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 Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?

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Vhenan
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BeitragThema: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Mi Jun 07, 2017 12:19 am

Wo? Hafen und wohin es uns treibt
Wer? Nani, Lazantin und der Oshead-Erzähler. Und wer sonst reinplatzen will.



Etwas mehr als eine Woche nachdem alle anderen Oshead mit ihrer neuen Nyame und dem Neches'Re angelandet waren, legte ein weiteres Schiff an und brachte die letzte von ihnen nach Hause. Vhenan stand an der Reling, hatte ihr Gepäck geschultert und sah von fern auf die Stadt. Es sah alles anders aus. Alles war gewachsen. Ein nachdenklicher Ausdruck lag in ihrem Blick, während die warme Brise an ihrem roten Westenmantel zupfte. Es war heiß, genau so wie sie es mochte und dennoch war ihr gerade irgendwie kalt.


Sie hatte Zeit gehabt nachzudenken, die Reise für die Planung anstehender Dinge zu nutzen und etwas aus den vergangenen Tagen mitzunehmen. In der Nacht hatte sie auf See das Firmament betrachtet und war Larells Worten nachgegangen. Sie hatte versucht zu verstehen, aber noch prallte es an einer inneren Barriere ab. Wie immer. Sie dachte auch an Myreas Worte und gerade wurde ihr bewusst, dass diejenigen, die ihr Handeln wirklich kannten und zu schätzen wussten... größtenteils nicht hier waren. War sie wirklich so lange weg gewesen?


Träume hatten ihr wie gewohnt den Schlaf geraubt, sie hatte sich leer und träge gefühlt, taub, irgendwie gelähmt. ... Vhenan war nach den unzähligen Gesprächen, auch über den kommenden Feldzug unfähig gewesen es abzuschütteln. Und sie fragte sich wem sie sich jetzt anvertrauen sollte, wenn Neome sich um größere Dinge kümmerte. Darüber hatte sie erst jetzt nachgedacht. Sie hatten im letzten Jahr mehr Zeit getrennt, als zusammen verbracht, sie hatte sich... so weit weg gefühlt wie noch nie. Distanziert, völlig außer Reichweite... und sie würden vielleicht nie wieder so zusammen sein wie vorher. Neome hatte sich verändert. Oder vielleicht war Vhenan es... vielleicht waren sie es beide, vielleicht ihre Wege, der Krieg... die Vorstellung ihrer Zukunft. Ränge.


Nani hatte oft abends am Feuer gesessen und geschrieben. Briefe, die Informationen weitertrugen... Briefe auf die es nie eine Antwort gegeben hatte. Keine Zeit, zu viel Hektik und Verantwortung, zu viele andere Dinge, um die sich gekümmert werden musste. Vielleicht hatte Myrea Recht... es tat weh, wenn Dinge nicht gewürdigt wurden. Es hatte Zeit für Briefe gegeben... an viele andere. Nur nicht an sie und Vhenan wusste davon. Trotzdem hatte sie sich nicht beschwert. Zu geben und nichts zurückzubekommen hinterließ Spuren, es blieb aber dennoch eine notwendige Aufgabe. Sie war ihr nachgekommen. Vielleicht änderte sich das jetzt. Vielleicht brauchte Neome in Zukunft keine solchen Briefe mehr... dabei hatte Nani einfach schreiben wollen. Nicht nur wichtiges berichten... einfach einer Freundin schreiben. Sie wusste immer noch nicht, ob Neome herausgefunden hatte wer denn nun in die eine Ecke im Kapitänshaus gekackt hatte... War ein kleines Zeichen wirklich zu viel verlangt? Brauchte man immer einen Grund zu schreiben? Offenbar schon. Sogar Genefe war schneller gewesen, obwohl Vhenan für ihre betrunkenen, unhöflichen Worte vielleicht gar keine Antwort verdient hatte. Mallo hatte aus der Wüste geschrieben...aus dem Nirgendwo. Aber die Person, die sie auf diese Reise geschickt hatte schwieg. Jetzt noch mehr.


Nani setzte sich in Bewegung und schlenderte den Landesteg entlang, nahm den Trubel um sich herum auf, lauschte den wild durcheinander geworfenen Sprachen. Sie hörte Naihlarrufe und Flüche und musste lächeln. Das hatte sie vermisst. Und dennoch trug sie ihre düsteren Gedanken wie einen Geist auf dem Rücken. Ab und zu schlug er ihr auf den Kopf. Pock.

Wohin sollte sie jetzt eigentlich gehen? War ihr Zelt wieder frei? Gab es ihr Zimmer im Kapitänshaus noch? Oder war auch das schon von Miro besetzt worden? Sie spürte wieder diesen Hauch von Eifersucht in sich aufsteigen und lief weiter. Es war früh, sie hätte den ganzen Tag Zeit es herauszufinden, das musste sie nicht jetzt tun... ihre Füße trugen sie deshalb in eine ganz bestimmte Richtung. Sie hoffte, dass sich die Taverne am Hafen nicht zu sehr verändert hatte. Ihre Freunde, iihre Gomba sollten da sein. Ein Grinsen schlich sich auf ihre Lippen, denn das grüne Tuch, das gar nicht wirklich ihr gehörte, trug sie noch immer am Arm. Es war ausgeblichener.

Während Neome irgendwo anders lernte, könnte Vhenan bei einem Becher Rum herausfinden was die Stadt gerade in kleinen Bahnen bewegte... was sich verändert hatte, was nicht, was es Neues gab, wer Mist gebaut hatte... sie steuerte auf ihre Lieblingstaverne zu und hoffte dort jemanden der alten Schlitzohren zu treffen.
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Lazantin Gredorn
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Mi Jun 07, 2017 12:00 pm

Takbal würde für die nächste Zeit sein Aufenthaltsort sein, diese bunte gemischte Stadt aus Kulturen. Lazantin hatte daher beschlossen sich in der Stadt umzusehen, ein wenig in die Kulturen einzutauchen, um sie besser zu verstehen. Das er nur ein Besucher war, verbarg er nicht. Aber er war ein neugieriger Besucher und erkundete sich auch oft nach den Traditionen, den gesellschaftlich als sittlich geltenden Regeln und den Wünschen der Leute für ihre Zukunft.
Nun pausierte er seinen Stadtumlauf, er brauchte dringend etwas zu trinken, denn die Hitze in Takbal war schweißtreibenden. Er hat dazu die Taverne im Hafen ausgewählt, welche er soeben betrat.

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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Mi Jun 07, 2017 2:48 pm

Die Stadt hatte sich verändert.

Nicht auf den ersten Blick und nicht so, dass man es eindeutig hätte benennen können. Aber ein subtiler Strom an ... Andersartigkeit zog sich durch das Gewirr an Gassen, Buden, Ständen und Menschen hindurch. Die Ortacler hatten von Takbal inzwischen Besitz ergriffen, das war klar zu sehen. Neben Ghalmaren, Naeviten, Chirya und Naihlar verschwanden die noch vorhandenen Altgutenbuchtler beinahe. Chollodan, zumeist laut und in betrunkenem Zustand vorgetragen, war an jeder zweiten Ecke zu hören. Aber wenn man genau hinsah, hatten sich Annäherungen an den neuen Kontinent eingeschlichen.

Da war das Chiryamädchen, dass sich die Zeichen von drei Elementen auf die Haut gemalt hatte, mit Naihlarfarbe. Da war der Veteran in dem rostigen ghalmarischen Brustpanzer, der laut von den Heldentaten "unseres Archons Karl" erzählte. Da war die schiefe Bretterbude, in der "echtes Seevorasielwasser - mit Garranthie" verkauft wurde. Die Matrosen in den grünen Leinenhemden, die auf Chollodan fluchten. Die Reste von halb weggeschrubbter Graffiti an dem neuen Lehmhaus, gerade noch als "... geht zurück nach Ordagg" zu erkennen. Und die schwitzenden Bauarbeiter, die noch die Ehrentücher von Gelehrten der metallurgischen Fakultät Penerans an den staubigen Gürteln trugen.
Kleine Veränderungen, immer wieder, die auf die große hinwiesen.

Es wäre übertrieben gewesen, zu sagen, dass sich die Menge vor Vhenan geteilt hätte, aber man bewegte sich doch ein wenig zur Seite, wenn sie kam. Vor allem von den Altgutenbuchtlern kamen immer noch misstrauische Blicke in Richtung Ihrer Herrlichkeit Oberhofassassineuse, aber auch die Ortacler senkten die Köpfe und tuschelten ein wenig, wenn sie vorüberging. Nicht zu sehr - man wollte nicht unhöflich sein. Und natürlich erst nach einem höflichen "Atata". Aber doch.
Immerhin.
Man erzählte sich ja so einiges. Vielleicht konnte sie es sogar hören.
"... während der Besatzung, in Schang-Ming-Feng, da hat sie unter ihrer Nase ... "
"... und am morgen waren sie alle tot. Keiner weiß, wie sie da reingekommen ... "
"... hat sich auf dem Konvent die Hose des Archons erbeutet und am höchsten Mastbaum ... "
"... sieben Bewerberinnen. Alle haben sie sich zurückgezogen, als sie am anderen Morgen den Dolch auf dem Kopfkissen ... "


Auch die Taverne am Hafen hatte sich verändert. Zum Beispiel gab es jetzt mehr davon.
Das Zelt bildete noch immer den Grundstock der Einrichtung, doch war es jetzt mindestens doppelt so groß, mit Vordach. Links und rechts davon standen hastig errichtete Lehmziegelbauten. Zwei dünne Türmchen, aus denen feiner Wassernebel emporstieg, wiesen darauf hin, dass jemand gelernt hatte, wie man in der Wüste Getränke kühl hielt. Und über dem Eingang, über Kopfanstoßhöhe, baumelte ein dünnes, naihlar'sches Schiffskanonenrohr aus Kupfer und Bambus, anstatt eines Tavernenschildes. Es war zwar noch früh am morgen, doch tönten aus dem Inneren bereits dumpf Saiten- und Trommelklänge.

Auf dem Platz davor spielten einige Kinder im Staub "Mazhahk und Pakata" - kleine, krude Holzmesser trafen unter großem Gejohle immer wieder den gegnerischen Rücken. Einige Leute standen vor dem Nachbargebäude, an dem auf einer Stoffbahn die Herrlichkeit des "Obersten, Größten Meisters Gahack, Gebieter Des Schicksals Und Herr Aller Elemente" ebenso dramatisch wie falsch beworben wurde. Aber abgesehen davon war es noch ruhig.



Im Inneren

Lazantin war auf seinem Weg durch die Stadt kaum weniger beäugt worden als Vhenan noch kurz zuvor - immerhin sah man einen echten Magier in Gutenbucht nicht alle Tage. Hie und da klang ihm ein fröhliches "Wolle Robe kaufen?" hinterher, aber ansonsten beschränkte sich die Aufmerksamkeit auf Seitenblicke und Getuschel. Dies änderte sich jedoch, als er die Zelt-Taverne mit dem Kanonenschild betrat.

Das Innere war schummrig, wenn auch nicht dunkel. Licht fiel durch die offenen Dachklappen und die Eingänge hinein, aber ansonsten beschränkte sich die Beleuchtung auf Kerzen, die in farbigen Gläsern auf Boden und Tischen standen. Die Luft war noch nachtwarm und erfüllt von zahlreichen Düften. Räucherwaren mischten sich mit Duftölen, verschiedenen Parfums und einer allem unterliegenden Note nach Schweiß und Moschus. Es waren nur wenige der Abteile aus Kissen und flachen Esstischchen besetzt, aber von der einen Seite tönte bereits dumpfe, unruhige Musik von Saite und Trommel.

Sie untermalte das Geschehen, welches sich in der Mitte des Raumes abspielte. Auf einem erhöhten Podest hatte man einen großen, viereckigen Käfig aus Bambusstäben errichtet, der im Inneren von zwei waag- und zwei senkrechten Stangen durchkreuzt wurde. Und an diesen aalten sich, so früh am Morgen noch träge, drei junge Männer in äußerst knapp geschnittenen, recht tief sitzenden engen ledernen Hosen. Ansonsten war ihre Haut nur von einem dünnen Film aus glänzendem Öl bedeckt.

Vor der Tanzfläche war die Theke aufgebaut, ein Gewirr an farbigen Flaschen, Krügen, Fässern, Bechern und Kerzenhaltern, das auf einen wilden Vorabend schließen ließ. Hier stand eine Frau mit wilder, schwarzer Lockenmähne, gekleidet in ein dünnes, türkisenes Brusttuch, einen hochgeschlitzten Rock und Unmengen an Schmuck und bunten Bändern. Als Lazantin durch den Zelteingang trat, drehte sich zu ihm hin und warf ihm ein strahlend weißes Lächeln entgegen.
"Oho, was haben wir denn da? Atata, mein Hübscher. Sag 'Taktshad' zu mir. Willkommen im 'Langen Rohr'", sagte sie ohne eine Spur von Scham. "Nur keine Angst. Meine wilden Tiger sind alle in ihrem Käfig." Dabei streckte sie den Arm zur Bühne aus, auf der die Männer den Wink verstanden und sich, spielerisch fauchend, in Positur warfen. "Und eigentlich ... sind sie so zahm wie Kätzchen. Versprochen", sagte sie zwinkernd.

Eines der "Kätzchen" war inzwischen an der Käfigwand emporgeklettert und grinste in Lazantins Richtung. "Es heißt, des Zauberers Stab hat einen Knauf am Ende, hm?", sagte er, und wand dabei seine Hüften in einer Weise, die in gesitteteren Ländern wohl als sexuelle Belästigung durchgegangen wäre.


Zuletzt von Oshead Erzähler am So Jun 11, 2017 3:15 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Mi Jun 07, 2017 7:30 pm

Wann hatte sie eigentlich dieses Brandmal des Assassinen aufgedrückt bekommen? Und warum wusste das hier jeder? Sie fragte sich wer hier wieder getratscht hatte. Vhenan hatte das Getuschel natürlich gehört und musste mittlerweile leider zugeben, dass sie von Zeit zu Zeit dazu gezwungen worden war tatsächlich jemanden aus dem Weg zu räumen, aber... am Anfang war doch nur diese blöde Unterstellung des Bolchan aus Zweiwasser gewesen. Gerüchte hatten viel zu viel Macht. Wenn der am Feldzug zu einer Aussprache gebeten wurde, dann würde ihm sowas von den Arsch aufreißen! Sie grummelte leise vor sich hin und warf den Tuschelnden einen vernichtenden Blick zu. „Ihr solltet leiser tuscheln, wenn ihr nicht auch einen Dolch auf dem Kopfkissen finden wollt!


Dann war sie angesäuert weitergestapft. In Holzbrück wurde die Fairness gelobt und gehuldigt und hier... hier war man direkt wieder jemand, der Dolche verteilte.... was vermutlich auch mit der Selbstkrönung zusammenhing, die nur von einem Gomba erwartet wurde. Neome hatte genau das getan, was die hier alle erwartet hatten, das war... irgendwie höchst amüsant, aber auch ungünstig....


Damit hielt sich Nani aber nicht weiter auf. Sie lief weiter und betrachtete die Hafenpromenade eindringlich. Hier hatte sich wirklich etwas getan. Interessiert sah sie sich und nahm das Bild auf. Ob Taktschad noch hier war? Oder hatte sie ihren Brief lachend ins Feuer geworfen und ihn ignoriert? Sie würde es herausfinden. Eigentlich müssten die Gomba noch wach sein... oder wieder.... Tag und Nacht verschwammen hier immer irgendwie, das war etwas, das Vhenan sehr vermisst hatte und den bekannten Trubel zu spüren, zu sehen und zu hören, ließ ein wenig mehr Freude über die Rückkehr aufkommen. Sie lächelte wieder mehr.


Und blieb am Nachbargebäude hängen. „Gahack?“ Sie musste lachen und freute sich über dieses Banner. „Das war Cojons, jede Wette!“ Vhenan überlegte wo sie als erstes hingehen sollte. Zum Wahrsagergomba, der ihre Geschäftsidee offenbar ausgeweitet hatte... oder zu jemandem, von dem sie nicht wusste, ob sie überhaupt noch da war... sie entschied sich für letzteres. Gahack und Cojons ging es auf den ersten Blick gut... vielleicht hatte Taktschad selbst schon herausgefunden was es mit dem Huhn auf sich hatte.... die Neugier war zu groß. Vhenan schlug den Weg zur Taverne ein, nachdem sie einen kleinen Umweg gelaufen war.


Sie betrat das Zelt und atmete einmal tief ein. Der Duft war unverkennbar. Hier roch es nach Freude. Umso erstaunter war sie über das Bild, das sich ihr bot. Wann war die Taverne zu einem Hurenhaus geworden? Erstaunt begutachtete sie den sich räkelnden Herren und grinste unentschlossen. Ja, das hatte dieser Taverne irgendwie gefehlt, ja. Irritiert, aber erfreut, glitt ihr Blick weiter durch den Raum und blieb an zwei bekannten Gesichtern hängen. Die beiden in einem Raum? Hier? "Va Tschad!"  Was machte denn Lazantin hier? Vhenan war jetzt vollkommen irritiert, was sich deutlich in ihrem Gesicht widerspiegelte. Sie kam näher.


Soso, der Oberfuchtler sucht den Ausgleich der anderen Art, hm?“, fragte sie direkt und lachte. „Atata! Was machst du denn hier?“ Sie musterte den Zauberer fragend, ehe ihr Blick auf Taktschad fiel.


Sosnazith.“ Sie grinste und musterte die andere Frau. „Wie ich sehe hast du einiges verändert. Gefällt mir“, war das Urteil auf den ersten Blick.
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Lazantin Gredorn
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Mi Jun 07, 2017 10:22 pm

"Atata" grüßte Lazantin. Dabei war eher unklar ob dies die Erwiderung an Takschad oder Vhenen war. 
Er hatte sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, schien aber von dem Angebot der Tavernenbesitzerin und ihrer 'Kätzchen' nicht gerade begeistert. Er sah dann jedoch Vhenan an und lächelte. "Nein, das war eher Zufall. Auch wenn Takshad scheinbar eine Kätzchen Liebhaberin ist, habe ich kein Interesse diese zu streicheln." Er sah zu den Herren im an den Bambusstäben herüber. "Eigentlich wollte ich etwas erfrischendes trinken." Er sah entschuldigend zu Takshad, er wusste offenbar nicht ob es unhöflich war in einem... solchen Etablissement nur etwas trinken zu wollen, oder ob es sich um ein echtes Hurenhaus handelte.

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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Mi Jun 07, 2017 11:02 pm

Bei dem Wort "Kätzchenliebhaberin" musste Sosnazith, die man Taktshad nannte, sich beherrschen, um nicht laut herauszuprusten. Dieser fremde Magier in seinem Kleid war aber auch zu goldig. Sie klimperte ihn mit ihren langen Wimpern an, um ihn zu beruhigen (und auch, um subtil anzutesten, ob er an ihren 'Kätzchen' wirklich kein Interesse hatte).
"Aber das ist doch überhaupt kein Problem, mein Süßer. Setz dich nur hin, entspann dich und schau einfach, ob dir etwas .... gefällt." Bei diesen Worten beugte sie sich noch etwas weiter vor, als nötig gewesen wäre. Sich einen von diesen seltsamen Spruchmurmlern gewogen zu machen, konnte sich ja vielleicht mal auszahlen. "Ich bringe dir was, das treibt dir die Wüstenhitze aus den Gliedern."
Sie klimperte noch einmal, um ihren Punkt deutlich zu machen, dann wandte sie sich Vhenan zu.

"Nim neya golê iador. Nanuz, ne? Thägak maouh aen kenjei. Nanuz jora. Aen nanuz alaiad." Bei diesen Worten blinzelte sie grinsend zur Bühne hoch. "Ar aî aen nah nanuz fo. Tak ... " Bei diesen Worten trat sie näher an Vhenan heran und legte ihr die Hand auf den Arm. "Aî dad, unah gak mavoch ... jassir?", sagte sie, mit Blick auf Lazantin. "Oder bist du wegen etwas anderem hier ..."
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Mi Jun 07, 2017 11:42 pm

Jaja, man landet immer nur zufällig in solchen Ecken.“ Vhenan lachte hämisch, aber nicht böse. „Aber an dieser Taverne kommt niemand vorbei.... jedenfalls war es vor meiner Abreise nur eine Taverne... jetzt ist es... nunja...“ Sie pfiff einfach anerkennend, um es auszudrücken. „Es ist auch für mich neu....“ Sie sah sich einmal mehr um, bis sie direkt in ihrer Sprache angesprochen wurde und die Aufmerksamkeit wieder auf der anderen Naihlar lag.


Nani lauschte den Worten, grinste, nickte und war plötzlich irritiert. „Va tschad! Ney! Nyo badenn nim telshaffa. Mavoch aen litochan.“ Sie rollte kurz mit den Augen und schüttelte den Kopf. 
Ich bin gerade erst angekommen, du solltest dich geehrt fühlen, dass ich bei dir als erstes vorbeischaue.... bringst du mir auch etwas zu trinken?“ Sie lächelte und wandte sich dann Lazantin zu.
Kaum ist die neue Nyame gekrönt rennt ihr uns den Strand ein... ist sonst noch jemand angereist, von dem ich wissen sollte? Ich scheine mal wieder einiges verpasst zu haben. Jedenfalls hier. Bist du hier um ihre Herrlichkeit etwas zu lehren oder um für ein Amt in ihrem Rat vorzusprechen? Hm... vermutlich eher beides. Wie läuft's denn?
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Lazantin Gredorn
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Do Jun 08, 2017 1:10 am

Lazantin setzte sich an einen der freien Plätze hin, nachdem ihm dieses freundliche Angebot gemacht wurde. Das Augenklimpern und auch das anschließende zur Schaustellen von den Qualitäten die Taktshad hatte, nahm er mit einem freundlichen Lächeln auf. 
Als sie dann Nani auf Chollodann ansprach und er offensichtlich kein Wort verstand sah er sich noch ein wenig weiter um, bis Nani ihn direkt auf seinen Aufenthalt hier ansprach.
"Du hast recht, in beiden Fällen. Nachdem ich die Antwort von der Herrin des Gegensatzes erhielt, auf den Brief, den du freundlicherweise weitergeleitet hast und später auch die Antwort des Neches'Re, beschloss ich direkt hierher zu kommen und die beiden zu begleiten, wenn es ihnen recht ist. Sagen wir so, sie haben mich nicht vertrieben und ich werde bis zum Feldzug in der verfügbaren Nähe von Ihrer Herrlichkeit und seiner Exzellenz bleiben." Eine Hand stützte seinen Kopf, während er zu Nani hoch sah.
"Und in der Zwischenzeit wollte ich mir Takbal ein wenig angucken. Jetzt wo du auch hier bist, bin ich mir sogar sicher, dass es sehr unterhaltsam wird." 
Etwas ernster fuhr er dann aber fort. "Wenn du möchtest, werde ich deine Fortschritte prüfen und mit dir zusammen daran arbeiten." In diesem Moment war er wieder ganz der Lehrer, der er manchmal sein musste.

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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Do Jun 08, 2017 11:34 am

Vhenan nahm Lazantins Worte auf und nickte. Ein nachdenklicher Ausdruck legte sich in ihre Augen, der sich festbiss.
Ich kenne mich offensichtlich auch nicht mehr so gut aus wie vor einigen Monaten..“ Sie deutete vage auf das Innere der... Freudentaverne. Sie war etwas befremdet, aber doch sehr angetan. Ihr Blick flog zu den 'Kätzchen', Nani grinste einmal blöd und setzte sich dann ihm gegenüber.
Kaum bin ich Zuhause, muss ich wieder arbeiten...“ Sie brummte und sah Lazantin misbilligend an. „Aber du wirst vermutlich bald abreisen, wenn Ihre Herrlichkeit sich dem Archon anschließt... Zeit... wer hat schon Zeit.“ Sie lächelte matt und musterte den Zauberer kritisch.


Ich würde dich vorher gerne noch etwas fragen. Ich habe Ragnara, Jasfeay und Silas in Holzbrück getroffen. Wir hatten keine Probleme, Silas hat mir wieder ein Angebot gemacht, um mir Magica ein wenig näher zu bringen, aber ich hatte keine Zeit. Die Nyamenprüfungen haben alle freie Zeit gefressen, die ich hatte... mir ist aber aufgefallen, dass... niemand ihre Hilfe gesucht hat. Ich empfand es als ziemlich seltsam... Immer wenn es um Prüfungen ging, die sich um Magie und Zauberei drehten, habe ich erwähnt, dass die Akademie ein Ansprechpartner sein könnte... und ich stieß immer nur auf Ablehnung. Viele begegnen euch mit Misstrauen und Unverständnis. Eure Ansichten seien seltsam.... Und die Wahl fiel immer irgendwie auf Zauberer, die ich persönlich nicht gewählt hätte. Allerdings ist auch auch keine rote Robe auf Neome zugegangen. Ihr habt.. nachdem eure eigene Kandidatin von den Quihen'Assil nicht für würdig befunden wurde, offensichtlich die Meinung von Cho'wa verfolgt. Und er unterstützte jede Kandidatin an irgendeiner Stelle... nur Neome zu keiner Zeit. Das gefällt mir nicht, ist aber jetzt so. Meine Frage ist: Ihr seid die erste Akademie, die gegründet wurde, ich dachte es sei im Reich die erste und wichtigste Anlaufstelle. Warum nehmen so viele Abstand von euch?
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Do Jun 08, 2017 12:26 pm

Zeit? Ja da hatte Vhenan recht, irgendwie gab es zu wenig davon oder sie war ungerecht verteilt. Dann sprach sie vom Konvent und der Ablehnung der Akademie gegenüber.
Lazantin wirkte betrübt. Sein Blick senkte sich auf den Tisch.
"Nani, wenn ich die genauen Umstände wüsste, dann würde ich etwas dagegen unternehmen. Der Start, nachdem die Akademie die Zustimmung und dem Wunsch Ihrer Herrlichkeit Esthaer de vo'Canar entsprach, ebenso die Zustimmung ihres Neches'Re erhielt und des damaligen Archons Saleph, war von einigen Irrungen und Wirrungen begleitet. Saleph trug uns auf, auch den ihm nachfolgenden Archon darum zu bitten in seinem Land die Akademie errichten zu dürfen. Nachdem Karl ins Amt gelang, sprach ich vor und er stimmte zu. Karl und Ragnara waren beide Waffenmeister der neueren Zeit. Daher war vermutlich das Wohlwollen von seiner Exzellenz dem Vorhaben gegenüber auch zu erwarten. In der Zeit kam Adepta Tulipan an die Seite der Nyame. Die Akademie sollte ursprünglich einen Namen in der alten Sprache, Cali, erhalten und Kral'Assil lauten. Darüber entbrannte ein Konflikt mit Mejhana Thaea. An sich war es eher eine Nebensächlichkeit, doch die Ereignisse führten dazu, dass Mejhana sich belogen fühlte. Ich hätte damals vermutlich etwas mehr darauf achten sollen, dass Elementarvölker und die Ouai einfach nicht anders können als wie sie geschaffen wurden. Dann hätte ich vielleicht Mejhanas Bedenken verstanden und richtig aus dem Weg räumen können. Das ganze gipfelte in einer Situation auf dem Konvent, an dem die Ouai von ihrer Gesimae verboten bekommen haben mit Mitgliedern der Akademie zu sprechen. Wir würden nur Wahrheit in Lüge verdrehen, uns in unserer Arroganz sonnen und lieber unsere eigenen Theorien verifizieren durch neue Theorien, als Fehler einzugestehen oder auf andere zu hören. Das war, denke ich, einer der Gründe, an dem Misstrauen uns gegenüber entstand. Cahlaia wurde als Vermittlerin zwischen mir und Mejhana eingesetzt. Aus meiner Sicht war die Schlichtung erfolgreich, es gab eine Art Burgfriede. Es tauchten jedoch immer wieder seltsame Gerüchte auf, was wir täten und treiben und welche Abgründe wir anstreben. Mehr als einmal war ich deswegen mit Mejhana im Gespräch um ihr zu erklären, das es nur Gerüchte sind. Ich bin mir auch sicher, dass wäre der Start nicht so schief gegangen, eine fruchtbare Zusammenarbeit möglich gewesen wäre. Er atmete einmal schwer aus. ”Meine ersten Magietheorien, ein Vorhaben das ich seid Ankunft auf Mitraspera verfolgte, waren noch durch gewisse Unkenntnisse gezeichnet. Auch wenn ich immer darum bat, diese Theorien kritisch zu bewerten und Verbesserungen vor zu bringen, es kam nie etwas zurück. Nunja, am Hof der Dornen herrschte und ich glaube herrscht immer noch, eine generelle Ablehnung der Zauberei und Magie gegenüber. Das stammt vermutlich noch aus der Heimat, die viele von ihnen teilen, ähnlich wie bei dir haben sie schlechte Erfahrungen gemacht. Auch ich habe aus meiner Heimat sehr schlechte Erfahrungen mit der Zauberei und Magie mitgenommen. Doch hier funktioniert es gänzlich anders.”
Dann sah er zu Vhenan, etwas weniger Traurig, eher sorgenvoll?
”Wir boten anfangs Hilfe an, später jedoch nicht mehr. Wir haben und das tun wir immer noch, immer nach Wissen suchende Personen unterstützt, Wissen geteilt, geholfen und dennoch, im Reich scheinen wir nie akzeptiert gewesen zu sein. Wir sind in das Reich wegen Esthaer gekommen. Und unsere Treue galt daher und gilt auch zukünftig, der Nyame. Sie ist es, die uns alle vor einem eskalierenden Archon, einer Naturgewalt, bewahren kann. Sie ist es, die uns alle bewahren muss, vor den Einflüssen und Einflüsterungen aus den Welten. Sie hält das Gleichgewicht des Landes, das ihr anvertraut wurde. Sie muss zugleich das Land verstehen, als auch den Geist des Landes. Esthaer hat nur die Bewohner dabei vergessen. Wir konnte kaum mit ihr sprechen. Dafür waren Larell und Gaheris als Ar’Dhar für uns da. Mit ihrer Hilfe haben wir vieles weiter entwickelt. Ich mache es ihnen nicht zum Vorwurf, dass sie dabei es nicht geschafft haben die Zauberer unter den Nachfahren zu einen oder zu verstehen - viele sind zu sehr in ihrer alten Welt geblieben, ich zu anfang ja auch.
Unterdessen hatten wir schon zahlreiche auch gefährliche Untersuchungen erfolgreich durchgeführt. Daraus nährten sich vermutlich neue Gerüchte. Da keiner bei uns fragte und wir auch nicht gefährliches Wissen einfach so verfügbar machen, haben wir uns, denke ich, zu still verhalten.
Dabei muss ich aber sagen, nicht alle im Reich misstrauen uns. Schönweiler sind unterstützer, Baron Fiete Münzer ist Ehrenmitglied der Akademie. Münzquell sucht bei uns Rat und unterstützt uns Die Rotte und ihre Schlammanen haben mir schon einige tiefsinnige Diskussionen gehabt und sie sehen uns als einzige, hmm, schlaue Menschen die verstehen. Naja so ähnlich hatte Schmonk das mal gesagt. Rashid aus Oron hatte zur Ritualmagie sich bei uns weiterbilden lassen. Und auch außerhalb des Reiches wurden wir viel konsultiert. Die erste Tochter der Tugend hält große Stücke auf uns, insbesondere Silas. Die Regentin des Ostreiches hatte auf uns zum Teil lieber zurückgegriffen als irgendwelche anderen Zauberer. Mellesan, bevor es zum Jadekrieg kam, prahlte gern mit “ihren Magiern” unserer Effizienz wegen.”

Er schüttelte den Kopf als wollte er ein paar Gedanken vertreiben und gewann sein Lächeln zurück. ”Als die Adepta wegen ihres Verrats aus dem Reich floh und ihr Einfluss auf den Hof dadurch abbrach, ab da versiegten die meisten Gerüchte.” bemerkte er mit einem Unterton, der düstere Vermutungen verhieß. ”Ich habe daher beschlossen, dass es Zeit ist mehr zu fordern und bestimmter aufzutreten. Unsere Passivität war der Fehler, den ich mir auch persönlich ankreiden muss. Deswegen bin ich auch hier in Takbal. Ich biete meine Hilfe mit etwas mehr Nachdruck an.”
Er richtete sich ein wenig auf, und drückte den Rücken durch. Dann nahm er eine bequemere Haltung ein.
”Wir haben unterstützt bei der Nyamenwahl, wer uns gefragt hat, nachdem unsere Kandidatinnen nicht mehr im Rennen waren. Cahlaia und Yasfeay baten beide im Vorfeld um Hilfe. Ich war nicht vor Ort, aber ich glaube nicht, dass man Neome etwss vorenthalten hätte oder sie mit Ablehnung behandelte auf dem Konvent. Da die Weltenkinder entschieden haben, und Neome nun die Herrin des Gegensatzes ist, werden wir ihr helfen.”
Dann sah er zur Theke herüber. Wurde ihm nicht etwas erfrischendes versprochen?

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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Do Jun 08, 2017 2:16 pm

Während Vhenan und Lazantin im mit Kissen übersäten Séparée im Gespräch versunken waren, war Taktshad in der Küche auf gewisse Schwierigkeiten gestoßen.

Der gewaltige Kessel voller Jasmintee - tatsächlich das Erfrischendste, was man in der Wüstenhitze zu sich nehmen konnte, wenn auch erst zum zweiten Schluck - war noch immer heiß gewesen. Auch Tassen, Blütenblätter, Zimtstäbchen und die Karamelltropfen hatte sie schnell gefunden. Aber dann wurde es bei der Zustellung plötzlich unwillig.
Sie stand am Tuch, dass das Zelt von dem Lehmgebäude trennte, ein Auge auf den Schankraum, eines auf ihre widerspenstige Bedienung. Diese wurde gerade zu einer deutlichen Belastung für Taktshads Nervenkostüm.
"Nein. Mach ich nicht. Nicht zu dem. Nicht zu so einem mavoch!"

Es wäre wahrscheinlich einfacher gewesen, die dampfenden Tassen selbst zu ihren Gästen zu tragen, aber hier ging es auch ums Prinzip. Manche Ortacler, besonders, wenn sie gerade erst vom Schiff gesprungen waren, hatten noch gewisse ... Anpassungsschwierigkeiten. Die musste man ihnen so bald wie möglich austreiben.
"Doch! Machst du. Weil ich es dir gesagt habe. Ich versteh ja"- hier wurde Taktshads Tonfall ein wenig versönlicher - "das er dir unheimlich ist. Ich kenne die Geschichten. Die Augen, hinter denen slithaz kriecht. Und Krakenarme, wo der korth sein soll. Und sie machen deinen apei ganz nani. Aber der ist harmlos. Ist doch nur wegen meiner teyorell hier, auch wenn er's abstreitet. Guck, wie er rüberguckt. Geh hin, und mach deine Arbeit."
Die letzten Worte wurden wieder schärfer. Aber ihre aufsässige Untergebene ließ sich nicht beirren.
"Ich mach's nicht. Ich hab Angst vor Magiern. Und vor Zauberern. Hexern. Beschwörern. Arkanisten. Mystikern. Spruchwirkern. Invokatoren. Diableristen, Schattenmeistern, Kraftrufern, Schicksalswebern, Schamanen, Geistertänzern, Knochensehern ...


Währenddessen hatte die Musik aufgehört und die Tänzer waren aus dem Käfig geklettert. (Natürlich nicht, ohne dass der mit dem schulterlangen Haar und den grauen Augen nicht noch einmal vielsagend in Richtung Vhenan und/oder Lazantin gezwinkert hätte.)
Hinter der Bühne kamen drei weitere Naihlar hervorgekrochen und schmissen sich, fröhlich plappernd, samt Instrumenten in das Nachbarabteil. Zuerst konnte man sie noch zwitschern und brummen hören, aber nach einer Weile, während Lazantin sprach, wurde es immer leiser. Schließlich schob sich vorsichtig ein Paar Augen über das Tuch, und ein schnurrbärtiges Gesicht spähte zu den beiden hinüber.


Hinten am Kücheneingang ging es weiter.
"... Astronomen, Astrologen, Prognostikern, Pyrovoren, Divinatoren, Geomanten, Myomanten, Nekromanten, Elefanten ..."


Yaimbwar wartete eine Weile, blickte dann aber Vhenan direkt an und wackelte mit den Ohren. Danach blickte er so gelehrt drein, wie er nur konnte, und bewegte in perfekter Synchronisation zu Lazantin lautlos die Lippen. Ein weiteres Paar Augen, weiblich dieses Mal, tauchte am Seitenschlitz auf. Es blinzelte kurz.
"Drei Kupper, dass der Quasselgomba im Kleid nich' aufhört, bis Nenani ganz weggepennt ist", sagte Lumia nach hinten.
"Jora!"



"... Entemologen, Kryptonomen, Theophrasten, Bombasten, Fantasten ..."
"Ruhe! RUHE! Und wenn dir der mavoch die bunana abfaulen lässt, du gehst jetzt da raus und bringst ihm seinen Tee. Sonst schau ich mal heute Abend, wie isty dein istyalaia wirklich ist."
Eine Weile lang hörte man nichts, dann stolzierte, mit empörten Gesichtsausdruck, eine zierliche, blonde Frau mit einem Tablett in den Schankraum. Aus irgendeinem Grund hatte sie, außer den zwei Tassen, auch eine Schüssel Salz darauf, aus der sie nach jedem zweiten Schritt eine Handvoll über die Schulter warf. Sie wirkte nicht glücklich.
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Do Jun 08, 2017 11:21 pm

Interessiert hörte Vhenan zu und nahm die Informationen auf.
Ach da kommt das her... irgendjemand Unwichtiges hat das alles durcheinandergebracht und sprach irgendwann von den Tivar Kral'Assil...“ Sie lachte kurz auf und schüttelte den Kopf. „Kral'Assil... wie die Kral'Urien? Das war aber nicht sehr bescheiden, mein Lieber“ Sie musterte Lazantin mit herausforderndem Blick und es war nicht ganz deutlich, ob sie dies mochte oder ablehnte. Oder ob sie gar nicht ihn betrachtete, sondern ihre Kumpanen nebenan, die völlig offensichtlich spionierten. Als ob sie das nicht merken würde! Das Kupfer würde SIE am Ende einsacken. Und dafür tat sie jetzt auch etwas:


Dann... fasse ich mal zusammen.... Ihr werdet von außerhalb geschätzt und von einigen Einzelpersonen der verschiedenen Lehen.... ich stelle mich dann mal für Shäekara auf... hm. Offenbar reicht das nicht. Ich weiß nicht genau wo sich die roten Kleider...“ Sie hatte mit einem Ohr zugehört und das Wort sofort adaptiert... auch wegen der ablenkenden Grimassen Yaimbwars... „Ähm...Roben während der Nyamenprüfungen herumgetrieben haben, sicherlich gibt es da Dinge, die ich nicht weiß, aber sie sprachen wenn überhaupt nur mit mir. Es beschränkte sich auch ziemlich auf Silas... er hat explizit mir Hilfe angeboten. Nicht Neome. Und er sagte mir auch nicht, dass ich ein Hilfsangebot ausrichten könnte... das fiel sehr deutlich auf und ich weiß, dass zwei von drei Nyamenanwärterinnen in einer Prüfung, in der es um die Verteilung und Abgabe von Pflichten ging... es war praktisch ähnlich des Rates, der bald besetzt werden wird... da haben sie nichts getan. Das Amt, das du hier anstrebst... wurde in der Theorie nicht an euch vergeben. Zwei von dreien ignorierten euch völlig. Was die Dritte getan hat, weiß ich einfach nicht... also... es gibt immer noch diesen Abgrund... ich weiß nicht, ob du den so schnell überbrücken kannst. Du bist hier, das ist gut... aber.... die anderen Akademiemitglieder könnten diese diplomatischen Dinge nicht immer auf dich abladen. Ich kann nur für mich sprechen, aber ich habe bei ihnen keinen Willen gesehen sich einzubringen. Sie standen hinter Yasfeay und dann... sind sie von Münzquell verschluckt worden. Aber ich kann mich auch irren.“ Sie zuckte kurz mit den Schultern und drehte sich um, um etwas in die Küche zu brüllen: “Taktschad, wir haben Durst!“. Anschließend wandte sie sich Lazanzin zu und sprach weiter als sei nichts gewesen: „Ich merke nur an, dass Hilfe zu uns kam. Unterstützer entsandten fähige Helfer. Es gab Fürsprecher, die Magiekundige zu uns schickten. Sicherlich waren Hintergedanken im Spiel, aber sie kamen nun einmal zu uns und wir nahmen Hilfe an... das hat uns auch Laufwege erspart. Und es waren genug fähige Zauberer, dass wir euch nicht hinterhergelaufen sind... mir war das in dem Moment ziemlich egal, ich hatte eigene Aufgaben und keinen Kopf dafür, aber für euch war es schlecht. Und ihr habt nichts geändert... du allein kannst nichts bewirken... wenn du etwas ändern willst, musst du deinen Leuten in den Hintern treten. Und das ist ein wohlwollender Rat, weil es mich eigentlich überhaupt nichts angeht.
Sie lehnte sich zurück und sah dann über die Schulter. Ah, da kam sie ja endlich.


Endlich. Nanuz!“ Nani lächelte leicht und musterte die Frau, die sie noch nicht kannte. Die war neu. Jedenfalls für die Oshead. „Niht aid tam faeth timeth. Nij shaun aid rau. Hah aid badenn tak unah nim.“ Vhenan lächelte und nutzte die Gunst der Stunde und die offen kursierenden Gerüchte über Dolche und Allerlei. Da musste doch etwas bei rausspringen. Der Istyaiala war ihr da egal.

Dabei fiel ihr Blick auf die Tassen. Und ihr Lächeln brach in sich zusammen.
"Ernsthaft? EY!" Wieder brüllte sie in Richtung Küche: "Taktschad ich bin enttäuscht! Ich bin so lange weg und zur Begrüßung bekomm ich Tee? Was ist los mit dir?" Jetzt hing sie verdreht auf dem Stuhl und ignorierte die Bedienung neben sich.
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Lazantin Gredorn
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Fr Jun 09, 2017 12:25 am

Aufmerksam hörte er zu, überhörte höflich die Betitelung der Robe als Kleid und störte sich auch nicht an den Reaktionen, die Nani zeigte. Bei ihrem Rat, nickte er kurz, bevor er aber erwidern konnten, war sie aber auch schon außer sich, da Tee statt Rum an den Tisch kam.
"Bestellt dir was du willst, ich bin mit dem Tee zufrieden." meinte er dann, sah mit entschuldigendem Blick zur Bedienung und sagte knapp "Danke".
"Und ja, der Name war hochtrabend und gewagt - dennoch war die Begründung, die uns gegen den Namen vorgebracht wurde, nicht sonderlich überzeugend. Ich denke, diese Sache ist aber soweit auch geklärt mit den Ouai.
Was deinen Rat angeht, ich kann die anderen sicherlich auch ein wenig mehr in die Pflicht nehmen, allerdings bin ich nur der oberste Verwalter der Akademie, als Erzkanzler und nicht der Herrscher über die anderen im Rat. Es mag sein, dass Neome nicht der Vorstellung und der Hoffnung entsprach, die sich die anderen vorgestellt haben. Es mag aber auch sein, dass andere Aufgaben sie gebunden haben." Er zuckte mit den Schultern. "Den Rat der Sephoren, den Ihre Herrlichkeit besetzen sollte, wird sie gestalten, wie sie es für richtig hält. Wenn sie mich darin haben möchte, werde ich das nicht ablehnen. Sollte sie mich nicht in ihrem Rat haben wollen, akzeptiere ich auch das. Ich möchte nur in der Zeit, in der mir Gehör geschenkt wird, dafür Sorgen, dass sie in der Lage ist uns alle zu beschützen und das Land im Gleichgewicht zu halten."
Dann wurde er deutlich leiser und lehnte sich etwas vor. [PN]
Nachdem er sich wieder zurück lehnte, prüfte er die Temperatur des Tees und nahm einen ersten Schluck.

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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Fr Jun 09, 2017 3:28 pm

Taktshad brüllte natürlich nicht zurück. Das war etwas für Frauen ohne Charme.
Stattdessen setzte sie sich an den Thekenrand und ließ unbekümmert die Beine baumeln. "Nani, mein Liebes, du kränkst mich. Was denkst du denn von mir? Natürlich habe ich für dich etwas ... Besonderes." Sie griff, betont langsam, in ihr Brusttuch, und zog einen bräunlich verfärbten, sternförmigen Kristall hervor.

Die Naihlarkultur hatte natürlich eine Fülle an verschiedenen Rauschmitteln hervorgebracht. Es gab Wirkungen für alle Gelegenheiten - bizarre Halluzinationen erzeugende Tränke für Verträumte Mystiker, konstitutionsfördernde und enthemmenden Kräuter für die heimische Familie und natürlich den allgegenwärtigen Alkohol in seinen unzähligen Facetten. Sternzucker war in diesem Rahmen eher harmlos - in heißes Wasser oder eben Tee getunkt, entfaltete dieses eine euphorisierende und milde aphrodisierende Wirkung. Gerade genug, um den Tag zu beginnen.
"Unah gorn badenn. Vielleicht möchte dein litochan  ja auch mal probieren?", sagte Taktshad, und zwinkerte.


Kenjeniell war weniger entspannt. Man erzählte sich zwar sich so einiges über Vhenan, aber das sorgte kaum dafür, dass das Schankmädchen sich durch ihre Gegenwart sicherer fühlte. Eher im Gegenteil
Wenn der mavoch mir was tut, was will sie denn machen? Vielleicht nachher - aber dann ist es schon zu spät, ging ihr im Kopf herum, als sie an den Tisch trat. Zum Glück hatte sie immer auf ihre liebe, alte Großmutter gehört. Als die erfahren hatte, dass ihre Enkeltochter in die Ferne ziehen wollte, in Länder, wo die Zauberer frei herumliefen und die Menschen mit Monstern zusammenlebten, da hatte sie ihr noch einige gute Ratschläge gegeben:

Der mavoch, der Zauberwicht, er mag 'es Erdsalz nich'. Weil das ihm die Haut brennen tut, weil es ist Tränes von die Weltlenkers. Un' das tut das Böse arg brennen!
Sie trat an den Tisch heran, stellte die Tassen darauf (die mit dem silbrigen Schimmer vor die kleine Naihlar), dann ...
"Ach, bradach, wie ungeschickt von mir ... das ganze Salz über die Robe ... ich mach's gleich weg ...
Die erhoffte Reaktion blieb allerdings aus. Was hatte Amama noch gesagt?
Un' tust du ihm ziehm ein Kreis von die Salz umm'es herum, dann musser darinnen bleiben un' kann 'nich raus.
"Herrje, was bin ich doch für ein Schussel .... auch auf den Boden ... ich mach nur hier ... oh, jetzt rinnt es irgendwie um Euch herum .... ganz merkwürdig ... ist mir noch nie ..."
Un' wills' du seines dunkle Macht dich schützen von, musst'es Schildkrötstein nehmen, un' es ihm auffe Hand binden.
"Ich hole mal besser einen Ei ... au, mein Anhänger. Der aus Schildpatt ... muss sich verfangen haben ... tut mir so leid, ich ziehe ihn wieder aus dem Stoff ... hach, der sitzt fest ..."
Un' Klarwasser, was vonner Jungfer gerührt, es tut sein Antlitz schmelzen und seine übelich wahre Form enthüllen, dasser sich schreckt un' entfleucht.
"Nur ein kurzer Ruck, dann - los! Oh. Die Wasserflasche. Erst auf Vhenan, dann auf Euch zurück ... es ist mir so peinlich. Wirklich, all diese Zufälligkeiten in Folge ..."
Un' wenn alles nixs helfen tut, dann musse binden mit Schnur und Mohnsamens, musse träufeln mit Kerzenwachs von schwarze Kerze sein Haupt, bringen Feuer an sein Barthaar, Wasser auf sein Zunge, schütten Rum in die Hos, Ameis' in Schuh und dengeln was große Mohrrüb in beide Ohre mitte Hammer. Dann isser ruhich.

Kenjeniell schaffte es noch, irgendwie Kerze, Becher, Schnur und Ameise zur Hand zu nehmen, während ihre hierzu gemurmelten Erklärungen immer unglaubwürdiger wurden. Bei der Sache mit der Rübe aber setzte ihre Improvisationskunst endgültig aus. Sie starrte einige Momente hilflos in die Gegend.
Dann kam Yaimbwar, der eine ähnliche Ansprache von seiner eigenen Großmutter gehört hatte, mit einer Karotte und einem Zimmermannshammer aus der Küche zurück.
"Na komm. Tu's. Das will ich sehen. Ich geb dir drei Kupfer für. Aber wenn's nicht klappt, musst du selber sehen, wie du rauskommst."
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Fr Jun 09, 2017 6:57 pm

Vhenan hatte Taktschads Bewegug sehr genau verfolgt und betrachtete den bekannten Kristall.
Oh,“ sagte sie leise, aber mit begeistertem Unterton.
Verzeih, dass ich an dir gezweifelt habe.“ Sie lächelte ihr wieder freundlicher entgegen und nickte der Schankmaid dann doch zu. „Ich bleibe bei Tee. Anmei.


Anschließend lauschte sie Lazantins Worten und beugte sich ihm entgegen, um auf sein Getuschel zu reagieren


[PN]




Vhenan zog die Tasse nach dem Getuschel mit dem sehr willkommenen Zusatz näher an sich heran und grinste ihr entgegen. Endlich wieder ein wenig Ablenkung. Und sie meinte nicht die Schankmaid, deren Gewusel sie mit einem Lachen verfolgte.


Ich bin harmlos, wie du siehst“, warf sie Lazantin entgegen und beobachtete das Schauspiel.
Ja, diese Zufälligkeiten....“ Vhenan ignorierte das Wasser, mit dem sie begossen worden war. Das passiert ersten ständig und zweitens rechnete sie ab jetzt mit allem. Aber nicht mit dem Hammer.


Freunde... ihr glaubt doch nicht wirklich, dass ein Mavoch einfach ruhig sitzen bleibt, wenn ihr mit einem Hammer nach ihm ausholt?“, fragte sie einfach einmal laut in den Raum.
Niemand würde das tun...“ Sie schüttelte nur den Kopf. „Aber wenn du es doch versuchst... verdoppel ich. Sechs Kupfer.

Dann sah sie Lazantin herausfordernd entgegen.
Vielleicht möchtest du ihnen erklären, dass dein Handwerk nicht böse ist? Wenn du es schaffst die zu überzeugen, dann bringt dir das bestimmt an der ein oder anderen Stelle Pluspunkte ein... wenn du es nicht schaffst, dann hast du gleich Karotten in den Ohren... und vermutlich Kopfschmerzen...

Sie grinste wieder und trank dann einen Schluck... zum 'Wach werden'.
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   So Jun 11, 2017 1:20 am

Das völlig abstruse Schauspiel, das ihm gerade präsentiert wurde und dessen Mittelpunkt Lazantin irgendwie war, hatte einen völlig erstaunten Mann zurück gelassen.
"Ihr führt diesen Zirkus auf und wollt mich mit einer Karotte verprügeln, weil ihr denkt ich sei 'böse'?" fragte er dann an die vor ihm stehenden.
"Weil ich Magie nutze? Mal ganz unter uns, was wollt ihr dann erst mit der Nyame, also der Pakata, machen? Die ist nun im Reich die oberste Magiewirkerin. Ist sie nun auch 'böse' ?"
Eigentlich wollte er auf Nani noch geantwortet haben, das sah man deutlich, aber das hier war einfach dringender. Seltsam, aber dringender. Eine oder zwei Karotten im Ohr, darauf konnte er verzichten und jemanden zu verzaubern, hatte er nicht vor.

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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   So Jun 11, 2017 11:39 am

"Hey, hey." Yaimbwar hob beruhigend die Hände. Leider hatte er immer noch Hammer und Rübe darin. "Ich glaub' da gar nichts. Ich will nur sehen, wie Kenjeniell hier" - er zeigte auf die verschüchtert dreinblickende Schankmaid - "'nem ausgewachsenen Akademagus die Rübe Der Bindung in die Ohren dengelt. Und wie sie's danach erklären will. Wäre mir drei - ach, sag fünf - Kupfer wert." Dabei grinste er einigermaßen unverschämt.

"Die Pakata soll 'ne mave sein? Also das, wüsste ich aber. Was der Robenrummser da sagt, das riecht verdächtig nach Meuterei", sagte Lumia, und lehnte sich betont entspannt über das Seil.
"Die Pakata? Die ist doch nicht ... also, die kann doch nicht ... aber das wäre ja ... ich dachte, sie ist jetzt hier die jazha?"
"Cadith", tönte Yaimbwar von der Seite. "Blödsinn. Nein, die Pakata darf jetzt am Hof mit den Gombas rumstehen und wichtig tun. Jazha ist immer noch der Karl. Und mehr Kupfer kriegt sie dafür auch nicht."
"Also, dass habe ich auch gehört", meldete sich Zcarena, die letzte Naihlar, von der Seite. "Also, dass diese Nyamen alle dunkles mav haben und die Elementlenker hier rufen.
Von hinten erklang kalkuliert mädchenhaftes Kichern. "Ach ihr und eure Ideen. Die Pakata ist jetzt einfach die felmaouhoch von dem jazha, diesem Karl. Nur, dass es wichtig heißt. Tshad-tshad und tak-tak, hm? Die ganze Nacht - und wir kriegen am Morgen die Steuern erlassen", sagte Taktshad und grinste anzüglich.
"Ihr Ortacler", mischte sich nun auch der Tänzer ein, der aus dem Nebenraum wieder ins Zelt gekommen war. "Ihr Ortacler habt einfach von nichts eine Ahnung." (Er war Altgutenbuchtler und hörte daher auf den schönen Künstlernahmen Harthmut von Gutenbück.)
"Die Heiligen Elemente haben eure Pakata gesalbt. Jetzt kann sie die Pest mit ihrer Hand heilen und sagt dem Archon, wann es gut ist, Krieg zu führen. Und kein Schwert kann sie mehr verletzen."
"Aber ... aber ... das ist doch mav. Böse Hexerei, sowas. Die Pakata würde das doch nicht tun. Ich meine ... es heißt, sie könnte sehen und Karten legen, aber eben nur solche vernünftigen Sachen. Nicht sowas", sagte Kenjeniell und zeigte, etwas apologetisch, in Lazantins Rücken.
"Nein, das ist kein mav", meldete sich Lumia wieder. "Das ist jonid - diese Elemente hier. Die kann man rufen, dann schmeisst man sich in den Schlamm und heult, oder tunkt die Rübe in 'nen Wassereimer und jammert, und dann passiert was Gutes."
"Aber nicht immer. felrachn jonid gibt's auch, die sind verfemt und böse. Das ist dann mav."
"So ... sowas würde doch die Pakata nicht tun. Niemals! Sie ist weise - sie kann das Leben in der Hand lesen und aus den Adern in den Augen, wann man schwanger wird."
"Leicht, das rauszufinden. Bei den felrachn jonid wird man ganz weiß im Gesicht und es faulen einem Teile ab. Oder es wachsen einem grüne Riesenpickel. Hat wer die Pakata in letzter Zeit mal nackt gesehen?"
"Das ist nicht ganz richtig", sagte Hartmuth, mit der Weisheit des Alteingesessenen (drei Jahre). "Da gibt es auch welche, die paktieren mit den Verfemten. Und das verstecken sie dann, das kann man nicht sehen. Da muss man sie in die reinen, Heiligen Elemente tun, damit sie sich zeigen."
"Ha! Ihr Alten und euer Aberglauben", sagte Lumia. "Böses mav kann man sehen, das weiß jeder. Die, die sowas machen, denen wächst eine dritte Leber. Die kann nachts aus ihrem Nabel kriechen, und läuft umher und saugt Leuten das Blut aus."
"Das stimmt. Darum ist ihr Nabel auch ganz rot und krustig. Und sie haben Zähne auf ihrem korth, mit denen beißen sie dich beim tshad. Und dann muss man ihnen gehorchen, weil Gift dran ist", meinte Kenjeniell, und stierte Lazantin ängstlich an.
"Also, meine Oma hat mir ja erzählt, dass ihr korth ganz schwarz und riesig ist, so wie ein Räucheraal, setzte Zcarena hinzu. "Und windet sich und ist ganz kalt und schleimig. Darum tragen sie alle Roben, um es zu verdecken. In einer anständigen Hose kann man's nämlich sehen."

Yaimbwar zwinkerte Vhenan zu und zeigte auf Lazantin. "Na, dann mal Robe runter, Meister. Zeigt uns, wie böse ihr nicht seit. In Spann und Handbreit."
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   So Jun 11, 2017 12:27 pm

Völlig entsetzt über die Unwissenheit, die den Raum füllte, sah er erst Hilfe suchend zu Vhenan, als plötzlich ein schelmischer Funken in seinen Augen aufglomm. Er zählte rasch die Leute in der Taverne durch, er hatte zu Beginn nur wenige gezählt, aber es könnte einen Versuch Wert sein.
"Ich habe selten, soviel Seltsamkeiten auf einmal gehört. Hier scheint ja jeder irgendwas mal gehört zu haben, was so auf Mythodea los ist. " Er schüttelte den Kopf. "Bisher war ich von der Schläue der Oshead und von ihrer Tatkraft immer beeindruckt. Ich hatte Raûl meine Unterstüzung für Oshead beim Archon damals zugesichert und dadurch entstand Shäekara mit. Ich biete euch allen einen Handel an. Ihr hört mir nun für eine Weile in Ruhe zu und ich erkläre euch einige sehr wichtige Dinge über Mythodea. Wenn ihr dann immer noch lieber mit einer Möhre auf jemanden los gehen wollt, der die Gastfreundschaft der Oshead in keinster Weise beleidigte, dann werde ich schlicht diese Taverne verlassen - wenn euch dann wohler ist. " Er sah zu Taktshad herüber. "Ich gebe jedem der am Ende meiner Erklärungen eine Frage von mir richtig beantwortet einen Rum aus. Wäre das ein für euch lohnender Handel?"

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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   So Jun 11, 2017 1:44 pm

Vhenan saß derweil mit einem schwachen Grinsen mitten im Gewusel, nahm Aussagen ihrer Freunde und Bekannten auf und verarbeitete sie innerlich. Es war höchst interessant was hier so gesagt wurde, besonders die Sachen, die eigentlich gar nichts mit Magie zu tun hatten. Sie musterte einige Gesichter nach gewissen Aussagen und versuchte in deren Köpfe zu blicken, während sie ihren Tee trank. Sie war innerlich am 'Arbeiten' und nicht mehr nur zum Spaß hier.


Sie hielt sich vorerst heraus und schmunzelte, als Lazantin das tat, was er am liebsten tat. Er drohte mit Geschwurbel.
Sehr ihr... auch in einer Robe kann ein Gomba stecken“, war das erste, das Vhenan nach einer langen Zeit sagte.
Ich finde das ist ein gutes Angebot... Nehmt es an. Im Übrigen...“ Sie wandte sich jetzt an alle Anwesenden und musterte sie eindringlich. Das konnte sie nicht so stehen lassen.


Unsere Pakata hatte immer schon Macht... sie liest die Karten, weist uns den Weg, sie kann unsere Gedanken lesen und handelt im besten Sinn für uns. Ihr wisst doch offensichtlich nicht, ob sie eine Mave ist oder nicht... das hat euch bisher nicht an ihr zweifeln lassen. Dann zweifelt auch jetzt nicht. Sie ist doch erst vor Kurzem davon gereist, um Heilung für die Grippe zu holen, die hier umging. Kräuter... Salben... auch das kann ein Mavoch nutzen... bist du...“ Sie wandte sich an Taktschad und grinste leicht. „Jetzt auch eine Mave, weil dein Sternzucker mich beeinflusst? Oder dein Lächeln? Es gibt viele Arten von Magie. Sie ist nicht böse... und es kommt auf die Gesinnung desjenigen an, der sie wirkt. Nicht jeder Magier ist wie die aus Naevi... Es gibt auch nette...

Dann stand sie auf und griff nach der Karotte.
Und jetzt hört ihm zu, mein Durst nach Rum wird größer.
Dann setzte sie sich wieder und aß die Karotte.
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   So Jun 11, 2017 3:12 pm

Ha! Oshead ..." Taktshad war auf die Bühne gesprungen und räkelte sich lässig an einer der Käfigstangen. "Die da, die nani da drüben", sagte sie und zeigte auf Vhenan, "die ist Oshead. Wir hier sind nur Takbali. Aus Ortac eben."
"Auf Schlachtfeldern rumwühlen, sich mit mavoch anlegen, bei Hof dem jazha den chocha lecken - das ist was für die Verrückten. Die mit den Großen spielen wollen. Wir sind keine solchen Spieler."
"Wir sind sozusagen Nicht-Spieler", warf Zcarena ein und lehnte sich an die vierte Wand (des Zeltes). "Wenn die feinen Herren mit den felrachn jonid 'Aufschlitzen' spielen gehen, dann bleiben wir brav daheim und lassen's uns wohl sein."
"Außer, es ist mal wieder Weltuntergang", sagte Yaimbwar. "Oder der Rum ist alle."
"Aber das ist doch ...", legte Taktshad vor, und auf das Stichwort fielen alle Naihlar mit ein: "GENAU DASSELBE!" Selbst Kenjeniell ließ sich von der wilden Fröhlichkeit anstecken. Für einen kurzen Moment war die Spannung gelöst.

Dann, als Vhenan gesprochen hatte. "Hast du gehört, Taktshad? Du bist auch eine mave. Soll ich dir ...", sagte Yaimbwar und schwenkte die Rübe. Die Angesprochene streckte ihm nur grinsend die Zunge raus und lächelte Vhenan magisch an.
"Aber die Wette ist gut, warf Lumia ein. Wenn er kein mavoch ist, der Herr Rotkutte ohne Knauf am Ende, dann soll er reden und die Runde schmeissen."
"Moment, moment. Das gefällt mir noch nicht so ganz", entgegnete Yaimbwar und hockte sich zu Vhenan und Lazantin an den Tisch. "So hast du dir das vielleicht gedacht, Meister - dass du hinterher sagen kannst, wir hätten's nicht begriffen, und musst nichts zahlen. Das machen wir anders. Kenjeniell, stell' hier mal ein Tablett hin. Drei Flaschen, acht Becher." Er klopfte sich vielsagend auf den Beutel, winkte die anderen heran und fuhr fort, etwas leiser: "Wir sind hier ja nicht alle erst kurz vom Boot gesprungen, wie die arme Kleine. Also, die andere Kleine", sagte er mit einem Zwinkern zu Vhenan.
"Du erzählst jetzt deine Geschichte, und wenn einer von uns meint, dass er was kapiert hat, dann kriegst du einen Schluck spendiert."
"Hey, das gefällt mir. Und wenn einer meint, dass er nur cadith redet, dann trinkt er selbst was. Und der sogenannte Herr Gomba muss das zahlen."
"Genau. Und wenn Meister Stadtgründer hier so toll ist, wie er behauptet, dann redet er bis zum Schluss nur verständliches Zeug, zahlt keinen einzigen Kupfer und ist trotzdem dost."
Es waren jetzt, mit Kenjeniell, die den Rum brachte, alle am Tisch versammelt. Sogar Harthmut hatte sich in eine Ecke gelümmelt. Taktshad beugte sich tief, tief über den Tisch und hauchte Lazantin zu: "Also, was ist Süßer. Das schaffst du doch. Fang an - wir sind alle hier ganz ... offen ... für dich."
Und klimperte mit den Wimpern.
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   So Jun 11, 2017 10:44 pm

Lazantin sammelte sich und atmete hörbar durch. "Gut, ich werde euch gleich einige Dinge erklären zu Mythodea und wenn es unverständlich ist, Vhenan nennt es gern "geschwurbel", dann zahl ich nen Rum. Allerdings, müsst ihr mir dann auch genau sagen, warum es unverständlich ist." Er sah ernst in die Runde. "Sonst muss ich davon ausgehen, dass ihr nichts verstehen wollt. Aber da ich keinen Rum trinke, schlage ich vor, das einer von euch meinen Rum dann trinken darf, ich bezahle aber trotzdem." 
Er schob den Tee etwas zurück, als bräuchte er Platz für seine Geschichte. Dann prüfte er nochmals, ob die Versammelte Mannschaft am Tisch und in der Nähe mit dem letzten Vorschlag einverstanden und aufmerksam waren.

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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Mo Jun 12, 2017 12:40 am

"... keinen Rum trinke ... " Er hatte die Worte kaum ausgesprochen, da schallte es ihm auch schon von allen Seiten entgegen. "Feigling." "Angsthase!" "Das soll ein Gomba sein? Da habe ich aber ... mehr erwartet." "Abstinenzler, elender." "Hey, das geht zu weit!" "Ja. Schon gut. Tut mir leid. Aber feig ist er trotzdem."

Schließlich macht Taktshad dem Ganzen mit einer Handbewegung ein Ende. "Also gut. Wenn's denn unbedingt sein muss. Will er nicht, muss er nicht. Aber" - sie hockte sich mit dem Rücken zu Lazantin auf den Tisch und hob die Hand zum Brusttuch - "soll keiner sagen, dass die Takbali nicht bereit wären, was zu lernen. Also geb ich was dafür her. Rum, wenn er was schwurbelt, das keiner kapiert. Und wenn ihr was begriffen habt" - ihre Hand legte sich sacht und die Schleife an der linken Schulter -"zeig ich was. Außer für den tranigen Knauflosen, der sieht nix. Vielleicht geh ich sogar an die Stange, wenn ihr euch richtig gut anstellt ... "
Lazantin konnte es natürlich nicht sehen, aber Taktshad hatte einmal mehr ihr besonderes, schamloses Lächeln aufgesetzt. Sie wackelte mit den Zehen ... unter anderem.

Zcarena und Yaimbwar schauten sich grinsend an, während Lumia die Augen verdrehte. "Tak-tshad. War ja wieder ..."
"Na, ich beklag' mich nicht. Soll er halt trocken bleiben. Dann mal ran, großer Gelehrter. Erleuchte uns, wir unwissenden Massen." Und Yaimbwar stützte die Ellenbogen auf den Tisch, legte den Kopf darein und schaute wie der unschuldigste Schuljunge am ersten Tag in der Schreiberschule.
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Mo Jun 12, 2017 1:01 am

Das dürfte deine Reisekasse halbieren,“ antwortete Vhenan trocken und grinste. Sie nickte zustimmend und war mit allen Bedingungen einverstanden, aber sie kannte das ja schon von dem Herrn Oberfuchtler. Deswegen wandte sie sich schlichtend an die protestierende Meute.


Glaubt ihr wirklich, dass es klug wäre einen Mavoch abzufüllen und ihm die Kontrolle zu entreißen? Ihr wisst wie das endet, wenn es eskaliert. Ich sage nur 'Unterwäsche am Dorfbrett' und 'Postschnecke'. Zauberei und Rum vertragen sich erst recht nicht.


Sie wirkte ungewöhnlich ernst dabei und beobachtete ihre Freunde unauffällig und entließ sie auch nach ihren Worten und Taktschads Versprechen nicht aus ihrer prüfenden Aufsicht. Allerdings deutlich abgelenkter. Wirkte der Tee schon oder war es die lange Abwesenheit, in der sie nur langweiligen Herren oder befreundeten Huren aus Münzquell begegnet war?


Oh...“ Sie wirkte kurz wieder fröhlicher, räusperte sich aber und tat so als wäre sie nicht interessiert. „Das ist ja nichts, was wir nicht schon gesehen hätten....“ Dennoch erhob sie sich und rückte mit dem Stuhl in ein besseres Sichtfeld, um bloß nichts zu verpassen. Endlich war sie wieder Zuhause und sie hatte die Gewissheit, dass ihre ersten Schritte vollkommen richtig gewesen waren. Die Schritte, die sie vom Schiff direkt hierher geführt hatten.


Apropos hergeben....“ Sie deutete auf das grüne Tuch, das um ihren Arm gewickelt war.
Ich habe es immer noch... wenn du es wiederhaben willst, musst du es dir holen.“ Nani war tatsächlich gerade überhaupt nicht an Lazantins Geschwurbel interessiert. Aber sie hatte diese Lektionen auch schon bekommen. Vermutlich...
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Lazantin Gredorn
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Mi Jun 14, 2017 12:29 am

”Die Geschichte vom Beginn der Welt Mythodea” begann Lazantin, ”und die Geschichte von Magica”. Er erhob sich mit diesen Worten und griff nach dem vollen Rumkrug.

”Es beginnt mit dem Nichts!”er deute auf die Stelle, an der der Rumkrug stand und wischte mit der flachen Hand über den Tisch.”Es gab weder Krug, noch Rum. Kein Wasser, kein Feuer, keine Luft und keine Erde. Aber…” er stellte vier leere Becher in die Mitte ”aus diesem Nichts trat dann etwas hervor. Denn dieses Nichts war voller Möglichkeiten. er stellte die Becher dichter zusammen, so dass sich ihre runden Öffnungen berührten, jedoch ihnen jeweils eins unberührt gegenüber war. Er füllte die Becher, knapp bis sie voll waren. ”Es entstanden die vier Elemente: Erde, Luft, Feuer und Wasser.” Sinnbildlich zeigte er auf jeden der einzelnen rumgefüllten Becher.”Sie waren das erste, was für unsere Welt, Mythodea oder wie es in der alten Sprache heisst: Mitraspera, von Bedeutung ist. Die vier Elemente hatten jedoch ein Problem. Sie konnten einander nicht näher kommen. Stattdessen verdrängten sie sich gegenseitig oder hoben sich auf.” er schob, vorsichtig um die Missgunst der Zuhörer durch verschütteten Rum nicht zu erregen, die Becher gegeneinander. Es tat sich nichts, außer dass der Rum in den Bechern etwas schwappte. ”Bewegte sich die Luft, zog die Erde sie zurück. Floss das Wasser, ließ das Feuer es verdampfen. Aber weil sie sich dauerhaft gegenseitig störten in ihrer Bewegung und ihrem Wettkampf, konnte keine Welt entstehen. Selbst wenn es Wesen gegeben hätte, die aus diesen Bechern Rum trinken wollten, es war nicht möglich. Zudem hätte jede Unachtsamkeit dabei mehr Rum verschüttet als es gut wäre. ”

Er sah in die Runde, ob alle noch folgen konnten. ”Die Elemente wollten aber, dass dieser untragbare Zustand endlich endet. Dazu hatten sie einen gemeinsamen Wunsch. Dieser Wunsch ist, gemeinsam existieren zu können. Dies führte zur Geburt Magicas.”er nahm einen fünften Becher und stellte ihn mittig zwischen die anderen vier. Dann kippte er von jedem der vier Becher etwas in den mittleren Becher, bis dieser voller war als die vier. Dabei sprach er weiter ”Magica enthält einen Teil aus jedem Element. Deswegen kann sie mit jedem Element zusammen etwas dauerhaftes schaffen, ohne die anderen dabei zu stören. Man könnte sagen, Magica bringt zusammen. Die Elemente konnten nun alle miteinander etwas tun. In der Schöpfungsgeschichte ließen sie die Welt entstehen, Mitraspera, und mit der Welt die ersten Wesen, die Weltenkinder. Die Weltenkinder waren somit die ersten, die auf Mitraspera auf alle fünf Elemente anstoßen konnten, denn Magica wurde auch zu einem eigenen Element der Schöpfung.”

[Er nahm alle Becher, die aufgetischt waren und füllte in jeden Rum ein, entnahm aus dem “Magica-Becher” alles an Alkohol und füllte um, so dass genug in den Bechern für die Zuhörer waren. Er teilte an jeden aus. ”Verstanden, oder nicht. Diese Runde geht in jedem Fall auf mich.” meinte er vergnügt und schob mit einem Augenzwinkern hinterher: ”Denn Magica bringt Gemeinschaften zusammen und führt zum Ausgleich. Ohne Magica, keine Welt und kein Rum.”

 

War auch in seinem Tee irgendwas? Irgendwie wirkte er euphorischer als sonst...

_________________
Meister Scolari und Erzkanzler der Akademie der Erkenntnisgewinnung und Verteidigung von Mitraspera zu Kelemthal,
Kastellan von Kelemthal
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Mi Jun 14, 2017 12:22 pm

War in dem Tee etwas? Selbstverständlich würde Taktshad ihren Gästen nie etwas geben, das sie nicht gewollt hätten.
Aber wenn in der Küche, als der Sternzucker aus der geschlossenen Schale geholt und in die andere Tasse getunkt worden war, ein oder zwei Bröckchen abgesplittert wären, nicht aus böser Absicht, nur aus Unachtsamkeit und weil es noch so früh am Vormittag war, und wenn dann diese Bröckchen ein wenig länger in der Tasse des Zauberers liegen geblieben wären und vielleicht ein wenig von ihrer Wirkung in den Tee gegeben hätten, und wenn sie jemand, vielleicht sogar Taktshad selbst, erst nach mühseliger Fummelei wieder hinausbekommen hätte, und wenn dann noch jemand, statt den verdammten Tee noch einmal aufzubrühen, einfach noch ein weiteres Jasminblatt hineingelegt hätte, um den Geschmack zu übertönen, der ja auch wirklich nur einen Hauch zuckriger eingefärbt gewesen wäre, und wenn dann dieser Jemand diese Tasse hinausgetragen hätte, und sie dem Gast hingestellt hätte, weil, es wäre ja wirklich nur eine winzige Menge gewesen, kaum der Rede wert, und überhaupt, ein mavoch sollte doch mit so etwas zurechtkommen und sicherlich ist Sternzucker ja an sich völlig harmlos, und vielleicht wird er ein wenig fröhlicher, und wenn er den Männern nachstarrt ist das sicher gut für das Geschäft und es ist ja eigentlich gar nichts, wirklich nichts dabei oder darin, wenn man es genau bedenkt ...

... und wenn all diese Dinge so passiert wären, dann wäre das doch bestimmt nicht so schlimm.


Ach, das alte Ding? Das hast du immer noch? Ich habe so viele Tücher geschenkt bekommen ... ", meinte Taktshad, und streckte zum Beweis den Arm aus. Sie kicherte. "Das ist ja niedlich, dass du das noch hast. Vielleicht können wir ..." ... aber da begann Lazantin damit, die Schöpfungsgeschichte von Mythodea zu erzählen. Und diese wurde ausgiebig kommentiert.

"Also, am Anfang nix, dann Rum. Das klingt gut. Rum aus dem Nichts. Wenn das deine mav ist, dann kannst du von mir aus hier herumhexen, bis die Flaschen platzen", krähte Zcarena von der Seite hinein. "Alle allein am Anfang. Wollen, und können doch nicht. Das ist traurig. das verstehe ich", meinte Taktshad, was zu demonstrativen Unglaubensbekundungen führte.
"Zeigt mal'n biss'l Respekt, ihr Ortakis! Das ist die Heilige Schöpfung, die er uns erzählt. In Ihrer Gnade ham' die Elemente die Welt geschaffen, und wir dürfen drauf 'rumgehen. Das ist nicht so wie anderswo, wo die Götter fern sind", meinte Harthmut, aber Lumia knurrte ihm sofort entgegen: "Pass du auf, was du sagst. Die Weltenlenker sind immer bei uns, auch hier. Nur, weil man's nicht sieht, heißt es nicht, dass es nicht da ist." Aber als dann die Becher gefüllt und die dazugehörige Erklärung ausgegeben wurde, war man sich wieder einig. "MA MAGIKA!", tönte es durch das Zelt. "Auf die Harmonie." "Auf die Freundschaft." "Auf den Rum!"
"Auf das Zusammen ... kommen", schnurrte Taktshad, und spielte an ihrem Schulterband. "Ich glaube, das haben alle verstanden, hm?", fuhr sie fort, und zog langsam, ganz langsam daran ...

"Äh ... ich weiß nicht ...", meldete sich Kenjeniell von der Seite. "Also, ich meine, ich hab's schonmal gehört ... hat jeder hier, denke ich ... aber, also ... "
"Spuck‘s schon aus. Du bist ja schlimmer als der mavoch."
"Also, erst ist da Nichts ... dann die Elemente, klar. Und sie können nichts machen, weil sie sich fremd sind. Nichts schaffen. Aber dann schaffen sie ja doch was - die Magica. Sie verbinden sich, um sie zu machen - jeder etwas. Aber ich dachte, sie können nicht zusammenkommen? Wieso können sie das jetzt auf einmal doch? Ich versteh's, glaube ich, nicht so ganz", sagte sie schüchtern und stellte ihren Rumbecher zurück auf den Tisch.
Yaimbwar überlegte einen Moment und nickte dann. "Das stimmt, Meister. Deine Geschichte hat einen Knick - so ganz Sinn macht das noch nicht."


Zuletzt von Oshead Erzähler am Mi Jun 14, 2017 1:43 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?
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