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 Ein Schiff mehr

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Chattras

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BeitragThema: Ein Schiff mehr   Di Jan 03, 2017 11:53 am

Weit draussen auf dem Weltozean, jenseits von Mythodea


Die Bucht war nicht besonders gut, aber sie war nun einmal verfügbar. Die beiden Schiffe mussten dicht aneinander liegen, und darüber hinaus auch noch beinahe auf Grund. Immerhin, der Weg zwischen den Laderäumen wurde dadurch kürzer.
Aus dem Inneren der Galeere kamen schwer beladene Gestalten, der Schritt schwunglos, beinahe maschinenhaft. Sie schleppten, ohne auch nur einmal Ladung zu verlieren oder zu stolpern, Ballen und Kisten in das Innere der Karavelle. Das Umladen verlief auch ohne das gewohnte Fluchen, Pfeifen oder Herumalbern. Die Toten arbeiteten effizient ... und schnell.

An der Reling teilten sich die Kapitäne einen Krug, während sie das Geschehen betrachteten. Abu Mahmoud ibn Mukthar al'Aram ("Abu" für seine Freunde) sprach als erster:
"Es ist nicht so, als ob ich es nicht verstehen würde. Ich meine, sie können schon ein wenig unheimlich wirken. Man muss sich daran gewöhnen, schätze ich. Aber - beim Barte meiner Großmutter - wenn wir mit ihnen durch die Nebel fahren dürften, wir wären schon in einem halben Tag vor Anker. Und das Ausladen würde nur eine Stunde in Anspruch nehmen. Höchstens."
"Ihr wärt alle tot - oder noch mehr tot - kaum, dass ihr auf Land gesetzt hättet. Wenn nicht schon früher. Die Lotsen würden nicht lotsen. Da versteht man auf Mithraspera eben keinen Spaß mit", antwortete Kapitän Hartwich Katterail ("der alte Hängewal", aber nur hinter seinem Rücken). "Muss man nehmen, wie es ist. Mehr Gold für mich und meine Männer, immerhin. Außerdem, du hast selbst gesagt, dass die Seeluft ihnen nicht guttut."
Ein schwarzer Klumpen Schleim wurde aus dem Rachen gezogen und auf die Planken gespuckt.
"Na'am. Stimmt wohl. Es wäre mir lieber, wenn wir eine Eminenz an Bord gehabt hätten ... naja. Im schlimmsten Fall sollen die Matrosen halt rudern. Tut ihnen auch ganz gut."
"Süßes Leben verweichlicht, hm? Wo soll das denn eigentlich hingehen? Ich weiß, steht alles im Manifest. Aber sag es mir trotzdem noch mal."
"Gutenbucht ... halt, dass heißt jetzt, äh ... anders."
"Takbal. Hat sich so eine Rotte Halunken unter den Nagel gerissen. Na ja, wenigstens mehr Hafenschwalben, auch wenn man auf den Beutel besser achtgeben muss. Aber ist da nicht gerade Krieg?"
"Genau deswegen. Was weiß ich, was dass soll, aber Ihre Grausige Eminenz hat darauf bestanden, dass es so schnell wie möglich in diese Stadt muss. Und ich widerspreche nicht, wenn einer von denen so einen Blick aufgesetzt hat. Viel Glück. Sadikati."
"Dir auch, Freund. Ausgerechnet Gutenbucht ..."



Einige Tage später, an der letzten noch freien Mole der Stadt


Mit einem letzten Ruck zog das Tau an und die "Goldkatze" lag auf Dock. Kapitän Katterail brumelte missmutig in den Bart hinein. Erst hatten sie endlos auf einen Seelotsen an den Inseln warten müssen und dann noch einmal so lange auf die Hafenlotsin vor Gutenbucht. Die Naihlar war ja vielleicht geschickt, aber verdammt arrogant. Das war wohl typisch für dieses Volk.
Er stapfte die Planke hinunter, zur alten Diva von einem Hafenmeister. Verdammt viel los heute - wo kamen nur all die Schiffe her? War nicht Krieg? Aber die Stadt sah eigentlich ganz gut aus. Die neuen Siedler führten ihr Gold im Haar und - wie der Kapitän mehrmals nachprüfte - ihre tiefen Ausschnitte an den Brusttüchern in der Sonne spazieren. Sonderlich bedrückt schauten sie nicht drein.

"Aeris im Segel und Ignis im Krug, verehrter Herr Kapitän. Willkommen in Gutakbal. Wie kann ich helfen, wem darf ich's ... "
"Jaja, schon recht", unterbrach er den Hafenmeister ein wenig rüde. Der schaute auch gleich beleidigt drein, aber dann war die Maske schon wieder oben. "Ich habe Hilfsgüter für die Stadt geladen ... also, genauer gesagt, für die Ohschitt."
"Oshead, oh höchstverehrter Herr Hilfslieferant."
Die Beleidigung ging völlig an Kapitän Katterail vorbei.
"Genau die. Auftrag von so einem Wichtigtuer aus den Südlanden. Sollen so schnell wie möglich auf Land geschafft werden."
"Sehr wohl, sehr wohl. Wenn ich nur vorher das Ladungsmanifest sehen dürfte .... bitte, nur eine kleine Formalität, euer Liebden."

Er durfte. Es las sich folgendermaßen:
Zwei Ballen gerollte Bandagen (Wolle), zu vierzig Pfund.
Vier große Tiegel Salböl, zur Wundbestreichung (Bergampfer, Kamille und Schwarzdorn), zu vier Liter gesamt.
Eine Kiste mit Nähgarn (Hanf) zu insgesamt fünfhundert Metern, und Wundnadeln (Horn), zu vierzig Stück sowie (Eisen), zu zwanzig Stück.
Sieben große Flaschen medizinischen Alkohols, zur Desinfektion. (sieben Gallonen). Beklebt mit hunderten Zetteln, auf denen "Nicht trinken" steht.
Eine Kiste warme Decken, billig (Wolle), zu je ein mal zwei Metern, dreissig Stück.
Sechs Bündel fiebersenkendes Kraut (Bergmelisse).
Sieben Bündel blutstillendes Kraut (Bergamotte).
Ein großes Zelt, für eine Wüstenreise geeignet, samt Feldbetten, Schnürung, Sandheringen und Wasserschläuchen (aus irgendeinem Grund).
Sieben Stück Tragebahren (Bambusrohr, Leinen).
Ein Ballen billigster Stoff für Armschlingen, Abschnürungen und dergleichen (zehn Pfund).
Eine Kiste Bücher, namentlich:
- "Etikette und höfische Sitten der Elfen" von Silyamand Seidenhaar.
- "Einführung in die kategorische Ethik" von Imman Cantius
- "Wege aus der Trunksucht" von A. B. Stinenzles
- "Die Welt als Wille und Vorstellung" von Chattras, Sohn des Serrasthes, Haus Melanes.


Ein Brief lag auch bei.
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Mallo
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BeitragThema: Re: Ein Schiff mehr   Mi Feb 15, 2017 10:00 pm

So wie alle Bewohner von Gutenbucht, die sich den hiesigen Waren- und Postverkehr bislang zunutze gemacht hatten, wussten, war es an Joakim dem Hafenmeister, die gelieferten Güter in die richtigen Wege zu leiten und auch die Nachricht dem zu überbringen, an den sie gerichtet war. Doch um was genau ging es, und wer war der großzügige Spender? Jener, der die Bücherliste zu Gesicht bekam, konnte es erahnen, doch um was handelte es sich wohl bei diesem Schreiben?
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