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 Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?

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Vhenan
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Mi Jun 14, 2017 12:40 pm

Vhenan verfolgte alles sehr erheitert und das breite Grinsen wollte ihre Lippen nicht mehr verlassen. Sie trank ihren Tee, lauschte Lazantins Geschichte und schüttelte nur den Kopf.
Ich bekomm dein akademisches Geschwurbel und die bekommen Rum? Warum hast du das bei mir damals nicht so gemacht? Ich bin beleidigt.“ Ihr Tonfall deutete darauf hin, dass sie es nicht war.


Sie beobachtete die Reaktionen der anderen und ihr Blick blieb irgendwann auf der Schankmaid hängen, die eine Frage stellte und sich nicht mit dem zufrieden gab.
Ich MAG dich!“, sagte Nani unverblümt. Dann wandte sie sich an Lazantin.


Darüber musste ich neulich auch erst diskutieren!“ Vhenan hob den Finger, dass die anderen auch nicht dazwischenquasselten.
Ich sagte Magica sei als Mittel zum Zweck erschaffen worden... weil ohne sie eben nichts lief und keinen Bestand hatte. Ich sagte auch absichtlich, dass Magica von den Kral'Urien erschaffen wurde... Magica wurde gebraucht und dann war sie da. Ist das falsch? Als Gegenargument kam, dass Magica als gleichwertiges Element, wie die anderen vier auch.... geboren wurde. Für mich stimmt das nicht... weil sie nur aus Not da ist, nicht wie die anderen von Anfang an...
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Lazantin Gredorn
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Do Jun 15, 2017 9:32 am

"Tatsächlich ist die Antwort darauf komplexer." meinte Lazantin mehr an Vhenan gerichtet als an die übrigen Trinkgefährten.
"Ihr habt gesehen, dass ich den Magica-Becher mit dem Rum gefüllt habe, der vorher in den anderen vieren war?
Jedes Element gab einen Teil von sich, dass es für den gemeinsamen Wunsch als wichtig ansah. Dadurch ist Magica Teil von jedem Element, aber doch völlig einzigartig. Die Teile, welche Magica trägt, erlauben es ihr zwischen den Elementen zu vermitteln. Luft und Erde verbinden sich nicht, wenn Magica sie nicht festhält, sich nicht um sie kümmert. Über die Magie entsteht ein Gleichgewicht, dass stabil ist und verhindert, dass mehr Luft oder mehr Erde, das Gleichgewicht aufheben."
Er grinste ein wenig. "Magica ist so zu sagen eine Gomba,
die für sich den Gewinn der Existenz aushandelt und deswegen mit vier mächtigen Parteien, die untereinander im Streit liegen, aber alle mit Magica gut auskommen, verhandelt. Und das beste daran: die vier wollten Magica und das, was sie tut, und bezahlten im Voraus eine ganze Menge. "
Dann sah er zu Kenjeniell "Deswegen ist auch ein Teil von Magica in jedem von uns. Auch in dir. Weil wir alle nur zusammen mit allen Elementen existieren können und Magica für den Ausgleich brauchen. Sonst gäbe es nur reines, klares Wasser, aber keinen Rum. Es gäbe alles versengende Hitze, aber kein wärmendes Feuer,
keinen Lebensfunken. Es gäbe nur Stürme, aber keinen Lufthauch, keinen Lebensatem. Es gäbe starren ewigen Fels, aber keine schönen geschmeidigen Körper. Nur dort,
wo Magica ist und wirkt, können wir existieren und mit den vier anderen Elementen leben."

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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Do Jun 15, 2017 1:24 pm

"Hm, hm." Yaimbwar trommelte etwas ungeduldig auf dem Tisch herum, als Lazantin seine Erklärung dozierte. "'S klingt alles ganz hübsch, was du da an Chollodan und Naihlarim gelernt hat. Aber so ganz macht das noch nicht Sinn." Er stand auf, hob den Zeigefinger und fingg nun seinerseits an, mit übertrieben didaktischer Stimme zu dozieren."Du hast zwar das 'Was' erklärt, aber nicht das 'Wie'. Es ist ja ganz schön und gut, dass deine Freundin das alles hier für uns macht. Aber wieso die anderen jetzt auf einmal was von sich da reintun konnten, in den großen Magica-Rumspucktopf" - das sorgte für verhaltenes Grinsen im Publikum - ", wo doch sowas vorher nicht ging, das hast du nicht gesagt. Ist halt so.
Und wie kann was 'einzigartig' und doch Teil von was anderem sein? Das macht auch keinen Sinn. Entweder, es ist Teil oder nicht. Der Rum hier"
- er hob die Karaffe und goss sich nach - "Ist entweder hier drin, oder da drin. Vielleicht auch noch in mir drin. Aber zwei gleichzeitig geht nicht."

Lumia nickte dazu, und sagte: "Genau. Außerdem - ich meine, ich versteh' schon, was das heißen soll, Magica Teil  von allem und so" - dabei schenkte sie ebenfalls nach und schob den Becher zu Lazantin hin - "dass dein mav halt das ist, und in allem drin, und du deswegen kein mavoch bist - schon klar. Aber nur, weil was überall drin ist, ist's noch lange nicht gut. Ich mein' die Gonorrhoe ist auch hier überall (was auf manche Naihlar in Gutenbucht sicherlich zutraf) "aber schön ist sie darum noch lange nicht. Na, 'nen Schluck haste trotzdem verdient", schloss sie, und ignorierte absichtlich, was der Zauberer erst eben noch gesagt hatte.

Taktshad seufzte bei diesem unangenehmen Thema, und verdrehte theatralisch die Augen. "Sooo viel Buchgeschwätz. Das ist doch egal. Jetzt wissen wir, wo alles herkommt, und dann kann er mal anfangen, zu erklären, was das heißen soll. Sonst sitze ich noch den ganzen Tag hier oben und habe überhaupt keinen Auslauf." Dabei gähnte sie demonstrativ und streckte die Arme weit aus.

Während sie sich rekelte, öffnete sich langsam das Schulterband. Es glitt über die Schulter, zur Seite, dann sacht, wie ein Windhauch über den Arm, und löste sich schließlich. Das Tuch fiel ihr links von der Brust - Taktshad fing es mit geübtem Geschick ab und legte kokett die Hand auf die nun nackte Haut. "Hoppelchen. Aber nicht doch - erst lernen, dann gucken.", sagte sie während sie die Gruppe spielerisch mit dem Zeigefinger tadelte.
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Lazantin Gredorn
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Fr Jun 16, 2017 9:12 pm

Lazantin seufzte, insbesondere als Yaimbwar dozierend versuchte, seine Darstellung zu tadeln. Nickte Lumia aber freundlich zu, auch wenn er nicht vor hatte etwas aus dem Becher mit Rum zu trinken.
Er schlug absichtlich seinen Dozententon, den er tatsächlich besaß, insbesondere wenn es darum ging mit Schülern in der Akademie umzugehen und diese zu tadeln, an.
"Das 'Was' der Sache und das 'Wie" hängen unmittelbar zusammen, doch vermag man das 'wie' durch das uns gegebene Unvermögen dieses 'Wie' selbst zu rekonstruieren nicht zu erkennen. So ist dies hier nicht eine reine Frage der Philosophie, sondern gar des Prakmatischen selbst." Dann sah er Yaimbwar an und wechselte zu einem normaleren Ton, der allerdings mit deutlichem Ernst unterlegt war. "Ich werde dir auch nicht erklären 'wie' dies zustande kam. Denn das ist niemandem wirklich bekannt. Es gibt Überlegungen dazu, aber die werde ich hier nicht mit euch besprechen. Aber ich kann dir zu deinen Beispiel etwas sagen. Du bist, sowie du bist, einzigartig. Obwohl du aus einer Familie stammst. Du wirst etwas von deinem Vater und auch von deiner Mutter haben. Vielleicht auch von deinen Großeltern. Du bist Teil der Familie, ob du es willst oder nicht. Aber da du einzigartig bist, kannst du dich völlig losgelöst von deinen Familienbanden benehmen. Ganz wie es dir passt. Bei deinem Bechervergleich geb ich dir recht. Es ist nicht so leicht in diesem Bild zu erklären. Ich kann nur sagen: da wo der Rum ist, ist auch ein Becher. Egal wie viel Rum verteilt wird, für jeden Tropfen wird ein Becher bereitgestellt." Dann winkte er ab, das Bild hatte seine Grenzen erreicht, was man erklären konnte. Daher kümmerte er sich lieber um den Einwand von Lumia, die er nun ansah.
"Und du hast auch recht. Nur weil etwas in allem ist, muss es nicht gut sein. Das stimmt aber für alle Elemente. Weder das Feuer, noch Wasser, noch Luft, noch Erde und auch nicht Magica, sind gut. Sie sind aber auch nicht böse. Sie existieren und tun das, wofür sie entstanden. Ob du, oder ich, das als 'gut' bewerten, ist völlig egal. Ohne eines dieser Elemente jedoch, würde jede Existenz enden und wir alle bräuchten uns keine Gedanken machen, ob man mit Rum die Schöpfung erklären kann. Allerdings, bin ich ein Freund davon, nicht zwischen den Elementen zerrieben zu werden. Deswegen schätze ich Magica sehr.
Und wenn es darum geht, Zauberei zu lernen, das könnte eben jeder von euch mit etwas Fleiß und Arbeit schaffen. Weil alle Elemente eben in euch sind, kann jeder auch Zauberei erlernen. Wofür diese Person diese Fähigkeit dann einsetzt, dass könnt ihr als gut oder böse bewerten."
Er lehnte sich entspannter zurück und nahm einen Schluck des Jasmin-Tees.

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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Mo Jun 19, 2017 4:04 pm

Yaimbwar trommelte weiter, während Lazantin dozierte. Immer wieder hob er den Kopf, um etwas zu sagen, grummelte dann doch aber nur einige Wortfetzen in seinen strähnigen Bart hinein. Er wirkte nicht glücklich über das, was er hörte. "Hab's doch gewusst ... Schwätzer, elender ... cadith ... schlucken soll man's, aber wenn man dann ..."
Schließlich legte ihm Zcarena eine Hand auf die Schulter und schüttelte kurz mit dem Kopf. Er beruhigte sich ... ein wenig.

Als Lazantin fertig war, waren die Naihlar eine Weile lang untypisch ruhig. Es war auch Hartmuth, der als erster wieder redete. "Also. Da hört ihr es. Die Magica ist ein Heiliges Element und nicht böse. Mann muss die Elemente ehren und heiligen, weil sie gut ... äh ... also, weil sie Schöpfer sind, aber von allem, und darum ... hm." Er guckte recht verwirrt drein. "Ich mein', was sie wollen, ist gut, selbst, wenn sie's selber nicht sind ... oder so. Aber auf jeden Fall sind sie nich' so, wie ihr Ortakis das euch so denkt", schloss er ein wenig selbstsicherer. "Ja. Wenn man das alles so fressen will, wie der litochan das sagt. 'Nicht hier besprechen', so ein cadi ..."
"Ach, sei still. Der mavoch hat sein's gesagt, und jetzt lassen wir es gut sein", unterbrach ihn Taktshad. "Ich glaube, mir gefällt etwas, dass weder gut noch böse ist ...", fuhr sie, begleitet von einem kalkulierten Augenaufschlag ins Publikum, fort. Und weil die Naihlar nie zuviel Aufmerksamkeit haben konnte, drehte sie sich auf dem Tisch herum, streckte die Beine in die Höhe und drapierte die schwarze Haarmähne gekonnt auf Vhenans Schoß. "So bin ich doch auch ... nicht wahr, Nenani?"

Während Zcarena giftige Blicke verschoss, drehte sich Lumia zum Zauberer um, entschlossen, endlich etwas Greifbares aus ihm herauszuziehen. "Gut, gut. Deine Magica ist also 'n großes Mädchen, und das, was du so machst, das ist was, das ist hier normal und kann jeder. Nicht so wie bei uns, wo einer mavoch wird, weil die Mutter, als sie schwanger war, von einer Kröte angestarrt wurde, die von einem Hahn ausgebrütet worden ist."
"Oder weil er nachts an Vollmond in einen stillen Teich geguckt hat. Oder weil eine Eule an seiner Wiege vorbeigeflogen ist, als es Sonnwende hatte. Äh ... das hab ich so gehört", sagte Kenjeniell, wieder etwas verschüchtert, als sogar Taktshad sie anstarrte.
"Oder weil ihm kein wola am kao wachsen will, und er dann einem Wurzelmann seinen linken yukada gegeben hat, damit die Frauen nicht mehr über ihn lachen", setzte Yaimbwar mit sichtlicher Lust an der Bosheit nach. "Oder weil sein korth ..."
"Ist gut jetzt", unterbrach ihn dieses Mal Lumia. "Wenn es also nichts Böses ist, wie du's machst" - Kichern aus Vhenans Schoß - "(Klappe, Taktshad), also, wie du's machst - dann kommt jetzt, wie du's gesagt hast, das, was du so damit machst."
"Genau,, Meister. Was machst du denn so mit deiner Magica.
...
Ist ja gut, Taktshad. Kannst aufhören zu kichern."
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Lazantin Gredorn
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Mo Jun 19, 2017 4:59 pm

Lazantin lies die Beleidigungen einfach an sich abgleiten. Er hatte kein Interesse die Befürchtungen von Yaimbwar weiter zu kommentieren. Wer nicht begreifen will, der würde es irgendwann eben anders lernen müssen, als durch guten Rat.
Die Ausführungen von Kenjeniell und Lumia verwunderten ihn allerdings erneut.
Er antwortete mehr zu Lumia, als auf die Aufforderung von Yaimbwar.
"Ich lebe mit dieser Fähigkeit ein angenehmes Leben und helfen Leuten, das ebenfalls zu tun. Ob es nun Heilung von Verletzungen ist, oder zur Abwehr von Feinden. Aber ihr könnt gern Vhenan fragen,wie sie mich einschätzt und was ich mit den Kräften, die Magica uns allen verfügbar macht, bisher getan habe." Er sah dann aber doch Yaimbwar an.
"Es ist nicht 'meine Magica', genauso wenig wie es 'dein Aqua' ist. Ich verstehe nicht, warum deine Ablehnung gegen etwas, das diese Welt so stark durchdringt, so groß ist? Möchtest du für immer dich fremd in diesem Land fühlen?" Es war eher neugierig als vorwurfsvoll, wie fragte. Sein Blick blieb aber abschätzend auf Yaimbwar ruhen.
Den Spielereien von Taktshad hatte er nur flüchtig mit einem Blick gewürdigt.

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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Mo Jun 19, 2017 7:45 pm

Während andere diesen Gesten nur schwaches Interesse entgegenbrachten, wurde Vhenan plötzlich wieder sehr aufmerksam.
Weder gut noch böse, hm?“ Die Naihlar grinste in das andere Gesicht hinunter. „Du bist eine Gomba... du bist zur gegeben Zeit das, was du sein musst... damit das beste für dich rausspringt“, antwortete sie stolz, denn das machte einen vernünftigen Gomba doch aus. Sie legte eine Hand an Taktschads Wange und hielt den Blick ein paar Augenblicke, bevor er entrückter wurde, fremder. Sie nahm das Kichern nur passiv auf und sah Lazantin entgegen.


Du kannst ihnen nicht verübeln, dass sie so denken. Wir sind damit groß geworden, in unserer alten Heimat ist Magie schlecht und verantwortlich für Tod und Leid. Kaum etwas nützliches ist daraus geboren. Mir fällt auf Anhieb sogar rein gar nichts ein.... Erst kürzlich hat der Krieg uns Naihlar einen Dolch ins Herz gerammt... der Krieg nahm uns den Archon... jeder von uns hat Dion auf seine Weise geliebt.... Wir kennen es nicht anders. Und viele von ihnen sind vor dem Krieg Zuhause geflüchtet. Sie kamen her, um ein neues Leben zu führen. Shäekara bedeutet Neubeginn.... und das erste was sie sahen und spürten war der falsche Winter und die Bedrohung aus der Kelriothar. Sie bringen es mit Magie in Verbindung und das ist in der alten Denkweise nicht falsch. Es ist sicherer für sie. Und hier in Takbal ist niemand, der es sie anders lehren könnte. Wir sind abgeschlagen von vielem. Du kannst nicht als erster herkommen und nach diesen wenigen Worten erwarten, dass sie anders denken. Das funktioniert so nicht.... es sind nur Worte, die ihnen nichts bedeuten müssen... sie müssen es spüren“, antwortete sie ruhig und spielte mit einer Hand unbewusst in Taktschads Haarpracht.


Aber ihr anderen... ihr müsst offen sein für Neues. Die Magie ist hier anders. Wir sind nicht mehr auf Ortac... Ihr müsst hier anders denken.

Ein tadelnder Blick traf den Erzkanzler nun. „Das hättest du ihnen aber nicht so direkt sagen sollen, ich wette, dass einige es später ausprobieren... gibst du Kindern immer geschärfte Messer zum Spielen?“, fragte sie provokant, aber nicht mit bösem Unterton. „Nicht jeder wird die Zauberei so einsetzen wie du... davon auszugehen ist gefährlich.
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Lazantin Gredorn
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Mo Jun 19, 2017 10:12 pm

Den tadelnden Blick von Vhenan beantwortete Lazantin mit einem milden Lächeln. "Nur weil es jedem möglich ist, bedeutet es nicht, dass es einfach wäre zu erlernen. Sie müssen sich dafür schon sehr mit dem Land und den Elementen auseinander setzen. Nein ich gebe Kindern keine geschärften Messer, ich gebe ihnen einen Weg den sie gehen können." Er sah in die Runde, blieb aber dann wieder bei Vhenan. "Ich glaube an die Eigenverantwortung eines Jeden. Aber du hast recht, was die Herkunft angeht." Dann sah er die Zuhörer entschuldigend an. "Es tut mir leid, falls ich eure Sorgen bezüglich der Magie nicht ernst und eure Herkunft nicht genug gewürdigt habe", meine er ernst, "Für mich war Mythodea ein Neuanfgang, genau wie für euch. Für mich und jene die in Kelemthal leben, war es aber auch ein Hintersichlassen der ganzen mitgebrachten Vorstellungen, von Göttern und Zauberei oder auch von feudalen Systemen. Hier gestalten wir alle zusammen eine neue Zukunft. Aber um das zu können, müssen wir die Gesetze des Landes kennenlernen und akzeptieren." Schließlich sah er sehr zufrieden Vhenan an. Irgendwas in seinem Gesichtsausdruck sagte schlicht: du scheinst etwas wichtiges zu begreifen.

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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Do Jun 22, 2017 8:15 pm

Während Lazantin noch antwortete, hatte sich Kenjeniell erneut in die Küche zurückgezogen. Es lag auf einmal so ein scharfer Ton in der Luft - die zierliche Naihlar mochte keinen Streit. Und natürlich war ihr der Zauberer immer noch unheimlich.
Sagte sie sich zumindest. So war es doch immer gewesen, oder etwa nicht? Magie war eine gefährliche, düstere, und, am allerwichtigsten,
unanständige Sache, mit der sich normale Leute nicht befassten. Sonst drohten verschiedentlich schlimme Dinge an bestimmten Körperteilen.
Aber hier war alles irgendwie anders. Das Land war größer, ernster, unterschiedlicher. Es gab so vieles, dass man sein konnte, nicht nur die Seefahrer/Kneipenvogel/Gassenhalunken-Karriere, die mehr oder weniger alle Naihlar machten. Jeder konnte, jeder durfte, jeder hatte die Möglichkeit, etwas zu versuchen ...
Kenjeniell stand am Küchentisch und zeichnete nachdenklich Muster in das Mehl.



Unterdessen, im Schankraum:
"Ich fühl' mich ganz wohl hier", meinte Yaimbwar, und entspannte sich demonstrativ. "Ich hab doch gar nichts gegen deine Elemente, mavoch. Aber wir Naihlar ... hm, also, wir Naihlar" - er starrte einen Moment lang an die Zeltwand, suchte nach Worten - "wir fahren weit hinaus, sehen viele andere Länder. Aber wir lassen uns nicht verbiegen. Wir bleiben, wie wir sind. Und nur, weil wir jetzt hier sind, heißt das noch lange nicht, dass wir das alles so nehmen, wie ihr's uns vorsetzt. Wir singen weiter unsere alten Lieder und ändern uns nicht. Du hast dich da verändert, nani", sagte er in Richtung Vhenan.
"Aber Heilen und so etwas, das klingt gut. Zu Hause gab es das nicht - nur Kräuter und Nadeln und Stoff. Wunden verschwinden lassen, das ist gutes mav", mischte sich Lumia ein, sichtlich bemüht, die Stimmung zu retten.
"Oder den Schädel am Morgen verschwinden lassen", tönte es aus Vhenans Schoß. Taktshad spielte lässig mit ihren Locken, als sie fortfuhr. "Oder was zaubern, dass man sich nicht immer Sorgen machen muss, du weißt schon, dass da was wächst. Kannst du sowas, mavoch?" Sie grinste, und fuhr sich demonstrativ über den Bauch.


Alle. Auch sie. Nicht einfach nur Schankmaid, Küchenhilfe, Kotzwegputzerin. Kenjeniell, die Meisterzauberin. Kenjeniell, die Erzmagierin. Die mächtige, furchterregende (und doch verführerische) Hexe.
Was hatte sie da mal aufgeschnappt? Ein Kreis aus Reis, oder so. War es nicht Vhenan, die das gesagt hatte? Es musste eine Bedeutung haben.
Nun, ein wenig Reis war noch da ...



"Dion geliebt? Pah, hör mir auf. Ein selbstgefälliger chochahk war das. Aber er war unser Archon - das hat nichts mit euren jazha hier zu tun, heißt nur ähnlich - und das zählt für etwas", sagte Zcarena. "Genau so", stimmte Lumia zu. "Und Nenani hat recht - was wir hier an Hexerei gesehen haben, das war auch nur selten was Gutes. Winter und Weltenbrecher und Salzregen über'm Hafen und Windleute, die morden kommen - das macht einen nicht gerade zutraulich für eure Magie hier. Schon klar, ich weiß - das machen die anderen, die sind böse. Aber eure Magie hält sie jetzt auch nicht eben besonders machtvoll davon ab, oder?"
Taktshad hatte indessen realisiert, dass Vhenans Aufmerksamkeit deutlich stärker auf dem ach so wichtigen Gespräch lag, als auf irgend etwas Anderem (oder etwas ganz Bestimmtem). Sie räkelte sich noch einmal demonstrativ - hatten denn hier alle ihre Augen verloren? - und sprang dann auf. "Ihr seid alle so ernst geworden. Das hier ist das 'Lange Rohr' nicht das 'Kartenhaus'! Pffh - wenn ihr rumtelshaffen wollt, geh ich gucken, was Kenjeniell macht. Ruft mich, wenn ihr'n Auge wieder auf was Wichtigem" - sie straffte das Brusttuch zurecht und wackelte mit dem Hinterteil - "habt."
Und stolzierte von dannen.


Ein Kreis - eigentlich gar nicht so schwer. Reis, für die Form. Mehl, für die Zeichen. Hatte sie diese Zeichen nicht schon irgendwo mal gesehen? Auf der Robe von dem mavoch, genau! Und noch woanders, ab und an, hier und da ...
Feuer, Wasser, Luft ... Dingsda, Erde, genau. Und diese Magica. Hexerei, eben. Vielleicht noch etwas Handfestes, für diese fünf Sachen. Kerzenflamme, Wassertropfen, Kieselstein, bisschen pusten, und ... hm ... vielleicht was aufschreiben?
Kenjeniell wusste nicht wirklich, was sie da tat, nur, dass es ihr immer leichter von der Hand ging.



"Neuanfang? Hinter uns lassen? Hast du nicht zugehört? Wir sind Naihlar - wir nehmen unsere Sachen immer mit! Und auch die von allen anderen." Das sorgte für ein wenig verhaltenes Grinsen beim Rest. "Und die Weltenlenker, die kommen auch mit. Ganz gleich, was ihr hier behauptet - die bleiben bei uns. Hab' noch nie ein neues Land gesehen, wo man sich wirklich an die Regeln halten müsste." Lumia stupste ihm in die Seite, zuckte dann aber entschuldigend mit den Schultern. " 'S ist schon wahr, was er sagt. Wir haben uns noch nie angepasst - das machen nur immer die anderen. Von Ausnahmen" - sie warf Vhenan einen kurzen Blick zu - "mal abgesehen. Aber ich weiß nicht ... ich meine, wenn wir jetzt hier länger bleiben wollen ... " Sie sah sich etwas hilflos um, und Zcarena nahm den Ball auf. "Schadet nichts, Land und Leute und Regeln und Herrschaft und so zu kennen. Aber darum nehmen wir das noch lange nicht so, wie ihr es uns hinhaltet. Ihr seid ohnehin ein bisschen komisch", sagte sie und kicherte, etwas selbstgefällig. "Und überhaupt ..."
Rumpel! Krach! Schepper!
"Kenjeniell! Was MACHST du da?!"


Einige Minuten zuvor:
Eigentlich ganz leicht. Zeichnen, Schreiben, Nachfahren, Wünschen, Hoffen ...
Da war etwas. Nicht ganz hier, nicht ganz da, irgendwie jenseits der Sinne. Halb erspürt, halb erahnt. Man konnte es berühren, ja .... ein wenig. Vielleicht halfen die Namen - wie waren sie noch gleich? "Tärra. Akwa. Iknis. Ajeris", flüsterte Kenjeniell. "Magika!"
Ein flaues Gefühl im Magen. Ein Kribbeln in den Händen. Anspannung ... Ziehen ... Reissen .... und dann ...
Nichts.
Nur eine Sauerei auf dem Boden.
"Na, soviel zu ...", sagte die Naihlar, die Arme in die Hüften gestemmt - als auf einmal, woher auch immer, ein Wind aufbrauste. Durch die Küche fuhr. Töpfe, Pfannen, Krüge und Besteck aus den Regalen schmiss.
Und wieder verschwand.


Zuletzt von Oshead Erzähler am Do Jun 22, 2017 9:53 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Ist noch irgendetwas so, wie es vorher war?   Do Jun 22, 2017 8:40 pm

Lazantins Blick konnte Vhenan gerade nicht deuten, aber er missfiel ihr irgendwie und sie blickte mürrisch zurück. Dann sah sie mürrisch zu ihren Landsleuten.

Ja, ich habe mich verändert... aber ich frage dich, Yaimbwar... bist du sicher, dass du es nicht hast? Du bist Seefahrer, du reist von Ort zu Ort und du bleibst Naihlar, immer und überall, auch ich bin noch ein Gomba... aber du musst dich anpassen, damit du am Leben bleibst, damit du Profit machst. Unser Coppa, Vil und Lora.... die Münzen... die werden nicht überall genommen, du musst das Geld des Landes annehmen, um über die Runden zu kommen. Tust du das, leidest du... hier geht es nicht um Geld... es geht um andere Dinge, die dir Vorteile verschaffen. Wissen... die Elemente. Du kannst sie ignorieren und weiter nur Naihlar sein. Aber wir Naihlar sind die Herren der Meere, wir herrschen und bezwingen. Wir lassen uns von nichts einschüchtern, nur weil wir es nicht kennen. Wir stellen uns ihm entgegen und zeigen ihm wer den Hut aufhat... wir haben Angst vor der Magie... vor der Magie, die zu Hause auf Ortac wirkte... hier ist sie anders. Willst du den Feind nicht kennen? Wie willst du dich gegen ihn verteidigen? Vielleicht merkst du bei deinen Studien, dass es kein Feind ist... du kannst nicht irgendwo sein, ohne dich anzupassen. Du kannst auch nur vorgeben dich anzupassen... aber in jedem Fall musst du die Grundlagen kennen. Wie willlst du im Glücksspiel betrügen, wenn du die Regeln nicht kennst, Jaspa?“, fragte sie direkt nach und sah Taktschad hinterher, die beleidigt davonstöckelte. Sie hatte doch gar nichts gemacht und es als ziemlich gemütlich empfunden.


He, jetzt sei nicht bleidigt. Es gib einen Mavoch, der kann Frauen wieder jungfräulich machen... damit verdient das Hurenhaus mehr.... weil Jungfrauen mehr einbringen. Da hat der Mavoch jede Nacht was zu tun. Ich sage dir, dass diese Art von Magie durchaus profitabel ist!“, rief Nani einmal quer durch den Raum, für jeden gut hörbar.

Siehst du...“ Sie wandte sich ihren Freunden am Tisch wieder zu. „Auch das geht... das ist wohl auch eine Art von Heilung.... und ein Gomba bezahlt einen Mavoch dafür. Ich kenne ihn sogar...“ Sie grinste breit und trank einen Schluck Tee.

Was sich in der Küche abspielte war nur durch Lärm auszumachen. Dennoch drehte sich Vhenan kurz um, um herauszufinden was Taktschad jetzt wieder hatte.
Ist sie neuerdings immer so hysterisch?
Das Geschepper war zwar merkwürdig, aber auch nicht weiter verwunderlich. "Wie lange arbeitet die Kleine denn schon hier? Wenn Taktschad sauer wird,nicht mehr lang, fürchte ich ..."
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