. Wir können dort nicht überleben. Mallo hat durch die wenigen Tage graue Haare bekommen.... Eine andere Freundin ist... neben mir ausgetrocknet und beinahe gestorben, ohne dass ich ihr helfen konnte.....

Vhenan sah kurz zu Boden, griff unbewusst zu dem Seelenstein und dem Ring um ihren Hals.

Hast du dich mal gefragt was passiert, wenn wir sterben? Ich meine es gibt... so viele Rituale, so viele Arten einen Körper beizusetzen. Wir hatten auf Ortac unseren Wüstensand... oder das Wasser. Aber..... hast du schonmal was von Kriegerpriestern aus dem Norden Mythodeas gehört, die sich einem Element besonders verbunden fühlen? Ich weiß nicht mehr genau was Turiya mir gesagt hat, es war alles ziemlich wirr und... naja... mit Gebeten verbunden...da höre ich automatisch weg... Turiya war eine der Gefangenen.. sie ist auch gerettet worden. Sie war irgendwie mit Terra verbunden und.... je näher sie dem Tod kam, desto...“ Vhenan suchte nach Worten, um es Heribas zu beschreiben. „Desto baumartiger wurde sie. Es war... kein richtiger Baum, aber ihre rechte Hand dörrte aus und da wo das Blut fließt wucherte es es weiter am Arm hoch. Wie eine Pflanze, die kein Wasser mehr bekommt und langsam stirbt. Es wurde von Tag zu Tag schlimmer.... Ich hab mal einen Seemann sterben sehen, weil sein Blut vergiftet war... üble Sache... er hatte sich verletzt, es hat sich entzündet und dann wanderte ein böser Strich zu seinem Herzen... genau das passierte Turiya... nur war es kein vergiftetes Blut, sondern... irgendwie verdorrt und tot. Es war längst an ihrer Brust angekommen.... vielleicht wäre sie gestorben, wenn sie nicht an dem Tag befreit worden wäre. Sie hatte nicht mehr viel Zeit... und wir anderen konnten nichts dagegen tun außer ihr beim Sterben zusehen... ich hoffe, dass es nicht geblieben ist.

Jetzt lächelte Vhena matt. „Für solche intensiven Studien reicht die Zeit des Feldzuges nicht, mach dir also deswegen keine Gedanken. Aber du könntest ein paar Tränke für unsere Rückkehr vorbereiten, damit wir uns schneller erholen... denn ich glaube nicht daran, dass die Prophezeiung uns alle umbringt.... deswegen muss ich auch auf meine Finanzen achten, Gomba... 3 Silber.

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Heribas Veneficus

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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mi Jul 06, 2016 4:45 pm

Heribas hatte nicht viel Gedanken an den Tod verloren, er beabsichtigte am Leben zu bleiben, so lange wie möglich. "Ich würde mich wahrscheinlich verbrennen lassen wollen, damit mir kein untotes Fleisch meinen Körper missbauchen kann." kommentierte er Vhenans Monolog über Todesarten. Bei Vhenans Vorschlag, er solle ihr was brauen für ihre Rückkehr verzog er das Gesicht.
"Ich glaube ja nicht dran, dass die Zeit normal weiterläuft und schlag Tag 60 stehen bleibt.
Eher wird sie sich verlangsamen, ausdünnen. Das betrifft natürlich auch das elementare, morphologische Feld. Ich weiß nicht, ob man überhaupt noch etwas zuverlässig brauen kann. Bestimmt nicht in den letzten Tagen vor dem Ablauf der 60 Tage.

Außerdem werde ich dann schon auf der anderen Seite des Nebels sein. dachte er bei sich. Er hatte nicht vor, mit dem Rest der Siedler unterzugehen, falls das mit der Zeit schief ging.

"3 Silber 1 Kupfer."
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Mi Jul 06, 2016 6:37 pm

Jetzt war es Vhenan, die aufbrausend schnaufte.
Ständig muss ich jemandem in den Arsch treten, weil ihr ohne einen einzigen Versuch einfach aufgebt! Was ist denn nur los mit euch allen, das kann doch nicht wahr sein! Brau einfach die verdammten Tränke! Wenn sie nicht wirken haben wir Pech gehabt, aber dann haben wir es wenigstens versucht. Wie überlebt ihr alle mit so einer miesen Einstellung. Bringt euch doch gleich alle eigenhändig um, dann spart ihr den Verfemten eine Menge Arbeit!“ Schon war sie aufgestanden und lief ungehalten durch den Raum. Sie wollte gerade etwas kaputt machen!!

Euer Schwarzsehen und diese Untätigkeit geht mir langsam furchtbar auf den Sack!“ Sie drehte sich zu Heribas um, ihr Blick loderte und hatte jede Spur von Belustigung verloren.
Es ist mir egal was du glaubst, du kannst nicht wissen was passiert. Und.... das war keine Bitte! Handel mit Raûl deine Vergütung aus, aber versuch wenigstens mal uns zu helfen, es geht hier auch um deinen Arsch, Naevit!

Dann griff sie in eine Tasche und legte ein Silberstück und eine Kupfermünze auf den Tisch. „Das ist die Anzahlung. Den Rest gibt es in drei Tagen.
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Do Jul 07, 2016 1:43 pm

Heribas ging etwas auf Distanz zu der kleinen Teufelin, die mal wieder völlig aus der Rolle fiel und sich aufführte wie sie vielleicht meinte dass eine Pakata sich aufführen kann. Aber das war sein Haus und seine Expertise und Nani hatte keine Ahnung von den verfluchten Auswirkungen des morphologischen Feldes und was das für eine alchemistische Rezeptur bedeutete, die in Mythodea gebraut wurde. Eigentlich ging er unnützen Konflikten aus dem Weg, aber in diesem Fall konnte er es sich nicht verkneifen. Er ließ die Anzahlung auf dem Tisch liegen, stand auf und ging Richtung Experimentierraum und deutete ihr mit einer Geste, ihm zu folgen.

Er zeigte auf einen Destillierkolben, der mit einer trüben Flüssigkeit etwa zur Hälfte gefüllt war :"Diese Flüssigkeit wird auf den Siedepunkt erhitzt, wandelte sich in Dampf, kühlt in der Kühlspirale ab und das Destillat tropfte dann in dieses Gefäß. Bei Alkohol muss man immer auf die richtige Temperatur achten , zwischen 80°Celsius und 90°Celsius bleiben, damit nur der Alkohol verdampft, aber nicht der Rest der Flüssigkeit. In diesem Fall ist es nicht so wichtig, da die Flüssigkeit eigentlich nur destilliert wird, um die gewünschten Bestandteile von den unerwünschte Komponenten mit weit höherem Siedepunkt zu trennen."
Jeder, der sich mit höherprozentigem Alkohol auskannte, sollte das Prinzip erkennen. Bei der Rumherstellung war es genauso, nur nicht in Glas und nicht mit so kleinen Gefäßen.
Heribas deutete auf eine längliche Sanduhr mit superfeinem Sand, auf beiden Seiten Zeitstriche aufgemalt hatte. Die untere Hälfte war voller als die obere Hälfte.
"Meine Sanduhr ist zwar kein zwergisches oder gar gnomsches Zeiterfassungsgerät, aber sie arbeitet zuverlässig und vor allem geht sie nicht kaputt, wenn man sie nur  schief anschaut." Seine Theorie war ja, dass die kleinen Mistkerle extra Fehler in ihre Feinmechaniken einbauten, damit sie noch mehr Geld fürs Reparieren verlangen konnten. Aber das tat jetzt nichts zur Sache, also äußerte er sie nicht.

"Diesen Aufbau haben ich so schon Dutzende Male in den letzten Monaten durchgeführt und in der Regel benötigt der komplette Vorgang je nach Außentemperatur zwischen 12 und 14 Augenblicken. Das hier ist ein Halb-Stundenglas und über die Hälfte Sand ist durch. Siehst Du das Problem?" er deutete auf das kleinere Gefäß am Ende der Kühlspirale. Es war völlig leer, es hing nicht mal ein Tropfen am Glasröhrchen, das in das Gefäß führte. "Und so wurde das Wärmen des Feuers aus der Schöpfung gerissen! Hieß es nicht so in "Die Fünfte Jahreszeit"? Sieh hin. Und ich soll  den Oshead zur Entspannung ein paar kleine Aufheller brauen? Unter diesen Umständen? Du denkst, dass ich Euch damit einen Gefallen tue? Für dein Halluzinogen benötige ich keine komplexen Brauvorgänge, nur die richtigen Zutaten. Das hier ist eine verdammte Katastrophe." er verschränkte die Arme vor der Brust und starrte finster zurück. "Wenn Ihr zurück von der Spiegelwelt kommt. Wenn. Dann werde ich alles in meiner Kunst stehende tun, um Euch zu unterstützen. Wenn die Siedler eine Möglichkeit finden, die Auswirkungen auf die Elemente zu beheben, dann braue ich Euch so viel Glücklich-Macher, dass Ihr aus dem Grinsen gar nicht mehr rauskommt. Aber erst, wenn wieder normale Arbeitsbedingungen herrschen."
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BeitragThema: Re: Jeder Herzschlag, ein zerbrechliches Geschenk   Do Jul 07, 2016 6:16 pm

Das da ist nicht das Problem.“ Nani sah von der Aparatur zu Heribum. „DU bist es.“ Ihr Blick war streng und unnachgiebig. Sie begann wieder ein paar kleine Schritte auf und ab zu laufen.

Dann brau eben nichts, sondern misch ein paar Zutaten zusammen, mir ist egal wie du das machst... Aber wirlich? Danach? HA!“ Vhenan lachte humorlos auf. „Du glaubst selbst, dass sich die Zeitlinie ändert und willst DANACH etwas brauen? Glaubst du die Bedingungen werden dann wieder besser? Wer weiß was dann danach wieder passiert? Wenn wir etwas wirkungsvolles aufbauen wollen, dann müssen wir es jetzt tun. Wenn deine Experimente da nicht funktionieren, dann lass dir was einfallen. Du bist doch Alchemist, angeblich ein Meister. Dann zeig was du kannst und arbeite mit dem was du hast! Hätte Karg dich darum gebeten hättest du auch nicht nein gesagt. Weil er dich dann vermutlich umgebracht hätte... das blüht dir hier natürlich nicht, aber du kannst dich doch wenigstens mal ein wenig anstrengen! Wo ist denn dein Ehrgeiz hin?
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