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 Die Tränen des Djinn

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Ben al Habib

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BeitragThema: Die Tränen des Djinn   Do Feb 08, 2018 1:45 pm

Die See war grün und am Himmel das winterliche blau der milden Gefilde. Der Wind blies fröhlich, so das die ersten Schaumkronen auf den Wellen zu sehen waren. Der schlanke Zweimaster pflügte mit Eleganz durch die Dünung. Die Wanten und das Zeug surrte im Wind. Fast schien es als freute sich das Schiff noch etwas schneller vor die nächste Welle zu kommen.
Auf dem etwas erhöhten Achterdeck standen - man möchte fast sagen wie immer - drei Gestalten. Ein Mann mit Turban und fest in einem Umhang gehüllt. Ein Mann mit Dreispitz und festem Seemannszwirn. Und ein Mann am Steuerrad, dem offenbar Hemd und Hose reichten.
Rudergänger! Kurs halten! Knurrte der Mann mit dem Dreispitz
Aber seht wie sie fliegt! Geradezu wie der Falke! War die Antwort des Maat.
Lümmel! Bist du je auf dem seidenen Falken gefahren? Sag hast du ihn je gesehen? Unruhig sucht der Käpt’n den Horizont ab. Mit so was macht man keine Scherze! Ob Legende oder Mythos, man muss es ja nicht beschwören.
Der dritte auf dem Achterdeck war Ben und er hatte bisher schweigend zugehört mischte sich jetzt aber ein. Er legte dem Kapitän die Hand auf die Schulter.
Nicht in diesen Gewässern mein Guter. Und selbst wenn, dann würde auch dieses Schiff nicht schnell genug sein, um vor ihr zu flüchten. Und hört meine Worte der seidene Falke der Morgenröte ist so real wie ich es bin. So wahr wie der Besanmast des Falken mir den Oberarm gebrochen hat.
Auf dem Vorderdeck öffnete sich der Niedergang und ein weiterer Turbanträger betrat das Deck. Schlingernd bewegte er sich immer drei Schritte vorwärts, taumelte durch die Schiffbewegung, suchte Halt und begann erneut mit den nächsten Schritten.
Die drei auf dem Achterdeck schauten sich das Spektakel an. Sie selbst allerdings standen wie angenagelt an Deck und wippten nur leicht wie bei einem Tanz mit Hüfte oder Oberkörper.
Zwei Kupfer, dass er es nicht im ersten Versuch die Treppe zum Achterdeck rauf schafft. Brummte der Kapitän.
Darauf falle ich nicht rein ! Erwiderte Ben leise. Etwas lauter rief er in Richtung der Gestalt: Sayid! Was gibt’s?
Die Antwort kam prompt: Wir sind doch bald da? Der Wind wird wieder so schlimm.
Es kann nicht mehr weit sein. An der Küste wirst du den Hafen von Takbal sicher demnächst sehen.

Der schlanke Zweimaster schoss in den kommenden Stunden entlang der Küste. Der Wind ließ unter Lande deutlich nach und die Fahrt wurde ruhiger. Die charakteristische Klippe von Gutenbucht war bald gefunden und so steuerte das Schiff weiter Richtung Land.
Inzwischen hatte sich eine Gruppe von Turbanträgern auf dem Vorderdeck versammelt und spähte gen Land. Es gab viel zu sehen in dem großen Halbrund der Bucht. Neben den etwas provisorisch wirkenden Hafenanlagen waren verschiedene kleine Boote und Schuten geschäftig dabei hin und her zu fahren. Das bemerlenswerteste war aber der Dreimaster.

In der Bucht ankert ein großer Dreimaster. Es scheint alles voll zu sein. Besser wir Ankern hier und fahren mit den Dingis herüber. Forderte Ben.
Kurz glaubte er den Schrei eines Falken gehört zu haben, fasste sich an den rechten Arm und ertappte sich dabei zu schätzen wieviel Tonnen der Ladung wohl noch auf den Zweimaster passen würden. Für einen Wimpernschlag des Gedankens stand er wieder in kurzen Hosen auf dem Achterdeck des Falken und hörte die harschen Kommandos der Kapitänin. Die Illusion verschwand so schnell wie seidene Schleier der Tänzerin bei Nacht fällt.

Der Kapitän tippte kurz an seinen Hut.
Aye, Aye. Männer in die Wanten. Segel bergen. Bereitmachen zum ankern. Maat! Macht die Dingis bereit.
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Ben al Habib

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BeitragThema: Re: Die Tränen des Djinn   Sa Feb 10, 2018 11:04 am

Die letzten Schläge der Ruderer wühlten noch das Wasser der Bucht auf.
Wende über Seuerbord! .... Hochscheren! Vorleine über! Achterleine über!
Im Gewusel des Hafens waren die zwei Dingis um den Dreimaster herum und weiter auf einen kleinen Steg zu gefahren. Die Arbeiter am Steg machten das erste Dingi mit geübten Handgriffen fest, während die Matrosen an den Riemen die schmerzenden Rücken streckten. Im ersten Dingi waren neben Ben noch Nazim, Sahid, Shahir und Samira mit übergesetzt. Im zweiten Boot kamen Yassaf, Asuara, Toki, Oliver und Sören kurze Zeit später an.
As-salāmu alaykum werte Herren. Dem All-Einen sei dank war die Bucht nicht allzuschwer zu finden. Unsere Reisegesellschaft ist leider nich komplett seefest.
Einige der Reisenden hatten tatsächlich eine leichte Blässe im Gesicht und schwankten noch leicht im stehen.
Ben räusperte sich: Nun würden wir gern mit dem Hafenmeister sprechen. Wo finden wir ihn?
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Die Tränen des Djinn   Sa Feb 10, 2018 2:33 pm

In der Hütte des Hafenmeisters, nur wenige Schritt von dem Massenauflauf entfernt:

"Was? Jetzt?! Eine ganze Reisegesellschaft?" Joakim, vielgeplagter Hafenmeister und Bürokrat allgemeiner Zuständigkeit, war nicht sehr erfreut. Es kam natürlich mal wieder alles zusammen.
"Ja, Herr. Fremdländisches Volk, Herr. Zwei Boote, Herr." Urist stand in solchen Momenten für gewöhnlich einfach stumpf da und rezitierte die Fakten. Es war einfacher.
"Ausgerechnet heute. Haben die die Menschenmassen auf den Straßen nicht gesehen? Nein, sag es nichts, das war eine rhethorische Frage. Warum hat das eigentlich niemand früher gemeldet? Was ist mit dem Ausguck?"
"Alle sind sie die Delegation gucken gegangen. Weil, ist ja einmalig, das." Urist hätte selbst sehr gern die legendäre Nyame gesehen, aber er hatte natürlich das kurze Hölzchen gezogen. Immerhin war sie noch eine Weile in der Stadt. Der Hafenmeister knurrte. "Bah! Natürlich sind sie das. Pflichtvergessene Bande. Alle, ja? Sogar der alte Heiner? Der sitzt doch sogar am Pier und starrt raus, wenn es Sturm gibt, der Sturkopf."
Urist schüttelte den Kopf. "Sie ham' ihn mitgenommen. Weil, die Herrin, also die Herrlichkeit, also die Nyame, die redet doch ... äh, ich mein, die sagt immer solche Sachen, die ... äh ..."
"Ja, ja, ich weiß, was du meinst." Die bedeutungsvoll klingenden, inhaltsleeren Worthülsen Ihrer Herrlichkeit waren in Takbal legendär, auch wenn man das vor den Naihlar natürlich nicht offen aussprach. "Und?"
"Heiner versteht das manchmal. Sagt, seine Frau hätte auch immer so viel geredet und so wenig gesagt, da wüsste er, wie man auf das Wichtige achtet. Deswegen haben sie ihn mitgenommen, zum Übersetzen."
Joakim seufzte, und legte sich die Hand auf die Augen. Dann, plötzlich, schrak er hoch. "Moment, wenn alle bei dem Massenauflauf sind, woher weißt du das dann?" "Paar Schauerleute hatten noch was zu tun. Ihr Vormann hatte sie nicht gehen lassen wollen. Sie sagten, er kümmert sich um die Fremden." "Aha. Und wer ist das?" "Brokk, Herr."
Urist war plötzlich allein in der Hütte, Joakim war nach seiner Antwort mit einem lauten "Oh neeeeeeiiin!" hinausgestürmt, in Richtung der Mole.


Am Pier:
Brokk Ramrodd, Teilzeit-Wachmann und Hafenarbeiter-Antreiber, stand vor dem vielleicht schwersten Problem seiner Karriere. "Uh. Äh. Öhh ... also."
Die Fremden waren offenbar keine Unruhestifter - er konnte sie also nicht zusammenschlagen und in den Kerker schleifen. Sie waren auch keine Arbeiter, er konnte sie also nicht schlagen und anbrüllen, schneller zu arbeiten. Damit allerdings waren Palette seiner professionellen Fähigkeiten bereits ausgeschöpft. Er hatte zwar noch mehrere andere Handlungsoptionen, doch waren sie auf den privaten Bereich beschränkt.
"Öh ... also, wenna hier festmachn wollt ... äh, müssta's Schiff innen Hafen bringen. Abba grad is schlecht ... äh, alles voll ... äh, Nüahme is da, die Pappata ... deswechn sin' alle wech." Allerdings schienen die Fremden das auch zu wissen, weswegen sie mit Booten gekommen waren. "Äh ... wenna Ware habt, müssta Liste bringen, wo's drauf is. Also, was drin is. Abba erst müssta festmachn. Anner Mole. Äh. Abba grad is schlecht. Weil ... alles voll." Brokk hatte das Gefühl, sich verbal im Kreis zu drehen. Er spielte mit dem Gedanken, einfach trotzdem zuzuhauen, nur, um den Prozess in Gang zu bringen.
In diesem Moment hastete allerdings schon Joakim herbei, so schnell ihn seine kurzen Beine tragen konnten. Er hielt, mit einiger Mühe, kurz vor dem Rand des Stegs an, und versuchte, so schnell wie möglich zu Atem zu kommen.
"Uh! Uff! Hua. Brokk ... puh ... Brokk, gut ... uff ... gut gemacht. Du kannst gehen, ich - fff - kümmere mich darum." Dann drehte er sich zu dem Anführer der Fremden und, schnaufte noch einmal kurz durch und schaltete in den offiziellen Modus um. "Willkommen, willkommen, verehrte Gäste, im schönen Takbâl. 'S hat sich leider gerade etwas verzögert, Ihre Herrlichkeit geruhte, uns zu besuchen - ich bitt vielmals um Vergebung. Doch ich stehe Ihro Liebden nun zur Verfügung - Joakim von der Graumark, Hafenmeister, wenn's beliebt. Ich seh, Ihro Liebden haben schon bemerkt, dass derzeit mit Liegeplatz die Situation etwas unvorteilhaft ist - ich bitt nochmals um Vergebung. Sobald die derzeitigen Festivitäten erledigt sind, wird sich sicherlich ein schöner Platz finden, wenn's Ihro Liebden gefällt. Zwischenzeitlich steh' ich gern zur Verfügung, sei es mit Rat und Wissen, sei es beim leidigen Papierkram. Was darf ich tun, wo kann ich Ihro Liebden helfen, bittschön?"
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Ben al Habib

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BeitragThema: Re: Die Tränen des Djinn   Sa Feb 10, 2018 10:44 pm

Ben verbeugte sich leicht und führt mit der rechten Hand eine ausholende Bewegung vor der linken Brust. Zugleich springt Sahid vor und erklärt:
Na‘am, wir sehen, dass der Hafen ein wenig überfüllt ist.
Aber wo bleiben meine Manieren. Mein Name ist Sahid. Darf ich euch meinen Herren vorstellen. Es ist Ben ibn Amir ibn Omar al Habib. Er vertritt gemeinsam mit seinem Bruder Yassaf das alte und ehrwürdige Handelshaus al Habib aus Al Marsa. Er ist auch der Quartiermeister und Führer des gelben Banners der Feste der Vielfalt im Banner der Entdecker.
Ben legte die Hand auf SahidsSchulter
Es ist gut Sahid. Erschreck’ bitte die Leute nicht so sehr. Es herrschen sicherlich andere Bräuche hier. Aber wo wären wir denn ohne Gastgeschenke. Ben klatschte kurz in die Hände. Asuara stellte einem Korb mit großen knollenartigen Früchten zu Füßen des Hafenmeisters ab.
Wir hörten, dass Zwäpfel in Reich der Rosen zu den schmackhaftesten Früchten zählen sollen. Bitte sehr.
Doch nun zum Geschäftlichen werter Herr.
Zum Einen wollen wir die Wasser- und sonstigen Vorräte an Bord auffrischen. Zum Anderen hörten wir, dass sich hier ein neues Gemeinwesen zusammenfindet, welches aufgrund unglücklicher Umstände zur Flucht vor dem schwarzen Eis gezwungen war. Nun wie auch immer, ich hoffte auch den Baron Stordan von Zackenberg, den Hauptmann Antonius und Raul de Mahzahak hier zu treffen.
Mit einem freundlichen Lächeln fuhr er fort: Allerdings sprach der Wachsoldat von hohem Besuch. So der All-Eine nicht mein Ohr hat täuschen wollen sprach er von der Nyame? Ist Ihr Herrlichkeit Neome damit gemeint? Das wäre sicherlich ganz außerordentlich und ich fürchte, dass wir in dem Fall ungelegen kommen. Wir würden uns dennoch gern etwas Frischmachen und angemessen kleiden. Nur für den Fall. Gibt es ein Gasthaus oder eine Unterkunft für uns in diesem Ort?
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Die Tränen des Djinn   Sa Feb 10, 2018 11:32 pm

Joakim, der sehr erfreut war, es einmal mit manierlichen Gästen zu tun zu haben, verbeugte sich ebenfalls. Er schnippte mit den Fingern - aber es passierte zunächst einmal nichts. Er drehte sich um, und konnte gerade noch erkennen, wie Brokk hinter der nächsten Ecke verschwand. "BROKK! Ah, verflucht ... bitte um Vergebung, ehrenwerte Gäste", sagte er zu den Neuankömmlingen, nach dem er dem großen Wachmann hinterhergebrüllt hatte. "Es ist auch wirklich zu ärgerlich. BROKK! Verflucht noch eins ... komm wieder her."
"Uh ... was'n? Kannich gehn, oda nich?" Joakim lächelte seinen Gästen erneut zu, beseufzte innerlich die Inkopmetenz des Dienstpersonals und sagte so geduldig wie eben möglich: "Nein, jetzt noch nicht. Hörst du denn nicht, wenn ich dir Zeichen mache? Bring diesen Präsentkorb in die Hafenmeisterei, und sag dort Bescheid, dass man nach zu seiner Wohlgeboren Nachricht senden soll, dass Gäste eingetroffen sind. Mit Präsenten."
"Öh, watt? 'N Korb mit Grünzeuch? Datt is'n Geschenk? Un wen sollich holn? Wer issn 'Wohlborn'?"
"Ja doch, genau den. Frag nicht, nimm ihn einfach. Und ... na, seine Wohlgeboren. Raûl von Mazhak. Nicht holen, eine Botschaft zukommen lassen. Es sind Gäste da. Er möge ... er solll ... ach, dass Gäste da sind. Im, ähm ... " Joakim überlegte kurz, wo er die Neuankömmlinge hinschicken konnte. Das 'Kelch und Rose' war zwar das größte Haus am Platz, aber nicht unbedingt das Beste - und heute wahrscheinlich hoffnungslos überfüllt. Vermutlich war es besser ...
"Im Kartenhaus. Gäste im Kartenhaus." Dann wandte er sich erneut zu besagten Gästen um. "Bitte vielfachst um Vergebung, Ihro Liebden, es ist gerade sehr schwer ... qualifiziertes Personal zu erhalten." Im Hintergrund trottete Brokk davon, den Korb halb hinter sich herschleifend. "Versteh ich nix meah ... was soll'n das mit'm Obstkorb  als Geschenk ... so'n Blödsinn ... unn seit wann is'n Raûl 'n Wohlgeborn ... ich dacht, der is'n Mazhak?" Joakim indessen schaltete den diplomatischen Modus zwei Gänge höher.

"Im Namen der Herrschaft von Takbâl möchte ich die Herren noch einmal herzlichst willkommen heißen in unserem Lehen. Ich möchte auch vielfältigsten Dank aussprechen für das überaus reizende und höchst geschmackvolle, haha, Geschenk. Dem Transport der werten Herrschaften wird natürlich alsbaldmöglichst Nachschub herbeigeschafft - die Einzelheiten der Zahlungsmodalitäten können wir dann später besprechen. Die von Ihro Liebden genannten Persönlichkeiten befinden sich in der Tat in der Stadt und haben derzeit auch die Ehre, Ihrer Herrlichkeit, Nyame Neóme I. die Aufwartung machen zu dürfen. Es könnte dadurch zu einigen kleinen Verzögerungen kommen, wenn Ihro Liebden vergeben mögen. Ich habe soeben Nachricht zu seiner Wohlgeboren, Raûl von Mazhak entsandt" - ein "hoffentlich" verkniff sich Joakim dabei -"und bin guten Mutes, dass er alsbald Zeit für Ihro Liebden haben wird. In der Zwischenzeit darf ich Ihro Liebden das "Kartenhaus" empfehlen. Es hat exzellente Unterkünfte für die gehobene Kundschaft und Ihro Liebden werden dort nicht mit ungestümem Volk belästigt, dass an diesem Tage leider etwas in Feierlaune ist. Ihro Liebden finden es am Ende des Kais, in der zweiten Straße rechts, direkt am Wasser." Das würde ihm hoffentlich etwas Zeit verschaffen, um eine bessere Nachricht an Raûl senden zu lassen. Es sei denn ... aber die Höflichkeit gebat, dass er das Angebot machen musste: "Wenn Ihro Liebden wünschen, kann ich Ihro Liebden auch höchstselbst dorthin eskortieren."
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Ben al Habib

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BeitragThema: Re: Die Tränen des Djinn   So Feb 11, 2018 10:32 pm

Ben nickte kurz freundlich: „Shukran lak wir begeben gern zum Kartenhaus.“
Er klatschte dann zweimal in die Hände. Sahid und Asuara holten zwei Korbtruhen aus den Dingis. Toki und Sören hatten das Prozedere schon mehrfach mitgemacht und hoben schon die erste Truhe zu zweit an.
Ben blickte über den Steg bis zum Ende und dann schweifte sein Blick weiter nach rechts. „Ah, ihr meint das grössere Gebäude dort am Wasser? Wenn das das Kartenhaus ist, finden wir das auch ohne eure Hilfe.“
Zu Nazim gewandt:“Nun Cousin, geht schon mal vor und kündigt uns bei Wirt an. Wir werden einige Augenblicke noch im Hafen verweilen und nach euch da sein. Bis dahin möchte ich, dass ausreichend Wasser vorbereitet wird, ihr die Zimmer inspiziert, eine Kleinigkeit zu essen vorbereitet wird und bitte gebt acht, dass ein ordentlicher Tee aufgesetzt ist.“
Nazim machte sich zügig auf den Weg. Toki,Sören, Sahir, Samira und Asuara folgten ihm mit verschiedenen Utensilien beladen.
„Herr Joakim, kommt gern später vorbei, damit die Einzelheiten der Versorgung - damit deutete Ben auf den Zweimaster vor der Bucht - besprochen werden können. Bis dahin. Mögen eure Kamele stets Wasser und Schatten finden.“
Ben deutete eine leichte Verbeugung an.
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Die Tränen des Djinn   Di Feb 13, 2018 8:27 pm

"Sehr wohl, euer Liebden. Ganz wie's beliebt, euer Liebden." Joakim verbeugte sich noch einmal - es musste schließlich der Anstand gewahrt bleiben - drehte sich dann um und tänzelte davon.


Das "Kartenhaus" war ein etwas seltsam anmutender Bau, direkt am Wasser, am Ende des Piers. Eindeutig von Nordländern errichtet, schien es nicht recht in das Klima zu passen - was wohl auch der Besitzer bemerkt hatte, denn es war nachträglich "orientalisiert" worden - kleinere Fenster, kühlende Matten, Gitter für ebenso wirkende Pflanzen und sogar ein aufgepropft wirkendes Minarett, in dessen Inneren eine große Amphore mit Wasser für Verdunstungskälte stand. Im Inneren war es ähnlich hybrid: Schwere Eichentische, auf denen verspielte Silberkaraffen standen, Fässer hinter der Theke, direkt neben der Teekanne und Schleier über Serails, die aus Holzstühlen bestanden (Kissen auf Nachfrage). Das Haus war eindeutig reich - es standen frische Kerzen auf den Tischen, einige Fenster und ein Teil des Geschirrs waren aus Glas - und auch die eher spärliche Kundschaft bestand aus Vertretern der vermögenderen Schichten. Die Atmosphäre war fast schon verdächtig still - ins "Kartenhaus" ging man nicht, um sich gröhlend zu betrinken. Ein Hüne von einem Mann wachte hinter der Theke darüber, dass das auch so blieb, während hinter dem Vorhang der kleinen Küche ein sehniger, zäh wirkender Alter mit grauer werdenden Haaren die Szenerie überwachte. Nun, da das "Kelch und Rose" das beliebteste Haus am Platz geworden war, war der Wirt, Kharabhoudian, endlich zufrieden. Es herrschte zivilisierte Ruhe, und niemand trat mehr mit schlammigen Stiefeln auf seine Teppiche.


Brokk indessen hatte Râul endlich ausfindig gemacht. Die Nachricht "Öh, da Joakim sacht, da sinn welche im Kattnhaus, die sinn Gäste, die kommn mit 'm Geschenk, aber das is nur Obst, unn die wolln dich, also mittir redn" war vielleicht nicht sehr kohärent, brachte das Wesentliche aber zum Ausdruck. Joakim war danach auch doch noch etwas besorgt hinterhergegangen, nur um sicherzugehen, dass Seine Wohlgefor ... Wohlgeboren keine Fragen mehr hatte.
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Ben al Habib

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BeitragThema: Re: Die Tränen des Djinn   Gestern um 3:53 pm

Ben schlenderte mit seinem Bruder noch etwas am Hafen entlang. Viele Leute waren rund um den Empfang von Neome zu sehen. Jedoch hielten sich die Orientalen etwas abseits und beobachteten nur.
Nach kurzer Zeit schauten sie viel interessierter auf die Bauten und Menschen, die hier offensichtlich lebten.
"Meinst du hier lässt sich ein Geschäft machen Bruder? Die Leute hier haben auch nicht viel mehr als die armen Teufel in Porto Leonis. Wenn ich mir das so anschaue sind hier mehr Flüchtlinge als Anwohner."
"Warten wir mal ab was Raul der Reichskämmerer der Rosen so sagt. Wir müssen ja nicht von einem Hafen auf das ganze Reich der Rosen schließen. Außerdem sollte Antonius auch hier sein. Ich bin gespannt auf seine Einschätzung. Abgesehen davon sah ich ihn zuletzt beim Heiler Banner am Tag als wir die Verfehmten zurück trieben. Ich hoffe sein Bein hat sich erholt."

Der Weg zum Kartenhaus war nicht zu verfehlen und so kamen die restlichen Orientalen etwa sechzig Augenblicke nach den anderen an.
Sahid hatte bereits eine Ecke mit Speisen und Wasserpfeife herrichten lassen wie Ben wohlwollend bemerkte.
"Wir sollten uns nach der Reise erst frisch machen und umziehen. Bitte lege mir das blaue Gewand mit der silbernen Schärpe heraus. Wo ist das Bad bereitet?"
Ben wurde umgehend bedient und zog sich in die wohlige Wärme des Wasser zurück. Etliche Augenblicke später betrat er in Blau und Silber gekleidet den Raum, in dem Speisen und Wasserpfeife auf ihn wartete.
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Raûl
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BeitragThema: Re: Die Tränen des Djinn   Heute um 2:28 pm

Es dauerte noch etwas, bis Raûl die Taverne betrat. Er hatte die Parteien zusammengebracht, zur Hochebene begleitet und sich dann bei passender Gelegenheit bei ihrer Herrlichkeit und den Exzellenzen entschuldigt und war wieder in den Hafen zurückgekehrt, um sich kurz umzuziehen. Joakim hatte ihm ausrichten lassen, dass eine Handelsdelegation im Kartenhaus auf ihn wartete. Der Name al Habib war gefallen und das war schon Grund genug, sich sein feinstes Tuch über zu werfen.
So stand er einen Moment in der Türe, begleitet von einem Mitglied seiner Familie, und sah sich kurz um. Es dauerte nicht lange, die Gruppe ausfindig zu machen.

Er ging zu Ihnen hin, streckte beide Handflächen nach oben, wie üblich Brauch der Naihlar, und nickte lächelnd in die Runde:"Atata, liebe Freunde. Schön, dass Ihr den Weg nach Takbal gefunden habt."

_________________
IT:  Raûl Mazhahk ân Oshead, Kämmerer des Reiches, Statthalter von Gutenbucht und Edler Herr
Zweitchar: Heribas Veneficus, Alchemist und Wissenssucher
OT: Felix
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