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 Kelch und Rose

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Eilynn o'Mara

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Anzahl der Beiträge : 12

BeitragThema: Re: Kelch und Rose   Sa Jun 09, 2018 11:26 am

Noch bevor Phex und die Schankmaid zu ihnen an den Tisch getreten waren, hatte Nef der jungen Albernierin etwas eröffnet, dass ihr Herz einen Sturzflug die Klippe hinunter hatte nehmen lassen. Auf direktem Wege, zerschellend an den von Gischt umspülten Felsen, die gerade so aus den Untiefen hervorragten.
Jeglicher Worte beraubt, zuckte ihr Blick zurück zu den beiden Neuankömmlingen, klamm und starr ob der gerade erhaltenen Hiobsbotschaft. Sie hatte gewusst dass dieser Tag irgendwann einmal kommen würde. Der Tag, an dem er die Wahre finden würde, die niemals sie gewesen war. Der Tag, an dem das Hinterherlaufen verschiedenster Rockzipfel ein Ende finden würde und er sich einen davon greifen würde, um ihn zu behalten. Niemals ihrer.
"Ja...Khaid." Die Erwähnung eines ihr bekannten Namens lockte die junge Frau zumindest etwas aus ihrer selbst geschaffenen Starre hervor und lies sie kurz blinzeln, tief durchatmen, sich so etwas wie sammeln, vorbereiten auf das, was vor einem lag, nicht dahinter. Und trotzdem konnte sie William nicht gänzlich hinter sich lassen. Wie auch? Er war immer vor ihr gewesen, immer das, was sie angetrieben hatte, jahrelang. Der Grund, dass sich ihr Leben verändert hatte. Der Mittelpunkt, auf den sie hingestrebt hatte. Dabei war es ihr egal gewesen, dass sie dabei stets nur seinen Rücken gesehen hatte, solange es seiner gewesen war. Ab und an hatte sie dann sogar zu ihm aufgeholt, war neben ihm gegangen, hatte sogar seine Hand gehalten, seine Wärme gespürt, die Nähe, die sie so dringlich benötigt hatte. Und für einen kurzen Moment, war ihre Welt vollkommen gewesen, ihr Leben im Reinen, ihre Seele sich in Zufriedenheit wiegend. Erst als die Sonnenstrahlen des nächsten Morgen auf ihrer Haut gekitzelt hatten, hatte sie bemerkt, dass es nur ein Traum gewesen war; der Platz neben ihr noch warm, sein Geruch noch in der Luft lungernd, sich langsam verflüchtigend.
Nefs erneute Worte ließen die junge Frau erneut durch die Wasseroberfläche brechen, unter der die Erinnerungen verschwanden und sie mit einem lauten Gewirr an Gerüchen und Geräuschen übermannten.
"Was?" Verständnislos starrte sie der in rot Gewandeten für einen Moment entgegen, ehe sie sich zu sammeln schien als auch der Rest von Nepherunas Worten nach und nach in ihrem Kopf eintrudelten.
"Oh. Nein...tut nur. Tut." Schwach nickte sie gen des Alkohols und des Tuches und schwach war auch ihr Lächeln, dass einer Bestätigung dienen sollte, sich aber eher als weiterer Nagel in ihrer bröckelnden Maske herausstellte. Dann glitt ihr Blick wieder zu Gwen ond Phexdan und auch ihnen wurde ein freundliches, aber kaum überzeugenderes Lächeln geschenkt.
"Ich...nun. Nein. Noch nicht. Ich...kenne ihn nur flüchtig. Antonius, meine ich. Ich bin ein paar Mal mit ihm auf dem Schlachtfeld gestanden. Er hat tapfer gekämpft. Ein stattlicher Kerl der weiß, wie er seine Waffen zu führen und seine Truppen zu delegieren hat." Das Reden schien ihre Gedanken wieder in geordnete Bahnen zu lenken - sie zumindest soweit abzulenken, dass William vorerst hinter einer verklärten Schicht dunkler Erinnerungen zu verschwinden schien und stattdessen jene Erinnerungen hochkamen, die sie benötigte, um sich an die Schlacht zu erinnern.
"Ist es gut, mit Antonius befreundet zu sein oder eher schlecht?" Unsicher lächelte die Seefahrerin der Schankmaid nun wieder entgegen. "Ich kann mir durchaus vorstellen dass der eine oder andere Thorwaler oder auch Aventurier womöglich schwierige Charaktere mitbringt und ihr...womöglich nicht die ersten Probleme mit uns...hattet?"
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Nepheruna Banokborn

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Anzahl der Beiträge : 25

BeitragThema: Re: Kelch und Rose   Mo Jun 11, 2018 3:25 pm

Mit ausgeglichenem Lächeln zupften Nepherunas lange Finger den gewaschenen Verband aus der Tasche, die auf ihren Knien lag. Fast etwas zu schnell - als hätte sie das hilfreiche Utensil nur halbherzig darin versenkt, um für den Fall der Fälle doch vorbereitet zu sein.
"Ich denke, es ist das Beste. Wir nehmen sie mit, ja. Zu Khaid." antwortete sie Phexdan gleichmütig und nebensächlich, während sie das Leinen in den vermeintlichen Wundalkohol tunkte.

Vorsichtig und mit konzentriert verengten Augen begann sie das Blut aus dem Gesicht der Albernierin zu tupfen.
Nef hatte sich vorgenommen nicht noch einmal von sich aus von William zu erzählen.

"Antonius ist ein Guter." bemerkte sie nur beiläufig und in einem halb gemurmelten Ton, als erwarte sie keine direkte Antwort. "Kenne ihn nicht gut, aber sein Goldherz ist leicht zu bemerken."
Die letzten Blutspuren wurden vorsichtig aus Eilynns Gesicht gewischt.
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Feqzjian

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Anzahl der Beiträge : 16

BeitragThema: Re: Kelch und Rose   Do Jun 14, 2018 10:34 am

Der Blick des jungen Mannes glitt zwischen den drei Frauen hin und her. Blieb hier hängen betrachtete dort wie das Blut langsam aus dem Gesicht der Seefahrerin verschwand. Durchaus zufrieden und ohne den rechten Anschein von Eile rückte er sich noch einmal auf der Bank zurecht, ehe er antwortete.

"Antonius ist ein Verbohrter. Jedenfalls was seinen Thron angeht. Darauf darf nur er sitzen - und wenn es jemand anderes tut, dann strahlt er diese Aura von Vernichtung aus und sieht einen an, als habe man einen Pakt mit einem Dämon geschlossen."
Wieder lehnte er sich vor. "Aber ja - ich denke ein Guter ist er auch. Jedenfalls hat er das Herz am rechten Fleck und kämpft für die richtige Seite wie es aussieht. Trotzdem ist bei Kor-Geweihten immer zur Vorsicht zu raten. Gewalt - zumindest angedrohte - scheint für sie allzuoft ein probates Mittel zur Lösung von Problemen zu sein."

Damit glitt sein Blick zu Nef hinüber. "Dann sollten wir uns bald aufmachen. Was bekommst du für die Getränke, Gwen?"
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Gwen

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Anzahl der Beiträge : 106

BeitragThema: Re: Kelch und Rose   Mo Jun 18, 2018 8:18 am

"Antonius ist...." Sie überließ es lieber, den anderen, zu antworten. Das hatten diese auch bereits getan. Trotzdem begann sie den Satz, führte ihn dann aber nicht zu Ende, sondern schürzte die Lippen und ließ den Kopf abwägend hin und her kippen. Dann lachte sie.
"Ich kann ihn mir nicht in einer Schlachtreihe vorstellen. Delegierend! Der Mann hat doch nur Chaos im Kopf!" Kaum ausgesprochen, runzelte sie die Stirn. "Ich meine nicht diese komischen Typen, die sich die Gesichter schwarz anmalen und an irgendwelche obszönen Perversitäten glauben. Ich meine damit, dass er manchmal ein bisschen besser nachdenken müsste." Sie winkte ab, als hätte sie es mit dreien zu tun, die schwer von Begriff waren, ohne dass auch nur einer von ihnen ihr diesen Eindruck vermitteln hatte müssen oder tatsächlich gemacht hatte.

"Ich wusste auch nicht, dass er einen Thron hat. Aber ich würde mich auch darauf setzen! Oder auch nicht. Ich hab festgestellt, dass Throne meistens die unbequemsten Stühle im Raum sind. Nicht, dass ich mich je heimlich auf einen gesetzt hätte."

Und spät gab sie noch zwei Antworten. Die erste ging an die Rothaarige. "Es ist etwas Gutes, mit Antonius befreundet zu sein. Denn sie hat Recht." Gwen nickte zu Nepheruna. "Er ist ein Guter. Obwohl er auch Recht hat." Sie nickte zu Feqzjian. "Er ist auch ein Verbohrter. Manchmal."
Ihre zweite Antwort bestand aus einem Fortwinken und galt der Frage, was sie von der Gruppe Aventurier bekam.
"Verschwindet", verlangte sie gutmütig. Mehr eine Einladung denn ein Rauswurf. "Ich hab dich damals eingeladen. Ich erinner mich an mein Wort. Seht es als Willkommensgeschenk. Nächstes Mal, wenn euch einer auf die Nerven geht, sagt einfach Oti Bescheid, oder, wenn ihr es unbedingt selbst regeln wollt, was ich verstehe, regelt es draußen."
Sie nickte der Gruppe zu, schnappte bei der Gelegenheit nach einem leeren Humpen vom Nachbartisch und wandte sich dem Ausschank zu. "Alles Gute!"
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Eilynn o'Mara

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Anzahl der Beiträge : 12

BeitragThema: Re: Kelch und Rose   Sa Jun 23, 2018 2:58 pm

Geduldig harrte die Albernierin der Reinigung ihres Gesichtes aus und zuckte nur hie und da etwas zusammen, wenn die junge, in Rot gekleidete Frau eine Stelle erwischte, die noch kurz zuvor mit einer Faust oder einem Ellenbogen Bekanntschaft gemacht hatte. Das vertrocknete, in mehreren Farben vorhandene Blut auf dem Gesicht der jungen Seefahrerin wich nach den ein-, zwei Blutergüssen, ebenfalls in mehreren Farben vorhanden.
Antonius ist ein Guter. Antonius ist ein Verbohrter. Auf jeden Fall hat er Recht. Die Beschreibungen prasselten ohne weiteres auf sie ein, während ihre blauen Augen interessiert von einem zum anderen huschten, bevor sie sich an Gwen dranhängten.
"Habt Dank. Dank für...eure Hilfe, eure Worte, eure Nachsicht und eure Getränke. Vor allem die Nachsicht. Ich verspreche euch, den Streit beim nächsten Mal etwas auswärtig auszutragen." Sobald Neph die Hand aus ihrem Gesicht gab, stemmte sich Eilynn langsam in die Höhe.
"Ich hoffe dass sich unsere Wege wieder einmal treffen werden, Gwen. Ich mag euch. Ihr seid in Ordnung!" Sie schenkte der Schankmaid ein Lächeln, bevor sie ihre Tasche ergriff und schulterte, der Blick zu den beiden Begleitern huschend.
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