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Chattras

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Anzahl der Beiträge : 29
Anmeldedatum : 11.08.15

BeitragThema: Neue Korrespondenz   Di Aug 15, 2017 12:02 am

Tief im Bauch des Schiffes, weit vor der Küste von Gutenbucht …

Chattras streckte sich ein weiteres Mal gegen seine Hängematte, in dem vergeblichen Versuch, etwas bequemer zu liegen. Diese mythodeanischen Schiffe waren einfach zu eng gebaut.
Das kommt davon, wenn man aus religiösem Eifer auf vernünftige Applikationen verzichtet, ging ihm durch den Kopf. Eine Thanareme aus der Zuflucht bräuchte keine Schlafplätze für die Ruderer … viel mehr Platz für zivilisiertes Reisen.
Natürlich würde er solche Ideen in diesen Gewässern keinesfalls laut aussprechen. Es konnte immer sein, dass einer von diesen einheimischen Fanatikern zuhörte.
Chattras seufzte, und las sich den Brief noch einmal durch.


Chattras
Sohn des Serrasthes
Haus Melanes
Eingeweihter in das Mysterium Somai
Eminenz der O Kosh not Un
Landvogt und Großwesir von Regiswacht, Baronie Regiswacht-Trotlabudin, 3. Provinz, Südliches Siegel

grüßt untertänigst

Ihre Herrlichkeit Neome I., Nyame der Rosen

nebst Hofstaat, insbesondere aber Seine Wohlgeboren Râul Mazhak, Edler zu Gutenbucht sowie alle anderen Diener Ihrer Herrlichkeit von der Gemeinschaft der Oshead.


Da. Wenn diese Komiker unbedingt Herrschaft spielen wollten, dann würden sie sich daran gewöhnen müssen, auch so behandelt zu werden. Außerdem würde das Vhenan wieder ein paar Schlucke einbringen.
(Wahrscheinlich gab es auch im Reich der Rosen keine Namenszählung für Regenten. Aber Neomes Titel sah mit nur einem Namen so … nackt aus.)

Nanuz je, Oshead. Tak, ân adenn unah nid

Chollodan war so viel einfacher, wenn er seine alte Grammatik neben sich liegen hatte.

Ich will gerne gestehen, es hat mir Freude bereitet, Euch alle auf dem Feldzug noch einmal zu sehen, selbst wenn es nur so kurzzeitig war. Angesichts der widrigen Lokation aber vermutlich das bestmögliche Ergebnis – nun, das, und die Politik.

Von den Aktivitäten des Reiches der Rosen haben wir an der Front leider nicht viel gehört, aber wir waren auch vollauf mit unseren eigenen Unannehmlichkeiten beschäftigt. Neben der annähernd stündlichen Heimsuchung durch die eine oder andere eintrittsinteressierte Gruppierung Verfemter eben besagte Politik – ich kann nicht sagen, wie oft ich mir die Füße wund gelaufen habe, um dann doch beinahe gar nichts zu erreichen. Informationsbesprechungen am frühen Morgen sind auch nur die ersten drei oder vier Male unterhaltsam.
Immerhin, man sagte mir, wir hätten einen glorreichen Sieg errungen (und wenn man einem Haufen halbnackter, blutbeschmierter Irrer nicht glauben kann, wem denn dann?), und so kann ich wohl ausgehen, dass es euch ähnlich ergangen ist. Ich darf annehmen, dass Ihre Herrlichkeit wohlauf und weder geschüttelt noch gerührt ist? Anderes wäre zweifelsohne bedauerlich. Unsere Heldentaten belaufen sich auf eine finale Suizidattacke gegen Meister Kor’Zul Et-4, beziehungsweise sein Original, ein finales Stürmen der Festung und das dauerhafte Halten unserer Palisade – ich bin sicher, von Eurer Seite gibt es Ähnliches zu vermelden.

Es wird Euch vielleicht freuen zu hören (oder auch nicht), dass ich bis in absehbare Zeit weitaus leichter zu erreichen sein werde als bislang. Dank der Hilfe unserer Verbündeten haben wir nun ein dauerhafte Präsenz auf dem Kontinent einrichten können, die sogar schon über ein lebenswichtiges Verwaltungszentrum verfügt. Die sonstige Architektur ist zwar noch ein wenig arg … bracarisch, aber das wird sich hoffentlich geben. Einstweilen trage ich die Verantwortung für die Hafensiedlung Regiswacht (verortet am Landogalffjord in Atthagar in der 3. Provinz des Südlichen Siegels – fragt einfach den nächstbesten hemdlosen Herren), und habe mich dort einquartiert. Dieser Umstand mag den Nachrichtenverkehr ein wenig beschleunigen. Es ist zwar lausig kalt dort, aber wir haben Wald, Stockfisch und Männer mit Bärten. Besucht mich, wenn es euch nach einem dieser Dinge verlangt. (Bis zur Mitte des nächsten Monats werde ich allerdings noch absent sein – es hat sich eine interessante Gelegenheit für eine Seefahrtsexpedition ergeben.)

Doch genug von mir – wie ist es euch ergangen? Auf dem Feldzug natürlich, aber auch außerhalb. Ist Takbal nunmehr die Sommer-, Winter- oder Ganzjahresresidenz Ihrer Herrlichkeit, oder sind die Oshead geschlossen in die Hauptstadt umgezogen? Habt ihr nunmehr alle Hofämter usurpieren können, oder ist noch etwas vom alten Reich übrig? Hat die Stadt den Nyamenkrieg gut überstanden? (In näherer Zukunft können wir vielleicht auch über Handelsakommen sprechen – Regiswacht braucht viele Dinge und hat eventuell auch etwas anzubieten.) So ihr dies wünscht, schreibt zurück und ich will sehen, dass ich Zeit für meine alte Heimat erübrigen kann.

Chattras



Angemessen.
Er rollte das Blatt zusammen, krabbelte recht mühselig aus der Hängematte und ging nach oben, an Deck. Das Schiff würde Gutenbucht nur passieren, aber es gab andere Möglichkeiten.
„He, du, äh … Holger … Holgar … Hrothgir.“
Ein Schiff voller Männer in Pelz und Leder, mit blonden oder braunen Bärten. Sowas sollte man auseinanderhalten.
„Gunthwar. Äh … Herr.“
Immerhin. „Du setzt doch heute über, ja? Und die Seeschwalbe macht in Gutenbucht halt?“
„Oi, freilich, Herr. Die besten Kneipen an der Sandküste. Und die Hurenhäuser, ha! Und die Nyame ist auch manchmal da, fesches Ding, hat wirklich prachtvolle …“
„Äh, ja. Schon gut. Nimm bitte diesen Brief mit, gib ihn in der Postmeisterei ab – für die Oshead. Man wird wissen, um wen es sich handelt. Verstehst du … ach so.“
Einige Kupfermünzen wechselten den Besitzer. Dann: „Du hast verstanden, ja? Du wirst diesen Brief nicht essen, auf den Grund des Ozeans befördern oder beim Schneekönig an den Polkappen abliefern, weil ich ‚Osheath‘ falsch buchstabiert habe?“
„Watt? Ich versteh nich ... aber nein, Herr. Wie kommt Ihr denn auf sowas?“
„Gut. Gut … keine Sorgen. Nur so ein Gedanke.“

Chattras blickte, ein wenig wehmütig auf das Meer hinaus. Es war schon seltsam, was man so alles vermissen konnte …


Besagter Brief lag, nur wenige Stunden später, vor der Hafenpost Gutenbuchts, direkt neben der Lache Erbrochenem, in der sein Überbringer schnarchte.
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