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 das Milizleben

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Arden

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BeitragThema: das Milizleben   Do Jun 23, 2016 2:15 pm

Seit der Rückkehr aus der Holdt hatte Arden viel, über das er nachdenken musste. Viele Sachen gingen ihm durch den Kopf. Schon seit dem Aufbruch in die Holdt hatte er mit einem schweren Dilema zu kämpfen, doch der Feldzug hat seine ganze Haltung und Stimmung noch mehr umgeworfen.

Er hat dem Kampf abgeschworen und nun doch wieder in so vielen Fällen in einer Kampfgruppe teilgenommen. Er wollte diese Welt nie wieder sehen, doch seine Ziele haben sich seit dem Zusammenfinden mit den Anderen so sehr verändert. So sehr er auch vermeiden möchte, nicht zu kämpfen, will er die Gruppe auch nicht alleine lassen und so gut es geht beschützen, auch wenn das heißt, dass er in fremden Welten und Ländern in den Kampf zieht.

Zwei Gedanken foltern ihn besonders, einer davon schon vor dem Feldzug, der Zweite erst seitdem.

Nani, Asdan und Raul wussten mittlerweile über die Zweifel, mit denen Arden kämpfte, doch die anderen der Gruppe mussten auch davon erfahren. Also verfasste er einen Brief und sandte eine Fassung davon an die Mitglieder der Gruppe:

Zitat :

Ma Oshead!

Ich musste auf dem Feldzug in die Holdt leider eine schwerwiegende Entscheidung treffen, da ich feststellen musste,
dass gewisse Vorgänge sich meiner Kontrolle entzogen.
Ich habe viel Kampferfahrung und einiges erlebt in meinem Leben, doch all dies hat mich leider nicht ansatzweise zu einem Heerführer gemacht. Ich musste auf dem Feldzug zwei Tatsachen feststellen...

Ich bin nicht oder noch nicht in der Lage, euch auf dem Feld zu führen. Da ich mein Leben in Chirya als Partisane gekämpft habe, habe ich keine militärische Ausbildung. Zudem hatten wir nie eine Führung, da wir zu viele kleine Gruppen hatten und diese sich zu oft verändert haben, als das Personen so etwas wie ein Anführer werden konnte. Nur unter diesen Umständen hatten wir Chancen gegen Kargs Schergen. Jeder Kämpfer hat die Rollen übernommen, die die Gruppe gerade brauchte, sei es erster Späher, Nachhut oder verschiedene andere Rollen. Der Instinkt, eine dieser Rollen zu übernehmen, griff bei mir immer sofort, wodurch ich alle anderen Sachen zu sehr aus dem Auge verloren habe.

Aber dadurch bin ich auch anderweitig im Kampf aufgestellt. Ich hatte meinen Fokus immer im Kampf, auf das Schlachtfeld und auf den Gegner, leider habe ich dadurch aber immer unsere Leute aus dem Auge verloren. Ich bin leider kein geborener Anführer, soviel musste ich feststellen.

Die zweite Sache ist, dass wir auf dem Feld einfach kein Heer sind, keine richtige militärische Gruppe. Das habe ich leider schon zu oft festgestellt, jeder verfolgt seine Interessen oder Instinkte. Dadurch ist es noch schwerer, ohne Anführer-Qualitäten, die Gruppe auf dem Feld zusammenzuhalten. Ich denke in diesem Punkt werden wir auch nie wirklich eine effektive Kampfkraft darstellen. Und in der Perspektive muss man auch sehen, dass ich nie in der Lage wäre, Fehlverhalten auf dem Feld zu bestrafen. Ich würde niemals die Hand gegen einen von euch erheben, ich habe geschworen Oshead zu beschützen und zu verteidigen. Aber das gehört grundlegend zu einem Heerführer, dass er Gehorsam und Ordnung durchsetzen muss, und Fehlverhalten bestrafen.

Aufgrund dieser zwei Punkte muss ich leider sagen, dass ich der Position des Umbacaw nicht gewachsen bin, zumindest nicht in der Form eines Heerführers auf dem Feld und würde hiermit davon zurücktreten.

Ich werde weiterhin die Miliz für Gutenbucht ausbilden, das ist definitiv eine Aufgabe die ich übernehmen kann und zu aller Zufriedenheit erfüllen werde. Aber ein Heerführer bin ich nicht!

Ma Pakata! Ma Oshead!

Arden


Die Briefe zu schreiben fiel ihm nicht leicht. Er bedauerte sehr, dass er der Aufgabe nicht gewachsen ist. So sehr Arden auch versuchte, es lag einfach nicht in seiner Person. Vielleicht kann er es von anderen Heerführern lernen, diese Aussicht gab es noch.

Es wurde mittlerweile schon spät und in der Dunkelheit hatte er nur eine Kerze brennen. Er beendete die letzte Kopie und war erleichtert. Er erinnert sich an die letzten Schlachten vom Feldzug, nachdem er das Kommando abgegeben hatte. Die gleiche Erleichterung fühlte er auch jetzt.

Mit einem leeren Blick starrte er auf die Kerze. Er überlegt sich, ob er vllt mit Hauptmann Hagen oder Balor, dem Roten, einen Briefwechsel anfangen sollte um eventuell Ratschläge zum Thema zu erhalten. Aber im Moment lag alles so in der Ferne.
Es sind noch ein paar Wochen hin bis zum Feldzug nach Kelriothar, vielleicht haben die neu angereisten Ghalmaren auch einige Ratschläge oder lassen sich eventuell gar für seine Miliz rekrutieren.

Arden dachte darüber nach und beschloss, in den nächsten Tagen nach Gutenbucht zu gehen und mit den Neuankömmlingen zu reden.
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Vhenan
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BeitragThema: Re: das Milizleben   Do Jun 23, 2016 7:57 pm


Einige Zeit später erreichte ein Brief die Miliz, als zwei Rekruten von einem Lauf zurückkamen. Und zwei Metschläuche für Asdan und Arden.

Atata Arden,


Da du uns nur einen Brief schreibst und die Neuigkeiten nicht persönlich übermittelst, schließ ich mich diesem Wege einfach mal an. Ich habe zwar keinen bekommen, aber trotzdem einen gelesen. Vielleicht ist bei uns beiden ein Briefwechsel sogar besser und effektiver, sonst rege ich mich nur wieder auf und du schmollst schweigend.

Ich hörte, dass Mallo eine Art Vermittler werden soll, allgemein für die Oshead und die neuen Siedler, aber da er unterwegs ist und ich diesen Brief nicht einfach so stehen lassen will, nehm ich mir noch einmal das Recht heraus und sage dir, was ich denke. Um dir zu helfen, nicht um dich wieder niederzumachen. Nimm es als konstruktive Kritik, das ist kein Rumhacken. Nur meine Meinung, die dich vielleicht weiterbringt. Vielleicht auch nicht, das ist deine Entscheidung. Und es ist auch nur meine Meinung, nicht die der anderen Oshead, vergiss das nicht.

Ich habe dich absichtlich provoziert, weil ich wissen wollte wie weit ich gehen muss, bis du dich bewegst. Du hast ja nicht einmal gezuckt bis auf dieses eine Mal, wo es längst zu spät war. Also konnte ich Befehle verweigern soviel ich wollte ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Wundert dich das? Abgesehen von deiner Rolle als Heerführer... ärgert dich das nicht auch als Freund? Als Mitstreiter? Ich hätte euch damit alle in Gefahr bringen können und du hast nichts gemacht.

Wie willst du deine Rekruten auf den Kampf vorbereiten ohne sie auf Schmerzen vorzubereiten? Oder Leid? Ohne ihnen Disziplin beizubringen? Jemanden zu beschützen bedeutet manchmal auch, dass man ihm die Meinung sagen muss. Schau dir die Pakata an. Wamai führt die Ohrfeigenliste an, glaube ich. Auf dem nächsten Feldzug klatscht es sicher auch wieder. Weil es manchmal sein muss.

Wenn jemand einen kräftigen Arschtritt braucht, dann tritt ihm in den Arsch, verdammt! Das hat nichts mit Nettigkeit. So beschützt du nicht. Entschuldigen kannst du dich später immer noch, aber wenn er ihn braucht, dann tritt zu! So hilfst du ihm. So verhinderst du vielleicht, dass jemand in einer ernsten Situation Schaden nimmt. Oder anderen Schaden zufügt. Du musst nicht schreien, aber du musst reden und Befehle erteilen. Weder ein Kommandant darf schweigen, noch ein Ausbilder. Du musst deine Soldaten wissen lassen was auf sie zukommt. Du bildest sie für die Schlacht aus, dafür möglicherweise auf dem Schlachtfeld zu sterben. Da kannst du nicht einfach sagen: ich will euch nicht sterben sehen, geht nach Hause! Die haben sich verpflichtet und wissen was sie tun. Und wenn nicht, dann mach ihnen das klar. Je deutlicher du wirst, desto besser sind sie vorbereitet. Der Feind arbeitet anders. Wenn wir hier eine Chance gegen die Verfemten haben wollen, dann werde besser. Das Schwarze Eis walzt uns einfach nieder, wenn wir nur herumstehen. Du musst sie nicht nur ausbilden, du musst sie für die Feinde DIESER Welt wappnen. Karg ist nicht hier. Die Gefrorenen sind nicht hier. Aber die Verfemten. Gegen die kämpfen wir und gegen die müssen deine Rekruten kämpfen. Also lehre sie etwas, das hier nützlich ist und nicht weit weg auf Ortac. Wenn du das nicht kannst, weiß ich nicht wie lange du so überlebt hast. Dann kann ich mir nicht erklären wie du dich Soldat nennen kannst. Vielleicht wäre es dann sogar besser, wenn du auf den Acker gehst und Kartoffeln anbaust. Asdan bringt uns auf dem Feld auch noch recht wenig, das wissen wir alle... und das liegt in deiner Verantwortung als Ausbilder. Nicht als Heerführer. Wenn du nicht kämpfen willst, dann merken deine Rekruten das und werden lahm. Wenn du uns aber wirklich beschützen willst, dann entscheide dich. Für die Kartoffeln oder für den Arschtritt.

Und dass wir eine Kommandostruktur bekommen ist meiner Meinung nach richtig, aber auch eine Aufgabe des Kommandanten. Taktik gehört auch zur Ausbildung, jedenfalls für mich und ich bin kein Militärmensch. Auch auf dem Schiff braucht man Anweisungen. Geh dahin, hilf hier, mach dort was. Das hat mir auf dem Feld gefehlt. Ich wusste nicht wo ich hinsollte, was ich tun soll. Ein einfaches: "Wir folgen Balor" kannst du dir in die Haare schmieren, das ist kein Befehl, das ist grober Murks, der viel bedeuten kann. Du hättest wenigstens Balor oder Karls Befehle an uns herantragen können, damit wir wissen was wir tun und nicht nur blöd hinterherlaufen.

Das sage ich dir nicht, um die weitere Vorwürfe zu machen, ich respektiere deine Entscheidung und deinen Schritt nach hinten. Denn auch das ist ein Zeichen, dass du uns eigentlich beschützen und helfen willst. Jemand, der nur anführen will, um sein Ego zu befriedigen, wäre ebenfalls kein guter Anführer, deswegen wiederhole ich noch einmal: ich respektiere diese Entscheidung. Und ich respektiere dich. Als Freund und als fähigen Soldaten. Nur eben nicht als Anführer und vielleicht noch nicht ganz als Ausbilder. Eher als käpfenden Einzelgänger. Aber vielleicht ändert sich das auch irgendwann wieder. Denn meine Anregung bleibt. Sag uns wie wir uns taktisch und militärisch strukturieren sollen. Das Wissen hast du ja offensichtlich und niemand von uns, denn das ist für Naihlar auf dem Schiff unwichtig. Wir wissen sowas nicht. Du schon. Mach Vorschläge wie man kleine Trupps zusammensetzt. Welche Positionen wir wohinschicken sollen. Ich war als einziger Bogenschütze natürlich bei anderen Pfeiljägern und habe da so einiges mitbekommen, aber das war mir vorher alles nicht klar. Du könntest uns zumindest erzählen wie du früher Kargs Schergen bezwungen hast. Geschichten sind etwas anderes als Berichte und die wären für uns vielleicht hilfreich.

Denk mal drüber nach und trink einen Schluck Met. Und verkriech dich nicht zu lange, denn du bist noch immer ein geachteter Teil der Oshead.

In diesem Sinne: Ma Oshead und auf deinen mutigen Schritt der Selbsterkenntnis zu folgen.

Deine Freundin
Vhenan
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Neome
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BeitragThema: Re: das Milizleben   Fr Jun 24, 2016 2:02 am

Neomes Antwort kommt wenig später und ist viel kürzer.

Freund,
du bist frei und deine Entscheidung ist es.
Such mich aber bald auf, wenn du kannst, ich glaube, du hast Redebedarf, auch wenn du es vielleicht nicht weißt.
Gräm dich nicht.
Es schmerzt, eine alte Idee loszulassen, aber die Leichen alter Ideen zapfen unsere Energien an. Manchmal ist es besser, sie zu verabschieden.
Mein Zelt hat ein Polster für dich, mein Krug Rum, mein Leib ein Ohr für dich.

Neome.

_________________
Herrin des Gegensatzes, Nyame der Rosen
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Mallo
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BeitragThema: Re: das Milizleben   So Jul 03, 2016 8:49 pm

Noch einige Tage später bringt einer der Jungs einen Brief von Mallo hoch zum Lager.

Lieber Freund!

Ich war recht erschüttert von deiner Nachricht. Wie konnte es so kommen, dass du dein Ziel heruntergeschraubt hast? Du musst mir unbedingt erzählen, was bei eurem letzten Feldzug passiert ist.

Wie dem auch sei, ich respektiere deine Entscheidung - und wir brauchen dich auch auf dem Posten eines Ausbilders. Die Lande hier brauchen nicht weniger anhaltenden Schutz gegen alles von außen und wenn dich diese Aufgabe erfüllt, sehe ich kein Problem.

Unten, hab ich gehört, wird gerade diskutiert, wer uns an deiner Statt durch die kommenden Schlachten führen soll. Wer von Oshead sonst dieser Aufgabe gewachsen ist. Ich bin gespannt, auf wen die Wahl fällt. Und wer alles mitbestimmen kann. Aber Neome wird das bestimmt richtig machen.

Ich freu mich aber, dir zu erzählen, dass ich gestern zwei neue Männer getroffen habe, die dich gerne bei der Miliz unterstützen wollen. Mein Vater, Elian, ist mit den anderen Flüchtlingen in Gutenbucht gelandet. Er ist Krieger und weiß viel von diesem blutigen Handwerk, allerdings ist er nicht mehr der Jüngste, sodass ich nicht will, dass er sich nach Ortac noch Kelriothar antun muss. Er wird hier einen guten Dienst tun und ich bin mir sicher, ihr werdet euch verstehen.

Außerdem ist Argo in der Stadt. Kennst du ihn noch? Ceres' Ehemann. DIESER Kerl. Sie sagte, sie hätten die ganze Sache geklärt und jetzt sei alles gut. Ich bin skeptisch. Eine brutale Natur änderst du nicht einfach so. Aber sie bittet darum, dass Oshead und Shäekara ihm eine Chance geben. Er will sich dir auch anschließen, wenn du Zeit hast, ihn zu treffen.

Das sind bisher alle Neuigkeiten. Danke für deinen herzlichen Empfang während unserer Reise. Wamai und ich sind halbwegs wohlbehalten zurück. Während der Expedition habe ich eine Eigenart an ihm festgestellt, die mich besorgt hat. Ich will es noch nicht an die große Glocke hängen, daher hab ich mit der Pakata schon drüber gesprochen. Du sollst nur gewarnt sein, dass Wamai, fürchte ich, nicht mehr ganz gesund im Kopf ist. Wie ernst es ist, weiß ich nicht und ich will nicht spekulieren. Vielleicht besuchst du ihn mal ((Skype)). Ich denke, er hat uns alle immer noch gern.

Ansonsten waren wir erfolgreich. Ich habe neue Karten des Landes gezeichnet und daraus haben wir Schlüsse gezogen, was wir an Gütern ausfahren können und einfahren müssen. Das Wetter macht mir Sorgen. Es ist vielleicht schlecht für die wilde Ernte, die wir ansonsten diesen Herbst einsammeln können, wenn sie den Hagel überlebt. Aber vielleicht können wir das auf dem Feldzug nach Kelriothar aufhalten.

Keine Ahnung, schnei mal wieder vorbei, ich freu mich, dich wiederzusehen.
Grüß Asdan herzlich. Wir sehen uns bald.
M.
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