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Raûl
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Anzahl der Beiträge : 153
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BeitragThema: Gefechte...   Do Aug 25, 2016 5:55 pm

Kaum hatten Raûls Füße den Boden Takbals betreten, hatte sich der Angriff angedeutet. Er wusste, dass er kommen würde. Er wusste auch, dass der Angriff mit alle Macht kommen würde. Er hatte sich die vier Tage auf See innerlich darauf vorbereitet, jeden Hieb im Geiste pariert, jeden Ausfall schon einmal im Konter erwidert oder war im schellen Seitschritt ausgewichen, sodass die Spitze des Feindes ins Leere gehen musste. Zentrallinie verschieben, den Gegner aus der Balance bringen, den tödlichen Hieb setzen, schnell und Unbarmherzig. Ja, in seinem Geiste hatte alles funktioniert.  Aber das Monster, dem er gegenüberstand war erfahren, hatte hunderte Schlachten geschlagen für sich entschieden und war über Dutzende zerstörte Gegner gestiegen. Es war kein unbekannter Gegner.

Es wartete, bis es die strategisch beste Position hatte und griff dann an. Rechts täuschen und Links zuschlagen, so war die Eröffnungssequenz, blitzschnell und ohne Rücksicht. Raûl hatte sich aber nicht täuschen lassen und sauber pariert. Und wieder und wieder. Deckung, Angriff, Verteidigung -  ständig im Wechsel.

Tiefe Erschöpfung zeichnete Raûls Züge. Wie lange er mit diesem Untier gefochten hatte wusste er nicht mehr, ihm war jedes Zeitgefühl abhanden gekommen. Er hatte selbst nur ein, zwei kleinere, aber schmerzhafte Treffer einstecken müssen und hatte dafür schon ein paar Mal landen können. Aber langsam ging ihm die Geduld aus:

“Da draußen sterben unsere Nachbarn, wenn wir nicht schnell reagieren. Tatsächlich bist Du nicht der einzige Mensch, um den ich mich kümmern muss. Ich habe weder Zeit und noch Lust weiter mit Dir zu diskutieren!“ Raûl sprach laut, aber er schrie nicht. Auf einer Skala von gefährlichem Flüstern bis zu einem apokalyptischen Brüllen war er zwar in der lauteren Hälfte, aber es war noch deutlich Luft nach oben.

“Wie konntest Du sie nur alleine mit den Kindern losschicken, Du Unmensch! Sie brauchen mich doch, ich hätte mich um sie gekümmert! Stattdessen sitz ich hier nutzlos rum und zermartere meine Seele, ob das Schiff hier jemals heil wieder ankommt. Am liebsten wäre es Dir gewesen, wenn ich alleine in diesem Rattenloch erfroren wäre!“ sie zog diesmal das Register „tiefe Enttäuschung mit einem feinen Tränenschleier“, ein Meisterwerk aus ihrem nahezu unendlichen Schatz nervenzersägender Stimmlagen. Er ließ den Griff in die emotionale Trickkiste an sich abgleiten und konterte unbarmherzig.

“Du hast zu oft bewiesen, dass Du nicht in der Lage bist eine echte Notsituation zu erkennen und dich still und leise an eine dringliche Anweisung zu halten. Mit der Ausfuhr der ganzen Familie, noch dazu mit deinem dummen Gezeter die ganze Zeit, wäre hier die nackte Panik ausgebrochen. Es war wichtig, schnell und diskret zu handeln. Und Du hättest die ganze Aktion gefährdet. Das konnte ich nicht zulassen!“

Sie starrte ihn empört an: “Du bist eine Bestie! Ich hätte niemals zulassen dürfen, dass sie dich heiratet, Du wichtigtuerischer Piratenabschaum.“

Das war das Zeichen. Diese Floskel war inoffiziell zum Schlusspunkt eines Waffendurchgangs geworden, der an anderer Stelle wieder fortgesetzt werden würde. Wieder und wieder und wieder. Seit 16 Jahren schon, bis einer von Ihnen starb. Manchmal hasste Raûl sein Leben. Er drehte seiner Schwiegermutter angemessen entrüstet den Rücken zu und verließ das Haus, in dem im Moment der Rest seiner Familie untergebracht war und stratzte los. Jetzt etwas trinken. Einen Grog vielleicht? Das klang großartig zum Nervenberuhigen.

Der Mahzhak lenkte seine Schritte schon zum Kapitänshaus, da sah er Neome Richtung Hafen rennen. Tatsächlich konnte er sich überhaupt nicht daran erinnern, Neome jemals so rennen gesehen zu haben. Aber sie schien nicht auf der Flucht und Vhenan sauste hinterher und schien ebenfalls eher gut gelaunt zu sein, gemächlich gefolgt von diesem schnuckeligen Naihlarburschen, dessen Namen er aber schon wieder vergessen hatte.
Einen Moment wägte er seinen Durst gegen seine Neugierde ab, aber es dauerte nicht lange, dann folgte er den beiden Naihlarfrauen. Der Durst musste warten. Vielleicht konnte er etwas von ihrer guten Laune abhaben, das würde ihm jetzt wirklich guttun...


Fortsetzung am Hafen von Takbal

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IT:  Raûl Mazhahk ân Oshead
Zweitchar: Heribas Veneficus
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