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 Diskussionen mit einer Pflanze

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Vhenan
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Anzahl der Beiträge : 996

BeitragThema: Diskussionen mit einer Pflanze   Sa März 10, 2018 5:10 pm

Wann: Einige Tage nach der Anreise des Hofes
Wo: Takbal/ Clodrigs Hof
Wer: Vhenan

Die Sonne kletterte langsam den Horizont hinauf, es dämmerte. Der Hafen war längst erwacht und die ersten Seelen bereiteten eifrig ihr Tagesgeschäft vor. Einige andere wankten aus den Tavernen und Hurenhäusern nach Hause, um zu schlafen. Vhenan war auch noch auf den Beinen und stieg den Hang zu Clodrigs Hof hinauf. Ihr ganzer Körper schmerzte. Die Wunden des dummen Reitunfalls in Ozymandas waren noch spür- und sichtbar und die neuen blauen Flecken, die sie sich durch ein nächtliches Duell auf der Rumbullion eingehandelt hatte, beschwerten ihre Schritte zusätzlich merklich. Aber das war halb so wild... Sie konnte nicht schlafen, wollte es gar nicht erst und dann war ihr der Morgenkelch in den Sinn gekommen. Sie hätte ihn schon früher besuchen sollen.

Oben angekommen setzte sie sich ächzend zu der kleinen Pflanze und streckte sich auf dem Boden aus. Das Kurzschwert lag zusammen mit dem kleinen Rucksack voller Kram achtlos neben ihr.
Atata Vika.
Sie atmete einmal tief ein und aus und sah in den Himmel. „Kein Wunder, dass du so wenig Besuch bekommst. Hier hochzusteigen ist anstrengend.
Dann grinste die Naihler etwas dämlich. „Ich komme mir etwas dämlich dabei vor mit einer Pflanze zu reden. Immer noch. Aber wenn die alle meinen, dass es hilft – bitte.“ Sie drehte ihren Kopf und stubste ein Blatt sanft
und begrüßend mit dem Finger an.

Es ist noch eine Vika in der Stadt. Genefes Tochter heißt Viktoria, das ist zwar eine andere Sprache, meint aber das gleiche. Ihr seid eine neue Generation von Siegern.“ Vhenan lachte leise für sich und amüsierte sich immer noch darüber.

Geht's dir gut? Vermutlich nicht so gut, wie es dir gehen könnte, hm? Deswegen bin ich hier. Ich habe meine Meinung geändert.“ Sie richtete sich ächzend auf und setzte sich im Schneidersitz vor die Pflanze.

In der Alten Heimat bekommt ihr Blut zum Wachsen. Mallo hat es dir hier gegeben, Chattras hat es uns sogar geraten und ich habe es dir verweigert.... Mittlerweile glaube ich, dass das falsch war. Wenn du es brauchst, solltest du es bekommen. Du wächst wie du es willst, nicht wie ich es will. Das war mir nicht ganz klar.... also.... bekommst du jetzt zum ersten Mal Blut von mir.

Sie zückte einen ihrer Dolche, schnitt sich leicht in den Finger und träufelte das frische Blut auf den Morgenkelch.
Dieser Kontinent basiert auf Blut und Willen. Das habe ich es kürzlich wieder gehört und es stimmt. Ich habe selbst schon genug Blut vergossen. Von Freund und Feind. Dieses hier gebe ich dir freiwillig, damit du bekommst was du brauchst. Vielleicht öffnest du dich dann endlich. Wird langsam Mal Zeit, meinst du nicht? Du bist sturer als ich. Soll ich dir was verraten? Ich hab zwischenzeitlich geglaubt, dass du gar kein Morgenkelch bist. Dass Jael mir nur irgendein Gestrüpp gegeben hat, damit ich beschäftigt bin. Ich habe nie eine Pflanze wie dich gesehen, nur Geschichten gehört von wunderschönen Kelchblüten, die in den ersten Strahlen der Sonne glänzen. Du könntest mir ganz einfach beweisen, dass du ein Morgenkelch bist und einfach aufgehen, weißt du? Nur einmal.

Natürlich geschah gar nichts. Vhenan brummte leise und legte sich wieder hin.
Fehlt dir sonst noch irgendwas? Das Land ist voller Magie, eigentlich müsstest du dich doch wohlfühlen. Wohler als in Naevi, oder? Brauchst du Magie von deinem Besitzer?“ Sie drehte sich fragend zu der kleine Pflanze. „Ich weiß gar nichts über dich... wie es früher war. Haben die Magier etwas mit euch gemacht? Die Chirya wirken zwar keine Magie, aber man behauptet ja sie könnte jedes Ödland in ein grünes Paradies verwandeln. Das halte ich auch für eine Art Magie... Selbst hier haben sie es getan.... Aber vielleicht brauchst du mehr.
Vhenan setzte sich wieder auf.
Soll ich dir ein Geheimnis verraten? Oder nein, ich zeigs dir. Ich öffne mich dir und du öffnest dich mir, klingt das nicht nach einem guten Geschäft?
Sie kramte einen kleinen Kristall aus einem Beutel. Den hatte sie am Hafen in einem langwierigen Handelsprozess erstanden. Endlich wieder feilschen und Leute übers Ohr hauen, wie hatte sie diese Stadt vermisst!

Hier.. Du hast mein Blut bekommen. Jetzt schenke ich dir Magie. Vielleicht ist das ja ein Anreiz für dich....“ Vhenan sammelte sich kurz, konzentrierte sich auf den Kristall in ihrer Hand, murmelte etwas und er begann in hellem Licht zu leuchten.
Siehst du? Ich bin kein Naevit, ich bin kein Magier... aber ich kann das hier trotzdem. Vielleicht macht mich das würdiger für dich.“ Sie hielt Vika das Licht entgegen und hörte eine ganze Weile nicht auf damit. Sie musste ohnehin üben.
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Diskussionen mit einer Pflanze   So März 18, 2018 5:21 pm

Natürlich war rein gar nichts passiert. Das störrische Gestrüpp hatte sich nicht plötzlich und strahlend geöffnet, wie es in Geschichten gerne geschah. Vika hatte nur schweigend und unbeeindruckt im Beet gesessen.

Vhenan brummte irgendwann, motzte ein halbherziges "Tunga!" und erhob sich, um in die Stadt zurück zu gehen. Sie musste schlafen. Am Kapitänshaus angekommen ignorierte sie das rege Treiben der Frühaufsteher, ließ jedes Anliegen an sich abprallen, vertröstete diejenigen mit einem "Später!" und schlief dann zum kehligen Gesang eines Hahns ein. Wenigstens das hatte sich nicht geändert.

Erst zwischen Mittag und frühem Nachmittag hörte man erste Geräusche in ihrem Zimmer, die darauf hindeuteten, dass die Schreiberin wach war und ihren Tag einleitete.... Sie würde in den nächsten Tagen noch öfter bei Vika vorbeischauen, dieser langweiligen Gartenarbeit nachgehen und den Lichtzauber heimlich und abgeschieden üben. In ihrer Alten Heimat war das Magiewirken ein halbes Todesurteil und hier.... sah sie seit ihren Übungen auch vermehrt hinter sich. Sie fühlte sich weniger sicher, vermutete hier und da einen Hinterhalt... aber sie ließ sich dadurch aber nicht vom Üben abhalten. Nur die Mutigen wurden belohnt und wenn sie die zweite Naihlar nach Neome wäre, die in der Lage war Magie zu wirken, würde dies mehr Triumph als Schande sein.
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