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 Anführereien

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Neome
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BeitragThema: Anführereien   Fr Jun 10, 2016 11:30 am

Neome holte voll aus und schubste den betrunkenen Ghalmaren, der ihr in den Weg getorkelt war, von sich fort. Sie wurde selten grob. Aber dieser hier hatte nicht aufgehört, sie mit plumpen Schritten zu verfolgen und sie dabei wie eine noah zu behandeln, ein Freudenmädchen aus den Städten, die man anpfiff oder nach denen man die Hand ausstreckte.
"Was hab ich dir gesagt?", fragte sie den Erdboden, auf dem der Mann jetzt saß. Er hatte sich günstig abgefangen, und da er verwirrt lachte, konnte es ihm so schlecht nicht gehen. Sie überlegte, noch einmal nachzutreten, entschied sich aber aufgrund unbestimmter Hemmungsgefühle dagegen.
"Äntschuldi!", lallte der Mann, hob sich selbst auf, wischte sich über den Kopf und verlor seinen Hut. Er war fast noch mehr ein Bursche. Wahrscheinlich hatte er das Glück gehabt, dem Krieg zu Hause zu entkommen, sodass er nie in die Notwendigkeit geraten war, eine Sache ernst zu nehmen. Und ganz offensichtlich hatte er keinen Respekt vor den Naihlar. "Frau Gomba."
Jetzt trat sie doch. Es war mehr ein sanfter Stoß, der ihn noch einmal zu Boden warf, aber Neome glaubte nicht, dass sie ihm damit wehtat.
"Mit wem bist du hergekommen?", fragte sie.
"Au. Oh ja. Aua." Der braunhaarige Bursche mit dem roten Gesicht hörte ihr gar nicht zu. Er versuchte noch, herauszufinden, wo links war und wo rechts. "Du brauchst nicht überreagieren." Dabei schien er sich zu freuen.
Neome war - wahrscheinlich - zu nachsichtig mit solchen Leuten. Sie hielt nicht viel davon, sich aufzuspielen und Respekt einzufordern, den sie sich nicht natürlich verdient hatte. Aber vielleicht war es eben das. Vielleicht gehörte das Einfordern zum Verdienen. Es gab wenig zu verschenken in Shäekara und einem Gomba, wie sie sagten, wollte ohnehin keiner etwas kostenlos geben.
Sie fühlte sich furchtbar, als sie dem Mann auf die Hand trat und ihr Gewicht in den Stiefel verlagerte. Seltsamerweise ging es ihr besser, als sie ihn aufschreien hörte.
"Ah", stieß sie aus. "Ist da also doch noch etwas Aufmerksamkeit in dir."
Plötzlich tauchte das Gesicht jenes Mannes vor ihrem Geist auf, den sie erschossen hatte. Es war eigentlich ein Gnadenschuss gewesen. Ihre Hand zuckte an ihre Hüfte und zeitgleich zog sie ihren Fuß zurück.
"Solln das?" Der Bursche brachte sich verwaschen sprechend auf die Füße. Neome beobachtete ihn. Er war jetzt schlecht gelaunt.
"Geh mir nicht mehr nach", verlangte sie.
Und tatsächlich.
Als sie ihren Weg fortsetzte, war sie allein.

Sie suchte am Hafen, weil man ihr gesagt hatte, dass die Chancen, Raûl zu dieser Zeit dort zu finden, hoch stünden.
"Hat einer von euch Kerls meinen Mazhahk gesehen?", fragte sie eine Gruppe Seemänner, die Labsal zu den Booten schleppten, um sie gegen Wind und Wetter zu wappnen.
"Den Mazhak", antwortete einer, ein schlichter Chirya namens Lurin, der so tumb war, dass er glatt als Ghalmar hätte durchgehen können (und tatsächlich gab es Gerüchte, dass er eben dies war und seine Herkunft verschleierte, damit nicht aufflog, dass er sich vor dem Beitritt ins ghalmarische Heer gedrückt hatte). Lurin sprach das Wort, wie die meisten, kürzer aus. Es war nichts Falsches daran, dass der Begriff für Raûl ein wenig individualisiert wurde, denn die meiste Zeit befanden sie sich nicht auf einem Schiff. Aus seinem Titel war fast schon ein Name geworden. "Den Mazhak hab ich nicht gesehen, nee."
Auch die anderen schüttelten den Kopf und schleppten ihre Eimer weiter.

Sie fand einen einsamen Naihlar, der Taue überprüfte.
"Wo ist Raûl?", fragte sie ihn und erkannte an seinem Gesichtsasudruck, dass sie einen jener überaus seltenen Männer vor sich hatte, die nie aus Valvas herausgekommen waren. Er hatte die allgemeine Sprache nicht gelernt. "Nij shêash nim mazhahk, elda. Aî thim dith nim szi nyo badenn?"
Der Mann lächelte. Seltsam, er hatte nur noch die Hälfte seiner Zähne, doch die strahlten weiß gegen den Hintergrund seines Bronzegesichts.
"Nyo ne badenn moraniador", sprach er peitschend schnell und tastete fortwährend das Seil ab. "Hah aî nadul unah mwezed - vazmo aî nanuznah nyon. Nyo ne badenn szithidgrul jan."
Neome zahlte ihn mit einem zustimmenden Schmunzeln aus, neigte ihr Haupt und ging zu den Schiffen.
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BeitragThema: Re: Anführereien   Fr Jun 10, 2016 4:44 pm

Raûl war schon vor einigen Tagen aus der Untoten Hohld der Südlande zurückgekehrt. Zwei Tage und zwei Nächte hatte er geschlafen, kurz unterbrochen von wenigen Stunden matten Dämmerzustandes, in denen er gegessen und sich leise mit seiner engsten Familie unterhalten hatte. Der lange Weg vom Konvent in Holzbrück über das Unterholz der Rotte im Roten Moor und dann die halbe Weltreise in den Bluttann in den Süden zurück nach Shäekara waren nicht spurlos an dem Mahzhak vorübergegangen. Der Schlachtzug auf die Felder der Mitray’kor hatte in schwerem Rüstzeug stattgefunden und Raûl hatte sich auf den langen Märschen sehr schwer getan. Er war ja schließlich nicht mehr der Jüngste und die Gefechte hart und blutig gewesen. Aber sie hatten gesiegt und die Oshead im Allgemeinen und Raûl im Speziellen hatten wieder Verbindungen, Einfluss und Reichtum hinzugewonnen.

Entsprechend zerrupft, aber selbstbewusst trat er auch auf. Nur eines lag ihm auf der Leber und das war das Zusammentreffen mit seiner Pakata. Nun war sie da. Er hatte sie schon entdeckt, als sie den Weg hinunter in den Hafen genommen hatte.

Obwohl er sich nichts hatte zuschulden kommen lassen, war er ungewöhnlich angespannt. Es gab so viel zu bereden, bedeutsame Weichenstellungen für Lehen, Stadt, seine eigene Position und auch andere Aufgaben innerhalb der Oshead und Neome war nun mal seine Pakata. Er straffte sich und trat über die Planke des Schiffes, auf dem er einige Schäden aufgenommen hatte, auf sie zu, lächelte Sie goldblitzend an. Wie es in ihrem Volk Brauch war hob er die Arme, Handflächen nach Oben und senkte seinen Kopf, etwas tiefer als sonst, auf die Brust.
„Atata Pakata Neome. Nij lel nith nanuz, ta nij aî nah.”

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BeitragThema: Re: Anführereien   Sa Jun 11, 2016 12:55 am

"Atata." Sie rief nicht bereits aus der Ferne. Das war eine Sache, die sie sich am besten abgewöhnte, hatte sie sich selbst geraten. Sie war darüber noch nicht ganz schlüssig. Doch in dieser Situation war es das Beste, erst an den Mann heranzutreten, den Gruß mit offener Hand zu erwidern und die Stirn mit steifem Oberkörper aber einem erhabenen Schwung der zweiten Hand ein wenig zu neigen. "Aidur nim var dith - adeth var dad vedna. Aen chahallath. Ar nij kamäi elokina ân gorau." Die goldenen Reifen, heute weniger als gewöhnlich, fielen an ihrem Handgelenk zurück, als sie die Finger vor dem Bauch ineinanderschlang. Sie wechselte umstandslos in die allgemeine Sprache. Es war ihr schon fast eine Gewohnheit geworden. Sprachen Naihlar untereinander auf Chollodann, erweckten sie das Misstrauen der Leute. Misstrauen wollte sie weder aussäen noch ernten, damit hatte sie sich abgewöhnt, zu lange in der Sprache ihres Volkes zu verweilen. "Ich hatte gehofft, jemand würde mir Bericht erstatten", erzählte sie ruhig. Sie wusste von mühseligen Wegen. Von Unbill und Erschöpfung und allem, was eine Reise mit sich brachte. Und deshalb zeigte ihr Tonfall keine Versäumnisse auf. Er verlangte Handlungen für die Gegenwart.
Anstelle vor ihm stehen zu bleiben, öffnete sie den Kreis für einen nicht vorhandenen Dritten, indem sie schräg neben Raûl rückte. Ihr Blick ging erst zu den Schiffen, dann zu dem Mann. "Wie geht es dir?"

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BeitragThema: Re: Anführereien   Di Jun 14, 2016 3:08 pm

Raûl nickte Neome zu. Es war zwar nicht als Vorwurf gegen ihn formuliert, trotzdem spürte er ihn – weil er ihn sich Selbst machte. Er hätte zuerst seiner Pakata berichten müssen, bevor er sich zur Genesung in sein Heim zurückzog. Hatte er aber nicht. Warum war das so? Stolz? Trotz? Reiner Pragmatismus? Er folgte seiner Intuition und überlegte nicht, bevor er antwortete. Er wollte ehrlich sein, denn nur so konnte das Verhältnis unbelastet zwischen einem Mahzhak und zwischen seiner Pakata sein – unbelastet und ohne Zweifel an den Motiven:

„Nach den Monaten auf dem Feldzug, aber auch dem diplomatischen Gefechten um die Interessen der Oshead musste ich mich sammeln. Körperlich wie auch Geistig verarbeiten was geschehen ist, bevor ich nur wie ein Idiot stammelnd vor meiner Pakata stehe und unzusammenhängend Dinge von mir gebe, die aus einer unglücklichen Ausgangslage…“  er hielt inne und versuchte sich neu zu sortieren, nicht mit der Türe ins Haus zu fallen.

„Das ist falsch ausgedrückt. Es ist genaugenommen eigentlich eine sehr glückliche Ausgangslage, aber es schafft eine unglückliche Beziehungslage. Zwischen Mahzhak und Pakata. Und die müssen wir beheben, bevor es Wasser in unser Schiff drückt.“

Raûl sah Neome an, sie schwieg wie sie immer schwieg in solchen Situationen und er wusste, dass er weiter ausholen musste, um den Kern des Problems sauber darzulegen.

„Seit dem Konvent vor zwei Jahren war ich für den Hof der Dornen derjenige, der für das Lehen gesprochen und gehandelt hat. Vor einem Jahr habe ich mit Asdan die Zusage von Leonora als Stimme des Archons die Zusage für Shäekara für uns bekommen. In Kelriothar waren alle zu beschäftigt gewesen, um sich um sowas zu kümmern. Zu jeder Zeit habe ich mich immer als Mahzhak, als den 1. Offizier der Oshead, ausgewiesen. Und auf diesem Konvent hat man uns die Benennungsurkunde überreicht. Aber sie ist…  auf meinen Namen ausgestellt. Das Reich hat mich zum Kastellan bestellt und zum Herr über Shäekara ernannt.“

Jetzt war die Katze aus dem Sack. Eine Sekunde ärgerte er sich darüber, dass er nun doch mit der Tür ins Haus gefallen war, gleich mit der ganzen Häuserfront. Er hätte zuerst erzählen sollen, was für Erfolge sie gehabt hatten am Konvent, welche Siege auf den Schlachtfeldern der Mitray’Kor. Bradach. So war das nun mal, wenn zu viel auf einmal geschieht. Unbeirrt blieb er aber dran.

„Ich habe noch bei der Ernennungszeremonie offen gesagt, dass ich mich mit Dir abstimmen muss, ob ich diese Ehre überhaupt tragen darf, dass Du über mir stehst. Nach den Kel’Goron-Manövern noch einmal im Vieraugengespräch direkt mit dem Archon Karl Weber das Problem erläutert, dass sich in unserer Führung nun ergibt. Und ein weiteres Mal, dann über zwei Stunden lang im Unterholz bei der Rotte. Er meinte, dass wir bestimmt eine Lösung finden, dass unser Dienstverhältnis davon unberührt bleiben soll und er die Ernennung auch zurücknimmt, wenn es nicht anders geht.“

Raûl runzelte die Stirn, wollte noch mehr sagen, noch viel mehr. Aber er wollte Neome nicht überfahren. Also mäßigte er sich, ein bisschen wartete er darauf, dass Sie ihn im Zorn ma bulba gab.

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BeitragThema: Re: Anführereien   Mi Jun 15, 2016 11:22 am

Zorn war allerdings nicht in ihrem Gesicht zu sehen. Sie schmälerte die Augen auf seinem Bild und entschied dann, den Blick wieder zu den Schiffen zu richten.
"Ich hab bereits mit Asdan und Arden gesprochen", sagte sie so gefasst wie ein Fels, viel farbenfroher gekleidet zwar, aber in ihrem Tonfall und dem, was sie von sich preisgab, ebenso hart und grau und zerfurcht. "Sie haben oberflächlich schon ein paar Dinge erzählt."
Einen Moment schwieg sie, sammelte Gedanken auf wie ein Kartendeck, das ihr aus den Händen geglitten war, dann hatte sie es wieder geordnet.
"Verwunderlich ist es nicht, dass sowas passiert, oder? Du hattest mehr Kontakt als wir zum Hof. Wir hatten es so abgemacht, dass ihr euch um die Angelegenheiten mit dem Hof kümmert und ich und einige andere den Kontakt zur Stadtfamilie aufrecht erhalten. Rückblickend war es womöglich keine gute Idee. Damals hätte ich es vielleicht ahnen sollen. Aber ich hab darüber nicht genügend nachgedacht. Vielleicht hätten wir alle etwas vorausschauender denken sollen." Sie lächelte bittersüß zum stehenden Gut einer Schaluppe und drehte sich nach einem lauten Poltern um.

Ein paar Arbeiter stritten fünfzehn Klafter weiter. Man hörte die Männer reden und sah ihnen an, dass sie teils teils Naihlar und Naeviten waren, aber sie waren zu weit weg, um zu verstehen, was sie sagten. Wie es schien hatten sie gemeinsam Holz getragen und einer hatte etwas getan, damit die Lade zu Boden rumpelte. Neome musterte sie eine längere Weile, bis sie abermals ihren Blick auf Raûl richtete.
"Wie denkst du darüber?"
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BeitragThema: Re: Anführereien   Do Jun 16, 2016 7:12 am

Raûl dachte einen Moment nach. Dann schüttelte er den Kopf: "Nein, das konnten wir nicht vorausahnen. Als wir zuerst auf den Dornenhof trafen, wirkten Sie auf uns doch wie alle wie die üblich versnobten Adeligen. Als wir begannen uns bei Ihnen anzudienen, waren wir doch alle der Meinung, dass Sie die Hierarchien einer Gruppe, eines Landes, ihre eigenen immer berücksichtigen werden und dass Ober immer Unter stechen wird. Karl Weber, der banishosha - hieß es das nicht immer? Ich weiß inzwischen einiges mehr. Karl Weber, der Erste seines Namens - ist ein einfacher Soldat, ein einfacher Weberssohn, der sich hier in Mythodea hochgedient hat. Er kommt aus Landen, in denen es garkeine Möglichkeit gibt, von niederer Geburt in einen höheren Stand aufzusteigen, geschweige denn Herrscher zu werden. Er hat mir erklärt, wie er es mit seinen Titeln hält. Er erhebt die Menschen, denen er persönliches Vertrauen entgegen bringt, in einen höheren Stand. Damit alle Wissen: Dieser Mensch hat sein Vertrauen, behandelt ihn mit Respekt, er hat mir und damit dem Reich gedient. Ganz praktisch steht diese Person dann auch über dem einfachen Volk, dass diesen dann nicht einfach so mehr vor Gericht anklagen kann. Eine Klage muss von einem anderen Adeligen gestützt werden. Soweit kennt man das ja. Das wichtigige hier ist: Titel sind nicht vererbbar. Nur die von ihm wahrgenommenen Dienste zahlen in sein Vertrauen ein. So belohnt er die ihm zugebrachte Loyalität. Mich hat er Dienen gesehen, Tag und Nacht. Und wenn wir miteinander Sprachen, hörte er wohl, dass nicht nur Slicha in meinem Kopf ist. Ich sagte ihm, dass es schwer ist, sich bei ihm anzudienen, wenn man nicht auf dem Konvent zugegen ist. Im Sommerfeldzug nach Kelriothar ist er ja auch nicht da. Er vertraut hier aber auch auf das Wort seiner Vertrauten. Sein Tul´Heen oder wer auch immer ihn am Hof vertritt. Er meinte, dass Du auch diesen Vertretern deine Fähigkeiten beweisen kannst, damit Du von ihm als Vertrauenswürdig genug erscheinst. " Raûl verzog das Gesicht. Es war ihm offensichtlich unangenehm auszusprechen, dass der Archon Neome kein Vertrauen entgegenbrachte. Genauer, dass Sie sich sein Vertrauen noch nicht verdient hatte. Das klang irgendwie unanständig.

"So denkt er nun mal, ich kann es nicht ändern. Und Nein, DAS konnten wir nicht wissen. Ganz ehrlich gesagt finde ich persönlich diese Herangehensweise gut, das entspricht viel mehr der Mentalität eines Naihlar. Aber uns stellt es nun vor die Aufgabe, dass Du in den Augen des Archon und seiner Vertrauensleute selbst Dich andienen musst. Meine Aufgabe wird es sein, Dich dabei so gut wie möglich zu unterstützen."

Raûl musterte Neome und schwieg, während im Hintergrund die Arbeiter sich weiter über das Holz stritten.

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BeitragThema: Re: Anführereien   Do Jun 16, 2016 1:07 pm

"Mag sein, dass ihr das gedacht habt", stimmte Neome einem Teil von Raûls Worten zu. Gleichzeitig machte sie ohne viele Worte klar, dass sie mit ihrem Urteil überhaupt nicht so schnell bei der Hand war. Vielleicht hatte sie sich noch gar keines gebildet. "Mir ist aufgefallen, dass dieser Haushofmeister keinen guten Eindruck auf mich macht. Alle anderen, auch Karl, sind Fremde."
Sie schwieg länger, sah das Tuch an den Segeln im Wind wanken und hörte Raûls Stimme den Streit im Hintergrund überdecken.

"Wäre Karl Weber nicht ein bisschen närrisch, mir zu vertrauen?", fragte sie und er hörte wahrscheinlich, dass sie nicht unzugänglich war und er sie mit seinen Worten nicht beleidigt hatte. "Er hat wenig von mir persönlich gesehen. Ich hoffe aber, er ist weise genug um zu begreifen, dass das, was er gesehen hat, auch ich war. Nur nicht mit meinem Gesicht."
Sie ging einige Schritt, Raûl so zugewandt, dass er ungesprochen mitbekam, dass er folgen sollte. Es brachte sie etwas weiter von den Diskussionen der Männer weg.
"Ein Mensch kann nicht an zwei Orten gleichzeitig sein", sprach sie vor sich hin. "Und ich wäre gern mehr gereist. Aber hier herrscht große Unruhe. Lass uns darüber aber nachher reden."
Sie ging ganz langsam, ein Schlenderschritt, um die Gedanken anzuregen, der einen nicht wirklich voranbrachte.
"Es ist nichts unlogisch daran, dass man einen Herren für sich gewinnen muss. So wie ein Herr sein Volk für sich gewinnen muss. Karl hat dich gewonnen, nehme ich an?" Sie warf ihm ein schräges Lächeln hin. "Ich jedenfalls kenne ihn nicht. Ich hatte wenig Gelegenheit. Bisher war ich selbst für die meinen da und habe sie gewonnen. Weil ein König nichts ist ohne Gefolge. Was nützt ein Titel, wenn er nur mit den Ohren gehört, aber nicht mit den Herzen gefühlt werden kann? Ich will keinen Titel von Karl, den die Meinen mir nicht ebenso verleihen würden. Das war meine erste Priorität. Ich hab viel darüber nachgedacht, Raûl. Jeder frühere Zeitpunkt wäre zu früh gewesen. Und selbst jetzt wäre es noch zu früh. Ich will keinen Titel von ihm, solange ich nicht weiß, ob er mein Vertrauen verdient hat."
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BeitragThema: Re: Anführereien   Do Jun 16, 2016 3:39 pm

Raûl folgte Neome, ging neben Ihr her, zwang sich zu diesem ihm völlig ungewöhnlichen Schlenderschritt. Er kam ihm wie unnötiger Luxus vor, denn schnell von einem Eck der Stadt zum anderen zu kommen, von einer Aufgabe zur anderen, von der einen Heruasforderung zur anderen, das trieb Raûl an. Er konnte auch im Rennen denken. Neome war offensichtlich anders gestrickt. Aber er passte sich an, wie immer. Vielleicht störte sie sich auch an seiner Hatz. Wie dem auch sei.

"Karl ist ein so guter Herrscher, wie ein Herrscher gut sein kann. Er ist überlegt und wenn er eine Entscheidung getroffen hat, dann setzt er sie auch in aller Konsequenz um. Er verheizt seine Leute nicht unnütz oder aus Prinzip oder der eigenen Eitelkeit wegen. Er kommt aus dem einfachen Volk und besitzt Verständnis darüber, wie einfache Menschen denken. Aber er trifft auch harte Entscheidungen wenn sie ohne Alternativen sind. Er ist sich nicht zu schade, mit seinem Schwert in der ersten Reihe zu stehen oder die Hundswacht zu übernehmen wenn er weiß, dass er der Einzige ist, der den Unterschied macht, wie erst jetzt, als es galt die Quai vor den Kel'Goron zu schützen. Wenn wir ihm helfen, das Land und die Siedler zu entwickeln und voranzutreiben, wird er uns mit aller Macht und Befugnissen unterstützen. Wenn er der Meinung ist, dass wir seinem Land schaden, dann wird er uns mit einem Tritt von seinem Land vertreiben."
Raûl hielt inne und sah zu Neome herüber. Er lächelte und ließ seinen Goldzahn blitzen. "Nein, ich bin nicht verliebt. Ich denke aber, dass es sich auszahlt, in Karl und ins Reich der Rosen zu investieren. Sicher hat er auch komische Gestalten um sich herum, wie diesen wedelnden Haushofmeister. Mein Gott, das ist wie mit Heribum. Den muss man auch irgendwie unterbringen, wo er seinen Fähigkeiten bestmöglich einsetzen kann."

Sie waren inzwischen ein ganzes Stück weit weg von den Schiffen und dem Lärm des Hafens. Vor ihnen breitete sich zur Rechten Hand das weite Meer, zur Linken Hand die Steilküste aus. Es gab einige größere Sandsteinblöcke, auf denen man sich niederlassen konnte und er blieb stehen und wartete, ob sie sich setzen wollte oder weitergehen.

"Er wäre natürlich närrisch, einer Fremden einfach die Obacht über 1000 Siedler und ein 6000 Rechtsmeilen großes Lehen zu überlassen. Deswegen hat er es mir gegeben. Er denkt wohl auch, dass die Oshead diese Investition wert sind. Und er weiß inzwischen genug von mir, um diesen Schritt zu gehen. Er weiß jetzt aber auch , dass ich in allen politischen Dingen dein Repräsentant war und ist auch bereit, dieser neuen Sichtweise gerecht zu werden. Als Beispiel nannte er Oron, da ist die Matriarchin ihm selbst auch so gut wie unbekannt und trotzdem ist sie die Lehensherrin, die sich einfach von ihrem 1. Hofmagus vertreten lässt, wenn sie keine Möglichkeit hat, die Pflichten persönlich wahrzunehmen."

Er sah sie wieder direkt an und diesmal wandte er den Blick nicht höflich nach ein paar Herzschlägen wieder ab, sondern blickte sie neugierig an, den Kopf leicht schief gelegt: "Aber was will denn meine Pakata? Was will denn Neome? Gefällt es Dir hier überhaupt an dieser Küste?"

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BeitragThema: Re: Anführereien   Fr Jun 17, 2016 9:53 am

Raûl erstattete Bericht. Obwohl sie alles hörte, hatte Neome den Ausführungen zum Archon zum Schluss nur einen Satz beizusteuern.
"Er saß freundschaftlich bei der Rotte."
Und es war davon auszugehen, dass es sich dabei um etwas handelte, was ihr gefiel.

Erst als Raûl gezielt nach Neomes Meinung fragte sagte sie mehr.
"Es gibt einiges, was mir gefällt. Und einiges, was mir nicht gefällt. Aber Vollkommenheit findet man nur in Anblicken wie diesem." Ihre Hand wies zur Küste und zum Meer hin. "Und in Bildern. Vollkommenheit bedeutet Stillstand. Und..." Tatsächlich lehnte sie sich rückwärts gegen einen der Sandsteinblöcke, seufzte leise und schmunzelte "...wir wollen ja nicht stillstehen, oder?"

Die glitzernde See zog ihren Blick an. Was die Pakata wollte, hatte er gefragt. Und was Neome wollte. Das war nicht unklug formuliert, denn es waren in der Tat nicht dieselben Dinge.
"Ich bin nicht die, die bestimmen kann, ob du diese Ehre tragen darst, Raûl", erklärte sie sanft, dabei ging sie direkt auf Worte ein, die er selbst zuvor so verwendet hatte. "Das Volk bestimmt seinen König. Karl kann nur bestimmen, wo der König führt."
Und Oshead, das musste sie ihm nicht auf die Nase binden, denn beide wussten es, hatten sie gewählt. Karl konnte dies akzeptieren, dann könnte sie bleiben.
Oder er konnte dagegen entscheiden.
In diesem Fall müsste ein anderer Anführer gefunden werden oder die Nomaden müssten ihrem alten Weg der Wanderschaft wieder folgen. Sie musste auch nicht noch einmal aufrollen, dass Karl diese Entscheidung nicht sofort treffen musste, es auch nicht sollte. Er würde irgendwann wissen, wie er sich entschließen sollte. Doch kein anderer konnte bis dahin ihre Stelle einnehmen.

"Mich beschäftigt eine Frage", sagte sie, aber sie sah ihn nur kurz aus den Augenwinkeln an. Sie ließ ihn frei aus ihrem Blick, von dem sie wusste, dass er vielen bis ins Mark drang.
Und selbst wenn nicht, fühlten sich einige von ihr durch ihren Blick und damit durch sie geprüft, zu Zeiten, in denen sie sich selbst prüfen sollten.
"Warum überhaupt kam es zu diesem Missverständnis? Weshalb konnte es soweit kommen, dass Karl dachte, du wärest der Anführer? Worte und Verhalten müssen solche Missverständnisse doch ausräumen können. Oder sie bestärken."
Hätte sie ihn jetzt angesehen, ihr Blick wäre gewesen wie eine Zange, die ihn von vorn und hinten hält, um ihm aus beiden diesen Richtungen das Gefühl zu geben, sie wolle ihm etwas unterstellen. Und weil sie gerade das nicht wollte, sah sie ihn jetzt nicht an. Sie sah zum Meer. Zum Horizont.
"Es geht hier nicht um das, was ich denke, elda. Sondern um das, was ich höre. Mehr als einmal habe ich Stimmen sagen hören, du spieltest dich auf. Weißt du davon?"
Es war eine undankbare Position, ihm, der soviel Einsatz erbracht hatte, der sein Leben riskiert und Gefühl investiert hatte, diese Nachricht zu überbringen. Die Skepsis seiner eigenen Leute an ihn heranzutragen. Aber eben das war es, was ihre Rolle in der Gemeinschaft ausmachte. Diejenige zu sein, die sich derlei Angelegenheiten annahm.
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BeitragThema: Re: Anführereien   Fr Jun 17, 2016 11:51 am

Raûl lachte herzlich ob manchereiner Meinung, er würde sich aufführen. Und es klang gar nicht danach, dass es von Bitternis durchwoben war. Ganz im Gegenteil klang der Mahzhak wirklich belustigt. Aber er fing sich schnell wieder, er wollte nicht, dass Neome es so auffasste, als wolle er sie auslachen.

"Ich habe die Ziele der Oshead zu meinen Zielen gemacht und ich handle. Du.... Wir haben entschieden, dass das Reich der Rosen unserer Anstrengungen wert sein könnte. Ihr Vertrauen haben wir errungen. Dann haben wir entschieden, dass unsere Shäekara hier sein könnte. Auch dieses Ziel haben wir erreicht. Aber zu jeder Zeit habe ich formuliert, dass ich der Mahzhak der Oshead bin, der 1. Offizier. Dass die Pakata über mir steht. Nun liegt es aber offensichtlich in der Natur der Menschen, dass derjenige der handelt als derjenige gesehen wird, der auch über die Richtung entscheidet. Du kennst mich inzwischen etwas besser. Ich bin derjenige, der lächelnd herantritt und wenn es nicht vorwärts geht auf den Tisch haut und sagt: Butter bei die Fische. Das ist aber auch meine Aufgabe. Manchereiner kann das nicht verstehen, weil er nicht versteht, was Führung bedeutet - und dass Mahzhak auch, vielleicht sogar noch mehr als Pakata im Sturm die Mannschaft in die Wanten treibt. Pakata setzt den Kurs, Mahzhak erledigt den Rest. So verstehe ich meine Aufgabe und unser Verhältnis. Sollte es hier ein Missverständnis geben, dann musst Du es mir sagen."

Raûl sah den Wellen zu, ließ sich von ihrem Rhytmus beruhigen. Es wunderte ihn etwas, dass Neome es vermied, seinem Blick zu begegnen, ihn nicht direkt ansah und ihn nur mit den Ohren und... welcher Wahrnehmung sie auch immer noch besaß maß, aber nicht mit ihrem Blick. Dann zuckte er mit den Schultern und nahm es hin. So war Pakata und es war nicht an ihm, solche Eigenheiten zu bewerten.

"Dass manchereiner mir Arroganz und Aufschneiderei vorwirft mag daran liegen, dass sie gerne etwas länger schlafen wollen und sich ärgern, wenn ich sie morgends aus dem Bett trete. Dass ich sie bei ihrem Wort nehme und ihre Versprechen auch einfordere, wenn sie sie gegeben habe. Dass ich die Verantwortung übernehme, wenn sich sonst keiner traut. Dass ich Entscheidungen treffe, wenn es an der Zeit ist Entsceidungen zu treffen. Dass ich unsere Ziele vorantreibe, von denen sie aus welchen Gründen auch immer annehmen, dass es meine eigenen Ziele sind, obwohl es die der Oshead sind. Zu führen heißt auch, Freundschaften zu verletzen und immer etwas alleine zu sein."

Ihm kam wieder das Gespräch mit Arden im Schlachtzug im Bluttann in den Sinn.
"Siehe Arden. Er ist an seiner militärischen Führung fast zerbrochen. Er fühlt sich nicht bereit, will eigentlich garnicht mehr kämpfen, will nicht bestrafen, wenn einer nicht spurt, will nicht das Risiko eingehen, dass einer unter seinem Kommando zu Tode kommt, weil er damit nicht klarkäme. Er hat am letzten Tag sein Amt niedergelegt. Er gab Nani die Schuld, er gab mir die Schuld, aber zu guter letzt wusste er, wussten wir alle, dass niemand Schuld ist. Ich habe ihn darum gebeten, sich mit Dir noch einmal zu unterhalten, seine endgültige Entscheidung nicht sofort zu treffen, sondern aufzusparen, darüber zu schlafen, in sich zu gehen. Aber für diesen letzten Tag, den entscheidenden Tag auf dem Schlachtfeld brauchte Oshead Führung. Ich habe Nani gefragt, ob sie diese Führung nehmen will, ebenso Asdan. Sie haben mich angesehen als ob ich sie aufgefordert hätte, sie sollten sich ein Messer in ihren eigenen Leib rammen. Also habe ich das Kommando übernommen und alle sind sicher wieder in Shäekara zurück. Arden war am Rest des Tages nicht zerknirscht, wie man vielleicht annehmen würde. Er wirkte beflügelt, erleichtert, fast schon heiter."

Er zuckte wieder mit den Schultern und sah erneut aufs Meer hinaus.

" So bin ich, so handle ich. So handelt ein Mahzhak, wenn seine Pakata nicht mit vor Ort ist. Das soll kein Vorwurf sein, dass Du nicht da warst. Aber Entscheidungen mussten getroffen werden und ich will nicht, dass man mir dafür vorwirft, ich würde deine oder sonstirgendeine Authorität unterwandern. Also von Dir will ich den Vorwurf nicht. Was die anderen denken... ist mir gleich."

Raûl drehte sich zu ihr um und streckte ihr seine Handflächen wieder entgegen:
"DU bist Pakata. DU bist meine Pakata. Ich strebe zu keiner Zeit an, mit Dir in Konkurrenz zu treten. Ich will nicht die Gunst der Anderen, ich will nicht die Gunst von Karl, ich will deine Gunst. DU musst mir sagen, ob ich noch dein Mahzhak bin und ob ich noch dein Vertrauen habe. Im Gegenzug erwarte ich nur, dass ich deinen Respekt und einen ordentlichen Anteil an der Brise bekomme. Denn ich muss leider etwa jeden Zehnten Naihlar hier durchfüttern. " Er fixierte sie, ihren Blick und ließ sie nicht aus den Augen, forderte sie mit seinem Blick auf, dass sie auch ihn endlich direkt in die Augen sah und ihm sein Forderung endlich bestätigte oder es ihm versagte.

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BeitragThema: Re: Anführereien   Sa Jun 18, 2016 12:34 pm

Raûl lachte.
Sie hörte genau darauf, was im Klang dieses Lachens mitschwang. Ein Lachen war als Ausdruck der Freude bekannt. Aber eigentlich war es das nur in etwa der Hälfte aller Fälle und selbst dann war die Beschreibung eigentlich zu ungenau. Unverständnis, Hilflosigkeit, ironisches Unbehagen, all das konnte Basis dieser Regung sein, die dann hinterher den Schriftzug „Freude“ oder „Belustigung“ bekam.

„Es wundert mich, dass die Leute den, der handelt als den sehen, der entscheidet. In den meisten Regierungen, denen ich begegnet bin, sind es gerade nicht die Anführer, die den Handstreich ausführen.“
Sie glaubte nicht, dass es daran lag. Zwar glaubte Neome, dass Raûl und auch Vhenan die anderen darüber informiert hatten, dass Neome die Oshead zusammengeführt hatte und anführte – aber wahrscheinlich nicht so deutlich, dass der Rosenhof es verstand.
„Aber es ist schwer für die Leute, sich etwas vorzustellen, von dem sie nicht wissen, wie es aussieht."
Neome sah auch ihren eigenen Anteil daran.
"Sie müssen mich erst treffen, einen deutlicheren Eindruck von meiner Wesenheit bekommen. Dann könnten sie wohl im Kopf behalten, dass ich existiere.“ Sie drückte es absichtlich etwas neckisch aus. Gleichzeitig war ihr die Lage ernst und nicht so schwarz, als dass man sie nicht in das optimistische Licht einer schönen Sonne über dem Meer stellen konnte.

„Bitte vergiss nicht, dass wir nicht auf einem Schiff sind“, sagte sie dann und sah ihn an, ohne dass es ihr Mühe bereitete. Sie konzentrierte sich auf sein sehendes Auge, und dieser auf einen einzigen Fokus gerückte Blick kam mit schneidender Intensität, dabei waren ihre Worte gleichbleibend mild. „Die Rollen sind auch nicht einfach so zu übertragen. Ich bin nicht der Kapitän, der nur in der Schlacht die Anweisungen erteilt. Und es gibt auch nicht nur uns beide. Jetzt sind wir viele hunderte, nicht mehr nur ein gutes Dutzend. Unsere kleine Gruppe nimmt eine Sonderposition darin ein. Es gibt immer noch ein paar Dinge, die ich selbst erledigen muss – und ich will es auch. Ich will mir hier nicht...“ Sie lächelte gedehnt und etwas kritisch „den Arsch platt sitzen und mich aufspielen, so sind bei uns die Archonten nicht. Und du, elda, kannst auch nicht den ganzen Rest machen. In der Situation, die du beschrieben hast, gab es vielleicht niemanden, der besser geeignet war als du. Damit gibt es niemanden, der deine Entscheidung mit gutem Recht falsch nennen könnte. Aber solche Situationen kommen zu häufig vor. Sie brechen unvorbereitet über einen herein. Und du kannst nicht überall sein, nicht alles machen. Auch dann nicht, wenn du vielleicht die besten Erfolge erzielen würdest. Die Konsequenz, die ich daraus ziehe ist nicht, dass du dir alle diese Pflichten aufladen musst. Die Konsequenz ist, dass wir die anderen lehren müssen, ihre Aufgaben zu finden und zu erledigen. Wir müssen sie aufbauen. Wenn wir ihre Stellen einnehmen, drängen wir sie nur zurück, wir nehmen ihnen das Licht zum wachsen. Ich habe mich mit mir selbst beraten. Lass mich dir sagen, wie es scheint.“

Sie wandte nun ihre ganze Haltung ein wenig ihm zu.

„Dass manche dir Arroganz und Aufschneiderei vorwerfen liegt nicht daran, dass du sie aus dem Bett trittst. Das glaube ich nicht. Deswegen werfen sie dir vielleicht vor, eine Nervensäge zu sein, aber solche Qualitäten werden sie im Herzen bestimmt zu schätzen wissen. Dass sie dir Arroganz und Aufschneiderei vorwerfen liegt daran, dass du einen anderen Weg gegangen bist als ich. Ich spreche nun von dem, was ich gesehen habe, eure letzten beiden Auszüge fließen also nicht mit ein, wenn es sich daher geändert hat, dann sag es mir. Du bist bei den Schweinen, du bist bei dieser Heilerin. Du hast dir das Vertrauen des Hofes verdient. Und das mancher anderer. Aber von einzelnen abgesehen nicht das Vertrauen deiner eigenen Leute.“
Neome trennte eine Lederschnur von ihrem Gürtel, von der sich Muscheln gelöst hatten. Die Muscheln ließ sie in eine Tasche gleiten, die Schnur schnitt sie mit einem kleinen Messer, das sie einstecken hatte, in der Mitte durch. All das geschah während sie sprach. Sie hielt die Schnüre in der Mitte mit zwei Fingern zusammen und begann, nach links zu flechten.
„Du hast auf dieser Seite begonnen. Deshalb glauben manche, du arbeitest nur für deinen eigenen Vorteil, nicht für die Gemeinschaft. Ich hingegen vermisse noch das Vertrauen des Hofes. Ich habe, wie schon gesagt, zuerst das der Meinigen gewonnen.“ Und jetzt flechtete sie von der Mitte aus nach rechts.
„Deswegen stehst du gerade hier.“
Sie hob das linke Schnurende an.
„Und ich hier.“
Sie hob das rechte an.
„Siehst du, es gibt dabei kein richtig oder falsch. Beide Wege flechten das Band, aber wir selbst stehen an verschiedenen Stellen und weit voneinandner entfernt. Und keiner von uns kann das verdiente Vertrauen auf den anderen übertragen, da wir nicht als eine Einheit erscheinen. Und wie könnten sie uns als eine wahrnehmen? Sind wir uns nicht völlig fremd? Treten wir je gemeinsam auf? Du sprichst schöne Worte, aber aus welcher Überzeugung entspringt die Loyalität, die du mir verkündest? Aus dem Wunsch, dass dieses Unterfangen gelingt? Oder aus der Überzeugung, das ich die Richtige bin für diese Aufgabe?“ Sie legte die Schnur auf den Sandstein hinter sich. Sofort lockerte sich die Umwicklung. „Dafür kennst du mich doch zu schlecht und weißt du wenig, nicht wahr? Und genauso ist es mit dir. Du legst keinen Marschhalt ein, dein Streben zieht dich so weit voraus, dass die Leute bestens vertraut sind mit deiner Rückseite. Aber ein Hinterkopf, Raûl, erweckt kein Vertrauen.“
Leise atmete Neome durch.
„Unser Zusammenhalt muss den Leuten sichtbar sein, nicht nur eine Ideologie, die wir verkünden. Nur so hat all das hier eine Zukunft. Dafür müssen wir beieinander und hintereinander stehen. Hier.“ Sie dreht sich über die eigene Schulter und tippte mit dem Zeigefinger auf die Mittelstelle des Bandes. „Und dafür dürfen wir keine Fremden sein.“
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BeitragThema: Re: Anführereien   So Jun 19, 2016 5:18 pm

Raûl trat etwas zurück, brachte etwas angemessene Distanz zwischen sich und Neome. Sie hatte ihn erneut nicht als Mahzhak bestätigt. Sie sprach von elementaren Dingen und auch mangelndem Vertrauen. Aber nicht nur in ihn, sondern auch in sich selbst. Er rief sich ins Gedächtnis, wie jung sie eigentlich war, vermutlich hatte sie selbst noch nie ein eigenes Komando geführt, sonst säßen sie nicht hier und würden über Schnüre sprechen. Ihr Titel hatte für ihn überblendet, wer sie war, hatte ihn Dinge erwarten lassen, Fähigkeiten und Wissen, die sie nicht besaß. Nun stellte er sich um, stellte sich neu ein, bewertete auch ihr Verhältnis neu. Diese Sichtweise half ihm, die Enttäuschung über die Zurückweisung zu überwinden, dass sie seine Loyalität und guten Absichten mit Füßen trat. Er betrachtete sie ausgiebig, ignorierte ihre Schnur völlig. Sie sah nur, was sie mit eigenen Augen sah. Sie sah nicht, was er bisher als Mahzhak geleistet hatte und wertschätzte es mit keinem Wort. Nun gut. Dann eben anders.

Seine Körperhaltung änderte sich, Raûl wirkte jetzt größer, präsenter. Nicht bedrohlich, aber irgendwie wacher, ganz sicher aber distanzierter.

"Dann beginnen wir. Es gibt Entscheidungen zu treffen, viele Entscheidungen und diese sollten wohlüberlegt sein. Ich habe zu allen Themen meine Meinung, will diese aber nur kundtun, wenn sie gehört werden will."

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BeitragThema: Re: Anführereien   So Jun 19, 2016 6:40 pm

Neome beobachtete seine Reaktion aus einer Haltung von Erdung und Gleichgewicht. Zum einen erfassten ihre Augen ihn, zum anderen brachen sie durch seine Oberfläche hindurch und griffen nach etwas, was dahinter lag.
Natürlich entging ihm nicht der Wechsels seiner Aura.
Es überraschte sie nicht, dass es ihn verletzte. Sie wusste, dass er viel gegeben hatte, deshalb war es eine undankbare Aufgabe, ihn auf alles andere anzusprechen. Gleichsam eine Aufgabe, bei der sie sich nicht hinter einem anderen verstecken konnte.
"Natürlich will ich deine Meinung hören", sagte sie. Die Distanz, die er gewonnen hatte, brachte keine Unsicherheit in ihren Augen hervor. Es war, als stärke sie dieser neuer Anblick, als hätte sie endlich das Wahrhaftige unter den schönen Worten freigelegt. "Aber nicht jetzt sofort. Ich will, dass du dir, bevor du sprichst, gut überlegst, ob du diese Worte morgen immer noch genauso sagen oder meinen würdest. Sie können nämlich nicht zurückgerufen werden, wenn sie einmal gesagt sind. Ich möchte noch etwas von dir. Die Leute nennen dich Mazhak, nicht Mazhahk - sie benutzen es wie deinen Namen, nicht wie einen Titel. Wenn es aber Name und Titel sein soll, dann nimm dir die Zeit, mit ihnen zu sprechen, wenigstens mit den Mitgliedern der Gruppe, und hör dir an, was sie denken. Sieh ihnen ins Gesicht und hör dir ihre Meinung an. Nicht nur ein pakata braucht das Wort seiner Mannschaft."

Sie machte dann eine einladende Handbewegung. Er konnte jetzt sprechen, wenn er es wollte, oder sich die Zeit nehmen, seine Meinung zu überdenken, ehe er sie kundtat. Diese Entscheidung nahm sie ihm nicht ab.
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BeitragThema: Re: Anführereien   Mo Jun 20, 2016 2:02 pm

Raûl nickte eine zeitlang, auch nachdem Neome zu sprechen aufgehört hatte. Man konnte sehen, dass ihm sehr viel in sehr kurzer Zeit durch den Kopf ging und diese Gedanken alle recht unterschiedlicher Natur sein mussten. Er holte Luft, lies sie dann aber wieder aus und schüttelte den Kopf. Er sortierte sich weiter, dann setze er an:

„Kelriothar. Der Feldzug in die Kelriothar ist primär entscheidend. Und wie wir unsere Siedler schützen, falls der Feldzug in die Hose geht. Es gibt eine Prophezeihung. Lass Sie Dir besser von Nani erzählen, aber es hat wohl mit dem Ende der Welt zu tun, dass die Zeit anhält und die Welt gefriert, auf ewig im Stillstand gebannt. Wir haben nur vier Schiffe, welche die Nebel verlassen können und da passen niemals alle drauf, wenn es darum ginge. Das Fünfte Schiff ist mit mythodeanischen Holz gebaut und zerfällt, wenn es sich zu weit von ihrem Elementaren Ursprung entfernt. Vielleicht erreicht man noch die Mittellande, aber garantieren kann das keiner. Auch weiß keiner, wieviel Zeit bleibt, falls wir scheitern und ob die Siedler nicht schon vor Ablauf der 60 Tage den Kontinent verlassen sollten.“

Raûl lachte, diesmal klang es ziemlich bitter.

„Ja, nach allem was wir riskiert haben sind wir vom Regen in die Traufe…. In eine verdammte Sturmflut geraten. Du musst wissen, dass meine gesamte Familie inzwischen in Shäekara sitzt. Meine Frau, meine sechs Kinder, meine Geschwister, deren Kinder, meine Cousins und Cousinen, die Nützlichen wie die Nutzlosen, zwei verdorbene Onkel und meine Schwiegermutter. Gut, um die wäre es nicht wirklich schade. Aber sie sind chemya. Und nun geht in…“ er rechnete kurz nach und sprach dann weiter „… 48 Tagen die Welt unter. Oder auch nicht. Wir müssen perfekt vorbereitet sein und uns zu hundertzehn von hundert Teilen für die Sache einsetzen, wie jeder andere auf diesem verdammten Feldzug. Und uns fehlt für die Gruppe der Oshead eine klare Struktur. Ein von allen anerkannter Mahzhak ist wahrscheinlich empfehlenswert, aber sicher nicht so wichtig wie ein Kommandeur für das Schlachtfeld. Und hier meine Meinung und Empfehlung: Suche und benenne einen fähigen Kommandeur für diesen Feldzug. Arden ist noch nicht so weit. Und mach es schnell, damit wir noch Zeit haben, um für die Logistik und einen Notfallplan für die Zurückgebliebenen zu sorgen.“

Er sah sie an und stand da ohne weitere Regung. Natürlich gab es noch viel mehr. Aber das Wichtige zuerst.

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BeitragThema: Re: Anführereien   Di Jun 21, 2016 6:48 am

Neome sah Raûl lange an. In ihren Augen konnte man nur Überraschung wähnen, als er sprach. Und vielleicht auch eine verhaltene Freude oder etwas wie sanften Stolz, weil er aufs Wesentliche kam und  sprach, was gesprochen werden musste, sich nicht mehr im Anziehungskreis der Bestätigungssuche herumtrieb.

"Ich hab bereits mit Vhenan gesprochen", ließ sie ihn zuerst wissen, führte aber, da es gerade nicht so wichtig war, nicht weiter aus. "Und ich sehe deinen Punkt. Die meisten unserer Leute sind neu in dieser Welt oder unerfahren in diesen Kämpfen - wohl auch manche derer, die schon ein paar Mal gegen die hiesigen Gefahren die Klinge hochgerissen haben. Zumindest zu unerfahren, um diesen Posten..." Sie gebot sich selbst Einhalt, hob die Hand und winkte ab. Ihr Ausatmen hatte etwas Seufzendes. Sie ging nicht verhehlend um mit ihrer trockenen Ehrlichkeit und zeigte das bodenständige Selbstbewusstsein einer Frau, die ihm nichts beschönigen musste in dieser Äußerung. "Ich sehe keinen, in dem ich die Eignung erkenne. Ich habe aber offene Ohren, falls du noch mehr Gedanken dazu hast." Ihre Gedanken weilten einige Momente abwägend bei dem Ghalmar, doch der Nebel um ihn lichtete sich für sie nicht.
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BeitragThema: Re: Anführereien   Di Jun 21, 2016 2:05 pm

Raûl hatte sich natürlich Gedanken gemacht.
"Jael ist mir eingefallen. Er hat einen Blick für die Dynamik der Schlacht. Er sieht im großen Stil was geschieht, bevor es die Meißten sehen und hat genug Authorität, um kleinere Truppen neu aufzustellen. Ich habe im letzten Sommerfeldzug mit ihm ein paar Gefechte geschlagen, da hat er sich gut angestellt. Von den Oshead wäre er im Moment meine erste Wahl. Revan ist ein erfahrener Krieger, aber er ist ein Einzelgänger, der sich, zumindest bisher, immer abgesetzt hat, wenn es ihm zu langweilig wurde. Ob er sich der Aufgabe ganz widmen würde, kann ich nicht beurteilen. Bevor alles scheitert biete ich mich auch selbst an, da ich wahrscheinlich durch die Manöver an den Konventen und den Schlachtfeldern der Mitray'Kor mit am meißten Kampferfahrung besitze und auch die Feinde und ihr Bedrohungspotential einschätzen kann.

Arden hofft auf den Ritterorden der Rosen. Dort findet er vielleicht einen fähigen Kommandeur, der ihm die Furcht nimmt. Die Anlagen hat er, aber er glaubt nicht an sich und seine Fähigkeiten. Außerdem ist er nicht abgebrüht genug."


Er zuckte mit den Schultern. Vielleicht fiel ihr noch jemand anderes ein, der ihm entgangen war.

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BeitragThema: Re: Anführereien   Mi Jun 22, 2016 9:41 am

"Was denkst du über die Naihlar, die Revan mitgebracht hat?", war ihre erste Frage, nachdem sie auf seine Worte hin etwas geschwiegen hatte. "Du warst doch hin und wieder mit ihr unterwegs. Wie schätzt du sie ein?"

Dann beschloss sie, ihre Gedanken mit Raûl zu teilen.
"Jael halte ich für einen Mann mit Potenzialen. Aber sie gründen, ahne ich, mehr in der Ruhe. Er ist mehr Einzelgänger als Revan. Dass er viel gesehen hat liegt daran, dass er sich, trotz anderer Anweisung, immer von der Gruppe entfert hat. Wer zu gegebener Zeit keine Anweisungen erfüllen kann ist nicht berufen, sie zu geben. Deshalb sehe ich ihn hinter Revan, der sich immer nur dann zurückgezogen hat, wenn er frei dazu war." Sie schwieg kürzer als eine Sekunde. "Obwohl ich wie du nicht beurteilen kann, ob er sich so einer wichtigen Aufgabe widmen kann. Er hat die Wurzeln dafür, aber wer weiß, ob er auch in diese Richtung gewachsen ist."

Ihr Blick wies darauf hin, dass sie nun zu Raûl kam.
"Du hast nicht weniger Potenzial. Du hast den Zug in deinem Handeln, der vielen fehlt. Und du hast Erfahrungen gesammelt. Aber ich lüge nicht, elda. Ich habe besorgniserregendes gehört. Mir wurde berichtet, dass du ein Auge auf die deinen hattest, als du Arden abgelöst hast. Dass du als Kommandant nur einen Fehler gemacht hast, dass dieser aber schlimm genug war, einen großen Schatten auf deine Fähigkeiten zu werfen. Du warst nicht da, um dich der obersten Priorität anzunehmen, heißt es, und hast lieber schlachtgeplänkelt als die zu beschützen, die zu schützen deine Aufgabe war. Ist es so? Und wenn es so ist, hast du daraus gelernt?"
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BeitragThema: Re: Anführereien   Mi Jun 22, 2016 11:08 am

Raûl blinzelte überrascht, dies war ihm neu gewesen.
"Ich befürchte ich kann nicht ganz folgen, Pakata. Zu welcher Zeit soll ich die meinen durch Schlachtgeplänkel in Gefahr gebracht haben?"

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BeitragThema: Re: Anführereien   Mi Jun 22, 2016 11:26 am

"Die, die du schützen solltest. Nicht die deinen. Du weißt ja, dass ich nicht dort war und auf eure Berichte angewiesen bin. Mir wurde allerdings berichtet, dass Arden und du als Anführer im großen Ganzen beide keinen guten Dienst getan habt. Arden, weil er viele Fehler verschiedener Art begangen hat und du nicht, weil du dir einen wirklich großen geleistet hast. Ich sage dir, was mir gesagt wurde."
Ohne Aufmerksamkeit darauf zu lenken nahm sie das Stück Lederschnur hinter sich wieder auf und band es um einen ihrer Gürtel. Sie brauchte ihre Augen dafür nicht, denn es war keine ordentliche Arbeit.

"Du hast dich an Karl und Balor gehalten und das war sinnvoll. Aber du wolltest - wieder, so wurde es gesagt - überall gleichzeitig sein. Im Gegensatz zu Arden hast du dich erkundigt ob es den Deinen gut geht. Du warst zuerst oft an ihrer Seite, das wurde bemerkt. Aber die Ouai hatten oberste Priorität, sie sind reihenweise weggestorben. Angeblich bist du einfach fortgelaufen, um anderswo zu kämpfen, wo selbst Karl Weber bei den Ouai blieb. Auch das wurde bemerkt, und gar nicht mit Wohlwollen."

Ihr Blick war offen, als sähe sie in ein Buch, dessen Kapitel noch nicht zuende geschrieben wäre, weil noch nicht alle Fakten eingeholt waren. Er konnte sprechen, ohne das Gefühl eines urteilenden Augenpaars auf sich, wenngleich ein Augenpaar sehr wohl auf ihm lag.
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BeitragThema: Re: Anführereien   Mi Jun 22, 2016 1:19 pm

Raûl dachte nach. Er versuchte in seiner Erinnerung eine Stelle zu finden, die nach Neomes Beschreibung zutraf. Ihm kam, dass die Oshead zu denjenigen gehörten, welche die Quai bis spät in die Nacht bewacht und begleitet hatten, bis Karl selbst sie aus dem Dienst entlassen hatte. Es musste später gewesen sein. Vor dem Steinbruch, als an einen Hügel weiter die ölige Pestilenz aufgetaucht war? Der Schlafmangel, Überanstrengung, Unterversorgung und das Adrenalin der Schlachttage machten es schwer, die einzelnen Szenen auseinanderzuhalten, die sich manchmal wiederholten, nahtlos ineinander übergingen, miteinander verschwammen.
Er überlegte angestrengt, kam aber zu keinem schlüssigen Ergebnis.
"Es würde mir helfen, mit der Quelle dieser Aussage darüber zu sprechen. Nicht weil ich ihn oder sie unter Druck setzen will, sondern weil ich nicht drauf komme, wann oder wo das gewesen sein soll. Ich war einmal weg vom Schuss, aber da standen Dutzende um die Quai herum, die im Übrigen immer wieder ohne Laut zu geben einfach wegmarschieren. Die haben wir später wieder eingesammelt. " er machte ein ratloses Gesicht und zuckte mit den Schultern.
"Wobei ich mir den Tod der Quai sicher nicht anhängen lasse. Da war nichts zu machen. Wir trafen nur einmal in Begleitung von Quai auf Kel'Goron und wäre Karl nicht persönlich anwesend gewesen, wäre keiner von uns lebend rausgekommen aus der Sache." Er zuckte wieder mit den Schultern.

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BeitragThema: Re: Anführereien   Mi Jun 22, 2016 8:23 pm

"Es hat auch niemand gesagt, dass du den Tod der Ouai verschuldet hast. Aber es wurde gesagt, dass du anderswo warst als du sein hättest sollen." Sie tat eine abwiegelnde Handbewegung. "Sprich darüber mit Vhenan. Sie hat es mir nicht hinterrücks gesagt. Du kannst wissen, dass es ihre Ansicht und ihr Bericht war und es ist nur fair, wenn du die Chance bekommst, die Sache selbst zu klären. Ich halte nichts von stiller Post. Und ich bin sicher, sie erklärt's dir."

Neome drehte an einem ihrer Ringe.

"Ich bin aber deiner Meinung. So eine Entscheidung muss bald gefällt werden, obwohl die Bedingungen schlecht stehen. Willst du mir noch deine Einschätzung zu der Naihlar sagen? Oder sonst was loswerden? Ich habe nämlich auch etwas anzusprechen."

Sie zog den Ring, den sie gerade noch gedreht hatte, vom Finger, befeuchtete diesen und hielt ihn, den Blick plötzlich lang aufwärts gerichtet, in die Luft. Der Himmel sah von den Wolken weiß gefedert aus.
"Die Wolken ziehen gegen die Windrichtung hier unten", bemerkte sie. "Ein Wetterwechsel kommt."

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BeitragThema: Re: Anführereien   Do Jun 23, 2016 7:15 pm

Raûl nickte.
"Nani erzählt keinen bradach, zumindest nicht in so ernsthaften Angelegenheiten. Es hat jeder eine anderen Blick auf die Dinge, aber für Sie muss was an dem Vorwurf dran sein und ich werde mich diesem Vorwurf stellen und mit Ihr und auch mit Asdan und Arden darüber sprechen. Auch ich bin nicht perfekt. Ha!" er zwinkerte und ließ wieder seinen Goldzahn blitzen.

"Ileann..." einen Moment lang dachte er drüber nach, ob das der richtige Name war. Er konnte sich Namen immer schwer merken, wenn die Leute noch nicht vertraut waren. Aber es klang richtig: "Ileann. Ich würde mich freuen, wenn sie wieder mit in die Spiegelwelt zöge. Sie ist eine echte Naihlar und lässt sich nicht so leicht erschüttern. Sie hat mir auf den Schlachtfeldern gute Unterstützung geleistet und scheut auch kein direktes Gefecht gegen verfemte Infantrie. Hier in Shäekara ist sie mir ehrlich gesagt nicht groß aufgefallen, aber ich hatte auch zu viel um die Ohren, daher kann ich ihre ... zivile Eignung nenne ich es jetzt mal, nicht einschätzen. Aber mit nach Kelriothar jederzeit."

Raûl folgte Neomes Blick und Handlungen und reckte seinen Zinken in die Nase, atmete tief ein. "Ja, es kommt ein Wetterwechsel. Und zwar ein ganz schön knackiger. Hoffen wir, dass es nicht der Einstieg in die prophezeite fünfte Jahreszeit ist."
Dann senkte er den Blick auf seinen Gürtel und fummelte ein Säckchen und mehrere Schriftstücke aus seinen Taschen.
"Tatsächlich gibt es noch viel zu berichten und zu diskutieren. Zum einen habe ich mehrere Briefe bekommen, aus Kelemthal, aber auch aus Zweiwasser. Sie sind eigentlich an die Lehensherren gerichtet, aber aufgrund des im Hofe entstandenen Missverständnisses sind die Briefe nun mal bei mir gelandet. Wir werden in Kelriothar die Dinge klarstellen, dann landen diese Briefe auch bei Dir und nicht bei mir.
Unsere Nyame macht jedenfalls ziemlich komische Sachen und Karl hat auf dem letzten Konvent die Lehensnehmer dazu aufgefordert, sich zu melden, wenn ihnen etwas stinkt. Das hat Baron Balor jetzt auch getan und an alle Lehensnehmer geschrieben. Hat mich sogar als Vogt tituliert und Cho'wa, der wirklich ein Vogt ist nur als Kastellan.
" er kicherte ob dieses Protokollfehlers. "Zum Glück ist's den betroffenen Personen scheißegal. Nicht egal ist aber, dass wir uns zu dieser Sache positionieren müssen. Lies es Dir am Besten selber durch. Er reichte Neome den Brief und dann gleich eine zweite Schriftrolle dazu.
"Und Erzkanzler Lazantin hat seine Akademie in Erinnerung gerufen. Sie ist der Ort des Wissens und Wissen ist Macht, ganz besonders in Kelriothar. Wir sollten überlegen, wie wir das Wissen in unserem Lehen weiterverbreiten. Das hat jetzt zwar nicht oberste Priorität, aber sollte mittelfristig angegangen werden. Ebenso die Frage der Verteidigung des Lehens, unsere medizinische Versorgung, wo wir den Gründungsstein von Loravinde setzen und das wichtigste"er hob den Beutel hoch und schüttelte ihn, er klang voll und satt "... wie wir das alles bezahlen. Das ist der Anturi unserer Einnahmen aus dem Konvent und dem Schlachtzug in die Hohld. Die angebahnten Handelsbeziehungen fallen auf sehr fruchtbaren Boden und die Werft hat so viele Anfragen, dass wir alles, was wir an Schiffen bauen in den nächsten Jahren für aberwitzige Summen verkaufen können. Das ist eine unglaubliche Goldgrube!" Raûl leuchtete geradezu. Er übergab Neome den Beutel und bekam sich wieder in den Griff, aber seine Augen blitzten weiterhin.
"Das alles in nur einem Jahr. Aber ohne einen Sieg in der Spiegelwelt nutzlos. Das muss unser Fokus sein. Zu allen anderen Dingen gibt es noch yaturi Kleinigkeiten zu klären. Alles zu seiner Zeit. Wann und wo Du wünschst." Er nickte erneut um zu zeigen, dass er für den Moment nichts mehr zu sagen hatte.

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BeitragThema: Re: Anführereien   Fr Jun 24, 2016 1:52 am

Neome hörte und las und nahm ab, verstaute, beobachtete und schweig.
Obwohl sie den Brief überflogen hatte, war dieser Moment ohne Einsamkeit und Ruhe nicht der richtige, sich damit zu befassen.
"Darf ich mir diese süße Lektüre ausleihen?", fragte sie halb und halb trocken und unbeschwert und hielt, damit es kein Missverständnis gab, die Briefe hoch, die von Vornherein ihr gelten hätten sollen.

"Mallo ist unterwegs, er kundschaftet das Land, die Grenze und das Land dahinter aus, nimmt Proben, gleicht die Berichte mit Tatsachen ab. Wenn sie zurück ist, sollten wir bald viel mehr nützliches Wissen über unsere Handelsmöglichkeiten haben. Übrigens habe ich schon vor mehreren Monden mit einer Gelehrten, die sich in der Pferdeaufzucht versteht, über die Möglichkeiten gesprochen, Tiere mit dem Schiff zu transportieren. Lange dauert es nicht mehr, dann können wir echte Flaten übers Meer holen. Es gibt hier viel zu wenig Pferde. Zu wenig Tiere überhaupt, wenn man nicht grade Skorpione liebt."

Sie ließ sich von Raûls Leuchten, obwohl sie sich dem nicht verschloss, so wenig anstecken, dass man meinen könnte, sie habe gar nicht begriffen, welche Reichtümer sie alle erwarten konnten. Oder es bedeutete ihr gerade nichts. Sie folgte ihm umsichtig, mit voller Aufmerksamkeit, sah nur hin und wieder zu den Wolken hoch, die wie zerfetzte Watte über den Himmel flog, aber sie selbst, sie leuchtete nicht. Ihr Lächeln war trüblich.

"Der Krieg draußen ist ein Brandherd. Der Krieg vor unserer Tür ist kleiner, aber wir dürfen nicht unterschätzen, wie heiß er brennt. Das kann gefährlich werden. Es gab Aufstände, Raûl, während ihr weg wart.
Von den Völkern, die aus Ortac gekommen sind, verhalten sich ausgerechnet die Naeviten noch am einfachsten. Misstrauen und Streit - überall." Sie hackte mit der Hand durch die Luft. Vielleicht erinnerte sich Raûl an die Männer vorhin am Hafen, die lauten Stimmen. "Einige haben sich gegenseitig getötet. Freie Menschen, die sich untereinander bekämpfen. Dem Einhalt zu gebieten war, womit ich die vergangenen Wochen zugebracht habe. Es ist nicht unmöglich, sie in den Griff zu bekommen. Aber leicht wird es nicht. Sie verschenken ihren Respekt nicht gerade. Viele sind sauer, sie dachten, wir bringen sie weg vom Krieg und jetzt sind die Aussichten schwarz. Das wird ein Seiltanz an Diplomatie, den wir tanzen müssen. Es ist nicht gerade so, dass wir als Helden und Retter gefeiert werden. Ich spreche mit dem Volk und ich werde zum Volk sprechen. Aber nicht einmal die Naihlar machen die Aufgabe dankbarer. Sie wollen, dass man sich ihren Respekt verdient. Die Fahrt übers Meer hat ihnen nicht gereicht, warum auch, Schiffe steuern ist für sie keine Kunst. Der Boden von Gutenbucht ist ein Feld von argwöhnischem Frieden. Das musst du wissen. Die Leute lieben uns nicht."
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BeitragThema: Re: Anführereien   Fr Jun 24, 2016 6:17 pm

Raûl breitete die Finger aus, als Neome überflüssig formell nach den Briefen fragte. "Natürlich sind sie deine. Ich habe sie Dir nur überbracht."

Zu ihren Bemerkungen über Mallos Erkundungsmission nickte er wieder nur, ebenso zu den Pferden:"Ich bin gespannt, was er an Nachrichten mitbringt. Dass wir Last- und Reittiere brauchen ist mir bei den langen Landwegen auch schon eingefallen. Ich dachte da zuerst an Kamele, aber nachdem ich hörte, dass die Naldar für sich das Recht herausnehmen, als Einzige Kamele besitzen zu dürfen..." Die Naldar. Langsam ging ihm dieser verstockte Haufen auf die Nerven. Nahmen sich viel zu viel heraus. Eigentlich schade, denn er selbst fühlte sich zur Rastlosigkeit Aeris hingezogen.

Neomes unglücklicher Blick riss ihn wieder aus seinem kurzen gedanklichen Ausflug. Sie sprach das Kernproblem an. Ihre eigenen Leute waren das Problem. Und die Lasten, die sie mitgebracht hatten.
Er sah zu Boden und nickte wieder, war wieder völlig Ernst, das Leuchten war verschwunden.

"Ich habe es mitbekommen. Meine Familie hat mir vieles erzählt. Es hatte wohl sich schon auf der Hinreise angebahnt. Es wurde zwar nicht direkt ausgesprochen, aber andeutungsweise waren auch zwei meiner eher nutzlosen Cousins mitten in die Steitereien verwickelt, wenn auch nicht selbst an den Gewaltausbrüchen beteiligt. Sie bilden die Probleme der Ortac-Flüchtlinge in kleinem Maßstab ab. Der Krieg hat sie verrohen lassen, der Wegzug aus ihrer Heimat entwurzelt, die Monate auf dem Schiff haben die Spannungen auf kleiner Flamme eingekocht, haben sie hochprozentig werden lassen.
Sie... wir alle brauchen ein gemeinsames Ziel und eine gemeinsame Perspektive. Wir haben den Elementgeweihten Gründungsstein, der das Zentrum von Loravinde werden soll. Vielleicht können wir das als.... vereinenden Ansatz nehmen, indem wir die Siedler stärker in die Stadtplanung einwirken lassen. Und ich befürchte, dass wir um ein bisschen Geldausgeben in Luxusgüter und Unterhaltung nicht umhinkommen. Ein großes Fest, Essen, Musik. Vielleicht auch abgesenkte Grundstückspreise.
" unwillkürlich musste Raûl mit den Zähnen knirschen. Aber er war bereit Opfer zu bringen, auch wenn dies eine Schmälerung der Einnahmen bedeutete. Felszlach!

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BeitragThema: Re: Anführereien   Sa Jun 25, 2016 8:15 pm

"Mallo und Gwendola haben davon gesprochen, eine Taverne beim Hafen eröffnen zu wollen." Sie hatte genickt, dann ein paar Momente geschwiegen und schließlich diesen Satz beigetragen.
"Wir bekommen die Lage bestimmt in den Griff, wenn wir das richtige Gleichgewicht finden konnten. Wichtig ist nur, dass wir die unbedeutender scheinenden Probleme bei allem Krieg von außen nicht missachten. Sonst tötet uns der unzufriedene Kamerad aus den eigenen Reihen, während wir nur auf den Feind blicken."
Sie schwieg wieder einige Momente.
"Es steht so viel an. Zuviel für einen allein. Eigentlich auch zuviel für uns beide. Ich brauch deine Hilfe, um das Schiff übers Meer zu schaukeln, aber unsere Kommunikation muss besser werden. Wir haben viel zu lange gewartet und viel zu wenig gesprochen."
Sie machte eine lasche Handgeste.
"Also was denkst du über die Sache mit der Nyame? Ich selbst war nicht da und habe nichts mitbekommen, die Namen sind mir fremd. Es wäre gut, wenn du mir sagen kannst, was du weißt. Und mich interessiert auch deine Einschätzung."

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