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 Der Hafen von Takbal

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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Der Hafen von Takbal   Do Aug 25, 2016 2:23 pm

Wo die Werftarbeiter sich zurufen. Ein Umschlagplatz rüder Worte und harter Arbeit, wertvoller Güter und unschätzbaren Wissens.
Hier peitschen Sätze in Chollodann durch die Luft, und wer das Hafenhandwerk lernen will, wird sich wohl oder übel mit den Naihlar gutstellen müssen, die wie Könige entlang der Becken flanieren. Der Hafen befindet sich noch im Ausbau, es wird gezimmert und gelehrt, gelagert und gestritten und viele Waren wechseln die Besitzer, die mit ehrlichem Seehandel wenig zu schaffen haben. In Sichtweite ragt ein großes Gebäude auf, die Hafentaverne, an der Tag und Nacht gearbeitet wird. Obwohl ihr Name schon feststeht, streiten sich die Wichtigtuer und Nichtsnutze noch darum, bis ihr Aufseher sie mit einem Kopfhieb zum Arbeiten antreibt.
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Do Aug 25, 2016 3:08 pm

"JAAAAAAAR!" Die Männer boxten sich in die Seite, schlossen wetten ab und schubsten einander gegenseitig von den Beinen.
"Das ist die Rumbullion hab ich gehört. Der alte Herr, der Vatter. Lass meinen Arm los, Idiot, wer bist du überhaupt?"
"Ich verwette einen Priem drauf, dass das nichts Gutes bringt. Noch mehr Fremde. Meinen Jungen hab ich gestern beim Stehlen erwischt. Das kommt, seit er so viel mit den Kindern dieser Gombas spielt!"
"Nyo var dith va?"
"Nyo var dith ajdû tel deverî nyoth orell nardioch."
"Tak!" Die Naihlar lachten über die Gutenbuchter in ihrer Runde und machten keinen Hehl aus ihrem Spott. "Von uns lernen diese Kinder noch ein echtes Handwerk. Aber wir sind keine Diebe, Freunde. Achtet auf eure Zungen, sonst nehmen wir sie uns rechtmäßig. Und wenn unsere Gäste ankommen." Ein großer, dunkler Mann mit speckiger Hand wies auf die anlegende Karavelle. "Seid freundlich zu ihnen. Denn da kommt ein großer Mann in eure kleine Stadt."

Die Rumbullion landete zuerst, ihre roten Segel majestätisch im Wind. An den ersten beiden Masten war sie mit Rahsegeln aufgetakelt, doch am Besanmast prangte ein schwarzes Lateinersegel.
"Fock und Groß groß rot und achtern schwarz", sagte der dicke Naihlar. "Wenn ihr dieses Schiff seht, dann haltet euch bereit für einen Freund."
Die Fremden verstanden nicht, was der Mann ihnen sagen wollte, doch er ließ ihnen auch keine Gelegenheit, nachzufragen. Die Naihlar sammelten sich, wo die Schiffe anlegten, neben der Rumbullion noch zwei weitere unter roter Flagge.

Die Männer berieten sich, was wohl in den Kisten sein mochte, die mit Seilen unter Deck festgekettet waren, da ging Avraim nach einem anderen als zweiter an Land.
Er war ein imposanter Mann, dem man seinen Charakter sofort ansah. Ein Mann der Konsequenz. Groß, dunkel und hager, mit herben Gesichtszügen, aus denen sich eine fleischlose Adlernase bog. Seine Augen blickten forsch. Sie waren von uneinschätzbarer Farbe, grau schimmernd und unbestechlich in ihren alten Höhlen. Unter einem grünen Stirnband fielen Stricke von kohlschwarzem Haar, er trug nur sein eigenes, und seine Kleider waren benutzt und einfach. Sein Gürtel war zwei Hand breit, sein Hemd zerfasert und der Mantel, den er trug, für das Wetter zu verschlissen und vom Bauch bis zur Brust mit kleinen Knochen verschlossen. Darunter sprang scharf sein Schlüsselbein hervor, über das sich ein breiter Schmiss zog, eine schlecht verheilte, knorpelige, goldene Narbe.
"Wo ist mein Kind?", fragte er die Leute an Land, und sie konnten es ihm noch nicht sagen, da kam dieses Kind atemlos von der Stadt her und fasste sich bei seinem Anblick noch einmal ein Herz zu rennen.
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Neome
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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Do Aug 25, 2016 3:21 pm

Sie war den gesamten Weg gerannt. Manchmal hatte sie verlangsamt, um Atem zu schöpfen, hatte sich auf die Knie gebeugt und gekeucht und dann neuen Antrieb gefunden, sich aufzuraffen und weiterzugehen. Sie hatte heute weniger Schmuck um die Knochen, was sich als dankbare Entscheidung erwies, ja nicht einmal die Einengung um ihre Hüften konnte sie zurückhalten, wie ein Windstoß voranzustieben. Einen Gürtel, einen dünnen, der mit Muscheln besetzt war, verlor sie unterwegs, aber sie blieb nicht stehen und hob ihn nicht auf.

Als sie den Hafen erreichte, waren die Schiffe schon vor Anker gegangen. Dort auf dem Festland stand er, die hagere Gestalt, die nicht lächelte, ein Häuptling unter seinesgleichen, Avraim, ihr Vater.
"APA!", rief sie, und als sie sich um seinen Hals warf musste Vhenan ihre Antwort darauf haben, ob es Freude oder Bangnis war, die Neome angetrieben hatte. Sie war nur mehr ein Mädchen in den Armen ihres Vaters, an diesem einen Ort nicht stolze Anführerin, sondern Kind. Lange hielt sie ihn nicht fest, aber noch als er sie begrüßt hatte und hinter ihm wettergegerbte Gestalten, Männer und ein paar Frauen, von den Schiffen kamen, sah sie fassungslos aus über diesen Besuch.
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Do Aug 25, 2016 6:15 pm

Vhenan hatte die Pakata erreicht, als die eine erschöpfte kleine Pause machen musste, um Atem zu holen. Die kleinere Naihlar grinste nur, sie spürte ihr Herz schneller schlagen und kam durch die Hast innerlich erst richtig in Schwung. Sie war auch nicht besonders erschöpft oder gar außer Atem, als sie den Anlegeplatz erreichten. Um erschöpft zu sein, brauchte es viel bei Vhenan, immerhin hatte sie sich vor dem Feldzug sehr gut vorbereitet.

Der Schwung mit dem sich Neome ihrem Vater um den Hals warf fegte wirklich sämtliche Zweifel beiseite. Die Pakata freute sich. Und Nani freute sich grinsend mit. Solche euphorischen und herzlichen Zusammenkünfte waren selten geworden und gut für das Herz.
Sie hielt sich in respektvollem Abstand, ignorierte die umstehenden Naihlar gekonnt und musterte den alten Seemann. Er sah noch aus wie immer... er war schwer zu lesen und anstrengend, wie Vhenan auf einigen Fahrten festgestellt hatte. Aber fähig und eine Person, die sie respektierte.

Deswegen hob sie beide Hände zum Naihlargruß, die Handflächen offen nach oben, und verbeugte sich respektvoll (aber auch nicht übertrieben) und grinste weiter. „Atata.“
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Do Aug 25, 2016 6:50 pm

Der Alte musste über die Sechzig hinaus sein, aber das Salz der See hatte ihn konserviert. Seine Haut war dennoch gegerbt, ledrig und faltig neben den Augen, aber straff gespannt über den Wangenknochen, die ihm wie Gebirgskanten aus dem Gesicht sprangen.
Er fasste den Kiefer seiner Tochter mit beiden Händen ein und küsste ihr die Stirn. Wie er sie aber berührte, stockte er einen Moment und sein Blick überschattete sich.
"Immer noch der alte Schnickschack", sagte er. "Immer noch die alten Anhängsel."
Und damit trat er zu Vhenan. Seine Augen waren jetzt freundlich und besorgt, er musterte sie hinter dem prüfenden Gedanken eines Fragenstellers hervor, da er seine Handfläche flach auf Vhenans legte und sie alsdann leicht tätschelte.
"Aîd var deverî ya. Ne aîn cara. Ar aîn kahm. Atata Vhenan."
Doch dann verfestigte sich urplötzlich Avraims Griff um Vhenans Hand.
"Was habt ihr beiden getrieben?"

Männer und Frauen strömten um sie herum, manche kannten die beiden noch und wollten sie begrüßen, ihnen gratulieren oder sie mit Fragen überhäufen. Allerdings, es war nicht leicht, denn sie mussten warten, bis Avraim sie freigab und das tat er noch nicht.
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Neome
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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Do Aug 25, 2016 6:58 pm

Neome schob sich nach vorn, zwischen ihren Vater und ihre Freundin.
"Wir haben Pfeile geschnitzt", sagte sie. Der Kapitän überragte sie eindrücklich. Er war auf goldene Ringe und Ketten nicht angewiesen. Nur einen einzigen dicken Goldring trug er im Ohr, und einen aus Bein am Daumen.
"Apa, shadûn badenn aîd morâniador. Nij badenn kenjeith - ar aîd tam faeth deneen mi vechin?"
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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Do Aug 25, 2016 7:31 pm

Wie machte der alte Kauz das? Kaum einen Blick hatte er auf sie geworfen und in diesen wenigen Wimpernschlägen mehr gelesen als manch anderer es in Jahren vermochte. Nanis Grinsen brach langsam ein wenig in sich zusammen, spürte sie doch wieder den bohrenden Blick, unter dem jeder nackt und einfach zu lesen zu sein schien. Genau deswegen war der alte Avraim ihr unheimlich. Sie mochte ihn trotzdem, vielleicht auch genau deswegen... weil er ein wandelndes Geheimnis war, von dem man viel lernen konnte.

"Och.. so dies und das..." Ihr Blick glitt hilfesuchend zu Neome, auch weil ihr Vater seinen Griff nicht lösen wollte. Sie hatten so einiges getrieben, aber einiges davon blieb wohl besser ungesagt.

Genau“, bestätigte Vhenan deshalb nur ruhig und bestimmt, nicht hektisch oder wie jemand der Ausflüchte suchte. Es stimmte ja, auch wenn das sicher nicht die Antwort war, die Avraim hatte hören wollen. Sie interessierte auch vielmehr sein eigener Grund der Anreise und unterstützte die Frage der Pakata an den anderen Pakata mit einem fragenden und neugierigen Blick.
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Do Aug 25, 2016 8:52 pm

Der grimme Mann stand vor Vhenan aufgebaut wie ein alter Schrank, der im Wind knarzte, sich aber nicht bewegte. Mit hinabgezogenen Mundwinkeln betrachtete er sie prüfend. Dann endlich ließ er ab und schob sich zur Seite, um mit einer Handbewegung gen des Schiffes zu wenden, als sei ihm das alles längst lästig.

"Wir haben einen Gast, der sich unbedingt dieses neue Land ansehen will", verkündete er. Es schien er hielt nicht viel davon. War müde. Aber der Schlaf kam erst, wenn die Pflicht getan war.
Ohne ein Wort trat er plötzlich zurück und entließ eine Traube von Seefahrern auf die Mädchen, die ihnen Hallo sagen konnten, ihnen Komplimente machten und mit Fragen in sie dringen wollten.
Als eine Frau mit schwarzen Zähnen wissen wollte, woher Vhenan ihre Narben hatte und ein alter Knochenschrank von Seeteufel um Neomes Haar feilschen wollte, schob Avraim sich wieder an den alten Platz und verdrängte die Anderen.
"Jetzt ist es erstmal genug", bestimmte er, ohne die Stimme zu erheben oder überhaupt viel Mühe in seinen Ton zu stecken. "Aha. Nij nah eh oth cathahk!" Er nickte, als er Lahmi von hinten daherkommen sah und Lahmi wiederum verneigte sein Haupt mit einem angetanen Lächeln.

"Ich will wissen, wie es euch geht. Ihr beiden habt euch verändert, also gibt es was zu erzählen. So war es abgemacht. Zuerst spreche ich mit euch. Und dann der Gast. Er ist ohnehin seekrank. Fezhath ghalmocha!"
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Raûl
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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Do Aug 25, 2016 9:39 pm

Raûl ging den Dreien nach und verlangsamte seine Schritte, um die ganze Szenerie von einer rechten Distanz zu beobachten. Ein ihm unbekanntes Schiff lag vor Anker und warf seine Crew an Land, einer davon, offensichtlich der Pakata, schien mit Neome sehr vertraut zu sein, ebenso mit Vhenan. Er hatte nicht alles mit angesehen, sondern nur einen Teil, aber... scharrte Nani da gerade mit dem Fuß? Er unterdrückte ein lautes Lachen, es brach als grunzendes Prusten hervor, dass er aber sofort wieder im Griff hatte. Er ging näher heran. Er wollte dieses Zusammentreffen... diese Wiedervereinigung nicht beschatten, also trat er hochoffiziell näher heran. Schließlich hatte er alles Recht hier zu sein, waren alle Schiffseigner die hier landeten zu einer Steuer verpflichtet, die an Gutenbucht abgeführt werden mussten. Das jedenfalls war genug Grund, offen an den Pakata heranzutreten. Wenn sich ihm dies auch nur im Hinterkopf darbot, so hatte er eh nicht vor, so einen Anspruch hier gleich geltend zu machen. Er würde es selbstverständlich Neome überlassen, ob sie die Passage aus eigener Tasche zu zahlen gedachte. Aus dem Augenwinkel sah er schon den Hafenmeister mit einem anderen Naihlar diskutieren, vermutlich der Mahzhak des Schiffes. Alles unter Kontrolle.

Raûl trat näher heran, neugierig, unaufdringlich und offen, aber mit einer zunehmenden Zurückhaltung, stellte sich zehn Schritt weg von der Traube der Seeleute, die Neome jetzt begrüßten, und wartete ab. Er hatte es nicht eilig. Er wusste, dass er wahrgenommen worden war, der fremde Pakata hatte ihn gesehen. Er würde warten, bis er an der Reihe war.

Dies war ein seltenes Stück Vergangenheit von Neome. Oder Vhenan. Oder von Beiden. Er wusste so wenig davon. Seine Neugierde wuchs ins Unermessliche.

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Vhenan
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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Do Aug 25, 2016 9:44 pm

Der Hai ließ von ihr ab, sehr gut. Vhenan atmete innerlich erleichtert aus, sie fühlte sich in Avraims Gegenwart immer wie ein kleines Kind, egal wo und wann und irgendwie änderte sich das auch nicht. Sie müsste sich nicht so fühlen, aber trotzdem tat sie es. Vielleicht lag es daran, dass er Respekt einflößte ohne etwas tun zu müssen. Das schaffte selbst ihr eigener Vater nicht, aber der war auch kein Seefahrer. Besonders kein Pakata, der von allen bewundert wurde...

Ein Gast?“ Die Erleichterung hielt nur kurz an, da stürmte schon die bekannte Mannschaft auf Neome und sie zu und fragte ihnen mit Worten, Gesten und Berührungen Löcher in den Bauch. Normalität also. Vhenan seufzte wieder und ergab sich ihrem Schicksal. Die Narben zu erklären war keine Neuerung, besonders die Kinder hier waren wenig scheu und fragten immer dreist und sehr direk danach. Denen konnten man aber harmlose Dinge erzählen. Auch neue Freunde und Fremde fragten, wenn sie sich trauten... Jetzt aber war es etwas anderes, weil sie die Mannschaft kannte. Avraim hatte es auch bemerkt und vielleicht deshalb so geschaut. Vhenan mochte solche Blicke nicht.

Ein Schatten legte sich über ihre blauen Augen und ihre Haltung wurde widerspenstiger. Selbst Joriel, ihr eigener Vater, wusste noch nicht wirklich etwas darüber. Harmlose Briefe hatte sie geschrieben, mehr nicht... und zurückgereist war sie auch noch nicht. Vhenan hatte schon darüber nachgedacht eine wahnwitzige Abenteuergeschichte zu erfinden, die die Andenken an die Kelriothar erklärten, aber ihre Augen würden sie verraten. Besonders bei solchen Menschen wie denen, die um sie herumstanden. Sie würden die Geschichte vielleicht mögen, sie aber nicht glauben. Und außerdem wollte Nani nicht darüber lügen, denn die Narben waren Bürde und Sieg zugleich. Das ganze Leben war eine Reise und es hinterließ Spuren. In der Seele, im Herzen und auch auf dem Körper, wie auf einer Landkarte. Spuren zu verwischen und zu verfälschen wäre Verrat an dem eigenen Weg. Es war in der Tat ein wenig paradox. Die eigene Zerbrechlichkeit war Vhenan sehr bewusst, aber weil sie trotz allem noch lebte, vergaß sie es manchmal. Deswegen hatte sie auch während dieses Feldzuges täglich mehrfach unter Feindkontakt gelitten. Wer viel wagte musste viel einstecken, Glück und Irrsinn lagen eng beieinander. Diese Narben reichten tief, besonders die nicht sichtbaren, und Nenani wollte jetzt einfach nicht darüber reden.

Deswegen brummte nur missfallend und lehnte eine Antwort ab. „Bevor ich dir das erzähle musst du mindestens drei Krüge Rum heranschaffen!“ Mehr sagte sie nicht. Musste sie auch nicht, da Avraim wieder zuschnappte und die Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Weil er nicht warten wollte? Oder die beiden Naihlarfrauen beschützen? Wiedereinmal konnte Vhenan ihn nicht durchschauen, nahm es aber wohlwollend auf. Er hatte sicher wieder stumm beobachtet und seine Schlüsse gezogen.

Bis zu dem Moment, als es noch immer nicht um den Gast ging, der offenbar das Deck vollgekotzt hatte, sondern wieder um die Frauen. Vhenan brummte wieder.
Wäre es nicht schlimmer, wenn wir uns im letzten Jahr nicht verändert hätten?“ Die Frage kam provokanter über ihre Lippen als beabsichtigt, weil sich die Kleine gerade nicht wohlfühlte. Sie legte den Kopf schief und musterte den Kapitän der Rumbullion herausfordernd, etwas, was sie vor einem Jahr nicht außerhalb eines Scherzes gewagt hätte. „Dinge geschehen, das Leben geht weiter und man wird erwachsen. Das trifft jeden irgendwann.... Außerdem habe ich nicht mitbekommen, dass irgendetwas abgemacht wurde“, hängte sie noch hinten dran und ließ ihren Blick auf ihm ruhen.
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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Fr Aug 26, 2016 1:29 am

"Shi badenn iä, apa? Aîd tam dith ajdûn!"
In das Wortgefecht zwischen Vhenan und ihrem alten Vater mischte sie sich nicht ein, denn auch Neome kannte den Fluch, in seiner Gegenwart stets in die Vergangenheit geschleudert zu werden, wieder das Mädchen zu sein, das mit all seiner Erfahrung nicht zu ihm aufholen konnte.
"Ajdû shaun nadul dost aen omno - ar eh-wa dith, zme!"
Neome hatte sich ganz auf ihren Vater und die Schiffe eingeschossen. Weder wollte sie um ihr Haar verhandeln, noch diejenigen der Mitfahrenden begrüßen, an sie sie sich noch erinnerte. Sie wusste von ihrem Vater, und dass er nicht käme ohne einen Grund. Raûl hatte sie noch gar nicht bemerkt.
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Fr Aug 26, 2016 1:38 am

Natürlich wollten sie wissen, welchen Gast er ihnen gebracht hatte. Doch die Falten, die sich unter Avraims Augen gruben und die Tatsache, dass sein Mund ein karger Strich war, der seine Tendenz zu einem Bogen nach unten hin nahm, hätte nicht einmal einen Tölpel daran zweifeln lassen, dass sie es jetzt nicht erfuhren.

„Guten Rum haben wir dabei“, versprach die mit den schwarzen Zähnen. Von ihr ging, wenn sie bei einem stand, ein Gestank nach Schweiß und Öl aus, und nach etwas Saurem, das sich schlecht zuteilen ließ. Sie war allerdings bereits zurückgedrängt und kam nicht wieder näher, solange Avraims speergerader Rücken ihr den Weg versperrte.
„Das haben wir“, sagte er ohne eine Miene zu verziehen. „Aber er ist nicht für hier und jetzt.“
Er sah, dass außer den Naihlar auch andere dort waren. Er sprach die allgemeine Sprache.

Vhenan traf ihn ihrerseits mit ein paar Worten gegen die Brust, die, obwohl diese nicht besonders grob war, daran abprallten und zu Boden fielen, ohne dass er ihnen nachblickte. Er blickte stattdessen sie an, lange und durchdringend, und sein Schweigen machte klar, dass ihre Gedanken in seiner Deutung unangemessen waren und nicht dem entsprachen, worauf er abgezielt hatte. Wenn sie sich ihm gegenüber vorkam wie ein Kind, dann gab er ihr jetzt einen guten Grund dazu, doch als derjenige, der lange schon keines mehr war, überging er ihren Trotz und ließ den Weg seines Blickes weitergehen, bis er auf Raûl lag.
„Wer ist dieser Mann. Er scheint auf etwas zu warten.“

Neben Raûl trat nun Lahmi, der sanfte Schauer eines Lächelns um die Züge seines Mundes, als er ein Bein vor das andere schlug und die Arme verschränkte.
„Ist ihr Vater“, sagte er und blickte selbst hinüber zu Avraim. Vorher musste er lange genug Raûl angesehen haben, um seine Erscheinung zu deuten.

Avraim hatte Raûl als einen der Ihren erkannt. Die nächste geregelte Bewegung, die er machte, war das Heben seiner Hand, mit dem er die Naihlar anwies, keinen Lärm zu machen und sich zurückzunehmen. Er erkannte einen Mann, der auf seinen Zeitpunkt wartete. Wahrscheinlich hatte er selbst oft an diesem Posten verharrt. Nun überließ er es seiner Tochter und deren Freundin, das weitere Vonstattengehen zu regeln, doch ehe er sich seinem eigenen strengen Gericht unterwarf, dem Durchbringen der Angelegenheiten, ehe man sich zur Ruhe setzte, verriet er seine Prinzipien den Mädchen zuliebe und neigte ihnen die braune Stirn entgegen. Ein fahles Lächeln, als ließe er ein Geheimnis aus einer Kiste, deren Deckel er nur ein klein wenig anhob, stand auf den Kanten seiner Züge.
„Es ist Jesko“, murmelte er.
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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Fr Aug 26, 2016 2:17 am

Innerlich grummelte Vhenan dank der ausbleibenden verbalen Reaktion des Pakatas genervt, nahm die schweigende Konversation aber an und schmollte nicht. Sie sah stur zurück, wankte nicht, sondern blieb standhaft. Dieses Spiel hatte sie im vergangenen Jahr oft genug gespielt. In der Kelriothar mit der Armee des Zweifels und danach am Hof bei der Ausbildung. Genefe konnte auch stundenlang nur glotzen, beinahe ohne zu blinzeln oder gar etwas zu sagen. Da musste sich Avraim dieses Mal hinten anstellen, denn das war Vhenan lange nicht mehr fremd oder unangenehm, selbst wenn sie sich in seiner Gegenwart jünger fühlte als sie war.

Als 'der Mann' hinter ihnen angesprochen wurde, sah Vhenan über die Schulter und erkannte den alten Gomba. Neome setzte weiter nach, wollte wissen wer der Gast war.
Nani dagegen war unschlüssig was sie sagen sollte. Sie wollte auch wissen wer die menschliche Fracht war, die keinen Seegang vertrug und Raûl rückte wieder aufdringlich heran.
Iä badenn Raûl. Nyo badenn Mazhahk.“ Damit wussten wohl alle anwesenden Seeleute wer da stand und warum. „Aen... nyo dzharr morlomi.“ Letzteres klang mit einem leichten Lächeln mit. Wie sollte es an den Docks auch anders sein.

Damit überließ Vhenan den anderen beiden wieder die Kontrolle. Avraim wusste wer da stand. Ob es ihn interessierte war seine Sache. Die Fracht war viel wichtiger, Vhenan wollte es auch wissen, gab sich aber nicht die Blöße danach zu betteln. Wenn Avraim es nicht sagen wollte, würde es nicht tun. Wozu sich demütigen. Aber er hatte ein Einsehen und seine Antwort löste zuerst gar nichts in Vhenan aus. Jesko. Der Name sagte ihr natürlich etwas, aber es wollte nicht in ihre Vorstellung, dass es wirklich dieser Mann war. Sie wartete einen Moment, ob der Pakata noch etwas anschloss. Nein. Aber er sah so geheimnisvoll aus.
Jesko?... Der Jesko? Emmerichs Sohn?“, flüsterte Vhenan automatisch leiser, weil Avraim auch leiser war. Dann sah sie zu Neome. „Shadun?“ Dann glitt ihr Blick wieder zu dem Pakataapa. Vhenan grinste und ein Funke der alten Leichtigkeit kehrte zurück. "Der hat dir das Deck vollgekotzt?" Wenn ein Archontensohn keinen Seegang vertrug, durfte man sich da schon einmal drüber lustig machen.
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Fr Aug 26, 2016 9:53 am

Wieder bekam Vhenan auf die Frage, die sie gestellt hatte, die stumme Antwort seines Blicks.
Er hatte nichts von einem vollgespienen Deck gesagt.
„Mazhak...“, wiederholte der Alte durch die Zähne, ein verstehendes und interessiertes Knurren, mit dem seine Frage doch nicht ganz beantwortet war. „Ân va? Morlomi....“ Unter seinen Wangenknochen fiel die Haut glatt ab wie Steinschliff. „Ni va?“
Bei den Naihlar an der Passküste im Norden gab es niemanden, der den anreisenden Schiffen Gebühren erhob. Dies ergab sich in erster Linie daraus, dass keine fremden Schiffe außer ihren eigenen an der Küste fuhren. Sie hatten ihre Kultur des Tauschhandels, der Vergütung derjenigen, denen sie Arbeit machen, mit Anteilen oder Geschenken, aber selten wurde es von ihnen gefordert, denn die Seefahrer taten einen Dienst an der Allgemeinheit. Das war ihr Anpreis.
Doch musste einem Mann wie Avraim, der auch fremde Häfen besegelt hatte, die Tradition der Besteuerung bekannt sein, wenn auch nicht von einem Mann mit einem Aussehen wie Raûls.
Er hatte nicht so leise mit Vhenan gesprochen, dass man ihn nicht hätte verstehen können, in gleicher Weise machte er kein Geheimnis daraus, sein scharfkantig umrissenes Gesicht dem Mann zuzuwenden, von dem ihm berichtet wurde, dass er Geld von ihm forderte, kaum da er einen Fuß auf das Land setzte, das seine Tochter besiedelt hatte. Avraim kannte seine Errungenschaften nicht und sie waren für ihn jetzt nicht von Interesse. Er schien nicht nur mit Geschenken, sondern auch mit Prüfungen gekommen zu sein und hier war die Erste.
„Dann sei so gut, Vhenan“, sprach er, indem seine alten Finger sich für nur eine Sekunde um ihr Handgelenk schließen wollten. Sie hatten die Kraft von Tauen. „Und sage ihm, dass wir mit einem Archontensohn anreisen.“
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Raûl
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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Fr Aug 26, 2016 12:07 pm

Raûl wandte sich Lahmi zu, der neben ihm in Pose gegangen war. Menschen wie Lahmi gingen immer in Pose, konnten gar nicht anders. Es war in diesem Fall aber so natürlich, dass es seine Wirkung nicht verfehlte. Kein Wunder, dass ihm alle Mädchen zu Füßen lagen. Und auch einige Jungs, soviel war sicher.
"Soso, ihr Apa ist es. Das ist ja mal interessant." meinte er mit einer hochgezogenen Augenbraue. Eine gewisse Ähnlichkeit war ja schon da, insofern kam es jetzt nicht überraschend. Trotzdem nahm er den Alten noch einmal genauer unter die Lupe. Die natürliche Autorität, Haltung, Ausstrahlung sprachen von vielen Jahren Erfahrung von Führung in einer harten Welt. Eine leise Stimme in seinem Hinterkopf warnte davor, den Mann aus den Augen zu verlieren. Jedenfalls nicht bis dieser wieder weit weg jenseits der Nebel die Meere kreuzte.

Dann hörte er Vhenan, wie sie ihn erst beim Namen nannte und ihn dann als Schnöden Geldeintreiber degradierte. Er spürte das spontane Bedürfnis, ihr dafür nicht nur eine, sondern gleich zwei direkt aufs Maul zu geben, schüttelte es aber schnell wieder ab. Darin war er inzwischen sehr gut geworden, konnte er sich nicht ständig mit der halben Stadt prügeln. Nani war einfach ein vorlautes Lästerweib und sie schien immer das brennende Bedürfnis zu haben, ihn offen zu diskreditieren. Sollte sie es weiter so machen. Ihm würde dazu schon noch was einfallen.

Die Reaktion des Pakatapa war undurchsichtig, aber seine Antwort darauf hörte Raûl sehr wohl. Das wurde ja immer besser. Jetzt noch so tun als habe er sie nicht gehört wäre albern gewesen, also kam er gemessen und ruhig heran und begrüßte die Gruppe mit offenen Händen und einem respektvollen Nicken.
"Atata jaspad Naihlar. Vhenan sagt richtig, dass ich Raûl heiße, aber völlig Falsch, dass ich hier bin, um irgendwelche Gebühren einzutreiben. Ich bin hier, um als Statthalter von Takbal meine Landsleute zu begrüßen, die in aufgeregten Zeiten an unserer Küste landen. Falls es zu einem Warenwechsel kommt, überlasse ich es in diesem speziellen Falle selbstverständlich der designierten Vögtin des Lehens darüber zu entscheiden, ob eine Handelsgebühr anfällt oder nicht."

Bei der Titulierung hatte er Neome nicht angeblickt, es war ihm ein Vergnügen herauszufinden, wie viel der Alte wusste und wollte es seiner Pakata gleichzeitig nicht vorwegnehmen, ihm diese Entwicklung selbst mitzuteilen.

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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Fr Aug 26, 2016 12:24 pm

Vhenan spürte den markanten Griff um ihr Handgelenk, er war nicht bedrohlich oder unangenehm, aber er war gewichtig. Dennoch... sah sie zu Neome, um diesen Befehl des anderen Pakata absegnen zu lassen. Respekt hin oder her, sinnvoller Befehl hin oder her, Archontenfracht hin oder her sie hatten schon genug Missverständnisse in der Befehlskette über das ganze Reich verteilt, dass die Kleine vorsichtiger geworden war. Natürlich wollte sie Avraims Worte an Raûl herantragen, darin sah sie nichts verwerfliches, aber... Avraim war nicht ihr Pakata, er war ein ranghoher und sehr bekannter Gast. Einer, der sicherlich nichts zahlen würde, dennoch konnte man ihm ja direkt unter die Nase reiben, dass seine Tochter nicht einfach nur irgendwer war (selbst wenn es ihr selbst manchmal unangenehm war). Es brauchte nur eine kurze Reaktion Neomes und Vhenan würde sich in Bewegung setzen. Und zu Raûl gehen, dessen direkte Anwesenheit offenbar bei dem alten Seebären nicht gewünscht war.

Da stand der Mazkahk plötzlich direkt bei ihnen und es hatte sich erledigt. Vhenan lauschte seinen Worten und hob skeptisch eine Augenbraue. Sie glaubte ihm nicht. Der trieb doch ständig Gebühren ein und zählte wahrscheinlich Goldmünzen beim Einschlafen. Dass er wieder so geschwollen daherschwafelte, nahm sie ein wenig leidend auf, sagte aber nichts. Stattdessen wartete sie ab was geschah.

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Neome
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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Fr Aug 26, 2016 12:47 pm

Neomes Haltung war natürlich und gewissermaßen zurückhaltend. Sie schien es als ganz selbstverständlich anzusehen, dass die Bitte ihres Vaters von Vhenan erfüllt werden durfte.
Der Blick aber, den sie mit ihrer Freundin tauschte, war voller Fragen und aufgegebener Rätsel. Sie wollte den Mund öffnen, um sie zu stellen, da schnitt ihr alter Herr den Faden einfach durch, indem er beschloss, dass er zuerst ankommen wolle. Sie wusste, es würde ihr Begreifen eher verzögern als beschleunigen, wenn sie nun weiter nachhakte und wandte sich verwundert nach Raûl um, den sie nicht hatte kommen sehen.
"Tak. Nyo badenn mazhahk enin vechin. Var chab raylio ni ajdûn, badenn nim re zindanîs."
Sie sah den Blick ihres Vaters und wusste, dass er sich zwar anhörte, was Vhenan und sie selbst ihm mitzuteilen hatten, dass er sich aber unabwendbar sein eigenes Bild machen würde. Avraim war ein Mann, der lange zuschaute, selbst wenn andere längst glaubten, er hätte sein Urteil bereits gefällt. So war es zumindest in den meisten Bereichen. Nicht in allen, wie sie wusste.

Als Raûl herantrat, Lahmi hinter ihm wie ein stummer Fürsprecher, wenn er nicht nur heimlich mithören wollte, ermutigte Neome den Statthalter durch eine einladende Geste. Wenn er auch ohnehin kam, kam er damit doch offensichtlich willkommen und auch ihrem Vater konnte das nicht entgehen.
"Raûl, ich glaube du kennst meinen Vater noch nicht. Viele von uns sind bereits auf seinem Schiff gefahren. Die Rumbullion hat Ceres und mich damals auf die Reise gebracht, die uns letztlich hierher führte. Er ist Avraim, bekannt unter den Seefahrern, ein Freund der Gezeiten und Feind der Meerriesen. Und er sagte mir gerade, dass er den Sohn des Archons von Ghalm bei sich hat."
In einem günstigen Moment tauschte sie noch einmal einen Blick mit Vhenan.

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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Fr Aug 26, 2016 1:05 pm

Der große Mann teilte Vhenans Ansicht nicht. Die Worte, mit denen Raûl auf ihn zukam – und seinem scharfen Blick entging nicht, wie Lahmi ihm hintendrein schlich – waren angemessen für ihn gewählt. Er senkte seine Stirn langsam, nickte den Kopf tief herab. Sein Haar war noch sehr schwarz. Nur wenige silberne Strähnen glänzten in dem dichten Teppich endloser Strähnen. Nicht weit von ihm stand einer, der viel jünger sein musste, dessen geölte Zöpfe grauer waren. Raûl hatte nicht nur Avraims Interesse erweckt, auch die handvoll Seeleute im Hintergrund betrachteten ihn jetzt zugewandt. Einer lächelte sogar ein wenig, wahrscheinlich kannte er ihn.
„Der Statthalter“, wiederholte er in der ruhigen Melodie seines Geistes, ergrimmt und doch seelenruhig, wie es Männern von Großmut oder langer Geduld so anstand. „Solche Ränge gibt es bereits hier bei euch...“
Sein Blick schweifte über das Hafengelände. „Ich grüße euch, euch alle.“
Eine Handbewegung, der nach außen hin kein großes Gewicht beigemessen wurde, sollte seine Tochter dazu bewegen, etwas näher zu ihm zu rücken.
Dann aber richteten sich die Augen über seiner Adlernase wieder zum Mazhahk, wie sie ihn hier nannten, als Lahmi sich von hinten an dessen Ohr beugte und dem Einäugigen etwas einflüsterte.
Ihn wird’s nicht kümmern zu bezahlen“, gab er seine Einschätzung preis wie gutes Wissen, das er nunmal hatte und Raûl (und vielleicht auch Neome, an die er gerade nicht herankam) im Moment besser gebrauchen konnte als er. „Aber solche Gäste sollte man auch so empfangen, als Gäste; andernfalls macht ihr euch keine Freunde bei den Naihlar und den Ghalmaren.“
Ein Archontensohn, das war im Grunde genommen eine Unglaublichkeit. Umso mehr, da man ihn nirgends sah, und wer von Jesko wusste, der konnte schwer glauben, dass man ihn an einem Ort nicht mitbekam, es sei denn er wollte es eben so haben.

Avraim verstand, dass Lahmi sich zu des Halbblinden persönlichen Einflüsterers erkoren hatte.
„Gjebulba“, scholt er den Schönen mit einem Lächeln, das so hart war wie Granit. „Du sollst dich nicht in jedes Gespräch hineindrängen.“
Aber Lahmi lachte, wie man es gegenüber einem Freund tat, und wenn Raûl ein bisschen Gespür hatte, bemerkte er, dass seine Einmischung ihm mehr Gefallen als Schaden getan hatte, wenn es um Avraim den Seefahrer ging. Dieser sprach jetzt selbst zu Raûl, der ihm auch von seiner Tochter näher bekannt gemacht wurde.
„Es ist eine Weile her, seit ich euch Fernreisende zuletzt sprach. Und Boten halte ich für aufgeblasen. Sie versuchen um ihretwillen die Nachrichten stets so zu drehen, dass sie einem gefällig sind.“
Er bot ihm die offene Handfläche dar.
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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Fr Aug 26, 2016 2:25 pm

Raûl nickte erneut, diesmal noch tiefer, als Neome Avraim vorstellte.
Er lächelte, diesmal blitzte auch sein Goldzahn im Tageslicht. Lahmis Einwurf nahm er zur Kenntnis, gab aber mit keiner Regung preis, ob er ihn gehört hatte oder ob es ihn überhaupt interessierte, was ihm der süße Ohrenbläser zuflüsterte. Avraims Schelte hingegen verbreiterte sein Lächeln nochmal um einen Finger.
"Äth regir feath nij aî unah ahar pakata aen apa ân Neome." und hob seine offene Handfläche über die von Avraim.
"Manche Titel bekommt man hierzulande schon, wenn man sich nicht schnell genug duckt, wobei sicherlich nicht alle belanglos sind. Aber der Arejazha ân ghalm als Gast hingegen ist eine ganz besondere Ehre. Ich brenne natürlich darauf alles hierzu zu erfahren, auch was es Neues in der Heimat gibt, wenn ihr Euch erfrischt und eingerichtet habt. Du wirst sicher zuerst in Ruhe mit Neome sprechen wollen und da haben fremde Ohren sicher nichts verloren." Er warf einen kurzen Seitenblick auf Lahmi. Sicherlich war Avraim durchaus in der Lage, sich den jungen Mann vom Hals zu halten, wie Neome ebenso. Aber er sah sich wie immer für die seinen und all ihr Verhalten mitverantwortlich und das schloss eben auch Lahmi mit ein.

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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Fr Aug 26, 2016 5:34 pm

Nani erwiderte Neomes Blick recht hilflos und hob nur ihre Schultern, um sie sofort wieder sinken zu lassen. Sie wusste auch nicht was hier los war. Warum Jesko hergekommen war. Aber immerhin hatte er sich mit der Rumbullion eine angemessene Überfahrt gesichert. Sie war neugierig, bekam aber von Avraim keine Worte, sondern immer nur stumme Blicke. Die Tradition war alt... und würde sich vermutlich nicht ändern.

Dann sprachen die Männer wieder und Nani gab einen belustigten Laut von sich. „Hooo. Beschwer dich bei mir noch mal über einen unangemessenen Tonfall“, rügte Vhenan den Mazhahk, nachhdem er so frei erzählt hatte. Da kamen wieder große Töne aus seinem Mund, die sie nicht ignorieren wollte.

Und... ich weiß du meinst es gut... aber lass den Pakata doch selbst entscheiden wie lange er sich mit alten Freunden...“, Nanis Blick sprang vielsagend zu Lahmi, der ein viel bekannteres Ohr war als Raûl, „unterhält und wann er sich seinen Landsleuten widmet.“ Jetzt sah sie Raûl direkt an. Er mochte ja hier eine große Nummer sein, aber wenn er schon so große Töne spuckte, musste er einsehen, dass er sich hier auch hinter Lahmi stellen musste. Der zählte viel länger zu den Freunden beider Familienmitglieder. Zumindest was Neome betraf. Wie Avraim das sah wusste Vhenan nicht konkret, aber Lahmi hatte eine viel längere Geschichte als Raûl ihm gerade zugestand und das war nicht bedeutungslos.

Wenn du neugierig bist und nicht warten willst... unterhalte dich doch mit dem Mazhahk des Schiffs.“ Auch Vhenan nahm sich mal wieder viel heraus, aber auch das war nicht unbegründet. Und ihr gefiel der Tonfall gegenüber Lahmi nicht.
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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Sa Aug 27, 2016 12:25 pm

Es war für sie beide, Raûl und Vhenan, sicher nicht angenehm, dass, während die Naihlar, die mit Avraims Schiffen gekommen waren, begannen sich zu unterhalten und die Umstehenden zu befragen, Avraim den Ring um sich herum beobachtete, vor allem jene beiden, als offenbarten sie ihm Dinge, von denen sie sicher nicht wollten, dass er sie sah.

Schweigend und interessiert hörte er sich Raûls Vorschlag an und dann Vhenans Erwiderung. Lahmi schaltete schnell. Er lachte, löste sich und trat abermals von hinten heran, legte eine Hand auf die Schulter des Mazhahk, eine an den Rücken Vhenans und rüttelte die Anspannung raus, ehe sie sich bilden sollte.
"Hier sind wir doch alle Freunde, alte, neue, Freund ist Freund. Warum gehen wir nicht schon vor ins Kartenhaus oder wohin ihr wollt und Vater und Tochter kommen nach?"

Sein feines Gesicht war meisterhaft darin, Leichtigkeit in Situationen zu bringen, in denen er nicht sicher war, wie leicht sie tatsächlich waren. Als er aber Vhenan anblickte, engten sich seine Augen fragend, ohne dass dieses unterschwellige Lächeln auf seinen Lippen verblasste.

Avraim sandte seinen nächsten Blick zu Lahmi, aber er sprach zu allen.
"Mein Mazhahk hat das Schiff noch nicht verlassen. Ich werde euer aller Fragen beantworten."
Er drehte seinen hageren Oberkörper und gab dem grauhaarigen Mann hinter sich ein Zeichen.
"Es ist mir Recht, wenn ihr zuerst mit uns redet. Ich möchte gewiss nicht alles zweimal erklären. Wenn ich ein paar Worte mit meiner Tochter gesprochen habe, folgen wir euch nach."
So versicherte er Raûl, dass er seine Antworten bekommen möge. Als er Vhenan anblickte, war andeutsame Milde in seinen Blick eingekehrt.
"Und wenn Ihr eine Mahlzeit für den Ghalmaren und mich hättet. Wir wären euch dankbar."

"Na also!" Lahmi setzte zurück, schlug in die Hände und stieß in eine neugierige Frau, die unbemerkt von hinten her herangekommen war. "HallO", hauchte er und vertrieb sie schon mit seinem Lächeln.
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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Sa Aug 27, 2016 12:40 pm

Zuerst lächelte Neome. Sie verstand, wie Raûl seine Worte gemeint hatte. Er wollte ein guter Gastwirt sein, frei sprechen, dabei die Höflichkeit wahren und seine Aufgabe gut machen. Sie wusste allerdings auch, wie Vhenan, dass Lahmi eine lange Vergangenheit mit Avraim hatte, und dass der schöne Bursche mehr war, als er sich selbst ansehen ließ.

Als Vhenan sich dieselbe Offenheit erlaubte wie zuvor Raûl, nicht aber gegen Lahmi oder einen der anderen, sondern gegen Raûl selbst, wurde ihr Lächeln in eine blassere Farbe getüncht. Sie nahm eine abwartende Haltung an und beobachtete vor allem Raûl. Lahmi schnitt dazwischen und zeigte offen, dass er nicht beleidigt war. Er lachte über Vhenans scharfe Zunge und verlieh der Situation durch sein Verhalten einen Charakter von Freundschaftlichkeit und Neckerei.
Neome sah allerdings, dass ihr Vater kein Interesse daran hatte, mehr dieser Wortwechsel zu sehen. Sie richtete sich ihm zu, doch da sprach er noch einmal, und sowie er um eine Mahlzeit bat, wurde sie selbst hellwach.

"Natürlich. Eure Leute sollen alle Essen. Seid unsere Gäste." Ein kurzer Blick zu Raûl, der es bestimmt genauso sah, ehe sie dem dicken Naihlar, der gerade einem vom Schiff gekommenen Geschichten erzählte, Aufmerskamkeit abverlangte.
"Gwazhoch, sei so gut und sorg dafür, dass keiner hungrig bleibt. Mein Vater und Emmerichs Sohn sollen mit uns essen." Sie fasste in einer Bewegung Vhenan, Raûl und auch Lahmi ein - er wäre immerhin gemeint gewesen, hätte er nicht bereits wieder bei einer Frau gestanden.
Getuschel brach los, als Emmerichs Name laut fiel und die letzten begriffen hatten, wer der geheimnisvolle Gast war.
Neome beachtete es nicht. Sie schmunzelte ermunternd und wandte sich an Raûl.
"Gib den Ort vor, Mazhahk."
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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Sa Aug 27, 2016 6:53 pm

Raûl ignorierte Vhenan erneut. Ihm blieb auch nichts anderes übrig, als die junge Frau wie ein kleines Kind links liegen zu lassen, denn ansonsten wäre er vor versammelter Mannschaft ausfällig geworden und das wäre unwürdig gewesen. Glücklicherweise schien Avraim wie auch Neome seine Intension zu verstehen. Lahmi grabbelte und schüttelte auf seine aufdringliche, aber vereinnahmende Art und Weise an allen Beteiligten herum, dass Raûl kurz davor war, ihm am Ohr zu ziehen, aber da war er schon wieder weitergeflattert und suchte sich schon die nächste Blume. Oh Weltenlenker.

Dankbar nickte er Neome zu, dass sie ihm die Ortswahl der Zusammenkunft überließ.
"Ich schlage vor, wir Essen und sprechen im Kartenhaus. Wir haben da zwar keinen richtigen Nebenraum, aber einen größeren Tisch, von drei Seiten umschlossen. Da hat man fast sowas wie Ruhe. Für den Beginn vielleicht nur ein kleiner Kreis zu einem ruhigen Gespräch, dann können wir die Runde ja erweitern, damit auch eure Crew sich nicht ausgeschlossen fühlt. Die Räumlichkeiten in Takbal sind inzwischen etwa um die Hälfte überbelegt, wegen der vielen Soldaten und ständig zuströmenden Flüchtlinge wird es immer schlimmer. Wie gesagt, aufgewühlte Zeiten. Ich werde vorausgehen und alles vorbereiten lassen. Folgt, wann immer es Euch passt." Er nickte noch einmal tief zu der Pakata und ihrem Vater und verließ die Szenerie Richtung Kartenhaus.

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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   Sa Aug 27, 2016 7:29 pm

Natürlich spürte Vhenan Avraims Blick wieder auf sich ruhen und es war ihr egal. Er würde sich sein eigenes Urteil bilden und er würde vermutlich Recht damit haben. Stattdessen ließ sie sich von Lahmi wieder ein wenig beruhigen, auch wenn diese Waffenruhe nur oberflächlich war. Sie erwiderte seinen Blick flüchtig, löste sich dann davon und ließ die anderen sprechen.

Vhenan grinste leicht, aber es sah nicht fröhlich aus. Sie bekam ihre Reaktion, indem Raûl vom 'Du' erneut zum 'Euch' zurückruderte. Gut... das war angemessener Avraim gegenüber für einen Fremden, selbst wenn er ein Landsmann war. Wenn er hier schon Ränge spielen ließ, und Nani wusste, dass sie ihn vor versammelte Mannschaft vorgeführt hatte, dann sollte er sich selbst auch daran halten. Und vielleicht auch an andere Dinge, die er sonst so von sich gab. Vhenan sah noch einmal zu Raûl, mit einem stummen, anklagenden Blick, der Gewicht und Wissen in sich trug und ihre Augen nicht mehr verließ. Es steckt mehr hinter diesem Vorwurf, als er vermutlich ahnte. Kindlich wirkte es vielleicht, aber es war fundierter Missfallen über etwas, das Raûl sich selbst eingebrockt hatte. Mehrfach. Es war kein Trotz, es war eine Mischung aus Enttäuschung, Wut und Misstrauen. Es schwang deutlicher weniger Respekt in diesem Blick und in ihrer Haltung ihm gegenüber mit als vor dem Schritt in die Kelriothar. Was immer der Ursprung dieses Missfallens war.... es war dort geboren worden und nach dem Feldzug in Gutenbucht noch nicht an die Oberfläche gelangt, weil sie mit Mallo als Späher einen längeren Weg über Schönweiler und den Süden des Reiches hinter sich gebracht hatte.

Vhenan war erneut vielen Oshead gegenüber ein wandelndes Pulverfass. Sie verhielt sich Arden gegenüber immernoch so, auch Mallo und offensichtlich auch Raûl. Wer sie kannte, könnte es merken.

Ein bohrender Blick folgte dem Mazhak wie ein geworfener Dolch in den Rücken, dann wandte sie sich ab und sah fragend zur Pakata. Sie war diejenige, die Lahmi und Nenani entlassen könnte, wenn sie allein mit ihrem Vater sein wollte. Ein Blick würde genügen, aber er musste von ihr kommen.

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BeitragThema: Re: Der Hafen von Takbal   So Aug 28, 2016 12:32 pm

"Das ist ein guter Vorschlag. Wir kommen dann bald nach."
Neome bestätigte nur, was ihr Vater erbeten hatte. Sie würde ihm gleich die Lage erklären, abseits der neugierigen Ohren jener, die sie nicht zu ihrem engeren Kreis zählte.
Aber auch die, die dazugehörten, sollten schon einmal vorgehen. Neome hatte keine Geheimnisse vor Vhenan, die noch dort stand, als Raûl bereits losging. Aber sie hatte gehört, was ihr Vater gesagt hatte und wusste nicht, ob nicht er eine Bürde tragen mochte, die er allein ihr anvertrauen wollte.

Sie schätzte es anders ein. Und angesichts dessen, was sie erwartete - sie hatte seinen Ausdruck gesehen, da er sie bei ihrer Begrüßung berührt hatte - wäre es ihr lieber gewesen, Vhenan ginge nicht. Und doch, es blieb dabei. Sie nickte ihr widerwillig zu. In ihren Augen standen Sorge und Bedenken, nicht nur um ihrer selbst Willen. Sie wusste nicht, was Vhenan aufgewiegelte. Aber dass sie aufgewiegelt war, sah selbst ein Blinder.
"Wir beeilen uns", versprach sie, unterschwellig erinnerte es an eine Bitte, nicht zu streiten, nicht jetzt.

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