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 Ab in die Wüste!

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Dharna
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BeitragThema: Ab in die Wüste!   Di Jul 04, 2017 7:38 pm

Takbal, etwa eine Woche nach der Rückkehr vom Konvent der Elemente.

______


Dieses mal hatte Dharna sich besser vorbereitet, zum leidwesen ihres Esels, der dieses mal weit mehr Last trug, als beim ersten mal. Angefangen bei haltbarer Nahrung für den Weg,mehr Wasserschläuchen und zwei kleinen Fässchen, bis hin zu einer weiteren Zeltplane für den Fall, dass sie wieder ein Sandsturm überraschen würde.
Auch an eine Kopfbedeckung hatte sie dieses mal gedacht und nebst Tüchern, die sie sich später nass um den Kopf legen konnte, thronte gegenwärtig ein löchriger Strohhut auf dem zerzausten Haar.
Was allerdings nach wie vor fehlte, war taugliche Bewaffnung gegen potenzielle Wüstenräuber, denn mehr als ein kleines Messer, trug sie nicht an Klingen bei sich.

Geduldig wartete sie am Binnentor, wo auch schon die erste Expedition gestartet war. Einige, vorwurfsvolle Blicke galten dem Aufstieg zu den oberen Terassen der kommen würde, doch ansonsten zeigte das mollige Weib sich entspannt und sonnig im Gemüt. Wie hätte es auch anders sein können, wo der frische Küstenwind den Morgen belebte und die Hitze des Tages noch fern hielt?

Gespannt darauf, die neuen Gesichter kennenzulernen die Mallo aufgetrieben hatte, sah sie sich immer wieder um und nutzte die Zeit des Wartens- wie sollte es auch anders sein- mit essen.
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Adhemar

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BeitragThema: Re: Ab in die Wüste!   Mi Jul 05, 2017 2:31 pm

Sand... Hitze... Räuber... Schlangen... und Sand! Adhemar fragte sich, weshalb er sich das alles immer wieder antat. Die Zeiten, in denen er der Königin auf dem Schlangenthron in Heliopolis gedient und sich an das rauhe Wüstenklima angepasst hatte, ohne es jedoch jemals lieben gelernt zu haben, schienen ein ganzes Erdzeitalter weit weg. Er konnte sich beim besten Willen nicht mehr vorstellen, wie er es damals vollbracht hatte, in einem geschwärzten Kettenhemd samt Unterzeug auf einem Kamel umherzuziehen und bestimmt hunderte von Malen den Weg in die Kaiserstadt der 33 Reiche und zurück zu machen, geheime Botschaften im Gepäck und neu angeworbene Einwohner im Schlepptau.

Doch wie damals, so konnte er sich auch diesmal noch weniger vorstellen, eine Frau oder in diesem Falle derer zwei ohne den Schutz einer scharfen Klinge und eines wachen Auges so mir nichts, dir nichts in die Wüste ziehen zu lassen, zumal er sich nicht vorstellen konnte, dass die beiden einem solchen Unternehmen gewachsen sein würden, unabhängig von eventuellen Angriffen von Sandvipern der menschlichen, wie der reptilischen Art.

Einen Vorteil jedenfalls hatte er gegenüber früher: Wo Adhemar, dritter Sohn des Herzogs Lothrecht von Lotharinga in seinem schwarzen Koller, Kettenhemd und Waffenrock im Sitzen gekocht worden war und sich das ein- ums andere Mal von seiner schönen Gefährtin aus der Rüstung schälen lassen hatte müssen, weil er die verbrannten Schultern nicht mehr hatte anheben können, um sich selbst behilflich zu sein, da hatte Vayle, der Namenlose, der ohne Vergangenheit und Zukunft mit den OShea'd umherzog und nichts zu verlieren oder zu gewinnen hatte, lediglich ein leichtes Hemd und eine Lederrüstung zu tragen.

Diese trug Adhemar auch jetzt, während er, leise grummelnd ob der Tatsache, dass der Bursche, der ihm seit seinen jüngsten Reisen als Knappe, Bote und Spion diente, einmal mehr nicht auffindbar war und er sich deshalb selbst hatte ankleiden müssen und darüber hinaus gezwungen gewesen war, die notwendigen Reisevorbereitungen selbst zu treffen, die letzten Kleinigkeiten erledigte.

Er trat hinaus ins Freie, wo sich unter seinem Pferd, das über und über mit Wasserschläuchen aus mehr oder weniger zweifelhafter Herkunft behängt war, eine beeindruckende Wasserlache gebildet hatte, da entweder Adhemar es versäumt hatte, einen der Wasserschläuche ordentlich zu verschließen, oder aber einer der Lederer seiner aus zweiter bis fünfter Hand stammenden Wasserbehältnisse es nicht für nötig gehalten hatte, genügend Bienenwachs zur Versiegelung heranzuziehen.

Eine rasche, eingehende Überprüfung indes förderte wenigstens Beruhigendes zutage: Es war der Wasserschlauch gewesen, der sich über dem Sack mit dem Dörrfleisch und dem getrockneten Fisch befunden hatte, der seinen Inhalt so freimütig mit dem Boden vor Adhemars Behausung teilte. Somit war wenigstens sicher gestellt, dass vor Reiseantritt soviel wie möglich schief gegangen war und nicht eventuell die Hoffnung aufkäme, es könne sich um eine nicht gar so mühevolle, wenn nicht sogar angenehme Reise handeln.

Leise seufzend machte Adhemar sich daran, die Füllung des Wasserschlauchs zu ersetzen und tat diesmal sein, wenn auch wahrscheinlich vergebliches Bestes, um das kostbare Nass im Inneren des Schlauchs zu halten. Im Anschluss verstaute er seine Armbrust nebst Bolzenköcher auf dem treuen, tropfenden Tier und gürtete sich Schwert und Dolch um. Die KUGEL ruhte, wie stets, in ihrer Tasche an seinem Gürtel. Es konnte also losgehen.

Unterdrückt sein Geschick und den Burschen verfluchend, machte Adhemar sich auf, um sich mit seinen Reisegefährten zu treffen.

Kaum am verabredeten Treffpunkt angelangt sah er auch schon eine junge Frau, die sich bereits suchend umsah und augenscheinlich auf jemanden wartete. Sein Herz machte einen Sprung. Die Aussicht darauf, mit diesem Engelsgeschöpf die nächsten Tage und Wochen zu verbringen, mit nichts als Wüste als ihrer Begleitung, entschädigte ihn bereits für alles, was er heute hatte erdulden müssen. Wie schön das goldrote Haar ihren schmalen Rücken hinabfiel, wie ebenmäßig und edel ihr Mienenspiel vom Rücken ihres stolzen, strahlend weißen Pferdes hinab die Menge begutachtete, zu gutmütigem Spott verzogen, der jedoch nicht über die Herzlichkeit ihrer reinen Seele hinweg täuschen konnte.

In reinster Verzückung hob Adhemar den Arm zum Gruß, als sich auch schon ihre Züge erhellten und... sie den Mann zu seiner Rechten grüßte, der seinen Körper, der wie von einem Gott von Hand gemeißelt schien, geschmeidig auf sie zubewegte und ihren Kuss empfing, woraufhin er ihre Zügel nahm und sie langsam von dannen führte, um den Blick auf einen Esel und seine Besitzerin freizugeben, die offenkundig den rafinierten Plan gefasst hatte, ein Gutteil ihrer Rationen aus Platzgründen bereits im Innern ihres Magens zu transportieren.

Die suchenden Blicke der Dame waren indes ein weiteres Indiz, wenn nicht der nach seinem Dafürhalten völlig überladene Esel ein ausreichender Hinweis auf die Identität der Dame gewesen wäre, von der Adhemar hoffte, dass sie nicht gedachte, das arme Tier auch noch zu reiten, denn dies mochte für den Grauen schon in unbeladenem Zustand keine rechte Freude sein.

Entschlossenen Schrittes ging er auf die Frau zu und sprach sie an:

"Heda, gute Frau! Ihr scheint mir auf jemanden zu warten und wenn mich mein Gefühl nicht trügt, dann bin ich derjenige welche. Ich bin A... Vayle. Seid mir gegrüßt!"
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Ab in die Wüste!   Sa Jul 08, 2017 5:23 pm

"Hey! Dharna!", rief es plötzlich fröhlich von der Seite.

Die Stimme gehörte einem jungen Mann, gerade aus dem Grünen hinter den Ohren heraus. Er trug eine feste Lederrüstung auf grünem Hemd und dunkler Hose, hatte einen dicken Sonnenbrand im frechen Gesicht und führte zwei Pferde neben sich her, beladen mit allerlei Zeug: Beuteln, einer kleinen Leiter, zwei Seilgeflechten und Laternen.

"Alle Achtung."

Als der Ghalmar bei den Beiden, die sich gerade getroffen hatten, eintraf, musterte er mit anerkennendem Nicken Adhemars Reittier.

"Ich wusste gar nicht, dass hier jemand noch ein Pferd besitzt. Die Tiere sind selten auf Mythodea, heißt es. Ich bin Redric." Er schenkte Dharna ein liebes Grienen und streckte Adhemar eine starke Rechte hin. "Geht's los, oder kommt noch jemand?"
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Marcia
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BeitragThema: Re: Ab in die Wüste!   Di Jul 11, 2017 3:47 pm

Zu einer Reise wurde sie geladen.
Doch mit welcher Ausrüstung? Zweifelnd schaute sie auf ihre nackten Füße und beschloss, diese für die Expedition doch mit Stiefeln zu bekleiden. Es sollte schließlich in die Wüste gehen.

Anschließend schulterte sie ihren Wassersack und band sich ein Kopftuch um, dies konnte gegen die Hitze helfen und ihr zur Not ein wenig Schatten spenden. Mit Wasser befeuchtet war es auch eine gute Kühlung. Aber das wasser wollte sie lieber nicht vergeuden.

So traf sie am Treffpunkt auf ihre berittenen Reisegefährten. Sie war etwas verwundert, dass die beiden hier so stolz auf ihren Tieren saßen.

"Ein schöner Tag für diese Reise, aber sagt, hätte ich mir auch ein Pferd besorgen sollen?"

Es war ja nicht so, dass sie reiten konnte, aber noch weniger wollte sie diese Reise aufhalten. Indem sie zu Fuß hinter der Reisegruppe her trabte.
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Dharna
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BeitragThema: Re: Ab in die Wüste!   Di Jul 11, 2017 5:05 pm

Schwer zu sagen, ob Dharna irgendwann gedachte, den armen Esel zu reiten. Aktuell schien es dem Weib zu reichen, neben dem Tier zu hocken und geschwisterlich immer wieder ihr Essen hoch zu halten, damit das Vieh sich bedienen konnte.

Erst als Adhemar sich dann näherte und er in den Fokus des Weibes kam, bequemte die sich auf. Den Rock einmal abgeklopft, schmunzelte sie den Fremden auch schon mit gefüllten Hamsterbacken an und antwortete erst, als der Mund wieder frei war.

"AaaaahVayle, es ist mir eine Freude! Ich bin Dharna. Schickt Mallo dich, ja?" Und als hätte er längst geantwortet, nickte sie zufrieden und zeigte sich gleich noch einmal entzückter, als Redric sich näherte. Die Arme zuckten schon auseinander, blieben dann aber doch unten, während die Männer sich begrüßten.
"Einer fehlt uns noch, dann sind wir...." komplett, dass wollte sie sagen, unterbrach sich jedoch selbst beim nahen Marcias. Neugier lies Dharna den Kopf etwas vor recken und als die Fremde sich dazu gesellte, nickte sie zufrieden.

"Ha, alle pünktlich! Ich bin entzückt. Freut mich, ich bin Dharna und nein, du brauchst dir kein Pferd besorgen. Die sind hauptsächlich zum tragen dabei." Die Worte unterstreichend, klopfte sie ihrem Esel gutmütig die bepackte Seite.

"Ihr habt alles, ja? Die ersten Tage werden nicht so schlimm, weil wir uns an der Küste entlang bewegen werden und somit hoffentlich die Winde von dort genießen können. Später gehts dann einige Tagesmärsche in die Wüste. Das wird kein Spaß, dass schon vorweg. Habt ihr genug Wasser dabei? Und Essen, dass der Hitze stand hält? Wenn nicht, besorgt euch noch was, ansonsten würde ich sagen: auf auf ins Abenteuer!" Dem Eifer der Worte, folgte das zurecht rücken der Taschen am Leibe.

Den Anwesenden wurde also noch mal die Gelegenheit für Besorgungen gegeben. Bestand daran kein Bedarf, trottete das füllige Weib auch schon gemächlich los, um Takbal im gemütlichen Gang zu verlassen mit der kleinen Gruppe.
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Adhemar

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BeitragThema: Re: Ab in die Wüste!   Mi Jul 12, 2017 11:24 am

Wie sie seinen Namen aussprach, das ließ Adhemars rechte Augenbraue in leichter Skepsis nach oben wandern. Wollte sie ihn zum Narren halten? Sei's drum, er hatte sie noch nie gesehen und bezweifelte, dass sie mehr wusste, als er dachte.

"Heißt es das?" antortete er dem Jüngeren.

Günstigerweise konnte Adhemars Augenbraue dabei genau dort verweilen, wo sie bereits war, was ihm die Mühe ersparte, sie erneut hochzuziehen, als der junge Bursche so unvermittelt und überschwänglich seine Hand ergriff.

"Das war mir nicht aufgefallen. Ich bin Vayle. Sei gegrüßt."

Mit Marcias Eintreffen war die kleine Gruppe nun bereits vollzählig, wie Adhemar aus dem Gesprächsverlauf schloss. Er nickte der Frau kurz zu, mit der er in dem ein oder anderen Feldlager und bei so manchem Umtrunk schon Worte gewechselt, die er aber darüber hinaus nicht sonderlich kannte und machte sich dann daran, mit einem aufmunternden Lächeln in die Runde Dharna zu folgen, die, wie Adhemar es schon bei so mancher Dame ihrer Prädisposition erlebt hatte, wie natürlich die Führung übernommen hatte.

Während sie sich durch die Gassen wanden, um schließlich die Tore Gutenbuchts zu passieren, wo der frische Seewind den Geruch des Hafenviertels vollends vertrieb und einen angenehmen Beginn ihrer Reise verhieß,  dachte er bei sich, dass dies vielleicht doch ein recht kurzweiliger Ausflug werden könnte.

Um sich die Zeit ein wenig zu vertreiben und natürlich auch, weil man nie genug wissen konnte über diejenigen, mit denen man so umherzog, warf er schließlich die Frage in de Runde:

"Nun, meine Damen und Herren Reisegefährten, was hat euch veranlasst, euch in die Wüste schicken zu lassen?"
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Marcia
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BeitragThema: Re: Ab in die Wüste!   Mi Jul 12, 2017 11:49 am

"Für mich ist es spannend, was da draußen so unterwegs ist, vielleicht finden wir ja einen schönen Platz und ein Ausflugsziel in einer Oase, oder Leute mit denen wir Handel treiben können. Aber lasst uns mal los gehen und den Tag nicht vor den Stadttoren zu verplaudern"

Da versuchte Adhemar schon gleich gleich ihren Aufbruch, durch mehr oder weniger sinnvolle Anspielungen und Diskussionen zu verzögern. Dabei war sie schon so gespannt darauf was sie entdecken würden.

Ihre große Hoffnung war, dass sie andere Bewohner der Wüste treffen konnten um mit ihnen Handelsvereinbarungen zu erzielen. Oder sie konnten in einer Oase Früchte finden, die sie noch nicht kannte, und in dem Nächsten Brief an ihre Verwandtschaft denen davon berichten, was es hier alles tolles zu Entdecken und zu Verspeisen gibt. Es gab eben mehr als Kohl und Rüben.

Natürlich würde es auch völlig ausreichen, eine Oase mit guten Wasservorkommen zu entdecken. Aber in ihren Träumen saß sie immer auf einem Berg voll Gold und kredenzte ihren Freunden und Verwandten die schönsten exotischen Speisen.

Da kam ihr noch eine Sache in den Sinn. "Bevor wir aufbrechen, Kann ich mein Wasser auf einem eurer Tiere lagern?"
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Dharna
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BeitragThema: Re: Ab in die Wüste!   Mi Jul 12, 2017 12:55 pm

Dharna behielt ihre entspannte Miene bei und summte mit geschlossenen Mund, während man Takbal langsam verließ und den Fragen und Worten der anderen lauschte. Bevor sie den Kopf zu Marcia und Vayle drehte, reichte sie Redric ein Beutelchen mit getrockneten Datteln und schmunzelte.

"Ich habe mich nicht schicken lassen, sondern angeboten es zu übernehmen. Auf der letzten Expedition sind Redric und ich auf die Oase gestoßen und wollen nun prüfen, ob darunter- oder in der Nähe- eine Quelle hierzu vorhanden ist. Das wäre wichtig für Takbal, denn der Bach gibt nicht soviel Süßwasser her, wie wir langfristig brauchen werden, wenn der Ort weiter wächst. Sollte dort also eine Quelle sein, wäre das ein Gewinn fürs Dorf. Wenn nicht...nun dann haben wir wenigstens für die nächste Zeit etwas Süßwasser und Pflanzen die wir mitnehmen können." Die Ausführungen wurden etwas langatmiger dank des Aufstiegs der Terassen, die man wohl so zügig wie möglich hinter sich lassen wollte.

"Das letzte mal sind wir quer durch die Wüste gereist und durch Zufall auf die Oase gestoßen. Dieses mal wollen wir von der Küste ran. Es ist also wichtig, dass wir die Entfernung zu Takbal noch mal genau notieren und den Standort auf der Karte. Auch anderes das euch unterwegs auffällt und wichtig erscheint, werden wir notieren. Wer weiss, wofür wir das noch mal gebrauchen können?" Dharna schmunzelte und reckte die Nase in den Wind, als man endlich oben ankam. Die Momente zum durchatmen wurden von Redric genutzt, der die Erklärungen zur Reise noch ergänzte.

"Das letzte mal sind wir auf Räuber gestoßen, also müssen wir auch achtsam sein!" Natürlich verriet man nicht, dass man hinterhältig von den Räubern überrascht wurde und auch Dharna schwieg sich hierzu wohlweisslich aus, obgleich sie schmunzelte.
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Ab in die Wüste!   Do Jul 13, 2017 11:12 pm

Redric hatte sich schmunzelnd auch vor Marcia verneigt.

"Hey... Ihr seid doch die Schatzmeisterin des Hafens. Schickt Ihre Herrlichkeit Euch etwa, um uns ihre besondere Achtung zu erweisen?" Er konnte dies ernst, aber genauso mit einem Augenzwinkern meinen - freundlich aber war er allemal.

Leichtfüßig begleitete er die Oshead aus dem Binnentor hinaus. Die Terassen waren für den drahtigen Burschen keine Herausforderung. Sie zogen vorbei an den äußeren Höfen und Plantagen. Kleine Felder ließen sie langsam hinter sich und Bauernhütten aus Lehm und Halfa, deren Wände weiß verputzt waren. Der Ghalmarenjunge schmunzelte, während Dharna erzählte. Die Dattel, die er sich aus ihrem Beutel genommen hatte, schob er sich jetzt erst in den Mund.

"Das letzte mal sind wir auf Räuber gestoßen, also müssen wir auch achtsam sein!", fügte er hinzu, während er sich zu den Anderen umdrehte und, wie im Plausch, einfach ein paar Schritt des Aufstiegs rückwärts lief, "Die waren für uns zwar kein Problem und werden auch Anderen keines mehr sein - aber Mallo hatte uns vor dem Gesocks gewarnt. Landstreicher scheinen häufiger die Gebiete zu überfallen, die oben in der Hohen Ebene liegen. Ich schlag vor, wir richten eine Wache - - ein - - - "

Der Bursche unterbrach sich.

Ein junger Mann kam ihnen vom oberen Bergkamm entgegen und grüßte die Gruppe im Vorbeigehen. Er hatte olivfarbene, rauhe Haut im Gesicht und trug die Zeichen der Gutenbuchter Miliz.

Redric sah ihm hinterher und zwei Augenblicke lang stand ihm der Mund offen. Er blinzelte, drehte sich wieder dem gemeinsamen Weg zu, fuhr sich mit zwei Fingerspitzen über die Mundwinkel und reckte dann in neuer Entschlossenheit das Gesicht.

"Jjjjaaa! Alllllso, ich hatte noch deine Frage nicht beantwortet, Vayle. Mich hat tatsächlich Mallo geschickt. Aus den Gründen, die Dharna genannt hat. Und ich soll euch noch einen Auftrag mitgeben."

Er schaute kurz in jedes der Gesichter, hoffend, einen Funken Neugier gezündet zu haben.

"Der Hauptmann der Miliz ist verschwunden. Arden. Ich glaub, ihr kennt ihn. Wird seit ein paar Tagen vermisst." Der Bursche griff hinter seinen Wamssaum und reichte Vayle ein Flugblatt, mit der Geste, es weiterzureichen. Darauf zu sehen war eine grobe Portraitskizze, aber Jedem, der mit den Oshead schon einmal gereist war, würde das Antlitz des großmütigen Chirya mit breiten Schultern mit großer Wahrscheinlichkeit wiedererkennen. "Wahrscheinlich ist er in die Berge gewandert nach diesem ganzen Trara um die Großen Spiele um drauf klarzukommen, was da eigentlich gelaufen ist und seine Männer machen sich umsonst Sorgen. Aber er ist nunmal ein Oshea - deswegen sollen wir die Augen nach Arden offenhalten. Nach irgendwelchen Spuren, Zeichen, irgendwas Ungewöhnlichem. Seine Leute prüfen täglich die Grenzen. Wir werden das Lehen verlassen, also ist es an uns, unterwegs auch nach Spuren Ausschau zu halten, ob er das Land nach Süden verlassen haben könnte. Ein anderer Trupp geht gen Westen, aber die haben auch nebenbei noch irgendwas Anderes vor... unruhige Zeiten, Leute. Unruhige Zeiten."

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Adhemar

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BeitragThema: Re: Ab in die Wüste!   Fr Jul 14, 2017 1:54 pm

Wie erwartet, man war noch kaum unterwegs, da begannen die Dinge bereits, kompliziert zu werden. Arden verschwunden? Adhemar hatte ihn schon länger nicht mehr gesehen und war sich der Tatsache, dass jener Hauptmann der Miliz war, gar nicht bewusst gewesen. Wie kindisch von Adhemar, dass er, der sich offenbar mit den Angelegenheiten des Lehens so wenig beschäftigt hatte, dass er nicht die geringste Ahnung von den Vorgängen innerhalb selbst der Hauptstadt hatte, sich eingebildet hatte, dass er im Handstreich hier eine hochrangige Position einnehmen könne. Es schien, als habe er die ungebildeten und rauhen Reisegefährten das ein- ums andere Mal unterschätzt. Nun, das würde sich ändern, denn die Welt des Adels war es, was ihm, wohl mehr als allen anderen lag. Mit ihr war er aufgewachsen, wenngleich nicht in herausragender Stellung an hohen Herrschersitzen, so doch in Umgebung von Männern und Frauen, die es gewohnt waren, dass ihr Wort Gesetz und eine Bewegung ihrer Hand ein unmissverständlicher Befehl war. Er wusste ihnen zu schmeicheln und sich nützlich zu machen, wie auch alles, was unter ihm stand auch dort zu halten, auf mindestens einer Armlänge Abstand.

Adhemar gab das Flugblatt an Dharna weiter, warf nicht einmal einen Blick darauf, denn nur allzu bekannt war ihm der Gefährte, mit dem er zusammen auf dem Schlachtfeld geblutet hatte. Zumindest, was sein Äußeres betraf...

"Vermisst? Nun, in ein paar Tagen kann er nicht besonders weit gekommen sein und wenn keiner von seinem Aufbruch Notiz genommen hat, dann ist es unwahrscheinlich, dass wir ihn auf unserem Weg durch die Wüste finden, denn wenn er diesen Weg gewählt hätte, würde es einiger Reisevorbereitungen bedürfen. Ich schätze ihn nicht als so töricht ein, ohne angemessenen Proviant eine solche Strapaze auf sich zu nehmen."

Eine gewisse Kühle im Schenkelbereich, sowie das leise Tropfen seines linken Stiefels wiesen Adhemar indes darauf hin, dass auch seine Vorräte nicht mehr gar so reichlich waren, wie er sie ursprünglich eingeplant hatte und im Stillen verfluchte er den Lederer, der die leckende Haut genäht hatte, sowie die unglückseelige Krämerseele, die sie ihm verkauft hatte. Dann verfluchte er sich selbst, weil er sie gekauft hatte, ohne sie vorher genauer zu inspizieren, sowie Dharnas Esel, einfach weil er diese nervtötenden Kreaturen nicht ausstehen konnte.

"Sei's drum, wir müssen ohnehin die Augen offen halten, denn ich beabsichtige nicht, mit einem Dolch in den Rippen den Weg in den Magen eines Schakals oder Geiers oder Molches oder was auch immer hier so kreucht, anzutreten."

Unruhige Zeiten... wie recht der Bursche doch hatte.
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Dharna
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BeitragThema: Re: Ab in die Wüste!   Do Jul 20, 2017 5:21 am

Dharna war unlängst wieder dabei, irgendwas essbares aus den Tiefen ihrer Taschen zu bergen, als Redric die Nachricht um Arden teilte und sie inne hielt. Zuerst zeigte sie sich erschrocken, dann milde entsetzt, während sie unnützerweise nach dem Flugblatt griff und das Bild des Kämpfers betrachtete. Erst hier runzelte sie die Stirn und schüttelte den Kopf.

"Arden ist...weg? Aber warum? Das ergibt doch keinen Sinn." Die Stirn blieb gerunzelt, während sie sich das Bild des Mannes verinnerlichte und zuletzt aufseufzte. Recht bald wurde das Bild weiter gereicht und sich daran gemacht, während des Fußweges die Pfeife zu stopfen und den Tabak darin anzustecken.
"Also gut, halten wir auch noch nach Arden ausschau. Hilft ja nichts. Und wenn wir ihn finden, ziehen wir ihm die Ohren lang, weil er niemanden Bescheid gegeben hat!" Eine beschlossene Sache, so wie die Ghalmarin klang, während man die kleine Gruppe weiter führte und Takbal immer weiter hinter sich ließ.

Kurz vor dem Mittag, war die Redseligkeit des Weibes dann auch weitestgehend erschöpft. Zwar blieb sie freundlich und antwortete auch auf Fragen wenn sie aufkamen- und sie eine Antwort darauf hatte- doch von sich aus suchte sie erst mal nicht mehr das Gespräch. Ein Zeichen, dass sie wohl Kraft sparte bis zur ersten Rast, für die sich ein schattiges Plätzchen gesucht wurde, um kein Opfer der penetranten Mittagssonne zu sein. Mitgebrachter Minztee wurde mit jedem geteilt, damit wenigstens noch am ersten Tag etwas mit Geschmack getrunken werden konnte und auch beim Essen teilte Dharna gerne und reichlich- auch mit den Tieren.

Diese Routine zog sich bis zum Abend und der Suche nach einem Nachtlager. Nach der Rast wurde Redseligkeit und Neugier bewiesen, die mit der Dauer des Marsches, immer mehr ermüdete und zurück gestellt wurde, um sich mehr auf die Umgebung und die eigenen Schritte zu konzentrieren.
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Adhemar

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BeitragThema: Re: Ab in die Wüste!   Mo Jul 24, 2017 1:34 pm

Wie schnell man vergaß, wie ermüdend langweilig eine Landschaft sein konnte, wenn sie einem eine Weile erspart blieb. Da sich die Konversation mit seinen Mitreisenden nach einer Weile auch nur noch auf Essenzielles beschränkte, was nicht weiter verwunderlich war, wenn ein gutes Viertel der anwesenden Personen nur auf die stete Vernichtung von Proviant aus war. Adhemar studierte von seinem hohen Ross herab die Flora und Fauna der Umgebung, um nach nicht allzu langer Zeit wieder daran erinnert zu werden, dass ihn nichts so sehr langweilte, wie die Fauna einer Umgebung, abgesehen vielleicht von der Flora derselben.

Leise seufzend in Gedanken versunken trottete die Reisegesellschaft voran. Das Klima wurde immer undankbarer und schon bald bereute er, dass er statt eines Hutes nur über Kopftuch und Gugel verfügte, was dem Wärmeabgang nicht unbedingt förderlich war, wenngleich es ihn wenigstens vor den schlimmsten Auswirkungen der Sonne bewahrte. Nachdem er zudem dazu überging, das Kopftuch regelmäßig auf den Dichtesten Aller Wasserschläuche zu legen und es sich danach wieder umzubinden, kühlte ihn wenigstens die verdunstende Flüssigkeit ein bisschen herab. Und immerhin war das besser, als der schlecht gewählte Nasalhelm, den er bei seinen letzten Ausflügen in die Wüste getragen hatte. Hier verbrannte man sich wenigstens nicht die Luftzufuhr.

Ein paar Mal glaubte Adhemar, in der Ferne Gruppen von Reitern oder vielleicht Herden von Tieren entdeckt zu haben, aber nachdem sich die von diesen verursachten Staubwolken ihnen in keinster Weise näherten, sondern sich nur allzu schnell wieder in der Ferne verloren, kehrte er alsbald dazu zurück, sich die Kehrseite seiner vor ihm her ziehenden Reisegefährtin anzusehen. Das wiegende Hin und Her, gepaart mit dem leichten Auf und Ab des Pferdes ließen ihn schläfrig werden. Oder vielleicht war es seekrank.
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Ab in die Wüste!   Di Jul 25, 2017 7:10 pm

Danach gehend, was der Weg ihr abverlangte, war es kein Wunder, dass die Gespräche der Gruppe hin und wieder versiegten. Auf dem Weg hinaus aus Gutenbucht blieb ihnen keine andere Möglichkeit, als die Terrassen hinter sich zu lassen. Nachdem sie den Milizsoldaten getroffen hatten, war auch Redric stiller geworden. Der Aufstieg kostete Kräfte, insbesondere wenn man ihn nicht kannte und zum ersten Mal ging.

Der steile Hohe Weg endete am Klippenkamm oberhalb der Bucht und als sie hinaus auf die Hohe Ebene traten, standen die Sterne bereits blass am Himmel. Vor ihnen erstreckte sich ein schier unendlicher, dunkler Horizont über einer rotsteinernen Einöde. So weit das Auge reichte, sahen sie Sand und Hügel, ein weites, bisher kaum bebautes Land. Und spätestens hier musste ihnen klar werden, warum ihre Mission von so enormer Wichtigkeit war: Gelang sie, würden sie diesen Landstrich verändern und für sich nutzen können.

Die Nächte eigneten sich gut zum Reisen und auch die Morgen: Sie waren wolkenlos und die Wege von den Gestirnen, die der Erde hier besonders nah wirkten, beschienen. Dharna veranlasste Pausen zu Mittag, was Redric sehr begrüßte; In jenen Stunden prellte die Sonne ungehindert auf die Reisenden, wenn sie sich nicht einen schattigen Fleck in Gruben und unter Sträuchern suchten. Im Schatten allerdings konnte man bis zum Nachmittag schlafen und sich guten Gewissens stärken, bevor man einen weiteren Satz machte.

Fast direkt nach dem Aufstieg auf die Hohe Ebene war es an ihnen gewesen, einen groben Haken nach links zu schlagen, um die Gutenbucht schließlich nach Osten zu umrunden und hier wieder südwärts Richtung Reichsgrenze zu gehen. Wenn jemand die Route kannte, dann Dharna, was Redric sich gern zunutze machte, um ebenso kundig zu tun, indem er hin und wieder mit auf ihre Notizen spähte und Richtungen schätzte. Sobald sie die Bucht umrundet und sich wieder der felsigen Küste von Shäekara genähert haben würden, würde eine dankbare Seebrise sie begrüßen und begleiten, Sand zu ihren Füßen aufwirbeln, aber auch den Geist erfrischen. Und auch wenn die Sonne über Shäekara hier gnadenlos schien, war sie nichts im Vergleich zu dem, was sie weiter im Landesinneren, auf dem letzten Teil ihrer Reise, erwarten würde.

Sie trafen keine Menschenseele. Das Land lag in trügerischem Frieden zu ihren Füßen, als schliefe es. Aber vereinzelte Skorpione und Salamander suchten fluchtartig den Schutz der Steine und Vögel schwärmten kreischend über ihren Köpfen hinweg nach Norden und Osten, so als flohen sie vor etwas Gewaltigem, das sich weit, weit in der entgegengesetzten Richtung zusammenbraute. Ansonsten war es still und niemand war hier außer den Gefährten; und keiner ihrer suchenden Blicke wurde belohnt von Spuren ihres verschwundenen Kameraden. Wenn er Gutenbucht verlassen hatte, war er wohl nach Westen oder Norden gegangen - hier war er nicht gewesen.

Hier war überhaupt schon sehr, sehr lange niemand gewesen.

Redric nutzte die Pausen, um mehr über seine Weggefährten zu erfahren. Marcia zog er damit auf, dass ihr das "Gombatum" unverkennbar anzusehen sei. Zu Vayle sagte er:

"Und aus welchem Eck kommst du? Ich hab dich bei den Oshead noch nie gesehn. Lass mich raten. Ghalm!"
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Dharna
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BeitragThema: Re: Ab in die Wüste!   Mi Jul 26, 2017 11:48 am

Obwohl der Weg mittlerweile vertraut war, zeigte er sich nicht versöhnlich und weniger anstrengend. Dennoch beklagte Dharna ihn nicht einen Moment und marschierte mit konzentrierter, vetbissener Miene weiter.
Erste Unzufriedenheit zeigte sich erst, als die Vogelflucht bemerkt wurde, doch hier blieben überflüssige Worte aus, obgleich die Miene nachdenklich blieb und die Blicke hinauf zum Himmel sich vermehrten, als suche man den Grund für die stets selben Flugrichtungen der Vögel.
Am Ende war aber nur eins sicher: das sie keine Ahnung hatte, ob sie sich eine Bedrohung nur einbildete und langsam paranoid wurde?

Die Pausen war da eine willkommene Abwechslung und wurden stets zuerst zum entlasten und hochlegen der Beine genutzt, nur damit Dharna sich einige Minuten vor Aufbruch absetzen konnte.
An den ersten Tagen nahm sie ihren Esel hierbei noch mit und  blieb stets in Sichtweite der kleinen Gruppe, damit keiner fürchten musste, dass man sie nun in der Wildnis aussetzte.
Schon ab dem dritten Tag, zog sie die Einsamkeit ihrer kurzen Abstecher vor. Manchmal setzte sie sich einfach noch mal hin und glotzte scheinbar einfach nur stumpfsinnig vor sich hin, andere male sammelte sie irgendwas ein, oder verstreute Sand, den sie gerade erst aufgehoben hatte. Dieses Ritual zog sich durch jeden Tag, unermüdlich und wann immer die Gruppe wieder aufgeschlossen war, oder sie selbst zurück kam, schmunzelte sie nur.

Insgesamt war Dharna aber bemüht, eine angenehme Reisegefährtin zu sein und die anderen versorgt zu wissen, auch als der Tag sich näherte, wo der Weg in die Wüste eingeschlagen werden sollte, fort von den kühlenden Küstenwinden. Eine längere Rast wurde vorgeschlagen, um noch mal Kräfte zu sammeln und angenehmere Temperaturen abzuwarten, bevor der Sand in den Schuhen gesammelt wurde. Die Notizen wurden ergänzt mit den Tagen die man unterwegs war und den Begebenheiten der Wegstrecke.

"Redric und ich kamen das letzte mal in einen Sandsturm der uns überraschte. Sollte sich wieder einer ankündigen, sollten wir den Schutz von Felsen suchen- wenn möglich. Bekommt ihr die Tiere beruhigt im Notfall? Es ist wichtig das keins ausbricht. Sonst werden wirs wahrscheinlich nie wieder sehen." Hierbei blickte sie zu den  Pferden der anderen, während ihr Esel nur die Ohren lauschend ausrichtete und stur weiter trottete.
Esel war nämlich schon Wüsten geprüft und wahrscheinlich eh Beratungsresistent, obgleich das Tier durchaus immer wieder witternd die Schnauze höher zog, beim Marsch durch die Wüste und auf der Suche nach der Oase.
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Marcia
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BeitragThema: Re: Ab in die Wüste!   Mi Jul 26, 2017 1:31 pm

Wer schickt mich denn.

Bei der Frage kam ihr in den Sinn, dass sie ihre Abwesenheit vielleicht noch bei höher rangigen Persönlichkeiten hätte anmelden können. Aber so lange würde die Reise ja nicht dauern, und in der Zwischenzeit, würden die anderen Gäste des Hafens sich schon eine Lösung finden, beispielsweise zu warten, bis sie wieder zuhause war.

"Mich schickt keiner, ich bin, nur schon viel zu lange hier in der Stadt und habe viel zu wenig von der Umgebung und Landschaft hier wahrgenommen. Daher möchte ich gerne an dieser Reise teilnehmen. Das bietet auch viele Vorteile für den nächsten Feldzug im Sommer"

Während sie durch die Tore schlenderten kam das Gespräch auf ein Thema von dem sie schon einmal gehört hatte. Es war wohl auch für den nächsten Feldzug ein wichtiges Thema, Arden wurde vermisst. Wenn er bis zum nächsten Feldzug nicht auftauchen würde, wären die übrigen Kämpfer wohl ziemlich aufgeschmissen.

Eine Weile war sie in Gedanken versunken,
"Seit wann ist Arden denn verschwunden?"
"Hat er wirklich keine Nachricht hinterlassen? So kennen wir ihn doch sonst gar nicht. Er ist doch sonst sehr Gewissenhaft und teilt all seine Ausflüge mit anderen, oder?"

In ihren Augen wäre es viel wichtiger nach Arden zu suchen, als einen Ausflug zu der Nahe gelegenen Oase zu unternehmen.
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Adhemar

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BeitragThema: Re: Ab in die Wüste!   Mi Jul 26, 2017 1:57 pm

Ob Arden eine Nachricht hinterlassen hatte, das wusste Adhemar genausowenig, wie die Fragestellerin selbst, daher blieb ihm nur ein ratloses Schulterzucken auf ihre Frage.

Die Reise wurde indes immer merkwürdiger. Die Eselsmalträtiererin rauschte wie eine Galeone mal hier hin, mal dort hin. Mal war sie zu sehen, dann war sie weg. Wann immer er ihr einen Blick zuwarf, fand er sie mit Absonderlichkeiten beschäftigt. Jedoch war er noch nicht so weit, dass er mit gezogenem Dolch schlafen würde, alles in allem schien es sich bestenfalls um eine Eigenbrötlerin, schlimmstenfalls um eine eher harmlose Irre zu handeln. Das würde erklären, warum man sie in die Wüste geschickt hatte. Wenn man aber vorhatte, sie loszuwerden, warum hatte man dann ihn und Marcia mitgeschickt? Marcia war für die Kasse verantwortlich, vermutlich wäre Râul im Stande, seine Reisegefährtin einen bedauernswerten Unfall erleiden zu lassen und sich dann großmütig dazu herabzulassen, mit einem traurigen Auge auch ihre Geschäfte noch zu übernehmen, wenngleich auch tief betrübt.

Aber warum er? War er dem Narbengesichtigen am Ende doch ein Dorn in der Seite? Oder war man ihm gar auf die Schliche gekommen und hatte seine Alias durchschaut? Aber warum ihn dann einfach beseitigen, statt ihn in Ketten zurückzuschleppen und als politische Schachfigur nutzen? Und wenn man sicher gehen wollte, sie alle loszuwerden, dann konnte man sich doch wohl kaum darauf verlassen, dass die Wüste sie schon verschlucken würde.

Da kam dann der junge Bursche ins Spiel. War er dazu ausersehen, das Schwert zu führen, den Pfeil zu schießen oder einfach ihre Vorräte zu vernichten und sie dann hilflos zurückzulassen?

Adhemars Gedanken erhielten sogleich neue Nahrung, als der Kerl ihn in ein Gespräch über seine Herkunft zu verwickeln suchte. War er sich nicht sicher, ob er den Richtigen hatte?

Ghalm... Ghalm... es war zum Haare raufen, er wusste praktisch nichts über die Heimat der OShea'd, jedenfalls nicht genug, um sich überzeugend als einer der Einwohner auszugeben, sei es nun ein Ghalmmler, oder einer der Bekloppten, die sich mit Gold behängten, bis sie klimperten, wie ein Kronleuchter.

"Ghalm..." Er versuchte, überzeugend verächtlich zu schnauben. "Wie kommst du denn auf die Idee?"

Hier galt es, vorsichtig zu sein, vielleicht sollte er seine Klinge doch nicht allzu weit von sich lassen, wenn er sich zur Nachtruhe begab.
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Dharna
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BeitragThema: Re: Ab in die Wüste!   Do Jul 27, 2017 12:06 pm

Die Gruppe wurde im steten Tempo tiefer in die Wüste gelotst. Am Anfang mochte es vielleicht noch so wirken, als wüsste Dharna was sie tut, wo die Blicke immer wieder prüfend gen Himmel gingen, als wolle sie dort die Richtung ablesen, die sie brauchten. Auch Fürsorge war stets vorhanden, für Mensch, wie auch Tier. Bei letzteren kontrollierte sie sogar häufiger und nutzte manche Momente dafür, den Vierbeinern beruhigende Worte zuzuflüstern.
Als sie dann aber anfing, ab und an anzuhalten, um nach Sand zu greifen und ihn zu befühlen, während sie die Stirn runzelte und hierbei auch die Notizen kontrollierte, wirkte die Reiseführerin keineswegs mehr so wissend bezüglich der gewählten Route.

Wahrscheinlich war es am Ende doch mehr Glück als Verstand, dass sich in der Ferne endlich ein Schemen abzeichnete, der Dharna erleichternd seufzen ließ?

"Was hälst du davon, wenn wir nach dem Feldzug - und wenn alle versorgt sind- die Umgebung gemeinsam erkunden? So wie ich es verstanden habe, gibt es noch viele, unerkundete Ecken hier, also viel zu finden für uns!" Dharna zweifelte nicht daran, dass der Feldzug auf die eine oder andere Art, ein gutes Ende nehmen würde und nickte Marcia somit zuversichtlich zu. Bei der Ghalmfrage von Redric, schnaubte sie hingegen und betrachtete Vayle noch mal genauer.
"Eher ein Naihlar, der sich als Ghalmane tarnen will. Nein, nein da fehlt was für Ghalm. Das gewisse 'etwas'". Gerade die letzten Worte betonte sie verschwörerisch und schmunzelte zufrieden.

Dann endlich war es soweit, die Oase entfaltete ihre Pracht vor dem durstigen Blick, der die letzten Tage kaum mehr als Sand, Sand und noch mehr Sand gesehen hatte. Balsam für die ausgedorrte Seele, die den Marsch durch die Hitze viel Sturheit beweisen musste und nun mit einem Fleckchen Leben, in karger Landschaft belohnt wurde.
Und das Beste? Sie war real und nicht nur Einbildung!

Dharnas erste Handlung bei der Ankunft, war das auf die Knie sinken am Wasser und abkühlen des Gesichts. Mehrere Hände voll landeten im Gesicht und im Haar, bevor die Tiere ans Wasser gebracht wurden, wenn die anderen es denn nicht schon taten.

"Phou, endlich. Machen wir etwas Pause, schlagen gleich ein Lager auf und wenn wir wieder bei Kräften sind, machen wir uns an die Arbeit."
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Ab in die Wüste!   Fr Jul 28, 2017 2:36 am

Es war keine Täuschung. Dharna hatte vollkommen Recht.

"Hehey! Wir haben es geschafft!", jubelte Redric und zeigte auf die Umrisse nahender Zypressen, räusperte sich dann aber und fuhr sich entschleunigend durchs Haar. "Ich meine: Ich sag doch, Dharna weiß, wo es langgeht."

Die Oase, das Ziel ihrer Reise, erwies sich als ein rettender Handreich in der undankbar sengenden Hitze dieses Nachmittags. Das Grün der Zypressen, die gegen den staubigen Horizont sich abhoben wie kleine Türme, mischte sich mit dem Puschel einiger Zedern in weiterer Ferne. Und in der Tat: hier senkten die Dünen sich in eine Mulde hinab, in der ein Wasserloch stand. Das Wasser war zur Mitte des Teiches hin klar - und auf der Haut und in der Kehle fühlte es sich gut an.

"Arden ist wohl kurz nach der Ankunft vom Konvent verschwunden", erklärte Redric derweil Marcia, indem er mit ihr schritthaltend für einen Moment die Nachhut bildete und den ruhigen Moment nutzte, "Nachdem die Anderen nach der Nyamenkrönung nach Hause gekommen sind. Und er hat nichts hinterlassen, keine Nachricht. Das ist wohl das komische. Aber wir sind nicht die Einzigen, die nach ihm schauen sollten. Seine ganze Miliz ist in Aufruhr und sucht und auch andere Oshead sollen ausgeschwärmt sein, hab ich gehört."

Sie pausierten verdient, wie Dharna es vorgeschlagen hatte; Ebenda hatte Redric den Anderen die Fragen nach ihrer Herkunft gestellt.

"Du redest irgendwie seltsam", antwortete er auf Vayles zweifelnde Nachfrage - doch dann sog er Luft ein und starrte den anderen jungen Mann konsterniert an, Dharna dabei wie beiläufig am Knie fassend. "Warte, halt. Für 'nen Naihlar isser zu hell. Alter. Bist du Naevit?" Er stellte diese Frage, wie eine Unterstellung. Es musste etwas Kritisches unter den Oshead sein, wenn man aus Naevi kam. "Ist Vayle Naevit?", leitete er die Frage sogleich an Dharna und Marcia weiter - eine von Beiden kannte ihn doch und konnte das sicher beantworten.

Was derweil feststand und wovon die Gruppe sich ziemlich schnell überzeugen würde: Die Oase war unbewacht und unbesetzt und für sie als Ort der Rast und Arbeit somit vollends sicher - für den Moment.

Was Dharna vielleicht auffiel, war...:
 

Was Vayle vielleicht auffiel, war...:
 

Was Marcia vielleicht auffiel, war...:
 
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Adhemar

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BeitragThema: Re: Ab in die Wüste!   So Jul 30, 2017 7:45 pm

Eine Quelle suchen... EINE QUELLE SUCHEN! War das etwa ihr Auftrag gewesen, von Anfang an? Wenn zu ihm jemand sagte: "Finde heraus, ob es in dieser oder jener Oase eine Quelle gibt." dann war das letzte, von dem Adhemar ausging, dass man von ihm erwartete, zu einem verdammten Teich zu laufen, ihn anzusehen und zu sagen: "Ja, das ist ein Teich."

Dass in einer Oase Wasser sein musste, das sollte doch eigentlich selbst dem letzten Lurch klar sein. Er hatte gedacht, dass das Ziel ihrer Aufgabe darin bestünde, herauszufinden, ob es eine Möglichkeit gäbe, eine unterirdische Quelle anzuzapfen, von der die oberirdischen Pflanzen sich nährten. Aber nein, es war ihnen aufgetragen, einen Teich zu finden, der hier, für jedermann sichtbar, vor sich hin teichte. Er konnte es nicht fassen. Die ganze Mission würde nur moderat unsinniger gewesen sein, hätte man sie ausgesandt, das Vorhandensein von Sand auszukundschaften.

"Den Göttern sei's gedankt, dass wir dieses schwierige Unterfangen trotz aller Widrigkeiten zu einem glücklichen Ende bringen konnten. Ich hatte schon gefürchtet, dass wir vier trotz al unserer Tapferkeit und unseres Könnens nicht ausreichen würden."

Als der vollkommen verbauerte Attentatsauszubildende in spe sich nun auch noch erdreistete, ihn auf eine Art und Weise anzusprechen, derer sich ein von einem inzuchtgeplagten Eichhörnchenrudel aufgezogener Waldmensch ohne jeglichen vorherigen menschlichen Kontakt geschämt haben würde, übermannte Adhemar der Zorn und ließ ihn zum ersten Mal seit Langem seine Vorsicht vergessen: "Ich rede seltsam? Ich... rede... SELTSAM? Seid versichert, Bursche, dass ich auf meinen Reisen schon mit Volkschaften zu tun hatte, bei denen es zu ihrem Mannwerdungsritual gehörte, sich einen doppelten Palstek in die Zunge zu knoten und selbst die haben sich noch adäquater ausgedrückt, als Ihr!"

Wie beiläufig sagte er in einem ruhigeren Ton: "Achtet im Übrigen darauf, wo Ihr Eure Hand lasst, Ihr könntet sie verlieren."

Ob er sich dabei auf die Unschicklichkeit berief, eine Frau in aller Öffentlichkeit so zu berühren, oder ob er einfach die Befürchtung hatte, sie könne sie in ihrer beiläufigen Gedankenverlorenheit verspeisen, wie so ziemlich alles andere ja auch, einmal die Reittiere, den Wüstensand und die verdammten Palmen ausgenommen, das ließ Adhemar offen. Vielleicht war er auch nur neidisch.

Dieser Gedanke versetzte ihn in eine neue Wutwallung, weshalb er auch sogleich fortfuhr: "Und nein, Vayle ist kein Naevit, auch kein Ghalmmler, kein Nahilar, kein Waller oder Sumpfolm oder irgend ein intellektuell vergleichbares Geschöpf, das so eine Mission für eine sinnvolle Idee gehalten hätte! Vayle ist..." Im letzten Augenblick konnte Adhemar an sich halten, um nicht sein Alter Ego metaphorisch den Schakalen zum Fraß vorzuwerfen. Er sackte in sich zusammen, ließ sich neben Dharna im feuchten Sand nieder und beendete den Satz mit einem resignierten: "...fassungslos."
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Ab in die Wüste!
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