Dies ist das Forum für das Reich der Rosen im Herzen Mythodeas
 
StartseiteFAQAnmeldenLogin
Austausch | 
 

 Weithergeholtes

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
Gehe zu Seite : Zurück  1, 2, 3, 4
AutorNachricht
Vhenan
Einwohner
Einwohner
avatar

Anzahl der Beiträge : 728
Anmeldedatum : 17.07.15
Ort : Gutenbucht/Shäekara

BeitragThema: Re: Weithergeholtes   So Jan 24, 2016 2:11 pm

Terra? Ach, die ist doch nur was für Leute, die sich nichts trauen!“, pöbelte Gend zurück. Er wusste nicht viel über die Elemente, aber hatte gemerkt, dass der Pfahlrammer nicht besonders helle war und nur Dinge tat, die er gut konnte. Was wäre wenn man....
Egal wie das hier ausgeht, danach stelle ich dir eine Aufgabe, Freund!“, beharrte Gend und zog sich grinsend den Ärmel hoch. Sein tätowierter Arm war wirklich mickrig im Gegensatz zu Marks. Aber das hieß erstmal gar nichts. Armdrücken war fester Bestandteil jeder Flaute. Neben dem Trinken.

Ja, mach ihn platt!“, rief Lumia und grinste Mark ganz ungeniert entgegen. Das tat sie auch, um Gend ein wenig in Schwung zu bringen, aber er hatte trotzdem kaum Chancen. Man musste auch mal gegen den Pott wetten, da gewann man mehr! Alle starrten gebannt auf die beiden muskulösen Arme. Gend hatte vor Mark mit genau der selben Taktik zu bezwingen. Drehen! Das war der Schlüssel. Aber vorher schauen, ob man ihn einfach umhauen konnte!

Jungs... ich gebe das Signal.“, machte sich Lumia nützlich. „Auf drei dürft ihr schwitzen!
Sie wartete bis die Männer soweit waren und lehten sich gemütlich zurück, um den Anblick zu genießen. „Eins.... zwei.... drei!

Und zack Gend drückte so fest er konnte. Verdammt, das war schwieriger als gedacht. Also ließ er ein wenig nach und drehte. „Den Haken kennst du auch, hm? Hat dir Terra das beigebracht?“, ärgerte er verbal. Armdrücken und gleichzeitig reden war für seine geübte Zunge kein Problem.



Nani war noch ein wenig von ihrem eigenen düsteren Geschwätz eingelullt, den Gedanken an das was war und vielleicht sein könnte... es wurde noch düsterer. Deshalb brauchte es einige Momente, bis die Worte der jüngeren Frau ihren Verstand erreichten. „Welche Weissagungen?“ Sie verstand nicht was Alwyss meinte, wandte sich ihr aber wieder offener zu. „Ich weiß gar nicht wie das Land vorher hieß... Ich glaube der Archon hat uns erlaubt einen eigenen Namen zu finden und wir haben gehandelt...“ Sie zuckte mit den Schultern. Das überstieg ihre Befugnisse.

Alwys sprach weiter und langsam begriff Vhenan ihre Intention. Ganz geschickt hinten rum! Es wurde deutlicher, dass die Naihlar ab jetzt aufpassen musste was sie sagte. Ein netter Plausch am Feuer war in Ordnung, aber sie konnte und würde den Plänen der Pakata nicht in den Rücken fallen. Neue Freundschaften zu schließen und 'herrschaftlich' zu sein fiel ihr schwer, stellte die Kleine fest. Wie machte man das? Die Herrschaft setzte sich vermutlich gar nicht erst mit 'Dienern' ans Feuer. Problem gelöst. Aber wie sollte man so die Balance halten? Ein weiteres Rätsel, auf das Vhenan keine Antwort hatte. Auf dem Schiff war alles viel einfacher und kleiner.
Vielleicht brauchte Scriptoria deswegen so lange? Sie nahm die Informationen, benutze sie und wer mit den Gedanken allein am Feuer saß war ihr egal? Lief es tatsächlich so? Vielleicht war es so sogar besser? Besser unwichtig als tot? Vielleicht sollte sie einfach nach vorne sehen... Nani könnte es hier vielleicht. Aber Rashid? Der schwamm in einer Bucht voller Haie und wusste vielleicht von nichts. Wie lange würde er da überleben?

Nani schüttelte den Kopf und konzentrierte sich. Sie grinste leicht. Gezwungen.
Nein, duuuu glaubst das nicht. Deswegen fragst du auch.“, ärgerte Nani die andere Frau, ließ aber kein feindliches Verhalten durchscheinen. Sie lächelte weiter.
Die Stadt nennen wir Takbal. Das ist einfach eine Übersetzung von Gutenbucht. Takbal, gute Bucht. Da ist nichts dabei... wir sind eben stolz auf unsere Sprache. Die Weltenzunge, die kaum noch jemand beherrscht.“ Nani lächelte stolz. Das war tatsächlich den Naihlar vorbehalten, nicht den anderen Völkern aus Oshead. „Sollte nicht ein jeder Siedler etwas von sich mitbringen? Etwas, das ihm wichtig ist und dieses Land vielleicht bereichert?“, fragte sie dagegenhaltend. „Es ist keine böse Absicht.“, versicherte sie so glaubwürdig wie möglich. „Die Nailar sind damit aufgewachsen. Wir reden so, wir schreiben so, wir denken so...wir lieben so.“, hängte sie etwas zweideutig an und grinste. Das war vielleicht etwas übertrieben, aber das wusste Alwyss ja nicht. „Es ist ein Teil von uns und wird immer einer sein. Auch in dieser neuen Heimat. Etwas um das Heimweh zu bekämpfen.
Welche Auswirkungen das haben mochte ließ sie offen. Es stand ihr nicht zu darüber zu reden und es war auch nichts worüber sich Alwyss ihr hübsches Köpfchen zerbrechen musste. Wenn sie das an den Hüttner und die anderen nickenden Bewohner weitertrug, und das würde sie sicher tun, wären die vielleicht einfältig genug es zu glauben.

Die Richtung des Gesprächs ließ Nanis Blick wieder verdunkeln. Die Verfemten. Die waren alle gefährlich. „Unfruchtbar.“, wiederholte Nani leise und gab ein spöttisches Lachschnauben von sich. „Dein Priester sollte ein paar Bibliotheken mehr aufsuchen,“ maulte Nani plötzlich wieder ungehaltener los. „Wenn dein Priester kämpft, hör ich ihm vielleicht zu. Wenn er nur schwätzt hat er nichts zu erwarten. Nicht von mir!“ In dieser Hinsicht war sie ziemlich festgefahren. Sie hatte genug von Priestern und Gebeten.
Die kriegen vielleicht keine Kinder, aber die können neue von sich erschaffen. Und das viel schneller als Menschen wachsen können.“, nörgelte sie eher, als dass sie Informationen preisgab. Es fiel ihr schwer den Mund zu halten, eigentlich sollte sie gar keine Gerüchte streuen, aber wie sollte man hier einfach schweigen, wenn der Priester mit solchen Dingen um sich warf? Sie dachte nicht an das Schwarze Eis, das Kelemthal offenbar vernichtet hatte. Die Pestilenz war ihr egal, von denen hatte sie ewig nichts gehört. Vhenan dachte wieder nur an die Zweifler. Nur an sie. Das Untote Fleisch war übergelaufen, die Negatoren hatten sich unterworfen. Wenn die sich alle verbündeten, was geschah dann? Was geschah, wenn sie nicht mehr gefangen waren? Lief nicht alles in diese Richtung? Die kamen schon jetzt hierher. Was wenn sie etwas besseres bauten als nur einen kleinen Weltenbrecher? Ein Schauer durchfuhr ihren Körper und Nani schüttelte sich sichtbar. Sie fühlte sich nicht mehr wohl.

Die, die hier herumlaufen sind nicht die Gefahr. Nicht die richtige. Nicht mehr..“, behauptete Vhenan kryptisch und starrte wieder ins Feuer wie es sonst nur Männer tun. Wusste Alwyss nichts von Kelriothar? Dachte sie es sei weit genug weg, um hier keinen Schaden anzurichten? War nur das Schwarze Eis im Norden des Reiches eine Gefahr für sie?

Vhenan trank einen kräftigen Schluck des Rums und reichte die Flasche an Alwyss weiter, wenn sie es denn wollte. Die schönen Ansätze des Gesprächs konnten sich leider nicht einmal mehr im Ansatz durchsetzen. Nani hörte es, aber ihre Gedanken waren ganz woanders.

Jeder hier soll so sicher sein wie möglich. Auch damit er dir dein Haus bauen kann und ihr in Frieden leben könnt.“ Nanis Blick glitt zu Mark, der verbissen mit Gend kämpfte. Er war vielleicht nicht der hellste Stern am Himmel, aber... wenn er Land kaufen, ein Haus bauen und für sie sorgen wollte... dann war das gut. Auch wenn das ein vagabundierender Seefahrer nicht ganz nachvollziehen konnte. Es waren gute Absichten.
Mach dir keine Sorgen. Wir wissen wie gefährlich dieser Krieg ist. Ich werde mich persönlich darum kümmern, dass wir Informationen erhalten wie wir uns noch besser schützen können. Egal was es kostet.
Alwyss konnte von den komplizierten Verstrickungen im Hintergrund nichts wissen und das musste sie auch nicht. Auch wenn Vhenan einen Besuch in der Hauptstadt vielleicht nicht überleben sollte, die Angst hatte sich greifbar in ihren Gedanken festgesetzt und wurde nicht kleiner, so würden die Informationen Gutenbucht erreichen. Sie würde irgendwie dafür sorgen. Sei es nur durch einen letzten Wunsch. In diesem Punkt war erschienen Vhenans Worte sehr glaubwürdig. Wenigstens das könnte Alwyss ihr glauben.

Die kleine Herrschaft wusste besser als manch anderer was es hieß tatsächlich am Arsch zu sein. Darauf, dass Gutenbucht am Rand des Reiches lag, wollte sich bestimmt niemand verlassen. Das interessierte die Zweifler einen Dreck. Der Norden war schon fällig gewesen, wie lange würde es dauern, bis sie auch hier auftauchten? Vhenan musste nur der Versuchung widerstehen einfach in ein Boot zu springen und davonzurudern. Es wäre so einfach. Die Verführung war groß... könnte sie? Würde sie? Sie hatte in Kelriothar einiges über sich gelernt, gutes wie schlechtes, aber sie wusste längst nicht alles.
Nach oben Nach unten
Oshead Erzähler

avatar

Anzahl der Beiträge : 194
Anmeldedatum : 15.10.15

BeitragThema: Re: Weithergeholtes   Di Jan 26, 2016 11:49 pm

Der Bursche konnte tatsächlich was. Mark war überrascht. Er hatte ihn für einen Weichling gehalten. Sah ja auch so aus. Und dass er ständig plappern musste ...

Weniger ... reden ... und mehr ... drücken!

Den Elementen zu lästern, das war allerdings keine gute Idee. Selbst Mark wusste das. Konnte nur was Schlechtes dabei rauskommen. Diesen Neuen, mit ihrem weibischen Gehabe und ihren komischen Veltwenkern, denen musste mal jemand Respekt vor dem Heiligen einbläuen.

Ungh!
Kein schlechter Haken. Aber Mark hatte schon härtere erlebt. Rick Felswurm, der beste Armdrücker an den Docks, konnte einem die Knochen so drehen, dass man danach drei Tage nicht mehr aufstand. Mark schluckte den Schmerz runter und besann sich auf seine Stärke.
Er drückte, langsam, aber unerbittlich. Zehn Kilo Arm und hundert Kilo Mann lagen in diesem langsamen, unaufhaltsamen Druck. Es ging weiter, immer weiter, auf den Tisch zu.

Flatsch.

Der Arm lag.

Mark stand auf und grinste seinen Kontrahenten hämisch an.
Aufgabe? Was'ne Aufgabe denn? Du hast verloren, Weichling. Du sagst jetzt mal gar nichts mehr.
Und dann, über das Feuer:
Alwyss?! Kommst du?! Hier ist langweilig.


Besagte Schankmaid bekam gerade einen gehörigen Schrecken, als Vhenan ihr so unverblümt von den Realitäten des Krieges erzählte. Es war ihr natürlich bewusst, dass der Feind da draussen lauerte, dass die Ratio jederzeit durchbrechen konnte und das Menschen starben. Aber irgendwie hatte das immer zu der Welt da draussen gehört. Etwas für Helden und Archonten. Hier in Gutenbucht waren noch nie große Schlachten geschlagen worden und Helden, die aus dieser Gegend kamen, tendierten dazu, nicht zurückzukehren.
Sie starrte Vhenan besorgt an.
Aber ... ich meine, dafür seid ihr doch da, oder nicht? Um die Stadt zu beschützen?
Ich meine, ihr wart ja da draussen, im Krieg. Ihr kennt euch aus und so. Das ist, was eine Herrschaft macht
, sagte sie, nur für den Fall, dass da noch irgendwelche Zweifel bestehen sollten.
Also, mit der Miliz. Äh, falls es wieder eine gibt.
Hier gab es einen wunden Punkt - Gutenbucht hatte schon seit einer Weile keine richtige Miliz mehr gehabt. Durch die Wüste kam kaum etwas und gegen Angriffe zur See konnte man sich ohnehin nicht wehren.
Alwyss lächelte Vhenan aufmunternd an.
Ich bin sicher, ihr schafft das. Ich meine, der gute Archon hat euch eingesetzt, und der dient ja der Nyame. Das ist eine weise Frau - die Elemente sind mit ihr.
Und dann, mit der ganzen Aufrichtigkeit tiefer Naivität:
Ich bin sicher, sie sind auch mit uns. Sie werden uns beschützen und euch alle auch.

Alwyss hätte vielleicht noch mehr gesagt, aber da tönte der Lockruf ihres Partners. Sie lächelte wieder, diesmal entschuldigend.
Ach, ich fürchte, wir müssen schon wieder. Mark mag es nicht so, wenn seine Jungs nicht dabei sind. Und ... hier beugte sie sich vor, leiser werdend, und kicherte mädchenhaft ... ich denke, er ist jetzt ein bißchen ... heiß.
Sie wandte verschämt den Kopf und ging tänzelnd um das Feuer davon, zu ihrem Liebsten.
Nach oben Nach unten
Vhenan
Einwohner
Einwohner
avatar

Anzahl der Beiträge : 728
Anmeldedatum : 17.07.15
Ort : Gutenbucht/Shäekara

BeitragThema: Re: Weithergeholtes   Mi Jan 27, 2016 12:20 am

Beide Männer ächzten, die Muskeln zuckten und sie schenkten sich nichts. Gend spürte, dass er verlor, dass der andere Mann stärker war, aber sein Stolz verlieh ihm ein paar Augenblicke lang mehr Kraft, um wenigstens nicht sofort die Segel streichen zu müssen. Dann krachte sein Arm auf das Holz.

AHHHHHHHHHHHHHHHH Her mit dem Coppa!!“ Lumia jubelte und lachte schadenfroh, während Nijkai und Dian widerwillig und unter Protest nach ihren Kupferbeuteln griffen, um sie auszuzahlen. Wette war wette. Das bekamen sie ohnehin irgendwann zurück.

Aber ey! Das war nicht die Abmachung.“, beschwerte sich Gend, der seine Aufgabe stellen wollte. Keine Chance. Mark und Alwyss würden wieder gehen.

Hier du Kettoch! Trink was. Das kannst du besser als Armdrücken.“ Lumia lachte wieder schadenfroh und ließ sich mit einem Schmuckscheppern neben ihrem Verlierer nieder. Der trank.



Vhenan merkte derweil auch, dass sie Alwyss zu erschrecken schien. Unverständnis lag im Blick der Naihlar. Natürlich hatte sie auch Angst, aber sollten sie einfach so tun als gäbe es keine Gefahr? Sollten sie es aussitzen, bis es zu spät war? Und dann die Elemente um Hilfe anflehen.
Ja... das werden wir auch tun. Ich wollte nur...“ Nani war sich nicht mehr sicher, ob sie überhaupt etwas richtiges sagen konnte. „Ich wollte nur, dass du es weißt.“ Denn dann wüssten es auch andere. War es nicht besser es noch einmal zu hören?
Es wird eine Miliz geben. Eine fähige, die etwas bewirken kann.“, antwortete die kleine Frau mit dem vielen Schmuck. Eine, die etwas bewirken kann... sie hatte Raul noch gesagt, dass sie nicht glaubte, dass irgendjemand etwas bewirken konnte. Nani glaubte das noch immer.
Außer vielleicht die Nyame? War die wirklich so weise? Hoffentlich. Im Gegensatz zu Alwyss glaubte Vhenan das nicht einfach so. Auch Herrscher machten Fehler und waren nicht unfehlbar. Das war schon auf Schiffen so. Pakata hin oder her, manchmal traf man einfach falsche Entscheidungen und krachte gegen ein Riff. Da konnten einem die Elemente auch nicht mehr helfen.

Beschützen... ja...“ Nani lachte wieder bitter vor sich hin. Beschützen. Oder ihnen in den Rücken fallen wir zuvor. Wie der Ouai und die Edalphi... Eine neue Welle Wut keimte in ihr auf und die nächsten Worte, die ihr auf der Zunge lagen, spülte Vhenan mit einem großen Schluck Rum hinunter. Nicht jetzt. Nicht hier. Es brachte ohnehin nichts Alwyss aufzuklären... bisher war alles Gesagte an ihr abgeprallt. Die würden erst aufwachen, wenn der erste Kan ihnen seine Faust ins Gesicht rammte. Oder ein Schwert in den Rücken. Wie konnte man so naiv und ignorant sein? Jetzt noch!

Viel Spaß.“, entgegnete Vhenan halbherzig, als die zwei sich schon wieder verabschiedeten. War vielleicht tatsächlich besser so. Nani trank noch einen Schluck und ging dann selbst überraschend früh fort.

Ende
Nach oben Nach unten
 
Weithergeholtes
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 4 von 4Gehe zu Seite : Zurück  1, 2, 3, 4

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Reich der Rosen :: Gutenbucht - Takbal-
Gehe zu: