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 Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes

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Neome
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BeitragThema: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Mo Jun 12, 2017 5:03 pm

Jetzt war zu viel Zeit vergangen.
Neome wusste, dass Vhenan bereits wieder in Gutenbucht war.
Sie war aber noch nicht zu ihr gekommen. Also geschah es anders herum.
Sie hatte sich zuerst bei Lahmi erkundigt, ob er Vhenan gesehen hatte. Als der nur seinen schönen Kopf geschüttelt und gesagt
habe das müsse aber nichts heißen, die kleine Nenani sei leicht zu übersehen, hatte sie sich selbst auf die Suche gemacht.
Es erwies sich als ein mühseliger Gang, denn alle paar Klafter hielt irgendjemand sie zurück, um Fragen an sie zu richten, die
jeder andere auch hätte beantworten können. Es konnten Vorwände sein, oder aber die Leute glaubten tatsächlich, ein Fakt werde
plötzlich noch faktischer, wenn er von einem bekannten Munde ausgesprochen würde. Einer hielt sie auf, um ihr einen Vorwurf zu
machen, da sie die alte Heimat aufgegeben hatte. Wahrscheinlich gab es unter den Siedlern immer noch die, die glaubten, sie würden
irgendwann nach Ortac zurückkehren oder die, die Angst hatten, wenn sie nicht wenigstens um die Möglichkeit dazu wussten.
Neome hatte sich den Tadel angehört und dann im Kurzen ihre Gründe wiederholt, wie sie sie schon viel zu oft wiederholt hatte.
Der Naihlar hatte nicht verstanden. Wir sind Seefahrer, hatte er gesagt. Keine Könige über dieses seltsame Land.
Dann hatte Neome es Lahmi überlassen, sich dieses Mannes anzunehmen. Es war zu leicht, sich ablenken und in die nächste Verpflichtung
treiben zu lassen. Diesmal nicht. Vhenan sollte ihr jetzt nicht länger aus dem Weg gehen. Sie würde sie so lange suchen, bis sie sie gefunden hatte.

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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Mo Jun 12, 2017 7:15 pm

Hin und wieder war es nützlich leicht übersehen zu werden. Nani nutzte diese Eigenschaft für sich und verschwand von Zeit zu Zeit im regen Treiben der Stadt, um plötzlich an einer völlig anderen Stelle wieder aufzutauchen. Das war ihr auch in Shan Meng-Feyn ein Vorteil gewesen, um den Feind auszukundschaften. Hier und jetzt nutzte sie diese ausgiebig geschulten Fähigkeiten, um der Nyame aus dem Weg zu gehen. Sie hatte mit Mallo den Morgenkelch besucht. Vika, so war er spontan von ihr getauft worden, hielt sich gut und wuchs. Irgendwann würde das Gestrüpp sich schon öffnen. Wenn er soweit war. Manchmal brauchte man eben länger, das wusste auch die kleine Naihlar.


Vorhin war sie beiden Chirya am Platz der Zusammenkunft gewesen, um sich dort etwas umzuhören, danach hatte sie sich durch das Gewusel der Stadt treiben lassen, um unauffällig Worte und Gerüchte zu sammeln und jetzt war sie unschlüssig wohin sie als nächstes gehen sollte. Nochmal in die Taverne zu Taktschad? Zu Lazantin? Vielleicht auch zu Joakim und Urist... es interessierte sie, ob der schüchterne Schreiber endlich seine Freundin erobert hatte... sie könnte aber auch zu Neome gehen... oder zu Miro... aber das war so eine Sache. Sie lief weiter, landete irgendwann am Marktplatz und sah sich die Waren an, die verkauft wurden. Es war ein bisschen kleiner als in Valvas, aber Vhenan hatte sich dem Charme solcher Plätze noch nie entziehen können. Es war ein Stück Zuhause, egal in welcher Stadt sie sich befand.


Echtes Seevorasielwasser - mit Garranthie stand dort geschrieben. Das war ihr doch schon einmal begegnet. Nani schüttelte nur den Kopf und lachte dann leise. Das sollten sie einem Dreiergrüppchen des Aquavolks mal erklären.
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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Mo Jun 12, 2017 11:16 pm

Der Verkäufer wollte gerade etwas zu Vhenan sagen - entweder er wollte seine Waren anpreisen oder sie vor Vhenan rechtfertigen, weil er glaubte, dass sie zuviel wusste - aber er kam nicht weit. Eine plötzliche Veränderung der Situation brachte ihn dazu, das Haupt zu senken und irgendetwas zu murmeln, was er wahrscheinlich selbst nicht verstand.
Die Nyame war an seinem Stand erschienen und er musste sie grüßen. Dass er dabei auch ein bisschen unruhig wirkte war bei ihm, wenn man ihn kannte, eigentlich ungewöhnlich. Vielleicht war ihm schlechterdings nicht entgangen, dass diese Veränderung, die der Kastellanin widerfahren war, etwas Großes war. Etwas, was sie alle beeinträchtige.

"Hier bist du."
Es war nicht mehr ganz so leicht, Neome kommen zu hören. Sie trug nur den breitesten ihrer Armreife, jenen, der ihr Pfand bei Hilka gewesen war, keine Ringe und nur drei oder vier Ketten. Ihre Kleidung war noch wie zuvor, rot, schwarz, ein wenig golden und braun.
"Wie lange hattest du denn noch vor, mir aus dem Weg zu gehen, Vhenan?" Es klang nach einer freundlichen Anmerkung, nach einer Erkundigung, als frage sie, nur so aus Interesse, nach dem Preis des echten Seevorasielwassers, von dem sie ein Fläschchen drehte.
"Der verkauft auch nur die Sää, will ich wetten..."
Neome bemerkte das Unwohlsein des Standbesitzers. Deshalb machte sie Anstalten, sich ein paar Schritt weiterzubewegen. Sie drehte sich aber um, um sicherzugehen, dass die kleine Bazhima nicht wieder fortlief.

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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Mo Jun 12, 2017 11:50 pm

Vhenan war noch dabei sich über das seltsame Verhalten des Händlers zu wundern, da begann die Nyame schon zu sprechen. Bradach! Innerlich zuckte sie leicht zusammen, nach außen hin blieb sie aber ruhig und betrachtete Neomes nackte Hände, mit denen sie das Gombawasser drehte.


Die Sähnsucht brauchst du jetzt auch nicht mehr“, erwiderte sie in einem genauso beiläufigen Tonfall. Nani nickte dem Händler noch kurz zur Verabschiedung zu, um ihn nicht zu ignorieren, und folgte der Pakata dann. Den Wink kannte sie. Nadul ajdu...


Du warst beschäftigt....“, sprach sie und betrachtete das Erscheinungsbild der Nyame. Neome wirkte nicht nur an ihren Händen nackt. „Ich vermute mit Miro.... mit Inhaya... mit Lazantin. Ihn traf ich schon und weiß was er hier will. Mit deinen Reisevorbereitungen? Ich war tatsächlich auch beschäftigt... kurz...“
Ihr Blick suchte den von Neome und versuchte darin zu lesen. Es war noch schwieriger als sonst.
Dann grinste sie leicht. „Muss ich mich jetzt geehrt fühlen, dass die Nyame mir hinterherläuft? Hätte ich dir sofort Bericht erstatten sollen?
Vhenan war nicht unfreundlich oder abweisend, aber irgendwo eine Spur distanzierter als sonst.
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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Di Jun 13, 2017 12:07 am

"Es geht nicht darum, Bericht zu erstatten", sagte Neome schließlich und furchte die Stirn unmerklich. "Ich war mit ihnen beschäftigt, weil sie zu mir kamen."
"FISCH! FISCH UND PERLEN! FISCH UND PERLEN UND MUSCHELN! FISCH FRISCHER FISCH!"
"Du bist allerdings nicht vorbei gekommen, als du wieder zurückkamst, das ist ungewohnt."
"DEIN STINKENDER FISCH IST ALLES ANDERE ALS FRISCH!"
Neome warf Vhenan einen Seitenblick zu und blieb stehen.
"Warum nicht? Dass irgendwelche Leute bei mir sind würde dich doch nicht abhalten. Das möchtest du mich doch nicht ernsthaft glauben lassen!"
"NADUL GÄ! CHOCHATSHEK! NIJ RAM AIN GWIN!"
Kurz blieb Neome stehen, um sich, etwas entrüstet, nach dem Geschrei umzudrehen. Zwei Männer riefen sich von benachbarten Ständen aus zu.
"VON WEGEN! EINER DER SO AUSSIEHT WIE DU WÜRDE EHER MIT MEINEM BRUDER VORLIEB NEHMEN!"
Schlussendlich schnalzte sie mit der Zunge und hielt sich aus dem Wortgefecht heraus.

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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Di Jun 13, 2017 12:23 am

Vhenan ließ sich von den Worten nicht wirklich beeindrucken, sie achtete vermehrt auf die Art wie sie ausgesprochen wurden. Sie blieb ebenfalls stehen und musterte ihre Herrlichkeit eindringlich, prüfend.
Bevor sie auf die Frage antwortete, warf Nani einen Seitenblick in Richtung der brüllenden Männer. Sie fing an zu grinsen. Als sie Neome wieder ansah wurde es schwächer.
Stört dich etwas an dem Streit?
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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Di Jun 13, 2017 1:03 am

"Nein. Nicht direkt. Sie brüllen eben herum. Aber der eine von ihnen ist ziemlich frech."
Neome selbst war ruhig. Ihr war keine Missgunst anzuhören, zumindest machte ihr Tonfall Vhenan keine Vorwürfe. Aber das Fehlen der Naihlar war vermutlich nicht so unbemerkt geblieben, wie sie vielleicht angenommen hatte, denn eine schleierhafte Distanz wohnte Neomes Verhalten bei. Sie befand sich in einem Zustand, der schwer abzuschätzen war, doch es war, als wäre da ein doppelter Boden in diesem Gespräch. Nur was unter dem ersten lag...es war unmöglich zu bestimmen.
"Vhenan." Neome hob ihre Hand, deutete von den Markständen weg. Dorthin wollte sie mit der anderen gehen. "Also du hattest zu tun. Du hast vorher Bescheid gegeben. Konntest du erledigen, was du erledigen wolltest?"


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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Di Jun 13, 2017 1:27 am

Die kriegen sich früher oder später schon wieder ein“, meinte Vhenan nur trocken. Je später es wurde, desto größer war die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende Blut floss. Die kleine Oshead nickte und deutete Neome an, dass sie folgen würde. Sie war weit davon entfernt so entspannt zu sein wie sie es sonst bei solchen Gesprächen gewesen war. „Ja.“ Sie ließ sich Zeit mit der Antwort und sah nach vorn auf den Weg. „Ich war im Goldenen Wagen, um endlich mit Larell und Gaheris zu sprechen. Es hat sich gelohnt. Danach bin ich nach Tiefenwacht gelaufen, um Myrea einen Besuch abzustatten. Auf dem Convent war keine Zeit mehr dafür und Asdan hat mich genervt. Ich habe eine Liste von Dingen bekommen, die ein Heiler braucht und ein paar davon habe ich in der Hauptstadt direkt besorgt. Ich werde mit Asdan darüber sprechen und mit Marcia. Die beiden haben im Übrigen einen Termin bei ihr, sobald wir zum Heer dazustoßen, um die Weltenschmiede zurückzuerobern. Myrea ist so freundlich ihnen ein paar Grundlagen beizubringen, damit sie in der Hektik auf dem Schlachtfeld nicht völlig hilflos sind... meine kleine Reise hat sich also in jeder Hinsicht gelohnt. Und danach kam ich wieder her...
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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Di Jun 13, 2017 1:42 am

"Darum hast du dich gekümmert?" Neome hielt kurz an und spähte in Vhenans Richtung. Sie schien davon positiv überrascht. "Das war sehr gut von dir."
Die Streitenden hatten sie hinter sich gelassen. Ihre Stimmen riefen sich noch im Schlagaustausch zweifelhafte Nettigkeiten zu. Es ging aber nicht über den üblich schroffen Tin hinaus.
"Larell und Gaheris habe ich auch endlich kennen gelernt. Es war sehr gut, mit ihnen zu sprechen. Nach der Magica-Prüfung hatte ich schon befürchtet, keinen Zugang mehr zu ihnen zu finden. Und Myrea. Wie geht es ihr?"

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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Di Jun 13, 2017 2:25 am

Danke.... was hast du denn geglaubt was ich da getrieben habe?“ Ein Hauch Leichtigkeit kehrte zurück. Aber es war noch unsicher, ob er blieb.
Mit den beiden sollte man sich irgendwann einmal unterhalten haben... sie haben versucht mir Magica besser zu erklären... wusstest du, dass Gaheris ein Wissenschaftler ist? Der war plötzlich auch da und sprach mit mir.“ Sie grinste jetzt breit. „Der ist ein richtiger Bolchan. Kommt einfach ohne Ankündigung dazu, beschwert sich über mich und dann geht er einfach wieder.“ Sie musste jetzt doch erheitert lachen. „Ich habe ihn nur geringfügig angezweifelt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, was ein Eliondar ist... jetzt weiß ich, dass er da ist... das war... sehr seltsam, aber interessant.... Sie bedauern, dass sie jetzt nicht hier sein können, aber sie mussten die Nähe des Tempels aufsuchen. Sie wiederholten noch einmal, dass sie dir helfen und beistehen, wenn du es wünschst und dass du bei Inhaya in guten Händen bist. Ich glaube nicht, dass sie dir etwas nachtragen. Während des Feldzuges werdet ihr sicher wieder miteinander sprechen können. Ach, ich soll dir noch etwas ausrichten. Wenn du mit den Kindern des Goldenen Traums sprechen solltest... wie auch immer... und du eine kryptische Antwort bekommst, was sehr wahrscheinlich ist, dann raten sie dir dich mit deinen Schwestern im Amt zu beraten. Die anderen Nyamen sind diese Botschaften schon gewohnt. Sie werden sie genauso wenig verstehen, aber vielleicht hilft dir das dennoch irgendwie weiter. Vermutlich hattest du diese Idee aber schon eigenständig im Kopf.“ Vhenan sprach an dieser Stelle ihren eigenen Gedankengang aus und musterte Neome von der Seite.


Myrea war so entspannt, wie ich sie selten gesehen habe... sonst war sie entweder mit Blut beschmiert und hat ihre Heilerpflicht getan, oder sie wurde von Informationen auf Feldzügen oder mit Prüfungen überrannt, wie wir alle. Das war ihr Zuhause, sie war guter Dinge und ist bereit für große Taten.
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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Di Jun 13, 2017 2:47 pm

"Ich habe überhaupt nichts geglaubt", stellte Neome fest, sie klang ausgeglichen dabei, aber ihre Worte bedeuteten auch etwas anderes. "Da du mir bisher nichts darüber gesagt hast. Ich ging davon aus, dass du es mir schon sagst, wenn du der Meinung bist, es wäre angemessen, dass ich es weiß."
Neomes Blick driftete in die Ferne, während Vhenan von Larell und Gaheris sprach. Ein entrücktes Lächeln zupfte an einem ihrer Mundwinkel.
"Ein Bolchan ist er so gesehen ja nicht, oder? Immerhin gehört er tatsächlich zu Larell und denkt es nicht nur. Hast du mit Larell über Gaheris gesprochen? Es ist ja davon auszugehen, dass sie beide zuhören. Du hättest dich bestimmt auch zu Wort gemeldet, wenn ein Dritter über dich spricht und dich...geringfügig anzweifelt?" Sie versuchte, die gleichen Worte zu wählen wie Vhenan sie genutzt hatte. Ihr zweiter Mundwinkel zuckte ebenfalls, aber die eigentliche Veränderung fand in ihren Augen statt, als auch das kühle Blau von der Belustigung gestriffen wurde.
"Danke jedenfalls. Ich habe Larell und Gaheris nicht vergessen. Aber es gibt Angelegenheiten und Gespräche und Briefe, die lassen sich schnell erledigen und andere, für die man sich Zeit nehmen muss."
Neome nickte, als sie von Myrea hörte. Und drehte dann plötzlich das Gesicht um Vhenan zu fixieren.
"Und wie geht es dir?"

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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Di Jun 13, 2017 6:23 pm

Ist das so?“, warf Vhenan nach Neomes ersten Sätzen ein und betrachtete die Pakata eindringlich von der Seite. Sie war nicht einverstanden mit dem Gesagten, behielt es aber vorerst für sich, um Neome aussprechen zu lassen.


Vhenan lauschte nur stumm, nickte hin und wieder und grinste schwach vor sich hin. Sie ging nicht gleich auf die letzte Frage ein, in der sehr viel Gewicht lag. „Ich habe Gaheris ein wenig provozieren wollen, das gebe ich zu. Ich sagte ja nicht, dass er keinen Grund hatte sich zu beschweren... aber dass es so leicht war, hat mich überrascht. Ich hatte noch gar nicht richtig angefangen zu nerven. Und ich mag ihn jetzt, eben weil er sich beschwert hat.
Das Lächeln verstärkte sich kurz, bevor es ihr Gesicht verließ.


Du hättest wissen können was ich in der Hauptstadt wollte... ich sagte es dir in meinen Briefen und ich sagte, dass ich nicht eher nach Hause komme, bevor ich meine Aufgabe erfüllt habe.... ich sagte auch Mallo was ich vorhabe, bevor wir uns getrennt haben. Ich lud sie ein mitzukommen, weil sie mich über den Goldenen Wagen ausgefragt hat. Sie hat sich aber nur darüber beklagt, dass ich wieder gehe, weil sie alle gerne hier Zuhause versammelt hätte. Es bringt uns aber nichts, wenn wir alle auf einem Fleck sind und dabei keine Aufgaben abschließen... Ich war noch einmal in der Hauptstadt, um das zu erfüllen, was mich dorthin gebracht hat. Ich habe Ewigkeiten auf Larell und Gaheris gewartet... dann kam der Krieg zu uns... dann zogen wir in die Hohld... und ich ging wieder zurück. In der Zeit danach hatte ich aber keine Gelegenheit mit Larell zu sprechen. Am Convent war auch keine Zeit, es gab nie den richtigen Moment. Deswegen bin ich noch einmal zurück. Ich habe nicht so lange gewartet, um jetzt einen Rückzieher zu machen.“ Sie trat nach einem Stein und katapultierte ihn ein paar Meter nach vorn.


Hätten wir mehr miteinander gesprochen, hätte ich dir sagen können, dass ich noch nicht fertig bin und dass ich von dieser Aufgabe nicht ablasse. Aber der Weg nach Tiefenwacht kam mir spontan in den Sinn, das war eigentlich nicht geplant gewesen, aber sinnvoll, wie ich finde.


Sie machte eine kurze Pause.
Mir geht es eigentlich ganz gut... ich bin einigermaßen mit mir im Reinen, ich habe viel gelernt und befinde mich auf dem letzten Abschritt meiner Reise... mir würde es aber besser gehen, wenn... wenn du mir den neuen Kurs verraten würdest. Du wirst bald abreisen und dich dem Archon anschließen... das ist gut. Nur weiß ich nicht wo mein Platz ist... An deiner Seite? Hier in der Stadt? Jael und Mallo hatten am letzten Abend am Convent sehr seltsame Ideen und brachten auch meine Gedanken zum Rennen. Ich habe über einige Dinge nachgedacht und das Ergebnis gefällt mir nicht.
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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Mi Jun 14, 2017 12:38 am

Neome ließ Vhenan reden. Es war nur ein einziger Satz, der ein anderes Licht auf die Bedeutung dessen warf, was sie vorher gesagt hatte.
"Von Tiefenwacht habe ich gesprochen."

Damit war das Thema, das eine jedenfalls, abgehakt.

Ein neues, größeres, war angeschnitten. Ehe Neome sich darauf einließ, bog sie aus dem Martkviertel, ging noch ein paar Schritt und schlug dann mittels einer Geste vor, sich einfach ins Gras zu setzen. Eher war es ein bisschen trockene, braune Vegetation. Aber man saß weicher auf diesem Fleck.
"Ich kann dir sagen, was mir durch den Kopf geht. Ja. Aber ich kann dir nicht sagen, was du tun sollst. Ich werde euch nicht eurer freien Entscheidung berauben, es auch nicht versuchen. Natürlich wünsche ich mir für den ein oder anderen von euch bestimmte Dinge. Auf der anderen Seite gibt es Posten, von denen ich noch nicht weiß, wie oder an wen ich sie vergeben kann, weil ich gar nicht alle kenne, die dafür in Frage kämen. Du weißt, wie ich, dass es falsch wäre, einfach meine Leute überallhin zu setzen. Aber." Sie hob den Finger. "Ich hab euch nicht vergessen. Ich zerbreche mir sehr den Kopf darüber, Vhenan. Aber bevor ich dir meine Überlegungen schildere, möchte ich deine Gedanken hören. Was waren denn die Ergebnisse, die dir nicht gefallen?"

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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Mi Jun 14, 2017 1:43 am

Es vergingen ein paar Herzschläge, in denen Vhenan nur blinzelte, bevor ihr ein einsames „Oh.“, entfuhr.
Ihre gesamte Diskussionsgrundlage bröselte auseinander, aber ihre Worte hatten dennoch einen Zweck erfüllt. Sie schwieg erstmal und folgte dem Wink der Nyame, die sich ein Plätzchen etwas weiter abseits gesucht hatte.

Mit einem Seufzer ließ sich die kleine Naihlar am vorgeschlagenen Platz ins Gras sinken, zog die Beine an und umklammerte sie gemütlich mit den Armen. Das erinnerte sie unweigerlich an eine Situation, die sie mit jemand anderem noch vor Kurzem gehabt hatte.

Vhenan lauschte interessierte und nickte am Ende. „Das klingt vernünftig... ich erwarte auch gar keine konkreten Pläne, ich überlege nur auch für mich...“ Sie seufzte einmal mehr.

Gut, dann werde ich dir sagen was ich denke. Es ist nicht einmal eine Wertung, es ist... eine Beobachtung meinerseits. Vielleicht kannst du mir helfen sie am Ende zu bewerten.“ Sie tauschte einen Blick mit Neome aus, sammelte sich und begann dann ruhig und überlegt zu sprechen. Es waren keine Worte, die spontan herausbrachen, es waren Worte, die schon lange in ihren Gedanken kreisten.


Ich war eine sehr lange Zeit weg und als wir alle am Konvent wieder zusammenkamen, da fielen mir einige Dinge auf. Oder besser gesagt... sie wurden mir bewusst. Ich kam mit allen der Oshead gut aus. Aber ich habe mich... erst frei gefühlt, als ich mit Dharna sprach. Sie war neu, sie war interessiert. Wir sprachen über das alte Leben, dieses neue Zuhause... wir kannten uns nicht, aber wir haben funktioniert. Mit den anderen... meinen langjährigen Freunden, da war es... angenehm, denn ich habe sie sehr vermisst. Aber mir ist auch bewusst geworden, dass sie... dass sie jemand anderen erwarten. Sie haben noch immer nicht akzeptiert, dass ich mich geändert habe. Mallo sagte ich soll mehr lachen. Sie sagte sie vermisst das bei mir... ich werde aber nicht mehr lachen als vorher, nur weil sie es vermisst... ich werde es höchstens tun, weil ich es will.... Ich bin mit Raûl an einem Abend aneinandergeraten. Er hat mich nach Informationen gefragt. Er wusste nicht wer Larell ist... er konnte mit ihrer Erscheinung nichts anfangen. Gar nichts. Und meine Reaktion hat ihm deutlich gemacht, dass ich es mehr als seltsam fand. Er dachte ich halte ihn für bescheuert und zu einem Teil stimmte das auch. In diesem Moment.“ Sie hob abwehrend eine Hand.
Er hat gesagt, dass er mich als Informationsquelle schätzt, sich seine Informationen aber woanders holt, wenn ich ihn immer so von der Seite anfahre... er hätte mich erwürgen können.“ Bei dieser Aussage musste sie trotzdem leicht grinsen.

Er hat es offensichtlich nicht getan und ich ließ mir selbst etwas Zeit, um darüber nachzudenken. Danach suchte ihn noch einmal auf, um ihm zu erklären, dass meine Reaktion gar nicht unbedingt etwas mit ihm zu tun hatte... ich wollte ihm Informationen geben, das tue ich gerne, das sehe ich als eine meine Aufgaben an, aber manchmal, da nerven mich diese Fragen. Gerade wenn sie wirklich so schwerwiegend sind. Die hätte auch in diesem Ouai-Lied vorkommen können. Und Raul hatte vorher schon mehrfach Kontakt mit ihr... Larell hat uns den Gründungsstein für Loravinde geweiht. Im Namen Magicas.... da muss er doch ein bisschen was wissen... und dann verliere ich die Geduld. Ich erklärte ihm, dass ich ein Problem mit meinem Ausgleich habe, mit meinem Gleichgewicht und dass ich nicht immer kontrollieren kann was ich tue, wenn die Aqua- und Igniskräfte sich verschieben. In dem Moment hat er sich wohl zum ersten Mal damit befasst und er hat es verstanden... ob er sich darüber bewusst ist wie die Elemente auf ihn wirken weiß ich nicht... und auch ob er es jetzt noch weiß, zweifel ich an.... zu einem späteren Zeitpunkt habe ich ihm erklärt wer die Quihen'Assil sind und ihre Namen auf die Elemente bezogen. Auch das wusste er nicht und ich musste mich kurz sammeln, um ihm diese Informationen in einem angemessen sachlichen Tonfall zu geben. Er hat mich dafür gelobt. Und auch Mallo tat es... aber ich will nicht dafür gelobt werden, mich verwunderte es vielmehr, dass Râul es immer noch nicht gemerkt hat. Wir waren so oft gemeinsam unterwegs... und er fragt sich immer noch warum ich mich ständig über Dinge aufrege... Ich verbrachte immer mehr Zeit mit Asdan während unserer Reisen. Râul war immer woanders. Und das sage ich nicht, um ihn schlecht zu machen, er war an Orten, an denen er gebraucht war.... warum ich das aber sage ist folgender Punkt:


Vhenan atmete einmal kurz durch und sprach dann genauso ruhig weiter.
Am letzten Abend am Convent berieten einige von uns über deine Nachfolge. Wir wissen, dass du gehst. Dass du uns alle jetzt auf einem anderen Posten anführst. Aber nicht mehr die Oshead direkt.“ Sie lächelte Neome leicht entgegen, um auszudrücken, dass sie es nicht als Kritik meinte.


Jael schlug Mallo vor. Ich kann aber nicht sagen wie ernst ihm das war... er war wieder... Jael... ich glaube er hat gegrinst und hatte diesen speziellen Blick. Und Mallo ist aus allen Wolken gefallen. Ich sagte, dass ich Mallo erst als Anführer akzeptieren könnte, wenn sie endlich selbst an sich glaubt... und das... dürfte noch dauern. Sie hat Angst vor Dingen, die ein Anführer aushalten muss.... ich sage nicht, dass sie es nicht könnte, aber sie müsste mich überzeugen... auch Raul stand plötzlich im Raum. Er ist der Mazhahk, er tut viel... aber er handelt und macht... und verliert die Menschen aus den Augen. Ich habe das Gefühl er kennt uns nicht wirklich... nicht unsere Probleme, nicht das, was uns bewegt. Er will, dass wir funktionieren, dass wir Profit abwerfen, aber er kümmert sich nicht um die Personen, nicht darum, dass sie in der Lage sind zu funktionieren... zumindest ist das gerade mein Eindruck. Ich war so lange weg und das fiel mir auf.... Raul und ich... wir funktionieren vielleicht nur, solange du da bist. Du hast dich von uns beiden immer beraten lassen... unsere Meinungen waren sehr verschieden, häufig sogar gegensätzlich... ich bin mir nicht sicher, ob ich ihm allein folgen könnte... ich fürchte nein, denn dafür sind wir zu unterschiedlich. Er ist ein guter Mazhahk, aber er wäre kein guter Pakata... er wäre nicht meiner und ich würde das Schiff vermutlich verlassen, wenn ich eine Alternative habe... wohin führt mich das, wenn du weg bist? Ich sprach mit Myrea über Veränderungen... sie sagte, dass der Rosenhof vielleicht gut für mich wäre. Vorrangig aber, aber weil es mir leichter fällt mit neuen Leuten zusammen zu sein. Und nicht mit alten, die immer erwarten, dass ich jemand anderes bin... Mallo sagte mir, dass sie mich neu kennenlernen und so akzeptieren muss, wie ich jetzt bin. Das war vor Ewigkeiten. Und ich sehe keinen Fortschritt. Das sind meine Gedanken gewesen und ich habe sie noch nicht abgeschlossen. Ich war so lange weg... und als ich zurückkehrte, da haben sie trotzdem jemand anderen erwartet... jemanden, der leise ist, sich nicht gegen den Mazhahk auflehnt... jemanden, der viel lacht.... aber nicht mich... ehrlich gesagt habe ich mich zwischenzeitlich nicht willkommen gefühlt... vielleicht übertreibe ich auch, aber ein kleiner Funken ist real.“ Sie zuckte unschlüssig mit den Schultern und warf der Nyame einen fragenden Blick zu.

„Wo ich sein will und wo ich sein kann... sind vielleicht verschiedene Orte.“
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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Do Jun 15, 2017 12:40 pm

"Zuallererst", sagte Neome langsam, mit einem nachdenklichen Funken in ihrem kalten Blick, den sie allerdings ohne innere Kälte dem Boden zugerichtet hatte. Sie hatte eine lange Weile zugehört und antwortete erst, als der Fluss von Worten aus Vhenan versiegte. "Du bist hier willkommen. Ich bin überzeugt, dass deine Abwesenheit keinem der Oshead lieber wäre als deine Anwesenheit."
Sie hob den Blick und ließ ihn, immer noch nachdenklich, drei, vier Sekunden auf Vhenans Gesicht ruhen.

"Bei der Wissensprüfung", begann sie dann, und was äußerlich in keinem Zusammenhang zu Vhenans Schilderungen stand, hatte gewiss seinen Grund und Boden, aufgrund dessen es Neome eingefallen war, "saß Miro bei Männern wie Tovak, sehr gelehrten, sehr wissenden Männern. Er musste sich umsetzen, weil er es nicht ertragen konnte, wie diese Männer jedes Mal die Gesichter in die Hände stürzten, wenn eine von uns eine Frage nicht beantworten konnte. Und wir wissen ja, dass ich die größte Wissensschwäche hatte." Neomes Lächeln war dünn, kurz und präzise. Es währte nicht lange. "Später erzählte Miro mir davon. Er hat sich geärgert. Und er klang, als hätte er es mir am liebsten gar nicht gesagt, sondern mir diese Anekdote über das Handeln der Männer erspart. Ich nannte es..."

Neome regte sich ein wenig, legte eine Hand um einen Stiefel und zog das Bein zu sich heran.

"...die Dummheit der Weisen. Sobald man eine Sache einmal erlernt und verinnerlicht hat, kommt sie einem schnell leicht vor. Und man vergisst, wie schwer es war, als man sie noch nicht verinnerlicht hatte. Es ist immer eine Gefahr. Leichte Rechenaufgaben sind für uns schnell im Kopf zu erledigen. Aber wer nie gerechnet hat, wird auch lange dafür brauchen, zwei und fünf zusammenzuzählen. Diese Männer hatten vergessen, wie es ist, bevor man gelernt hat. Und sie haben mich aufgrunddessen zu hart bewertet. Würde ich ihnen jetzt aber deshalb zürnen, wäre ich nicht besser als sie. Denn scheinbar haben sie noch nicht gelernt, nicht zu vergessen, wie ihre Anfänge waren, und zu bedenken, dass Lehren, wenn man sie gelernt hat, immer leicht erscheinen. In dieser Sache waren sie die Ungelehrten.


Du bist in eine Lage gekommen, in der es für dich keinen anderen Weg mehr gab als zu lernen und dich zu entwickeln. Andernfalls hättest du aufgeben müssen und dafür bist du zu stark. Du hast vieles erlebt und viel gesehen. Vieles davon war schlecht. Aber vieles hat dir auch die Gelegenheit gegeben, Leute zu treffen, Wesen zu sehen und über sie zu erfahren. Raûls Aufgaben haben ihn an Shäekara gefesselt. Ein Ort, der ziemlich abgelegen ist. Er hätte wohl mehr wissen können. Aber dass er es nicht tat, ist auch kaum verwunderlich, denn sein Leben findet hier statt und ist von morgens bis abends ausgefüllt. Es ist nicht seine Faulheit, die ihn unwissend macht, sondern die Tatsache, dass sein Weg ihn wenig in Berührung gebracht hat mit solchen Dingen. Er hat Larell vielleicht einmal gesehen. Aber wie gesagt: Du rechnest einmal zwei und drei zusammen und vergisst es doch wieder, wenn es so viele Zahlen gibt, und sie alle sind dir noch fremd."

Es war mitnichten eine Rüge, die sie gegen Vhenan aussprach. Mehr wollte sie, dass ihre Freundin das Gesicht in eine andere Richtung lenkte.

"Und jetzt habe ich noch eine Frage an dich. Mit welcher Erwartung oder welcher Befürchtung gehst du an die Leute heran. Gehst du davon aus, dass sie deine Änderung schon anerkennen werden, oder hast du befürchtet, dass sie es nicht tun und dann in ihren Handlungen Bestätigung darin gesehen? Ich schätze letztendlich müssen sich wohl beide Seiten umgewöhnen, Vhenan. Sie müssen sich daran gewöhnen, dass du eine andere geworden bist und du dich daran...dass sie dich deshalb auch anders behandeln. Das wie liegt aber wohl noch im Wandel.."

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Vhenan
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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Do Jun 15, 2017 1:45 pm

Vhenan hörte stumm zu, nickte hin und wieder und zeigte keine abweisende Reaktion. Sie wollte dieses Problem lösen.

Ich erwarte.... dass sie akzeptieren, dass ich anders bin. Dass sie mich so bewerten, wie ich jetzt bin und nicht wie ich einmal war. Wenn ich ihnen so nicht mehr gefalle, weil ich unbequemer geworden bin, fordernder, dann ist das so. Ich will.... ich will nicht, dass sie dem alten so offensichtlich hinterhertrauern. Ich sehe es, ich spüre es und sie merken nicht, dass es schmerzt. Immer wenn Mallo sag: 'Ich seh dich so gern lachen, das hast du früher öfter gemacht'....“ Vhenan holte einmal kurz Luft, um den Fluss ihrer Worte abzubremsen.


Dann erinnert mich das nur an den Grund weshalb ich das Lachen verloren habe. Es sagt mir: früher warst du anders, vielleicht besser, glücklicher und jetzt bist du es offensichtlich nicht mehr. Dabei stimmt es nicht. Ich bin mittlerweile recht zufrieden, ich verspüre einfach nicht mehr den Drang so viel zu lachen. Das ist jetzt eben so. Ich bin anders. Ich habe mich langsam von dem Geschehenen gelöst und gehe weiter, ich bleibe nicht stehen und sehe so selten wie möglich zurück.... ich will, dass die anderen auch weitergehen. Aber nicht zu weit... Bei Mallo habe ich das Gefühl, dass sie sich an mein altes Ich klammert, bei Raûl habe ich das Gefühl, dass ihm der Wandel egal ist und er mich behandelt wie immer. Und er wundert sich, dass es nicht mehr funktioniert. Wie wirkte ich dem denn entgegen? Was soll ich denn tun?


Sie seufzte einmal mehr und stützte sich mit den Armen hinter sich im Gras ab, um sich entspannt etwas zurückzulehnen.


Ich sehe und weiß was Raûl leistet. Ich habe ihn während geschäftlicher Dinge begleitet und ich kämpfte mit ihm im Krieg. Es war immer harte Arbeit. Er hat unser Wohl im Auge, aber so wie er es handhabt, reicht es jetzt nicht mehr. Ich sagte ihm am Volkstag, dass er sich vielleicht einmal mit Larell unterhalten sollte, wenn er sie nicht kennt. Ich denke nicht, dass er das getan hat, ich denke aber vorrangig, dass er es gar nicht vorhat. Wenn es nur um ihn selbst geht... kann mir das egal sein.“ Sie hob ihren Blick wieder vom Gras und sah Neome direkt an. Diese neue Haltung, dieses neue 'Sein' der Pakata war immer noch befremdlich.


Aber es geht nicht mehr nur um ihn. Er muss lernen und er muss sich Zeit dafür nehmen. Er war lange nicht mehr Zuhause in Takbal. Er war im Krieg. Er hat über Khal'Hatra gelernt, er ist mit Truppen des Reichs zusammengewachsen und hat über die Lehen gelernt. Aber er lernt zu langsam. Wenn er jetzt... vielleicht für das Lehen verantwortlich wird, dann muss er Dinge wissen, die du wusstest, dann muss er schneller lernen. Sonst kann er uns nicht schützen. Nicht uns, nicht die Stadt, nicht seine Familie. Wenn er mehr Zeit mit Lernen verbringen würde, anstatt seinen ganzen Clan bei jedem drohenden Weltuntergang von dem Kontinent zu schiffen, dann könnte er hier Maßnahmen treffen, um sie und uns alle besser zu schützen... und um diesen ganzen Mist zu lassen. Entweder es ist sein Zuhause oder nicht. Ich denke er hat sich noch nicht entschieden. Er muss mehr wissen oder jemanden haben, der das Wissen besitzt. Sollte er in den kommenden Schlachten an deiner Seite sein und dich schützen wollen... dann muss er sehr viel mehr wissen. Er muss die richtigen Leute kennen. Sollte dir als Nyame irgendetwas passieren, in welcher Form auch immer, keine Ahnung... und sollte Raul dein Leibwächter sein wollen, dann muss er wissen, dass er zum Beispiel Larell hinzuziehen kann, wenn irgendetwas ist. Oder andere mächtige Personen. Er will überall gleichzeitig sein, aber er hat nicht einmal das Wissen, um einen einzigen Platz davon vollständig zu füllen... das sehe ich als ernsthaftes Problem. Und so objektiv wie möglihc. Ich will nicht, dass es so bleibt, ich will, dass er es sieht und es ändert.... Denn je mehr ich gelernt habe, desto mehr ist mir klar geworden, was zu tun ist. Wenn ich euch schützen will, wenn ich euch Sicherheit geben will, dann kann ich das am Besten tun, in dem ich euch Wissen liefere. Denn das will ich tun. Euch schützen. Deswegen ging ich nach Tiefenwacht. Wenn Asdan und Marcia sicher sind in dem was sie tun, dann hilft das uns allen. Wenn ich Raûl Wissen vermittel, dann kann er besser für uns arbeiten, auch für dich. Aber ich möchte auch, dass die Leute selbst etwas tun und sich nicht nur bedienen lassen. Und dass sie es auch annehmen.


Sie wippte mit den Füßen und schüttelte leicht den Kopf.

Ich bin auf meinen Reisen endlich das geworden was ich sein will. Als ich loszog war ich voller Zorn und erfüllt von dem Wunsch nach Rache. Dieser Wunsch ist immer noch stark. Aber Jael sagte mir, dass ich eigentlich ein Beschützer sein will und kein Vergelter. Das war vor einer Ewigkeit. Ich habe es damals nicht verstanden... jetzt tu ich es. Jetzt weiß ich, dass er recht hat. Ich will euch Schützen und Sicherheiten geben, weil ich es kann. Davon werde ich mich nicht abbringen lassen und wenn ich damit allen auf die Füße treten muss, dann tu ich das. Ich habe mich in der Hauptstadt als Gast in den Krieg eingemischt, um die Stadt wieder sicherer zu machen, ich habe auf den Feldern der Mitray'Kor an Ritualen teilgenommen, um zu schützen und zu bewahren... ich habe mich aus dem großen Kampfgeschehen weitestgehend rausgehalten und die Heiler geschützt, weil die ständig vergessen werden. Und wenn der Heiler dann am Boden liegt, dann ist das Geschrei wieder groß. Ich muss kein Krieger sein, um zu schützen, das ist mir klar geworden... darin bin ich ziemlich gut, das ist es, was ich eigentlich will. Nur scheinen die Oshead doch etwas faul zu sein, wenn ich es ihnen sage. Vielleicht nicht faul.... vielleicht unwillig sich auf Veränderungen einzulassen... weißt du was ich meine?
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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Fr Jun 16, 2017 8:48 pm

"Das sind zwei recht große Punkte. Ich werde zu beiden etwas sagen. Aber wir müssen aufpassen, dass wir in unserem Gespräch nicht ständig kreuz und quer gehen Ich bin extra jetzt zu dir gekommen, wo ich mir Zeit freigeräumt habe, damit wir auch Zeit haben. Wir können es also auch in Ruhe nacheinander besprechen. Zuerst kurz zu Raûl. Ich füge dem nicht viel hinzu."
Neome fuhr mit den Fingern durch das angedörrte Gras und legte sie schließlich dort nieder.
"Ich sehe es ähnlich. Nicht ohne Grund sagte ich ihm, dass ich ihm Karl nicht vorschlagen würde, wenn er nicht eure Gefolgschaft hat. Wenn ich nicht hier bin, hat es wenig Zweck, wenn ich ihn unterstütze oder kritisiere. Ich war früher oft eine der wenigen, die die unangenehmen Dinge angesprochen hat. Heute gibt es einige mehr. Auch du tust es jetzt sehr viel deutlicher, wahrscheinlich am deutlichsten von allen. Habt ihr euch denn schon einmal gemeinsam zusammengesetzt, nicht nur du und Raûl, sondern auch die anderen, und darüber gesprochen? Es gab wohl keine Gelegenheit, schätze ich. Vielleicht solltet ihr das tun."

Und dann leitete sie auf das andere Thema, ohne von dem, was sie gerade besprach, abzulassen.

"Dass es keine Gelegenheit gab, zusammenzukommen, zeigt mir auch, warum es so schwer ist für die anderen, dich als einen neuen Menschen zu erkennen oder zu akzeptieren. Es heißt ja, es wurde wenig Zeit miteinander verbracht. Du sagtest, es bräuchte Zeit, dich als Andere anzunehmen und du hättest gewartet und es hätte nichts gebracht. Aber die Zeit allein ist nur ein Teil des Rezeptes. All die Zeit nämlich, in der du abwesend warst, fällt nicht mit in die Rechnung. Und zieht man diese ab, ist es erheblich weniger Zeit, die die anderen hatten, deinen Wandel zu verinnerlichen. Sie müssen nicht nur den Wandel sehen. Sondern auch das Gute darin. Sie müssen Zeit mit dir verbringen und erkennen, dass du nicht nur einen anderen Weg gegangen bist als früher, sondern dass dieser Weg dich auch wohin gebracht hat, du nicht irr gegangen bist. Hast du schon einmal daran gedacht, vor ihnen allen zu sprechen?"

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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Fr Jun 16, 2017 10:05 pm

Hm...“ Die Naihlar hatte sehr genau zugehört und ließ sich das Gesagte noch einmal durch den Kopf gehen.
Nein... wenn ich jemandem etwas zu sagen hatte, dann sagte ich es ihm direkt. Tatsächlich kläre ich solche Dinge lieber nur mit demjenigen allein... vielleicht ist das der falsche Weg in diesem Fall...“ Sie wog diesen Denkansatz noch einmal ab. „Allerdings hast du recht. Es gab auf dem Convent keine Zeit dafür. Deine Prüfungen und die der anderen haben alle Zeit gefressen, die ich hatte... und auch Konflikte, die angegangen werden mussten... vielleicht hätte ich das tun sollen. Mir wird aber gerade auch bewusst, dass ich.... vielleicht langsamer werden sollte, wenn wir über solche Dinge reden. Ich springe von Thema zu Thema, von Problem zu Problem...


Um ihre Worte umzusetzen, atmete Vhenan einmal tief ein und wieder aus, um Ruhe zu finden.
Eigentlich hatte ich gehofft nach meiner Reise, dem Jadekrieg, der Belagerung, der Reise in die Hohld und all dem Chaos zwischendrin ein wenig Ruhe zu finden, um Kraft zu schöpfen für den kommenden Feldzug. Deine vielen Prüfungen haben nur dazu geführt, dass ich noch immer irgendwo in diesem Kriegszustand bin. Man hat nie Zeit, muss schnell denken, schnell handeln, hat keinen Raum für Pausen oder Fehler... und bald stellen wir uns der Kelriothar, die zu uns kam... wie schafft man es nicht ständig in Alarmbereitschaft zu sein? Das wird langsam wirklich anstrengend“, beschwerte sich Vhenan spontan, grummelte einmal vor sich hin und schüttelte den Kopf.


Auf hoher See ist der Sturm irgendwann einmal vorbei. Hier hört er nie auf.... Ich glaube deswegen komme ich mit einigen nicht mehr so reibungslos klar wie sonst. Ich erwarte mehr von ihnen als vorher und ich erwarte es sofort, weil es notwendig ist. Aber auch sie brauchen Zeit für ihre Entwicklungen. Ich habe Asdan ein paar Fragen gestellt, die er für sich selbst klären soll. Um besser zu werden und sich selbst zu finden ... das war auf den Feldern der Mitray'Kor. Am Convent sah ich noch keinen Fortschritt und es ärgerte mich. Aber vielleicht sehe ich ihn nur nicht und er ist dennoch da... Ich gebe ihnen vielleicht wirklich keinen Raum, weil wir nie Zeit haben... das ist aber nichts, was wir ändern können...
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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Mo Jun 19, 2017 5:11 pm

"Es sind stürmische Zeiten", stimmte Neome zu und ließ dann ein paar Momente Schweigen zwischen ihnen sein. "Es waren immer stürmische Zeiten, Vhenan", sagte sie dann. "Auch früher. Der Unterschied ist nicht, dass sich dies geändert hat. Nein. Du hast dich geändert. Früher hat es dich nicht so betroffen. Heute involvierst du dich. Und je mehr, je tiefer du dich reinbegibst, umso deutlicher spürst du den Sturm an dir reißen. Eine Wahl, die jeder für sich treffen muss ist: Wie viel will ich geben? Wie viel kann ich geben. Wieviel bin ich bereit zu opfern? Und ich glaube, es ist schwer für dich. Denn du suchst den Vergleich zwischen dir und den anderen. Gleichzeitig aber weißt du, dass du dich mit ihnen nicht vergleichen kannst. Denn dir wurde diese Wahl abgenommen. Dir wurde nie eine Entscheidung überlassen. Dir wurde das Opfer einfach auferlegt."
Neome schwieg, aber nicht zu lange, um den Moment nicht zu bedeutungsschwanger werden zu lassen. "Du hast entschieden, etwas daraus zu machen. Und darauf, so sehe ich es zumindest, kannst du sehr stolz sein. Aber die anderen haben diese freie Wahl. Sie sind sich noch nicht alle ganz im Klaren darüber, dass sie eine Entscheidung treffen müssen. Ich finde es spricht nichts dagegen, ihnen diese Gewissheit näher zu bringen. Aber - Vorsicht." Ihr Finger hob sich sanft, ihre Stimme tat es kaum. "Du hast Zwang erfahren und weißt, wie er sich anfühlt. Du willst ihn anderen nicht auferlegen. Deshalb ist es hilfreich, wenn du sie ermutigst, aber schädigend, wenn du ihnen zürnst. Denn sie werden es nicht verstehen. Das ist aber nicht ihre Schuld. Es ist nicht ihre Schuld, dass sie nicht das Unglück hatten, durch diese gleiche gnadenlose Schule zu gehen wie du, nicht wahr?"

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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Mo Jun 19, 2017 6:38 pm

Es vergingen einige Augenblicke nach Neomes Worten, bevor Vhenan wieder begann zu sprechen:
Nein, es ist nicht ihre Schuld... ich verstehe nur nicht, dass es sie nicht so interessiert, wie es sollte.... Ich war sehr lange weg und in der Zeit war ich mit Menschen und Wesen umgeben, die genau wie ich die Notwendigkeit sehen zu handeln. Die wissen, dass Untätigkeit unsere Niederlage bedeutet... und dann treffe ich euch wieder und einigen ist es immer noch egal... das will nicht in meinen Kopf. Ich fragte Asdan warum er in den Krieg gezogen ist. Er kämpfte in der Keleriothar, dann kämpfte er im Jadekrieg... in Alsahav, dann an der Seite des Archons... er hat geblutet, er hat getötet, er hat Freunde und Feinde sterben sehen... und ich fragte ihn: Wofür? Wofür tust du das alles?“ Vhenan machte eine kleine Pause und zog die Beine wieder an den Körper.


Er wusste es nicht. Er sagte er wäre Raûl hinterhergelaufen.... wie kann jemand so unüberlegt töten und in den Krieg ziehen? Das war kein Krieg gegen Verfemte. Das will nicht in meinen Kopf....“ Sie seufzte einmal leise.
Was mache ich denn falsch? Ich versuche ihnen zu vermitteln warum wir kämpfen müssen... warum wir bis zum Äußersten gehen müssen.... ich habe bei Arden angefangen. Ich wollte dieses Wissen in sein Herz pflanzen. Weil er unser Heerführer war und nicht verstanden hat mit welchen Feinden wir es zu tun haben... ich habe erreicht, dass er hingeschmissen hat... und er hat es auch heute noch nicht verstanden. Ich habe Asdan diese Fragen gestellt und ihn hoffentlich zum Denken gebracht, aber er kommt zu keinem Ergebnis... wenn ich solche Dinge bei anderen Personen angesprochen habe, in genau dem gleichen Tonfall, dann traf ich auf offene Ohren und Verständnis... es hat sich etwas bewegt. Wenn ich es hier bei den Oshead genauso mache, dann denken alle ich würde denken, dass ich alles besser kann als sie. Dass ich übertreibe... sie fühlen sich angegriffen, sind beleidigt und ignorieren mich. Denken häufig sogar schlechter über mich... diese Balance ist scheiße. Und ich glaube..... ich glaube die anderen denken, dass ich noch immer eine Wahl habe. Oder eine hatte. Ich denke Mallo will, dass ich wieder weicher werde und mehr Verständnis zeige... aber das kann ich nicht, weil ich weiß was auf dem Spiel steht. Wir gehen in verschiedene Richtungen. Ich muss an einem Ort sein, an dem ich etwas bewirken kann... nichts zu tun ist keine Möglichkeit mehr, ich muss und ich will etwas leisten... wenn ich das hier nicht kann... dann muss ich an einen Ort, an dem mir das möglich ist. Ich kann nicht mehr einfach hier für mich abseits des Krieges weiterleben als sei nichts geschehen... dieses Leben ist vorbei... ich könnte hier nicht einfach wie Mallo eine Taverne eröffnen und mich raushalten... mein Weg muss ein anderer sein... und ja, das war nicht meine Entscheidung. Aber ich habe das Gefühl ich entferne mich immer weiter von ihnen. Von Mallo... von den anderen. Ich kann nicht stehen bleiben, ich muss weitergehen. Dabei tue ich das auch für sie... ich lasse sie nicht im Stich, ich opfere ihnen diesen Teil ... vielleicht sollte ich ich ihnen das wirklich einmal klarmachen... ich bin mir nur nicht sicher, ob sie es verstehen.
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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Di Jun 20, 2017 2:35 pm

Neome hörte zu. Sie sah dabei ernst aber verständnisvoll aus. Nur an einem Punkt plötzlich schoben sich ihre Brauen gefährlich dicht zueinander.
"Sag Vhenan... du warst ja fort...woher weißt du eigentlich, dass Mallo eine Taverne geöffnet und sich herausgehalten hat?"
Ihre Hand fuhr blitzschnell und gespannt in die Höhe. Sie wollte auf keinen Fall eine Antwort darauf.
"Was zu verstehen ist", leitete sie ein wie die Überschrift eines Buches.
"Es gibt die großen und die kleinen Aufgaben. Eine Taverne zu eröffnen bedeutet nicht, sich herauszuhalten. Es bedeutet einen Hafen zu halten für die Schiffe, die auf dem Meer kämpfen, damit es etwas gibt, wohin die Schiffe zurückkehren können. Damit ist nicht viel Ruhm und Ehre verbunden. Dafür auch weniger Gefahr. Mach nicht den Fehler, die kleinen Dinge zu unterschätzen, dafür bist du zu klug. Wer eine Taverne betreibt hält sich nicht heraus. Er hält das Gesamte nur woanders zusammen."
Sie seufzte und milderte ihren Blick. Und erst dadurch wirkte er im Nachhinein überhaupt scharf.
"Mallo war nicht in der Taverne. Sie hat eine kleine Expedition angeführt und nach einem Portal gesucht, mit Guts, Dharna und einigen anderen. Sie haben etwas gefunden, dem wir nun nachgehen werden. Ich möchte dich darum bitten, dass du, während du anderen vorwirft, eine Meinung über dich beizubehalten, ohne Genaueres zu verstehen oder zu wissen, nicht in die Falle tappst, dasselbe zu tun. Aber ich verstehe sehr gut was dich umtreibt mit Asdan. Zunächst einmal gilt es wahrscheinlich zu schlucken, dass er immer träger sein wird als andere."
Fast lächelte sie, aber es kam nicht zustande.
"Zunächst machst du vieles richtig. Denn du versuchst, sie zu bewegen. Du bemühst dich um sie. Falsch machen höchstens die etwas, die diesen Versuch gar nicht erst tun. Aber was ist der Schlüssel?"
Sie griff an ihren Hals. Dort waren ein paar Ketten. Jenes rote Band, an dem der kleine Schlüssel hing, war dort nicht mehr. Er war zerbrochen in ihrem Zelt gelegen, am Morgen nach ihrer Ernennung.
"Erinnern wir uns gemeinsam zurück?" Es klang wie eine Einladung. "Als ein Ouai zu uns sprach und wir ihn ausgelacht haben? Als ein Edalphi uns bat, einen Schrein zu bewachen und wir es nicht taten, weil es uns zu langweilig war und wir keine Lust hatten? Auch uns hat man damals versucht, die Bedeutung unserer Rolle klar zu machen. Aber wir waren nicht offen dafür. Wir haben es nicht ernst genug genommen, weil wir uns nicht involviert genug gefühlt haben. Und ich glaube, das ist der Schlüssel. Sie müssen stärker involviert sein. In ihrer heißen Bucht sitzend, entgeht ihnen vieles. Sie müssen mit anderen in Berührung gebracht werden, Bande knüpfen und lernen. Sie müssen die Geschichte dieser Welt verstehen. Nur dann haben sie überhaupt die Vorraussetzung dafür, effektiv etwas anderes zu tun als hinterherzulaufen. Ich glaube sie sind in der Lage, dein Opfer zu verstehen, Vhenan und es ist gut, wenn du vor ihnen sprichst. Aber erst, wenn sie diese Welt verstehen. Wer sie sind und weshalb sie hier sind. Sie wissen fast nichts. Mir war selbst lange nicht bewusst, wie wenig sie wissen. Ich nehme an es sind die kleinen Dinge, die ihre Entschlossenheit stärkt. Jemand muss sie unterrichten, damit sie Mythodea begreifen und sich verantwortlich fühlen. Dann werden sie auch wissen, warum sie kämpfen. Und es werden nicht mehr nur hohle Phrasen sein. Ergibt das Sinn für dich?"

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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Di Jun 20, 2017 7:09 pm

Ja, das ergibt für mich einen Sinn.... ich verstehe nur nicht....“ Vhenan seufzte und ordnete ihre Gedanken. „Wenn die neuen Menschen aus Ortac nicht willig sind alte Dinge abzulegen, dann kann ich es nachvollziehen. Sie sind neu hier und sie brauchen Zeit. Aber die Oshead... sind seit Jahren hier. Ich erinner mich an den Ouai und seine Geschmacksknospen... an die Elementarvölker, die wir seltsam fanden.... ich erinner mich auch daran, wie Revan sagte, dass er sich nur mit Menschen unterhält, nicht mir Ouai oder anderen... Arden nimmt immer noch Abstand von Zauberern, weil er diese Welt nicht versteht. Magica bedeutet hier nicht das, was wir aus Ortac kennen... ich habe ihm versucht einiges zu erklären... ruhig und ernsthaft, ohne mich lustig zu machen... aber es bringt nichts. Ich habe sie am Convent ständig dazu ermuntert mit den Zauberern aus Kelemthal zu sprechen. Dharna wollte über Magie lernen. Ich habe ihnen ein paar Dinge genannt, dich ich von Lazantin gelernt habe.. ich nehme an er hat dich auch schon mit langen Reden über den Schöpfungsmythos und die Kräfte des Landes beglückt. Ich sagte ihnen, dass jeder hier zaubern kann und alle waren plötzlich aus dem Häuschen... ich sagte ihnen: Geht zu den roten Roben und bittet um Erklärungen. Oder fragt Edalphi und Ouai, aber fragt irgendwen! Es hat niemand von ihnen getan... Mehr als ihnen die Richtung weisen kann ich nicht. Und sie hatten Zeit.... Deswegen denke ich, dass.... es noch sehr lange dauern wird, bis ich vor ihnen sprechen kann und meine Worte auf fruchtbaren Boden treffen... aber diese Zeit werde ich nutzen. Ich kann mich dadurch nicht aufhalten lassen... und ich kann es sie nicht lehren. Ich kann immer wieder auf Lehrmeister zeigen, wie auf Larell, wie auf die Kelemthaler oder auf Myrea als Heilerin... aber wenn sich die anderen nicht bewegen und nicht eigenständig dort hinlaufen, dann bringt es nichts... und ich fürchte, dass es ein Problem wird. Du wirst bald weg sein.... du kannst sie nicht mehr dorthin lenken... ich fürchte, dass mein Platz auch nicht länger hier ist... also werde ich sie nicht weiter treten können. Wer tut es dann? Dann sitzen sie nur noch hier und bewegen sich nicht.


Die Feststellung sehr ernst gesprochen und ein harter Blick traf die Nyame von der Seite. Es war ein Thema, dass Nenani sehr stark beschäftigte.


Ich weiß übrigens, dass Mallo unterwegs war“, entgegnete Vhenan noch, um dieses Missverständnis zu beheben.
Wir haben uns Briefe geschrieben. Auch deshalb kann ich sagen, dass ich keine große Veränderung in ihrem Verhalten mir gegenüber bemerke. Ich habe es angesprochen, aber sie... spricht in Briefen anders als wenn ich vor ihr stehe... sie kann mit geschriebenen Worten besser umgehen. Wenn sie frei spricht, verheddert sie sich oft in Missverständnissen und sagte Dinge, deren Gegenteil sie eigentlich meint... Ich war zwar weg, aber ich habe den Kontakt gehalten. Und sie sagte mir, dass sie am Bauen war. Dass der Kelch mittlerweile Formen annimmt, dass Verträge über Handelsgüter aufgesetzt wurden... nicht nur die, die ich jetzt schon geschrieben oder gehört habe... der Kelch ist ihre Zukunft. Sie wird hier sein. Vielleicht auch auf Expeditionen... Sie wollte das Portal in Shäekara finden und das ist gut. Aber sie denkt nur - ich will nicht sagen klein, aber... Mallos Gedanken kreisen nur um Takbal, um die Oshead. Ich habe mit ihr gesprochen und kenne ihre Ambitionen Anführer zu werden... aber ich denke sie will es nur für die Oshead sein. Nicht für Shäekara, nicht einmal für alle aus Ortac... nur für die Oshead. Und das.... halte ich persönlich für sinnlos, weil der Kastellan hier das Sagen haben wird... oder die Statthalter der jeweiligen Städte, die noch gebaut werden. Mallos Anführerabsichten ergeben für mich überhaupt keinen Sinn.... auch weil ich nicht den Eindruck habe, dass sie selbst weiß was sie als Anführer eigentlich tun will.... das Gesagte war nicht einmal halbgar. Hauptsächlich vielleicht, weil ich mittlerweile größer denke. Ich will, dass Takbal größer wird, dass Shäekara ein gutes Lehen wird.... aber mich interessiert auch unser Reich... der Kontinent. Wir müssen hier größer denken und dürfen uns nicht in dieser Bucht isolieren... und dagegen können nur diejenigen angehen, auf die viele hören. Raûl vielleicht... aber wie wir schon festgestellt haben, ist er den ganzen Tag mit anderen Dingen beschäftigt... er kann es nicht leisten. Und auch er muss sich entscheiden, ob er dich als Nyame begleitet, oder hier bei seiner Familie und in der Stadt bleiben will. Und solange solche großen Gedanken nicht in den Köpfen der anderen wachsen... wird sich hier nichts tun... und wenn wir unsere Feinde nicht aufhalten... dann wird es keine Zukunft geben. Wir müssen anfangen zu träumen... das hier ist doch besser als Ortac, deswegen sind alle hergekommen... weil es besser sein soll... Takbal ist ein Traum, Shäekara der Neuanfang... sie müssen aber einmal über den Tellerrand schauen. Die Begegnungen mit dem Ouai und Edalphi sind ewig her... wir haben danach so viel erlebt... und trotzdem wissen sie nichts. Ich habe auch die anderen Nyamenanwärterinnen unterstützt... ich habe Doreahs Neches'Re-Anwärter in einer Prüfung auseinander genommen, ich habe Genefe unterstützt, ich hätte auch Myrea aktiv unterstützt.... das weißt du und ich sage es dir offen. Ich hätte jeder von euch folgen können, denn es war nicht meine Entscheidung. Die Quihen'Assil haben entschieden und ihr letzten drei wart in meinen Augen alle würdig die Krone zu empfangen .... ich wollte die fähigste Nyame, die beste für das Reich... nicht unbedingt dich, wenn ich den Eindruck gehabt hätte, dass jemand anderes besser sei... das war nicht der Fall, ich habe mich am Ende während eurer letzten Prüfung für mich persönlich aktiv gegen Genefe entschieden und für dich... ich stehe voll und ganz hinter dir. Aber ich hatte nicht nur im Sinn, dass du von Anfang an die einzige Wahl für mich warst... Mallo sah es anders und wir gehen auch dort in verschiedene Richtungen... Sie wollte dich auf dem Thron und nur dich... Sie sagte auch: Für Mythodea. Aber diese Sichtweise ohne den Blick nach links und rechts dient Mythodea nicht. Wie ändern wir das? Wie können wir erreichen, dass sie größer denken? Und sich nicht nur auf sich selbst konzentrieren? Sollten wir jemanden ernennen, der genau diese Aufgabe bekommt? Informationen zu vermitteln und Kontakte herzustellen? Die anderen müssen es dann aber auch annehmen, sonst ist wieder alles umsonst.
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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Do Jun 22, 2017 10:19 am

"Deswegen sind alle hergekommen... weil es besser sein soll", wiederholte Neome leise und dumpf. "Ich glaube nicht, Vhenan, dass alle denselben Grund hatten. Manche wurden durch andere Dinge bewegt, mussten fliehen und sehnen sich nach der alten Erde..." Es war nur eine Nebenbemerkung, keine Anfechtung dessen, was Vhenan eigentlich meinte, und suggestiv gab Neome zu verstehen, dass sie den Punkt schon begriff.
"Mir gegenüber gehst du es richtig an. Du stellst viele Fragen. Hältst du es bei ihnen auch so? Bei Asdan hast du es getan, das hast du mir erzählt. Und so kam heraus, dass er selbst sein Ziel nicht kennt. Ich glaube, man kann und sollte diese Angelegenheit von mehreren Seiten betrachten. Mallo befindet sich, für mein Gefühl, gerade in einem Wirbel, will Klarheit in einer Zeit, in der vieles unklar ist. Sie will die Expedition zusammenhalten. Nicht das Lehen anführen. Sie will außerdem dafür sorgen, dass mein Wille weiterhin nach Shäekara getragen wird. Das ist nicht nur ein Dienst für die Oshead", sagte Neome sanft. "Sondern für das Land. Denn mein Wille wird nicht zum Nachteil des Landes sein." Sie lächelte kurz. Es hatte eine neue, gutmütige Farbe hinzugewonnen. Dann hob sie das Kinn. "Aber ich verstehe das Problem mit dem Kastellan. Raûl bringt die Persönlichkeit mit, aber er blickt so viel und so weit nach vorn, dass es ihm an Rücksicht fehlt. Mallo hingegen achtet so stark auf die, die sie umgeben, dass es - noch, denn ich weiß nicht, was kommt - schwer für sie ist, die großen Dinge zu sehen. Sie ist keine klassische Anführerin, aber sie hat etwas Mütterliches. Auf der anderen Seite ist es vermessen, zu glauben, wir allein wüssten, wer eine Anführerin ist. Wüssten die Menschen wirklich so gut darüber Bescheid und könnten es entscheiden, säße vor dir nicht die Herrin des Gegensatzes, sondern nur Neome, denn viele haben etwas gesehen, was ich noch nicht gelernt habe und mich daraufhin abgeschrieben. Im übrigen wäre ich ihnen ebenfalls gefolgt, hätten die Quihen Assil sie erwählt." Sie schmunzelte kurz und kaum ersichtlich und nannte keine Namen.

"Ich glaube, auf dem Feldzug werden sich Entwicklungen ergeben und das Bild schiebt sich ein wenig zurecht. Ich glaube auch durch die Veränderungen, die mich betreffen, werden viele von ihnen gezwungen sein, aufzuwachen. Und falls nicht, will ich sie ein bisschen wachrütteln. Und ihnen notfalls Leute schicken. Übrigens ist es nicht nur bei uns so. Ich habe auch mit anderen Leuten, aus anderen Lehen und sogar Reichen gesprochen, die ebenso wenig oder noch weniger wussten. Es ist keine kleine Schwierigkeit, die man nebenher lösen kann. Es ist ein großer Punkt. Etwas, was viel Arbeit braucht. Was sie tun müssen, ist beginnen, für sich selbst zu denken. Aber dafür müssen sie das Land verstehen. Wir werden eben einen Unterricht anberaumen müssen."

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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Do Jun 22, 2017 12:29 pm

Unterricht.... das klingt nicht verkehrt... wenn schon niemand den Arsch hochbekommt und von sich aus Wissen heranschafft, dann können sie sich wenigstens hinsetzen und zuhören.“ Vhenan schmunzelte leicht. Man musste es mit dem Unterricht ja nicht übertreiben, aber es war eine gute Idee und sie entspannte sich mehr und mehr. Ein wacher Blick traf die Nyame und Vhenan entschied innerlich etwas für sich. Ihre Haltung änderte sich und wurde offener und zugänglicher als zuvor.


Ich stelle Fragen, wenn ich es für nötig halte, ja. Ich habe mir das von dir ein wenig abgeschaut... anstatt Vorträge zu halten, denen nie Gehör geschenkt wird, versuche ich meine Punkte in Fragen zu verpacken, damit der andere das Gefühl hat selbst auf die große Lösung zu kommen. Das macht er zwar in jedem Fall, aber so wirkt es besser... allerdings schaffe ich das nur so lange, bis mir der Kragen platzt.... bei Asdan habe ich es getan, bei Arden... auch bei Raûl, als wir in der Hohld mit Esthaers Ableben konfrontiert waren. Er war dagegen, dass du die Nyamenprüfungen angehst und ich habe versucht ihm klarzumachen, dass du sehr genau weißt was du tust.... er hatte überhaupt keine Grundlage für irgendetwas, weder deine Meinung, noch Wissen darüber was im Gasthaus geschehen ist, er wusste aber auch nichts über Nyamen an sich... und ich versuchte es ihm sachlich zu erklären... er hat meine Fragen und Informationen nur abgetan. Ich solle aufhören mit meinem... Gerede.... Er wollte nicht, dass du Schaden nimmst, das habe ich gesehen und das rechne ich ihm positiv an. Aber meine Fragen gehen generell unter.... sie werden gehört und dann werden sie ignoriert. Sehr wahrscheinlich aus Bequemlichkeit, weil es leichter ist die Fragen zu ignorieren und mich links liegen zu lassen, als sich mit sich selbst und seiner Zukunft auseinanderzusetzen. Irgendwann habe ich dann auch keine Lust mehr Fragen zu stellen. Ich hoffe ja, dass sie trotzdem darüber nachdenken, selbst wenn sie sagen ich soll mich verziehen... aber ich glaube das tun sie nicht. Ich hoffe wirklich, dass sich jetzt etwas ändert... durch deine neuen Aufgaben... vielleicht wachen sie auch auf, wenn sie sehen, dass wir den Feind in der Kelriothar nicht ignorieren können... wir können die Welt nicht wegdenken... sie kommt zu uns... wenn sie sehen und spüren, dass ihr Zuhause von denen bedroht wird, dann tut sich hoffentlich etwas in ihren Herzen.


Sie streckte ihre Beine gemütlich aus und lächelte leicht. Vhenans Blick fiel wieder auf die Nyame. „Es freut mich übrigens, dass wir immer noch so reden können.... ich weiß nicht warum ich es gedacht habe, aber... ich hatte die Befürchtung, dass es nicht mehr so sein wird.... ich habe mich glücklicherweise geirrt. Es tut mir leid, dass ich dir aus dem Weg gegangen bin.
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Neome
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BeitragThema: Re: Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes   Do Jun 22, 2017 3:06 pm

Neome starrte einige Momente in Richtung Meer, aber ihre Haltung verriet, dass sie nicht weit weg horchte. Sie hörte Vhenan zu und als sie geendet hatte, tippte ihre Fingerspitze auf die Hand der langjährigen Freundin. "Durch unsere neue Aufgabe", sagte sie leise, mit einer Bestimmtheit aber, der verschiedene Kräfte innewohnten, Sturheit und Sanftmut, Leidenschaft und Drang, aber auch Geduld.
"Es ist...es gab vor der Prüfung vieles, dem ich mich widmen musste. Ich habe versucht so viel ich konnte zu lernen. Als ich dir beim Konvent sagte, dass ich dir nicht geantwortet habe, weil es Dinge gibt, die man schnell erledigen kann und Dinge, für die man mehr Zeit braucht, habe ich es so gemeint. Nach meiner Krönung..." Ihr Blick verhing sich fester am Meer. "Ein Mann bat mich darum, ihn zu heilen und ich habe ihn versehentlich mit Aquas Aspekten überladen. Es ist überhaupt nicht das passiert, was ich wollte. Ein anderes Mal habe ich versucht, mit der Magie in mir umzugehen und habe Lahmi durchs halbe Kapitänshaus befördert. Ich spüre jede Faser, jeden Grashalm, jeden Tropfen Wasser. Es ist, als sprächen tausend Stimmen. Vor allem in der ersten Zeit konnte ich sie nicht sortieren. Ich habe versucht, es mir nicht ansehen zu lassen. Und teils habe ich die Gesellschaft anderer gemieden. Ich hatte meine Gründe. Und du die deinen. Aber ich bin immer noch hier. Ich bin jetzt mehr als vorher. Und ich habe größere Pflichten. Deshalb vergesse ich nicht meine Freunde. Im Gegenteil. Ihre Nähe ist sehr tröstlich...."
Schließlich nahm sie den Blick von der Ferne und sandte ihn Vhenan zu.
"Die anderen werden lernen müssen, dir zuzuhören. Zumindest ist das wahrscheinlich. Wie möchtest du, dass es für dich weitergeht?"

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Der beste Spiegel ist das Auge eines guten Freundes
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