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 Ankunft in Shäekara

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Vhenan
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Di Okt 13, 2015 6:55 pm

Niemand hatte diesen Glimp gesehen. Hatte der Alchimist sich in die Luft gesprengt? Wäre sicher nicht das erste Mal. Wenn Nani zurückdachte und sich an die 'Zauber' erinnerte und Rituale, die Chattras durchgeführt und allesamt vermurkst hatte, dann war die Hoffnung gering einen Alchimisten mit intakten Augenbrauen zu finden. Vielleicht sollte sie nach jemandem Ausschau halten, der keine Haare mehr auf dem Haupt trug. Sie tat es, fand aber niemanden, auf den die selbst erdachte Beschreibung zutraf.

„Hm.“ Sie drehte sich einmal im Kreis und war bereits jetzt innerlich genervt. Scheinbar hatte sie unter anderem ihre Geduld in Kelriothar verloren und musste sie erst wiederfinden.
„Immer diese Naeviten. Vermutlich sitzt der im nächsten Busch und sammelt Gestrüpp für irgendwelche Pasten.“, grummelte sie vor sich hin und wanderte mit schepperndem Mallo am Körper weiter.

„Ey. Naevit!“, rief sie weiter und sah sich um. Irgendjemand musste doch reagieren. Es gab doch hier nur einen. Leider. Mittlerweile fand sie es sogar schade, dass Chattras nicht mitgereist war. Dass sie diesen Kowa mal vermissen würde, hätte sie vor einigen Jahren auch nicht gedacht, als sie sich noch in regelmäßigen Abständen gegenseitig hatten umbringen wollen.

Wie lockte man einen Alchimisten an? Nani grinste kurz und rief dreist: „Es gibt Reis umsonst.“
Vermutlich würde darauf auch niemand reagieren, aber man konnte sich ja ein wenig über diesen Kräuterkram lustig machen. Obwohl die Naihlar dem Mischen von Giften und anderen Betäubungsmitteln allgemein natürlich absolut nicht abgeneigt war. Aber bei einem Naeviten war das aus Prinzip etwas anderes.
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Neome
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Mi Okt 14, 2015 12:38 am

"Und was soll das heißen, so funktioniert das nicht?"
Schon war Neome mit einigen Bewohnern ins Gespräch geraten, die sich von ihr ablenken ließen, oder vielleicht war es umgekehrt.
"Es heißt, dass es so nicht funktioniert. Ihr wollt etwas über euch selbst wissen, aber wenn ihr mich dann fragt, darf es keine Frage sein wie die, die ihr gestellt habt."
"Also kannst du mir nicht sagen, was ich denke?" Aus der Gruppe Männer waren die meisten misstrauisch und im Hintergrund, und einer, der vorlaut war, stand ganz vorn und redete.
Neomes Lächeln rang sich Geduld ab.
"Es ist nicht das, worum es geht. Frage dich einmal, ob die Sache, so wie du sie angehst, einen Nutzen hat. Du stellst mir eine Frage, zu der du die Antwort bereits selbst kennst. Überlege dir, ob es nicht hilfreicher sein könnte, eine zu stellen, deren Antwort dir unbekannt ist."
"Naja halt Moment! Das ist ja auch erstmal nur ein Test!"
In dem Moment schaltete sich Mallo ein. Neome wandte sich ab und war womöglich, auch wenn es nicht deutlich zu erkennen war, für einen Moment beinahe dankbar.
"Ein Haus, eine Jurte, es ist mir gleich, solange es warm ist. Aber wenn wir den Ort nicht verlassen, ist auch das Haus Recht. Soll unsere Unterkunft ruhig Wurzeln schlagen, solange wir es tun. Wenn wir reisen, können wir im Zelt schlafen. Ob du frei bist oder gebunden hängt nicht davon ab, ob dich Holz oder Stein umgibt oder etwas anderes, solange es eine Tür oder ein Fenster gibt. Also wer will im Zelt schlafen?"
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Heribas Veneficus

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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   So Okt 18, 2015 11:18 am

Heribas hörte das Rufen, herablassendes Getöse, eine Frauenstimme, garantiert eine aufgeblasene Naihlar, vielleicht eine Chirya, eigentlich war es fast gleichgültig. Wertschätzung hatte er nicht erwartet, wenn er hierherkam, und diese Schmäh bestätigte sein Weltbild, deren einzige Außnahme bisher Ceres gewesen war. Reis. Reis. Als ob er Reis benötigen würde. Er legte Vayle entschuldigend eine Hand auf den Unterarm und ging dann um die zwei Ecken, um zum Ursprung des Lärmes zu gelangen. 

Da stand diese kleine Göre, Vehnan, mit dem Rücken zu ihm. Sie hatte ihn noch nicht gesehen und einen Moment lang überlegte er, wieder lautlos zu verschwinden. Nein, einen ganz kurzen Moment lang dachte er sogar darüber nach, sie umzustoßen und ihr eine Abreibung zu verpassen, aber die Kleine hatte immer irgendwo ein Messer und er hatte keine Lust, sich einen schlimmen Stich einzufangen. Außerdem hielten diese selbstverliebten Gombas zusammen wie  Pech und Schwefel und er wollte es sich nicht gleich mit der Hälfte von Oshead zu verscherzen, bloß weil das Großmaul hier ihn zu reizen versuchte.

"Chattras ist nicht hier, Nani. Er ist bestimmt wieder in seiner Magierzuflucht. Ich hingegen kann mit Reis nicht viel anfangen." Wie alle Ortacler hegte auch Heribas eine tiefe Verunsicherung in Sachen Magie, da man schon Kinderreime in der alten Heimat hatte, wie mit Menschen mit der "Gabe" zu verfahren sei. Einmauern. Schnell einmauern, bevor sie wahnsinnig wurden und alles vernichteten.
Auch wenn er bedauerte, der einzige Naevi hier zu sein, so war es ihm hier fast lieber, dass Chattras nicht hier war, zumal er ohnehin geistig instabil schien.
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   So Okt 18, 2015 1:03 pm

Es reagierte tatsächlich jemand? Erschrocken über die plötzlich ertönende Stimme und verwundert zugleich drehte sich Vhenan nicht ohne kampfbereite Anspannung um und glotzte dem Fremden entgegen. Nur dass er kein Fremder war. „Heribas?!“ Ihre Augen wuchsen und drückten deutliche Überraschung aus. Sie entspannte sich wieder.
„Du?“, fragte sie ein weiteres Mal stumpf und glotze den Kerl nur passiv an. Was wollte der denn hier? Kochen konnte er allerdings tatsächlich, das musste sie bedauerlicherweise zugeben. Ihn hatte sie hier dennoch als letzten erwartet.

Die kleine Naihlar lauschte den Worten des unfreundlichen Alchimisten und schmunzelte am Ende hin sichtlich amüsiert. Soso, er konnte mit Reis nichts anfangen?
„Und dennoch hat dich der Reis angelockt, hm?“, stellte sie belustigt fest. Heribas konnte sagen was er wollte, ihr dummer Plan war aufgegangen! Er war hier.

Jetzt da sie wusste wer der Kräutermischer war, bot es sich natürlich noch mehr an ihm auf die Nerven gehen zu wollen. Sie hatte in der Gefangenschaft nichts anderes getan, als rebelliert so gut es ging. Wenn jemand anderen auf den Sack gehen konnte, dann Nani und wenn die grauen Drachkaod sie schon umbringen wollten, hatten sie sich gefälligst anstrengen müssen. Es hatte auf eine verquere Weise funktioniert, selbst wenn Vhenan wusste, dass sie die nächsten zwei Tage dort ohne Hilfe nicht überlebt hätte. Es war knapp gewesen. Und dieses Verhalten abzulegen war schwer und in ihren Augen noch nicht sicher. Außerdem war es ja nur ein Naevit... was kümmerte es sie? Sie müsste später nur genauer aufpassen, ob der Kräuterkauz sich an ihrem Teller verging. Aber das Risiko würde sie wohl eingehen.

„Raûl sucht dich. Du sollst mit dem Kochen anfangen... Vielleicht sollte ich ihm sagen, dass man dich mit Reis im Handumdrehen anlocken kann.“, provozierte sie ihn weiter und verbarg kein Stück, dass sie Spaß daran hatte.
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Heribas Veneficus

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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   So Okt 18, 2015 7:22 pm

Heribas nickte, lächelte und zeigte mit keiner Miene, dass ihn die Worte von Vhenan verletzten.
"Ja, ich habe schon gehört, dass Iro Gnaden meiner Fachkunde bedarf. Ein Jammer, dass es nur meine Kochkunst ist und nicht ein Rezept für ein Antidot oder einen lebensrettenden Heiltrank. Aber ich bin immer bereit, mich für die Gemeinschaft nützlich zu machen." Sein Lächeln war jetzt unnatürlich breit und wirkte nicht sehr echt. Für Vhenan hatte er gerade nicht allzu viel Sympathien übrig. Sie war offenbar in der Stimmung nach einem verbalen Schlagabtausch und der Alchemist würde ihr diesen Wunsch gerne erfüllen.
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   So Okt 18, 2015 7:59 pm

„Heiltränke sind vielleicht notwendig wenn die erste Werft steht.“
Beim Schiffbau konnte allerhand geschehen. Holz, Hämmer, Äxte und linke Hände waren gefährlich. Das alles lag aber noch in ferner Zukunft. Im Hier und Jetzt wunderte sich Nani immer noch über die Anwesenheit des heuchlerisch grinsenden Alchimisten. Sie hatte ihn während des einen gemeinsamen Feldzuges geduldet, aber nie richtig akzeptiert und so wenig wie möglich mit ihm gesprochen. Er war in ihren Augen noch immer nur ein Gast inmitten der Gemeinschaft.

„Was verschlägt dich hierher? Hast du uns vermisst?“ Sie lächelte ebenfalls unehrlich. Es würde sie wundern, wenn er es bejahte.
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Heribas Veneficus

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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   So Okt 18, 2015 10:30 pm

Heribas runzelte die Stirn, als würde er kurz nachdenken:"Oshead. Shäekara. Dies wird, aus Ermangelung vernünftiger Alternativen, meine neue Heimat sein. Das beinhaltet einige Unannehmlichkeiten, aber was will man machen. Manchmal kann man es sich eben nicht aussuchen, nicht wahr?" Heribas lächelte weiter, obwohl ihm eher zum Heulen zumute war. Tatsächlich hatte er nichts als die Wahrheit gesagt und schimpfte sich bereits einen Narren, so ehrlich gewesen zu sein und sein echtes Unbehagen auch offen ausgesprochen zu haben. "Reiß Dich zusammen verdammt! Keiner will Dich umbringen. Das ist Meilen besser als all die Jahre zuvor!" Heribas raffte sich und sein Lächeln verflog. "Unser neuer Herr benötigt meine Dienste. Wenn Du mir sagen könntest, wo ich ihn finden kann, dann wäre ich Dir sehr verbunden." Vhenan hatte nie einen großen Hehl daraus gemacht, dass Sie Authoritäten ablehnte. Das brachte sie weiter weg von Raûl und näher zu Heribas und das würde ihr gar nicht gefallen. Gut so.
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   So Okt 18, 2015 11:32 pm

Leider hatte Heribas in diesem Moment Recht und Vhenan war bei diesem Thema nicht willig ihm zu widersprechen. Vermutlich zählte er sie auch zur Masse der Unannehmlichkeiten... und es war ihr egal. Das ging nicht nur ihm so und die Naihlar war sogar sehr stolz darauf. Wenn man keine Feinde hatte machte man doch irgendetwas falsch.

„Nein... das kann man sich nicht aussuchen.“, antwortete sie leiser und musterte Heribas einen Moment lang ernster, bevor sie lauter weitersprach. „Man ist nirgendwo sicher. Hier ist es genauso gefährlich wie in Ortac. Vielleicht ist Karg sogar das kleinere Übel.“ Nanis Übermut verflog und ihr provokantes Lächeln nahm ab, bis nur noch ein bitteres Schmunzeln übrig war. Die Kleine war sich nicht mehr sicher, ob es nicht ein Fehler gewesen war zu gehen. Andererseits schien die ganze Welt aus Krieg zu bestehen. Wo man ihn ausfocht und für wen war doch am Ende egal, solange es einen persönlich irgendwie berührte. Irgendwann war jeder einmal am Arsch und ging über die Planke. Das war der Lauf der Dinge. Wenigstens hatten sie vorher viel erlebt und hätten im Leben nach dem Tod bei einem Fässchen Rum etwas zu erzählen. Wo auch immer man dann war...

Der Alchimist riss sie wieder aus ihren Gedanken und Nanis Augenbrauen flogen skeptisch nach oben.
„Nenn ihn nicht so, das steigt ihm sonst zu Kopf.“ Und ihr missfiel es tatsächlich. Herr. Unser Herr. Unsinn!
„Er ist der Mahzhak, das ist ein Unterschied.“, stellte sie bockig klar. Auf dem Schiff galt das Wort der oder des Pakata und dann kamen alle anderen. Auch dann erst der Mahzhak. Nani musste sich tatsächlich erst noch irgendwie damit arrangieren, dass er an Land auch etwas zu sagen hatte. Es kam auch immer darauf an was und wie er es sagte. Wenn es ihr nicht gefiel würde sie meutern, ganz egal wer er war.

„Raûl ist dahinten.“ Sie nutzte bewusst nur den Namen, nicht den Rang und deutete in eine Richtung. „Ich begleite dich. Vielleicht braucht die... Gemeinschaft“, äffte sie ihn nach, „ja noch mehr helfende Hände.“ Mit Messern konnte sie umgehen, ein wenig Zeug Kleinhacken wäre annehmbar. „Mallo hat angeboten zu helfen.“, erwähnte sie noch und setzte sich in Bewegung, um Heribas zu Raûl zu bringen. Sie schwieg einen Moment und musterte den Alchimisten berechnend von der Seite, während sie lief.

„Ich geb dir einen Rat umsonst... ausnahmsweise... Leg dir einen Seelenstein zu. In Ortac war es egal, hier auf Mythodea war es das bis vor einiger Zeit auch noch... aber die Zeiten ändern sich hier schnell.“
Auch wenn sie Heribas nicht sonderlich mochte, so wünschte sie ihm nicht, dass er den Zweiflern in die Hände fiel und nichts mehr von ihm übrig blieb als bloße Erinnerungen in den Köpfen anderer Leute.
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Heribas Veneficus

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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Mo Okt 19, 2015 1:25 pm

Heribas Lächeln verschwand, als Vhenan die Behauptung aufstellte, Karg wäre vielleicht eine bessere Alternative als die Spiegelwelt. Ein Schatten fiel ihm über das Gesicht, als er sich entsann, wie die einstmals so großartige Zivilisation Naevi unter Kargs Griff zerbrochen war, der Exodus der Fliehenden, die zu den Chirya wurden, die Verfolgung und das jahrelange Verstecken vor dem neuen Machthaber und seinen Getreuen bis zu dem Punkt als ... Etwas die Türe seiner Zuflucht eingetreten hatten und er mit nur dem, was er am Leibe hatte, fliehen musste. Ganz weg aus dem Land, in dem er stolz gearbeitet hatte, zerfallen die Gemeinschaft der Gilde, die sein ganzer Lebensinhalt gewesen war. Geächtet vom Rest der Überlebenden, weil er es so lange dort ausgehalten hatte. Unterstellte man ihm, er hätte kollaboriert, hätte es nur so lange geschafft, weil er Karg und seine Spießgesellen unterstützt hätte. So viel unhaltbare Vorwürfe von Menschen, die nicht wissen wie es gewesen war. Die ganzen Jungen, die sich gar nicht mehr daran erinnern konnten, dass Naevi und Chirya ein und dasselbe Volk gewesen waren. So Falsch das alles. Er schüttelte den Kopf:"Nein, Karg ist sicher kein kleineres Übel." Vielleicht - in ferner Zukunft - würde er jemanden davon erzählen. Vielleicht sogar Vhenan, wenn sie sich ernsthaft dafür interessierte. Doch das war sicher nicht die rechte Zeit dafür. Also sagte er nichts mehr dazu.

Vhenans Ausbruch über Raûls Rolle in der Stadt vertrieb die Schreckgespenster der Vergangenheit und lenkte sie wieder auf aktuelle Themen.
"Er ist nicht nur Mazhak, Vhenan. Er ist Statthalter von Gutenbucht. Er ist Recht und Gesetz, Richter und Henker zur gleichen Zeit. Und wir sind seine Subjekte, solange wir hier leben. Er ist zwar gebunden an das Reichsrecht, aber die Auslegung der doch recht vagen Gesetze obliegt ihm und solange er dem Archon seine Steuern zahlt und keinen Aufstand provoziert, wird Karl Weber sich nicht für die Belange von uns interessieren. In Angelegenheiten der Oshead mag er sich der Pakata unterordnen, aber gegenüber dem Reich hat er das Sagen. Zumindest bis Neome im Hofe als Lehensherrin bestätigt wurde. Das würde beide... bestenfalls ebenbürtig machen."
Er spitzte den Mund und ließ das so im Raum stehen. Mit Recht und Gesetz kannte er sich zur Genüge aus. Und auch, wie die Mächtigen dachten. Nur so hatte er lange genug überleben können.

Er hörte Vhenan's Angebot, ihn zu Raûl zu begleiten und sogar etwas mitzuhelfen. Zum ersten Mal schien sein Lächeln ehrlich zu sein: "Bestimmt wird es etwas zu helfen geben, Vielen Dank." er drehte sich um und nickte Vayle zu:"Ich finde mich zurecht, habt Dank für Euer Angebot. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr aber gerne mitkommen." dann eilte er sich, der Kleinen zu folgen.

"Einen Seelenstein? So wie die Seelenbehältnisse der Elfen? Ich wusste gar nicht, dass... Nicht-Elfen so einen Stein haben dürfen." er grübelte, dann stellte er fest, dass er einen Denkfehler gemacht hatte. "Gold hat angeboten zu helfen." war unlogisch. Mallo hieß ja nicht unbedingt Gold, sondern Lora. Mallo war eher gleichzusetzen mit Stand, Reichtum, Ansehen. Bei den Naihlar eben das Gebamsel im Haar und an Armen, Beinen, überall. Dann fiel der Groschen:"Und diesen Mallo musst Du mir vorstellen." Sicher noch ein Naihlar. Die Weltenlenker hatten kein Erbarmen...


Zuletzt von Heribas Veneficus am Mo Okt 19, 2015 5:31 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Adhemar

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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Mo Okt 19, 2015 4:04 pm

Noch ehe Adhemar es sich versah, schien seine neue Bekanntschaft, die doch gerade erst ihr Interesse an Râul bekundet hatte, mit einem Male größeres Interesse an lauten Rufen, die belanglose Informationen verkündeten, zu entwickeln. Möglicherweise waren seine Hirnwindungen ja durch das Planschen in zweifelhaften Flüssigkeiten ja etwas desolat, auch wenn das zunächst nicht den Eindruck gemacht hatte. Doch da er die Stimme sehr wohl kannte, ohnehin nichts Besseres zu tun hatte und nebenbei auch nicht unerheblich an ihrem Geisteszustand interessiert war, konnte dieser ihn doch um Kopf und Kragen bringen, beschloss Adhemar, dem entschwindenden Alchimisten zu folgen.

Die Szene, die sich vor seinen Augen und Ohren abspielte, war gleichermaßen aufschlussreich, wie verwirrend. Es schien eine gewisse Spannung zwischen dem Mädchen und Heribas zu herrschen, wenngleich man das aufgrund der im Allgemeinen gänzlich nicht vorhandenen Manieren der Nahilar nie sicher sagen konnte.

Des Weiteren schien Heribas dem neuen Statthalter durchaus nicht so geneigt zu sein, wie Adhemar das befürchtet hatte. Dieser schien ihm jedoch so weit zu vertrauen, dass er ihn die ganze Siedlung bekochen lassen wollte, was, wenn Veneficus gelogen haben sollte, was seine Profession betraf, sehr wohl zu einem unrühmlichen und aprupten Ende aller Siedlungspläne der Oshead führen konnte. Interessant war auch, dass auch Heribas sein Leben hier wohl nur notgedrungen gewählt hatte, unzufriedene Männer konnten kurzfristig durch schöne Versprechungen zu willfährigen Handlangern werden.

Auf Heribas' Anrede hin nickte Adhemar diesem zu und sprach:

Ich begleite Euch gerne, ich muss mit dem...

er zögerte kurz wegen des ungewohnten Wortes, fuhr dann aber tapfer fort:

Mastsack ohnehinüber meine Unterbringung sprechen.

Als das Gespräch auf die Seelensteine kam, zuckte Adhemars Hand erneut an seinen Gürtel. Bald würde es soweit sein.
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Mo Okt 19, 2015 6:40 pm

Recht und Gesetz... Vhenan schien wenig beeindruckt von Heribas' Worten. Er sagte ja selbst, dass die Auslegung Raûl überlassen war. „Er ist ein Gomba. Vergiss das nicht.“ Naihlar hatten ihre eigene Sichtweise auf Recht und Ordnung. Wer beim Glücksspiel betrog und unentdeckt gewann hatte es sich verdient. Dies galt weit über die Grenzen des Würfeltisches hinaus. Sicherlich nicht für jeden Naihlar, und sie hatte keine Ahnung wie Raûl diese neuen Angelegenheiten handhabte, aber sie hatte Vertrauen in ihn, dass es hier nicht zu anständig zugehen würde. Das war doch gar nicht ihre Art. Allerdings war der Kleinen auch klar, dass es mehr Regeln geben würde als ihr gefiel. Heribas hatte nicht Unrecht.

„Ich bin kein Subjekt!“, betonte sie angesäuert und funkelte ihn wütend an. Was redete der hier? Sie war im letzten Mond eins gewesen und würde nie wieder eins werden. Nicht ohne Gegenwehr. Niemals. Wenn es ihr Ärger einbrachte, dann sollte es so ein.

Sie lief voran und zeigte den beiden Männern den Weg. Vayle nervte die Kleine allein schon durch seinen natürlichen Gesichtsausdruck. Mastsack? Innerlich amüsierte der Versprecher sie ein wenig, aber nach außen hin warf Nani dem Kerl nur einen vielsagenden Blick zu. „Mach dich nochmal lustig, dass wir deine alten Worte nicht verstehen.“ Er hatte es zwar versucht, war aber kläglich gescheitert. „Was passt dir denn jetzt wieder nicht?“, grummelte sie in der Gewissheit, dass er wieder irgendetwas auszusetzen hatte. Der Kerl schien nie zufrieden. Sie schüttelte nur den Kopf und griff das alte Gespräch wieder auf.

„Wie die Seelensteine funktionieren weiß ich nicht.... die Elfen teilen sie mit jedem, der einen wünscht... tu's einfach.... wenn du ihn nicht brauchst, umso besser.“, riet sie Heribas noch einmal unverbunden. Es war seine Entscheidung. Sie selbst hatte Chattras vor einem Jahr noch belächelt und jetzt hatte es sie in den Arsch gebissen. Wenn sie dort gestorben wäre, wäre nichts mehr übrig gewesen... so wie nichts mehr von Mira übrig war. Ein Schatten legte sich auf ihr Gesicht, als sie an die andere Frau dachte. Nani hätte alles getan, um ihr zu helfen, hätte nach der Rettung dafür sorgen können, dass der Stein sicher durch das Portal gebracht wurde. Aber Mira hatte keinen Stein gehabt. Und jetzt war sie tot.

„Tu's einfach.“, wiederholte sie mit fester Stimme und lief schneller voran. Sie spürte wieder diese Wut in sich aufsteigen, die aus purer Hilflosigkeit geboren war. Warum war nicht jemand anderes dort gewesen? Warum hatte Vhenan ihre Bitte erfüllen müssen? Warum hatte Mira nicht einfach durchgehalten? Es war ein selbstsüchtiger Wunsch, nicht mehr zu ändern und es tat weh.

„Da vorne ist er.“ Nani hatte Raûl erspäht und lief mit trübem Blick auf ihn zu. „Eure Stadthalterlichkeit.“, sie verbeugte sich in verhöhnendem Spott. „Ich präsentiere wie gewünscht die Suppenkelle. Heribas mit Namen. Und...“ Sie erhob ihren Oberkörper wieder und zeigte mit dem Daumen in einer halbherzigen Geste auf Vayle. „...den Griesgram. Den hab ich zufällig gefunden. Zwei zum Preis von einem.“, machte sie sich lustig und brachte vermutlich jetzt alle drei Männer gegen sich auf.

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Raûl
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Di Okt 20, 2015 12:12 am

Raûl hatte gerade mit einem halben Dutzend Matrosen rumgehandelt, die mehr Entlohnung für die Entladung des Schiffes wollten, da tauchte Vhenan auf. Ihm war der Kopf zu voll für subtile Sticheleien, deshalb überhörte er ihre spitze Bemerkung über sein Amt und mehr oder weniger Würden:"Danke, Nani, ihn habe ich gesucht." Er legte Heribas eine Hand auf die Schulter und nahm ihn gleich in Beschlag:"Ich habe mir sagen lassen, dass Ihr ein Mann seid, der weiß, wie man ein gutes Mahl auch für eine größere Gruppe an Menschen zubereitet?" 
Heribas war immer etwas steif, wenn er mit Leuten zusammentraf, die sein Bedürfnis nach körperlicher Distanz ignorierten. Er lehnte sich möglichst weit von der freundlichen Geste weg, ohne sich jedoch ganz zu entziehen und meinte nur:"Ach, sagt man das?" 
Der Mazhak merkte entweder nicht, dass diese Nähe dem Alchemisten unangenehm war oder er ignorierte es absichtlich aus dem einen oder anderen Grund:"Wenn die Pakata das sagt, dann glaube ich Ihr dass. Weil Ihr könntet den Tag retten und der Oshead in dieser Angelegenheit einen großen Dienst erweisen." 
Heribas zog die Augenbrauen hoch und blieb trocken:"Ich soll der Oshead ein Süppchen kochen, ist es das?
Aber Raûl schüttelte den Kopf:"Nicht für uns. Für die Gutenbuchter, in unserem Namen. Ich würde nicht sagen, dass es mir völlig gleich ist, was wir essen. Aber wir sind alle groß und können für uns selbst sorgen. Doch die Anwohner hier fühlen sich vielleicht von uns bedroht und ein ordentliches Essen und einen guten Umtrunk mögen sie eher milde stimmen. Das könnte entscheidend sein, wie gut wir mit den Menschen hier anknüpfen können und wie schnell wir im Bau der Werft und der Wohnhäuser hier voran kommen. Es hängt also viel von Euch ab." Raûl nahm die Hand von Heribas Schulter und trat einen Schritt zurück. 
Der Alchemist runzelte die Stirn und legte den Kopf schief:"Ich soll für alle Kochen? Ich meine hier leben über zwölf Dutzend Menschen, die Oshead nicht eingerechnet." Der Mazhak nickte nur und machte einen "ich-weiß-es-ist-viel-verlangt" Blick, der überraschend sympathisch wirkte. Heribas hielt seine leeren Hände hoch:"Dazu benötige ich Helfer und entsprechende Ressourcen.
Der Mazhak zeigte auf eine Ecke der Lagerhalle:"Alles da drüben. Die Mitglieder der Oshead werden Dir helfen. Es ist in unser aller Interesse." 
Heribas deutete mit dem ausgestreckten Finger auf Nani, sprach aber weiter zu Raûl :"Aber auf deine Anweisung hin. Nachher kommen die Anderen noch auf die Idee, dass ich Ihnen dafür auch noch was schuldig bin." Klar hatte Heribas damit Vhenans Angebot mitzuhelfen eigentlich in ein Helfen-müssen umgewandelt, aber da sie selbst auch nicht gerade zimperlich austeilte, würde sie das sicher verkraften können.
Raûl nickte Vhenan zu und sprach sie direkt an:"Du wirst den anderen doch sicher gegenüber bestätigen, dass es mein Wunsch ist, ihm dabei zu helfen? Damit die Oshead einen guten Einstieg hier hat?"

_________________
IT:  Raûl Mazhahk ân Oshead
Zweitchar: Heribas Veneficus
OT: Felix


Zuletzt von Raûl am Do Dez 03, 2015 6:10 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Di Okt 20, 2015 12:02 pm

Natürlich hörte Vhenan neugierig mit beiden Ohren zu, als Raûl Heribas seine zukünftige Aufgabe erklärte. Es war eine Menge Arbeit, unbestritten. Für jemanden, der kochen konnte, mochte es einfacher sein als für den Rest. Nani selbst versagte hochgradig bei der Dosierung von sämtlichen Zutaten. Sie konnte eine 'Prise' nicht von einem 'Löffel' unterscheiden und hatte sich in Kelriothar selbst in angenehme Sphären versetzt, weil sie die spezielle Zutat in ihrem Tee viel zu großzügig ausgelegt hatte. Drei Tropfen oder ein ordentlicher Handschwenk... sie hatte keinen Unterschied gesehen und am Ende nur noch eine fliegende, bunte Rotte und einen schlafenden Drachen. Sie würde das Mahl allein durch die Wahl der falschen Gewürze sabotieren. Und das als Tochter eines Händlers, der unter anderem Gewürze an den Mann brachte! Sie hatte sich eher den zu verkaufenden Textilien und Geschichten zugewandt und die Kochnische anderen überlassen. Jedenfalls als abschmeckender Koch. Helfende Hände bedurfte es bei der Menge an zu versorgenden Mündern trotzdem. Das könnte sie leisten. Ihr gefiel nur der Unterton nicht, den Raûl bei seiner unausgesprochenen 'Bitte' in den Worten herantrug.

Würde sie das bestätigen? Ihre blauen Augen musterten den Mahzhak abschätzend, legten sich für einige Augenblicke prüfend auf Heribas und flogen zurück zu Raûl. Bei den beiden musste man wirklich aufpassen. Natürlich wollte sie einen 'guten Eindruck' machen. Allein um eine Basis für ihre Gruppe zu schaffen. Die Frage, die sie sich gerade stellte war wie viel Profit Raûl allein daraus zog. Er tat es für Oshead, aber auch, um seine eigene Machtposition zu stärken. Wenn jemand diese Gedanken in den Vordergrund gerückt hatte, dann Heribas, der lieber Befehle entgegen nahm, als frei zu sein, um sich so vor neuen Schuldscheinen zu schützen. Nicht unbegründet... wenn sie hier tonnenweise Gemüse kleinhackten, hätte Nani sicherlich irgendwann genervt eine Entschädigung gefordert. Und sie wäre nicht allein damit. Der Kräuterkauz schien genau das zu ahnen und baute sich direkt eine untertänige Kriecherposition auf. Er hatte vor einigen Worten deutlich gemacht, dass er sehr wohl verstand wie die Hierarchie hier funktionierte und schon schmierte er dem Stadthalter Rum um den Mund, der gleich darauf ansprang.

Nani zögerte noch und tippte nachdenklich mit einem Fuß auf den Boden. „Hmm...“
Sie war misstrauischer geworden, auch ihren Freunden gegenüber. Sie hatte Jael sogar unterstellt, dass er diesen diesen Brief, der nie ankam, gar nicht erst geschrieben hatte und sich nur herausreden wollte. Und sie war sich nicht sicher, ob sie nicht tatsächlich doch Recht hatte. Das wusste nur er. Und vielleicht Mallo. Aber der bohrte auch nie zu tief...

Die Nailar sah sich um, ließ ihren Blick nachdenklich über das Dorf schweifen. Über ihre Freunde und die Fremden. Sie wusste was zu tun war, aber... nicht unter diesen Bedingungen. Wenn die Herren ihre Spielchen spielen wollten, dann würde sie einsteigen. Das Kupfer lag auf dem Tisch.

„Ich bestätige gar nichts.“, antwortete sie ernst. „Wenn es dein Wunsch ist, dann sag es direkt und behaupte nicht nur du hättest es gesagt.“, forderte sie von Raûl.
„Dann kann ich ihm folgen... Weil ich es will. Weil es wichtig für uns alle ist. Nicht, weil du“, sie deutete mit ausgestrecktem Finger auf Raûl, „mir einen Befehl erteilst oder damit du“, ihr anklagender Finger richtete sich gegen Heribas, „ihm in den Arsch kriechen kannst.“ Sie musterte beide Männer eindringlich. „Verstanden?“ Sie ließ ihren Finger wieder sinken und nickte.

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Raûl
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Mi Okt 21, 2015 3:30 pm

Raûl hob beide Hände, Handflächen nach oben in Richtung Vhenan , so wie die Naihlar traditionell grüßten um damit symbolisch anzudeuten , dass er keine Waffe hielt und grundsätzlich keine böse Absicht hegte:"Ich danke Dir, wenn Du mir hilfst. Ich bin auf deine Hilfe angewiesen." Er erweiterte die Geste um alle einzuschließen, Heribas wie auch Vayle. "Ich bin auf euer aller Hilfe angewiesen. Zu guter Letzt kommt es auch uns allen zu Gute.  Heute Abend soll ein ordentliches Festmahl aufgetragen werden und ich lege es in Heribas fähige Hände, dass es gelingt. Ich selbst besitze die Fähigkeit nicht. Es ist mein Wunsch, nicht mein Befehl, dass er dabei unterstützt wird und es soll niemand dadurch ein Schaden entstehen."
Er ließ nach dieser fast schon formellen Ansprache die Hände wieder sinken. Entweder würde das jetzt genügen oder nicht.

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IT:  Raûl Mazhahk ân Oshead
Zweitchar: Heribas Veneficus
OT: Felix
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Heribas Veneficus

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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Mi Okt 21, 2015 3:46 pm

Heribas war es nicht gewohnt, dass ein Herrscher ihn bat. Er war es gewohnt, dass man ihn anwies, befahl, anschrie oder mit Folter oder Tod bedrohte. Er blinzelte verwirrt zweimal, dann nickte er. "Gut genug für mich." Nanis Bemerkung über das Arschkriechen ließ er völlig unbeachtet Links liegen, hatte er sich dazu entschieden, auf ihre kindische Streitsuche vorerst doch noch nicht einzugehen. Da sie im Moment noch nicht mal vor Raûl zurück schreckte war er der Meinung, dass sie gerade von einem Dämon geritten wurde und eine weitere Eskalation niemand nützte. Vorerst.
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Do Okt 22, 2015 12:19 pm

Auch Vhenan war ein wenig über die folgenden Worte, die offene Bitte überrascht. Ihr Blick blieb aber zielgerichtet und ernst auf Raûl haften. Genau das hatte sie hören wollen, aber sie hatte die Worte nicht wirklich erwartet. War das nur ein Hinterhalt, um sie alle zu blenden? Dunkelte der Naihlar gerade? Täuschte er etwas vor? Nein. Nein, Vhenan sah nur wieder wahnhaft Monster in Worten, die nichts Böses wollten. Ihr Blick fiel für einige Momente nachdenklich auf den Boden. Bradach! Ma Irda damit! In den Süden! Sie tat ihm Unrecht. Vorerst existierten aber keinerlei Grenzen für sie, sie hatte sich mit jedem Kan angelegt, der ihr zu nahe gekommen war, sie hatte den Rikan der Dynastie der Stimme zu beleidigen versucht. Das graue Goldröckchen hatte die Oberhand zwar niemals verloren und die Nailar vollkommen zerschmettert, aber Nani hatte für ihre Angst und Wut eine Stimme finden müssen. Diese Stimme forderte in ihrem Kopf noch immer Verteidigung und Gegenwehr. Obwohl sie wusste, dass es gegenüber jedem ihrer Freunde nicht richtig war. Vielleicht sah man ihr diesen Konflikt an. Dennoch war sie machtlos dagegen und konnte es nicht ändern. Im Gegensatz zu den Zweiflern... wer war dann schon Raûl? Was sollte er tun? Sie an den nächsten Baum ketten und knebeln?

Sie hob ihren Blick wieder und musterte Raûl offener. „Anmei. Das reicht mir.“ Sie hob ihre Handflächen im selben Gestus und versuchte die feindliche Haltung damit ein wenig loszuwerden. Es wirkte angestrengt und vielleicht nicht ganz ehrlich. Wie ein erzwungener Waffenstillstand, der jederzeit aufgelöst werden konnte. „Mahzhak.“ Sie hatte Respekt vor Raûl und seinem Posten, selbst, wenn es gerade nicht danach aussah. Sie hatte gar kein Problem mit ihm. Nur mit sich selbst. Und ihre Launen wechselten mit jedem falschen Wort, jedem schmerzhaften Gedankengang die Richtung wie eine Flagge im Sturm.

„Also?“ Sie wandte sich Heribas abrupt zu. „Was muss getan werden?“
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Heribas Veneficus

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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Fr Okt 23, 2015 8:08 am

Heribas spähte rüber zu den Kisten, auf die der Mazhak gezeigt hatte und überlegte kurz. Man konnt ihm ansehen, wie sein Hirn Geschwindigkeit aufnahm.
"Ich müsste erstmal sichten, was für Vorräte zur Verfügung stehen, dann kann ich entscheiden, wieviele Helfer ich brauche. Ob zwei oder fünf oder noch mehr. Manche Ingridenzien sind dankbar, andere nicht." er sah zu Vhenan, erkannte, dass sie den letzten Satz nicht verstand und erklärte sich noch einmal:"Manche Zutaten muss man ewig bearbeiten, um ein kleines bisschen genießbares Essen hervorzubringen. Manche muss man einfach nur schälen, abkochen, fertig." 
Heribas deutete zu den Kisten:"Ich geh da jetzt rüber und schau mir alles an. Könntest Du... Mallo? suchen und wen immer Du sonst noch von den Oshead auftreiben kannst der zu helfen bereit ist? Ich muss dann noch schauen, was für Töpfe und Kessel im "Gasthaus" zur verfügung stehen, vielleicht muss ich noch einige Dinge aus meinem Laboratorium holen." Laboratorium. Haha. Ein Raum, vollgestopft mit Kisten und Kruscht, kaum ausreichend ausgestattet, um einen Kessel Tee zu kochen. Aber irgendwie musste man ja mal anfangen, nicht wahr?
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   So Okt 25, 2015 4:21 pm

Ingridiwas? Man musste tatsächlich kein besonders schlaues Köpfchen sein, um Vhenan anzusehen, dass sie keine Idee hatte was der Kräuterkauz meinte. Lag das in der Natur der Naeviten so kryptisch zu sprechen? Chattras tat das auch... War ja auch egal, sie nickte, als Heribas es noch einmal vereinfachter ausdrückte.

„Aye.“ Sie ließ sich bei dieser Bitte nicht wieder zu Protest hinreißen. Die Sache war geklärt, jeder hatte sein Revier markiert und fügte sich der vorübergehenden Ordnung. Heribas hatte jetzt das Sagen. Solange er sich auf das Kochen beschränkte, konnte sich die Kleine auch unterordnen.

Nani musterte Vayle von der Seite. Der hatte doch mit Raûl reden wollen. Ob er sich die Hände schmutzig machte und tatsächlich Kartoffeln schälte? Sie bezweifelte es irgendwie. Der redete lieber als zu handeln. Außerdem hatte er alles gehört und könnte vor Ort selbst den Mund aufmachen, ihn würde sie nicht anwerben.Stattdessen verschwand sie, um Mallo zu suchen. Heribas würde hier in der Nähe der Ingridiirgendwas bleiben.

„Mallo?“ Wieder einmal wanderte Vhenan durch das Lager um jemanden zu finden. Nach einer Weile blieb sie stehen. Mallo stand bei einigen Dorfbewohnern und der Pakata, mit der Vhenan kaum ein Wort gesprochen hatte. Es folgten ein paar weitere, kleine Schritte, bevor Nani in einem Abstand erneut zum Stehen kam. Sie hielt noch immer eine sicht- und spürbare Distanz ein. „MALLO!“, rief sie laut und wunk dem Strohhut zu. „Heribas will gleich kochen. Wenn du helfen willst, komm rüber.“
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Ankunft in Shäekara   Fr Nov 06, 2015 5:50 pm

Und so begab es sich, dass die Gemeinschaft der Oshead in ihrem Lehen an der Ostküste des Reiches eingetroffen waren. Ein großes Festmahl* gab es für alle Bewohner von Gutenbucht, ausgerichtet von der Freiherrin Neome** und vom Statthalter Raûl und den Mitgliedern der Oshead.

Viele Stunden*** ging das Essen und Trinken und die anfänglichen Berührungsängste verlogen zusehends ****

Und so Begann eine neue Ära im Lehen Shäekara und der Reichsstadt Gutenbucht.

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*Ja, es gab mal etwas anderes zu Essen außer Fladenbrote und Stockfisch. Und es schmeckte... weitestgehend, zumal keiner die Gerichte kannte und daher auch nicht sagen konnte, ob sie was taugten oder nicht. Die Nüsschen jedenfalls waren hervorragend!

** Die Freiherrin wurde deswegen Freiherrin genannt, damit die Außenstehenden wussten, dass Neome was zu melden hatte. Sie war vergleichbar so hochwohlgeboren wie der Rumkrug, den sie an ihrem Gürtel trug, ein edles Kristallglas war.

*** Lag hauptsächlich daran, dass es ewig dauerte, bis das Essen auf den Tisch kam.

**** Es gab jedenfalls keine nennenswerten Schlägereien und Blut floss auch nur sehr wenig, keiner musste eingekerkert werden.



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Ankunft in Shäekara
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