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 Ankunft in Shäekara

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Neome
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Do Sep 17, 2015 11:01 am

Neome hatte Adhemar nachgesehen. Höchstens hatte sie genickt, als er seinen schweren, stillen Dank gesprochen hatte, aber nur so leicht, dass man im Nachhinein nicht wissen konnte, ob es wirklich geschehen war.

Gwen hatte sich still und im Hintergrund gehalten, weil sie von Schiffen nichts verstand und wusste, dass sie hier ohnehin nichts zu vermelden hatte. Mit einem Kohlestift und einem in Leder gebundenen Pergamentbuch in der anderen Hand, starrte sie verbissen auf die leeren Seiten, bis Vhenan kam und sich entschuldigte. Ihr Blick hob sich kurz und blickte in die Nähe des Gesichtes der Naihlar. Die Wahrheit war aber, dass sie selbst derart unangenehm berührt war von der Situation, dass sie die andere nicht direkt anzusehen vermochte.
"Halb so wild", sagte sie, aber auch ohne Blickkontakt meinte sie es so, wie es gesprochen war.

Dann gingen sie von Bord. Es gab viel zu schleppen und viel zu erledigen.

Neome hielt sich in der Nähe auf. Sie hatte gerade etwas von ihrem Schmuck abgelegt und tief in ihren Taschen verstaut. Fürchtete sie Diebe? Oder dachte sie pragmatisch?
"Natürlich", sagte sie, als sie sich umgedrehte und Raul hell fokussierte. Sie sah aus, als habe sie darauf gewartet, dass sie sprächen und er ein paar Dinge zum weiteren Verlauf vorschlüge.

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Vhenan
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Fr Sep 18, 2015 1:03 pm

Es war nur eine knappe Antwort, die Nani von Gwen bekam, aber sie reichte. Dennoch verließ Vhenan das Schiff mit einem faden Beigeschmack. Sie verstand nicht weshalb Gwen sich immer selbst kleiner machte als sie war. Nicht einmal in die Augen hatte sie ihr sehen können. Für die Naihlar war das sehr befremdlich, genauso befremdlich wie sich überhaupt erst entschuldigen zu müssen. Jeder andere hätte ihr einfach eine Breitseite vor den Bug gegeben, einfach gesagt 'Ey, nerv jemand anderen!' und es hätte vielleicht sogar etwas genutzt. Vielleicht täte Gwen eine Prise des Stolzes gut, die die Naihlar hier alle im Überschuss hatten. Vielleicht färbte es sogar irgendwann ab. Mit diesen Gedanken stolzierte Vhenan die Planke hinunter und verschaffte sich einen Überblick darüber was es hier unten gab. Nach einigem Hin und Her und Her und Hin stand sie wieder auf dem Schiff und schleppte einen Sack hinunter, um ihn zur Lagerhalle zu tragen. Arbeit war jetzt genau das Richtige. Sie war langsamer als sonst, wurde hin und wieder von den kräftigen Seemännern überholt, aber das war dann eben so. Sie arbeitete so, wie sie es konnte.

„Wenn ich jedes Mal ein Kupfer kriege, wenn ich dich überhole, bin ich bis heute abend ein König!“, ärgerte sie einer der Kerle und lachte hämisch, bevor er weiterging und die schwere Kiste in der Halle abstellte.
„Das hol ich mir beim Würfel schneller zurück als du Flaute sagen kannst, Holzkopf!“, maulte Nani mit einem kleinen Grinsen zurück und stellte das kleine Bündel ebenfalls dort ab. Das war anstrengender als gedacht. Puh! Nein.. Hu! Bei diesem Wort dachte sie umgehend an Chattras und grinste dämlich vor sich hin. „Hu.“, wiederholte sie laut, lachte einmal trocken auf und wanderte wieder in Richtung Schiff. Sie ließ ihre rechte Schulter auf dem Weg kreisen und hoffte missfallend darauf, dass sie endlich knackte.

„Ey, Mallo!“ Sie lief zu dem Jungen und deutete mit einem Kopfnicken in Richtung Hütten. „Die glotzen ziemlich auffällig, hm?“ Nani ließ sich dazu hinreißen dreist rüberzuwinken. Knack. „Ah, endlich.“ Sie hielt sich die Schulter, lächelte aber zufrieden. „Felszlach totahk.“, murmelte sie leise zu sich selbst, bevor sie wieder mit Mallo sprach.

„Als hätten sie noch nie ein Schiff gesehen. Oder Fremde... ob da ein Fass Wein reicht?“

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Raûl
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Mi Sep 23, 2015 3:53 pm

Raûl war etwas abseits gestanden und rückte näher zu Neome, um ihr, aber auch dem Umfeld anzuzeigen, dass dieses Gespräch außer sie und ihn  niemanden etwas anging. Ohne Verstohlenheit sah er sich einmal um und als er sich sicher war, dass alle Personen mindestens zehn Schritt von ihnen weg waren, sprach er sie direkt an:"Ich habe Dir schon gesagt, dass ich einen Geschäftspartner damit beauftragt habe, Ortac-Flüchtlinge mit den passenden Qualifikationen hier nach Mythodea, nach Takbal zu bringen. Wenn ich die Reisezeit richtig einschätze, wird es etwa noch 6 Wochen dauern, bis sie hier eintreffen. Dann wird sich die Zahl der Einwohner hier schätzungsweise vervierfachen. 150 Personen jetzt, 600 Personen in 6 Wochen!" Raûl hielt kurz inne, um die Wichtigkeit dieser Zahlen zu unterstreichen, dann fuhr fort: "Ich habe Baumaterial und Werkzeuge, aber auch Waffen schon vor dem Beginn des Sommerfeldzuges geordert und einen ersten Teil davon hatten wir hier mit an Bord und laden es gerade aus." er zeigte auf die Kisten und Bündel, die sich am Pier und am Flussufer in wachsenden Haufen stapelten. "Wir werden Behausungen bauen müssen und weil hier nicht genug Platz für alle ist, eine kleine Brücks rüber auf die andere Flussseite, denn dort soll die eigentliche Stadt entstehen. So wie das Gelände auf dieser Seite ist, können hier ein paar Hundert Menschen dichtgedrängt leben, aber um eine richtige Stadt daraus zu machen müssen wir da rüber."
Er zeigte erst auf das hiesige Flussufer, die Unebenheiten im Fels auf dieser Seite, in welche die Bewohner Gutenbuchts ihren Hafen gesetzt hatten, und auf das freiere, erhöhte Gelände auf der anderen Seite, auf dem der Bau viel leichter fallen würde. Er runzelte die Stirn, machte eine kurze Denkpause, dann fuhr er wieder fort. Was er eigentlich hatte sagen wollen, das Wichtige, das kam erst noch:"Egal, ob wir rechtzeitig fertig werden oder nicht, ich... wir brauchen die Unterstützung aller Mitglieder im Oshead, damit uns das hier nicht aus den Fugen gerät. Auf viele kann ich mich verlassen, das weiß ich. Aber bei ein paar bin ich mir nicht sicher." sein Blick wanderte kurz zu Vhenan und Mallo hinüber, blieb aber nicht so lange bei ihnen haften, als dass er damit explizit sie gemeint hätte. Vielleicht. "Was diesen Vayle angeht..." er runzelte die Stirn abermals und zog die Mundwinkel nach unten. "Ich weiß, dass Du ihn von früher kennst. Kann man ihm vertrauen? Vertraust DU ihm? Er ist nicht von Ortac. Er ist kein Oshead. Ich halte ihn für..." Raûl suchte nach dem richtigen Wort, fand aber keines in der Gemeinen Sprache, welches seinem intuitiven Unbehagen Ausdruck verlieh und meinte dann: "Idrashêashoch."
Er trat einen halben Schritt nach hinten um Neome zu bedeuten, dass er Seines gesagt hatte. Ernst und forschend blickte er sie an, was wegen seines kaputten Auges unbeabsichtigt immer etwas bedrohlich wirkte.

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Neome
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Fr Sep 25, 2015 6:49 am

Neome horchte. Und sie hörte sich zuerst alles an, was Raul zu sagen hatte, stand, Punkt für Punkt, die Lippen leicht gespitzt, auf den Sohlen und wippte nur einmal leicht auf die Hacken und zurück, als der Quartiesmeister von einem Thema zu einem ganz anderen überging. Ihr Blick folgte seinem Deut, schätzte die Worte ein, die er ihr sagte, sah sich mit neuen Aufgaben konfrontiert, wie sie sie früher selten hatten scheren müssen. Der Wind war ein anderer, der hier wehte. Er hatte einen anderen Geschmack und roch nicht wie zu Hause. Sie merkte es gleich. Aber letztlich war Wind Wind, überall, und man musste nur lernen, sich seine Eigenschaften zunutze zu machen.

Sie hatte Raul ganz enden lassen. Dann antwortete sie ihm nach und nach.
"Zuerst einmal: Gut. Ich spare mir das Lob, du bist kein Kind mehr und weißt selbst, dass es sehr gut war, soweit mitzudenken. Obwohl ich nicht weiß, ob deine Zahl so sein wird, wie du sie dir erhoffst." Ihre Stirn spannte sich, auch das Feld um ihre Augen. Sie betrachtete Raul einerseits forschend, andererseits mochte es einem geradewegs behutsam vorkommen. In seinen sorgfältigen Plänen rührte sie nicht gefühllos herum wie ein Wilder mit einem Stock. Sie deutete lediglich auf jene Stellen, die ihr wacklig erschienen. "Hattest du mit den anderen freien Völkern auf Ortac eingehenden Kontakt? Einen der über den Handel oder Diebstahl hinausgeht? Die meisten der einfachen Leute wagen nicht einmal, ihre Siedlung zu verlassen. Ein Großteil der Ghalmaren bunkert sich in ihren Wäldern ein, die Chirya reden sich ein, es sei ihre Bestimmung, ihr Ödland zu verteidigen. Die wenigsten von ihnen bringst du lebendig dazu, ein Schiff zu betreten. Und die Zwerge?" Sie lächelte, und nun steckte Schalk darin, aber unter diesem offenkundigen Galgenhumor auch eine gute Portion Ernst, vielleicht gar Selbstkritik. "Die kommen höchstens, weil sie hören, dass es hier Naihlar gibt. Dann bringen sie aber scharfe Äxte mit." Ihr Ausdruck verebbte. "Es werden bestimmt einige kommen, die fliehen wollen. Ich würde nur nicht mit so vielen rechnen. Es kann auch sein, dass die Naihlar sie nicht mitnehmen wollen. Nicht so ohne Weiteres zumindest." Das von jenen so mancher übersetzte, daran wiederum hatte Neome keine großen Zweifel. Sie musterte Raul abermals aufmerksam. Von den Naeviten hatte sie nicht gesprochen.

"Was Vayle angeht", sagte sie dann. "Ich glaube nicht, dass er den Streit sucht." Die Nachsicht, die kurz um ihren verstehenden Ausdruck spielte, galt beiden, dem fremden Mitreisenden Vayle und ihm, der an ihm zweifelte. "Eher scheint er ihn immer wieder zu finden. Was er sucht ist die Bestätigung der Tatsache, dass er in Wahrheit einsam hier ist. Dass er es nicht ist liegt an uns zu beweisen. Bestärken wir ihn also nicht. Manche brauchen einen Schubs. Manche nur einen ganz zarten."
Sie wusste, es war nicht genug, Raul mit solchen Ratschlägen abzuspeisen. Sie versuchte es gar nicht erst.
"Er war schon einmal in unserer Gruppe dabei, Vhenan kennt ihn auch noch. Er führt nichts Schlechtes im Schilde, soviel kann ich sagen, aber wer wäre ich, zu behaupten, ich wüsste tatsächlich um ihn Bescheid? Wir behalten ihn im Auge. Wir müssen auch Nenani im Auge behalten." Das letzte sprach sie leiser. Sie sagte nicht weshalb. Raul musste es selbst gesehen haben. Auch mit einem Auge war er nicht blind. "Sieh es mal so: Wenn tatsächlich Flüchtlinge kommen, wirst du mit viel Misstrauen zu jonglieren lernen müssen, wir alle. Vayle ist dafür eine gute Übung. Und gleichzeitig vermutlich nichts gegen die, die kommen werden, wenn tatsächlich Ghalmaren oder Chirya den Kontinent verlassen." Sie keuchte trocken. "Vayle ist", sagte sie dann noch abschätzend und legte ihren Blick über das neue Land, "wie eine Blume. Voller Dornen, um sich selbst zu schützen. Die Dornen hat er zweifelsfrei ausgebildet, aber den Kopf hat er noch nicht geöffnet. Es kommt die Zeit. Vielleicht täte ihm ein bisschen Sonne gut, davon gab es zuletzt wenig." Mit einer kreisenden Handbewegung winkte sie zuletzt ab und beschmunzelte ihr eigenes Bildnis mit sachter Ironie.
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Mallo
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Mi Sep 30, 2015 12:16 am

Die Zahlen, die Raûl von sich gab, glitten an seinem Gehör vorüber und formten sich in seinem Kopf sogleich zu namenlosen, doch umso malerischeren Bildern. Er sprach von der Weite und der Tiefe und Malen sah den Mazhak nicht an, er hatte den Blick wieder auf die nahende Küste gerichtet, die ihn anzog. Sie, die sie kamen, und die, die noch folgen sollten, sollten das Land kaum bewirtschaften können? Oh doch, das würden sie. Er zumindest glaubte, die Bereitschaft zur hingebungsvollen Arbeit in so manchen Augen seiner Gefährten zu sehen, selbst wenn das ihnen noch nicht bewusst war. Doch sprechen oder etwas meinen konnte er nur von sich selbst; Und er zweifelte nicht mehr daran. Malen musste lächeln; Dann sprach Raûl von den Abgaben und stellte die Frage, ob sie sich auf den Hafen oder die Lande dahinter konzentrieren sollten.

Diese Frage lenkte den Blick des Waldläufers wieder zurück zum Naihlar. Er musterte dessen verschrammtes, enthusiastisches Gesicht lange mit einem nachdenklichen Blick. Grübelnd engte Mallo die Augen und es mochte scheinen, als habe er sich von einer Idee, einem Gedanken ablenken lassen; Und er senkte sie erst wieder, als die Männer davon sprachen, heute zu trinken und den Abend Abend sein zu lassen, den ersten Abend ihrer Neusiedlung.

Er lehnte die Unterarme auf die Reling und stemmte sich ein wenig hoch, streckte den schmalen Rücken durch und spähte über die felsige Küste. Inzwischen konnten sie gut die Häuser erkennen, die sich um die Anlegestelle erstreckten. Welches davon war wohl die Stadthalle? Wie sah sie von innen aus? Egal, einige Krüge später würden sie sich auch dort wohl fühlen, dann, wenn der erste Eindruck gewirkt hatte und man einen fremden Ort mit anderen, um einige Aspekte reicheren Augen ansehen konnte.

Da ging neben ihm ein Raunen durch die Naihlar. Eine strenge Furche zog sich durch Malens Stirn, als er wieder zu ihnen sah. Er hatte sich im ersten Moment gar nichts bei Raûls Plänen gedacht - aber Neome hatte Recht. Die Naihlar, das hatte er seit jeher gelernt, geizten sehr mit ihren Geheimnissen und nur Begünstigten oder Glücklichen war es vergönnt, einen Teil davon zu erfahren. Der Seeweg, der Menschen von Ortac wegführen sollte, war allerdings kein kleines Geheimnis. Doch Raûl zerstreute seine anfänglichen Zweifel im Nu. Natürlich würde er keinem Außenstehenden die Route verraten.

Er fuhr herum und lehnte sich rücklings an die Reling, als Vayle zu ihnen trat. Er wusste, was Neome für ihn aufgehoben hatte - woher, das spielte jetzt keine Rolle mehr, aber er hatte schon im Lager in Kelriothar gesehen, wie Vayle sein kleines Werk angesehen hatte, und mit eben diesem unaufdringlich forschenden, lange tastenden Blick musterte er nun dessen Mienenspiel, das er erwartet hatte. Sein Mundwinkel hob sich, ohne dass seine Brauen ein Lächeln vervollständigten, als er dem einzigen Fremden den Blick nachsandte. Da entschuldigte Nani sich eben bei Gwen und sie spürten einen Ruck. Sie hatten angelegt.

Wieder fuhr Mallo herum. Die Hände auf die Reling gelegt, waren die einzelnen Gesichter der Bewohner plötzlich unerwartet nah, sodass er einfach eine Weile stumm zurückglotzte. Erst dann, als er statt verschwommener Haut auch Brauen, Blicke, Hände ausmachen konnte, griente er kantig und winkte knapp. Das geschäftige Wuseln begann, wie er es von den Reisen kannte und der Ablauf war im Grunde immer derselbe; Nur jetzt war Raûl dabei, und seine Kommandos halfen den Männern gleich mit der Orientierung. Mallo atmete durch, klopfte mit beiden Handflächen zweimal auf die Reling und löste sich schwungvoll davon, um sich in die Kette Richtung Lagerraum einzugliedern, Arden, Asdan und Jael zu sich winkend.

"Eldad, kommt!"

Er half, ein paar Kisten von einen Händen in die anderen zu reichen; Als die Männer die Kette langsam lösten, weil jeder sein Zeug doch schneller zu schleppen dachte, was er hasste, seufzte er und tat es ihnen gleich. Eine Kiste mit sacht klirrendem Inhalt behutsam auf Brusthöhe gehoben, passierte er Neome und Raûl, die miteinander sprachen und setzte über die Planke und tat den ersten Schritt an Land mit Bedachtheit; Und da blieb er stehen und sog um sich spähend mehrmals rasch die Luft ein, wie er es immer tat, wenn er an einen neuen Ort oder in eine ungewohnte Situation gelangte. Gutenbucht. So roch Takbal. Nach Stein und altem Gras und Feuer irgendwo in der Ferne. Und nach Fisch und Salz.

"Aus dem Weg!", blaffte ein Matrose aus dem Hintergrund, der eine größere Kiste trug als der kleine Kerl und Mallo blickte auf und machte sich schmal, ließ ihn vorbei und eilte hinterher, um es ihm gleichzutun und seine eigene Fracht zu der Ladung am Ende des Steges zu bringen, wo sie die Sachen stapelten, die die Weiteren in die Stadthalle bringen sollten. Auf seinem Weg zurück sah er zu Nani mit ihrem Sack und wenn sie nicht selber schon danach griff, schwang er ihn sich über die Schulter.

"Niemals!", antwortete er ihr mit dem trockenen Schmunzeln eines, der es besser wusste, "Das saufen wir doch selbst! Zum Glück haben wir noch Kram aus dem Lager dabei. Gebt Schranz nicht so viel und es reicht für noch ein paar Kehlen." Er lud den Sack leise ächzend auf dem Haufen am Dock ab, bevor er sich zu seiner Freundin gesellte und in einer der unzähligen Taschen an seiner Brust nach Glimmstängeln kramte. "Aber abgesehen davon hab ich keine Lust auf Blindfusel und Plörre. Wir müssen ganz bald mal schauen, was wir noch einschiffen müssen von... wo auch immer. Gute Sachen, die es hier nicht zu holen gibt."
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Mi Sep 30, 2015 11:10 am

„EY!“, beschwerte sich die kleine Naihlar ohne groß darüber nachzudenken, als Mallo ihr dreist den Sack vor der Nase wegschnappte und sie zu spät reagierte. „Das kann ich selbst... Elfchen!“, knurrte sie ihm laut und unbedacht hinterher, bevor sie ihm einige Schritte folgte und kurz daran dachte sich den Sack einfach zurückzuholen. Das wäre total bescheuert. Sie hielt inne, knurrte murrig in sich hinein und lief zurück an Deck. Großartig! Beleidigungen und Beschimpfungen, die hoffentlich trafen, sprangen ihr beinahe von von selbst über die Lippen. Eigentlich war es normal sich zu helfen, Oshead tat das immer, arbeitete zusammen, es war keine Besonderheit. Besonders beim Abladen eines Schiffes. Nani wusste, dass Mallo es nur gut meinte, sich vielleicht sogar gar nichts dabei gedacht hatte, aber sie konnte und wollte ihre Päckchen selbst tragen. Rücksicht hatte sie sehr lange vermisst und wenn es etwas gab, dass sie auf Kommando in Wut versetzen konnte, dann waren es solche zuvorkommenden Gesten. Es fiel ihr sichtbar schwer diese Wut zu bändigen. Sie wusste nicht wie.

Und überhaupt: wie kam er jetzt auf Schranz? Der schlief nach sechs Krügen sicher wieder ein und trank nachts alleine weiter, wenn der Rest hier im Rausch herumlag. Trinken konnte er weit besser als seinem vererbten Beruf nachgehen, da war sie sich sicher. Sie hatte nie darüber nachgedacht was ein Kerkermeister alles tun musste... jetzt wusste sie es. Schranz war viel zu nett dafür. Und zu unfähig, nachdem was sie gehört hatte... Gut, dass er gegangen war. Oder eher: gegangen wurde. Nani war nicht die einzige, die gelegentlich in unvorhersehbar dämliche Situationen geriet. Wenn sie da an das Huhn dachte, das Schranz zum Verhängnis geworden war...

Sie schüttelte den Kopf und kochte innerlich immer noch, als Mallo zurückkam. Vhenan warf dem Strohhut einen sehr verärgerten Blick zu, versuchte sich aber irgendwie zusammenzureißen.
„Lass mich meinen Kram allein schleppen.“, forderte sie ohne großes Drumherum. Es war ein Kraftakt nicht jeden gleich verprügeln zu wollen, denn hier hätte sie sehr wahrscheinlich sehr viel mehr Erfolg als bei jedem Kan, den es gar nicht interessiert hatte.

Da half auch kein Plausch über den nächsten Rausch. „Brackwasser und Rattenpisse.“, sagte sie leise und abwesend. Wie konnte man diesen exquisiten Tropfen widerstehen... „Wenn es hier irgendwo Zuckerrohr gibt, könnten wir den Rum auch selber brennen... mit Svena und Sszithid kenn ich mich nicht aus.“, gab sie zu.

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Raûl
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Mi Sep 30, 2015 12:23 pm

Raûl nickte ob Neomes Lob, das keines sein sollte und zeigte sonst mit keiner Mine, dass er sich doch darüber freute, dass seine Pakata seine Leistungen anerkannte. Er hörte zu, was sie zu den Flüchtlingen zu sagen hatte und enthielt sich eines weiteren Kommentars, obwohl er anderer Meinung war. Der Krieg hatte Ortac verändert und auch die Menschen, die in ihnen lebten. Wer nur noch die Perspektive auf Tod und Unterdrückung hatte, ließ sich vielleicht doch von dem Versprechen anlocken, dass er seinem Kompagnon als Bezeichnungen mitgegeben hatte: "Shäekara" und "Loravinde" - "Neubeginn" und "Goldene Stadt". Die Zukunft würde zeigen, wer Recht hatte. Selbst wenn nur Naihlar zu ihnen stoßen würde, wäre dies zu Beginn sicher kein Problem, denn tüchtige Seeleute wären ohnehin die passende Basis für ein Lehen am Meer. Über Ihre Frage, ob er schon viel Kontakte mit anderen Völkern gehabt hatte, schmunzelte er und machte eine vage Geste, die alles mögliche heißen konnte. "Naja, Zwerge..." meinte er und zuckte mit den Achseln. Von den Zwergen in Ortac hatte er nur Gerüchte gehört und noch nie einen gesehen. Die konnten gerne drüben bleiben. Auf Mythodea hatte er nur eine Zwergin kennengelernt, Muriel Brilliantherz, mit der er sich herzlich verbunden fühlte. Insofern hatte er keine echte Meinung über sie. Wenn tatsächlich einer mitkam, würde man sehen, was für eine Gestalt dies war und ob es eine Bereicherung oder eine Belastung für sie war. Ballast warf man im Zweifel über Bord.

Dann kam Neome auf Vayle zu sprechen. Und auf Nani. Ein bitterer Ausdruck legte sich in seine Mine, als er hörte, was Neome über Vhenan sagte. Er nickte und schüttelte den Kopf zur gleichen Zeit, was reichlich komisch aussah. Er ließ sie ausreden und antwortete mit belegter Stimme: "Nani ist durch die Hölle gegangen. Ich war dabei, als sie ihren Bericht über die Gefangenschaft in der Feldkanzlei abgegeben hat. Über wochenlange Folterungen und versuchte Selbstmorde unter den Gefangenen..." Raûl erzitterte, aber schüttelte dann das Grauen ab, das ihm bei den Gedanken daran überkommen war. "Es wird lange dauern, bis sie wieder ganz wird, wenn überhaupt. Ich werde versuchen, ihr eine Aufgabe zu geben die sie in der Gemeinschaft bestätigt und an der sie wachsen kann. Etwas, was sie beschäftigt, damit die Zeit ihre Wunden heilen kann." er dachte einen Moment nach und lächelte dann: "Auch wenn ich fest erwarte, dass sie sich gegen mich auflehnen wird. Ich bin in Zukunft das, was in Takbal für "Recht und Ordnung" steht. Da wird sie sich daran reiben wollen, viele werden das tun. Das gibt Dir hingegen Spielraum, die verständige Pakata zu sein. Du solltest nur wissen, dass es oft unsere Rollen sein werden, die handeln, nicht wir. Und es wird uns häufig nicht gefallen."
Er zuckte wieder mit den Achseln und sah hinüber zu den Menschen, Oshead wie Gutenbuchter, wie sie das Schiff entluden. Dazwischen war auch Vayle immer wieder zu sehen. "Du kennst Vayle besser, also will ich versuchen auch ihn so zu beschäftigen, damit..." er lachte jetzt und zeigte ein breites Grinsen "... auch seine Knospe einmal das Sonnenlicht erblickt."
Raûl holte einen kleinen Flachmann heraus, schnüffelte daran, nahm einen tiefen Schluck und reichte ihn Neome.

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Neome
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Mi Sep 30, 2015 2:30 pm

Sie sprachen nicht mehr über die Flüchtlinge von Ortac. Der Krieg dort weit auf der anderen Seite des Meeres war noch nicht entschieden und es hatte keinen Sinn, schon Geschichten darüber zu knüpfen.

Es waren Vhenan und Vayle, über die sie sich dann unterhielten. Der freche Aussspruch über die Knospe des anderen ließ auch sie widerwillig auflächeln und die Zähne zeigen. Neome tat keine eigene Aussage. Stattdessen stellte sie, nach allem, was Raul ihr von sich aus bereits erzählt hatte, eine weitere Frage. "Glaubst du, Vhenan kam zu kurz?"
Sie verdeutlichte nicht ihren Bezug. Sie überließ es seiner Interpretation. Wenn man Feingefühl darauf verwandte, war man vielleicht nicht sicher, ob es eine Frage über Vhenan war oder eine über Raul.
"Es wird ihr im Übrigen vielleicht lieber sein, wenn du hier für Recht und Ordnung sorgst als wenn es ein anderer tut. Sie wird schon schon wissen, dass ein Naihlar ungern ein Steinhaus baut ohne Hintertür."
Den Umtrunk zwischen Last und Lastschleppern nahm sie gern an, hob zum Zeichen des Danks die Flasche erst Raul entzogen und zog dann, als sie einen Schluck genommen hatte, die Nasenflügel an.
"Hier, das kannst du wiederhaben. Ich muss erst etwas essen. Wenn ich dem ein oder anderen hier ein bisschen Rindenwurz geschenkt hab, teilen sie vielleicht lieber mit uns."
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Mallo
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Do Okt 01, 2015 1:34 am

Der Qualm stieg wallend um seine Wangen auf, als er das Zunderpulver ausrieb und die Reste über den Steg streute, in der beiläufigsten, routiniertesten Geste, und diese wurde langsamer, ganz langsam nun zog er seinen Arm zurück und blickte Nani unverwandt an, drang doch jetzt das Sichtbare dessen zu ihm durch, was sich in ihrem Inneren abspielen mochte. Er betrachtete Vhenans Gesicht ohne Regung und somit in gewisser horchender Anspannung; Dann zuckte sein Mundwinkel, fernab von Amusement, eher als Zeichen eines Stutzens, eines leichten Uneinsseins, einer Frage.

Diese musste er aber nicht stellen.

"In Ordnung", sagte er schlicht und nahm nach einem Zug den Tabak von den Lippen, bevor er ihn anbietend Vhenan reichte und horchte. "Ich mich auch nicht", antwortete er schließlich schulterzuckend, "Aber die Leute leben schon 'ne Weile hier, ich wette, die halten das Hafenklima auch nicht ohne trinkbaren Fusel aus. Zuckerrohr...", wiederholte er dann und schickte den Blick weit Richtung Westen, als könnte er zwischen und durch die Hauswände hindurchsehen, "Keine Ahnung. Ich glaub, hier wächst nicht viel. Aber viel kann wachsen."

Wenn sie seinen Tabak genommen hatte, wartete er, bis sie ihn zurückgab; Wenn nicht, nahm er einen weiteren Zug und machte einen ausladenden Kreis um die kleine Naihlar, sich wieder zum Aufgang bewegend, wo die Männer Kisten und Säcke hinunterreichten, ohne jedoch ihr den Rücken zu kehren, ohne das Zeichen, dass er das Gespräch unterbrechen würde.
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Do Okt 01, 2015 1:13 pm

Es lag eine unübersehbare Aggressivität in Vhenans Augen, als sie Mallos fragendem Ausdruck ohne zu blinzeln mit ungewohnter Härte im Blick standhielt. Sie war bereit gewesen diese 'Unterredung' binnen weniger Augenblicke auf eine ganz andere Eben zu bringen, aber das wäre.. falsch. Mallo war ihr Freund. Und er gab nach. Mit zwei kleinen Worten brachte er sie unerwartet innerlich ins Wanken. In Ordnung?? Das war alles? Während zuvor Mallos Mundwinkel fragend gezuckt hatten, legte sich nun ein nachdenklicher Ausdruck auf das Gesicht der Naihlar. Es war nicht das was sie erwartet hatte und insgeheim nicht das, was sie hatte hören wollen.

Es hatte sich einiges geändert, aber es war noch nicht vollständig zu ihr durchgedrungen. Irritiert über Mallos ausbleibenden Protest glotzte Nani kurzerhand auf den Tabak, blinzelte und nahm ihn an. Sie fragte sich was geschah, wenn sie die falsche Person anmotzte und sie sich nicht mehr zurückhalten konnte.

„Die halten das Hafenklima nicht mit Fusel aus... sie feiern und huldigen es damit.“, korrigierte Vhenan Mallo und reichte ihm den Tabak mit einem vielsagenden Blick zurück. „Ihr Chirya wisst Häfen einfach nicht zu schätzen... vielleicht solltest du dir hier einen Garten anlegen. Aber wehe du spielst Harfe und singst wie die Komischen in Terras Garten. Dann bekommen wir ein Problem miteinander.“, scherzte sie nicht ohne Wahrheit in der Stimme und rang sich ein Schmunzeln ab. Das schmerzte glücklicherweise nicht mehr, selbst wenn die Narbe noch frisch und roh im Kontrast zu ihrer hellen Haut schimmerte. Die hatte sie sich selbst eingebrockt.

Nani beobachtete Mallos Schritte unbewusst, aber doch sehr genau, als er sie halb umkreiste. Sie nahm es als Zeichen weiterzumachen. Es gab viel zu tun. Aber damit rückte auch eine Entscheidung näher, die Nani allein treffen musste und sich schon jetzt dagegen sperrte, obwohl sie nicht wirklich eine Wahl hatte. Sie wusste was zu tun war, aber es war verdammt schwer. Und nicht sicher. Aber nur so konnte sie auf lange Sicht eine ständige Gefahr abwenden. Falls die Fremde ihr denn helfen würde.

„Gerade bin ich sehr froh, dass Chattras nicht hier ist. Wer weiß was er alles aus Versehen versenken würde.“ Sie grinste jetzt ehrlicher und schüttelte den Kopf. „Hast du mitbekommen, dass er unser Zelt abgerissen hat, als ich noch drin war? Das ganze Ding ist über mir zusammengebrochen. Ich hätte ihm fast eine verpasst....Das einzige was mich davon abgehalten hat war der Stoff, durch den ich mich durchämpfen musste. Wenn Chattras helfen will, sollte man fliehen solange man noch kann.“ Nani lachte jetzt doch hell auf und brachte das Chaos in sich damit vorübergehend zum Schweigen. Es war eine bewährte Technik. Denk an etwas Schönes und halt dich daran fest.
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Raûl
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Mo Okt 05, 2015 12:45 pm

"Am Abend dann ham se ein Fass aufgemacht. Waren sich zu Fein für unseren Gutenbuchter Schellebatscher. Zugegeben ihr Gesöff hat besser geschmeckt, aber versuch hier mal was zum vergären zu finden? Sowas bringen die nich fertig. Verwöhnte Gauner, allesamt!"

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Raûl hatte das Entladen und die Inventarisierung der Fracht aus Porto Habana überwacht und war dann dazu übergegangen, Wohnraum für die ersten Nächte einzuteilen. Eine der Lagerhallen hatte er dafür herrichten und genug Platz frei räumen lassen, das angrenzende Stückchen Land bot genug Platz für die Zelte und Jurten derer, die nicht unter dem Dach einer muffeligen Lagerhalle schlafen wollte. Er vermutete, dass Nani nicht die Einzige bleiben würde, die trotz der kälter werdenden Jahreszeit und der ständig-kühlen Meeresbrise lieber draußen übernachtete.

Für den Abend hatte er eine Feierstunde in der Versammlungshalle verkünden lassen, was es hierzu beizusteuern gab - den Alkohol und diverse Extraportionen Fisch und Fleisch und Gemüse für ein sattes gemeinsames Abendessen - war schon vor Ort gebracht. Es war nur so viel zu tun und er hatte nur zwei Hände, zwei Füße, ein Hirn und ein Auge um alles zu koordinieren. Außerdem wo blieb denn der verdammte Alchemist? Ihm war zugetragen worden, dass er schon vor Tagen angekommen war, hatte sich aber nicht blicken lassen. Heribert Venen...irgendwas. Von dem hatte er gehört, dass er einer der wenigen passablen Köche der Oshead sein sollte. Denn wenn das Essen in der Versammlungshalle so schmeckte wie diese Plörre, konnte er sich seinen "guten ersten Eindruck" in der Bevölkerung an den Hut stecken.
"Wo bleibt dieser verdammte Naevi? Das ist doch nicht zu fassen. Verdammtes Pack noch eins!" fluchte er inbrünstig vor sich hin.

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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Mo Okt 05, 2015 8:58 pm

*krach* *schepper*
Verdammt!
Adhemar tauchte in einer Wolke von Staub und Holzspänen aus den Trümmern mehrerer leerer Lagertruhen heraus auf und rieb sich den Schädel, wo ihn eine der Kisten getroffen hatte, als der gesamte Turm trockenen Holzes, der an der Wand in der Ecke des Lagerhauses, die Adhemar sich zum Schlafen auserkoren hatte, entlang aufgestapelt gewesen war, kollabierte, weil er den Fehler gemacht hatte, sich, nachdem er sein Reisebündel, frustriert über die unangemessene Unterbringung, in die Ecke geworfen hatte, erschöpft von der Reise, daran anzulehnen, um ein wenig zu Atem zu kommen und seine Gedanken zu zu sammeln. Alles, was er nun gesammelt hatte, waren Spreisel und Feuerholz.

Zu müde, um aus der Haut zu fahren, sank er neben dem Trümmerhaufen zwischen seinen wenigen verbliebenen Habseligkeiten zu Boden. Unwillkürlich wanderte seine Hand zur Tasche an seinem Gürtel, wo sie sich um die KugelTM schlossen, die für ihn so viel bedeutete und schon bald noch mehr sein würde, alles sein würde. Sein Tod und seine Wiedergeburt, letztlich vielleich sogar seine Unsterblichkeit. Verdammte Elfenmagie! Es wurde Zeit, es hinter sich zu bringen. Heute Abend, wenn der Rest der Anderen sich die Freundschaft dieses abgerissenen Packs zu erkaufen suchte, würde er die Einsamkeit suchen und wiedererstehen, wie ein Phoenix aus der Asche.

Mit einem vagen Gefühl von Furcht und Vorfreude beobachtete Adhemar, wie das Lagerhaus um ihn herum sich weiter in eine provisorische Heimat verwandelte.
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Heribas Veneficus

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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Di Okt 06, 2015 1:13 pm

Tagebucheintrag 137 – Mythodea, Sommer 14 n.E, Reich der Rosen, Shan Meng-Feyn

Habe erfahren, dass die Lehensgesuche der Oshead Erfolg hatten. Sie… wir haben nun ein Lehen mit Namen Shäekara und einem kleinen Hafen, der Gutenbucht heißt. Ich gedenke, dorthin überzusiedeln. Die laufenden Kosten in der Stadt zwingen mich, ständig unbedeutende Kleinaufträge für irgendwelche Anwohner zu erfüllen, statt mich auf wichtige Grundlagenforschung zu konzentrieren. Vor einer Woche ist mir sogar die Superschlammprobe des Schlammanen Schmonk eingetrocknet. Ich habe einfach vergessen das Gefäß zu verschließen, als wieder einer dieser Siedler eine Salbe für irgendein Furunkel haben wollte. So kann doch kein Mensch arbeiten! Jetzt muss ich zur Rotte reisen um eine neue Probe zu erbitten. Vor der Reise graut mir jetzt schon. Ich habe lange gebraucht, mich von dem primitiven Charme dieser Tierwesen und ihrer Archaischen Rituale zu distanzieren, und nun muss ich mich diesem ganzen… Matsch wieder aussetzen. Außerdem ist die Schweinefurt hunderte Meilen weg von einem Aeris-Portal viel zu nahe am Feindesland. Aber wenn ich meine wichtige Feldforschung wieder aufnehmen will, bleibt mir wohl nichts anderes übrig.
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Tagebucheintrag 138

Der größere Teil der Oshead zieht zum Feldzug in die Spiegelwelt. Mögen die Weltenlenker sie schützen. C. ist wohl nicht unter ihnen. Ich weiß nicht, wo sie sich aufhält, das ist aber auch nicht wichtig, solange sie sich nicht in diese Hölle begibt. Ich jedenfalls habe noch genug mit meinem schmerzenden Brustkorb zu tun, den mir der Streithammer vor zwei Jahren zertrümmert hat. Ich habe daraus gelernt. Nie wieder in die erste Reihe! Und nach Kelriothar sowieso nicht, solange nicht ausgeschlossen werden kann, dass meine Seele nicht irgendwo landet, wo sie nicht hingehört.
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Tagebucheintrag 139

Es ist soweit, ich will aufbrechen. Durch das Aeris-Portal nach  Habanna’s Wacht, über Porto Habanna per Schiff nach Gutenbucht. Keine der Reisestationen will mir wohl gefallen, habe ich doch ziemlich viel zu transportieren. Alles, was ich mir zusammengetragen habe in den letzten zwei Jahren an Ausrüstung, wie soll ich das denn bewerkstelligen?
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Nachtrag: Das bekomme ich niemals alles auf einmal durch das Aeris-Portal! Für eine Reise über Land ist es viel zu zerbrechlich, als dass es tausend Meilen überstehen könnte, fast gleichgültig wer das transportiert. Was soll ich denn jetzt machen?!
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Nachtrag: Ich muss einen Teil meiner Ausrüstung einlagern lassen und Stück für Stück hinüberschaffen. Ich kann also nur die wichtigsten Dinge mitnehmen. Was für eine Verschwendung von wertvoller Lebenszeit!
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Tagebucheintrag 140 - Mythodea, 14 n.E, Reich der Rosen, Shäekara, Gutenbucht

Was für ein Reinfall. Ich Esel, was habe ich denn schon erwartet, wenn dieser einäugige Gomba ein Stück Land erschachert. Wahrscheinlich hat er es irgendeinem Verrückten bei einem Würfelspiel abgenommen. Und ich habe den gepflegten Komfort der Hauptstadt freiwillig gegen das hier eingetauscht? Ihr Weltenlenker, die Ihr mein Hirn vernebelt habt – kennt Ihr denn keine Gnade? Diese tumben Hafenbewohner würden einen Schreibkiel nur zum Nasebohren verwenden, und von dem Rest der Oshead ist niemand zu sehen! Ich dachte nie, dass ich einmal sogar Naihlar vermissen würde, aber DAS hier ist wirklich die Krönung.
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Tagebucheintrag 141

Die Oshead ist angelandet. In dem Getümmel habe ich C. nirgendwo entdecken können. Aber vielleicht habe ich sie nur übersehen. Vielleicht ist sie aber auch gar nicht dabei. Ich werde jedenfalls erst einmal beobachten. Ich befasse mich viel zu sehr damit. Schluss damit!
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Nachtrag: Dieser Raûl hat nach mir schicken lassen. Ich soll für alle kochen. KOCHEN! Ich bin der Letzte der großen Alchemistengilde von Ortac. Nach unseren Statuten damit eigentlich der Großmeister und ich soll KOCHEN? Was für eine Demütigung!


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Heribas kam angemessen zornigen Schrittes aus der Hütte marschiert, die er in Beschlag genommen hatte und stratzte Richtung der Lagerhalle am Hafenbecken. Doch sein Zorn verflog schon auf dem Weg. Der einäugige Naihlar war ja jetzt Statthalter, so viel hatte er schon mitbekommen, und damit die höchste Instanz vor Ort. Heribas hatte nicht jahrelang im Chaos der besetzten Hauptstadt von Naevi durchgehalten, um jetzt blindlings den Fauxpas zu begehen und den Statthalter zu sagen, wohin er sich die Suppenkelle stecken konnte, wie er es eigentlich geplant hatte. Heribas hatte schon immer ein schwieriges Verhältnis zu Autoritäten. Sein Überlebensinstinkt überlagerte seinen Stolz und bereits als er die Halle betrat, hatte er schon wieder die ihm übliche defensive, fast schon zur Flucht-bereite Grundhaltung eingenommen.

Just als er einen der Matrosen fragen wollte, wo Raûl zu finden war, hörte er ein lautes Krachen von zusammenstürzenden Holzelementen und das dazugehörige Fluchen. Er ging dieser Quelle nach und fand einen ihn unbekannten Mann auf dem Boden sitzend vor, umringt von Habseligkeiten und zertrümmerten Transportkisten. “Ist alles in Ordnung? Habt Ihr Euch verletzt?“ sprach er ihn an.
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Di Okt 06, 2015 3:18 pm

Es wurde geschleppt, es wurde geflucht, es wurde aufgebaut. Langsam nahm das 'Lager' Formen an, gerade zur richtigen Zeit, denn es dämmerte bereits. Das Scheppern in der Lagerhalle war laut, aber nicht alarmierend, weshalb Nani es getrost ignorierte. Es war nicht das erste Mal, das heute etwas zu Bruch ging und es würde auch nicht das letzte Mal sein. Lustlos kaute sie auf einem Stück Brot herum und ruhte sich nach dem kräftezehrenden Arbeitstag ein wenig aus. Sie hatte ihre wenigen Habseligkeiten im Zelt verstaut und es sich davor auf dem Boden gemütlich gemacht. Unbewusst spielte sie mit dem Ring aus Türkis, den sie in der Masse des restlichen Goldschmucks um ihren Hals verbarg. Es war nicht ihr eigener und er würde es niemals sein.
Die Naihlar betrachtete das rege Treiben stumm und versuchte sich einen Eindruck von allem zu verschaffen. Vhenan war gut darin zu beobachten und Informationen zu sammeln. Wenn sie ohnehin ständig in großen Gruppen unterging konnte sie es auch produktiv nutzen und im Hintergrund spionieren, während andere die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Momentan war es auch sicherer für jeden von ihnen, wenn sie keine direkte Konfrontation suchte.

Raul fluchte wie gewohnt und entlockte Nani ein schadenfrohes Grinsen. Der wieder! Was rief der nach einem Naeviten? Waren doch schon einige übergesiedelt? Heribas hatte sie vollkommen aus ihrem Kopf gestrichen. Sie mochte diesen komischen Kerl gar nicht. Es war Jahre her, dass sie sich gesehen hatten und das war vielleicht gut so.

Sie erhob sich und wanderte zu Raul hinüber. „Kann man dir irgendwie helfen?“, fragte sie ihn und grinste immer noch blöd. „Wer freiwillig nach einem Naeviten brüllt, muss in Schwierigkeiten stecken.“
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Di Okt 06, 2015 4:00 pm

Nebenan krachte es und ein Fluchen war zu vernehmen. Er überlegte schon, ob er hinübergehen und nachschauen sollte, da kam Nani zu ihm herangeschlendert, grinsend über beide Ohren. So wollte er das am liebsten sehen, nicht diesen gläsernen Blick, den er seit den Erlebnissen in der Spiegelwelt oft bei Ihr wahrgenommen hatte, und erst gar nicht den Blick den sie aufsetzte, wenn sie übellaunig war, da schwang immer eine Spur Wahnsinn darin. Verständlich zwar, aber problematisch, wenn es um den Frieden im eigenen Hause ging. Also ignorierte er das Problem nebenan sehr gerne und erwiderte ihr Grinsen:"Ja, soweit bin ich schon gesunken. Der komische Alchemist Heri...bum, der soll ein recht ordentlicher Koch sein und wenn unser kleines Gelage heute Abend ein Erfolg werden soll, muss auch das Fresschen stimmen. Ich hab selber einfach zu viel um die Ohren, um mich auch noch darum zu kümmern." Er blickte nach Links und Rechts in die Halle und zeigte dann mit dem Finger in einer kreisenden Bewegung um sich: "Hast Du schon ein Plätzchen gefunden? Ich weiß, es ist nicht ideal, aber..." er zuckte mit den Schultern und ließ es so stehen.

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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Di Okt 06, 2015 4:37 pm

„Du willst einen Naeviten, der Heribum heißt, für uns kochen lassen?“, kam es spontan zurück. „Da kannst du ja gleich Gift trinken.“ Sie lachte leise trocken auf und verknüpfte die ganz offensichtliche Verbindung immer noch nicht. Dafür war in ihrem Kopf gerade kein Platz. „Sag mir noch einmal ICH hätte bescheuerte Ideen!“ Sie schüttelte den Kopf, nahm es aber hin. Irgendwer musste sich schließlich darum kümmern und wenn man Vhenan kochen ließ, konnte man ebenfalls gleich Gift trinken. Sie war nicht talentiert und es war allgemein bekannt.

Sie wurde ein Stück ernster und nickte Raul entgegen.
„Ist doch ein nettes Plätzchen. Könnte schlimmer sein. Als Stadt würde ich diese Siedlung hier zwar nicht bezeichnen, aber sie hat was... gefällt mir eigentlich ganz gut.“, urteilte sie vorerst. Sie hatte ein kleines Dorf, eine Anlegestelle. Insgeheim hatte sich Nani immer ein Zuhause am Meer gewünscht. Noch mochte es mickrig sein, aber sie hatten Pläne und endlich eine Zukunft. Wenn nicht wieder etwas unvorhersehbar Furchtbares dazwischenkam und ihnen in den Arsch trat.

„Ich bin zufrieden.“, versicherte sie dem Mahzhak noch einmal und sah zu ihrem Zeltplatz. Das reichte vollkommen. „Weißt du wo sich Heribum rumtreiben soll? Ich könnte ihn suchen gehen und ein wenig zusammenfalten.“, bot sie an. Das war bei Naeviten von Haus aus erlaubt und sie hatte sowieso gerade nichts zu tun.
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Di Okt 06, 2015 5:08 pm

Raûl zuckte abermals mit den Schultern. "Mir ist halt nichts besseres eingefallen. Ich habe mich da auf die Aussage der anderen verlassen. Wenn Du ihn suchen willst, fühl Dich frei, das wäre mir sehr recht. Ich habe schon nach ihm schicken lassen, aber wer weiß, wo er sich rumtreibt." er wedelte mit der Hand in jede Richtung und Keine. "Irgendwo ist er, allzu viel Auswahl gibt es ja nicht."

Bevor sie sich davon machen konnte meinte er noch:"Nani - schön, dass es Dir gefällt. Und wir werden das hier zu unserem Heim machen, direkt am Meer. Und wenn die Werft steht, dann bauen wir unser erstes eigenes Mweze!" sein Auge leuchtete auf vor Begeisterung.

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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Mi Okt 07, 2015 4:10 pm

„Gut, ich suche ihn. Wer doch gelacht, wenn ich den hier nicht finde... und... du hast Recht. Einer muss ja kochen. Ich kann höchstens beim Zubereiten helfen...“ gab Nani zu, würde dieses Angebot aber vielleicht zurückziehen, wenn sie wüsste wer der Koch war. „Es hat einen Grund weshalb mein Vater mich aus der Kochnische verbannt hat.“ Und das hieß immerhin etwas, wenn sonst keine Frau im Haus und er tagsüber für den Handel verantwortlich war.

Rauls Auge funkelte stolz, als er das erste eigene Schiff erwähnte und Vhenan konnte diese Empfindung nur teilen. „Es braucht einen würdigen Namen. Als Pionierschiff der Flotte... ich kann es kaum erwarten der Horizont voller Masten zu sehen.“, träumte sie weiter und sah aufs Meer hinaus. Noch war es leer, aber bald würden sich dort Schiffe in allen Größen tummeln.

Dann kam ihr ein Gedanke und Nani musterte Raul eindringlich. „Wann legt das nächste Schiff nach Ortac ab? Ich sollte meinem Vater vielleicht besser eine Nachricht zukommen lassen.... obwohl ich noch nicht weiß was ich ihm sagen soll... vielleicht lass ich es doch besser...“ Sie war sich unsicher. Verheimlichen könnte sie es kaum. Er müsste ihr nur ins Gesicht sehen, um zu bemerken, dass etwas geschehen war. Genau davor hatte er sie immer schützen wollen und jetzt hatte es sie doch erwischt. Vielleicht hatte sie noch Zeit sich zu entscheiden, wenn in nächster Zeit keins ablegte.
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Mi Okt 07, 2015 4:43 pm

Raûl dachte einen Moment darüber nach, überdachte die nächsten Schritte, was er für die Entwicklung von Hafen und Lehen plante und warf die Stirn in Falten:"Ich denke in drei bis sechs Wochen kommen die Schiffe erst einmal hierher. Wir müssen erst die Ankommenden hier unterbringen, Versorgung mit Nahrungsmitteln sicherstellen und Schlafstätten bauen, herausfinden, wer was kann und dann die Arbeiten einteilen, Entlohnungssysteme einrichten und wenn das alles geschafft ist, schicken wir nach weiteren Siedlern aus Ortac. Das wird kaum vor dem nächsten Sommer sein, sonst bricht uns das hier alles zusammen." Das klang ziemlich weit hin, daher fügte er an "Aber..." und senkte seine Stimme, damit das gesagte nicht so weit trug "...ich habe einen Kurier für meine Nachrichten nach Ortac. Wenn es sich nur um einen Brief oder so was handelt, dann soll er ihn überbringen können."

Er zwinkerte Ihr mit dem kaputten Auge zu, das Einzige, zu dem das noch was taugte und was immer etwas gruselig aussah.

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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Do Okt 08, 2015 1:52 pm

Er hatte Vhenan ein zynisches Schmunzeln erwidert, das ihn mit ihr ein weiteres Mal stumm verbrüderte, mehr nicht. Ein paar Kisten (eine davon auf Jaels Kopf), einen Glimmstängel mit Asdan und einen kurzen Plausch beim Räumen mit Arden später verließ Mallo die Lagerhalle und klopfte sich die Handflächen ab, just als es hinter ihm krachte. Innegehalten warf er einen Blick über die Schulter, die Stirn in strenge Furchen gezogen. Vayle hatte irgendwas umgeschmissen, aber ehe Malen rankommen konnte, um zu helfen, stand da schon irgendein Robenmeister und nahm ihm das ab. Der Waldläufer zuckte mit den Schultern und trat nach draußen, schlenderte breitbeinig kontrollierend ein wenig umher und kam an Raûl und Nani vorbei, die sich gerade trennten. Aus kollegialer Entfernung lauschte er unverfänglich dem Gespräch, während seine Augen grau die nähere Umgebung absuchten. Seine Braue zuckte bei irgendetwas, das er aufgeschnappt hatte, er beobachtete Raûl und dann, als er anscheinend genug gesehen hatte, das Zelt hinter Vhenan.

"Wenn einer kocht, mach ich mit!", warf er Raûl hin, ehe er sich löste - es klang für Außenstehende wie eine Forderung, der Naihlar aber würde wissen, es war ein Vorschlag, ein Angebot, sich nützlich zu machen. Malen aber war schon fort; Er hatte Neome erspäht und trat qualmend auf sie zu.

"Hey, Pakata", adressierte er sie, sobald sie Ohr für ihn hatte, "Willst du dein Zelt auch hier aufgeschlagen haben, oder willst du ins Haus?"
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Do Okt 08, 2015 6:22 pm

Bis zum nächsten Sommer?! Vhenans Hoffnung brach in einer gut sichtbaren Reaktionen in ihrem Gesicht in sich zusammen. „Oh. Felszlach.“ Sie war es gewohnt, dass Briefe Ewigkeiten brauchten, um von einem Ort an einen anderen zu gelangen. Man musste sich gedulden und Wochen oder Monate auf Antworten warten, aber diese Ewigkeit erschien ihr gerade doch ein wenig zu lang. Dann kam eine Hintertür ins Spiel.
Aber? Nani horchte auf und musterte Raûl so neutral wie möglich, um keinerlei unnötige Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Sie trat sogar beiläufig einen Schritt näher, wie man es eben so machte, wenn Informationen ausgetauscht wurden, die nicht für andere Ohren bestimmt waren.

Es war im Grunde wenig überraschend, dass der Mahzhak einen eigenen Kurier hatte, immerhin musste er über das Meer einiges koordinieren. Jeder von ihnen hatte doch spezielle 'Kontakte', die hin und wieder nützlich waren.
„Das überrascht mich nicht.“, bemerkte Vhenan mit einem Lächeln. „Danke. Es wird nur ein Brief sein.“ Sie nickte und grinste vor sich hin. Ein Problem weniger. Es blieben noch genug andere.

„Drei bis sechs Wochen sind nicht lang. Wenn du irgendetwas hast, das erledigt werden muss, lass es mich wissen. Ich komm langsam wieder in Schwung.“ Ausgeruht hatte sie sich genug, die körperlichen Wunden waren fast geheilt... Es mochte absurd klingen, aber die Kleine fühlte sich momentan ein Stück weit unsterblich. Die Zweifler hatten sie nicht so einfach umbringen können... was konnte also schon großartig passieren, solange sie sich nicht selbst um Kopf und Kragen redete?

„So... bevor ich hier festwachse such ich den Koch.“ Mit diesen Worten grinste sie Raûl ein letztes Mal an, klopfte ihm im Vorbeigehen auf den Arm und marschierte zielgerichtet los.

„EY! SUPPENKELLE, WO STECKST DU?“, brüllte die kleine Naihlar lauthals über den Platz und suchte nach einer Person, die sich im besten Falle angesprochen fühlte. Am Hof wären wieder alle peinlich berührt in ihre Schockstarre verfallen und hätten sich über die unerhörte Lautstärke aufgeregt, sie gemaßregelt, angezischt und mit einem Blick abgestraft. Die sollten sich mal nicht so anstellen. Aber wer lieber fünf Diener bezahlte, um eine Person zu finden, anstatt einfach ein einziges Mal laut zu rufen, dem war in Nanis Augen nicht mehr zu helfen. Vollkommen ineffektiv. Ihre Gedanken kreisten wieder um eine bestimmte Person, die Ruhe ganz besonders schätzte. Und unverfälschtes Wissen, wie die Kleine glaubte... die Frage war nur, ob Vhenan in der Lage war einen halbwegs passablen Brief zu verfassen, in dem sie die andere Frau nicht schon im zweiten Satz versehentlich beleidigte. Diese fremde Sprache war furchtbar anstrengend, sie wusste nie wann man ein a oder ein e benutze, es hörte sich am Ende doch eh alles gleich an und von der Etikette hatte sie keinen Schimmer. Sie hatte sich nur den Teil vorlesen lassen, der sich mit Konsequenzen befasste, sollte man sich nicht daran halten. Und selbst den hatte sie längst wieder vergessen... Sogar Chattras hatte sich diesen Titel 'Eminenz' verdient. Es klang immer noch falsch und absurd. Aber es war wie es war. Vhenan hatte keine Ahnung wie man diese Dame am Hof anreden sollte und bei den ersten Versuchen den Brief zu verfassen war sie schon an der beknackten Anrede verzweifelt. Sie könnte Jael fragen, aber sie wollte nicht. Sie wollte ohnehin nicht, dass irgendjemand mitbekam was sie hier tat, weil... weil sie selbst nicht wusste in was für Schwierigkeiten sie sich brachte. Vielleicht in keine. Vielleicht in große. Sie hatte keine Vorstellung davon was die Leute am Hof von den 'Ereignissen' hielten, ob ihre Ansprechperson ihr überhaupt helfen würde... vielleicht war es denen vollkommen egal. Vielleicht war Rashid denen auch egal... und selbst wenn die Garde einen direkten Befehl erhielt - wer sagte ihr denn, dass sie sich daran hielten? Eine Person abzustechen war einfach, Unfälle passierten ständig... Sie traute denen nicht und fragte sich wie zur Hölle sie die Wahrheit sagen sollte, ohne Rashid und sich selbst ans Messer zu liefern. Es ging nicht. Und trotzdem musste sie etwas richtig stellen... Sie war es jedem schuldig, der dort verreckt war.

Nani musste einfach Vertrauen fassen, nur ein winziges bisschen. Vertrauen hatte sie den Toria in die Arme gespielt und Vertrauen hatte sie am Ende gerettet. Ohne Vertrauen wäre sie längst tot. Es fiel ihr schwer daraus eine klare Linie abzuleiten. Sie war nur ein Spielball gewesen, der zwischen diesen Parteien umhergereicht worden war und jetzt musste sie selbst ein paar Figuren herumschieben. In der Hoffnung niemanden umzubringen.

„Ey. Hast du den Koch gesehen? Heriirgendwas. Trägt vermutlich eine Robe.“, fragte sie den erstbesten, der ihr über den Weg lief.
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Sa Okt 10, 2015 2:17 pm

Als das Wort an ihn gerichtet wurde, zuckte Adhemar zusammen und die Hand, die auf der Kugel in seiner Gürteltasche ruhte, schoss daraus hervor, wie ein Aal aus einer Felsspalte. Blitzschnell und unbewusst schloss er die Tasche und legte die Hand darauf, während sich sein Blick auf das Gesicht des Fremden richtete, der ihn von oben herab ansah.

Als ihm gewahr wurde, dass er sich gerade verhalten hatte, als habe der Mann ihn bei etwas Unanständigem erwischt, stahl sich ein müdes Grinsen in die Züge des Herzogssohnes und er erhob sich langsam wieder, um seinem Gegenüber den Respekt zu erweisen, ein Gespräch auf Augenhöhe führen zu können.

"Nichts, das nicht wieder vergehen würde und nichts, das dem vergangenen Schrecken auch nur im Mindesten nahe käme."

Nun erst nahm Adhemar sich die Zeit, sein Gegenüber zu mustern. Er schien keiner der einfachen Siedler zu sein, die sich schon vor Ankunft der neuen "Herren" hier befunden hatten. Er schien gleichfalls kein einfacher Bauer zu sein, der sich hier eingefunden hatte, um bei den Umräumarbeiten zur Hand zu gehen. Nun, nachdem er ohnehin beschlossen hatte, dass es notwendig sein würde, sich hier Freunde zu schaffen, die ihn unterstützen würden und ihm nützlich sein konnten, konnte er gleich mit diesem hier anfangen. Wie jedoch eine neue Freundschaft nicht gleich auf einer Lüge begründen? Adhemar entschied sich für einen linguistischen Trick:

"Ich danke Euch für Eure Sorge, guter Mann. Man nennt mich Vayle. Ich bin mit den OShea'd nach Gutenbucht gekommen, um hier für Ordnung zu sorgen und zu helfen, dem Land eine goldene Zukunft zu sichern. Doch wie Ihr seht..."

Adhemar machte eine ausladende Geste, um auf das Sammelsurium an Habseligkeiten und Holzsplittern zu deuten.

"...haben wir noch einen langen Weg vor uns."

Mit einem Blick, von dem Adhemar hoffte, dass er offene und ehrliche Neugier symbolisierte, blickte er den Fremden an, gespannt, was dieser ihm antworten würde.
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Mo Okt 12, 2015 12:24 pm

Heribas sah, dass der Mann schnell etwas in seine Tasche stopfte, dachte sich aber nichts dabei. Offensichtlich hatte dieser sich nicht verletzt, ein Glück. Wenn er heute noch eine Salbe für irgendeinen Tollpatsch anrühren müsste würde er einen Schreikrampf kriegen. Aber Halt!
Der Mann hatte Manieren. Wie erfreulich. Er stellte sich als Vayle vor und gehörte zur Oshead? Wie ein gewöhnlicher Naihlar sah er jedenfalls nicht aus, auch wenn er bevorzugt Schwarz trug, denn es fehlten goldenes Mallo und die schwarzumrändeten Augen. Diese Gombas würden eher Nackt rumlaufen als ohne bemalte Augen und Säckeweise Diebesgut im Haar.

"Herzliche Grüße, Sir Vayle. Heribas Veneficus ist mein Name - erfreut, Eure Bekanntschaft zu machen. Auch ich bin vor zwei Jahren zur Oshead gestoßen. Aber auf diesen irrwitzigen Feldzügen werdet Ihr mich nicht antreffen, ich bin ein Mann des Geistes, nicht des Schwertes. Mitglied der großen Alchemistengilde... ... von Naevi " lag ihm auf der Zunge, aber das ließ er weg, schließlich hatte ihm dieses Detail in der Oshead immer nur Ärger eingebracht. Als ob er was dafür konnte, dass dieser dumme Karg diesen dummen Krieg angefangen hatte.

Es entstand für die Dauer eines Wimpernschlages eine kleine Pause, aber dann fuhr Alchemist fort:"Ich bin vor etwa einer Woche hier gelandet, um mich häuslich einzurichten und nun hat der Statthalter Raûl nach mir schicken lassen. Ihr wisst nicht zufällig, wo ich ihn finde?" In keiner Weise war Heribas mehr anzumerken, dass er dem Mazhak am liebsten ein Abführmittel ins Essen gemischt hätte. Jahrelanges Kratzfüßeln und Wegducken vor mächtigen Persönlichkeiten und Abscheulichkeiten, die einem ohne lang Federlesen verkehrt herum an eine Scheunenwand nageln konnten hatten ihn zu einem herausragendem Lügner gemacht.
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Mo Okt 12, 2015 7:47 pm

Ein Alchimist, benannt in der Alten Sprache. Veneficus... wie subtil. Und Râul hatte nach ihm geschickt. Anscheinend hatte sein Gegenüber schon einen Freund. Es galt also wieder, vorsichtig zu sein. Vielleicht täuschte der erste Eindruck ja auch. Es konnte nie schaden, das Wasser auszuloten.

"Saluto te, Veneficus magister! Spero, nomen tuum omen malum  non est!"

Adhemar blickte sein Gegenüber durchdringend an und versuchte dabei, in dessen Gesicht Spuren des Verstehens oder der Verwunderung zu erkennen, schließlich mochte es sein, dass ein Anderer dem Mann einen Streich gespielt hatte, als er ihn benannte, in manchen Gilden war es Usus, dass der Meister dem Lehrling nach Abschluss der Lehrzeit seinen Gesellennamen gab. Vielleicht hatte dieser einen besonders humorvollen Meister gehabt. Oder aber Herr Heribas fühlte sich seiner so sicher, dass er die ganze Welt darauf stoßen wollte, was er war, in der vermessenen Annahme, dass außer ihm niemand in der Lage war, die Alte Sprache zu verstehen. Nun, Adhemar hatte seine Warnung ausgesprochen, verpackt in freundliche Worte. Herzlich lächelnd blickte er sich kurz suchend um, nachdem er den Statthalter jedoch nicht sogleich erblickte, wandte er sich wieder an den Alchimisten:

"Nun, Herr Heribas! Euer Freund ist derzeit ein vielgefragter und hochbeschäftigter Mann. Man sieht ihn dort und hier umherrennen und Worte in alle Himmelsrichtungen jagen, es ist mir wirklich ein Rätsel, wie der Gute es anstellt, hier den Überblick zu behalten.

Hier herinnen scheint er jedenfalls nicht zu sein, aber wenn Ihr gestattet, dann werde ich Euch nach draußen an die frische Luft begleiten, zwei Augenpaare sehen mehr als eines und es wäre doch gelacht, wenn wir ihn mit vier Augen nicht schneller finden, als er Euch mit einem!"


Adhemar klopfte sich den Staub aus der Kleidung und griff nach seinem Bündel. Er war sehr gespannt auf das, was Râuls Züge verraten würden, wenn er erkannte, dass ein Anderer davon wußte, dass er nach einem Alchimisten mit Namen Veneficus geschickt hatte.
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Di Okt 13, 2015 12:50 pm

Heribas zog die Augenbrauen hoch, erstaunt dass sein Gegenüber den alten Scherz, den sich sein Meister bei seiner Namensgebung vor über 3 Jahrzehnten erlaubt hatte, verstand. "Strepitus et nebula ista sunt nomina, Sir Vayle. Ein alter Alchemistenscherz." er lächelte breit und deutete eine Verbeugung an: "Über die Auswirkung meines Handwerks braucht Ihr Euch keine Gedanken machen. Aber wie immer gilt: Die Dosis macht das Gift."  
Tatsächlich konnte er mit den richtigen Zutaten und etwas Vorbereitung immensen Schaden anrichten. Zumindest früher. Hier war ja alles von diesen verdammten Elementen erfüllt und machte nötig, vollständig neue Rezepturen auszuarbeiten, da die komplexen Wechselwirkungen der Elemente der Zutaten selbst die einfachsten Tinkturen verstärken, abschwächen, neutralisieren oder sogar ins komplette Gegenteil verdrehen konnte. Das war einerseits interessant, da es eine vollständig neue Herausforderung an den Forscher in ihm war, aber es machte ihn auch verrückt, dass er bei jedem noch so einfachem Rezept aufpassen musste, dass das Ergebnis stimmte oder er sich bei der Zubereitung nicht verletzte, weil ein Substrat mit Aqua's Spuren sich vielleicht darüber mokierte, beim Erhitzen zu sehr mit Ignis konfrontiert zu werden. Die Alchemie in Mythodea war viel lebendiger geworden... so wie kleine, launische Kinder lebendig waren, bei den Weltenlenkern!

Heribas zeigte sich erfreut über das Angebot von Vayle, ihn bei der Suche nach Raûl zu unterstützen und gestattete sich ein dezentes Kichern über den "Vier-Augen-sehen-besser-als-Eines" Scherz. "Oh, das ist sehr zuvorkommend von Euch. Geht bitte voran."


Zuletzt von Heribas Veneficus am Mi Okt 14, 2015 4:19 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Ankunft in Shäekara
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