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 Im Kartenhaus

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Raûl
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Fr Jul 15, 2016 3:25 pm

Raûl zuckte mit den Schultern.
"So wie ich das verstanden habe, ist es zunehmend schwerer, zuverlässige Tränke zu brauen, weil die Elemente schwächer werden und damit die Verbindung der Zutaten unzuverlässiger. Frag mich nicht weiter, ich weiß es nicht besser. Aber ich halte es bei ihm wie mit Chattras: Wenn mir einer von beiden sagt, dass etwas in ihrem Fachgebiet nicht funktioniert, dann glaube ich ihnen das. Weil ich von Beiden denke, dass Sie uns im Zweifelsfall unterstützen, wenn sie können. Aber das ist ein Problem, auf dass ich Neome schon angesprochen habe und dass wir mittelfristig lösen müssen, auch ohne Alchemie: Wir brauchen Heiler und medizinische Versorgung für unser Lehen. Aber das werden wir nicht vor dem Schlachtzug in die Spiegelwelt gelöst bekommen." 
Raûl nahm einen Schluck und lehnte sich zurück.

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Vhenan
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Fr Jul 15, 2016 5:09 pm

Vhenan war immer noch uneinansichtig und strahlte das auch in ihrer Körperhaltung, besonders aber mit ihrem Blick aus.

Vielleicht werden die Elemente schwächer. Aber sie sind noch nicht vollkommen nutzlos oder? Dann muss er sich eben ein bisschen mehr anstrengen. Ich habe nicht das Gefühl, dass er uns helfen will. Chattras hat immer mindestens zwei Alternativen parat, von Heribas kommt nur ein stumpfes: nein. Und Wamai soll es jetzt ausbaden? Oder alle anderen hier? Dann soll er sich meinetwegen mit Ceres zusammensetzen, bis beide Kopfschmerzen haben, aber wir können doch nicht einfach jetzt schon aufgeben. Es wird doch nur noch schlimmer. Wollt ihr das einfach so durchgehen lassen?

Sie verstand es nicht, schüttelte den Kopf und trank einen Schluck Ingwertee, den sie auf dem Weg hierher bestellt hatte. Nach Alkohol war ihr gerade nicht.
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Raûl
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   So Jul 17, 2016 3:38 pm

Raûl musterte Vhenan noch einen Herzschlag, dann schüttelte er kaum merklich den Kopf.
"Ich werde Heribas nochmal drauf ansprechen. Werden wir ja sehen, ob er uns keine Heiltränke brauen will. Aber wenn es dir nichts ausmacht würde ich jetzt gerne lieber über Mallos Expeditionsergebnisse reden. " Er warf Neome einen entschuldigenden Blick zu. Natürlich war es an ihr, fortzufahren. Aber er war neugierig auf das Neue und die Diskussion trat auf der Stelle.

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   So Jul 17, 2016 5:40 pm

Vhenan gab einen weiteren genervten Laut von sich, unfähig die eigene schlechte Stimmung bei so viel allgemeiner Schwarzseherei loszuwerden. Es lag nicht nur an Heribas.

Sie brummte einmal leise und nickte zustimmend, hatte dem offensichtlich nichts mehr hinzuzufügen. Danach sah die Naihlar zu Neome und machte mit der Hand eine einladende Geste.
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Neome
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Mi Jul 20, 2016 5:39 pm

"Es gibt nur einen Weg, zu sehen, ob wir es hier mit einem Problem zu tun haben, das die Elemente betrifft oder einem, das die Kommunikation betrifft. Wir reden nochmal mit Heribas. Irgendeinen Weg finden wir auf jeden Fall. Und unter den Angereisten sind mit Sicherheit Heilkundige, vielleicht sogar mehr als Kämpfer."

Es raschelte sacht, als Neome die Papiere entrollte. Sie verteilte drei Stücke über den Tisch, von denen sie eines, eine Liste, eher bei sich behielt, sodass es die Blicke der beiden Naihlar nicht von den Karten ablenkte.
"Mallo hat mir diese sporadischen Karten angefertigt. Sie hat sie zusammen mit ein paar Proben, dessen was sie und Wamai gefunden haben, gebracht. Sie haben auch die Böden untersucht. Diese Karte zeigt an, was schon wächst. Die andere, was wachsen könnte."
Neome wies zuerst auf die Karte, die näher bei Raûl lag.

"Wir haben Zedernholz und Halfagras in guten Mengen zur Verfügung. Zedern sind ein sehr dankbares Holz, langlebig und beliebt im Schiffsbau. Wir sollten es auch für Möbel hernehmen. Das Öl im Holz - das wir außerdem gewinnen können - ist ätherisch. Mein Vater sagte, wer in einem Stuhl aus Zedernholz schaukelt, der wird nicht krank."

Sie lächelte schief.
"Wie ihr seht, wachsen außerdem Korkeichen und einige Nüsse und Früchte. Es gibt Skorpione, deren Gift wir nutzen können, aber innerhalb unserer Landesgrenzen kaum Tiere, die größer sind als deine Hand, Raûl. Dafür gibt es sie außerhalb unserer Grenzen, zwischen Shäekara und Oron. Bislang ist das Land nur von Banditen belebt. Ich sage, wir versuchen es zu nutzen, solange es niemandem gehört und führen die Ziegen von dort in unser Gebiet, damit auch wir eine Zucht beginnen können."

Sie legte die andere Karte in die Mitte.
"Hier steht, was Mallo sich vorstellt, anzubauen. Tabak, Reis, Zuckerrüben, Mais und Zitrusfrüchte. Erdbeeren. Spargel - was immer das ist. Man muss allerdings Wasserzugänge in das Land leiten. Seht ihr, wo Mallo Loravinde hingesetzt hat? Ich glaube, sie wusste nicht sicher, wo es liegt." Ein nachhakender Blick sprang zu den beiden anderen. Gleichermaßen reichte sie ihnen die Liste herüber.

"Hier die Aufzählung mit Aus- und Einfuhrwaren. Ist vielleicht noch zu ergänzen. Ich hab schon im letzten Jahr Bemühungen unternommen, damit Flaten auf das Leben auf Schiffen vorbereitet werden. Es sind Anstrengungen im Gange. Wenn es den Chirya und Naihlar auf Ortac gelingt, haben wir irgendwann hervorragende Pferde aus Flatos. Hier gibt es fast keine. Wir könnten allerdings eine neue Zucht beginnen."


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Vhenan
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   So Jul 24, 2016 2:07 pm

Oh, da hat Mallo aber eine Menge zu erzählen!“ Vhenans Augen flogen über die Karte, um sich einen groben Überblick zu verschaffen. Das waren vielversprechende Ressourcen. Sie lauschte den Worten der Pakata nebenbei und begann laut zu lachen, als sie ihren Vater und Schaukelstuhl erwähnte. Ein herrliches Bild!
Der kleine Ausbruch verschwand aber genauso schnell wie er gekommen war und Vhenan konzentrierte sich.
Bisher wächst ja nicht viel, was uns im Winter helfen könnte. Die andere Karte gefällt mir besser.

Für eine ganze Weile war die Naihlar still, dann nickte sie. „Pferde wären gut, dann kommen wir viel schneller voran.“ Wobei Nani dann noch reiten lernen müsste, bisher war das eher Trauerspiel gewesen, das dank Regir allein nicht böse geendet hatte.

Sie tippte plötzlich auf einen Punkt in der Karte. „Ist er dort?“ Ihr Finger ruhte auf der Markierung von Wamais Lager.

Und.... wissen wir, ob es in der hohen Ebene Wasservorkommen gibt? Um Brunnen zu graben und es umzuleiten?
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Raûl
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   So Jul 24, 2016 11:16 pm

Raûls Miene hellte sich auf bei den Karten und dem Bericht, den Neome vorlegte. Einen Moment lang waren die Sorge um die 5. Jahreszeit, um Wamai und um den Feldzug vergessen und er war wieder voll in seinem Element - der Planung und Umsetzung von Wachstum und Wohlstand, den von Shäekara, den Oshead und seinem eigenen.
"Das klingt vielversprechend. Zählt man noch das Selenit dazu, das wir am hohen Weg in den Felsen gefunden haben und all die Rohstoffe, die wir aus dem Meer gewinnen können, haben wir hier beste Voraussetzungen für eine wirklich großartige Zukunft."
Er grinste breit, bekam sich aber schnell wieder unter Kontrolle und wandte sich Neome zu:"Das Holz vor Ort werden wir nur für Binnenschiffe nutzen können. Alles Holz, was in Mythodea wächst zerfällt rasch, wenn es durch die Nebel geschafft wird. Wir sind für die Hochseeschifffahrt auf Holzquellen außerhalb Mythodeas angewiesen. Das ist kein Gerücht, sondern wurde mir auf dem Konvent von der Seehandelsgilde wie auch der mitrasperianischen Hanse bestätigt."
Jammerschade, dass ihr erstes Schiff, das aus der Werft gelaufen war, relevante Teile der heimischen Holzarten verbaut hatte, was es in seiner Anwendungsbreite enorm einschränkte. Aber sobald er davon Wind bekommen hatte, hatte er schon Anweisung gegeben, Hölzer jenseits der Nebel zu importieren. Teurer zwar, aber unerlässlich. 
Dann wandte er sich Vhenan zu:
"Über dem Grat des Hohen Weges ist die Wetterscheide, was das Inland von der Küste trennt. Dort regnet es häufiger und das, was auf der Küstenseite herabfällt, landet im Gutenbach. Der Rest rinnt in die Ebenen dahinter landeinwärts. Wenn man davon ausgeht, dass nicht sofort alles verdunstet, könnte es durchaus unterirdische Süßwasservorräte geben. Das sollten wir mit ein paar Bohrungen herausfinden können."
Vor seinem inneren Auge sah er schon fruchtbare Gärten und Berge von Steuereinnahmen, die von dem Verkauf aus den Erträgen dieser Gärten in die Kasse gespült wurden. Bevor er aber wohlig seufzen konnte, bemerkte er die Unruhe im Raum, den ein fremder Bote verursacht hatte, als er nach kurzem Wortwechsel mit Einheimischen gerade auf ihren Tisch zuschritt. 

Raûl hatte auf dessen verdrecktem Wams das Einhorn des Nachbarlehens Oron erkannt und war erstaunt, hatte er noch NIE einen Oronier dreckig gesehen, als dieser schon zum Tisch herangetreten war und sich mit einem Nicken verneigte. Er sah aus, als hätte er die ganze Nacht im Sattel verbracht:
"Kastellan Raûl von den Oshead?" 
Der Mann wartete nicht, bevor er ihm das Pergament übergab. Offensichtlich gab es nicht viele einäugige Naihlar, mit denen man ihn hätte verwechseln können. Raûl nahm die Rolle entgegen und öffnete sie. Er entrollte sie und legte sie direkt so, dass Neome und Nani mitlesen konnten. Dort stand geschrieben:

Salam aley kum,
in aller Eile müssen wir Euch kurze Worte zukommen lassen. Ein Heer steht vor unseren Toren. Es steht unter dem Banner unserer hochgeschätzten Nyame, und zeigt keine Feindseligkeit, doch wird zu unserer Besorgnis weder Zweck noch Ziel des Aufzuges genannt, wohl dennoch aber Kämpfer angeworben. Kein Wort unseres erleuchteten Archons vermochten wir zu vernehmen, so sind wir beunruhigt, was hier vor sich geht, und wieso dies Heer scheinbar nicht unter dem Segen unseres Herrschers zieht.

Moghuli Kalifia Nahema saba'El'Sulef saba Beychaliban ey Elburum, Vogtin zu Oron



Raûl sah überrascht und sah den Boten an. Der hatte offensichtlich nur darauf gewartet, dass der Brief gelesen worden war und sprach weiter ohne Aufforderung:
"Nicht alle der Truppen sind in Oron geblieben. Ein Teil davon ist nahtlos weiter Richtung Osten gezogen, hat nicht mal eine Pause eingelegt. Ich habe etwas Distanz zwischen uns und sie gebracht, ich schätze, sie werden in spätestens einem Tag hier sein."

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Zuletzt von Raûl am Di Jul 26, 2016 3:34 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Di Jul 26, 2016 12:50 am

Neome nickte.

"Laut Mallo ist er dort. Oder dort in der Gegend."
Sie ließ den beiden ein bisschen Gelegenheit, sich mit den Karten auseinanderzusetzen.
"Tatsächlich..." Und die Botschaft mit dem Holz ernüchterte sie sichtlich, aber nicht lange. "Wir finden einen Weg. Ich möchte auch ein Schiff. Ein Piratenschiff."
Sie holte nicht aus, hatte es auch nicht vor. Die Frage nach Wasser kam auf.
"Der Gutenbach", bestätigt sie. "Und es gibt einige Oasen, die sich vielleicht verbinden und vom Bach und einigen kleineren Zuläufen speisen ließen. Aber seid nicht zu vorfreudig. Das Wetter verhagelt uns sprichwörtlich die Ernte."

Weiter kam auch sie nicht, denn der Bote, dessen Eintreffen so überraschend war, unterbrach das Gespräch. Neome saß aufgerichtet dort, als Raûl addressiert wurde und starrte die Sprechenden an. Ihr Blick konnte sich nicht in den Mazhahk bohren, da legte er bereits die Nachricht allen offen. Sie dankte es ihm mit einer Berührung ihrer Fingerspitzen an seinem Ellenbogen.
Während sie las, änderte sich ihr Ausdruck. Wo ihr Kopf noch kein Urteil getroffen hatte und ihre Augen weitere Antworten bei dem Boten suchten, waren ihre Brauen bereits in Habachtstellung. Ihr Mund hatte sich zu einem trockenen Strich gezogen.
"Was bedeutet das?", fragte sie Raûl und Vhenan, den Argwohn böser Vorahnung in der Stimme tragend.

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Di Jul 26, 2016 2:00 am

Vhenan nickte stumm und betrachtete die Markierung von Wamais Lager noch einmal, während die anderen weitersprachen. Ihr Gefährte hatte gerade eine höhere Priorität als Holz und Wasser, aber auch das musste und sollte besprochen werden. Wamai selbst könnten sie jetzt, sehr zu Vhenans Unmut, ohnehin nicht helfen. Das Sturmherz tobte also nur innerlich weiter, konzentrierte sich aber und gab sogar ein Grinsen preis, als ein Piratenschiff gefordert wurde. Ohja, das wäre ein Traum! Und für die Pakata nur angemessen. „Das mit dem Holz stimmt leider tatsächlich... das war mir vorher auch nicht klar.“ Sie bestätigte Raûls Worte rein formell noch einmal und wollte gerade dazu ansetzen etwas zu fragen, als ein verdreckter Bote hereinpolterte und die Aufmerksamkeit auf sich zog. Vhenan hielt sich zurück, gab nur einen kleinen missfallenden Laut von sich, als der Mazhahk wieder wichtiger gemacht wurde als die Pakata, und las dann die Nachricht. Dieses Missverständnis musste dringend aus der Welt.

Oron?“ Sie hatte zuerst den Absender gelesen, um überhaupt einordnen zu können wer hier schrieb. Der schwarze Kriegshengst auf rotem Grund war zwar ein Hinweis, aber nicht genug.

Sie las die Zeilen, ihre Gedanken überschlugen sich dermaßen, dass sie untypisch ruhig blieb. „Oh“, sagte sie nur und musterte den Boten, der mehr erzählte. Sie schwieg immer noch. Erst als die Pakata die Frage stellte, formierten sich Vhenans Gedanken zu einem einigermaßen geordneten Gebilde. Sie versuchte sachlich zu bleiben, hatte sich aber längst eine Meinung gebildet.

Das heißt, dass sie nicht einfach nach Norden weiterziehen, sondern ausschwärmen. Es gab den Aufruf unserer Neches'Re alle Truppen unter ihrem Banner und dem der Nyame in Tinderos zu versammeln... das liegt nordwestlich von Oron am Beginn des Bergmassivs, das unser Reich einschließt. Sie hat das Reich aufgefordert Truppen zu entsenden und der Archon hat gesagt, dass nur er das Recht hat diese abzukommandieren. Er rief uns deshalb dazu auf die Füße still zu halten... Vielleicht kommt Melessan jetzt her, um uns zu fragen warum wir ihrem Aufruf nicht folgen“, mutmaßte Vhenan nur und musterte den Mazhahk, der das in der Hohld auch gehört hatte. Dann sah sie zur Pakata.

Nicht feindlich ist sehr vage. Wenn die einfach hermarschieren und rekrutieren sehe ich das durchaus als Bedrohung an. Besonders wenn sie in Oron nicht einmal sagen was sie vorhaben.... Der Archon wollte mit der Nyame reden, hat bisher aber keine Antwort bekommen. Das weiß ich aus dem Brief aus der Hauptstadt, der auch die Texte beinhaltete“, erklärte sie Neome und ignorierte Raûl, der davon noch gar nichts wusste. Der Brief an sich ging ihn eigentlich auch nichts an. Vhenan ließ aber keine Zweifel daran, dass sie den Worten der Schreiberin traute und es als Fakt hinnahm. Dann sah sie zum Boten.

Habt Ihr die Banner gesehen? Wisst Ihr, ob die Neches'Re persönlich mitreist? Oder lässt sie von ihren Offizieren rekrutieren?
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Raûl
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Mi Jul 27, 2016 1:10 am

Der Bote hatte sich auf Raûl konzentriert, aber antwortete dennoch auf Vhenans Frage:
"Ich konnte die Banner nicht erkennen, ich bekam die Aufgabe, Euch sogleich von dem Aufmarsch zu berichten. In den wüsten Ebenen kann man weit blicken, wenn man weiß von wo aus, daher habe ich sie entdeckt, zumindest dass welche sofort nach Osten nachrücken. Verzeiht, dass ich nicht mehr berichten kann." Er senkte den Blick. Raûl wusste, dass die Oronier großen Respekt vor den Anführern hatten, insbesondere den Frauen, war es doch ein Matriarchat, in dem sie in steiler Hierarchie dienten. Er deutete auf einen kleinen, leeren Tisch nebenan und nickte dem Boten zu: 
"Ihr habt gut gedient. Setzt Euch, esst und trinkt, bleibt uns noch etwas erhalten, falls wir Fragen an Euch haben, die uns just nicht einfallen. Ihr dürft wieder aufbrechen, sobald Ihr Euch gestärkt habt." Raûl hoffte, dass Neome ihm dies nicht übel nahm, aber er wollte keinesfalls, dass die Pakata vor einem Oronier wirkte, als wüsste sie nicht genau Bescheid. Als dieser mit einer tiefen Verbeugung abgezogen war und sich an den anderen Tisch gesetzt hatte, versuchte Raûl eine Antwort auf Neomes Frage zu geben:
"Das bedeutet im schlimmsten Fall, dass es einen Bruch zwischen Nyame und Archon geben wird. Und das würde das junge Reich in seinen Grundfesten erschüttern. Ich denke, dass sehr viele  Lehensnehmer auf der Seite des Archon stehen, Esthaer hat sich selbst immer sehr rar gemacht. Aber viele Siedler verehren die Nyame schlicht weil sie die Nyame ist. Aber eine Nyame kann, wie auch ein Archon offiziell angezweifelt werden. Daher entstehen immer wieder die Archontenprüfungen, wie auch die Prüfungen zur Nyame eines Landes - und dazu braucht es wieder Banner der Macht. Ein ewiger Wettlauf. Das Reich der Rosen ist jung, aber die Esthaer ist alt. Sie ist verbittert, weil sie zwei Kinder gewaltsam verloren hat. Dass sie sich dem Aspekt der  Rache zuwendet verwundert mich nicht. Aber Rache macht blind für Gefahren und Konsequenzen. Ich befürchte, dass ihr vielleicht garnicht klar ist, was sie alles aufs Spiel setzt, wenn sie kurz vor dem Zug in die Kelriothar Soldaten abzuwerben versucht. Aber wenn es so weitergeht, wird früher oder später eine Frau aus dem Reich Esthaer offiziell anzweifeln und dann geht der ganze Eiertanz von vorne los."
Er starrte einen Moment in seinen Krug und fluchte dann inbrünstig: "Feszlach, dafür haben wir gar keine Zeit!"

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Neome
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Mi Jul 27, 2016 1:04 pm

Neome sah, dass der Bote müde war. Sie wollte ihn gerade einladen, sich zu setzen, da übernahm Raûl das Sprechen und die Einladung für ihn. Neome hätte den Boten wahrscheinlich an den eigenen Tisch geladen. Raûl sandte ihn an einen anderen Tisch. Es gab keine Geheimnisse zu besprechen, trotzdem akzeptierte sie sowohl diesen Ausschluss wie die Tatsache, dass Raûl für sie gesprochen hatte. Der Bote hatte ihn adressiert gehabt, vielleicht fürchtete er, dass es ihn schwach wirken ließe, spräche sie jetzt in ihrer aller Namen. Vielleicht hatte er auch gar keinen Gedanken daran verschwendet. Sie hielt es ebenso und nahm es in diesem Falle nicht so genau, sondern wandte sich, nachdem sie dem Erschöpften einen Blick nachgesandt hatte, bedeutsam ihren eigenen Verbündeten zu.

"Die Nyame ist mit dem Weg der Schatten nicht unvertraut. Ihr eigenes Kind hat Terror über den Kontinent gebracht und den Mann gerichtet, dem man nachsagte, das Land einst entdeckt zu haben. Ich erinner mich an den Tag, als Paolo Armatio von ihrem Sohn Fileas gerichtet wurde. Ich erinner mich an an Paolo." Sie hielt, den Ellenbogen auf die Tischkante gestützt, einige Momente inne und blickte an lärmige Orte in der Ferne, die Raûl und Vhenan nicht sehen können. "Und ich erinnere mich an Argus", sagte sie dann. "Ich fand es immer schon interessant, dass seine Mutter die Nyame dieser Länder ist. Ich habe mich gefragt, was für eine Frau sie ist, abseits dessen, was über sie geredet wird. Vielleicht bekommen wir jetzt zu dieser ungünstigen Zeit die Gelegenheit, es zu lernen."

Neome hielt sich bedeckt, was ihre Befürchtungen und Sorgen betraf. Sie behielt einen ruhigen und ernsten Ausdruck. Ihnen allen wurde offenbar, dass sie die Kontrolle nicht an ein Gefühl von Unruhe und zielloser Sorge abgeben wollte.
"Wie wir alle wissen, ist die Lage angespannt genug. Die Leute sind wie Pulverfässer. Das Wetter hat dafür gesorgt, dass sie andere Sorgen haben und nicht hochgehen werden. Das heißt nicht, dass sie keinen Schimmel ansetzen können. Wenn jetzt auch fremde Truppen hier hereinspazieren, ist vielleicht ein Funke doch noch heiß genug." Es brauchte nicht viel Fantasie, sich die Explosion unter Gutenbuchtern, Ortaclern und Besatzern vorzustellen. "Wir bereiten die Menschen vor. Nehmen ihnen ihre schlimmsten Befürchtungen, ehe diese für sie das Denken übernehmen. Wir schicken Späher aus. Es hat keinen Nutzen, den Gewitterschaden zu beklagen, wenn gerade erst von fernher der Donner grollt. Wir müssen stattdessen die Sachen reinholen." Sie meinte das natürlich bildlich. Jeder, der Neome kannte, kannte auch ihren Hang dazu, sich Bilder zu bedienen um längere Sachverhalten kürzer darzustellen.

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Vhenan
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Mi Jul 27, 2016 1:23 pm

Vhenan gab einen genervten Laut von sich. Jetzt knickte dieser Bote auch schon wieder ein. Und das obwohl nur eine vernünftige Frage gestellt worden war! Hierarchie hin oder her, man musste doch wenigstens etwas fragen dürfen, ohne dass jeder gleich den Schwanz einzog wie ein geprügelter Hund. Diese Kommunikation lag ihr einfach nicht und vielleicht würde sie ihr nie liegen.
Das war kein Angriff, nur eine Frage. Entspannt Euch wieder“, entgegnete sie dem Boten deshalb noch, hielt sich dann aber zurück. Dann lauschte sie Raûl und ihre Stirn legte sich in Falten. Vhenan sah auch nicht sonderlich glücklich aus, als Neome weitersprach, auch wenn ihre Worte weiser schienen.

Das sehe ich genauso wie die Pakta. Es kann sein, dass die Nyame verbittert ist, ja. Aber das muss nicht der Fall sein. Das wissen wir nicht, denn wir kennen sie nicht. Keiner von uns ist ihr je begegnet. Nur ihrem Sohn und für dessen Taten ist sie nicht verantwortlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie nicht weiß was sie tut. Ich denke sie hat sehr wohl einen Plan und verfolgt diesen konsequent. In der Hoffnung, dass der Weltuntergang abgewendet wird und sie dann zuschlagen kann – in welcher Form auch immer – wenn wir zurück sind. Sie sammelt ja offenbar Truppen, um sich auf das vorzubereiten was nach dem Feldzug vor uns liegen wird. Das ist nicht unbedingt unklug... und nebenbei gesagt ist der Archon dem Aspekt der Rache auch mehr verbunden als dem der Liebe. Hast du das Rachemal auf seiner Hand nicht bemerkt? Wenn es um Rache geht ist kaum jemand beherrscht. Das kannst du ihr nicht ankreiden.“ Diese Bemerkung konnte sich Vhenan in Richtung Mazhahk nicht verkneifen. Sie sprach aus Erfahrung, denn auch sie schmiedete derzeit einige Rachepläne für den Feldzug. Dann lehnte sich die kleine Naihlar zurück und sah einmal mehr zu dem einsamen Boten am anderen Tisch.

Aber ich sehe die Spaltung des Reiches auch... vorerst. Wir kennen ihren Plan nicht. Bisher hat der Hof wohl eine Theorie was sie im Schilde führt, aber Scriptoria hat nie Details preisgegeben... das wird sie vermutlich erst tun, wenn sie sich sicher ist und sie eine Grundlage für diese Anklage gegen die Nyame hat... bis dahin... müssen wir es wohl hinnehmen. Und das beste daraus machen...

Das war leider schneller gesagt als getan. Vhenans Blick traf die Pakata. „Was willst du den Menschen hier sagen? Ab Morgen lagern fremde Truppen in der Stadt, macht euch keine Sorgen?“ Es klang etwas schnippisch und auch Vhenans Körperhaltung war selbst angespannt und feindselig, gehörte sie ja selbst zu denen, deren Pulverfass schnell mal explodieren konnte. „Wir sind bald weg... was ist dann?

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Fr Jul 29, 2016 11:03 am

Raûl zuckte mit den Schultern. Dass Esthaer verbittert war stand für ihn außer Zweifel. Aber er ritt nicht weiter drauf rum. Nani wie Neome hatten bisher beide keine Kinder in die Welt gebracht, also wussten sie nicht, was es bedeuten konnte, ein Kind zu verlieren, ganz zu schweigen von zwei oder gar allen. Der Tod der eigenen Kinder brachte einfache Menschen dazu, Könige mit bloßen Händen anzufallen. Könige hingegen...

Er nickte Vhenan zu:"Genau das sollten wir tun. Eine offizielle Versammlung, zu der unsere Bewohner wie die Soldaten der Neches'Re geladen werden. Dort sollten wir verkünden, dass die Truppen gerne am Stadtrand lagern dürfen, sofern sie Recht und Ordnung einhalten, dass hier die elementgefällige Ordnung und das friedliche Zusammenleben zwischen den Siedlern und Soldaten gefordert ist, im Angesicht der Gesetze von Nyame und Archon. Und dass wir in die Kelriothar ziehen, um den Fortbestand des Reiches zu sichern und nach unserer Rückkehr alle Verbrechen in aller Hätte und Konsequenz ahnden werden." Er überlegte einen Moment. Dann ergänzte er: "Wir sollten den Truppenverantwortlichen für diese Ansage mit aufs Podest ziehen, damit er dies auch gegenüber seinen Soldaten verkündet. Wenn alle Beteiligten dies klar und unmissverständlich aussprechen, sollte hoffentlich genug von unserem  Lehen übrig sein, wenn wir zurückkehren."

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Sa Jul 30, 2016 1:15 am

"Ich hab mit Jael gesprochen." Es klang, dem Wortlaut nach, nach einem herben Themensprung, aber nicht der Betonung nach. "Nachdem ich erfahren hab, dass Rotbart - Revan - uns dieses Mal nicht begleiten wird. Soll er hier die Stellung halten, auf die Truppen achten und den argwöhnischen Frieden weiterhin durchsetzen, den wir hier haben. Jael hat sich bereit erklärt, in der Kelriothar die Verantwortung zu übernehmen, die Arden abgelegt hat."
Länger ging ihr Blick zu Raûl. Es wusste nun, dass sie seiner Meinung, nach der sie ihn damals gefragt hatte, zugehört hatte.
"Vielleicht sind wir generell besser beraten, uns mit den Streitern eines anderen Lehens zusammenzutun. Wir brauchen trotzdem einen, der darauf achtgibt, dass wir auch aufeinander achten." Ihr Blick schwenkte nun langsam, gewollt, rüber zu Vhenan. Sie lächelte schwach, ihre Augen blieben dabei ernst. "Mazhahk, du hältst ihn für fähig - am ehesten zumindest. Vhenan, du hältst nicht zu geringe Stücke auf ihn, wie es scheint. Und er ist bereit dazu."
Sie sah nun beide abwechselnd durchdringend an und erwartete etwas von ihnen. Worte.

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Sa Jul 30, 2016 1:59 am

Vhenan war nicht ganz glücklich über Raûls Worte und deutete das durch ein leises Brummen an.
Dann lauschte sie den Worten der Pakata. Das ging ja schnell. Vhenan grinste zurück und nickte leicht. Zum Achtgeben und zu den großen Stücken. „Gut. Ich denke Jael weiß was notwendig ist zu tun... Ich vertraue ihm - zumindest in diesem Punkt... Wenn er die Aufgabe annimmt, dann glaube ich, dass er sie gut ausfüllt... und wenn nicht, dann muss ihm jemand in den Arsch treten. Aber das gilt dort ohnehin für uns alle...

Sie trank einen heißen Schluck Tee und war beruhigter als vorher. „Jael dort... Revan hier... die Umstände sind zwar nach wie vor scheiße, aber irgendwie fühl ich mich mit diesem Wissen jetzt besser.
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Sa Jul 30, 2016 8:14 am

Raûl freute sich, dass sie die nach seiner Meinung beste Wahl getroffen hatte. Ums Rechthaben ging es ihm nicht.
"Jael ist..." er grinste wieder breit "der Einäugige unter den Blinden. Ich bin gespannt, wie er sich schlägt."
Dann hörte er Neomes Worte und nickte erneut.
"Letzen Sommerfeldzug empfand ich die Schlachtreihe mit der Löwengarde als sehr geordnet und zuverlässig. Auch sind Teile der Münzqueller recht standhaft. Am Liebsten hätte ich ehrlich gesagt Hauptmann Gerhard und seine Keiler mit uns, aber die sind Leibgarde der Künstlergilde und bleiben dem Schlachtfeld wahrscheinlich fern. Ein Jammer."

Und die Heimatverteidigung? Raûls Ein und Alles, seine Familie, blieb in Shäekara, wahrscheinlich bei einem Haufen entflammter Soldaten. "Ich hoffe, dass Revan den richtigen Ton trifft. Hier wird viel Fingerspitzengefühl gefragt sein. Es gibt kaum was Schlimmeres als Soldaten, die nichts zu tun haben..."
Dann schwieg er und grübelte. Er war nicht glücklich. Neome hatte die bestmögliche Entscheidung getroffen, aber er befürchtete, dass es trotzdem nicht reichen würde.
"Sturmsegel hoch und Ladung verzurrt, das wird ein wilder Ritt!"

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Mo Aug 29, 2016 12:25 pm

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Es war ein wilder Ritt wie durch einen Orkan gewesen. In der Kelriothar wie in Shäekara. Nun lag Ihr kleines Lehen wie ein geschundenes Schiff im Trockendeck und alle versuchten fieberhaft, es wieder seetüchtig zu bekommen, während von allen Seiten Menschen angespült wurden, die es noch viel schlimmer erwischt hatte.

Es war einige Woche vergangen, seit die Oshead aus der Kelriothar zurückgekehrt war. Inzwischen hatten sich die Fakten und noch viel mehr Gerüchte verbreitet, dass die fünfte Jahreszeit wie eine Waffe direkt gegen Shan Meng-Feyn gerichtet worden war und ein Drittel des ganzen Reichsgebietes der Rosen völlig und ein weiteres Drittel zum Teil verwüstet und vernichtet worden war. Die Zahl der Toten war unüberschaubar, obwohl viele Siedler aus dem Kerngebiet des Angriffs hatten fliehen können. Aber der eigentliche Kampf ums nackte Überleben begann jetzt erst. Die Flüchtlinge strömten verzweifelt nach Süden und der Süden – Shäekara und insbesondere Gutenbucht – tat alles, um so viele wie möglich zu versorgen.

Das Kartenhaus war, mehr denn je, das kulturelle Zentrum von Takbal geworden und zu jeder Zeit vollbesetzt, manchmal zur Freude, aber viel öfter zum Leid vom alten Kharabhoudian, dem Wirt des Etablissements. Er gehörte zu den eher dezenteren Geistern, dem Lärm und betrunkenes Geschrei zuwider war. Zurzeit, insbesondere noch mit den zur Untätigkeit verdammten, ignisgefälligen Soldaten der Nyame als Dauergästen, war‘s so gut wie vorbei mit dem zivilisierten Habitus. Es verging kein Tag, an dem es nicht heftig rumpelte und in einer deftigen Rauferei endete. Nichts für zarte Gemüter.


Raûl betrat die Taverne und wie immer, wenn er in Takbal irgendwo öffentliche Räume betrat, sackte kurz die Lautstärke ab, gefolgt von einem kollektiven forschenden Blick, dann nahmen die Menschen die Gespräche wieder auf. Fluch und Segen, wenn man in so einer Kleinstadt der größten Heldentaten und der fiesesten Ungerechtigkeiten zugleich bezichtigt wurde. Er wandte sich an den Wirt und deutete auf den Ecktisch, an dem einige Siedler saßen, die nun etwas beunruhigt hin und her rutschten. Keiner wollte vom Mahzhak mit einem Fingerzeig bedacht werden. Kharabhoudian machte sich dann auch sogleich auf und trat an die Leute heran: “Entschuldigt, gute Gäste, aber der Tisch wird benötigt. Der Hohe Herr Raûl würde Euch gerne an einem anderen Tisch ein Bier ausgeben, wenn‘s Recht ist?“
Von der Theke her nickte Raûl den Leuten zu, der Goldzahn blitzte. Mehr brauchte es nicht, um die Angesprochenen schaudernd flüchten zu lassen. Das Bier nahmen sie aber trotzdem an. Raûl seufzte. Eigentlich wollte er es nie soweit kommen lassen, andererseits machte es ihm die Arbeit als Statthalter deutlich einfacher, ermöglichte es ihm die Arbeit als Statthalter überhaupt erst, wenn die Leute gehörige Angst vor ihm hatten.

Nachdem der Wirt den Tisch sehr gründlich gewischt hatte, gab Raûl ihm noch ein Silberstück und setzte sich dann. Die Gäste würden schon kommen, ob schnell oder langsam – er hatte ja eh vorgehabt, etwas Essen und Trinken zu gehen.

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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Mo Aug 29, 2016 12:33 pm

Kommend vom Hafen
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Mit dem Kartenhaus hatte es in den letzten Monaten einen interessanten Wandel genommen, der sich im Gange der letzten Wochen drastisch verschärft hatte. Es war fraglich, ob es dem Wirt, diesem Kharaboudian, gefiel, was mit seinem Haus geschah, selbst wenn der Umsatz stieg.
Auch der Lärmpegel stieg.
Und Lärm, daran erinnerten sich die Altgutenbuchter noch, hatte er nie gemocht.

Aber jetzt war hier Lärm; ein Lärm vieler Kehlen, Hände, Krüge und Stühle, von Frauen, von Männern, in allgemeiner Sprache und in fremden Zungen, kehliger, basslastiger, schriller und sanfter Lärm; Lärm, der auch nicht abebbte, als die Seeleute das Kartenhaus betraten.

Lahmi hatte unterwegs nicht viel gesprochen. Er hatte eine feurige Zunge und war schlau genug, diese im Zaum zu halten, wenn er zu nahe an Pulverfässern ging.
Sowie sie aber in der Taverne angelangten gab er einen erleichterten Laut von sich, sprang vor an einen der Tische und grüßte eine Runde, an der Ghalmaren, Chirya und Naihlar beim Würfelspiel zusammensaßen. Die Chirya und Naihlar unterhielt er mit leuchtenden Augen, aber zu den Ghalmaren sah man ihn kein Wort sagen. Niemand wurde aufgeregt am Tisch. Er hatte die Neuigkeiten für sich behalten.

Lahmi blieb nicht lange weg. Bald schwang er einen Fuß auf die Bank, raffte seine pludrigen Hosen übers Knie, sodass jeder in der Runde die dichten Hautbilder sehen konnte, die er auf seine Beine gestochen hatte, rief etwas Heiteres und kam zu Vhenan zurück. Es gab einen Platz, an dem sie sich treffen wollten. Zu dem ging er.
"Ich hab gehört Euer Mazhahk hat goldene Würfel", fragte er sie in dem Mikrokosmos von Stille, den er für sich und sie aus dem Lärm herausschälte. "Stimmt das?"
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Vhenan
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Mo Aug 29, 2016 12:43 pm

Es war der kleinen Naihlar sehr recht gewesen, dass Lahmi kaum etwas gesagt hatte, so hatte sie Zeit gehabt darüber nachzudenken wie sie sich beruhigen konnte. Geschehen war das bisher nur halb und es bräuchte wie so oft nur einen kleinen Funken, um ihren Zorn wieder aufkeimen zu lassen.
Sie sah sich im Eingang stehend im Kartenhaus um und grübelte über die dunklen Schatten nach, die nicht sie selbst, sondern den Mazhahk umgaben. Von dem Drumherum bekam sie wenig mit, immerhin musste sie einer 'Bitte' nachkommen, was nicht leicht fiel. Kein Streit. Nicht jetzt. Es würde eine harte Prüfung werden.

Lahmis Frage war da keine große Hilfe. Nani sah auf, lachte trocken und humorlos und antwortete mit einem ironischen Unterton. „Die sind mehr Schein als Sein. Sie sind golden, ja... aber nur an der Oberfläche.... Ich finde die Würfel passen zu ihm. Das Gold bröckelt mittlerweile ab und Raûl wurde offenbar über den Tisch gezogen... . und er hat damit noch nie gewonnen. Das kannst du ihn aber auch selber fragen...“ Wo der feine Herr schon am Tisch saß und die beiden Naihlar ihren Weg zu dem großen Tisch fanden. Vhenan hoffte, dass sie hier nicht zu lange allein sitzen mussten.

Sie bedachte Raûl mit einem einzigen Blick, wandte ihn wieder ab, setzte sich (demonstrativ nicht direkt in seine direkte Nähe) und schwieg dann.
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Mallo
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Mo Aug 29, 2016 6:49 pm

Kommend von: Ceres' Kräuterstube

Sie dachte gar nicht darüber nach, aber inzwischen kannte sie manche Gebiete von Gutenbucht wie ihre Westentasche. Sie kreuzte die Straßen und nahm sie im Flug, schnitt Anderen, die nicht sehr unwahrscheinlich dasselbe Ziel hatten, den Weg ab und überholte über Umwege, vorbei an Händlern, die bereits die ersten Kerzen an ihre Stände hängten und an Häusern, die ihre Läden für den Abend schlossen. Als sie das Kartenhaus erreichte, konnte sie die Besucherzahl schon von Weitem abschätzen. Es würde voll, eng und laut werden. Hoffentlich hatte sich jemand um einen gebührenden Empfang gekümmert, wenn es stimmte, was der Naevitenjunge gesagt hatte.

Jesko. Sie hatte nie besonders viele Gedanken an den jungen Archontensohn verschwendet. Natürlich war von Jesko die Rede, von wem denn sonst? Emebeth hatte Töchter, Dion und Karg hatten ihres Wissens nach keine Kinder. Dass ein Zwerg mit den ersten Schiffen aus Ortac gekommen war, hielt sie noch immer für eine Kuriosität. Ein Shadunae, das war hoch unwahrscheinlich. Nein, es musste Jesko sein. Und mit ihm Geschichten, Neuigkeiten. Ein Zug aus dem alten Leben.

Verbrauchte Luft stieß ihr entgegen, der ölige Odor von Kerzenwachs und abgestandenen Blumen. Nur kurz, dafür umso präziser ließ sie den Blick über die Anwesenden schweifen, wie vermutet alles durcheinander. Armer Kharaboudian. Andererseits war er ihr schon immer etwas zu altbacken gewesen in seinen Vorlieben für Ruhe und Ordnung. War das denn die Einstellung eines Tavernenwirts? Einen Moment lang dachte sie an den Hafen und an Gwen. Bei ihnen würde es anders zugehen. Bei ihnen würden sie alle willkommen sein. Da erspähte sie die Kopftücher ihrer Gefährten am großen Tisch. Na immerhin etwas Platz. Vhenan und Raûl... oh-oh. Eine kleine Alarmglocke schaltete sich zwischen ihren Schläfen ein.

Ohne sich möglichst von den Umstehenden anhalten zu lassen, steuerte sie den Tisch an und klopfte grüßend auf die Platte.

"Atata", sagte sie zu beiden und ließ sich breitbeinig auf der Bank neben Nani nieder, "Solange hier noch frei ist... Komme ich zu spät oder zu früh?"
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Raûl
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Mo Aug 29, 2016 8:41 pm

Raûl nickte Vhenan und Lahmi zu, als diese sich an den Tisch gesellten. Nani warf ihm wieder diese Blick zu, der ihn irgendwie an etwas Zorniges erinnerte, oder vielleicht sogar Tollwütig. Auch wenn Selbstreflexion nicht unbedingt seine Stärke war, so konnte er sich diesmal wirklich nicht entsinnen, wann er ihr Grund für diese Launen gegeben hatte. Er hatte nicht viel Zeit, darüber nachzudenken, da kam auch Mallo dazu. Er erwiderte ihre Begrüßung herzlich und deutete in den freien Rund. Er sah auch, dass sie sah und das erleichterte ihn insofern, als dass er nicht alleine mit dieser Wahrnehmung war.
"Atata Malen. Rechtzeitig genug, um noch einen guten Platz zu ergattern. Ich befürchte, das wird chaotisch werden."
Er runzelte kritisch die Stirn und stand dann auf.
"Ich glaube, ich hol doch besser noch ein paar Wächter dazu, nachher können wir uns nichtmal mehr im Raum umdrehen bei dem Auflauf. Solangsam scheint sich herumgesprochen zu haben, wen wir hier zu Gast haben."
Er nickte den anderen zu und marschierte nach draußen.

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Mo Aug 29, 2016 10:13 pm

Atata“, begrüßte auch Nani ihre Freundin und tauschte einen mürrischen Blick mit ihr. Raul übernahm das Reden und wurde von Nani vollkommen ignoriert. Er war gerade nicht mehr als Luft, die hin und wieder einen bösen Blick abbekam, weil sich die Naihlar doch nicht richtig beherrschen konnte. Sie war seit langer Zeit auf Konfrontationskurs mit jedem, der es verdient hatte und den Wind aus den Segeln zu nehmen war seit ebenso langer Zeit ein Problem.

Hätte es sich nicht herumgesprochen, wärst du doch gar nicht hier“, murmelte Vhenan bissig in Mallos Richtung, obwohl sie Raul damit eine Botschaft hinterher werfen wollte. Obwohl er mit seinem Vorhaben natürlich Recht hatte.

Avraim ist hier. Mit Jesko. Warum weiß bisher noch niemand... die Pakata spricht mit ihnen und sie kommen so schnell wie möglich her.“ Das erklärte sie der Chirya, um sie ins Gesamtbild einzuweihen. „Die Rumbullion liegt im Hafen mit zwei weiteren Schiffen vor Anker... wer die sind weiß ich noch nicht, Jesko scheint eine Menge anzuschleppen.


Zuletzt von Vhenan am Di Aug 30, 2016 12:15 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Oshead Erzähler

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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Di Aug 30, 2016 12:05 am

Raûl handelte klug. Schon draußen kamen ihm die ersten Leute entgegen, drangen die ersten Fragen auf ihn ein, Ghalmaren, die sich die Gesichter rotgelaufen hatten und Naihlar, deren Kupfergesichter sich keine Färbung ansehen ließen. Ob es wahr sei. Ob er da sei. Manche meinten Jesko, manche meinten Avraim, und dann kam noch von hinten ein verirrter Chirya daher, der schrie, dass alles ein Irrtum sei, denn er habe gehört, Dion sei tot und er könne nicht da sein.

Zwei feiste Ghalmaren, älter und erfahren in der Arbeit als Wachposten, boten sich Raûl sofort pflichtschuldigst an, als sie sein Vorhaben erahnten, und ein Naihlar, ein Chirya und ein Naevit schlossen sich zur Sicherheit an (obwohl es bei dem Naihlar ein bisschen aussah, als wolle er nur helfen, um selbst bleiben zu dürfen)


Innen hielt sich Lahmi nach wie vor bedeckt. Goldene Würfel, das gefiel ihm offenbar, und er hätte es wohl für sich selbst gern gehabt, allerdings kam er nicht dazu, Raûl darauf anzusprechen, wie Vhenan vorgeschlagen hatte, die Situation war auch keine gute. Stattdessen kam das eigentümliche Chiryageschöpf, das nicht sicher zu wissen schien, ob sie Mädchen oder Junge sein wollte und immer so ungehalten auf Komplimente reagierte; er hatte es zumindest schon ein paar Mal so beobachtet.
Er nickte ihr zu, aufmerksam und wach, höflich, untertänigst lächelnd wie einer, der niemandem als dem eigenen Glück Untertan war.
"Wenn es nicht Avraim ist, der eine Menge anschleppt. Der Bäumling wird doch nicht bleiben wollen? Er will bestimmt nur die auslachen, die herkamen und jetzt kein Haus haben. Das würde passen. He Wirt! Wenn ihr guten Wein habt, dann bringt ihn jetzt her!" Er lehnte sich andeutungsvoll gen Vhenan, ohne sie zu berühren. "Zufällig weiß ich nämlich, dass der Bäumling den gern trinkt."
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Neome
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Di Aug 30, 2016 10:10 am

Alles war so eingetreten wie erwartet.
Neome hatte sich wirklich beeilt. Sie hatte ein paar alte Bekannte begrüßt, war ihrem Vater zum Arejazha gefolgt und hatte sich von dem ersten, noch lange sie all diese andern Dinge hatte tun können, ein paar harsche Worte zu etwas anhören müssen, von dem sie gehofft hatte, es wäre ihm nicht aufgefallen. Gedanklich schlug sie seine Warnungen, die ihr wie die Bornhiertheit eines bitteren Alten vorkamen, in den Wind.

Und doch, als sie schließlich den anderen voran auf das Kartenhaus zuhielt, war ihr Ausdruck getrübt und lächelte nur manchmal, wenn von irgendwoher plötzlich eine Traube Menschen auftauchte, die zusehen oder sie bedrängen wollte, und die sie freundlich abwimmeln mussten. Als kleines Mädchen hätte es sie vielleicht mit unwahrscheinlichem Stolz erfüllt, einem Kapitän und einem Archontensohn vorweg zu schreiten. Heute fragte sie sich nur, was passiert war, und wie es so hatte kommen können, dass das Leben derart seltsame Pfade und Wendungen genommen hatte.

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Raûl
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BeitragThema: Re: Im Kartenhaus   Di Aug 30, 2016 12:15 pm

Raûl hatte sich beeilt, die angebotene Hilfe gerne angenommen, zusätzlich aber noch zwei weitere erfahrene und ihm vertraute Wächter aus dem Alt-Gutenbucht dazu genommen, damit nach Möglichkeit aus allen Volksschichten jemand auf der Wachseite stand, um einer eventuellen "Wir-Gegen-Die"-Situation vorzubeugen und kam grade rechtzeitig, bevor die Situation völlig aus dem Ruder lief. Vier Mann vor dem Zugang und nochmal zwei unmittelbar vor dem Tisch, damit man Luft zum Atmen bekam. Von Jesko hatte er viel gehört, aber er hatte keine Ahnung, wie viel Freunde oder Feinde sich der junge Mann gemacht hatte und da wollte er kein Risiko eingehen. Alte Leibwächterangewohnheit. So sammelten sich immer mehr Leute vor dem Kartenhaus, da ein solches Gedränge natürlich auch noch den Rest der Leute anzog, auch wenn sie keinerlei Bezug zu den Geschehnissen hatten.
"Wassn da los?" wurde häufiger gefragt als alles andere.

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