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 Ardens Dilema

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Arden

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BeitragThema: Ardens Dilema   Di Jun 13, 2017 2:21 pm

Direkt nach der Ankunft zurück in Gutenbucht begab sich Arden zu seinem Schlafgemach um etwas Ruhe zu finden. Es war bereits dunkel und die Nacht war lange eingebrochen. Er betrat sein Zimmer im Haupthaus der Stadtwache und sah einen versiegelten Brief auf seinem Tisch liegen. Nachdem er den Brief in die Hand nahm, betrachtete er das Siegel argwöhnisch. Es kam ihm unheimlich bekannt vor, doch konnte er sich nicht entsinnen, woher...

Er öffnete das Siegel und den Brief und begann zu lesen.
Je weiter er im Text voranschritt, desto bleicher wurde er. Was auch immer in dem Schreiben an ihn gerichtet ist, jagte ihm eine wahnsinnige Angst ein.
Nachdem er den zweiten Absatz begonnen hat, wurde er langsam zorning. Seine Haltung wechselte sehr schnell von ungläubig zu Raserei. Er las den Brief weiter und begann dabei in seinem Zimmer auf und ab zu gehen. Immer wütender werden begann er sogar, gegen Gegenstände zu treten.
Zu Ende des Briefes wurde er langsamer, begann längere Kreise in seinem Zimmer zu ziehen, bis er schließlich an seinem Tisch zum Halt kam. Dann sackte er zusammen, Tränen in den Augen.
Für Stunden saß er nur da, starrte auf den Brief in seiner Hand und weinte...

Schließlich stand er auf und rannte aus seinem Zimmer, aus dem Haus der Stadtgarde und verschwand in der Dunkelheit der Nacht.



Ein Brief erreichte Raul, ca. 1 Woche nach der Rückkehr vom Konvent der Elemente, versiegelt mit dem Zeichen der Stadtwache:

Hoch geschätzter Mazhak,
mein Name ist Argo und ich schreibe aus einem dringenden Anliegen:
Seit ihr mit Arden und den Anderen aus Holzbrück zurückgekehrt seid, hat keiner unserer Leute Arden gesehen.
Nur kurz beim Abladen seiner Habe war er zu sehen, doch nachdem er sich zurückgezogen hat, konnte keiner ihn auffinden.
Wir haben sein Gemach untersucht und konnten leichte Spuren von Gewalt sehen, aber kein gewaltsames Eindringen.
Sein Stuhl war umgetreten und sein Bett war verrückt worden, aber wir konnten keine direkten Spuren eines Kampfes finden, kein Blut oder Ähnliches. Ich kenne Arden schon eine halbe Ewigkeit und er würde seine Pflichten niemals ohne Grund und vor allem ohne Meldung an seine Leute verlassen. Irgendetwas ist passiert.
Nachdem ich in der Kaserne herumgefragt habe, hat einer unserer Rekruten gemeint, dass er einen versiegelten Brief and Arden in sein Zimmer gelegt hat. Ich kenne den Inhalt des Briefes nicht, aber ich nehme stark an, dass sein Verschwinden damit etwas zu tun hat.
Wir fangen nun an, per Vermissten-Flugblättern innerhalb und um Gutenbucht zu suchen.

Diese lange Abwesenheit ohne eine Meldung ist extrem untypisch für ihn.
Ich hoffe wir finden ihn bald!

gez. Argo, Offizier der Stadtgarde




Schon am nächsten Morgen konnte man an gut besuchten Ecken in Gutenbucht Flugblätter an den Wänden sehen, die auf Hinweise zur Auffindung von Arden auffordern.
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Raûl
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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   So Jun 18, 2017 7:28 pm

Raûl hatte sich eine Woche lang durch die wichtigsten Pflichten als Statthalter gepflügt, wichtigste und wichtige Entscheidungen und Korrespondenz getroffen und erledigt, die Werften inspiziert, wie auch die Waffenkammern von Shäekara, wo die von ihnen eroberten Mordwerkzeuge der Khal'Hattrani untergebracht waren. Inmitten all dieser Arbeit erreichte ihn ein Brief eines Offiziers der Stadtgarde.
Arden war spur- und kommentarlos verschwunden, in seiner Stube waren Dinge zerschlagen und liegengelassen worden? Das eine wie das andere klang so gar nicht nach dem Arden den er kannt. Arden war einer der Oshead und darüber hinaus der Hauptmann der Stadtwache. Er war wichtig und außerdem so etwas wie ein Freund geworden. Also begab sich Raûl zur Stätte der Stadtgarde, um Argo aufzusuchen.
Wenn er schon dabei war, konnte er gleichmal die Truppen inspizieren...

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Mallo
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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   Sa Jul 08, 2017 5:32 pm

"Mazhahk!"

Sobald Raûl das Hauptquartier betrat, begegnete ihm ein Gesicht. Ein strenges, schlankes Gesicht eines dunkelhaarigen Mannes mit weißen Filzzöpfen in der langen Mähne. Er kam mit leichtem Schritt die Stufen vom Hochboden hinab. Er stellte im Laufen seinen Speer in die Ecke und schenkte dem Statthalter ein respektvolles Nicken, als er nähertrat.

"Argo, Offizier der Stadtmiliz von Gutenbucht. Danke, dass Ihr hier seid. Ich nehme an, Ihr habt meinen Brief bekommen." Er sah Raûl direkt an und hob die Brauen.

Im Rücken des Statthalters schwebte rasch eine graue Gestalt ins Hauptquartier. Still gesellte Malen sich neben Raûl. Sie platzte nicht ins Gespräch, sondern trat neben ihrem Mazhahk auf, verschränkte die Arme vor der Brust und begrüßte die Männer mit je einem klaren Blick. Sie sollten sprechen, aber offenbar glaubte sie, in diesem Anliegen ein Recht auf Information zu haben. Vermutlich wusste sie bescheid.
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Raûl
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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   Di Jul 11, 2017 3:57 pm

Als er den Raum betrat, atmete Raûl tief ein - es roch nach Arbeit, Lederfett und Rüstscheuerlauge, Eisen, Rum, Rauch und Holz. Ein vertrauter Geruch, ein solider Geruch. Die Türe war noch nicht zugefallen, da schlüpfte Mallo hinter ihm in den Raum, als wären sie zusammen gekommen. Er blickte kurz zu ihr herüber, aber bis auf ein belustigtes Kräuseln um die Nasenflügel ließ er nicht erkennen, dass er über ihr Erscheinen erstaunt war. Er würde sie ohnehin nicht vom seltsamen Vorgehen in der Wache fernhalten können, außerdem wollte er es gar nicht. Mallo fühlte sich immer verantwortlich für zwischenmenschliche Entwicklungen im Lehen und besonders in der Oshead, das konnte ihm nur hilfreich sein.

Der Offizier, Argo, sprach ihn an und Raûl nickte.
"Dieser Brief, der Arden zugespielt wurde, weiß man, woher der stammt? Wer ihn aufgegeben hat? Gab es ein Siegel oder irgendeinen Hinweis auf den Absender?"
Während er sprach griff er in einen seiner Gürtelbeutel und holte die Nachricht des Offiziers hervor und reichte sie Mallo kommentarlos, damit sie sie lesen konnte.

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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   Do Jul 13, 2017 11:39 pm

Mallo nahm den Schrieb entgegen und ihre Augen flogen über Argos Schrift, während sie lauschte.

"Man hört ihm zu wenig zu", murmelte sie eher für sich, mit Wolken über den Brauen, und sie reichte den Schrieb an Raûl zurück, um geschürzt zu den Männern zu sehen.

"Es gab ein Siegel", antwortete indes der Offizier. Seine Miene trug die Kunde davon, dass alles verzwickter war, als es zuerst scheinen mochte, "Aber über den Absender kann ich nur Vermutungen anstellen. Ich weiß mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass der Brief von Ortac kam. Mit einer Charge von anderen. Er wurde Arden nicht zugespielt, sondern... zugestellt. Ganz offiziell. Einer unserer Jungs hat ihn empfangen und Arden ins Zimmer gelegt. Wahrscheinlich hat er Nachricht von Zuhause erwartet... und sie hat ihm nicht gefallen. Bevor ihr fragt: Ich hab ihn noch nicht gesehen. Nachdem ich Ardens Zimmer gesehn hatte, hab ich angefangen, Vorkehrungen zu treffen. Vielleicht hat er ihn mitgenommen."

Malen schnaubte.

"Das nützt uns wenig", sagte sie, "Dieser Brief beantwortet uns eine Menge fragen. Lass nachsehen, ob deine Männer ihn haben." Es klang souverän genug für eine Anweisung oder einen Vorschlag unter Freunden. Und doch sah sie zu Raûl, sich seine Meinung oder Weiteres einholend.
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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   Fr Jul 14, 2017 12:05 am

Der Mahzahak nickte zu Mallos Vorstoß, auch wenn er selbst vielleicht an anderer Stelle angefangen hatte, so war diese so gut wie jede andere.
"Wenn wir den Brief oder eine Abschrift davon finden, umso besser. Ansonsten müssen wir uns auf das stützen, was wir wissen.
Er schaute zu Argo und runzelte die Stirn: " Lässt sich nachvollziehen, wie Arden sich ausgestattet hat, bevor er die Kaserne verließ? Hat er eine größere Menge Proviant mitgenommen? Seine Rüstung? Proviant? Ein Pferd? Oder hat er sogar seine ganzen privaten Sachen eingepackt?"
Raûl deutete in den Gang von dem er glaubte, dass es von dort zu Ardens Stube ging. " Vielleicht sollten wir einen Blick in sein Zimmer werfen."

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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   Fr Jul 14, 2017 10:26 am

Argo antwortete auf die Fragen von Raul:

"Soweit ich es erkennen konnte ist seine komplette persönliche Bleibe seit der Rückkehr vom Konvent komplett verpackt in seinem Quartier. Ob etwas Bestimmtes fehlt kann cih so nicht genau sagen, aber seine Kampesausrüstung ist definitiv da, sowie seine komplette Bekleidung!
Keiner hat ihn am Abend seines Verschwindens gesehen, es musste ziemlich spät gewesen sein. Es gibt Zeichen von Gewalt in seinem Zimmer, umgetretene Möbel, aber keine direkten Spuren von einem wirklich gewaltsamen Kampf, keine Spuren von Blut oder Verletzungen.
Zu dem Brief, den er empfangen hat kann ich leider nicht viel sagen,e r war versiegelt und ich habe ihn nur kurz gesehen. Wenn mich meine Erinnuerung aber nicht vollkommen trügt, dann würde ich schwören, dass das Siegel von einem Naevit stammt. Es hatte ein sehr markantes Symbol, dass dem eines naevitischen Herren sehr ähnlich sah. Aber hier kann ich mir leider nicht sicher sein!"


In seinem Kopf versuchte Argo weiterhin die Puzzle Teile in irgendeiner Form zu verbinden.

"Leider haben wir bis jetzt auch keine brauchbarenHinweise von der Bevölkerung bekommen, ich hoffe, dass die Steckbriefe in irgendeiner Form helfen!"
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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   Fr Jul 14, 2017 10:41 am

Irgendwo in einer sehr dunklen Gasse in Gutenbucht wacht Arden auf, noch sehr betrunken vom Vorabend. Es war mittlerweile schon wieder später Nachmittag. Seine Kleidung war komplett verdreckt und seine langen Haare hingen ihm tief ins Gesicht. Er hatte mittlerweile jegliches Zeitgefühl verloren, aber es musste bereits Tage her sein, dass er den Brief gelesen hatte...

Plötzlich hörte er lautes Geschrei um die Ecke. Er ging in die Richtung um nachzusehen, was dort passiert. Als er um die Ecke bog, stand er vor einer der Tavernen und konnte mehrere Gestalten in einem Kreis um 2 Männer sehen. Einer der Männer hielt den anderen fest, eine Hand and dessen Kehle, die Andere einen Dolch schwingend.
"Wo ist mein Schutzgeld, due verdammter Taugenichts? Seit Tagen hast du mir nichts gezahlt, ich denke es wird Zeit, dass du eine Lektion erteilt bekommst!" rief der Dolchschwinger.
"Wenn cih dich bezahle, dann kann ich keinen Nachschub für meine Gäste ordern, das würde meinen Ruin bedeuten!" sagte der andere Mann mit einer enormen Furcht in seiner Stimme.

Arden hörte der Unterhaltung nur kurz zu, bis er auf die 2 Männer zuschritt. Mehrfach wäre er aufgrund seines betrunkenen Zustands fast gestoplert, doch desto näher er den Beiden kam, desto besser wurde seine Haltung und sein Fokus. Als er auf Schlagreichweite war rief er ein lautes "HEY!" zu den Männern und schlug dem Schläger direkt ins Gesicht. Alle 3 Männer fielen zu Boden, der Gangster war auf der Stelle bewusstlos.
Während Arden auf dem Boden lag, murmelte er nur vor sich hin "Nicht in meiner Stadt! Nicht in meiner Stadt!"
Die umstehenden Leute hielfen dem Wirt und Arden auf die Beine, ein paar andere versuchten Leute der Garde herbeizurufen. Doch sobald er auf den Beinen stand, fing Arden an vom Ort des geschehens in die dunkle Gasse zurück zu verschwinden. Erstaunlicherweise konnten die Passanten ihn nicht stoppen.
Eine Dame rannte ihm hinterher, doch als sie um die Ecke in die Gasse bog, war Arden verschwunden...
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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   Fr Jul 14, 2017 10:53 am

Während Argo, Raul und Mallo auf dem Weg zu Ardens Zimmer waren, erreichte ein Bote die 3.

Er übergab Argo ein Schreiben:

Gestern Nachmittag gab es eine Schlägerei zwischen einem Tavernenwirt und einem bekannten Verbrecher. Augenzeugen Berichten zufolge war die Auseinandersetzung kurz vor der Eskalation, als ein Dritter plötzlich auftrat und dem Verbrecher mit einem direkten Schlag ins Gesciht zu Boden schickte.
Wir haben der Verbrecher festgenommen und die Augenzeugen befragt. Es gibt keine genauen Angaben, wer der Dritte gewesen sein könnte, da er komplett verdreckt war und sein Gesicht von langen Haaren verdeckt wurde. Nachdem er den Schläger zu Boden geschickt hat, sit er aber auch gefallen. Mehrere Augenzeugen geben an, dass er etwas gemurmelt hat, etwas wie "Nicht meine Stadt" oder Ähnliches. Der Mann war offensichtlich schwer betrunken.

Nachdem man ihm aufgeholfen hat und die garde gerufen hat, ist der Mann unaufhaltsam in der Gasse hinter [Taverne, ich kenn die Namen nicht] verschwunden und eine Augenzeuging wollte ihm hinterher, konnte ihn aber nicht mehr finden!

Zwei Augenzeugen berichten zudem, dass sie sicher sind, dass der Dritte ein Banner am Gürtel trug, das nicht viele in Gutenbucht tragen, das schwarze Banner mit dem Kraken der Oshead.

Eine Suche in der umliegenden Gegend hat keine Resultate ergeben!


Argo las das Schreiben laut vor...
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Mallo
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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   Fr Jul 14, 2017 7:37 pm

Argo hatte ihnen die Tür zu Ardens Kammer geöffnet und tatsächlich, es verhielt sich, wie der Offizier, der in seinem anderen Leben Pferdeherr gewesen war, ihnen vorab gesagt hatte. Die Möbel waren verschoben, die Decken auf dem Bett hingen schief darüber. Ein Stuhl lag kopfüber in einer Ecke.

"Seht euch um", sagte er, als ein Laufbursche nach ihm rief und ihm einen Schrieb in die Hand drückte.

Der Chirya ließ Raûl und Malen passieren, während seine dunklen Augen über die Nachricht flogen.

"Ahja", sprach er, zuerst zu dem Brief, dann hob er den Blick, "Hört euch das mal an." Und las vor.

"Dieser Idiot!", stieß Malen aus, "Wenn dieser Penner Arden gewesen ist, dann stimmt es und er lag Tage besoffen irgendwo rum."

"Das sieht ihm nicht ähnlich", stellte Argo zur Debatte.

"Nein." Sie war ganz seiner Meinung und fuhr sich durchs Haar, die Lippen verziehend. Dann sah sie zu Raûl. "Was schlägst du vor? Wir lassen die Tavernen und ihre Umgebung nochmal durchsuchen? Einer der Wirte muss ihn ja bedient haben, eines Abends, wenn dieser 'Dritte' tatsächlich besoffen und nicht einfach verrückt war..."
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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   So Jul 16, 2017 1:27 am

Raûl überlegte. Wenn es tatsächlich Arden war, der da aufgetaucht und sich geprügelt hatte und gleich darauf unbemerkt wieder untergetaucht war, dann ... fühlte es sich falsch an, andere Leute, andere jenseits der Oshead damit zu betrauen. Arden hatte eine bewegte Vergangenheit, soviel wusste der Naihlar. Und wenn ein besonders finsterer Teil seiner Vergangenheit aufgetaucht war, hatte das Arden vielleicht über irgendeine unsichtbare Linie geschubst auf eine finstre Talfahrt. In diesem Falle wollte Raûl keine Fremden dabeihaben, sofern sich das irgendwie anders lösen ließ.

"Arden ist Kommandant der Stadtwache. Wenn er es war, würde ich ihn lieber selbst suchen und niemanden damit beauftragen. Ich denke, die üblichen Quellen sollten die Augen offen halten und uns informieren, wenn Arden wieder irgendwo auftaucht. So können wir ihn vielleicht ohne große Unruhe einfangen."
Raûl sah Argo an, um seine Reaktion zu bewerten. Es konnte sein, dass Argo Arden nahe genug stand, um ihm loyal beiseite zu stehen und wieder aufzurichten, bevor es zum Äußersten kam. Oder aber er sah in Arden eine lästige Barriere, die sein eigenes Fortkommen behinderte?

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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   So Jul 16, 2017 1:52 am

Argo kratzte sich nachdenklich an der Schläfe.

"Wie gesagt, ich kenne Arden eine Ewigkeit. Wir waren... drüben auf Ortac Seite an Seite gegen die Truppen von Karg gestanden. Er würde vielleicht auf mich hören. Aber wir machen es wie Ihr sagt. Im Zweifel beugt sich auch die Stadtwache der Herrschaft." Er verzog seine Lippen zu einem kruden Lächeln. Vielleicht hörte er sich nicht gern Derartiges sagen. Aber sein Blick war aufrichtig.

"Und was ist, wenn es wirklich nur ein Penner war, der Arden unser Wappen abgenommen hat?", warf Malen ein, "Dann lockt uns das auf eine falsche Fährte."

"Wenn das der Fall ist, muss ihm etwas Ernstes zugestoßen sein", erwiderte Argo, "Er würde das Wappen der Oshead niemals einfach so hergeben."

Sorge kehrte in die Gesichter der Chirya ein. Beide sahen Raûl an. Argo nickte.

"Wir machen es, wie Ihr sagt", wiederholte er schließlich, "Ich lasse die Jungs von der Stadtwache wissen, dass sie ihre Posten und Routen auf der Suche behalten sollen und so weitermachen sollen wie bisher. Wenn Euch diese Aufgabe wichtig genug erscheint, um Euch selbst im Zweifelsfall die Hände schmutzig zu machen,... sind wir dankbar und wissen das zu schätzen."

Auch Mallo nickte schließlich den Worten ihres Landmannes zu.

"Ich komme mit dir", sagte sie zu Raûl, "Wenn du erlaubst. Ich hab dir eh noch was zu sagen."
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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   So Jul 16, 2017 7:20 pm

Raûl war froh, dass man seinem Vorschlag zustimmte. Er hatte nicht gewusst, dass Argo Arden schon so lange kannte. Aber dass sich Argo in dieser Sache ohne großen Widerstand beugte, zeigte, dass er als 2. Offizier seinen Platz in der neuen Heimat gefunden hatte und alte Verbindungen nicht über die neuen Ordnung stellte. Wenn es nach Raûl ging, stand Argos Zukunft nichts im Wege.
"Ich danke dir, Argo. Halte bitte die Ordnung weiter aufrecht, so können wir das Problem hoffentlich ohne großes Aufsehen lösen. Wenn wir Arden stellen und er uneinsichtig ist, werden wir dir auf jeden Fall die Gelegenheit geben, ihn zu überzeugen. Außerdem ist jeder in der Oshead so wichtig, dass ich mich um ihn oder sie kümmere, wenn das etwas hilft."

Dass Mallo ihn begleiten würde, davon war er fest ausgegangen. Daher lächelte er ihm zu und hielt ihm anstatt einer Antwort die Türe auf. "Nach Dir."

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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   So Jul 16, 2017 8:18 pm

Arden saß in einer dunklen Ecke irgendwo in GUtenbucht. Überall war Dreck und es war feucht.
Er saß auf dem Boden, den Brief in einer Hand, eine Flasche Wein in der anderen.

Sein Gesichtsausdruck war zweideutig...hingerissen zwischen Wut und Hass und absoluter Verzweiflung und Trauer...

Immer wieder las er die Zeilen, hoffte, dass sich der Inhalt ändern würde. Doch die Worte blieben die gleichen. Und jede Zeile bohrte sich in sein Herz wie ein Dolch.
Während er immer und immer wieder las, nahm er große Schlücke aus der Weinflasche, die sich zu seinem Empfinden zu schnell leerte.
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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   So Jul 16, 2017 10:31 pm

"So machen wir's", schloss der Offizier und nickte den Entschluss ab, da strebte Raûl schon zur Tür und er machte den Weg frei.

"Danke, Argo", sagte Malen, "Du weißt, wie du uns erreichst, wenn ihr etwas Neues habt." Sie sah zu Raûl auf, als er ihr den Vortritt ließ. Die Verständnislosigkeit in ihren Zügen war kaum größer als sonst in ihrer Mimik beherbergt. Aber sie atmete durch und nahm die Einladung an.

Draußen drehte sie sich nach dem Mazhahk um.

"Ich schlage vor, wir fangen einfach an zu kämmen. Wir nehmen jetzt einfach die allererste Straße links, die von hier aus Richtung Hafen geht und biegen ab dort in jede Gasse zu unserer Rechten. Irgendwann kommen wir so wieder hier raus und nehmen die zweite abgehende Straße. So stellen wir sicher, dass wir wirklich jeden Fleck gesehen haben."

Sie steckte sich den Harzkolben zwischen die Zähne.

"Hat Dharna schon mit dir geredet?"
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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   So Jul 16, 2017 11:06 pm

Raûl hörte sich Mallos Vorschlag an und nickte. Gutenbucht war zwar verwinkelt, aber er hatte mitgeholfen, die Häuser mit eigenen Händen zu bauen, daher gab es kaum Ecken, die er nicht kannte, wenn auch die Stadt sich ständig wandelte. "Das passt. Wenn ihn einer von uns findet, dann lassen wir nacheinander schicken." er fummelte sich selbst ein Rauchkraut aus der Tasche und ließ sich Feuer geben. Nachdem er einen tiefen Zug genommen hatte, sprach sie ihn auf Dharna an. Er machte eine unbestimmte Kopfbewegung, die weder "Ja" noch "Nein" bedeuten mochte und meinte: "Über was?"

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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   Sa Jul 22, 2017 5:23 pm

Sie drückte ihm ein Bündchen Zündhölzer in die Hand.

"Sie bekommt noch drei Silber aus der Staatskasse", erinnerte sie Raûl im Laufen, als dieser sich anschürte, "Für den Steinschmuck, den sie gekauft hat, für Neomes Aussage zu den Narech'Tuloch. Weißt du noch?"

Dann nahm sie die Hölzer wieder an sich und stopfte sie zurück in die Gürteltasche.

"Außerdem fragt sie nach dem Archiv, das sie aufbauen wollte. Du wolltest, glaub ich, noch irgendein Gebäude dafür anschauen?"

Mallo sah fragend zu Raûl auf, musterte einen Moment dessen Profil. Engte den Blick ein bisschen, als ihr etwas auffiel. Dann lenkte sie die Aufmerksamkeit, zumindest die tätliche, wieder auf die Straßen und Winkel.

"Und dann gibt's da noch etwas..., aber das betrifft dich und mich." Hier sprach sie nicht von sich aus weiter. Sollte er ruhig erst einmal auf Dharnas Anliegen antworten.
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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   Mo Jul 24, 2017 2:02 pm

Raûl nickte und die Spitze seines Tabakstengels wippte: "Ja, ich entsinne mich. In diesem Falle belastet dies die Staatskasse und nicht die Stadtkasse, und die ist eigentlich bei Marcia untergebracht. Falls da nicht genug Silber drin sein sollte, dann helfe ich gerne aus." Er grinste und ließ seinen Goldzahn blitzen. Natürlich sollte die Kasse der Oshead genug Silber enthalten, um die Ausgaben zu decken. Dann deutete er auf die Südseite von Gutenbucht:"Am Marktplatz ist ein Stockwerk im großen Haus noch ohne Verwendung. Es ist im Gegenzug zu den Bauten hier ganz aus Stein und daher vor Feuer besser geschützt." Außerdem war es näher an seinem eigenen Haus, um das herum er den Dreh- und Angelpunkt der Stadt errichtete, aber das sprach er nicht laut aus. "Ich werde ihr die Räumlichkeiten beizeiten zeigen, ich denke, es wird ihr gefallen. Die STADTkasse wird wird den Unterhalt der Räumlichkeiten gerne bezahlen, die Oshead kann ja die Inhalte finanzieren. "

Dann schob sie noch etwas nach, das seine Neugierde weckte:"Dich und mich? Na aber hör mal..." das hatte er sich nicht verkneifen können machte eine unschuldige und übertrieben erschrockene Miene.
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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   Di Jul 25, 2017 7:27 pm

Raûls Reaktion auf ihre letzte Aussage ließ sie ein Lachen schnauben. Wären sie besser befreundet gewesen, hätte sie ihm in die Seite geboxt.

"Oh Mann!", sagte sie stattdessen mit angesängtem Humor, nickte dann aber zum Besprochenen. "Ja prima. Dann werd ich sie mal mit Marcia kurzschließen. Trifft sich gut, die zwei sind bald sowieso zusammen unterwegs. Können das ja aushandeln, wenn sie wieder da sind. Sie kümmern sich gerade um Süßwasser für unser Land", klärte sie den Mazhahk auf, "Wir haben bei der letzten Expedition Süßwasser gefunden, auf dem Land. Und sie prüfen jetzt nach, ob es da mehr zu holen gibt."

Ein paar Augenblicke sah sie nach Süden, wo Raûl den Marktplatz verortet hatte, und nickte abermals.

"Zentrum ist gut für das Archiv. Es soll ja 'ne Anlaufstelle werden, wenn ich Dharna richtig verstanden habe. Bei Enek, das Mädel wird mehr zu tun haben damit, als sie sich vorstellt..." Sie zog den Mundwinkel hoch und eine Wolke Dampf aus dem Kolben. Dann linste sie von der Seite zu Raûl, wechselte den Blick, fasste einen Entschluss und tippte ihm auf den Arm, um ihn für einen Moment zum Innehalten zu bewegen.

"Hör mal. Ernsthaft. Du... bist zu mir gekommen, auf dem Konvent. Weißt du noch, in der Taverne. Und hast mich über deine Geschichte mit dem Ahnengeist aufgeklärt. Du hast mir ein ziemlich beschissenes Problem anvertraut, in das du dich reingeritten hast, aber du hast... weder Neome noch die Anderen mit hineingezogen, sondern kamst zu mir. Damit ich bescheid weiß. Damit wir sicher sind." Sie suchte Raûls Blick mit ihrem eigenen, grauen, aufrichtigen. "Das hab ich gesehn. Und das weiß ich sehr zu schätzen. Das wollt ich dir sagen. Wir hatten... uns auf dem letzten Feldzug das erste und einzige Mal richtig unterhalten, glaube ich. Allein. Seitdem hast du, was wir besprochen haben, umgesetzt. Diese Geschichte war für mich ein Beweis dafür. Du hast gezeigt, dass du dich kümmerst. Um uns und um Verbündete. Mehr noch, du hast deine Familie zu uns geführt. Für mich gibt's kaum einen größeren Vertrauensbeweis."

Sie ließ ihm allerkürzeste Zeit für eine Reaktion; Ergriff er sie nicht, deutete sie ihm den Wunsch an, gemeinsam weiterzugehen und fuhr fort.

"Deshalb... will ich dich im Vorhaben unterstützen, Kastellan von Shäekara zu werden. Oder des Kastellans Stellvertreter, sollte Neome das Amt behalten. Du hast hart gearbeitet über die letzten Jahre, nicht nur für uns, sondern vor allen Dingen für das Land. Du hast es dir, was mich angeht, verdient. Meine Stimme sollst du haben... wenn mein Eindruck richtig ist und so bleibt."
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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   Di Jul 25, 2017 11:18 pm

Sie waren ein paar Schritt gegangen, Mallo erzählte von den Fortschritten der Expedition. Er quittierte das ganze mit einem wohlwollenden "Hmmm." und lächelte. Süßwasser war wichtig, eben weil es so knapp war. Die gesamte Entwicklung des Lehens hing davon ab. Natürlich hatte er davon gehört, Expeditionen brauchten Ressourcen und immer wenn es um Ressourcen ging, hatte Raûl den Finger am Puls. Normalerweise hätte er es dabei belassen, aber er wollte Mallo klar machen, dass er diese Entdeckung nicht auf die leichte Schulter nahm, also nahm er seine Rauchkraut aus dem Mundwinkel und sagte:"Das ist sehr gut. Vielleicht genug für Loravinde." Seit über einem Jahr lag ein leuchtender Stein bei ihm im Haus, unverrückbar und von vier Elementen gesegnet, bereit, das Stadtzentrum des neue Mittelpunktes von Shäekara zu begründen - Loravinde. Schon Legende, obwohl sie noch gar nicht existierte.
Aber noch ehe seine Gedanken in diese Zukunftsvisionen abdriften konnten, tippte ihm Mallo auf dem Arm und erklärte ihm, ohne dass er sie dazu aufgefordert hätte, dass sie ihn gerne als Kastellan von Shäekara sehen würde.
Nein, nicht richtig. Dass sie sein Vorhaben unterstützte, Kastellan zu werden. Er blieb kurz stehen und sah sie an, musterte ihr Gesicht deutlich länger, als es vielleicht angenehm oder schicklich gewesen wäre - vorausgesetzt man wusste was schicklich war. Er nahm einen tiefen Zug und atmete wieder aus, lenkte den Rauch aus dem Mundwinkel weg, damit er nicht zwischen ihnen stand.
"Du ehrst mich. Ich danke dir dafür."
Wieder eine Pause. Er überlegte und viele Gedanken schienen ihm zuzurufen. Dann lächelte er:
"Als Neome sich auf dem Konzil selbst krönte, hat mich fast der Schlag getroffen. Ich habe zwar, wie alle bis zum letzten Augenblick, darum gekämpft und gehofft, dass sie Nyame werden wird. Aber als es soweit war, sagte ich: Ach Du Scheiße! - recht laut, die Umstehenden haben mich angeschaut, ob ich noch alle Krüge im Schrank hätte. Aber mir ist in diesem Augenblick bewusst geworden, dass alles anders werden würde. Also wirklich ALLES." Raûl wedelte kreisförmig mit der Hand, um sich, Mallo, die Oshead, Gutenbucht und im Zweifelsfall ganz Mythodea einzubeziehen.
"Der zweite Gedanke war: Verdammt, wer ist jetzt Kastellan? Und der Dritte Gedanke war: Verdammt, wer ist jetzt Pakata?"
Er machte eine kurze Pause und zog wieder an seinem Stengel, bließ den Rauch gedankenverloren an Mallo vorbei.
"Als ich ihr später am Hof schwor, dass die Oshead für sie bereit wären und dass wir ihr Leben für sie geben würden, wusste ich, dass ich dies in eurem Sinne ausgesprochen habe, vor allem habe ich es aber für mich gesprochen. Es mag seltsam klingen, aber es ist so: Man kann nicht dienen und gleichzeitig herrschen. Also... " Raûl wedelte fuchtelte unbestimmt mit den Händen in der Luft herum, um den inneren Zwiespalt in Geste zum Ausdruck zu bringen.
Er ging wieder weiter, rauchte, ließ ein paar Hafenarbeiter passieren, nickte ihnen zu und wartete, bis sie außer Hörweite waren:"Als ich Neome später wieder begegnet bin, Stunden der Lobpreisungen später, nahm sie mich beiseite und meinte zu mir, dass Sie meinem Anspruch auf die Führung des Lehens nicht unterstützten würde, so ich nicht die Mehrheit der Oshead hinter mich brächte."
Er wirkte belustigt und schüttelte kurz den Kopf. Er nuckelte wieder an seinem Tabakstengel, aber der war verbraucht, also warf er ihn achtlos auf die Straße und holte sich einen neuen aus seiner Gürteltasche. Diesmal hatte er auch einen der teuren gnomischen Taschendrachen parat und entzündete das Ende.
Er ging wieder los, nicht zu schnell um Mallo nicht abzuhängen, und sprach dann weiter:"Ich war in meinem Leben immer gut, andere zu führen, aber nicht zu herrschen. Irgendwie ist in all den Jahren jeder in Shäekara immer davon ausgegangen, dass ich es auf das Lehen abgesehen hätte. Tatsächlich habe ich das Lehen zuallererst für die Oshead und dann für Neome erarbeitet. Dass Karl mich in die Ernennungsurkunde eingeschrieben hat bestätigt, dass auch er davon ausgegangen ist. Obwohl ich ihm noch in der selben Stunden mitteilte, dass das Lehen Neome zu stünde und nicht mir, hat es doch ein ganzes Jahr gedauert, bis es zu einer offiziellen Umbenennung der Herrschaftsstatuten kam. Und trotz allem...
Raûl machte ein Gesicht, als würde ihm die ganze Geschichte nicht schmecken.
"Ich werde die Verantwortung übernehmen, bevor sie in keinen oder in schlechten Händen liegt. Aber ich bin Mahzahak ân Pakata, das ist meine Stärke. Wenn die Oshead beschließen, mich zum Kastellan zu ernennen, so werden ich diesen Posten für die Oshead ausüben. Aber ich werde immer auf die Lichtgestalt warten die vortritt, um als Gallionsfigur dem Schiff voraus durch die Wellen zu reiten. Solltest also nicht Du vortreten und das Amt für Dich beanspruchen, so hoffe ich, dass Neome weiterhin offiziell Kastellan des Lehens bleibt. Dann verwalte ich in ihrem Namen und Sinne, bin weiter Mahzahak für meine Pakata und meine Nyame und dann muss ich alter Vollpfosten nicht schon wieder umdenken und mich neu erfinden."
Er hielt inne, blickte kurz auf Richtung Abenddämmerung und kicherte:"Ja scheiße Aeris. Sind wir doch nicht ganz so dicke, was?"
Und dann kicherte er ungehemmt über seinen eigenen Ausspruch, so wie nur er es konnte.

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Mallo
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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   Fr Jul 28, 2017 12:14 am

"Ja. Vielleicht genug für Loravinde", wiederholte sie. Dann blieb er stehen, sah sie lange an. Mallo erwiderte Raûls Blick ungetrübt, qualmte selber, wartete, bis er gefunden hatte, was er mit den Augen gesucht. Lautlos wendete sie sich mit ihm zusammen, als er weiterging und ihre Augen lagen wieder auf den Straßen, Gassen und Ecken.

Rechts - rechts - rechts - links.

Er musste hier doch irgendwo stecken...

Sie waren fast am Hafen angelangt, als Raûl fortfuhr. Auch die Chirya nickte den Arbeitern straff zu und bedeutete dem Mazhahk, während sie zuhörte, einmal einen Haken um ein Hauseck zu schlagen. Sie hatte die Aussicht schon geprüft, hieß die sachte Geste, hier fanden sie nicht, was sie suchten, und sie konnten in Ruhe in die nächste Straße einbiegen.

"Ha!", war alles, was sie am Ende hervorbrachte. Ehrlichste Verblüffung. "Ha.... Tja. Gut, dass wir darüber gesprochen haben!", schloss sie mit einem breiten Grienen, das bewusst schlecht ihre Vordenkopfgestoßenheit überschminkte. Sie wischte es weg und fuhr fort: "Und du überraschst mich. Wirklich. Scheiße, du willst diesen Posten gar nicht? Ich war so sicher, dass du ihn willst. Mann... ich finde, du hast ihn dir wirklich verdient. Aber wenn du ihn nicht willst..." Sie zuckte mit den Schultern.

"Naja. Du musst dir darüber eigentlich keine so großen Gedanken machen", erzählte sie dann, und während sie sprach, lagen ihre Augen weiterhin auf den Straßen, den Schatten, den Silhouetten der Passanten, "Ich war bei Neome, einige Tage nach unserer Rückkehr. Und hab bei ihr vorgesprochen. Zum Thema... 'Galeonsfigur'." Sie wiederholte das Wort mit einem bitteren Beigeschmack. "Neome trennt den Anführer der Oshead nicht vom Herrscher des Lehens. Für sie ist der Kastellan von Shäekara gleichsam der Anführer der Oshead..., was Sinn macht, aber auch irgendwie... schwierig ist. Unser Gespräch endete mit der Note, dass sie überlegt, ihren Sitz hier in Shäekara zu lassen. Shäekara zum Nyamenland zu machen. Is das letzte Wort noch nicht gesprochen, aber sie schloss es nicht aus. In dem Fall bleibt sie wohl Kastellan... und auch unsere Anführerin. In irgendeiner Form. Und unsere Pakata bleibt sie sowieso. Egal, was sie tut."

Mallo seufzte und steckte den Harzkolben weg. Sie engte die Augen, die suchten, stets ein paar Schritte voraus.

"Ich glaub, wir sind dicker, als du denkst", lachte sie dann trocken, "Ich trat mit dem Willen vor sie, die Oshead anzuführen, an ihrer Statt. Ich wollte der Freund sein, der Neome begleitet und der Teil unserer Leute ist, der die beiden miteinander verbindet, damit sie nie auf uns verzichten muss, und andersrum. Verstehst du? Daraufhin fragte sie mich, ob ich Kastellan werden wollte - aber das seh ich als eine ganz andere Aufgabe. Wie auch immer... Neome entscheidet in diesem Fall, wem sie das überantwortet. Und so wie's bisher aussieht..." Sie hob den Blick wieder zu Raûl: "... ist es deine Aufgabe, uns zumindest zum kommenden Feldzug zu bringen." Sie wartete die erste Regung in seinem Gesicht ab und endete. "Es sei denn, du folgst ihr vorher. Neome wird in einigen Tagen mit einem Gefolge Shäekarianer zu Karl aufbrechen. Den Oshead steht es frei, mitzugehen, wer will. Aber jemand muss die Anderen ebenso ins Feld führen. Ein paar von uns sind zu dem Zeitpunkt unterwegs - draußen in der Wüste, oder in Richtung Tinderos, oder auf der Suche nach Arden." Sie führte, nüchtern demonstrierend, die Hände offen vor ihnen aus. "Ich fühl mich für die verantwortlich, die ich in diese Missionen geschickt hab. Ich bleibe hier. Ich sammel die Leute wieder zusammen, und die Ergebnisse, und dann... schließen wir uns dir an... oder euch, wenn du mit Neome gehst. Und wenn du nicht mit Neome gehst, sondern selbst alle sammeln willst..., dann lass mich dir helfen. Und wenn du doch mit Neome gehst - dann lass mich sie führen." Ihr Angebot - es war ohne Zweifel eines ohne Haken und ohne jede Unterwürfigkeit; Ein Entgegenkommen unter gefühlt Gleichen. "Ich kenn das inzwischen. Ich habe mehrere Expeditionen geleitet. Ich kenn unsere Leute so gut wie sonst kaum jemand. Ich kenn die Routen, die Entfernungen und ich finde die Wege. Wenn du die Führung für diesmal annimmst, will ich gern mitmachen."
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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   Fr Jul 28, 2017 9:30 pm

Am Morgen nach der Schlägerei vor der Taverne lag Arden erneut in irgendeiner dunklen Gasse. Erneut sturzbetrunken. Irgendwie schein aber sein Äußeres noch deutlich schlimmer als am Vortag.
Erneut konnte er sich kaum an irgendetwas von Gestern erinnern. Langsam wurde er munter, konnte sich aber bei weitem noch nciht aufrappeln.

Plötzlich hörte er Stimmen, aus der gleichen Gasse in der er lag. Es klang nach 3 Männern, die sich unterhielten. Zudem klang es, als würden sie das Gerümpel in der Gasse durchsuchen.
"Irgendwo muss dieser Penner doch sein! Wenn wir ihn finden, wir er sich wünschen niemals gelebt zu haben!", hörte er einen der Männer sagen.
Die Gruppe kam langsam in seine Richtung, aber Arden hätte nie gedacht, was nun passierte...

Plötzlich standen die Drei über ihm und starrten ihn an.
"Da bist du ja, du Mistkerl!", rief einer der 3, "wir suchen schon seit Gestern nach dir...! Wegen dir uns einer unserer Brüder jetzt eingesperrt. Dafür wirst du mit deinem Leben zahlen."

Irgendwas klickte in Ardens Kopf, als er diese Worte hörte und mit einer erstaunlichen Leichtigkeit schwang er sich auf, musste aber seinen Stand abfangen, sonst wäre er aufgrund seiner Drunkenheit fast wieder umgefallen. Doch nun stand er und war bereit sich gegen die Angrifer zu verteidigen.
"Ich weiß gar nicht wovon ihr redet, ich kann mich nicht einmal an den letzten Tag erinnern...aber wenn ihr Streit sucht, dann kann ich dafür sorgen, dass ihr ihn findet! Gesindel wie euch will ich in meiner Stadt eh nicht sehen."

Die drei Banditen zogen ihre Waffen, Arden hatte nicht wirklich etwas um sich zu verteidigen. Seine Waffen waren noch bei seinem Reisegepäck.
Dennoch, Arden machte eine schnelle Bewegung und mit einem gezielten Schlag schickte er einen zu Boden. Aber dabei ließ er seinen Rücken komplett ungeschützt. Er spürte den Dolch in seiner Seite und ging direkt in eine Verteidigungshaltung. Aber aufgrund seines Zustands vergaß er hierbei den zweiten noch stehenden Banditen, der ihm direkt mit einem Knüppel auf den Hinterkopf schlug. Arden ging zu Boden. Die beiden Gangster halfen ihrem Freund auf die Beine, dann begannen sie auf Arden einzutreten.
Nach einigen Minuten hörten sie auf. "Das sollte reichen um diesem Idiot das Leben zu versauen." sagte der Dolchträger, "lasst uns besser abhauen, bevor vllt noch die Stadtwache wegen dem Lärm vorbei kommt." Die Drei häuften etwas Müll um Ardens Körper zu verstecken und rannten davon.

Während Arden blutend auf dem Boden lag, musste er nur eine Sache denken: den Brief...seine Gedanken rasten um den den Inhalt. Tränen rannten sein Gesicht herab. So sollte es also enden, mit dem Wissen, dass sein ganzes Leben eine Lüge war.
Nach einer kurzen Zeit verlor er das Bewusstsein.
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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   Mo Jul 31, 2017 12:10 pm

Raûls Augenbrauen wogten hin und her, als er Malens Worte überdachte und abwog, versuchte, sie in Einklang mit seinen eigenen Ideen zu bringen und um zu einer Lösung zu kommen, die dienlich war.
"Auf hoher Bergspitze ist die Luft sehr dünn und nur die Adler leisten einem Gesellschaft." murmelte er eher zu sich selbst als zu ihr. Etwas beschäftigte ihn, aber er schien nicht gewillt, es auszusprechen.

"Wie wäre es..." setzte er an und schaute nochmal angestrengt in Richtung Nirgendwo.
"Wie wäre es, wenn wir uns die Spitze teilen? Ich bin gut mit Zahlen, behalte bei der Logistik den Überblick und... ich kann Krieg. Es gefällt mir nicht, aber ich kann ihn trotzdem. Vielleicht bin ich nicht unbedingt das, was die Soldaten brauchen, um auf dem Feld hinter her zu rennen, aber die Strategie, Taktik, Nachschub. Ich mag dafür die Leute nicht." er dachte kurz nach , schüttelte den Kopf ob der letzten Aussage und korrigierte sich:"Also ich mag die Leute schon, nur nicht, mich ständig nach ihre Wehwehchen erkundigen zu müssen. Jeder will irgendwas und in dem Moment wenn es über stoffliche Dinge wie Geld, Waffen oder ein schönen Bauplatz mit Meerblick hinausgeht, wird mir unwohl. Die Leute wollen wertgeschätzt werden, bauchgepinselt. Ich bezahle sie lieber gut und hau ihnen aufs Maul wenn sie nicht spuren. Das ganze einfühlen kannst Du so viel besser. Du könntest mir helfen zu verstehen, was die Leute bewegt und ich kann Dir helfen, Projekte von ihrer logistischen Machbarkeit her zu prüfen. So ohne "Ober und Unter", sondern auf gleicher Augenhöhe. Wenn wir uns gar nicht einig werden, soll Neome entscheiden. Wenn einer von uns fehlt, dann ist der jeweils andere solange verantwortlich.
Und ihre Herrlichkeit soll gefälligst auf uns hören, wenn es um Shäekara geht"
er lachte herzlich. Letzteres klang seltsam. Immer noch.

"Denkst Du, sowas funktioniert?" er sah sie direkt an.

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BeitragThema: Re: Ardens Dilema   Mo Jul 31, 2017 9:05 pm

Eine Gruppe Händler hörte lauten Tulmult und kurz darauf 3 dunkle Gestalten, die aus einer Gasse heraus rannten. Vier der Fünf Händler wollten einfach weiter und ihren Geschäften nachgehen, aber der Letzte war neugierig. Wovon rannte diese Typen davon?
Er linste langsam um die Ecke, sah aber nix.
"Komm schon, Zeit ist Geld!", sagte einer der Händler zu dem Neugierigen.
"Ach komm, nur einen kurzen Augenblick!", erwiederte dieser.
Er lief etwas mehr in die Gasse und versuchte irgendetwas in der Dunkelheit zu erkennen. Je weiter er hinein lief, desto mehr wollte er wieder weg, der Ort war so dunkel und wiederlich, ziemlich grauenvoll. Als er genug gesehen hatte und sich umdrehte, sah er einen Fuss aus dem Müll herausragen. "Schnell, hier liegt einer, ruft die Stadtwache!", rief er den anderen zu.

Nur wenige Augenblicke später waren 2 der Stadtgarde angekommen und zogen Arden aus dem Müllberg. Sie erkannten ihn nicht direkt, aber merkten, dass er noch am Leben war. Sie brachten ihn zum Erste Hilfe Raum in der Garde und riefen Heribas.
Argo kam in den Raum und erkannte Arden sofort, zu viele Schlachten haben sie schon zusammeng eschlagen und sich gegenseitig in den schlimmsten Zuständen gesehen.
"Was ist passiert, wo habt ihr ihn gefunden?", fragte er die Gardisten.
"Er lag in einer Gasse, wurde von Händlern gefunden, was genau passiert ist, wissen wir nicht. Aber er hat eine tiefe Dolchwunde auf der linken Seite, etwas höher und sie wäre schneller tödlich gewesen."

Heribas betrat den Raum, schaute in die Runde und sah Arden auf der Liege. Mit ein paar schnellen Handbewegungen packte er ein paar Salben aus und kümmerte sich um die Wunde.

Argo beauftragte indessen die 2 Gardisten nach Raul und Mallo zu suchen und beide zurück zu bringen. So schnell wie möglich.
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Ardens Dilema
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