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 Weitfortgebrachtes

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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Weitfortgebrachtes   Mo Jan 11, 2016 8:38 pm

Im Aufbruch

Joakim stand noch eine Weile an der Mole und sah dem Schiff hinterher. Es war ein schöner Tag, für Winterbeginn, und es gab ausnahmsweise einmal nichts zu tun. Fellar würde sicherlich schon wieder irgendwo eingenickt sein ...

Der Blick des Hafenmeisters glitt über die Wellen. Klein, schaumgekrönt, wild und fröhlich. Es war ein vertrauter Anblick, aber dieses Mal heiterte er ihn nicht auf. Der schöne Raûl war mehr oder weniger grußlos verschwunden ... hatte ihn nicht noch einmal angesehen. Sicher, es war wenig mehr als ein hübscher Traum - Joakim war sich seiner vielen Lebensjahre (und Pfunde) durchaus bewusst. Aber trotzdem, die harsche Realität im Nacken zu spüren war nicht angenehm. Immerhin, es war nicht so, als ob er ganz alleine bleiben müsste, heute.

Der Hafenmeister lenkte seine Schritte in Richtung des sogenannten Rotlichtviertels. Nur zwei Häuser und kaum mehr als doppelt so viel Stück käuflichen Fleisches. Die meisten Männer würden wieder vor Svarnis Vorhang Schlange stehen (es waren eben zu viele Siedler und zu wenig ... Dienstleister), aber es gab da auch ein Hinterzimmer, wo sich ein armer Hafenarbeiter mit genug Muskeln was dazu verdienen konnte.

Joakims Schritte beschleunigten sich, zusammen mit seinem Herzschlag.


Auf See

Kapitän Schlimazzel  Ungerer - "Silberfuchs" für Freunde und alle, die seinen rechten Haken nicht  spüren wollten - zog noch ein Mal an der Kette, welche die Truhe mit den Briefen fest umschloss. Es war keine sehr elegante Sicherheitsvorkehrung, aber auf krude Weise effektiv. Nicht, dass die Halunken, Gauner und Halsabschneider, die sich seine Mannschaft schimpften, etwa zu Lesen imstande waren. Aber zweifelsohne würden sie, die Möglichkeit dazu vorausgesetzt, jede noch so kleine Ritze der neuen Fracht durchsuchen, immer auf der Suche nach etwas Trinkbarem. (Größere Diebstähle hatte ihnen ein wenig gezieltes Kielholen schnell abgewöhnt.)

Es war aber auch zu ärgerlich - dieses dreckige Nest mitten in der Wüste war wie trockengelegt. Besonders, was Rum und andere kostbare Grundstoffe anging. Angeblich trank das die neue Herrschaft alles selbst. Hatte man davon schon gehört?! Adlige sollten ihre Zeit mit Jagden und dem Zeugen schöner Töchter verbringen, anstatt ehrlich arbeitendem Volk den Lebensstil streitig zu machen.

Bei diesem Gedanken hellte sich die Stimmung des alten Fuchses wieder auf. Der Kurs führte immerhin an bis zu drei verschiedenen fürstlichen Häfen vorbei, wo dero hochwohlgeborene, heiratsfähige Sprösslinge allesamt ebenso gelangweilt wie attraktiv waren. Und wie auf das Stichwort fühlte er, wie die Pistole an seinem Gürtel vom bleiernen Gewicht schwerer wurde. Weit genug von Mithraspera weg ... es darf wieder geschossen werden, dachte er sich, während er zum Kartenraum stapfte.

Sardaukhan, der Realitätsmaat, stand bereits über das Pergament gebeugt. Der Zirkel in seiner rechten Hand klopfte nervös auf das Holz. Er sah auf, als sein Kapitän die Tür aufschwingen ließ.
Hah. Käpt'n endlich auf Brücke, hm?, sagte er und kicherte nervös. Dann fuhr er mit der Hand über die fleckige, vielfach bekritzelte Karte der bekannten Wirklichkeitssphären.
Ist ein wilder Kurs, Käpt'n. Gesetze ändern sich spürbar mindestens acht Mal. Hier und hier - der fettige Finger bohrte sich in das Pergament - ist es noch recht normal, aber in drei Tagen gibt es kompletten Umschwung. Da hat es nicht einmal Rahsegel - wahrscheinlich kriegen wir dreissig Ruderer an den Kiel. Vom geänderten Bau ganz zu schweigen.
Hm, brummte der Silberfuchs unbeeindruckt. Und wie ist es mit der Magie?
In drei Zonen ist Windhexerei üblich, in zweien ist sie kaum bekannt. In zwei weiteren nicht mehr als ein ferner Mythos und in der in der Mitte ist sie völlig unmöglich. Ah ja, die Magistra bittet darum, vorher gewarnt zu werden. Sagt, es gibt ihr Kopfschmerzen, wenn sich das Wissen aus ihrem Geist löscht, sobald sich die Regeln ändern.
Kapitän Schlimazzel nickte nur. Es war eben nicht leicht, die Seefahrt in einer multiformen Konsensrealität.
Gute Nachricht ist, Käpt'n, fuhr Sardaukhan fort, wir fahren durch industrialisierte Zone. Zeppeline, Dampfmaschinen, das alles. Wenn wir Glück haben und die Kohle mit dem Gerät erscheint, können wir gut eine Woche Fahrt mit Maschinenkraft gutmachen. Falls nicht, müssten wir blechen. Oder wir weichen aus ... , sagte er und sah seinen Kapitän fragend an.

Der ließ sich Zeit mit der Antwort. Dann: 'S ganze Splitterholz und der Putzschwamm in den Latrinen steht mir bis hier. Verdammte Techlimits in den mediävistischen Zonen. Und mit Schießpulver ist es noch schlimmer - wer hat jemals was von Ballermännern gehört, die einen nur zurückschleudern?! Er straffte sich, entschlossen. Kurs auf Dampfkraft und Gaslaternen! Den Kapitän gelüstet es nach parfümierten Damen und Wasserklosetts.

So stampfte die "Wandelstern" über die Gewässer der alles verbindenden See in Richtung Südlande. Dabei immer wieder die Gestalt und Regelwerk dem Hintergrund anpassend ...


Über Land



Totes wandelt am Horizont.
Arn Mash Rukh atmete erleichtert auf, während der Späher vom schweißnassen Pferd abstieg. Drei Wochen Steppe, der Gestank von Pferdescheisse und die rauchenden Feuer der Stämme immer in Sichtweite. Da konnte ein ehrluicher Händler schon nervös werden. Die Karawane war schließlich nicht die schnellste (gute Zugtiere sind teuer) und die Expeditionstrupps der Toten Hand rückten selten weiter als eine Meile von den Mauern der Zuflucht aus. Auch war er dieses Mal nicht wieder einer diplomatischen Delegation begegnet, welche traditionellerweise neben ganz brauchbaren Kämpen vor allem die besten medizinischen Magier des Reiches mit sich führten. Der Gedanke, ein Körperteil zu verlieren, schmeckte ganz anders, wenn niemand da war, der es einfach wieder anfügen konnte.

Wohlgemerkt, besser sichergehen. Ganz sicher, Farakh?, bellte er dem kleingewachsenen Späher entgegen. Der blieb, wie üblich, seelenruhig. Natürlich konnte er im Zweifelsfall schneller laufen ...
Sicher doch, Meister Rukh. Schwere, entschlossene Schritte - wie Uhrwerk. Kein halber Tag und wir laufen ihnen in die Arme. Die Mauern siond nicht mehr weit. Bald sind wir bei Hobbitsens zu Gast.
Farakhs Miene hellte sich auf, und auch Arn Mash Rukh musste grinsen. Dass das kleine Volk ausgerechnet in diesem Nekromantental Unterschlupf gefunden hatte, war seltsam, aber mehr als willkommen. Und Speisekarawanen wie die ihre wurden von dem kleinen Volk besonders freundlich in Empfang genommen.

Natürlich - die Arbeit kam immer zuerst. Händlermeister Rukh stapfte zurück zum Karren mit den gut verschlossenen Postkisten, um sie noch einmal zu überprüfen. Die Eminenzen legten großen Wert auf ihre Privatsphäre ...
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Chattras

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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   Mo Jan 11, 2016 9:09 pm

Chattras lag gerade in seinem Bett, als die Steine der Wand neben der Tür sich langsam um wenige Finger verschoben. Mörtel und Putz rieselten aus den Rissen. Er zog sich die Decke über den Kopf.

Beständiges Kratzen wies darauf hin, dass sich der ungebetene Besucher nicht würde abwimmeln lassen. Und so, wie er die Kunst des Klopfens missverstand, konnte es durchaus sein, dass früher oder später die Mauer brach. Chattras seufzte, und legte die folgenden Worte vorsichtig im Geist zurecht:

Befolge diese Order und nur diese Order, deklamierte er sorgfältig in Richtung Tür.
Du wirst die Tür, welche das Zimmer, an das du gerade klopfst, mit dem Gang, in dem du dich befindest, auf eine Weise öffnen, welche weder die Zusammensetzung der Tür noch die des Mauerwerkes um herum sie noch den Aufbau des Gebäudes, in welchem du dich befindest, in einer Weise verändert, welche mit dem bloßen Auge eines gesunden, durchschnittlichen Menschen wahrnehmbar ist, außer aber, was die Stellung der Tür in Relation zur Wand, nicht aber zum Erdmittelpunkt auf einer gedachten Linie in einem zweidimensionalen Raum, welcher ebendiese Tür und den Erdmittelpunkt einschließt, verändert. Du wirst dies tun und nur dieses tun und nichts als das und nichts darüber hinaus.

Stille.

Verdammt. Ah, richtig.

Es ist dir erlaubt, die Form der Klinke ...

KRACKS!

Das war natürlich wieder falsch. Immerhin, die Tür war offen. Eughbert der Zombie stand im Eingang, die Reste der Tür in einer Hand. In der anderen eine Art Paket - Briefe? Seltsam. Wer mochte ihm wohl schreiben? Oder es war wieder ein abschlägiger Bescheid durch die Abteilung für Forschungsmittelzuweisung. Aber die fassten sich dieser Tage eher kurz.

Komm herein und lege das Paket auf den Tisch dort. (Diese Art Befehl war normalerweise sicher.)

Chattras kroch zwischen den Laken hervor und warf sich rasch einen Umhang über. Neugierig trat er an den kleinen Tisch heran um das Paket näher in Augenschein zu nehmen. Was mochte das wohl sein ...
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   Mo Jan 11, 2016 9:54 pm

Dann war es also getan. Vhenan hatte noch einen Brief geschrieben. Das Lernen nahm ein viel zu rasantes Tempo an, so würde sie am Ende tatsächlich noch halbwegs fehlerfrei schreiben lernen.

Sie hatte in ihrem hell erleuchteten und gemütlichen Zelt nur den Kopf geschüttelt und den Gedanken verbannt. Chattras wusste wie chaotisch sie war, das hatte er bei der kleinen Leseübung in der Stadt auf einem der Sommerfeldzüge höchstselbst vernommen. Aber seine Eminenz war auch wichtig und viel gebildeter. Nur würde sie das niemals, NIEMALS, unter keinen Umständen, selbst unter Folter nicht (und sie war geübt!) ... vor ihm zugeben. Chattras sprach Vayles Alte Sprache und kannte auch noch andere fremde Zeichen. Reiskreise legen konnte er trotzdem nicht! HA! Nani hatte bei dem Gedanken wieder blöd vor sich hin gegrinst und den Erinnerungen an den versehentlich beschworenen Geist nachgehangen, der ihr ganzes Lager heimgesucht hatte. Gut, dass niemand herausgefunden hatte woher der gekommen war. Hooo da hätten sie mächtig Ärger bekommen! Vielleicht sollten sie es bewusst wiederholen, das würde die Höflinge mal auf Zack bringen. Ein beschworener Geist, ein Gruselgespenst inmitten der Damenzelte... das Gekreische wäre laut. Vhenan hatte schadenfroh und laut gelacht und anschließend einen Schluck Rum getrunken. Für sie war es praktischer viele Sprachen zu sprechen, immerhin kamen sie mit dem Schiff herum und mussten sich möglichst geschickt unter die fremden Fische mischen. Sprechen war kein Problem, schreiben dagegen schon. Aber sie war ja jetzt in Übung und minimal mehr motiviert als sonst. Daran hätte sie vor dieser unschönen Begebenheit mit den Zweiflern nie gedacht.

Aber nungut. Wenn Chattras den Brief in die Hände bekam, würde er zerknittertes und an einer Stelle angekokeltes Pergament in den Fingern halten. Mit zahlreichen Rumflecken. Das Siegel mit den zwei Würfeln und dem Totenkopf hielt zumindest in der Theorie fremde Augen von dem 'wichtigen' Inhalt fern.

Die Worte waren halbwegs lesbar, aber deutlich mehr gekrakelt als nötig. Sie konnte eine bessere Handschrift hervorbringen, aber Nani wollte es ihm ja nicht zu leicht machen. Am Seitenrand waren kleine Zeichnungen zu erkennen: Ein unvollständiger Kreis.... ein brennender Dolch...  eine Karikatur eines Magiers mit Schwert in der Hand, der tatenlos zusah, während mehrere unförmige Gestalten ein menschengroßes Kreuz hinter eine Palisade trugen... und eine erstochene Kartoffel.

Daneben stand ein kurzer, aber prägnanter Text:




Atata Chattras, du alte Eminenz!

Wir haben deinen Brief mit Fräuden gelesen. As Uth wird bei Gelegenhait weitergegeben. Ma Swina! Die Schweine trifft man tatsächlich überall, vielleicht gräbt sich irgendwann der Maulwurf am Strand aus. Seeluft tut ja bekanntlich jedem gut! Du musst uns unbädingt einmal besuchen. Raûl hat uns eine Stadt versprochen... hier standen fünf Hütten! Er hat maßlos übertrieben! Aber dieser Bolchan hat ja auch die Rama tanzen sehen! Großmaul! Das war vor einigen Wochen, wir haben beraits eine Brücke gebaut und sehr viele neue Hütten. Fast schon 100. JÄTZT ist es eine Stadt. Unsere Stadt! Takbal in SHÄEKARA! Du kannst dir Namen so schlecht märken wie Raûl. Ihr währt schräckliche Kartographen! Raûl will uns sogar bezahlen, Mallo und ich wärden raich! HA! Dann kann ich mir noch mehr Bling laisten. Oder ich ferlihr noch mähr beim Spiel oder an roten Laternen. Aber das Risiko muss ich aingehen.

Wenn man fast aus dem Nichts heraus etwas Neues baut, kann man es aber fiehl bässer formen. Fast so wie dein unförmiger Seelenstainklumpen. Ich hatte ganz vergessen, dass ich die Herrin der Elfen schon kannte! Ich wusste gar nicht wem ich damals so dreist auf den Rockzipfel getrampelt bin... kein Wunder, dass du so förmlich warst. Ich dachte du wolltest mich beaindrucken und angeben. Das hättest du mir mal sagen können, du Holzkopf!! Ich hab sie in Kelriothar am zwaiten oder dritten Tag (ich weiß es nicht mähr, meine Erinnerung ist etwas ferschwommen) leider nur an ihrem scheiß Teppich im Vorzelt erkannt, den ich vorher vollgeblutet habe... hätte sie ein bässeres Gedächtnis und wäre sie rachsüchtiger, hätte sie mich nochmal daran erinnern können höflicher zu sein. Ich sollte wirklich bässer aufpassen wem ich alles in den Rum spucke. Wobai die vermutlich gar nicht trinkt...  Das war eine Erkenntnis, die ich in der letzten Zeit erlangt habe... du siehst, ich war fleißig!

Während du Krieg gespielt hast, haben wir uns hier ausgebraitet. Die erste Werft ist fast fertig, das bedeutet unser Flaggschiff der Flotte ist schon am Horizont zu erträumen. Stell dir eine Armada vor, jedes einzelne Schiff mit dem betrunkenen Kraken in den Segeln. Raûl hat meine Kreation als offizielles Banner genommen. HA! Ein Kraken mit Krügen. Erst war das ja nur ein persönliches Wappen auf meiner Rüstung, um ein wenig anzugeben, aber du siehst... Krügen kann sich niemand entziehen. Ich bin damit follkommen zufrieden! Vayle natürlich nicht. Der wollte etwas hirallisches. War fiehl zu bunt! Aber der hat sowieso komische Vorstellungen. Und immer miese Laune. Mit diesem Gesichtsausdruck, wäre er grau, könnte er sich unbemärkt unter die Kan mischen. Aber dafür mäckert er zu fiehl.

Übrigens, befohr ich es fergässe!!! Der dritte Platz! Das ist total schlecht! Dritter von Dreien wie ich dich kenne! HA! Ich glaub dir übrigens kein Wort! Geglückte Rituale? Nieh im Leben! Reiskreis! Aber es ist gut, dass du neue Trinkgefährten aufgelesen hast. Die kann man nie genug haben.

Zu deinen Fragen kann ich nur sagen: Nichts davon ist eingetreten. Irgendwie schade, ein paar Dinge könnten einen Schub gebrauchen. Einige einen Tritt in den Arsch. Was Vayle macht oder nicht macht ist mir gerade herzlich egal. Zum Räst... ich will den Strait begraben, aber ich kann noch nicht... ich weiß nicht warum. Oder nein, das ist gelogen. Ich weiß warum. Aber ich kann es noch nicht ändern. Es gibt noch zu viele Dinge, die geklärt werden müssen.. auch am Hof. Stell dir vor, ich hab Scriptoria einen Brief geschrieben! ICH! Fraiwillig. Jedenfalls fast. Er war bässer als dieser hier. Ich hab mich bemüht! Und ich hab ein paar von deinen gestaksten Floskeln geklaut. Dieses höfische Geschwafel liegt mir nicht, aber schainbar hab ich dir mehr zugehört als gedacht. War ein bisschen gruselig das zu erkennen. Aber ich nehm es auch als Absicherung. Wenn ich es versaut hab, kann ich dir einen Teil der Schuld in die Schuhe schieben.... Das ist natürlich ausnahmsweise nicht ernst gemaint.

Ich arbeite daran, dass es mir bässer geht. Du kennst mich doch. Gib mir Würfel und einen guten Rum und ich bin zufrieden, solange es nach Norden geht. Ma Njama! Außerdem liegt es mir nicht im Blut unterzugehen. Naihlar geben nicht auf und lassen sich nicht so laicht umwerfen. Das müsstest du mittlärweile wissen. Wir sagen nicht auf halber Strecke, dass wir umkehren, ein neuer Sturm ist nur eine neue Herausforderung. Selbst wenn er grau ist und stinkt wie Kelriothar. Mein Vater sagt immer: „Die Kleinen sind die Schlimmsten!“ Und das sagt er nur wegen mir! Darauf bin ich sehr stolz! Wenn die Dinge so laufen, wie ich es mir wünsche... kann ich fiehlaicht auch wieder besser mit den anderen umgehen und.. egal. Wird schon! Hätz mir bloß keinen Schutzgeist auf den Haltz, das kann nur nach hinten losgehen! Und mach dir keine Sorgen, das ist gruselig. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass mir das nochmal passiert? Eher lerne ich einen Knicks oder lasse mich auf den Jupp ain! Und das kannst du sowas von fergässen!


Malenah!
Mach es gut, spräng dich nicht in die Luft und trink einen für mich mit, wenn du das hier gelesen hast. Ich tu es gerade! Ma Shaun! Und Ma Njama! Es war schön von dir zu hören! Schraib Schreib weiter!

Vhenan
Tochter des Joriel
Haus Lorashosha
Eingeweihte in die Mysterien des Rums
Schülerin des Regir
Glücksspieler und Gomba

und vor allem Oshead!

Und... HUU!
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Mallo
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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   Mi Jan 13, 2016 9:02 pm

Der zweite Brief ist ein eher kurzer Schrieb.

"Kollege,

War schön, von dir zu hören! Ich hab Hoffnung, dass wir jetzt auch über die Länder und Kontinente hinaus Briefrouten etablieren können. Wär zumindest gut, dass wir uns nicht immer erst dann wieder sehen/hören, wenn uns ein weiteres Unheil die Köpfe einzuschlagen droht.

Du klingst gut. Wie geht es deiner seltsamen Forschung?

Wir sind angekommen, kann ich mehr oder weniger berichten, und das Lehen heißt 'Shäekara'. Nur für dein Interesse, falls du die Ausstrahlung eines Wissenden wahren willst. Ich glaube, jeder findet sich so langsam mit irgendeiner Aufgabe für sich selbst zurecht. Aber das können dir die anderen besser sagen.

Nani und ich - Vhenan meine ich - schuften auf dem Bau, seit unserer Ankunft sind unter Raûls Aufsicht schon mehrere Dutzend Hütten aus dem Boden gesprossen. Ich hab es mir zur Gewohnheit gemacht, in einem davon zu "wohnen"...schön sind sie nicht, aber immerhin mit gemeinsamer Mühe errichtet. Abends bin ich sowas wie der Koch der Gemeinschaft. Zusammen mit Heribas, dem Naeviten - kennst du ihn? (Ich werde nie wieder am Lagerfeuer kochen. Niiiiie wieder. Eine gebaute Küche ist der absolute Traum.)

Viel mehr kann ich dir auch noch gar nicht sagen. Doch: Die Kleidung der Gutenbuchter ist ein Witz. Sowas Charakterloses hab ich seit Dekaden nicht mehr gesehn. Das ist das einzige Elend, dass wir hier noch keinen vernünftigen Import haben, damit wir Stoffe und Kleidung und Ausrüstung unserer Kulturen herbringen können. Aber daran wird gearbeitet. Raûl plant, die neuen Siedlungen schon bald von Zugezogenen erschließen zu lassen. Wir werden, glaube ich, schnell wachsen, schneller als ich es mir grade vorstellen kann.

Ich hoffe, dass wir dich und deinen seltsamen Stamm mal bei uns begrüßen dürfen. Am besten bleibt ihr auch gleich. Es ist immer besser, wenn Gleichgesinnte (in welcher Richtung auch immer) nicht weit voneinander entfernt sind. Das magst du als Witz verstehen. Es ist nur ein bisschen, aber schon ernst gemeint.

Wir werden jetzt mal sehen, wie weit man das Land noch ausbauen kann. Wenn das Wetter wieder günstiger ist, kann man Pläne anstellen und Bemessungen und die Grenzen ins Landesinnere abstecken. Das ist zumindest mein Plan für die nächsten Monate.

Lass bald wieder von dir hören. Alles Gute.
M."
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Chattras

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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   Mi Jan 13, 2016 11:59 pm

In einem zugigen Raum in der Zufluchtsfeste saß Chattras bei Kerzenschein und las Post, während tote Hände etwas konstruierten, was wahrscheinlich das Gegenteil einer neuen Tür war.

Sein Auge glitt über die Zeilen. Er notierte die Flecken, Risse und Kleckse, die ungelenke Schrift und natürlich zählte er alle Rechtschreibfehler. Wobei man sich bei Chollodan nie ganz sicher sein konnte - diese merkwürdige Mischung aus Dialekt, Sprache und Rotwelsch hatte die Angewohnheit, sich in jede andere Verständigung einzuschleichen. Er hatte das, bei allen Göttern (lebend oder tot), oft genug ertragen müssen.

Jedes zivilisierte Volk hätte seine Vergangenheit sicherlich nicht ausgerechnet seinen Gaunern überlassen, dachte er bei sich. Aber hier war es wahrscheinlich gewöhnliche Unfähigkeit. Obgleich - die Mundwinkel zuckten ein wenig - man konnte über Vhenan eigentlich nicht so harsch denken. Manchmal hatte sie beinahe etwas Anrührendes. Wie ein Haustier, das tollpatschig, aber gutherzig versucht, alles richtig zu machen. Da war alles - der wilde, aufsässige Stolz auf ihre Errungenschaften, die halbstarken Angriffe auf anderer Leute Haltung (und überhaupt alles, was ihr unbekannt war) und die amüsanten Versuche, so zu sein wie die Großen. Dazwischen schlichen sich melancholische, beinahe introspektive Töne.

Wenn ein paar Wochen Folter bei den Zweiflern das geschafft haben, wie viel mehr ... - ah, aber das war sogar in der Stille der eigenen Gedanken ein beschämender Satz. Chattras nahm sich einmal mehr vor, nicht ganz so bösartig zu sein. Zumindest zu denen, die es nicht verdienten.

Nein, für die kleine Naihlar (der er immerhin, zumindest theoretisch, seine Seele anvertraut hatte) würde es eine grundlegend aufmunternde Antwort sein. Vielleicht ein paar wertvolle Empfehlungen im Bereich Grammatik und Rechtschreibung. Und was ihre üblichen Seitenhiebe auf seine Fähigkeiten anging ... Taten statt Worte.

Der Beschwörer zog nachdenklich einen Holzspliter aus der Wand über dem Stuhl. Wer von dem Haufen hatte denn noch geschrieben? Ah ...

Mallo. Hatte er überhaupt noch einen anderen Namen? Eine seltsame Gestalt ... Chattras konnte sich nicht erinnern, sehr viel mit dem jungen Chirya gesprochen zu haben. Er schien immer irgendwo hinter den anderen hergerannt zu sein. Und was die komplexen Freundschafts- und Gefälligkeitsverhältnisse anging, die die Gruppe zusammenbanden - besser nicht zu viel darüber nachdenken. Seine Kopfschmerzen waren auch so schlimm genug.

Wie also Malen ... war es das? ... hier hineinpasste, war Chattras eher schleierhaft. Der Brief war auch recht merkwürdig. Die Anrede als Kollege ... und erst die Sprache. Fast schien es, als ob der - was war er eigentlich? Eine Art Krieger? Na, sagen wir mal "Gefährte" - unter einem übersteigerten Selbstbewusstsein litt. Der Versuch, gelehrt zu klingen, trieb seltsame Stilblüten. Hier und da blitzte das für dieses Volk typische, dramatische Pathos hervor. Aber natürlich ließ sich die einfache Herkunft nicht verbergen.
Der Beschwörer zuckte mit den Schultern. Zweifelsohne ein interessanter Charakter und zumindest nicht so enervierend wie manch anderer. Er legte auch diesen Brief beiseite und griff, Dunkles dräuend, nach dem nächsten ...


Zuletzt von Chattras am So Jan 24, 2016 8:08 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Raûl
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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   Do Jan 14, 2016 11:13 pm

Ein dritter Brief war noch dabei.
Die saubere Handschrift zeugte von jahrzehntelanger Übung. Folgendes war zu Lesen:

„Grüße Chattras und auch Grüße an deinen Orden in der Zuflucht,

ich hoffe, dass Du gut bei den Deinen angelandet bist und Dich von den Strapazen des Sommerfeldzuges nach Kelriothar erholen konntest. Da langes Drum herumreden nicht meine Art ist, will ich auch gleich zur Sache kommen:

Ich entsinne mich, dass Du auf dem Feldzug erwähntest, dass dein Orden gegebenenfalls im Neuen Jahr beabsichtigt, Mythodea zu besuchen, vielleicht sogar während des Feldzuges in die Spiegelwelt. In jedem Fall will ich Dich und deinen Orden als Gäste zu uns ins Lehen nach Shäekara an die Ostküste des Rosenreiches einladen und – solltet Ihr auch am Feldzug teilnehmen – zu einer strategischen Allianz zwischen Okosh not Uhn und Oshead. Ich spreche diese Einladung auch in Abstimmung mit der Pakata aus. Wir sind beide der Meinung, dass unsere Gruppen sich ergänzen und helfen können. Für Euch wäre sicherlich auch ein Rückzugsort auf mitrasperanischem Grund mit Zugang direkt zum Meer – in Form einer eigenen Enklave in unserem Lehen – von Interesse. Ich kann Euch als Statthalter einer Reichsstadt auf politischer Ebene Rückendeckung geben, sofern sich euer Wirken nicht gegen unsere Siedler oder gegen die Elemente richtet. Darüber hinaus werden wir bis zum Sommer voraussichtlich über die ersten, eigenen Schiffe verfügen und können Euch über das Meer zügig an jede Küstenstadt Mitrasperas bringen, so ihr das wünscht. Im Gegenzug wäre die Zusammenarbeit auf dem Feldzug und die Unterstützung in magischen Angelegenheiten für uns von Interesse, gegebenenfalls auch einer der Euren, der unsere Interessen im noch zu gründenden magischen Rat der Nyame vertritt.

Wenn unser Vorschlag für Euch interessant klingt, können wir gerne weitere Details besprechen.

Für die Wintermonate wünsche ich Dir eine warme Unterkunft und für die anstehenden Reisen allzeit den rechten Wind und eine sichere Ankunft.

Raûl
Mahzhak ân Oshead
Statthalter von Gutenbucht / Takbal
Shäekara, im Reich der Rosen“


Es war alles in der sauberen Schrift geschrieben, bis auf den Namen „Raûl“ selbst. Der wirkte unbeholfen.

_________________
IT:  Raûl Mazhahk ân Oshead
Zweitchar: Heribas Veneficus
OT: Felix
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Chattras

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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   So Jan 24, 2016 7:57 pm

Nun, das war doch mal interessant. Raûl schien sich eindeutig zum Staatsmann zu mausern. Chattras lächelte ein wenig geschmeichelt - seine Gilde wurde also tatsächlich ernst genommen. Natürlich waren die O Kosh eine ernstzunehmende Organisation, aber das konnte man ja auf dem fernen Westkontinent nicht wissen. Und die Oshead hatten die Angewohnheit, nicht weiter zu denken als bis zum nächsten Rumkrug. Sein ehemaliger Leibwächter hingegen ... nun ja.

Chattras schüttelte den Kopf. Sein Stolz riet ihm, mit diesem diplomatischen Schreiben so schnell wie möglich zu Taja zu rennen, aber er hatte genug erlebt, um es besser zu wissen. Derlei einfach aussehende Glücksfälle waren meistens mit einem Haufen Arbeit verbunden. Und wesentlich weniger glücklich, als man zuerst annahm.
Da war zum einen die Frage, ob und wie die Gilde überhaupt einen neuen, potentiellen Verbündeten bei ihrer Expansion nach Mithraspera akzeptieren würde. Immerhin waren die O Kosh not Un ernsthafte, rational agierende und analytisch veranlagte Leute. Wohingegen Oshead ... nun mal Oshead war. Außerdem hatten sie ja bereits Kontakte. Die Bracar Keltoi waren wesentlich einflussreicher als Oshead, ganz gleich, was die Truppe inzwischen erreicht zu haben glaubte. Dann waren da die ungelösten Schwierigkeiten mit dem Wesen der Hohen Kunst. Die Knochenkönigin stellte immer noch ein unkalkulierbares Risiko dar, obwohl Chattras aufgeschnappt hatte, dass die Eminenzen im Meisterrang an einer Lösung arbeiteten.

(Es war auch noch etwas anderes, was ihn daran fuchste. Mithraspera war immer sein Rückzugsort gewesen, wo er vor dem strengen Reglement der Gilde unter Säufer, Gauner und Naihlar hatte flüchten können. Aber natürlich wandelten sich diese "Anderen" ebenso, wie es seine eigentliche Heimat tat. Eine solche Veränderung ließ sich kaum aufhalten. Besser, sich gleich damit abfinden.)

Der Beschwörer warf noch einen Blick auf das Blatt. Raûl war ziemlich extensiv, was seine Darstellung Takbals und dessen Potential anging. Reichstadt? Mit kaum zweihundert Einwohnern? Und eine Flotte noch obendrauf? Chattras hatte hier so seine Zweifel. Auch die Idee, als Fährdienst um ganz Mithraspera herumzufahren ... mussten sie, um die notwendigen Schiffe zu bemannen, nicht ihre eigene "Stadt" entvölkern? Er würde es glauben, wenn er es zu Gesicht bekäme.

Einstweilen würde er Ihrer Grauen Eminenz Bericht erstatten ... und ihr raten, das Angebot sorgfältig zu prüfen. In der Zwischenzeit konnte er seine eigenen Antworten losschicken. Zumindest hier war er sich sicher: Sie würden vor einer Nachricht der Gilde eintreffen. Von den o Kosh war niemand so verrückt, das zu versuchen, was er vorhatte.

Chattras lächelte in sich hinein und machte sich auf den Weg zu den inneren Kammern.
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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   So Jan 24, 2016 8:36 pm

Eine Woche später, auf einem schmalen Bergpfad am Rande der fruchtbaren Zone der Zuflucht


Eminenz, macht, dass er aufhört.

Chattras verdrehte die Augen. Es war so enervierend.

Ich meine es ernst! Wenn ihr in nicht zum Schweigen bringt, drehe ich um. Und den Piloten nehme ich mit!

Von wegen, tönte eine Stimme aus dem Korb. Sevastopan beachtete sie nicht weiter.

Chattras drehte sich um und betrachtete das Schlamassel. Er legte die Hand auf die Stirn und versuchte, so etwas wie einen beschwichtigenden Tonfall zu modulieren. Ich habe es euch doch erklärt, Meisterzoomorph. Der Befehl ist zu tief in der Primärstruktur vergraben. Ich müsste die ganze Psyche auseinandernehmen, und das könnte ihn kaputt machen. Hört doch einfach nicht hin.

Leicht gesagt, grummelte der schmeichelhafterweise als "Meister" titulierte Zoomorph, ließ sich aber dadurch beruhigen. Es war ja auch nicht sehr angenehm, Eughbert beim Singen zuzuhören. Irgendein Nekromant aus uralten Zeiten hatte sich einen Spaß daraus gemacht, ihm den Befehl zu geben, im Gebirge stets Wanderlieder zu singen. Natürlich war der Kehlkopf des Zombies längst verottet, aber das hinderte ihn nicht am Versuch.

Hngl! Hrgnl! Rööööhhhadrm! Hngl!, tönte es von der Seite. Die meisten Vögel waren vor der kleinen Truppe bereits geflohen, und Sevastopan war versucht, es ihnen gleichzutun. Aber bei diesem Versuch wollte er dann doch dabei sein. Zumindest um zu sehen, wie spektakulär Chattras hier scheitern konnte. Und dafür musste nun einmal jemand den Spiegel tragen.

Während die merkwürdige Truppe ihren Weg zu der abgelegenen, freien Stelle an der östlichen Klamm fortsetzte, versuchte der Zoomorph, ein wenig Konversation zu machen.

Ich muss gestehen, ich bin ein wenig nervös, Eminenz. Was wir hier gemacht haben ... es verstößt vielleicht nicht direkt gegen die Regeln, aber es sieht verdammt danach aus.
Genau, tönte die Stimme aus dem Korb.
Chattras zuckte mit den Schultern. Wenn die Gesamtkonstruktion beim Übergang stabil bleiben soll, muss der Pilot intelligent sein. Zumindest intelligent genug, um die nötigen Berechnungen bei der Realitätsrestrukturierung durchzuführen. Außerdem darf die Fracht ein Maximalgewicht nicht überschreiten.

Sevastopan drehte nervös die Arme hin und her. Sicher, sicher. Aber Versuche an einer intelligenten Lebensform, auch wenn man sie selbst gemacht hat ...
... sind verboten, schallte es aus dem Korb. Die Gebote der Zuflucht sind eindeutig. Keine zur Selbsterkenntnis fähige Seele darf gegen ihren Willen zu etwas gezwungen werden, was sie nicht will. Das verstößt gegen mindestens drei eherne Gesetze!

Chattras blieb stehen, drehte sich herum und hob amüsiert eine Augenbraue. "Gegen ihren Willen zu etwas gezwungen werden, was sie nicht will"? Ist das nicht ein wenig redundant, Gack? Außerdem ... und er trat, böse lächelnd, auf den Korb zu ... kann jemand, wie gesagt, nur zu etwas gezwungen werden, was sie eben nicht will, hm? Und da hast du dich bisher um eine eindeutige Aussage gedrückt. Also: Sollen wir umkehren? Den Versuch abblasen? Wieder zurückkehren und vielleicht auf die nächste Konstellation warten?

Gack, das superintelligente, sprechende Huhn, scharrte in ihrem Korb verlegen mit den Krallen. Es war so eine Sache mit der Intelligenz. Sie machte süchtig. Wenn man einmal mit dem Denken angefangen hatte, wollte man nicht mehr damit aufhören. Und das brachte Begleiterscheinung mit sich, wie intellektuelle Neugier, Leidenschaft am Disputieren, und eine Sehnsucht nach dem Unbekannten. Sie kalkulierte, dass sie aus dieser logischen Falle wohl nicht mehr herauskommen würde, und gestand dem federlosen Zweibeiner seinen Sieg zu.
Nun ja. Also gut. Vielleicht kein Verstoß in dem Sinne. Es könnte nur ein wenig seltsam wirken, das ist alles.

Umso wichtiger, dass wir die Sache baldmöglichst erledigen. Auf gehts. Nur noch ein kleines Stück ...

Männer, Huhn und Zombie setzten ihren Weg fort, begleitet von schauerlichem Geröhre.
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Chattras

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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   Di Jan 26, 2016 10:01 pm

Auf einem Bergplateau, nicht viel später

Chattras hatte die Kreise bereits gezogen und seine Blutsiegel an den wichtigen Stellen appliziert. Kein Reis oder Mehl - dies hier war richtige Arbeit. Feiner Glasstaub glitzerte im Licht der untergehenden Sonne. Ab und zu tanzten bläuliche Funken darüber ...

Sevastopan betrachtete die Sache von der Seite. Sein Teil der Arbeit war mit der Zerebralstimulation des neben ihm herumscharrenden Gallus gallus domesticus größtenteils abgeschlossen, so dass er nur noch starren und kommentieren konnte.

Allerdings nicht so viel wie Gack. Sie war aus ihrem Korb entlassen worden - besser gesagt, sie hatte beschlossen, ihre Sänfte zu verlassen - und zeigte nun huhnhafte Neugier auf die Welt um sie herum.
Du hast da eine Stelle ausgelassen.
Chattas seufzte und verdrehte die Augen. Schlimmer als Vhenan ...
Ich versichere dir, alle systemisch signifikanten Nodices der Kreismatrix wurden ausreichend ...
Dritter Quadrant, Gradient zur Heptalsphäre. Am Nodix vom Kreis des Unerfassbaren und dem Kreis des Neuen Anfangs. Gack spürte Blicke auf ihr ruhen. Ihr habt mir die ganzen Bücher gegeben, oder? Und nachdem ich sonst nichts zu tun hatte ...
Der Beschwörer musste zu seiner Verärgerung (und stillen Beschämung) feststellen, dass das Federvieh recht hatte. Verdammte komplizite Intellektualität! Er griff in die eiserne Schale und begann mit der stillen Nachbesserung.
Es wäre alles so viel einfacher, wenn man Hände hätte. Ihr rosa Riesen habt da wirklich was voraus. Was nützen mir diese Dinger? Gack flatterte ein bischen herum. Kann ja doch nicht damit fliegen. Hände. Oder Tentakel. Kannst du da nicht was machen? Das in Richtung von Sevastopan, der die Szene schaudernd betrachtete.
Ich glaube, ich habe bereits genug angestellt. Wenn das jemand rauskriegt ...
Ach, stell dich nicht so an. Im Zweifelsfall übernehme ich deine Veteidigung. So kompliziert sind eure Gesetze nun auch wieder nicht.

Inzwischen hatte Eughbert den Nimmerspiegel in die Mitte des komplexen Arrangements gestellt und war dann, schweigend (es wurde ja nicht mehr gewandert), an den Rand getreten. Bei derartig machtvollen Invokationen gab es in seiner internen Befehlshierarchie kaum Interpretationsspielraum. Bloß nichts Blödes anstellen!

Chattras trat zurück, lächelte, und griff nach dem Huhn.
Hey!
Es geht los.


Auf der anderen Seite
Einer, der nicht Chattras war, tat etwas, das nicht Greifen war, mit etwas, das kein Huhn war, ist, oder jemals werden könnte. Er-der-kein-er-war, schritt langsam den Raum enger, so dass der Übergang näher heran-stillstand.


Chattras flüsterte Beschwörungen, während er durch die schimmernden, gleißenden Linien schritt. Das Licht der untergehenden Sonne strich über die Kreise, und es wirkte beinahe so, als ob sie bluten würden. Bläuliches Feuer tanzte seinen Körper hinauf und hinab. Geisterhafte Echos und kaum wahrnehmbare Schatten wisperten und zuckten am Rande seiner Wahrnehmung.
Kein Zurück mehr.


Nimmer-Chattras krümmte Nicht-Boden auf unerklärliche Weise. Von Ferne sah-hörte-empfand er die Nicht-Stimme seines Gefährten. Kalt-stille Löcher zwischen den Licht-Tönen zeigten ihm, wohin er den Nicht-Schritt setzen musste. Die andere Seite war da, warm, pulsierend, unbegreiflich. Das Ding, dass nicht Chattras war (und ihm doch so ähnlich wie nur irgendetwas in der Ferne Zwischen Den Welten) streckte den Spiegel zu sich heran und sah ihn offen.


Chattras trat vor den Spiegel des Nimmer-Wahr. Die andere Seite pulsierte, kalt, unbegreiflich. Seine Zunge flüsterte schmarzhaft falsch klingende Laute.
Seine linke Hand zeichnete unmögliche Symbole.
Seine rechte Hand hielt das Huhn.

Nimmer-Chattras war jetzt ganz nah an der Ferne und wurde zu sarttahC, um die Hitze besser ertragen zu können. Er sog Geräusch aus der Stille und formte Hände aus Beschwörungen. Er hielt das Fehlen eines Huhns. Er un-wagte, noch mehr Nähe zu atmen.

Chattras streckte die Hand aus.

.sua dnaH eid etkcerts sarttahC

Der Spiegel-Übergang-Krümmung-Leere kräuselte sich. Die Oberfläche wich vor der zerbröselnden Realität zurück.
Das Sein-Fülle-Verbindung-Wirkbild hauchte Realität aus und zerbrach in eine Gesamtheit. Sterne funkelten.
Kalter Sand rieselte aus der Öffnung. Das Licht ferner Sterne funkelte auf den Kreis.

Übergang

Huhn und Nicht-Huhn berührten sich.

Die Welt zerriss und nähte sich neu.

Gleissende Schwärze füllte die Leere zwischen den Leeren. Ohrenbetäubende Stille breitete sich aus, langsamer als der Stillstand.
Gack erkannte die Formel.

Huhn + Antihuhn = Synhuhn.

Für einen unendlich kleinen Abschnitt unendlich teilbarer Zeit gab es drei Fundamentalkonstanten.

Raum, Zeit und Huhn.

Gack hatte nicht viel Zeit ... den millionsten Bruchteil einer Pseudosekunde etwa. Sie verschwendete keine Kraft damit, sich über die Präsenz ihres Gegenübers aus der Antiwelt zu wundern. Beide Entitäten wurden ein unmögliches Eins und machten sich an die Arbeit. Der Kontakt zwishen Part und Widerpart hatte genug Wirklichkeit zerschmettert, um etwas beinahe Unmögliches zu versuchen. Um ihren Hälse befanden sich, neben einem Antwortbrief und einem Sack Körner, auch eine kleine Phiole, die die eingedampften Reste gewisser Briefe enthielt.
Ursprungspunkte.
Ausgangswahrscheinlichkeiten.
Die Verbindungen der Wirklichkeit lagen nackt vor ihr. Gack, das sprechende, superintelligente SynHuhn begann, sie neu zu ordnen.
Hier ein Strang, da ein Strang ...
Es war beinahe wie Picken.

Sie widerstand der Versuchung, die Wirklichkeit im großen Maßstab zu ändern. Die Paradoxa würden auch so schon schlimm genug werden.
Nur eine kleine Veränderung an Ort, Vektor und Impuls. Ach ja, und eine um 0,4 % geringere Appetitrate auf Hühnerfleisch ...
Dann endete der millionste Teil einer Pseudosekunde. Huhn und Antihuhn trennten sich. Die Wirklichkeiten wurden zurückgebogen. Alles war wie vorher.

Bis auf eine winzige Kleinigkeit.

Hoch über dem Meer, etwa eine Seemeile vor Gutenbucht, manifestierte ein Huhn. Es hatte einen ordentlichen Impuls drauf. Für die Einwohnerschaft möglicherweise bedeutender war die Woge aus Irrealität, die Gack begleitete.

Chattras stand, mit der leeren Hand noch ausgestreckt, vor dem Spiegel. Er grinste zufrieden.
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   Di Jan 26, 2016 10:28 pm

Fellar sah es als erster. Er war aufgewacht und hatte Hunger bekommen. Als er nach draußen trat, um sich nach dem Brotbeutel umzuschauen, fiel sein Blick zufällig auf den Horizont.

Was zum ...

Die Woge aus Unwirklichkeit klang grün, purpurn und unsichtbar zugleich. Sie roch Donnerstag und hatte die Farbe der Erdkrümmung. Während sie sich auf Gutenbucht zubewegte, wurde sie unendlich lang und exakt drei Meter breit.
Aber nur von unten.
Fellar starrte.

Dann traf der von Gack berechnete Vektor auf den von Antigack kalkulierten Ausgangspunkt. Über dem Hafen machte es "uuUNPHL", als die Implosion alle Geräusche in sich hineinsaugte. Ein gleißendes Licht blitzte auf, dass von keiner Mauer und allen Sternen reflektiert wurde.

Fellar, in einer vorübergehenden Zone aus UnGeräuschen gefangen, versuchte vergeblich, mit den heranströmenden Menschen zu kommunizieren. Als er wild mit den Armen fuchtelte, stellte er zu seiner Verblüffung fest, dass er fliegen konnte.
Leider nur für etwa drei Sekunden.

Irrealität schwappte durh die Gassen. Eine kleine Herde blauer, etwa kniehoher Elefanten trat, fröhlich zwitschernd, aus einer Mauer und begann damit, sich im Hafenbecken ein Nest zu bauen. Kakerlaken krabbelten in Massen aus ihren Verstecken und formten Schattenbilder auf den Straßen - Karikaturen bekannter politischer Persönlichkeiten. Sandsteintafeln, auf denen der wahre Name Gottes, der Sinn des Lebens und ähnliche Trivialitäten geschrieben standen, regneten vom Himmel herab und zerfielen beim Aufprall unwiderruflich zu Staub.
In einem Tümpel neben der Hafenmeisterei entstand binnen weniger Sekunden eine uralte Zivilisation vernunftbegabter Garnelen und verging wieder. Sie hinterließ eine (für ihre Maßstäbe kolossale) Statue von zehn Zentimetern Höhe und sonst nichts.

Dann ließen die Störungen nach und gewöhnliche Physik übernahm erneut die Kontrolle. Eine elektrischer Impuls schlängelte sich aus dem Himmel in Richtung Pflaster. Der Luftdruck glich sich den Temperaturverhältnissen an und riss viele der herbeigeströmten Zuschauer von den Beinen. Eine Welle aus Gammastrahlung brandete über die Stadt und sterilisierte alle Einwohner für eine Woche.
Die vom Landungspunkt ausgehende Hitze wurde erst unerträglich, dann aushaltbar, schließlich angenehm
Die Hülle aus unreinem Natriumchlorid, welche Gack während der Passage geschützt hatte, zerfliel und überzog den Hafenboden mit einer feinen Salzkruste.

Aus Rauch, Dampf und Asche trat ... das Huhn.

Gack. Die Post ist da!
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   Do Jan 28, 2016 9:59 pm

Es war ein Schrei, der sie angelockt hatte. Kein entrüsteter oder überraschter Ruf, der durch ein Hoppla (oder in Nanis Fällen ein 'Missverständnis') ausgelöst worden war, sondern ein angsterfüllter, panischer Schrei. Und ein seltsamer Knall. Vhenan brüllte nach der Stadtwache, dem großen Kerl mit dem Schwert, der ständig bei Raûl herumlungerte. Der würde nützlich sein, was immer hier auch geschah. Sie wusste nicht was hier vorging, aber es konnte nichts Gutes sein. War es ein Weltenriss? Waren die Zweifler hier? Andere Verfemte? Das schwarze Eis? Sie war auf alles gefasst, aber nicht weniger angsterfüllt als die umstehenden... oder umliegenden Bewohner. Warum lagen die auf dem Boden? Nani wunderte sich, hatte aber keine Zeit sich darum Gedanken zu machen. Im Vorbeirauschen sah sie in die Gesichter der Bewohner. Sie lebten, regten sich. Das war gut. Die einzige Information, die gerade wichtig war. Nani hielt nicht an und stürmte ums nächste Eck.
RAÛL! ATA!“, rief sie, bevor sie irgendjemand Größeren aus dem Weg schubste, in jeder Hand ein Messer hielt und an dem Huhn vorbeilief. Sie nahm das Federvieh nicht wahr und sah sich hektisch um.
Was ist hier los? Wo sind sie?!
Sie drehte sich um die eigene Achse, bereit die Klingen auf den Feind zu werfen. Aber sie sah niemanden.
Fellar! WAS ist passiert?
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   Do Jan 28, 2016 10:40 pm

Es ging alles zu schnell. Erst war da nur dieses Licht am Himmel gewesen, dann plötzlich all der Krach und die Aufregung. Für einen Moment hatte er geglaubt, dass er noch schlief. (Im Traum konnte er häufig fliegen.) Und jetzt war da schon wieder diese kleine, furchtbar hektische Herrschaft, die immer so laut war. Er stolperte vor ihrem Blick (und den Messern) nach hinten, wobei er eine kleine Statue zertrampelte.
(Das einzige, was von ihr übrig blieb, war die in schwach strahlendes Uran hineingeschmolzene Inschrift. Aber leider konnte niemand die garnelischen Piktogramme erkennen, von Lesen ganz zu schweigen. Grob übersetzt bedeuteten sie etwa: "Damit unsere Geschichte nie ganz vergessen werde.")

Äääähhh ...
Sie fragte auch immer so schwierige Sachen. Woher sollte er denn nun wissen, was passiert war?
Also, da war dieses Licht. Am Himmel. Und dann war auf einmal alles so ... komisch.
Es war schwierig, ein Ereignis zu beschreiben, dass sich mittels einer auf vierzehn Dimensionen (sowie Geruch) basierenden, geometrischen Darstellung, erstellt durch einen komplett Wahnsinnigen, weitaus besser nachvollziehen ließ. Fellar versuchte sein Bestes.
Irgendwie ... lang. Und auch wieder kurz. Und alles schmeckte nach was anderem. Und ich konnte ... äh, fliegen, glaube ich. Aber nur ein bißchen. Er beschloß, die kleinen, zweischwänzigen Tiere lieber aus dem Bericht rauszuhalten. Es hätte die Glaubwürdigkeit strapaziert.
Und dann ... dann war da ein Blitz. Und es wurde heiß, aber nur für ein paar Augenblicke. Jemand hat mich gestoßen, glaube ich. Und, äh ... ja ... also, irgendwer muss das ganze Salz verschüttet haben.
Der Postgehilfe starrte etwas verdattert auf die feine Salzkruste, welche das Pflaster bedeckte. Er konnte sich nicht daran erinnern, das hier irgendwo so viel davon gelagert worden war.


Gack war natürlich erst seit kurzer Zeit intelligent genug, um psychosoziologische Überlegungen anzustellen, aber sie hatte einen Gutteil dieser Zeit in der recht gut ausgestatteten Bibliothek der Zuflucht verbracht. Daher war sie nicht völlig unvorbereitet auf die Welt der Menschen losgelassen worden. Trotzdem hatte sie nicht damit gerechnet, dass sich Chattras' zynische Vorraussagen so exakt bewahrheiten würden.
Sie werden dich wahrscheinlich nicht einmal wahrnehmen, hatte er zu ihr gesagt. Die meisten Menschen sind ein wenig dumm. Und neigen zu irrationalem Verhalten, wenn sie überfordert sind. Wenn du ganz viel Pech hast, drehen sie dir den Hals um. Und stecken dich dann in den Kochtopf. Wir sollten uns also besser einen idiotensicheren Plan überlegen, mit dem du so schnell wie möglich an deine Kontaktpersonen herankommst. Ich habe mir da folgendes gedacht:
Als erstes brauchen wir einen Idioten ...


Nach ein paar vergeblichen Versuchen, mit den aufgeregt herumflatternden Eingeborenen Kontakt aufzunehmen, verdrehte das Huhn enerviert die Augen und machte sich daran, den Plan in die Tat umzusetzen. Der da sah vielversprechend aus.


Auch Brokk war von den Ereignissen überfordert, aber in seinem Fall galt das auch für Wetterleuchten, Leute, die andere Sprachen sprachen und Wörter mit mehr als drei Silben. Vielleicht war es gerade dieser Mangel an Retrospektion, der ihn dazu brachte, zuzuhören, als eine leicht genervt wirkende Stimme etwa auf Höhe seines Knies plötzlich zu ihm sprach.
Hey du! Ja du, der Große mit den zusammengewachsenen Augenbrauen. Dich meine ich. Pass auf: Ich bin eine verzauberte Prinzessin, und wenn du mich zu deinem König bringst, dann hast du drei Wünsche frei,

Und so kam es, dass Brokk Vhenan noch im Gespräch auf die Schulter tippte und folgendes sagte:
Tschulledun', eua Wohlkeboan. Ich happ die Prinsessin vom'n Zaubawald gefunn'n. Hia!
Und hielt Vhenan das Huhn hin.

Es war ja nur teilweise gelogen. Auf dem Hof hatte Gack zu den Damen der ersten, huhnischen Gesellschaft gehört.
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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   Do Jan 28, 2016 10:57 pm

Fellar schien unangebracht ruhig. „Red endlich, verdammt!“, forderte sie barsch. Warum zum Geier war der immer so unendlich langsam! Ausgerechnet jetzt! Der sollte seine Zähne auseinander bekommen und berichten! Aber was er dann sagte ergab keinen Sinn. Vhenan hörte Fellar zwar zu, sah sich aber noch immer alarmiert um. Ein Blitz? Es wurde heiß? Das kam ihr bekannt vor. Ihr Herz klopfte schneller und sie wurde noch hektischer. Wo war der Feind? Hier war niemand!! Sie sah keine Grauen, aber ihre Hände begannen zu schwitzen und sie umfasste die Griffe der Dolche kräftiger. Die Klingen würden ihr vermutlich einen Dreck bringen, aber sie fühlte sich sicherer.

Erst als Brokk ihr auf die Schulter tippte, nahm sie ihn wahr. Der war ja tatsächlich gekommen! HA! Wenigstens das! Das war gut! Aber die Kleine sah niemanden, auf den sie ihn hetzen konnte! Stattdessen sah sie ein Huhn.
Zauberwald? Was?“, sie war für einen Moment überfordert. Ihr Verstand erwartete einen Feind, aber hier war niemand. Und ihr Körper konnte die Spannung nicht herauslassen.
Seid ihr alle vollkommen bescheuert?! Nimm dieses scheiß Huhn weg! WAS ist hier los?“, rief die Kleine aufgebracht und ziemlich pampig, aber wenn der Feind vor den Toren stand (oder unsichtbar woanders) dann musste man die irgendwie in Schwung bringen.
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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   Do Jan 28, 2016 11:12 pm

Fellar wich erleichtert zurück, als Brokk die kleine Herrschaft ablenkte. Dass die auch immer so furchtbar schnell sein musste. Da kam man ja kaum hinterher. Außerdem - und hier lugte er noch einmal vorsichtig auf dem Platz herum - war die größte Aufregung ohnehin schon wieder vorbei. Nur ein paar Brandspurzen sowie diese unerklärliche Salzschicht zeugten noch von dem Geschehen. Und irgendwas kratzte ihn in seinen Sandalen.
Während Vhenan sich über Brokk hermachte, nutzte Fellar die gute Gelegenheit zum Rückzug.


Besagter Brokk war in einer wesentlich unangenehmeren Lage. Da war das Glück endlich mal auf seiner Seite - eine verzauberte Huhnsprinzessin! Wie in den Geschichten! - und die Herrschaft verhielt sich überhaupt nicht, wie sie sollte. Zugegeben, Vhenan war keine Königin, aber sie hätte zumindest, über ein paar Ecken, Zutritt zum Archon. Und bei Hofe wurde der glückliche Finder des Zauberhuhns bestimmt belohnt. Aber statt zuzuhören und ihn zu loben, fuchtelte sie nur mit den schrecklichen Messern herum und schrie wirres Zeug. Hatte Fellar es ihr nicht eben erklärt?
Uh ... ah, äh .... ich ... ich weiß doch auch nich'.

Gack hatte genug gesehen und entschloss sich, die Kontrolle über die Situation zu übernehmen. Mit einem entschlossenen Picken veranlasste sie Brokk dazu, sie fallen zu lassen. Ihre Flügel waren natürlich, wie bereits erwähnt, nicht zum Fliegen gedacht. Aber mit etwas verzweifeltem Flattern konnte sie sich zumindest lange genug in der Luft halten, um der von Brokk ausgewählten Autoritätsperson in die (glücklicherweise nicht so hoch gelegenen) Augen zu schauen.

Hallo! Hey, kein Grund zur Panik. Alles in Ordnung. Der große Krawall ist vorbei. He, schau mich an. Du ... sie warf einen etwas schärferen Blick auf ihr Gegenüber ... du bist nicht zufällig Vhenan Bazhima, oder?
Hallo, freut mich, dich kennenzulernen. Ich bin Gack. Ich bringe die Post.


Dann plumpste Gack endgültig zu Boden.
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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   Do Jan 28, 2016 11:24 pm

Was weißt du eigentlich? Du bist die verdammte Wache, du hast aufzupassen!“, motzte Vhenan natürlich weiter und reagierte erst, als das Huhn vor ihr in der Luft herumflatterte. Sie war kurz davor es grob aus der Luft zu fischen, immerhin ging es hier um Wichtigeres, da... sprach es.
Und kannte ihren Namen? Nani blinzelte mehrfach und glotzte dem Huhn entgegen, das dann auf dem Boden landete
Was... wie.... aber.... woher weißt du wer ich bin? Und wieso kannst du sprechen? Was für Post? Was...?
Ihre Messer hielt sie dabei neuerdings bedrohlich auf das Federvieh gerichtet. Mit dem Flattermann würde sie definitiv fertig werden. Aber... wieso? Vhenan war überfordert von dem sprechenden Huhn und dem Fernbleiben der feindlichen Truppen.
Hat Heribas hier gezaubert?“ Der Alchemist war dazu ja theoretisch gar nicht in der Lage, aber man konnte sich nie sicher sein wozu diese Naeviten fähig waren. Vielleicht hatte der sie alle beschissen und konnte doch mehr als er sagte!
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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   Do Jan 28, 2016 11:58 pm

Gack erkannte, das in diesem Fall ein wenig mehr Federspitzengefühl gefragt war. Immerhin war diese Menschenfrau gerade einem kleineren Irrealitätsdurchbruch ausgesetzt gewesen. Gack wusste natürlich nicht, wie oft die hier vorkamen, aber der Reaktion nach zu urteilen ... nicht allzu oft.Sie nahm eine Haltung ein, von der sie hoffte, dass sie auf Menschen beruhigend wirkte. Zumindest bei den anderen Hennen hatte das immer funktioniert. Schnabel nach unten, Flügel ausgebreitet, Kopf zur Seite, so dass man den Hals sehen konnte. (Nicht zu sehr zur Seite, nur für den Fall, dass die Frau mit den scharfen Messern auf Ideen kam.) Dann, in einem möglichst wenig bedrohlichen Tonfall:

Nein, nein. Äh, also, hör zu, du kannst die Dinger wieder wegstecken. Die Schau ist vorbei, es gibt hier niemanden zum Abstechen. Gack schluckte. Mit Abstechen kannte sie sich aus - jetzt. Es gehörte zu den unangenehmeren Seiten des intellektuellen Erwachens, herauszufinden, was hinter den Türen eines Bauernhofs wirklich vor sich ging.
Heribas ... ist das nicht der Alchemist? Hat nichts damit zu tun, ich verspreche es dir. Geschickt wurde ich ... wie war das noch? Ah ja.
Von Ihrer Eminenz Chattras. Sohn des Serrasthes, Haus Melanes, Eingeweihter in das Mysterium Somai, Schüler der Taja und O Kosh not Un. Von ihm habe ich auch die Namen. Er hat euch geantwortet.
Aus irgendeinem Grund hatte Chattras darauf bestanden, dass sie den ganzen Sermon beim ersten Mal herunterbetete. Es gab bestimmt einen guten Grund dafür, aber Gack wollte ums Verrecken keiner einfallen.

Von weiter oben tönte eine Stimme.
Also, äh ... du bisse gar keine versauberte Prinsessin nich'?
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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   Fr Jan 29, 2016 12:20 am

Vhenan beobachtete jede Bewegung des Federviehs misstrauisch und entspannte sich kein Stück. Sprechender Hühner waren nicht normal, auch hier nicht! Allerdings hatte sie schon mit weit merkwürdigeren Gestalten gesprochen... Nani konnte sich nicht ganz entscheiden und ließ die Messer nur um einige winzige Zentimeter sinken. Bereit sie zu benutzen.
ICH entscheide, wann und ob ich sie wegstecke.“, stellte sie knurrend klar und sah sich sicherheitshalber um, ob hier nicht noch irgendwo andere Hühner herumstolzierten. Aber das Huhn schien allein zu sein.

Sie stutzte ein weiteres Mal. Das Vieh wusste wer Heribas war? Aber sie wusste nicht wer dieses Brathuhn war! Bis...
Ah ney, felszlach!“, jammerte sie und ließ die Messer tatsächlich sinken.
Dann sprach sie rituell anmutend mit. „in das Mysterium Somai, Schüler der Taja und O Kosh not Un.... jaja ich weiß....“ Nani seufzte leidend und auf einmal kam ihr das alles hier vollkommen normal vor. Sie steckte das eine Messer zurück an den Gürtel und das andere in die angebrachte Rückenscheide ihres Ledertorsos. Dann betrachtete sie das Huhn zum ersten Mal genauer. Es war nur ein verdammtes Huhn. Dabei hätte das hier ein Angriff der Grauen sein können. Und sie waren so unvorbereitet. Keiner hatte etwas getan! Das ging so nicht.

Nani entspannte sich trotz der düsteren Gedanken vollkommen und sah dann zu Brokk.
Wenn das hier eine verzauberte Prinzessin ist, dann bist du die neue Nyame.“, maulte sie und funkelte den Brocken verstimmt an.
Zieh Leine und bring deine Männer auf Vordermann. Wenn das hier ein Angriff gewesen wäre, dann wären wir jetzt alle tot. Oder schlimmeres!
Es war ihr Schleierhaft warum Raûl diese Hohlbirne als Wächter eingesetzt hatte!

Sie wandte sich Gack zu und klang nicht weniger freundlich. „Auf eine Weise ist das sogar ein Angriff! Was hat Chattras gemacht? Wie hat er das geschafft? Das kann nur ein Zufall gewesen sein! Wo wollte er dich wirklich hinschicken?.... Warst du vorher auch schon ein Huhn oder ist das einer seiner... berühmten Nebeneffekte? Hat er den Reiskreis wieder versaut?
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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   Fr Jan 29, 2016 12:53 am

Brokk verzog sich, leise maulend. War es etwa seine Schuld, dass hier plötzlich so komische Sachen passierten? Bisher hatten seine Ferigkeiten als Stadtwächter (stundenlang auf denselben Punkt am Horizont starren, lauter brüllen als alle anderen und die Fähigkeit, einen Randalierer in der Taverne mit einem anderen Randalierer bewusstlos zu schlagen) noch immer ausgereicht. Und die Verfemten griffen, wie er genau wusste, nur ungläubige, elementaruntreue Leute an. Also mussten sich diese Neulinge nur so lange Sorgen machen, wie sie ihre komischen Endschlenker weiterhin im Munde führten.
Er machte sich daran, die Menge auseinanderzutreiben und für Ruhe zu sorgen. Das konnte er gut.


Am Blick der jungen Frau erkannte Gack, dass die Situation noch nicht überstanden war. Chattras' Name hatte zwar die größten Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt, aber nun mussten bessere Erklärungen her als verzauberte Prinzessinnen. Und das war schwierig, denn der Beschwörer hatte ihr eindringlich klargemacht, dass die Leute hier nicht viel Ahnung von hyperspatialer Realitätsdiffernetik hatten. Sowie kaum Geduld mit langen Wörtern.
Gack versuchte ihr Bestes.

Also, das mit dem Huhn, sagte sie, während sie verlegen mit den Füßen scharrte, das war schon so. Sprechen und denken, das war nicht er. Er hat da jemanden gefunden, der mit Tierverwandlungen arbeitet. Eine Art Alchemist.
Zoomorphie war natürlich nicht ganz dasselbe, aber dafür wäre später noch genug Zeit.
Er hat ein paar Sachen versucht, um euch die Post zu schicken. Aber das Truthuhn ist explodiert, der Maulwurf ist verschwunden und der Albatros, äh, der ist jetzt, glaube ich, das Auge im Sternbild des Drachen. Es war verwirrend genug, das erklärt zu bekommen - umso schwerer, es dann auch noch weiterzuerzählen. Gack ging schnell über die Vorgeschichte hinweg.
Also hat er was Neues ausprobieren wollen. Dafür brauchte er einen intelligenten Boten, der aber nicht größer sein durfte als ... naja. Mit einem Flügelzucken wies Gack auf ihre Gestalt und allgemeine Situation hin.
Sie haben mich ... gemacht. Dieser Vorgang löste Bei Gack immer noch leichtes Unbehagen aus. So, wie sie es verstanden hatte, war es keineswegs einfach gewesen und klappte auch nicht mit jedem Tier. Tatsächlich war sie wohl die Ausnahme gewesen, die die Transformation erst möglich gemacht hatte. Trotzdem war es erschreckend, so plötzlich aus seiner Spezies herausgerissen und zu etwas bislang Unvorstellbarem zu werden. Auch darüber ging Gack schnell hinweg. Sie kannte diese Frau nicht, und Chattras' Beschreibungen nach zu urteilen, fehlte es ihr wahrscheinlich am nötigen Verständnis für solche komplexen Themen. Obwohl sie eigentlich ganz nett wirkte. Besonders jetzt, da die Messer weg waren.

Und dann hat er mich losgeschickt. Also, die Sache ist so ... Gacks Gefühl sagte ihr, dass Vhenan die Erklärung wahrscheinlich nicht gefallen würde.
Wir haben das Raum-Zeit-Kontinuum gesprengt. Also, ein bißchen. Eigentlich nur für mich. Ich hab es wieder zusammengepickt und mich dabei woanders hin gesetzt. So etwa ... Gacks Flügel deutete auf den Himmel über der Stadt ... dahin. Mit noch ein bißchen Drall, damit ich sicher landen kann. Der ganze Kram danach, das lag am unzureichend phasierten Realitätsreintegrationskoeffizienten. Gack konnte natürlich nicht verlegen lächeln, aber sie versuchte ihr Bestes mit dem Schnabel, den sie hatte.
Äh, ich hab beim Rückfädeln nicht ganz aufgepasst. Musste an einen Wurm denken. Hätte aber nichts Schlimmes passieren können - wenn es ganz schief gelaufen wäre, wäre ich nie aufgetaucht, und ihr hättet gar nicht gemerkt, dass ich unterwegs war.
So. Das war's

Gack atmete tief durch. Vhenans Blick wirkte nicht besser.
Hey, guck mich nicht so an. Ich habe mir das auch nicht ausgesucht.
Das war eine eidicke Lüge - Gack hatte sehr wohl freiwillig mitgemacht. Aber sie zählte darauf, dass Vhenan noch nicht so gut darin war, Hühnermimik zu deuten.
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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   Fr Jan 29, 2016 1:14 am

Nani lauschte den Worten des Huhns unerwartet genau. Man unterhielt sich zwar selten so intensiv mit einem Federvieh, aber ja, sobald Chattras involviert war, änderte sich einiges. Gacks Haltung und das ganze Gehabe war auf seine Weise sogar amüsant, aber noch war Vhenan nicht nach einem Grinsen zumute. Bis das Truthuhn explodiert sein sollte. Da fiel die Fassade. Vhenan grinste zuerst verhalten, versuchte es zu unterdrücken, scheiterte aber kläglich. Explodiert, verschwunden, verschwunden. Vhenan lachte plötzlich laut und hämisch. „Ja, das sieht ihm ähnlich.“ Sie kicherte noch eine Weile albern vor sich hin, während sie gar nicht erst versuchte das alles zu verstehen.

Sie hörte zwar augenscheinlich zu, tat es aber in Wahrheit nicht. Sie reagierte erst wieder, als Gack sich beschwerte. Das Huhn klang ja fast wie sie selbst! Vhenan stritt auch ständig inbrünstig ab Dinge getan zu haben, die irgendwie schief gelaufen waren.

Hm...“ Noch war ihr Blick prüfend. Es klang so unglaubwürdig, dass es für Chattras normal war. Ja, sie hatte gar keine Wahl, sie glaubte es einfach. Wer würde sich das ausdenken, nur um ihnen ein Huhn vor die Nase zu setzen?
Ich versteh kein Wort von dem was du sagst... aber das ist bei Chattras und seinem komischen Handwerk nichts Neues... ich will gar nicht so genau wissen was die dahinten alles machen. Oder nicht machen...

Sie musterte Gack ein weiteres Mal und legte den Kopf schief. Schickte die Eminenz ihnen ein Huhn. Sie hatte nicht gewusst, dass das geht.

Tja dann kannst du ja froh sein nicht selbst explodiert zu sein.“, antwortete Vhenan deutlicher amüsiert und schüttelte fassungslos den Kopf. Da war der Kerl so weit weg und trotzdem murkste der hier herum.
Dann... ähm... Atata, Gack. Willkommen in Gutenbucht. Meinen Namen kennst du ja offenbar... Geht's dir.... gut? Soweit... naja... es einem Huhn gut geht...“, fragte sie vorsichtig. Bei Chattras' Experimenten konnten einem durchaus mal übel werden, nahm sie an, besonders wenn irgendetwas gesprengt worden war.

Wo ist denn dann die Post? Holt er dich zurück? Wenn ja, dann sag uns aber vorher bescheid, damit nicht wieder alle verwirrt sind. Und dann kannst du ihm gleich was von mir ausrichten!


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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   Fr Jan 29, 2016 4:57 pm

Also schien es, als ob alles doch gut ausgehen würde. Gack hatte für einen Moment befürchtet, den Rückzug antreten zu müssen. Kein angenehmer Gedanke, in einer fremden Stadt auf der anderen Seite der Welt. Aber die kleine Menschenfrau schien Gacks besondere Natur bereitwillig zu akzeptieren. Chattras' Name wirkte hier tatsächlich Wunder. Etwas an all den Bemerkungen (sowie das beständige Seufzen des Beschwörers, wenn das Thema auf Oshead kam) ließ auf eine komplexere Hintergrundgeschichte schließen. Aber Gack wagte zu diesem Zeitpunkt nicht, Spekulationen nachzuhängen. Es war alles auch so schon schwer genug.
Das Huhn schüttelte ein paar zerzauste Federn ab und pickte einige Male auf den Bodenl, hauptsächlich aus Gewohnheit.

Explodiert? Nein, nein. Das wäre alles viel, äh, weniger bombastisch verlaufen. Rückkopplung und so. Viele Winkel, ein Schnittpunkt. Zurück ist leider nicht so einfach. Etwas kompliziert zu erklären.
Wenn es etwas gab, was Gack an Vhenan wurmte, dann ihre Tendenz, auszusteigen, wenn es kompliziert wurde. Chattras hatte auch das vorausgesagt, und es war entnervend, wie oft er bislang recht behalten hatte. Gack beschloss, sich auf das Nötigste zu beschränken. Als sprechendes Huhn wurde man, seltsamerweise, auch so schon oft genug ignoriert. Keine Sorge. Aber dank. Und danke für das Willkommen. Nett habt ihr es hier. Sehr ... malerisch.

Gacks huhniger Blick glitt über die Hafenmole. Auf der war Brokk gerade damit beschäftigt, die Schaulustigen auseinanderzutreiben. Eine der geschäftstüchtigeren Einwohner hatten erkannt, dass das Salz auf dem Boden niemandem gehörte, und schaufelten es mit ihren Händen in alle möglichen Beutel und Taschen.
Tja. Gack, sagte Gack. Die Post habe ich verstaut. Als ihr flügellahmen Kahlhäute plötzlich so wild durcheinandergeflattert seid, wollte ich das Ding nicht um meinen Hals hängen haben. Da hinten, bei dem Mikrofantennest.

Gack huschte über das Pflaster zum Wasser. Mit dem Schnabel pickte sie ihre kleine Tasche auf, die, sorgfältig über eine Wurzel geschlungen, an der Kaimauer baumelte. Als sie sich herunterbeugte, lugte ein kleiner blauer Rüssel freundlich-vorwitzig aus dem Gestrüpp, und es ertönte ein fröhliches Tröten.
Die werden es auch nicht mehr lange machen, meinte Gack zu niemand bestimmtem. Obwohl ... momentan sehen sie stabil aus. Sie schlang sich die Tasche um den Hals und sah zu Vhenan auf.
So. Was das andere angeht - ich bin recht hungrig. Nicht-assimilierte Materie wird beim Transit in einem Zufallsvektor - sie sah den Gesichtsausdruck ihres Gegenübers und fuhr den Anspruch etwas nach unten - soll heißen, Essen. Also, nicht verdautes. Es bleibt irgendwo hängen. Daher ist mein Magen leer. Habt ihr Korn? Oder ... Würmer?

Gack schaute Vhenan erwartungsvoll an. Ein guter Wurm wäre jetzt genau das Richtige.
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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   Sa Jan 30, 2016 1:29 pm

Malerisch, hm?“ Vhenan kam nicht darum herum eine Beleidigung in diesen Worten zu suchen. Immerhin kam dieses Huhn aus einer ganz anderen 'Gesellschaft'. „Ist bestimmt hübscher als bei euch.“, meinte die Naihlar knapp. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass diese Zuflucht besonders belebt und stilvoll ausgestattet war, wenn sie ihre Standards mit denen von Chattras verglich. Bestimmt war da alles dunkel und voller Blut und lebenden Toten. Nani schüttelte sich und wollte gar nicht weiter in diese Welten eintauchen.

Stattdessen fand sie eine neue Beleidigung. „Flügellahme Kahlhäute? Gib mal nicht so an mit deinen Stummeln da!“, maulte Vhenan, grinste aber doch angenehm überrascht. Ein Huhn, das die Kunst der Beleidigung ansatzweise beherrschte, selbst wenn es nur unbedacht gewesen war. Das gefiel ihr.
Dann stutzte sie. „Was für ein Nest?
Nanis Blick und auch ihre Füße folgten dem Vogel, aber sie verstand nicht um was es ging. Also glotzte sie nur und wartete, bis das Huhn die Post gefunden hatte.
Die Naihlar war so frei dem Huhn die Tasche abzunehmen und lauschte dann den Ausführungen.
Reden die da, wo du herkommst, alle so?“, fragte sie und überlegte.

Würmer..Hm.. keine Ahnung. Vielleicht auf der Baustelle bei der lockeren Erde. Oder dahinten im Gestrüpp. Unter den Steinen könnte was rumkriechen, da bin ich neulich auf ein Krabbeltier gestoßen. Na komm mal mit, wir finden schon was.
Nani stapfte voran und machte sich auf die Mission: Fütter das Huhn! Die Post konnte noch einen Moment warten, immerhin schrieb Oshead Gastfreundschaft groß. Selbst wenn es um ein sprechendes Huhn ging.

Geht es Chattras gut? Ich hoffe doch er hat sich bei seinen Bemühungen uns die Post zu schicken nicht verletzt.“ Ein deutliches Grinsen lag auf Vhenans Lippen. Das sehe ihm ähnlich. Allerdings war es auch erschütternd, dass er tatsächlich etwas herübergeschickt hatte.
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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   So Jan 31, 2016 9:48 pm

Gack wackelte mit den Flügeln, um zu zeigen, dass ihre "Stummel" durchaus zu etwas zu gebrauchen waren. Vergeblich. Außer ein paar losen Federn regte sich nicht viel, in dem unaerodynamischen Hühnerkörper.
Ich habe ihm gesagt, dass ich Hände brauche. Oder Greifer, murmelte sie in ihren Schnabel hinein.

Sie blickte zu ihrer Begleitung aus einem Auge nach oben. Dieser federlose Zweibeiner war anders als die beiden Menschen, welche sie bisher (bewusst) kannte. Weniger ... fokussiert. Und weniger ernst. Durchaus eine angenehme Abwechslung.
Gack zuckte mit den Flügeln, als das Gespräch zum Bergtal der Zuflucht kam. Muss zugeben, so viel habe ich nicht gesehen. Nachdem ich ... erwacht bin, habe ich sehr schnell sehr viel gelernt. Geht jetzt nicht mehr so einfach. Muss was mit dem Raum zu tun haben. Sevastopan meinte, der Verstand dehnt sich mit dem Inhalt. Gack war sich nicht ganz sicher, was das heißen sollte - sie war Physikern, keine Psychologin. Also habe ich ganz viel gelesen. Bücher haben sie da jede Menge.
Sie überlegte kurz.
Eigentlich bin ich kaum aus dem Haus rausgekommen. Ist mir da aber gar nicht seltsam vorgekommen. Chattras hat mir dann auch ein paar Sachen erzählt, aber da ging es hauptsächlich um die. äh, Reise. Die Gespräche über komplementäre Realitätstheorie waren sehr interessant gewesen, aber das sah Vhenan vielleicht nicht so.
Es gab so viel, ich wusste gar nicht, wo ich anfangen sollte. Weiß ich jetzt immer noch nicht, um genau zu sein. Es ist definitiv kälter da. Und die Luft schmeckt anders. In diesem Sandland hier fühlen sich meine Federn viel zu schwer an. Ich hoffe, ich mausere nicht. Gack hatte so etwas wie Schamgefühl, wenn auch erst seit kurzer Zeit.
Davor ... da war eben der kleine Sandplatz hinter dem Haus. Aber da ging es mir mehr um Würmer. Und um, ähm, den Hahn.
Unter den Federn konnte man nicht sehen, wie Gack rot wurde, aber sie steckte den Kopf trotzdem unter den Flügel. Dann:
Apropos Würmer - sind wir bald da? Gack lugte um eine weitere Ecke und trapste fröhlich voran. Das Huhn schien lange nicht so schreckhaft wie andere seiner Art, was vielleicht mit ihrer latenten Geistesabwesenheit zu tun hatte. Sie dachte schon wieder an etwas anderes.
Mir fällt ein ... am Schluss habe ich das ganze Ding mal von oben gesehen. Als wir den Bergpfad raufgeklettert sind. Sah eigentlich ganz nett aus. Zwei große, graue Mauern, und dazwischen ein Band aus Grün. Ich glaube, Chattras hat mir erklärt, dass sie nur wenig fruchtbares Land haben. Und deswegen alles, was da ist, ganz besonders hart bearbeitet wird. Die Gestalten auf den Feldern sahen komisch aus. Bewegten sich wie Maschinen. Gack zupfte sich eine lose Feder aus, während sie weiter nachdachte.
Und drumrum, die Felsen ... ich glaube, Sevastopan hatte mir davon was gesagt ... genau: Dass sie alle durchtunnelt sind, wie ein Feld voller Würmer und Maulwürfe. Dass sie da ihre Animaten lagern und überhaupt alles, was nichts mit Essen und Leben zu tun hat. Ich habe es nicht so genau verstanden, weil der Animat so laut gekrächzt hat.

Sie sah noch einmal in Richtung ihrer Begleitung und ihr schien wieder etwas einzufallen.
Der schwarzfedrige, Chattras ... ich meine, ich erinnere mich, dass er mal gesagt hat, dass es sicher wäre. Von Außen und Innen. Nichts kommt rein, was sie nicht wollen. Aus irgendeinem Grund brachte sie Vhenans Namen mit dieser Information in Verbindung, aber ihr fiel nicht mehr ein, warum. Es gab bestimmt einen Grund ...

... und dann dachte sie wieder an etwas anderes.
Ihm geht es gut, glaube ich. Hat sich die Flügel gestutzt, beim Ritual, mit den eigenen Krallen, aber das gehört wohl dazu. Sah ziemlich selbstzufrieden aus, als er mich in den Spiegel gesteckt hat. aAber was danach war, kann ich nicht sagen. Wäre mir allerdings aufgefallen, wenn auf der anderen Seite was schiefgegangen wäre. So, sagte sie, als sie vor einer der vielen Baugruben in der Stadt zum Stehen kam, ist das die Wurmgrube? Ich sehe gar nichts.

Während Gack argwöhnisch im Sand pickte, starrten ein paar Gutenbuchtler nervös in Vhenans Richtung. Dass die Herrschaft seltsam war, hatte man natürlich gewusst, aber das mit dem Huhn ...
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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   So Jan 31, 2016 10:44 pm

Wer ist Sevastopan? Ein Freund von Chattras? Noch ein Magier? Beschwörer? Reiskreisleger?“, man hörte ein wenig Spott aus ihrer Stimme heraus. Und Verwunderung. „Ich kann kaum glauben, dass du hier bist... dann ist ja tatsächlich etwas geglückt.....wenn auch erst beim... welcher ist das? Der vierte Versuch? Zumindest von denen du weißt. Ha! Wer weiß wie viel dem vorangegangen ist!

Nenani gluckste noch ein wenig, bevor ihr Enthusiasmus stark gebremst wurde. „Du hast freiwillig ganz viele Bücher gelesen? Unfassbar... ich höre lieber Geschichten zu. Die sind lebendiger und nicht so langweilig. Und sie ändern sich von Zunge zu Zunge... da passiert immer etwas Neues.“, war Vhenan in die Unterhaltung fand nichts verwerflich daran sich mit einem Huhn zu unterhalten. Wer sich mit der Rotte unterhielt und mit Smieh tanzte war abgehärtet. 'As uth' fiel ihr da spontan wieder ein.Was auch immer das bedeutete. Sie dachte darüber nach und lauschte der seltsamen Stimme des Huhn nebenbei.

Den Hahn! Uhh!“ Vhenan lachte laut. „Tak Tak!“, jubilierte sie und grinste weiter hoch erfreut vor sich hin. „Du gefällst mir.“, urteilte sie spontan, wie sie es immer tat. Da ging ihr ja glatt das Herz auf. Sie lief unbeeindruckt weiter und ignorierte Gacks Frage. Ungeduldig war das Huhn also auch.

Was ist denn ein Animat?“, fragte die Nailar neugierig. Sie hielt nicht viel (noch weniger als gar nichts) von diesem wissenschaftlichen Geschwätz, aber Informationen schlug sie natürlich nicht aus.
„Bei dem was die da machen, müssen sie sich auch verbarrikadieren können...ich hoffe ich muss da niemals hinlaufen.“ Der Grund dafür wäre tragisch. Nani wirkte auf einmal etwas ernster. Wenn es doch der Fall sein sollte, dann wäre es kein guter, aber ein halbwegs ertragbarer Weg. Denn die Seele wäre noch da. Und nicht bei anderen verschwunden...

Ohne Blut läuft bei denen nichts. Bestimmt hat er sich wieder in die Handinnenfläche geschnitten. Da wo es am idiotischsten ist... aber da rede ich mir seit Jahren Knoten in die Zunge.“ Nani seufzte. Blutmagier waren bescheuert in dieser Hinsicht. Allesamt.

Atata!“, rief Nani den Glotzern entgegen, grinste und wunk einmal, bevor sie sich auf das Huhn konzentrierte. Die hatten hier alle viel zu wenig von der Welt gesehen und wunderten sich über jeden Mist.„Ja, das ist eine Grube... Würmer müsste es eigentlich geben. Ich weiß nicht.. mit Erde kenn ich mich nicht so aus, aber ich hab hier schon Krabbeltiere gesehen. Du kannst ja danach suchen...“ Vhenan blieb stehen, das Gold schepperte ein letztes Mal und sie deutete einladend auf die Grube.
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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   So Jan 31, 2016 11:16 pm

Reiskreis ... was? Gack wirkte für einen Moment verwirrt. Äh, nein. Sowas nicht. Er ist Alchemist. Und Züchter. Er macht Tiere ... anders. Das Huhn hielt sich nicht damit auf, zu elaborieren, auf welche Weise die Tiere anders gemacht wurden. Ihrer Meinung nach sollte das offensichtlich sein.
Sie müssen wohl ziemlich lange herumprobiert haben. Es ist ja auch keine einfache Aufgabe - immerhin ist nicht nur ein Ozean dazwischen, sondern auch völlig andere metathaumaturgische Gegebenheiten. Äh. Also, die Sache mit den Elementen und so. Das macht alles anders, hier. Gack guckte ein wenig selbstzufrieden. Aber sobald sie ein Huhn hatten, war es natürlich viel leichter. Einfach mehr Hirn pro Körper. Das können Enten nicht. Arrogante Plattschnäbel. Gack schüttelte sich kurz.

Über Vhenans Bibliophobie ging sie hingegen schweigend hinweg. Für ein Geschöpf, das erst seit zwei Wochen lesen konnte, hatte sie für Bücher einiges übrig. Sie waren leichter zu handhaben, und man konnte sie auch mit dem Schnabel umblättern. Außerdem hatte Gack das Gefühl, dass ihr die Autoren geistig näher waren als echte Leute. Immerhin waren nicht alle von ihnen menschlich.


Uhh. Das Huhn guckte kurz ein wenig betreten drein, als Vhenan ihre hahnbezogenen Eskapaden so lautstark feierte. Im Nachhinein waren ihr manche Sachen peinlich - der Kerl war ein Idiot gewesen, aber nun mal der einzige Hahn im Korb. Und sie war jung und noch nicht vernunftbegabt. Äh, ja. Taktak, genau. Ist vielleicht nicht für jeden. Ähm, äh ... äh (schnell was anderes ansprechen) Blut? Was ist denn mit euren Händen? Ich habe ja keine.
Ich glaube aber, er macht es, damit es mehr weh tut.

Jetzt aber merkte Gack endlich, dass Vhenan keinerlei Anstalten machte, sie irgendwie einzuladen oder das Geschirr zu holen. Was suchen? Habt ihr keine Tische hier? Schalen? Ein wenig leichte Musik zur Mahlzeit? Chattras meinte ja, dass ihr ein wenig barbarisch wärt, aber so, vom Boden ... oh, tut mir leid.
Gack presste sich den Flügel vor den Schnabel und linste durch die Federn zu Vhenan hoch. Hoffentlich war sie jetzt nicht sauer.


Weiter unten in der Grube hatte inzwischen einer der naihlar'schen Einwanderer, welcher gerade von einer besonders exzesiven Sauftour erwacht war, die kleine Szene mitangesehen. Er beschloss, fürdehin dem Rum abzuschwören. Oder doch zumindest für eine Woche.
Na gut, bis übermorgen.
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BeitragThema: Re: Weitfortgebrachtes   So Jan 31, 2016 11:36 pm

Das... weiß ich nicht.", meinte Vhenan überfordert. Enten, Hühner, metairgendwas und Elemente. Das war ihr tatsächlich zu hoch und sie wollte sich gar nicht damit befassen. Deswegen ignorierte sie diese Ausführungen vorübergehend. Ihre Frage war immerhin beantwortet.

Ja stimmt... da war irgendwas mit mehr Schmerz... soll bessere Ergebnisse bringen. Ich hab ihm mal angeboten ihm auf den Fuß zu springen..“, glaubte sich die Naihlar dunkel zu erinnern. Da war etwas gewesen, aber sie hatte doch wie so oft weggehört.
Bei Gack hörte sie jetzt dagegen ganz genau hin.
Wie? Ich dachte... aber du bist... du bist ein Huhn.... geh da hin und pick halt!“, meinte Nani verständnislos und glotzte Gack fragend entgegen.

Barbarisch.“, grummelte sie. „Chattras hat viel zu viele Manieren. Der vergisst dabei wie man lebt! In der Zeit, in der er seinen Namen aufsagt, kann ich eine ganze Hütte bauen!“, tönte sie herum und war nicht sonderlich überrascht, dass der Beschwörer so über sie alle redete. Nani hielt ja auch nicht hinterm Berg.

Iss oder lass es. Ich stell dir doch jetzt hier keinen Tisch hin! Man braucht keinen Tisch zum Essen.
Genau wie diese Häuser, die Nani immer noch unheimlich waren. Mallo lebte in einem und Nani lebte weiter in ihrem schönen Zelt. Und sie hatte auch nicht vor das zu ändern.
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