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 Im Kartenhaus

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Neome
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BeitragThema: Im Kartenhaus   Sa März 05, 2016 3:56 pm

GWEN





"Ich kann das nicht länger halten!"
"Stell dich nicht so an, Mädchen."
"Nein wirklich. Ich kann das nicht länger halten. Meine Arme fallen ab."
Als es kurz darauf schepperte, beschwerten sich die Männer, riefen durcheinander und fluchten so hart, dass auch Gwendolas ratloses Schamgelächter schnell wieder abbrach.
"Ich hab es euch gesagt!", verteidigte sie sich und bemerkte bereits, dass die Männer sich lieber damit beschäftigten, sich über das eingestürzte Holzgerüst aufzuregen als ihr zuzuhören.
"Geh! Schieb ab! Wir sind schneller ohne dich."

Sie hatte wirklich helfen wollen und musste gegen Enttäuschung ankämpfen, als sie sich ihren Hut wieder aufzog und von der Baustelle schlenderte als wäre nichts gewesen. Die Worte unfähig und Weib, die sie hinter sich hörte, saßen aber tief, tiefer als sie zeigen oder zugeben konnte. "Ich lasse mich hinreißen", sagte ihre Gedankenstimme. "Manchmal lasse ich mich zu dummen Sachen hinreißen. Aber ich bin nicht dumm. Dumm sind diese Kerle, die meine Warnungen ignorieren und sich dann darüber echauffieren, dass eintritt, was ich gerade noch gesagt habe."
Und sie fragte sich im Stillen, wo die Leute nur immer ihr Selbstbewusstsein hernahmen, vor allem, die gar keinen Grund dazu hatten, solche Mengen davon zu besitzen.

Auf der Suche nach einem Nutzen zog sie umher, wich manchem komischen Blick aus, von dem sie nicht sagen konnte, ob er sie so schief traf, weil er ihr gewogen war oder ob das Gegenteil der Fall war und ließ sich dann hinreißen, eine altbekannte Richtung einzuschlagen.
"Hallo Trochgert", grüßte sie, als sie den Hünen am Eingang zum Kartenhaus, der einzigen richtigen Taverne in ganz Takbal, wie Gutenbucht jetzt hieß, traf. Um diese Zeit war es noch ruhiger, die meisten Männer arbeiteten ja oder waren auf dem Wasser unterwegs, und auch Gwen war nicht zum Besäufnis hier, sondern ließ sich heißen Tee aufkochen.
"Willst du mein neues Gedicht hören?", fragte sie. Trochgert war einer der wenigen, vor denen sie sich traute, diese Frage zu stellen, vielleicht weil sie wusste, dass er immer ein offenes Ohr für sie hatte, selbst wenn ihr vielleicht ebenso im Verdacht stand, seine Gutmütigkeit damit auszunutzen. "Ich darf leider nicht sagen, um wen es geht, aber vielleicht errätst du es ja. Also. Pass auf:



Sie nannten dich, als sie von dir erzählten
hier Bär, dort Hund, Soldat und Liebesgecken
und warn nicht müd, mir Worte zuzustecken
die sie für dich als zutreffend erwählten.

Es mag wohl sein, dass du in vielen Schlachten
dich wacker und auch stramm gehalten habest
in Würde schwelgest und dich daran labest
dein Umfeld wie dich selbst stets hoch zu achten.

Doch mag dein blasses Auge dort erblinden
wo es sich wohl dran täte klar zu sehen
Kein Weib mag einen Hund in ihrem Bette.

Es hilft nicht, auf dem Boden sich zu winden
Es kann die Frau nur dem nicht widerstehen
Der selbst fest steht und nicht kniet an der Kette
.






Und?" Ihr Lächeln war irgendwo zwischen Unsicherheit und Freude gefangen. Aber Trochgert kam nicht drauf.
"Das geht um diesen Otis, der der Tochter von seinem Nachbarn immer noch hinterher rennt, obwohl sie schon
seit einem Jahr oder so mit einem anderen anbandelt. Wir haben uns doch letztens erst die Geschichten drüber anhören müssen."
Jetzt gefiel dem großen Trochgert das Gedicht schon besser, denn es war immer schöner, ein Gesicht zu einem Spott zu haben, vor allem
wenn es eines war mit einem so schafköpfigen Ausdruck wie das von Otis Schwängeler.
"Weißt du, wo alle anderen sind?", fragte sie den Helfershelfer.
"Wer sind denn alle anderen?"
"Naja, die anderen eben. Irgendwer."
"Die Anderen?"
"Weißt du, bei dir klingt das manchmal immer noch als würdest du Aussätzige beschreiben. Ich will helfen. Aber ich weiß nicht genau wie. Meinst du ich kann für den Anfang in der Taverne aushelfen? Sowas hab ich schon mal gemacht."
Der mächtige Hüne, in dem die Seele eines sanften Mannes steckte wie in einem Paar zu groß geratener Stiefel, fuhr sich über den Kopf.
"Da musst du Kharabhoudian fragen. Soll ich ihn holen?"
Gwen war wieder ängstlich, wieder unsicher, und wusste nicht einmal, woher diese Angst schon wieder rührte. Aber sie überwand sich, schaute an Trochgert vorbei und nickte.
"Ja. Hol ihn."
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Mo März 07, 2016 8:49 pm

Es war ein ruhiger Nachmittag im Kartenhaus gewesen.

Nach dem Ende der Mittagshitze waren die Männer wieder aus ihren Verschlägen und unter ihren Matten hervorgeklettert, um mit der Arbeit fortzufahren. Nur noch eine dünne Schicht aus Sand und Staub war zurückgeblieben, die unter Trochgerts ruhigen, nachdrücklichen Bewegungen rasch kleiner wurde.
Bis zum Abend würde es leer bleiben - selbst diese verrückten Neuankömmlinge feierten nicht den ganzen Tag über. Zumindest nicht im Kartenhaus, wo die Preise schon etwas ... selbstbewusster waren.
Trochgert schüttelte den Kopf. Woher das Nailihter-Volk das Geld nahm, um sich so aufzuführen, blieb ihm schleierhaft. Vielleicht stimmte es, dass sie alle Diebe und Seeräuber waren. Aber zumindest ihn hatten sie noch nie bestohlen, also wollte er da gar nix sagen. Trotzdem, laut waren sie schon. (Herr Kharabhoudian mochte es nicht, wenn laut war.) Aber hier war es gerade schön ...

Die Tür flog auf, und Gwen kam herein, halb stolzierend, halb schleichend. Trochgert hatte sie ein paar Mal gesehen. Sie war nicht so wild wie viele von den Neuen, aber auch ein bißchen komisch. So halb und halb. Er lächelte ihr freundlich zu. Als sie gesagt hatte, was sie wollte, stand er schon am Kessel - bei dieser Hitze bestellten nur Verrückte was zum Saufen.
Während Trochgert die Blüten und den Zucker in die Tasse rührte, fiel ihm wieder ein, warum er sie komisch fand. In ihrer Gegenwart war er manchmal ... und da ging es auch schon los.
Sie redete, sang ihm irgend etwas vor (Trochgert war kein großer Lyriker) und er antwortete, von ganz alleine, fast wie im Traum. Wie wenn ein fremder Geist ihn fernsteuerte.
Trochgert erzählte den anderen nie davon. Sie könnten ihn sonst für komisch halten.

Als er die Kontrolle über sich wiedergewonnen hatte, stand er schon an der Treppe zum Keller (wohin Herr Kharabhoudian ihm verboten hatte zu gehen). Das Gespräch war kurz.

"Öh ... Herr Kharabhoudian?"
"Ja? Trochgert, was gibt es?"
"Öh ... da is 'ne Frau. Von denen Nailahs. Die will aushelfen."
Schweigen
"Aushelfen? Wie? Was hat sie gesagt?
"Öh ... die hat gesagt, sie will aushelfen. Inner Taverne."
Schweigen. Seufzen
"Ist in Ordnung, Trochgert. Ich komme hoch. Und ... du, mach dich nützlich.

Während Trochgert den Besen in Richtung Schankraum schleppte, dachte er noch darüber nach, was Gwen gesagt hatte. Komisch ... er kannte zwar viele Schwängelers, aber von einem Otis hatte er noch nie was gehört.
War ja auch ein seltsamer Name.


Herr Kharabhoudhian hingegen verriegelte sorgfältig die zweite Tür und stapfte dann die Treppe empor zur kleinen Küche. Er nahm sich ein paar Augenblicke Zeit, den Duft des Teekessels einzuatmen - gut. Trochgert hatte die Mischung verstanden. Er erlaubte sich ein leises Lächeln. Dann trat er durch den kleinen Vorhang nach draussen und an die Theke. Die junge Frau, die da stand, gehörte zweifelsohne zu den Neusiedlern, auch wenn sie nicht so flamboyant gekleidet war. Er hatte sie sicherlich schon das eine oder andere Mal in der Stadt gesehen, auch wenn er sich gerade nicht entsinnen mochte. Aber gut - er würde wertfrei urteilen. Auch wenn es schon etliche gegeben hatte, die hier nach einer ebenso einträglichen wie arbeitsfreien Stelle gesucht hatten. Und man sich über die Fremden nicht nur Gutes erzählte ...

Nachdem er so seine Vorurteile geprüft hatte, setzte er eine strenge Miene auf und warf sie Gwen entgegen.
"Nun? Trochgert hat mir erzählt, du suchst nach Arbeit? Kannst du denn etwas", sagte er, während er das Mädchen eindringlich musterte.
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Neome
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Mi März 09, 2016 3:23 pm

Gwendola wartete. Sie wartete mit dem unguten Gefühl der Ungewissheit, jenem fressenden Nagen, das wie ein Trüffelschwein Zweifel findet und sie dort freilegt, wo sie vorher tief vergraben und unsichtbar waren. Ab und zu, um sich selbst selbstbewusster vorzukommen oder nur aus einer Übersprungshandlung heraus, murmelte sie sich etwas zu und legte ein gedankenvolles Gesicht auf. Wirklich beschäftigen konnte sie sich damit aber nicht. Also wartete sie weiter.

Und dann kam dieser Kharabhoudian. Bis dahin war Gwens Miene bereits wieder glatt, die Brauen höchstens etwas zusammengezogen, unbewusst, aber nicht genug, um ihr den versehentlich leidenden Ausdruck aufs Gesicht zu spielen, den sie manchmal an sich hatte.
Er sah streng aus, aber es war besser als mit Trochgert zu reden, denn auch wenn der sich vielleicht einbildete, dass er mit ihr von allein spräche, eigentlich hatte er nie wirklich viel zu ihr gesagt. Das war ja das Gute an ihrem Verhältnis.

"Das stimmt." Sie richtete sich auf ihrem Platz auf, blieb aber sitzen. Sie unterdrückte auch den akuten Drang, etwas an ihren Haaren zu sortieren oder ihre Bluse zu ordnen. "Äh." Sie lächelte wirr, aber auf die lustige Weise. "Tavernentaugliches? Ja, das kann ich schon. Wenn ich mich an eine Arbeit gewöhnt hab, kann ich sie sehr schnell und ordentlich ausführen. Ich hab schonmal in einer Taverne gearbeitet. Da gab es nur eine Sorte Bier und wenig anderes." Ihr Lächeln kehrte wieder, war jetzt nicht mehr wirr, sondern entschuldigend. "Aber ich hab Erfahrung mit Trinkern. Ich hab nie ein Haus aufgebaut." Ihr Weis ging nach draußen, wo die Arbeiter tätig waren. "Und ich glaube ich stehe da auch mehr im Weg rum. Aber hier könnte ich helfen. Wenn ich darf."

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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Fr März 11, 2016 12:33 pm

Kharabhoudian verdrehte die Augen. Das Mädchen wirkte ein wenig wirr, und nicht auf die lustige Weise. Er hoffte, keinen zweiten Trochgert aushalten zu müssen. (Obwohl der natürlich ein guter Junge war, unverzichtbar, Seele des ganzen Hauses, etcetera.)
Aber gut.

Er wartete ein wenig ab, ließ seinen Blick durch den Raum schweifen. Noch war alles angenehm ruhig. Nur das Blubbern der Kessel, das Summen der Fliegen ... wenn es nach ihm ginge, könnte es den ganzen Tag so bleiben. Sein Finger tappte nervös auf dem Holz herum.
Schließlich traf er eine Entscheidung.

"Erzählen kann man natürlich viel", sagte er zu Gwen. "Wenn du was taugst, werden wir das heute herausfinden. Komm mit." Er reckte sich und griff nach einem dünnen Bambusstab, der hinter dem Tresen lehnte. Dann trat er in den eigentlichen Schankraum und stapfte entschlossen zwischen den Tischen herum.
"Wir können noch jemanden zum Saubermachen brauchen. Für's Aussehen, das Ambiente. Du weißt hoffentlich, wovon ich rede." Er musterte die junge Frau noch einmal, schien aber zufrieden mit dem, was er sah. "Ich gebe 20 Stück Kupfer pro Abend, für alles. Wenn später Gäste kommen, kannst du Alwyss helfen und was sie dir geben, gehört dir." Der Wirt zuckte nicht mit der Wimper, als er die Summe nannte, obwohl auch ein guter Dockarbeiter nur auf sechs oder sieben Stück Kupfer für einen ganzen Tag hoffen konnte. Und Schankmädchen verdienten normalerweise noch weniger. Er ging statt dessen kommentarlos über zu den vielen kleinen Arbeitsgelegenheiten im Haus. Der Stock in seiner Hand untermalte jeden Kommentar.

Teppiche: Ausklopfen! Da darf kein Dreck dran kommen. Wird später schon schlimm genug, wenn diese verdammten Saufnasen reinkommen. Tische: Blankpoliert. Dann die Decken drauf. Blumen: Frisch, im Wasser! Der Teich ist hinterm Haus. Nur eine pro Tisch, in diesem Klima sind sie teuer genug. Kerzen: Nicht anzünden, bis der erste Gast kommt! Aber immer frische nehmen, Stummel sehen nicht gut aus."
So ging es noch eine Weile, bis Kharabhoudhian schließlich zufrieden schien. Er legte seinen Stock wieder hinter den Tresen und drehte sich zu Gwen um.
"Heute wirst du diese Dinge tun. Dann sehen wir, ob du bleiben kannst. Werkzeug steht in der Küche und in der Kammer dahinter. Wenn du was nicht weißt, frag Trochgert oder mich. So."
Er fasst sie scharf ins Auge, die Hand unruhig auf dem Tresen trommelnd. "Ich mag keine Diebe und Gauner. Es heißt, ihr Naihlar wärt solche Halunken, aber das werde ich schon merken. Einstweilen bist du ein gutes Mädchen. Vielleicht etwas verwirrt", fügte er hinzu, nicht unbedingt freundlicher. "Außerdem mag ich kein Gelärme, halte dich also mit Gekicher und Gerumpel zurück. Trochgert weiß, wie ich es gerne habe. Und", jetzt beugte er sich ein wenig vor, "ich mag es nicht, wenn das Gesinde herumschnüffeln geht. Oder die Gäste. Geh also nicht in den Keller oder aufs Dach. Am besten, du bleibst hier zwischen Küche und Hof. Wenn du glaubst, dass du was aus dem Keller brauchst, dann ruf mich. So. Nun weißt du, was du tun musst."
Er machte sich daran, zu gehen, es sei denn, Gwen würde ihn noch etwas fragen.
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Neome
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Fr März 11, 2016 3:12 pm

Gwen war gerade noch darauf konzentriert, dem Mann nicht zu zeigen, dass sie ihn für ein wenig blöde hielt, sie zu fragen, ob sie etwas könne, da hatte er ihre gut runtergezwungene Häme schon als Unsicherheit und Schwäche, Verwirrung oder etwas derartiges gedeutet, und obwohl es so nicht geplant gewesen war, war sie zufrieden.

Bis er den Preis von 20 Kupfer nannte. Das kam ihr merkwürdig vor, andere hätten vielleicht an einen Glücksfall geglaubt, aber Gwendola glaubte nicht an sowas, nicht bei sich selbst, und es war eher Erfahrung denn Pessimismus, der sie dahin führte. Sie sagte nichts, folgte dem Mann schnell und leise, die Hände ineinander gedrückt, etwas unwohl, aber mit einer interessierten Nase, die sich nur so weit in die Dinge mischte, wie er es ihr zeigte.

Neue Kerzen, hieß es, da schaute sie sich um, wo die Kerzen waren, Werkzeug in der Küche, sagte Kharabhoudian, da verdrehte sie den Hals in Richtung des Zimmers. Nur als er Naihlar sagte - in diesem Moment schwieg sie nicht.
"Ich bin mit Naihlar gereist, aber ich gehöre nicht zu denen. Eher zu denen, die schon von ihnen bestohlen wurden." Ihre Nase zuckte. "Nicht von denen, bei denen ich bin!", klärte sie schnell auf. Taktisch wäre es, vor allem für die Naihlar, besser gewesen, sie hätte gar nichts gesagt. Vielleicht auch für sich selbst, der Mann wirkte nicht wie jemand, der einen lieber mochte, nur weil man in einer Sache seiner Meinung war (seltsamerweise aber sehr wohl wie einer, der einen weniger mögen konnte, wenn man es nicht war). Manchmal suchte sich die Wahrheit ihre Wege, bevor man sie festhalten konnte.

"Nicht in den Keller oder aufs Dach gehen", wiederholte sie um zu zeigen, dass sie zugehört und verstanden hatte und nickte knapp. Gleichzeitig durchstöberten ihre Gedanken die verbotenen Räume und fanden erstaunliche Dinge, von denen sie gar nicht glaube, dass diese tatsächlich dort waren. Sie fragte nicht, nicht jetzt.
"Dankesehr, Herr Kharabhoudian."
Gwen hatte die Hände hinter den Rücken gezogen, was ihr zum einen einen straffen, guten Stand verlieh, zum anderen die Gefahr schmälerte, dass sie irgendwelche komischen Bewegungen mit den Händen oder Füßen machte. Sie fragte nichts mehr, stattdessen bemühte sie sich, als der Mann ging, darauf, ihr Kurzzeitgedächtnis auszuschütten und alles zu sortieren, was er gerade gesagt hatte. Manchmal konzentrierte sie sich so aufs Zuhören, dass sie vor lauter Anstrengung das Zuhören vergaß. Aber es waren leichte Sachen. Teppiche, Blumen, nur eine, Kerzen erst kurz vorher, das war selbsterklärend und sie kannte es. Das mit dem Werkzeug machte ihr Sorge. Sachen zu reparieren war zur Hälfte immer ein Risiko. Manchmal waren sie danach noch kaputter als vorher, obwohl sie genau das tat, was sie verstanden hatte, das man ihr erklärt hatte. Vielleicht hatte sie zumindest ein bisschen Glück und es stünde nicht sofort heute eine Reparatur an. Es reichte, sich wegen der 20 Kupfer den Kopf zu zerbrechen.

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Fr März 11, 2016 5:09 pm

"Hm."

Das war alles, was Kharabhoudian noch sagte, bevor er den Schankraum wieder verließ. Der Vorhang im Türstock flatterte noch eine Weile. Dann war es still.
Von den Docks her konnte man zwar das Brüllen und Grunzen der Bauarbeiter und Schauerleue hören, doch nur stark gedämpft. Kharabhoudian hatte die Lage des Kartenhauses gut gewählt. Eine Brise aus Salz und verrottendem Tang flatterte durch den Raum, mischte sich mit den Gewürzen aus dem Teekessel und dem Seifenduft der Tische. Sie sorgte für stark benötigte Kühle, spielte mit den Perlenschnüren an den Fenstern und ließ das Feuer im Ofen flackern. Sie spielte mit den Vorhängen und ließ die Fabre des Raumes von dunkel- zu hellbraun wechseln.

Auf dem Tisch in der Kammer neben der Tür lagen Klopfer, Feger, Kratzer und Bürste. Seife und Tücher waren darunter in einen Eimer gestopft. Eine Truhe stand daneben, gefüllt mit Nägeln, Schnüren, Kerzen, Wachstüchern und allerlei Werkzeug.

Die Bühne war bereit. Die Szene wartete auf den ersten Auftritt.
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Mi Mai 18, 2016 10:21 am

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„….früher für zwei Kupfer den Leuten die Kehle aufgeschlitzt, und macht heute auf Geldsack. Hast du den Zahn gesehen?“
„Welchen Zahn?“
„Den goldenen. Wie der Pfau. Wie der Pfau. Aber der Pfau macht sich angreifbar, wenn er im falschen Moment den Arsch hochstreckt.“
„Ich versteh nicht worauf du hinaus willst.“
Drei Männer saßen beieinander, aber nur zwei von ihnen waren aktiv. Sie vertieften sich in tapferer Attitüde in ein Gespräch über die Bewegungen, die sich innerhalb der letzten Monde in ihrem Leben getan hatten, die Neuerungen, die frischen Ungewohnheiten, denen sie jetzt ausgesetzt waren, und denen sich mindestens einer unter ihnen annäherte, indem er sie sehr kritisch, aber wenig reflektiert Revue passieren ließ. Dann kamen sie auf die Hiesigen zum Sprechen. Auf jene, die vorher schon dagewesen waren; nicht ganz so viel vorher, als dass sie sich Gutenbuchter nennen und vor den wahren Gutenbuchtern damit bestehen hätten könnten, aber früh genug, um doch sondiert und abgeschlossen von dem Flüchtlingsstrom dazustehen, der alles noch mit skeptischen Augen beobachtete.
„Es ist Blendwerk. Aber blenden lassen sich nur die Dummen.“
Die zwei Männer, die sprachen, waren Naihlar. Bei ihnen saß noch schweigend ein Ghalmar. Nicht ganz so nah bei ihnen, aber nicht weit genug weg, sie zu überhören,  saß eine weitere Naihlar. Neome, deren Anwesenheit den Männern offenbar sein musste, ohne dass sie sich dadurch zu dem Wenigen hinreißen ließen, was an Respekt nötig gewesen wäre, über die Ihren nicht herzuziehen, wenn sie nebenan war. Jetzt stand sie verärgert auf und kam unter dem Metallrascheln ihrer Armbänder zu den Sprechenden.
„Und was deine eigene Dummheit betrifft“, setzte sie an, zorniger wohl, als es ihr gut gestanden hätte, auch wenn noch Hoffnung bestand, dass die Männer es ihr nicht absahen, „so lässt du nicht nur keine Gelegenheit aus, sie einzusetzen und zur Schau zu stellen, du rechtfertigst und verteidigst sie auch noch, wo du kannst. Was haben dir die Leute, deren Obdach du hier annimmst, abgenommen? Und was haben sie dir gegeben? Also überleg dir nochmal, wessen Schaden es sein soll, wenn du in die Hand beißt, die dein Futter hält.“
Und dann, ehe einer der Männer sich einfallen lassen konnte etwas zu sagen, auf das sie in ihrer inneren Unruhe keine schlagfertige Erwiderung gehabt hätte, drehte Neome mit einer gezackten Bewegung sich ab und schritt zum Ausschank, wo sie für zwei der Männer Rum bestellte und für den Geschwätzigen Wasser. Er solle sich zuerst einmal den Mund ausspülen. Geschmack sei an den Mann noch vergeudet. Dann nahm sie anderswo Platz und schwieg und sah, so allein dort in der Taverne mit ihrem opulenten Auftritt, eine Spur verloren aus.
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Di Jul 05, 2016 4:25 pm

Am Abend eines späteren Tages, kurz, nachdem die Arbeit vorüber ist ...



Es war, als wäre das neue Takbal mit Macht über die letzte Mauer des alten Gutenbucht hinweggespült. Trotz Herrn Kharabhoudians Bemühungen war das Kartenhaus das beliebteste Haus am Platz geworden. Stimmengewirr beherrschte die bislang stillen Räume des Kartenhauses. Reines Chiryaweiß blitzte neben auffälligem Naihlargold, untermalt von ruhigem Ghalmarengrün und, hier und da, ein wenig nüchterem Naevitenschwarz. Die warmen Ocker- und Brauntöne der alten Bewohner schienen fast unterzugehen, in diesem neuen Farbgewirr.

Auch die Bestellungen waren anders geworden. Obwohl der berühmte heiße Zimttee, der die brennende Mittagssonne erst erträglich werden ließ, auch bei den Neusiedlern hohen Anklang fand, standen doch jetzt viel mehr bauchige Krüge, hohe Tonflaschen und die eine oder andere, gut verschlossene, Glasphiole auf den Tischen der Gäste herum.

Überhaupt, die Tische. Sie drängten sich zusammen, dieser Tage, bildeten Gruppen und Grüppchen in den Ecken und Winkeln des Raumes. Argwöhnische Blicke galten vor allem der Naevitenfraktion, aber auch ansonsten hielten die Völker Ortacs Abstand voneinander - und von den Eingeborenen. Es war kälter geworden, in den letzten Wochen, und das lag nicht nur am Klima. Mehr als einmal hatte Trochgert nun schon Streithähne aus dem Haus werfen müssen. Es kam ihm so vor, als wurden die Beleidigungen immer hässlicher, und die Schlägereien immer blutiger.

Gerade jetzt drückte er sich, zwei volle Tablette in der Hand, durch die Menge. Er drehte sich nach links und nach rechts, presste Krüge auf Tische, nahm Bestellungen mit und hörte zu ...

" ... und jetzt sollen wir mit denen Zelt an Zelt leben? Ich sage, wer dem verfluchten Karg nicht abschwört, der fliegt raus. Naevi badenn bala grendocha!"

"Warum? Weil sie nicht glauben, darum! Beschützen uns die Elemente, oder diese Weltschwenker, hm? Aber wenn diese Blasphemie so weitergeht, dann wird das Wetter nicht das Einzige sein, dass sich ..."

"... hat diese 'Pakata' denn je für uns getan? Als ob wir Schuld hätten an all dem. Und nun sind wir hier, mitten in einem neuen Krieg. Ich sage euch: Es war nicht alles schlecht. Man hatte wenigstens ... "

" ... sage ich nicht, dass es ein Naihlar war, aber die Börse, die ist weg. Und wer hat denn immer so viel Gold, dass er es in den Tavernen verjubeln kann, hm?"

" ... und zieht so eine Fresse. Hätt ich da nich reinkloppen sollen? Frech sin' die, und ohne jeden Funken Anstand. Sollense Benehmen lernen, wennse hier ... "

Nachdem er hinter den Tresen zurückgekehrt war, stellte sich Trochgert für eine Weile ganz nah an das Kochfeuer. Die Kälte ... sie kroch einem in die Knochen, unter die Haut.

Und in die Seele.
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Neome
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Sa Jul 09, 2016 5:04 pm

Trochgert hatte in vielen Fällen Hilfe von Gwendola - aber weniger in letzter Zeit, denn es hatten schon die Arbeiten am Hafen begonnen. Man munkelte, dass es für das Mädchen an der Zeit war, etwas eigenes zu eröffnen. Sie selbst sprach nicht viel davon, schwieg vielmehr verbissen und wollte nicht über ungewisse Zukunften spekulieren. Allein, wenn sie frei bekommen könnte, nahm sie auch frei.

Neome hatte rechtzeitig darum gebeten - oder beten lassen - einen Tisch frei zu halten. Er sollte mindestens zu einer Seite hin an der Wand gelegen sein und Platz für drei bis vier Leute bieten.

Diesen Platz nahm sie ein, ohne sich um das Tavernenpublikum zu bekümmern. Dem einen oder anderen nickte sie zu, einer war ihr gar ein ruhiges Lächeln wert, doch alles geschah unter dem kühlen Schleier des Vorbehalts, der wie eine Glasur über ihren Augen lag.
Sie hatte weniger Schmuck als sonst an den Armen, trug nur einen Gürtel, an dem auch ihre Steinschlosspistole befestigt war, und brachte einen Beutel mit, den sie auf den Tisch legte. Sie behielt, während sie sich umsah, die Hand darauf.

Die Unruhe war spürbar. Besser geworden, vielleicht. So wie Durchfall besser war als Brechdurchfall. Es war immer noch schlimm genug, der Gestank des Unfriedens verpestete die Luft, und nichtmal der gute Tee mit Gewürzen kam dagegen an.
Neome behielt die Umgebung im Auge. Jemand rief und lud sie an den Tisch ein, doch sie lehnte ab. Hier durfte man wirklich nicht empfindlich sein. Irgendwo schrie einer eine Geschichte mehr als sie zu erzählen. Bis er begann zu lachen, konnte man es eher für einen Streit halten. Neome hielt Ausschau nach den Ihren.

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Vhenan
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   So Jul 10, 2016 12:00 am

Es dauerte eine Weile, bis Vhenan sich zum Kartenhaus durchgeschlagen hatte. Sie hatte die letzten Stunden damit verbracht über das nachzudenken was Neomes Karten ihr im Zelt geraten hatten. Terra.... Die Aufgabe war noch schwerer als über Aqua nachzudenken, weil sie immerhin ein paar Aquakinder kannte.. Terra dagegen war ihr fremd .... Kilian war ihr suspekt... wobei sie nicht wusste, ob das an seiner Person oder am Element lag... Tovac war ihr auch suspekt... die Rotte widerum war in Ordnung... Das war eine harte Nuss!

Sie war auf dem Weg hierher auch über keine Bodenständigkeit gestolpert, sondern über Leidenschaft. Wie schön! Urist war plötzlich dagewesen und sie hatte sich zu einem kleinen Gespräch mit ihm hinreißen lassen. Wenigstens dem Hafenschreiber schien es einigermaßen gut zu gehen, auch wenn er bei den Annäherungsversuchen zu seiner Liebsten noch unelegant versagte. Es tat schon fast weh das zu beobachten, aber die Erfahrung musste er jetzt einfach machen. Die Lektion lernte jeder irgendwann. Vielleicht eroberte er das Herz der anderen Frau ja doch noch. Nani wünschte es ihm sogar und hatte ihm ungefragt ein paar Tipps gegeben. Nicht lang zögern, einfach machen! Das würde er schon schaffen!

Jetzt stürmte die Naihlar schnellen Schrittes ins Kartenhaus, blieb stehen, sah sich um und musste nicht lange suchen, um die Pakata zu entdecken. Sie lief zu ihr, obwohl Nenani eigentlich hier war, um mit dem Mazhahk zu reden und diese... Ungereimtheit der Hohld zu beseitigen, über die sie vorhin schon gestolpert war. Vielleicht war es ganz gut, dass eine dritte Person dabei war, damit sich keiner der Streithähne aus der Affäre ziehen konnte und die Pakata wusste was jeder von ihnen sagte.

Atata.“ Nani setzte sich der Pakata gegenüber, blickte kurz über die Schulter, um sich einen Überblick darüber zu verschaffen wer alles so hinter ihr saß, bevor sie sich Neome zuwandte. Die jüngere Naihlar trug jetzt sogar ihre dunkle Jacke aus Leder über der roten Tunika. Ihr war nach dem Regen und dem Hagel irgendwie kalt geworden und das trug nicht zur Aufhellung ihrer Laune bei.
Das Wetter geht mir langsam auf den Sack. Ich dachte der Winter kommt erst nach den 60 Tagen und nicht jetzt schon.“ Sie grummelte leise und schüttelte den Kopf. „Ist Raûl noch nicht da oder schon wieder weg?
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Raûl
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   So Jul 10, 2016 7:29 am

Raûl hatte sich dick angezogen. Er war das Kalte Wetter nicht mehr gewohnt. In Shäekara war es normalerweise selbst im Winter selten unter dem Gefrierpunkt und es war Hochsommer. Aber was war schon normal am Ende der Zeit. Er betrat das Kartenhaus kurz nach Nani. Er öffnete den warmen braunen Lodenumhang, der ihm bei jeder wetterlichen Unbill immer gute Dienste erwies und schlug die Kaputze zurück. Seine Jahre als Leibwächter kamen sofort durch, als er in einem Herzschlag die Stimmung im vollen Raum ergriff. Draußen auf den Straßen spürte man es auch, aber hier war es viel dichter, komprimierter.
Er sah sich, noch in der Türe stehend, einmal gründlich um, erfasste jeden Anwesenden, jedes ihm zugewandte Gesicht, jede Körperhaltung. Er nickte allen ihm bekannten Gesichtern zu, auch Neome und Vhenan, die sich einen Tisch am anderen Ende des Raumes an der Wand genommen hatten. Ein oder zweimal ließ er sogar ein goldblitzendes Lächeln sehen, wenn er einen seiner Vertrauten oder einen Verwandten erblickte. Dann schlüpfte er durch den Raum und ging zu den beiden Naihlarfrauen an den Tisch. Er zeigte ihnen seine beiden Handflächen leeren Handflächen und nickte ihnen zu. "Atata Neome, Vhenan." Dann legte er den Umhang ab und setzte sich zu den Oshead.

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IT:  Raûl Mazhahk ân Oshead
Zweitchar: Heribas Veneficus
OT: Felix
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   So Jul 10, 2016 10:48 am

"Ah Vhenan!", grüßte Neome und sagte dann nichts mehr, lächelte aber über die Wetterbeschwerde, mit der die andere sie übefiel. "Die Erde will uns irgendetwas damit sagen", antwortete Neome, ihre Stirn gefurcht.
Vhenan fragte nach Raûl.
"Da ist er."

Es taf sich gut, dass der Gesuchte just in dem Moment eintrat, als sein Name fiel.
Neome erhob sich ansatzweise, um ihre Hand, die Fläche seiner entgegen, auszustrecken. Sie sah ihm dabei ins Gesicht.
"Ich hab die Karten dabei", sagte sie und rutschte auf. "Aber ich möchte vorher mit euch über Wamai sprechen. Er hat sich während der gesamten Reise mit Mallo seltsam verhalten und weigerte sich schließlich, mit zurückzukommen. Krankhafte Ordnung bestimmt ihn. Und er hat verteidigende Reden über das schwarze Eis gehalten. Ich möchte, dass ihr wisst, dass Mallo befürchtet, unser Freund hat eine Hinneigung zum schwarzen Eis im Herzen."
Das war ein Gruß ohne Tamtam. Es stand vieles an. Sie mussten ihre Zeit nicht mit Worthülsen vergeuden.
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   So Jul 10, 2016 1:17 pm

Was für ein Zufall“, scherzte sie, grinste leicht und hob dem Mazhahk ebenfalls die leere Handfläche entgegen. Vhenan lehnte sich entspannt zurück und war neugierig was die Pakata mit ihnen besprechen wollte. Sie kam auch gleich auf den Punkt.

Wamai ist nicht wieder mit zurückgekommen?“, platzte es aus Vhenan heraus und sie tauschte einen Blick mit Neome und Raûl. „Wo ist er jetzt?“, wollte sie wissen und ihre Gedanken begannen zu rennen.
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   So Jul 10, 2016 11:36 pm

Raûl setzte sich zu den Frauen an den Tisch, Neome war aufgerückt, so musste er mit dem Rücken nicht zum Raum sitzen, was er mit einem Lächeln begrüßte. Aber es verschwand schnell wieder aus seinem Gesicht, als Neome die Neuigkeit über Wamei einbrachte. Er sprach sehr leise, damit auch niemand ihnen lauschen konnte und setzte kurz ab, als Trochgert ihre Bestellungen annahm. Er orderte einen leichten Wein.
"Das ist schlimm. Ist er im Laufe der letzten Feldzüge einmal vom schwarzen Eis gefangen gesetzt worden oder ist er sonstwie mit der schwarzen Essenz in Kontakt gekommen? Ich weiß, dass es einigen von uns so ergangen war, aber bei ihm bin ich mir nicht sicher."

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Mo Jul 11, 2016 10:43 am

"Er hat zu denen gehört, die für kurze Zeit übernommen wurden, soweit ich weiß", erwiderte Neome Raûl und nickte Vhenan zu, selbst wenn ihre Frage sich durch das Gespräch selbst klärte. "Mallo erzählte mir davon, dass er einen Korb flechten wollte und ihn immer wieder öffnete, weil seine Arbeit, wie er sagte, nicht perfekt war. Er soll seine Hände gewaschen haben, bis sie bluteten, weil er sie nicht sauber bekam. Und er hielt verteidigende Reden über die Streiter des Schwarzen Eises, die laut ihm auch nur so seien wie wir. Nach allem, was Mallo sagte und danach, wie er es sagte, klingt es nicht, als wäre er sich nur der Ambivalenz aller Dinge bewusst geworden. Seine Waagschale ist aus dem Gleichgewicht gebracht. Wir sollten zuerst selbst mit ihm sprechen. Aber wenn sich unsere Bestätigungen befürchten, wäre es ratsam, einen Kundigen ins Vertrauen zu ziehen, der uns sagt, was ihn quälen könnte, und ob man ihn befreien kann. Seid aber vorsichtig mit dem Wissen. Es gibt zuviele ängstliche Kerle da draußen, die eine Angelegenheit lieber mit einem Schwertstreich lösen, nur um ganz sicher zu gehen."

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Mo Jul 11, 2016 12:11 pm

Vhenan hörte nun stumm zu und nickte hin und wieder.
In Ordnung. Wissen wir wo er jetzt ist? Ich denke nicht, dass er jetzt allein bleiben sollte... Und ich wusste auch nicht, dass eine Assimilierung so lange nachklingen kann....“, dachte sie laut nach und starrte denkend auf den Tisch. Sie tippte unbewusst mit den Fingerkuppen auf das Holz.
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Di Jul 12, 2016 8:27 am

Raûl runzelte die Stirn. "Nach meiner Kenntnis gibt es nur drei Wege, um einen Siedler von einer Assimilierung durch das schwarze Eis zu heilen und einen davon, ein Ritualzyklus, können wir garnicht beschreiten. Dann wäre noch die Reinigung in Aquas Element und die letzte ist... Tod und Wiederauferstehung. Aber da wir keine Magier und keine guten Heiler haben müssten wir uns auf Alchemie verlassen. Ich hab da kein gutes Gefühl dabei. Aber wir sollten nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen, aber darauf vorbereitet sein. Wir müssen ihn finden und mit ihm sprechen, ihn beobachten. Wenn die Siedler aber denken, dass er vom schwarzen Eis befallen ist, dann schlagen sie ihn vielleicht einfach tot, bevor wir reagieren können.
Bradach!"

Das waren schlechte Nachrichten. Außerdem besaß Wamai eines der Schiffe, die Raûl zu den Ressourcen des Lehens zählte und mit dem er kalkuliert hatte. Aber ihm war bewusst, dass Neome wie Vhenan eine vermeintliche Reduzierung ihres Gefährten auf seine Besitztümer als grob unhöflich Ansähen, also behielt er diesen Punkt für sich.

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Di Jul 12, 2016 2:00 pm

"Wir wissen, wo er ist. Gerade ist Wamai schwer zu durchschauen...schon länger jagen ihn finstere Schatten." Auch Neomes Blick wurde für einen Herzschlag von einem Schatten heimgesucht. "Ein falsches Wort oder eine falsche Tat kann ihn weit weg treiben. Vorsicht ist geboten."
Am Ende würden sie Wamai sonst vegraulen, und besser, einfacher, sicher auch wirksamer wäre es, wenn sie ihn dazu brachten, sich ihrer Hilfe anzunehmen.
"Es tut mir leid, dass ich mit so schlechten Nachrichten eröffnen musste - ich war mir sicher, dass es euch interessiert. Aber sicher interessieren euch auch die Karten."
Kurz huschte Neomes Blick zu Vhenan - falls sie vorher etwas sagen wollte.

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Di Jul 12, 2016 6:32 pm

Vhenan hatte Raûl schon einen widerspenstigen Blick zugeworfen und ergriff das Wort, als die Pakata es ihr mit einem Blick erteilte.
Wir sollten nicht vom Schlimmsten ausgehen, nein, aber wir dürfen es auch nicht als harmlos abtun. Wenn er wirklich noch Nachwirkungen in sich trägt, dann braucht er Hilfe. Und wenn wir nicht in der Lage sind sie zu leisten, müssen wir jemanden finden, der das tun kann. Ich glaube nicht, dass Alchemie hier hilft. Das sind Kräfte, die wir vorher nicht kannten und nichts was wir jetzt besonders gut kennen...“ Sie warf Raûl einen vielsagenden Blick zu.

Vorher sollten wir aber wirklich mit ihm sprechen, um herauszufinden ob es wirklich feindlich... oder nur verrückt ist...“ Sie warf Neome einen unschlüssigen Blick zu. Wamai war ihr nie sonderlich verrückt vorgekommen, eher im Gegenteil.
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Di Jul 12, 2016 7:37 pm

Raûl schüttelte den Kopf: "Nein, Du verstehst nicht, was ich mit Alchemie meine. Die Aquataufe konfrontiert den befallenen Körper ganz und gar mit dem Element Aqua, was dazu führen soll, dass die schwarze Essenz zurück- oder ganz verdrängt wird. Ich habe das in der Kelriothar selbst einige Male an betroffenen durchgeführt, aber es half immer nur vorrübergehend. Ich hatte aber auch immer nur begrenzte Mengen und geschwächtes Wasser da, da wir das nicht bei einem aquageweihten Spiegelpunkt tun konnten. Letztendlich mussten wir die betroffenen... kontrolliert töten. Dann verlässt die Schwarze Essenz den Körper immer restlos. Aber wir hatte gute Heiler und Schamanen dabei, welche die Seelen von der Schwelle des Todes zurückholten. Wenn wir diesen, radikalen aber wirkungsvollen Schritt gehen müssten - nicht dass ich es will, aber es könnte ja sein, dass uns nichts anderes übrig bleibt - dann haben wir nur Heribas und einen von ihm gebrauten Heiltrank, um die Seele vor dem Totenmeer zu bewahren. Und DAS scheint mir sehr riskant."
Raûl sah zu Vhenan und zu Neome und hob abwehrend die Hände.
"Ich habe mich den letzten Sommerfeldzug fast ausschließlich mit der Materie befasst. Wenn es noch einen anderen Weg gäbe, so ist er mir nicht bekannt und würde wahrscheinlich auch Ressourcen erfordern, die wir nicht zur verfügung haben.
Er lehnte sich wieder zurück. Er wollte Neome nicht davon abhalten, Mallos Karten und Erkenntnisse zu präsentieren, aber es war ihm wichtig gewesen, diese Optionen auszuführen.

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Di Jul 12, 2016 9:31 pm

Wie soll denn ein Toter einen Heiltrank trinken? Erklär es eben so, dass ich es verstehe“, murrte Vhenan angesäuert in Richtung Mazhahk. Musste der sich wieder so aufspielen? Sie wurde schon wieder unruhig und setzte sich anders hin.

Ich würde eher Ceres vertrauen als Heribas. Der meint er kann eh nichts mehr brauen. Der will uns auch keine Heiltränke herstellen, die wir vor dem Portal für unsere Rückkehr aufbewahren können... Und HIER sollte Aqua geweihtes Wasser doch besser funktionieren als in der Kelriothar. Deine... Studien,“ Sie betonte das Wort besonders abfällig, weil sie Raûl nicht für besonders alchemistisch begabt ansah, „beziehen sich auf die Kelriothar... da ist sowieso alles anders. Warum gehst du davon aus, dass das hier nicht funktioniert?
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Mi Jul 13, 2016 8:22 am

Neome beobachtete Vhenan und Raûl. Sie ließ auch keine Sekunde lang Zweifel daran aufkommen, dass es so war, selbst wenn sie kein Wort sprach. Ein Funke Licht, wie die Verbildlichung besonderer Hellhörigkeit, trat in ihren Blick, als die Rede auf Heribas kam, jedoch warf sie die Frage, die sie vielleicht hatte, nicht ins Gespräch.

Als Vhenans Worte subtilen Garst gewannen, richtete Neome ihre Augen, halb und halb durchdringend und beschwichtigend, auf Raûl. Ihr musste, selbst wenn sie nichts sagte, auch auffallen, dass seine Versuche zu helfen ihm anders ausgelegt wurden, als er sie gedacht hatte. Dass ihr Blick wie eine stumme Mahnung und Erinnerung an ihre Anwesenheit und die Möglichkeit ihrer Intervention über ihre Begleiter lief wie Wasser über blanke Haut, sollte sie nicht einschränken, frei miteinander zu reden. Und sie legte die Karten noch nicht auf den Tisch, denn es schien, dort stand noch anderes herum, was die freie Fläche verdeckte.
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Mi Jul 13, 2016 4:33 pm

Raûl runzelte die Stirn und beobachtete Nani einige Sekunden. Dann warf er Neome einen kurzen Blick zu und antwortete:

"Ich habe mit Heribas gesprochen, gerade mal ein paar Stunden her. Er meinte, Du wolltest auf meine Kasse ein paar Tränke für den Feldzug bestellen und als er Dir erklärte, dass dies wegen der aktuellen Umstände nicht ginge, wärst Du recht... ungehalten geworden. Seine Aussage ist, dass kein einfacher Trank und auch kein einfaches Artefakt den Übergang von Mythodea nach Kelriothar übersteht, was stimmt - nach allem was ich in den letzten 2 Jahren über das Thema gehört habe. Außerdem meint er, dass das seltsame Wetter und die Prophezeihungen um die 5. Jahreszeit zusammenhängen und die Elemente schwächer werden. Daher würde jede Form von elementarer Anwendung, sei es Magie oder Alchemie, zunehmend beeinflusst oder sogar ganz negiert. Er meinte dass er unter diesen Umständen keine zuverlässige Aussagen über die Wirkung von Tränken machen kann und daher davon abrät, vor dem Feldzug welche zu brauen. Auch wenn er eine rückratlose, kleine Wurst ist, seine Expertise in alchemistischen Dingen ist für mich unbestritten. Daher habe ich auch meine Zweifel, ob das mit der Aquataufe funktioniert. Obwohl ich natürlich- sollten wir alle der Meinung sein, dass wir Wamai von den Überresten eines Essenzbefalles reinigen müssten- zuerst zu einer Aquataufe raten würde. Vielleicht gelingt es ja noch."

Ganz sachlich und ohne Aufregung hatte er dies vorgetragen. Dann wurden sie kurz unterbrochen, als Trochbert die georderten Getränke brachte und vor Ihnen auf dem Tisch aufstellte. Er bedankte sich mit einem Nicken und wartete, bis er wieder außer Hörweite war. Aber er sagte weiter nichts.

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Mi Jul 13, 2016 6:38 pm

Vhenan verdrehte genervt die Augen, als Raûl Heribas erwähnte und ihm sogar noch den Rücken stärkte.
Das stimmt alles nur halb.“ Sie seufzte einmal laut und versuchte ebenfalls ruhig zu bleiben, aber dieser Holzkopf ging ihr selbst in seiner Abwesenheit gerade furchtbar auf den Sack. Sie wartete noch, bis sich Trochgerts Ohren weit genug entfernt hatten und sprach dann los, nachdem Raûl nichts mehr sagen zu wollen schien.

Ich war ein wenig ungehalten, das stimmt. Aber er hat es provoziert. Zuerst habe ich Muntermacher gefordert und er meinte, dass man keine Tränke mit in die andere Welt nehmen kann. Das habe ich akzeptiert. Also habe ich Heiltränke gefordert, die wir am Portal lagern, bis wir zurück sind. Und auch da hat er nicht einmal darüber nachgedacht wie man sie zusammenbrauen könnte, weil er angeblich gar nichts mehr machen kann dank eines komischen Feldes. Ich hab ihm gesagt, dass er wenigstens Pflanzen nehmen könnte, irgendwelche Zutaten... unser Rindenwurz wirkt ja auch noch! Aber er dachte nicht einmal drüber nach und meinte, dass gar nichts mehr gebt. Das habe ich ihm nicht geglaubt und ihn deswegen angeschnauzt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass nichts mehr funktioniert... und er sollte, nebenbei gesagt, mit dir einen Preis aushandeln. Die Kosten müssten ja aus Osheadkasse gezahlt werden, nicht von dir persönlich, falls du das falsch verstanden hast. Ich hätte ihn auch zu Marcia schicken können, aber ich weiß nicht wo die sich gerade herumtreibt. Du warst greifbarer.

Dann schüttelte sie erneut energisch den Kopf. „Vielleicht funktioniert die Magie weniger als sonst, vielleicht auch die Alchemie, aber wozu ist er denn ein Meister, wenn er nichts reißen kann. Wenn man nicht segeln kann, dann muss man eben rudern! Ein schwacher Heiltrank ist besser als nichts, selbst wenn er vielleicht ein paar Nebenwirkungen hat. Was ist denn das für eine Forschereinstellung!
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Do Jul 14, 2016 10:15 am

Neome behielt zunächst Raûl in ihrem Fokus. Zuletzt zeigte sich ein feines Schmunzeln um ihre Züge und sie nickte. Ihr befürwortendes Schweigen brach sie nur kurz, um dem tumben Trochgert zu danken, als er die Getränke brachte. Sie hatte einen Grog genommen. Jetzt blickte sie durch die fahle Dampfschnur, die von der Oberfläche aufstieg, zu Vhenan, bis diese geendet hatte.

"Bedeutet das, die Tränke, die in dieser Welt geschaffen werden, wirken auch in dieser Welt nicht mehr richtig?", fragte sie dann. Sie wählte den Moment pointiert und traf in einen Augenblick sonstiger Stille am Tisch, sodass sie die Stimme nicht heben musste.
Was den Rindenwurz betraf, sagte sie wenig. Er wurde nicht eingesetzt, um Verletzte zu heilen und Wunden zu schließen. Seine Wirkung war eine Wirkung des Geistes. Und wer wusste sicher, ob der Wurz selbst die Rauchenden auf den spirituellen Zehenspitzenstand erhob oder nur ihr fester Glaube daran, dass er immer noch wirkte?
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